Blattkritik im Monat April 2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wie versprochen geht es gleich weiter mit unserer

Online-Blattkritik im März 2017

Sie können jederzeit Ihre Meinung zur FR sagen – öffentlich hier im FR-Blog. Haben wir Ihrer Meinung nach in einem Artikel nicht sauber genug zwischen Nachricht und Kommentierung unterschieden? Hätten wir Themen anders gewichten sollen? Fehlt gar etwas, was Ihnen wichtig ist? Was gefällt Ihnen an einer konkreten FR-Ausgabe besonders gut? Wollen Sie einen Fehler melden?

Im Jahr 2017 wollen wir monatlich Blattkritiken im FR-Blog machen. Da die Diskussionen dort 28 Tage lang offen sind, können Sie fast durchgängig Ihre Meinung zur FR sagen. Ausnahmen sind nur die Zeiträume, in denen das Blog urlaubsbedingt ruhen wird. Bascha Mika und Arnd Festerling von der Chefredaktion werden sich in der Diskussion zu Wort melden, wenn die Umstände es erfordern.

Interessiert? Dann machen Sie mit. Einfach die Kommentarfunktion benutzen — siehe unten am Ende des Diskussionsstranges. Eine kleine Einführung ins Kommentieren gibt es — HIER.

Ihr Bronski

24 Kommentare

  1. Anneliese Fleischmann-Stroh sagt:

    Samstag/Sonntag, 1./2. April
    Artikel zum 80. Geburtstag von Werner Spies:
    Ist es nicht sehr überheblich, Neo Rauch als Ostler zu bezeichnen?

  2. Roland Wolter sagt:

    Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass die FR keinen Südamerika-Korrespondenten mehr hat. Auch der für Mittelamerika zuständige Klaus Ehringfeld macht sich rar. Aktuelles beschränkt sich derzeit vorwiegend auf Agenturberichte. Das erscheint mir für eine überregionale Zeitung auf die Dauer nicht tragbar. Die fundierten Berichte von Wolfgang Kunath und in früheren Zeiten Romeo Rey werden schmerzlich vermisst.

  3. Rudi sagt:

    Mir als Mann ist es erst aufgefallen, als ich von weiblicher Seite darauf aufmerksam gemacht wurde: Die Sportseiten der FR sind extrem männerlastig. Die letzten Tage habe ich bewusst darauf geachtet. Ohne jetzt die Zeilen gezählt zu haben, ist mein Eindruck, dass 90 bis 95 Prozent der Berichterstattung über Sportereignisse und deren Kommentierung nur die Männerwelt betreffen. Diese Lastigkeit ist doch etwas verwunderlich angesichts des Selbstverständnisses der FR. In der Sportberichterstattung scheint nicht zu zuzutreffen, was etwa für die Chefredaktion gilt: Geschlechtergleichheit.

    Meine Vermutung, weshalb in der FR dieses Ungleichgewicht sich entwickelt und verfestigt hat, ist, dass vornehmlich über die Sportarten berichtet wird, die am meisten den Kommerz antreiben. Allen voran, und das mit großem Abstand, steht der Fußball. Das Brennglas der journalistischen Bemühungen ist auf den führenden Frankfurter Fußballclub gerichtet, der den Fake ‚Eintracht‘ im Firmenschild trägt. Alle diese männlichen Regungen, die in dieser Firma sich ereignen und über die geschrieben wird, mit Freude zu lesen, kann nur jemand, der gewohnt ist, in rot-schwarz-weißer Bettwäsche zu schlafen.

  4. Anneliese Fleischmann-Stroh sagt:

    (…)
    S. 29 vom 4.4.:
    hat einen Klassenkamerad geschubst

    (…) Passage gelöscht, Anm. Bronski. Bitte beachten Sie die Blog-Regeln!

