„Die gesamte Gesellschaft missbraucht Kinder“, sagt der Kinderpsychiater und Erfolgsautor Michael Winterhoff im FR-Interview: „als Orientierungshilfen in einer unübersichtlichen Zeit, als Sinnstifter in einer sinnentleerten Zeit.“ Viele Eltern „unterscheiden nicht mehr zwischen sich und dem Kind. Achten Sie mal darauf, wie viele Eltern gar nicht mehr reagieren, wenn ein Kind
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Franz Müntefering scheint daran zu liegen, die Mauer um die Linkspartei langsam abzutragen. Der Stratege weiß: Ohne die Linke wird das linke Lager künftig kaum an die Regierung gelangen. Darum plädiert er dafür, die Linkspartei nicht auf Dauer an der DDR-Vergangenheit zu messen. Es stehe außer Frage, dass die DDR
Die Diskussion um den Amoklauf von Winnenden läuft hier bereits, und natürlich lässt sie sich nicht von der Diskussion über den Besitz von Schusswaffen von Privatleuten trennen. Trotzdem möchte ich letztere hier anhand von zwei Leserbriefen noch einmal aufgreifen, die widersprüchlicher nicht sein könnten. Stephan Steinhoff aus Bonn meint nämlich
Unauffällig sei er gewesen, heißt es über Tim K. der gestern im schwäbischen Winnenden 15 Menschen und dann (vermutlich) sich selbst erschoss. Acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen, einen Gärtner, einen Kunden eines Autohauses und einen Angestellten. Niemand weiß, was in ihm vorgegangen ist. Er hatte die Schule abgeschlossen, hatte einen
Der Leitartikel „Generation Biedermeier“ hat erfreulich viele junge FR-Leser gelockt, auch mal ihre Meinung zu sagen. Demnach kann es ja nicht so schlimm sein mit der Generation der „Teilnahmslosigkeit und Uneindeutigkeit, der Konventionalität und der labilen Demokraten“, die der Hochschulforscher Tino Bargel da heranwachsen sieht. Katja Irle schreibt in diesem Leitartikel:
Die CDU im Umfragetief. Nach einer Emnid-Erhebung für N24 geben 19 Prozent der enttäuschten Unionsanhänger an, gar nicht mehr zur Bundestagswahl gehen zu wollen, meldet dpa. 14 Prozent wollten beim nächsten Mal die FDP wählen, drei Prozent die SPD. Das macht einige CDU-Granden offenbar ziemlich nervös – und bereit, Kritik an
Zu: Lehrer sollen sanft angeworben werden meint Wolfgang Hartenfels aus Kusel: „Da hat die Kultusministerkonferenz wieder einen Beweis für die alte Volksweisheit geliefert: Dummheit und Stolz wachsen auf einem Holz. Baden-Würtemberg gibt 375.000 Euro für eine Werbekampagne aus, um Junglehrer „einzukaufen“, und die Minister wollen versuchen, zukünftig den Bedarf und Angebot
„Vor drei Jahren“, schreibt Mely Kiyak in ihrer Samstagskolumne, „hatte ich eine Hirnhautentzündung und lag zwei Wochen im Krankenhaus. In der ersten Nacht übergab ich mich in mein Bett. Als ich nach drei Tagen wieder sprechen konnte, machte ich die Schwestern darauf aufmerksam. Man warf mir frische Wäsche aufs Bett und
Die Deutschen sind Impfmuffel. Das meinen zumindest die Ärzte, die auf der ersten nationalen Impfkonferenz in Mainz zusammenkamen: Vor allem Erwachsene utnerschätzen die Gefahren von Kinderkrankheiten wie Keuchhusten oder Masern und spielen Lotterie mit ihrer Gesundheit. Von Kindern werden diese Infektionen leichter weggesteckt als von Erwachsenen, die sogar daran sterben
Das deutsch-polnische Verhältnis bleibt schwierig. Erika Steinbach hat nun zwar den Rückzug angetreten – diese „noble“ Geste analysiert Stephan Hebel im FR-Leitartikel -, doch an den revisionistischen Tendenzen ihres Lagers ändert das wenig; sie kommen lediglich in anderem Gewand daher. Aus polnischer Perspektive schildert dies Robert Zurek im Gastbeitrag. Dazu
