Der ethische Bankrott ist nicht mehr zu übersehen

„Dieser Mann ist eindeutig geisteskrank“, sagte kürzlich Ex-CIA-Chef John Brennan in einem Interview mit dem Mediendienst MS NOW über Donald Trump. Ahnten wir das nicht alle schon? Trotzdem ist Trump gewählter US-Präsident, und niemand hält ihn auf. Der Westen ist moralisch bankrott. Auch das konnte man schon ahnen.

Wenn man der These anhängt, dass die Völker sich jene in die Regierung wählen, die sie verdienen, kommt man zu einem vernichtenden Urteil über den Zustand der USA.

Erst fängt Donald Trump auf eigene Faust und ohne jegliche Rücksprache mit denen, die immer noch Verbündete der USA sind, einen Krieg mit dem Iran an. Er lässt bombardieren, was das Zeug hält.

Irankrieg: „Die Schäbigkeit der Mächtigen“, FR-Titel vom 13. April


Volle Breitseite gegen die Kriegstreiber

Bravo, Peter Rutkowski. Trotz einer für Europäer höchst willkommenen, dabei außergewöhnlich deutlichen Entscheidung der ungarischen Bevölkerung am Sonntag, nämlich weg vom Autokraten und hin zu (wieder) demokratischer Ausrichtung des Landes inmitten der EU, macht die FR auf der Titelseite deutlich, was ihm und anderen gegenwärtig viel wichtiger zu sein scheint und, aus meiner unbescheidenen Sicht, häufiger in Publikationen an prominenter Stelle zum Ausdruck gebracht werden müsste: Volle BREITSEITE gegen die Schergen in den USA, im Iran und in Israel. Der „lupenreine Demokrat“ (Zitat Gerhard Schröder) hätte hier gerne einbezogen werden dürfen…

Medien in Deutschland und überall sonst sollten sich ein Beispiel daran nehmen und sich ähnlich deutlich positionieren und Rückgrat zeigen gegen die „Führer“ der o.g. Länder und deren Missachtung der jeweils eigenen Bevölkerungen.

Edgar Frommeyer, Minden


Eine befreiende Klarheit der Sprache

Ich danke sehr für die „Schäbigkeit der Mächtigen“. Ich danke sehr für die Klarheit der Sprache, die Vermeidung des Understatements, die die USA und den Iran als „unerträgliche Regimes ohne prinzipiellen Friedenswillen“ bezeichnet, die gegen ihre gesellschaftliche Mehrheit den Krieg brauchen: für die schiitische Herrschaftslegitimation und Selbstverwirklichung und für die narzisstische Selbstbefriedigung Trumps tyrannischer „Raffgier und seines grenzenlosen Hasses auf die Welt“. Eine solche Sprachmacht befreit.

Wolfgang Schneider-Kroll, Euskirchen


Wie gefährlich ist „Dozing Don“?

Der 79 Jahre alte Präsident der USA schließt bei öffentlichen Auftritten wie Pressekonferenzen und Kabinettsitzungen oft über längere Zeit die Augen und scheint wegzudämmern. Das hat ihm bei der Presse den Spitznamen „Dozing Don“ = Dösen-der Donald eingebracht. Auch verliert er bei seinen Reden öfter den Faden, was nach Meinung von Experten Anzeichen einer Demenz sein könnte. Da der Präsident weniger öffentliche Auf-tritte wahrnimmt, wird über einen kognitiven Abbau spekuliert. Einige internationale Politiker sollen Trumps Geisteszustand als „gefährlich“ bezeichnet haben.

Und dies alles vor dem Hintergrund, dass die USA und Israel den gesamten Nahen Osten in Brand gesetzt und damit einen globalen GAU in Gang gesetzt haben. Noch sehr zögerlich ringt sich unsere Regierung zu der Tatsache durch, dass es sich um einen Völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelt. Auch stellt sich die Frage, wie stark wir schon in diesen Krieg verwickelt sind. So liefern wir Waffen an Israel und entsenden Soldaten dorthin. Die USA organisieren ihre Einsätze vom deutschen Stützpunkt Ramstein aus.

Trump wiederholt in seinen Reden immer wieder, dass er unge-bildete und erfolglose Menschen mag, weil das seinem Ego als Erfolgsmensch guttut. Es ist die Frage, ob diese seine Wähler-schaft überhaupt schlauer werden kann. Eigentlich ist ihr zu wünschen, dass Ihr Favorit die 4 Jahre aussitzt. Das Beispiel Amerika ist ein Fanal für alle rechtsradikalen Parteien und Re-gierungen. Sie enden in der Regel im Chaos von Kriegen.

Conrad Fink, Freiberg a. N.


Nichts weiter als eine überflüssige PR-Show

Verhandeln? mit gemeingefährlichen Psychoten? Nach Trumps Drohung, über Nacht die iranische Zivilisation zu vernichten, ist meines Erachtens, was nun in Pakistan unter dem Namen „Verhandlungen“ veranstaltet wird, nur eine weitere PR Show, die uns endgültig davon überzeugen soll, dass die einzigen Schuldigen an diesem „unvermeidlichen“ Krieg die Mullahs seien, und dass „gegen solche unverbesserlichen Sturköpfe notfalls jedes Mittel recht“ ist. Washington und Tel Aviv wollen uns damit ihren „besten Willen beweisen“, zum Wohl der Menschheit auf den jederzeit möglichen atomaren Holocaust zu „verzichten“. Wenn aber Teheran sich in Bälde „ein weiteres Mal vor aller Welt geweigert“ haben wird, sich den wertewestlichen „Heilsbringern“ Trump und Netanjahu zu unterwerfen? Werden die sich dann nicht „gezwungen“ sehen, „nichtsdestotrotz“ zu diesem „letzten Mittel“ zu greifen, schweren Herzens zwar, aber „für justice, freedom‘n‘democracy“…? Zumindest gehe ich jede Wette ein, dass gewisse bestens vernetzte, transatlantische Kreise bereits millionenschwere Wetten am Laufen haben, ob „Nukes“ überhaupt und wenn ja: an welchem Tag genau „nach den Verhandlungen“ zu ihrem „Einsatz für den Frieden“ kommen. Solcherlei entspricht voll und ganz dem Mix aus absolut gewissenloser Privatiers-Gier und geradezu psychotischem Zivilisations Triumphalismus, der im Westen tonangebend ist und seinen ethischen Bankrott bis zuletzt genauso wenig wahrhaben will wie den militärischen und volkswirtschaftlichen – „ums Töten nicht“, wie der Volksmund sagt.

Benjamin Kradolfer, Bellach (CH)


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