  5. A.H. sagt:

    Am Wochenende hat die FDP den Entwurf für ihr Bundestagswahlprogramm vorgestellt und vorgestern „Die Linke“. Zu beiden Programmentwürfen findet sich in meiner Ausgabe der FR kein Wort.

    Das finde ich in einem Bundestagswahljahr für eine überregionale Tageszeitung ein wenig arg dünn.

    Noch etwas Grundsätzliches: Die Frankfurter Rundschau hat ja beschlossen, die Börsenkurse der allermeisten Aktien nicht mehr abzubilden. Daraus leite ich den Anspruch der Zeitung ab, sich nicht, wie viele andere Zeitungen im Wirtschaftsteil nicht zuletzt mit Unternehmensnachrichten sondern vielleicht eher mit der „volkswirtschaftlichen Seite“ der Wirtschaft zu beschäftigen (was die FR ja auch gut macht). Ich würde es dann aber konsequent finden, wenn Nachrichten über den Geschäftsverlauf bei irgendwelchen Unternehmen höchstens noch in der Rubrik „Nachrichten“ erscheinen und nicht mehr relativ groß aufgemacht, wie z.B. der Bericht über Heraueus heute auf Seite 13 oder der über Linde auf der gleichen Seite.

  6. maiillimi sagt:

    das interview mit g. rheuter in der fr vom 5.4. – wissenschaft – ist ein highlight…und ein muss fuer alle, die medikamente nehmen…und fuer all die, die aufgrund von (fehl-und fast-)diagnosen unsicherheiten, aengste und panik entwickeln.

  7. Peter Boettel sagt:

    Mein Dank an die FR und besonders an Bronski für die Gelegenheit zum Blogtalk sowie auch für die Hinweise in der Printausgabe der FR am 01.04.2017 auf das Buch.

    Ein weiterer Grund, der FR auch nach fast 40 Jahren Abo weiter treu zu bleiben.

  8. Karl Müller sagt:

    Hier:
    http://www.fr.de/rhein-main/kassel-kassel-gedenkt-der-nsu-opfer-a-1256162

    Gibt es schon in den ersten Sätzen ein bisschen zu viel Interpretationsfreudigkeit. Denn die es gibt keine TO-Spuren die die Anwesenheit der mutmaßlichen Täter belegt.

    Das die bisherigen Einlassungen des Zeugen T. nicht stimmig waren, hätte man schon nach dem Videos vom Ortstermin wissen können, stattdessen wurde die offizielle Darstellung weithin kritisch übernommen.
    Tatsächlich gibt es aufgrund des unsicheren Todeszeitpunkts noch eine Option. Der Y. wurde tatsächlich nicht im Lokal beschossen und dann an den Auffindeort verbracht. Was allerdings den ursprünglichen Verdacht der Beteiligung weiterer Zeugen begründen würde. Aber die einzige Option darstellt bei der der T. tatsächlich nichts bemerkt haben würde. Wen er durch den Vordereingang das Objekt verlässt, während der Geschädigte, durch wen auch immer, herein geschafft und abgelegt worden wäre.

  9. Rudi sagt:

    Ein Leserbriefschreiber (10.04.17) meint, die FR habe ungeprüft in einem Kommentar die Tatsache verbreitet, „dass das Assad-Regime für den Giftgasangriff verantwortlich sei.“ Die FR-Politikredaktion nutzt diesen Anwurf, um festzuhalten, dass sie sich auf die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London berufe. Diese sei halbwegs verlässlich. Nun, „halbwegs verlässlich“ ist ein Euphemismus für nicht zuverlässig. Es ist nicht nur die FR, die sich auf diese Quelle beruft, es sind die öffentlich-rechtlichen Medien und weitere Qualitätszeitungen mehrerer Länder, die auf das Portal des Bekleidungskaufmanns Osama Suleiman zurückgreifen, einem Syrer und Sunnit, der die Opposition unterstützt. Dass mit dieser Quelle eine – sagen wir – tendenziöse Berichterstattung und die daraus resultierende Meinungsbildung erfolgt, dürfte kaum von der Hand zu weisen sein. Auch Amnesty International nutzt diese Website für die Einschätzung der Lage. Der Einfluss Suleimans ist damit kaum zu unterschätzen. Er blickt als Gegner Assads auf den Syrienkonflikt und eine Vielzahl von Medien übernehmen seine Sichtweise. Der Name „Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ ist gut gewählt, gerade wenn man bedenkt, welche Ziele die Assad-Gegner verfolgen. Menschenrechte gehören dazu nicht zwingend.

