Auch wenn der Artikel aus der Feder der Deutschen Presseagentur dpa stammt: Der Hinweis auf die NSDAP-Mitgliederkartei ist im Kontext mit gefallenen Wehrmachtsangehörigen leider wenig hilfreich.

Denn wer auf der Suche nach Informationen zu vermissten Soldaten in der Familie ist, wird dort zu dieser Frage in der Regel keine Antwort finde. Nicht jeder Soldat war Mitglied der NSDAP oder Mitläufer.

Ich spreche hier aus eigener Erfahrung und hätte mich gefreut, stattdessen die beiden wichtigsten Recherchehilfen im Artikel erwähnt zu finden. Diese sind: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und das Bundesarchiv bzw. die „Die zentrale Personenkartei der Wehrmachtauskunftstelle (WASt)“

Die zentrale Personenkartei war bis zum Dezember 2018 Verwaltungsschriftgut der sog. „Deutschen Dienststelle“ in Berlin (West) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt). Ihr liegen die Personen-Stammdaten der Wehrmacht zugrunde, sofern diese noch erhalten sind.

Ich selbst konnte dank dieser Quellen das Schicksal eines vermissten Familienmitglieds klären, der am 18.9.1944 im sogenannten „Abwehrkampf in Polen“ im Raum Lublin gefallen ist. Wohlgemerkt: Kein Nazi und zudem Kriegsdienstverweigerer! Er wurde wegen seiner Haltung 1944 vor ein Militär-Tribunal gestellt und dann zum Dienst im Bewährungs-Bataillon 550 verurteilt – und ist keine sechs Wochen später gefallen. Er wurde nur 18 Jahre alt.

Es würde mich freuen, wenn die Redaktion diese Rechercheoptionen den FR-Lesern zur Verfügung stellen würde, da heute vor allem die Enkel-Generation auf der Suche nach Informationen zu vermissten Angehörigen ist.

Joakim Steinweden, Frankfurt


https://www.volksbund.de/erinnern-gedenken/graebersuche-online

https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/personen-und-familienforschung/personenbezogene-unterlagen-militaerischer-herkunft/#c51245

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