Im Leitentwurf der Linkspartei für ihren Parteitag zur Europawahl standen noch gewisse Reizworte, um die EU zu charakterisieren, Reizworte wie „militaristisch“, „neoliberal“ und „undemokratisches Konstrukt“. Im Wahlprogramm, wie es dann beschlossen wurde, fehlen solche plakativen Schlagworte. Die Linke gibt sich europakritisch, lehnt den Lissabon-Vertrag ab und will die EU nun von innen heraus verändern. Ihre EU-Kenner André Brie
Wenn es nach Human Rights Watch geht, wird die deutsche Praxis in puncto Kopftuchverbot demnächst vom Menschenrechtskommissar des Europarats und von der UN-Sonderberichterstatterin für Religionsfreiheiten überprüft. HRW hat eine Untersuchung durchgeführt, die unter dem Titel „Diskriminierung im Namen der Neutralität“ veröffentlicht wurde und zu einem vernichtenden Ergebnis gekommen ist: Die
Eine neue Weltwirtschafts- und -finanzordnung muss her. Die G 20 scheinen das erkannt zu haben und nun Nägel mit Köpfen machen zu wollen; im April wird es ein Gipfeltreffen geben. Bereits im November hatten die G 20 einen Aktionsplan mit 47 Punkten vorgelegt, der eine Wiederholung der Weltfinanzkrise verhindern soll.
Wegen 1,30 Euro hat eine Berliner Supermarkt-Kassiererin nach mehr als 30 Jahren ihren Job verloren. Die 50-Jährige soll zwei Pfandbons über 48 und 82 Cent unterschlagen haben. Sie verlor den Kündigungsschutzprozess jetzt auch in zweiter Instanz. Markus Sievers dazu in seinem FR-Kommentar „Hart„: Die Kritik an dem Urteil reduziere sich
„Ach, Otto„, seufzte FR-Kunstkritiker Peter Iden anlässlich eines Auftritts von Otto von Habsburg-Lothringen auf der Vernissage der Ausstellung „Die Künstler der Kaiser“ in Baden-Baden. O-Ton Iden: „In seiner gottlob nur relativ kurzen Ansprache an das Publikum der Vernissage faselte der Greis etwas vom „historischen Grund“, auf dem er sich –
Darf man sowas sagen? „Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.“ O-Ton Philip Mißfelder, seines Zeichens Vorsitzender der Jungen Union, beim Frühschoppen eines CDU-Ortsverbands. Das gab natürlich gleich eins auf die Kappe, auch aus der eigenen Partei. Jetzt bemüht er sich um Schadensbegrenzung und
Große Aufregung, ja gar Empörung unter den FR-Leserinnen und -Lesern bescherte mir dieser Tage viele Leserbriefe zum Text „Keine Macht den Theologen“ von Arno Widmann, dem Chef des FR-Feuilletons, der in bekannt scharfer Tonart gegen die Organisation der theologischen Lehre in Deutschland anging. Ausgangspunkt war das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im
Wieder Spannungen im deutsch-polnischen Verhältnis, und wieder wegen einer Personalie, die in diesem Zusammenhang schon häufig führ Wirbel gesorgt hat: Trotz heftiger Kritik hat der Bund der Vertriebenen seine Präsidentin Erika Steinbach für den Stiftungsbeirat des geplanten Zentrums gegen Vertreibung nominiert. Diese Berufung sei, so der polnische Deutschland-Beauftragte Wladyslaw Bartoszewski,
12000 Dresdner demonstrierten gegen den Aufmarsch von 6000 Neonazis, die das Gedenken an das Bombardement Dresdens durch die Aliierten 1945 missbrauchten. Während der eigentlichen Demonstration blieb alles friedlich, aber danach zeigten die Rechtsextremen ihr wahres Gesicht und überfielen Busse der Gegendemonstranten, die auf der Rückfahrt waren. Dazu meinte Stefan Simon
Die Deutschen dopen sich für die Arbeit. Nicht nur mit Kaffee und Traubenzucker, sondern auch mit Medikamenten. Gedopt wird mit Anti-Depressiva, mit Präparaten gegen Aufmerksamkeitsstörungen, Demenz, Bluthochdruck oder Migräne. Es scheint relativ einfach, an diese Sachen ranzukommen; wenn sie nicht von Ärzten verschrieben werden, besorgt man sie sich über Bekannte