    2012 schrieb die SZ noch von „öminöse(n) Protokollanten des Todes“. Wer sich mit der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte eingehend beschäftige, stoße auf ein kompliziertes Beziehungsgeflecht ominöser syrischer Nachrichten-Protokollanten. Ob sich dies geändert hat, ist zu bezweifeln.

    Eine Möglichkeit der Versachlichung der Berichterstattung wäre, die andere Seite ausführlicher zu Wort kommen zu lassen, die ihre Sichtweise auf die Ereignisse und die daraus zu ziehenden politischen Konsequenzen hat. Doch mit der Brille des derzeitigen Russland-Korrespondenten ist das nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Ja, ein bisschen mehr Mündigkeit sollten Sie Ihren Leserinnen und Lesern schon zutrauen.

    Quelle SZ: http://www.sueddeutsche.de/politik/syrische-beobachtungsstelle-fuer-menschenrechte-ominoese-protokollanten-des-todes-1.1522443

  10. Zu: Rasanter Wandel in der Energieerzeugung
    Ich habe inzwischen die Hoffnung aufgegeben, dass man bei Vergleichen die Stromerzeugung statt der Leistungen vergleicht. Was nützt mir bei Flaute die installierte Leistung?
    In dem Artikel wird die Agora Energiewende-Studie erwähnt, die einen Ausstieg aus der Kohleverstromung beschreibt.
    Warum wird aber vergessen, zu erwähnen, dass die Studie einen massiven Ausbau der Gaskraftwerke vorsieht. Bis 2040 sollen 20‘000 MW Gaskraftwerke zugebaut werden. Das sind etwa 30 Kraftwerksblöcke. Wo die gebaut werden sollen (gegen den Widerstand der Bevölkerung), wo das Gas herkommen soll, wo die Pipelines verlegt werden sollen, was dieser Strom dann kostet, alles das wird in der Studie nicht beantwortet.
    Wenn man die Genehmigungsverfahren und Bauzeiten in Deutschland kennt, sieht man, dass der Zeitplan bereits jetzt nicht eingehalten werden kann.

  11. Artikel: Gutes Klima für Terror
    In dem Artikel wird die Sahelzone und speziell der Tschadsee als Beispiel genannt wie der Klimawandel günstige Bedingungen für Terroristen schafft.
    In den letzten Jahren hat die Regenmenge in der Sahelzone aber wieder zugenommen, nachdem sie dramatisch abgenommen hatte. Es gibt Forscher die die Ursache in der Ausdehnung der tropischen Regenzonen auf Grund des Klimawandels sehen. Der Klimawandel könnte sich also durchaus positiv auf die Sahelzone auswirken. Geklärt ist die Situation jedoch noch nicht. Der Artikel ignoriert diese wissenschaftlichen Erkenntnisse.

  12. Anneliese Fleischmann-Stroh sagt:

    Ich kann nur immer wieder Rechtschreibfehler bemängeln.
    Die Überschrift eines dpa-Artikels: S. 36 am 19.4.:Interresse.
    Auf den Seiten 30/31 wird Rhyton einmal so und einmal Rython geschrieben.

  13. Zum Artikel: Noch eine Blamage
    Die Bundesrepublik ist verpflichtet den Anteil der erneuerbaren Energien am Verbrauch bis 2020 auf 18 Prozent hochzuschrauben, heißt es in dem Artikel. Nur am Verbrauch von was erfährt man nicht. Ist es der Stromverbrauch, der Primarenergieverbrauch, der Endenergieverbrauch?

  14. Anneliese Fleischmann-Stroh sagt:

    am 21. April:
    S. 31 Carl Phillipp von Greifenclau – laut wikipedia 3 Fehler: Karl Philipp von Greiffenclau
    S. 27 Radportidol
    S. 15 Tren-dumkehr

  15. Zum Artikel: „Wissen schafft Lösungen“
    Es heißt dort: „Die Forscher konnten auch nachweisen,..“ Nachweis wird hier sicherlich als Synonym für Beweis benutzt. Wieso kamem in meinem Physikstudium Beweise nicht vor und auch in meinen Physikbüchern finde ich nichts über Beweise. Ein Kollege fragte mich mal, woran Einstein erkannte, dass seine Relativitätstheorie wahr sei. Die Antwort ist, dass man in der Physik nichts beweisen kann und daher auch nicht wissen kann, ob es etwas wahr ist. Das macht auch nichts, weil es in der Physik nicht um Wahrheit geht. Wem es um Wahrheit geht, der muss Philosophie oder Theologie studieren.

  16. Karl Müller sagt:

    Zum Artikel:
    V

    Darin gibts eine Reihe sachlich falscher Behauptungen:

    – „RB“ rüsten nicht auf, sondern eine Reihe Legalbesitzer ist zu den Reichsbürgern übergetreten
    – „Maschinenpistolen“ und „Maschinengeehre“ gibts nur für Personen die eine KWKG Erlaubnis inne haben, hier gehts um Sportschützen/Jäger ohne solche Bewilligungsformen.

    Ansonsten gibt das WaffG alles her um hier die Unzuverlässigkeit entsprechender „RB“ nachzuweisen, natürlich ist das Sache eines ordentlichen Gerichts und nicht wie im Artikel suggeriert eine Entscheidung irgendwelcher Politikerdarsteller.

  17. JaM sagt:

    @ Henning Flessner am 24. April 2017 um 18:38

    Als vormals theoretischer Physiker kann ich ihrem Widerspruch gegen die Aussage „Die Forscher konnten auch nachweisen …“ nicht ganz zustimmen. Wenn Beobachtungen (d.h. Ergebnisse von Messungen) mit den Vorhersagen der Theorie übereinstimmen, kann man durchaus vom „Nachweis“ sprechen. Das ist natürlich kein mathematischer „Beweis“ einer Theorie. In diesem Sinn gibt es auch Tatsachen, wie etwa die, dass ein Stein auf der Erde zum Boden fällt und dass das Newtonsche Gravitationsgesetz diese Bewegung richtig beschreibt. Dies kann man als „wahr“ bezeichnen, auch wenn dieses Gesetz nur eine im bestimmten Bereich gute Näherung einer komplexeren Theorie ist. Ich würde durchaus auch als nachgewiesene Tatsache bezeichnen, dass sich die Erde um die Sonne bewegt und nicht umgekehrt. Oder sprechen Sie der Kirche der Zeit von Galilei das Recht auf alternative Tatsachen zu?

  18. @JaM
    Ich bin nicht der Meinung, dass man Theorien durch Messungen verifizieren kann. Ich glaube Positivisten sind dieser Meinung. Ich halte es mehr mit Karl Popper.
    Kopernikus konnte wohl noch der Meinung sein, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Spätestens seit Newton sollte man der Meinung sein, dass Erde und Sonne sich um ihren gemeinsamen Schwerpunkt drehen. Die „nachgewiesene Tatsache“, dass die Erde sich um die Sonne dreht, ist also falsch.
    Ein Kollege hat mich vor ein paar Jahren gefragt, woher Einstein wusste, dass seine Relativitätstheorie wahr ist. Ich war so verblüfft, dass ich ihn bitten musste, die Antwort auf den nächsten Tag zu verschieben. Meine Antwort ist, dass wir nicht wissen und nicht wissen können, dass physikalische Theorien wahr sind.
    Wenn wir wüssten, dass etwas wahr ist („The science is settled.“), dann könnten wir zumindestens in diesem Bereich die Forschung einstellen. Meine Befürchtung ist, dass man mit dem Anspruch auf Wahrheit lediglich seine Kritiker mundtot machen will.

  19. Bronski sagt:

    Die vorangegangenen drei Kommentare wurden in die Debatte über den „March for Science“ kopiert, wo die Diskussion über Wahrheit und Fakten besser aufgehoben ist.

    @ Karl Müller

    „Darin gibts eine Reihe sachlich falscher Behauptungen“

    Das ist sachlich falsch. Ihr erster Einwand steht nicht im Widerspruch zur Berichterstattung. Zu Ihrem zweiten: Es wird nirgends behauptet, dass die „Reichsbürger“ Maschinenpistolen oder gar -gewehre hätten.

  20. „Wenn der Bock gärtnert“
    ist, wenn eine Soziologin schreibt, dass ein Kraftwerk die Netze blockiert.

  21. Brigitte Ernst sagt:

    Der heutigen Kolumne von Katja Thorwarth kann ich zwar inhaltlich zustimmen, aber leider hat sie sich im vorletzten Absatz beim Satzbau völlig vergaloppiert.
    „Aber dies zur Kenntnis zu nehmen, setzte die Bereitschaft einer Akzeptanz aller Menschen gleichgültig ihrer sexuellen Präferenz voraus.“

    Nach „gleichgültig“ folgt nicht der Genitiv, sondern ein Nebensatz, eingeleitet mit „ob“ oder „wie“. Also etwa: „…gleichgültig, wie ihre sexuelle Präferenz aussieht.“

    Der folgende Satz ist kaum verständlich: „Tolerieren ist gemäß Winterhoff erlaubt, wobei Toleranz analog zur Duldung von etwas zu verstehen ist, das man nicht zu verhindern vermag“. Ich vermute, sie meint: „…wobei Toleranz analog zur Duldung ALS etwas verstanden wird, das man nicht zu verhindern vermag.“
    Der folgende Relativsatz – der im Übrigen besser mit Komma angeschlossen würde, da es sich nicht um einen vollständigen Satz handelt – müsste dann heißen: „Und DAS (nicht die) jene anti-emanzipatorische Ausgrenzung in sich trägt, die es braucht, um Heterosexualität als höherwertig zu behaupten.“ Denn der Relativsatz hängt vom Wort „etwas“ ab und nicht von „Duldung“ oder „Toleranz“.

  22. Brigitte Ernst sagt:

    Im heutigen Leitartikel, dem ich inhaltlich zustimme, unterläuft Daniela Vates ein Grammatikfehler, der seit einigen Jahren nicht nur in der FR in Mode gekommen ist: Offenbar verwirrt von der in der Umgangssprache üblichen grammatikalisch falschen Verbindung des Verbs „auf etwas stehen“ mit dem Akkusativ („er steht auf sie“) mit der Bedeutung „er mag sie“, wird die entsprechende Konstruktion auch beim Verb „auf etwas bestehen“ verwendet. So kommt Frau Vates zu der Textpassage im letzten Absatz: „Also: Benachteiligungen benennen und bekämpfen, Chauvinismus nicht als liebenswerte Schrulle abtun, auf gleiche Bedingungen bestehen,…“. wo es heißen müsste: „auf gleichen Bedingungen bestehen“.

  23. A.H. sagt:

    Guten Tag !

    Auch wenn die „neue Blattkritik für den Mai 2017“ schon online ist, würde ich gerne noch einmal auf ein paar Artikel aus dem Monat April zurückkommen.

    (…)

    Der Rest des Kommentars wurde in die Blattkritik April verschoben: –> HIER.
    Gruß, Bronski

  24. A.H. sagt:

    Die Artikel („Investieren und Reformieren“ von Thorsten Knuf am 25. April 2017 sowie die beiden Artikel von Axel Veiel „Zurückhaltend präsent“ und „Schillernd und obskur“ beide in der Ausgabe vom 28. April) befassen sich mit dem Präsidentschafswahlkampf in Frankreich.

    Bei beiden Artikeln handelt es sich wohlgermerkt um Berichte und nicht um Kommentare. Das muss man vorab sagen, denn wenn man die Artikel liest, muss man zu der Überzeugung kommen, dass die Artikel sehr parteiisch sind.

    Thorsten Knufs Artikel ist ja schonmal „positiv“ überschrieben, denn „investieren“ und „reformieren“ klingen durchweg positiv. Dann schreibt der Autor. Das Programm (soweit es denn existiert) von macron wird aber nicht wirklich kritisch hinterfragt (oder eben nicht vollständig dargestellt). Herr Knuf weist zwar darauf hin, dass Macron 60 Mrd. Euro in den kommenden 5 Jahren einsparen möchte, die einzige im Artikel konkret benannte Maßnahme ist dann aber die Streichung von 120.000 Stellen im öffentlichen Dienst (die ja in der Öffentlichkeit immer gut ankommt). Ansonsten werden in dem Artikel lediglich Wohltaten kolportiert: 50 Mrd Euro sollen in den nächsten Jahren investiert werden, in so schöne Dinge wie erneuerbare Energien, Infrastruktur, Modernisierung etc., die Unternehmenssteuern sollen gesenkt werden, gleichzeitig sollen die Sozialabgaben für Arbeitnehmer gesenkt werden und Geringverdiener mehr Geld bekommen.

    Da stellt man sich doch die Frage, wie das alles finanziert werden soll bzw. ob Macron sich dazu nicht konkret äußern möchte, was das Programm aber in beiden Fällen unseriös erscheinen lässt.

    Allen wohl und niemand wehe funktioniert in der Politik nicht und wenn man das nicht hinterfragt, dann ist das für mich kein guter bzw. objektiver Journalismus.

    Noch etwas offensichtlicher macht Axel Veiel Stimmung (kann man leider nicht anders sagen) für Macron.

    Während Macron eine Frau an seiner Seite weiß, die deutlich jünger aussieht als ihre 64 Jahre (worüber man sicher streiten kann, was aber eigentlich auch vollkommen unnteressant ist) und „gekonnt nachlässig gekämmt“ ist und sich Axel Veiel sicher ist, dass sich Frau Macron als „Premiere Dame“ Präsenz zeigen würde, „ohne sich in den Vordergrund zu drängen“ (wie kommt Herr Veiel nur darauf?), hat Le Pen das Pech mit einem Gatten verheiratet zu sein, der laut Artikelüberschrift „schillernd und obskur“ ist. Wie Herr Veiel insbesondere zu dem Urteil kommt, dass Aliot „obskur“ ist, lässt sich aus dem Artikel leider nicht entnehmen (dabei hat er laut Bild sein Haar auch „gekonnt nachlässig gekämmt“:-).

    Mal abgesehen davon, dass die Ehegatten für die Eignung der Kandidaten für das Präsidentenamt eher vernachlässigbar ist (und daher die Artikel von Herrn Veiel bestenfalls in die Rubrik „Panorama“ (und nicht Politik) gehört hätte, gibt es doch diesen schönen Spruch von Hajo Friedrichs, dass sich guter Journalismus mit keiner Sache gemein machen sollte (auch nicht mit einer guten).

    Mir kommt es so vor als ob die FR diesen Grundsatz in der Berichterstattung über Macron nicht so ganz beherzigt – und das finde ich schon ärgerlich.