Hinterher hätten wir schlauer sein können

Das dritte Hochwasser in diesem Jahr – und wir scheinen uns schon an die Bilder gewöhnt zu haben. Doch während wir es in unseren Fernsehsesseln bequem haben, sind Menschen in den Fluten gestorben, jetzt auch wieder im Süden Deutschlands, Existenzen wurden vernichtet, Dörfer verwüstet. Kein Zweifel: Die Zahl der Extremwetter nimmt zu. Und was dagegen unternommen wird, ist nicht genug.


Lasst uns gemeinsam Lösungen suchen

Mit der Überschrift von der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau: „Die neue Normalität“ kam mir die Idee für eine Veränderung – wenigstens in der Redeweise von Politik und Medien.
Gestern, in der Talkrunde von Caren Miosga sollte es darum gehen, wie anders geredet werden könne, um in der aggressiven, enttäuschten, überforderten Bevölkerung in unserem Land Narrative „anzubieten“, die weniger zu Gewalt und Hass beitragen könnten. Eine Entschuldigung von Minister Habeck zu der Zumutung, die die Energiesparbelastung für uns bedeutet (an die erinnert wurde), ändert noch nicht genug. Auch die hilfreiche, verständliche Erklärung von Herrn Laschet zu einem Foto von ihm (das gezeigt wurde) während der Katastrophe im Ahrtal, ist noch nicht alles.
Hört auf damit, Euch gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben für die kleinen und riesengroßen Fehler und Versäumnisse. in Vergangenheit und Gegenwart, und nur die Fehler hämisch herauszustellen. Hört auf damit, sie ständig einzelnen Verantwortlichen und den anderen Parteien anzulasten.
Lasst uns gemeinschaftlich für die Probleme, Kriege und Katastrophen der Gegenwart jetzt realistisch und demütig verantwortliche Lösungen suchen und wagen. Die Bilder und Berichte von gegenseitiger Hilfe vieler Einzelner in den Katastrophengebieten sind zurzeit ein gutes, sinnvolles Beispiel. Auch wenn wir hinterher immer noch schlauer hätten sein können.

Ulrike Finke, Hamburg

Feuchte Lemminge mit großem Anlauf

Hochwasser. Mal wieder. Hm. Weiß auch nicht. Vielleicht doch Tempolimit? Besser noch flächendeckend kostenloser öffentlicher Nah- und Fernverkehr? Sojawurst statt Wurst aus einer geschundenen tierischen Kreatur?
Der Bundeskanzler besucht das Überschwemmungsgebiet. Vielleicht fällt ihm ja was dazu ein. Außer Danke zu sagen an die Retter und Beileidsbekundungen zu kredenzen für die Angehörigen der Opfer der Nicht-Klimaschutz-Politik. Am besten sollte er alle FDP-Mitglieder mitnehmen. Manchmal hören die Alkis auf zu saufen, wenn sie auf der Parkbank gelandet sind. Möglicherweise hilft bei gelernten Politikern auch der Realitätsschock.
Und in Aurich wurde Freitag nicht für Klimaschutz demonstriert? Auch nicht in Norden, Emden, Leer oder Wittmund? Nirgends in Ostfriesland? Man hätte dafür ganz nach Wilhelmshaven fahren müssen? (Laut Internet.) Da springen gerade ganz viele feuchtfröhliche Lemminge mit Anlauf den Abhang herunter. Lassen sich nicht stören bei ihrem Selbstmord. Tot wollen sie nicht sein. Aber auf den Absprung verzichten auch nicht.

Ralf-Michael Lübbers, Marienhafe

Mitverantwortlich für die Stimmung im Land

Der Bericht zur „Flut in Süddeutschland“, geschrieben von 3 Journalisten, beginnt mit:„ Auch im Katastrophengebiet macht Olaf Scholz das, was er gut kann: Im Ungefähren bleiben.“
Diesem Stil folgend wird dann beklagt das der Bundeskanzler nicht sofort einen Scheck ausstellt oder noch besser (vermutlich) den Geldbeutel öffnet und jedem Betroffenen ein paar Tausend Euro aushändigt. Was erwarten die Berichterstatter?
Diese Art der Berichterstattung, egal zu welchem Thema, ist leider z.Zt. symptomatisch für große Teile der Presse, sei es in Funk, Fernsehen oder auch analogen/digitalen Presse.
Ich frage mich, ist es den Journalisten eigentlich bewusst, dass sie einen Großteil der negativen Stimmung im Land, den Zulauf der AFD bis hin zu Gewalttaten zu verantworten haben?
Von einer seriösen Zeitung wie der FR erwarte ich eigentlich mehr Sachlichkeit und klare erkennbare Trennung zwischen Berichterstattung und Meinungen/Kommentaren.
Politikerschelte dieser Art sollte man der Zeitung mit Großbuchstaben überlassen.

Karl-Leo Schlicht, Mengerskirchen

Das Klima gibt eine klare Antwort

Auf einem Stellschild der CSU zur Wahl ist zu lesen: „Auto ja – Verbrenneraus nein“. Das Klima antwortet darauf, indem das Hochwasser dieses Stellschild wegschwemmt.

Martin Ketels, Hamburg

Lindners Sparkurs belastet kommende Generationen

Fast täglich wird in den Nachrichten über Katastrophen berichtet, die dem Klimawandel geschuldet sind. Neben den menschlichen Schicksalen und den Schäden an der Natur werden allein die sächlichen Klimafolgeschäden in Deutschland für die Jahre 2018 bis 2022 auf 80 Milliarden Euro geschätzt. Die Schäden werden massiv zunehmen, da durch die Erwärmung der Weltmeere viel mehr Wasser verdunstet. Dieses bringt uns durch die bei uns vorherrschenden Westwinde mehr Starkregen, wie wir dies dieses Jahr beobachten mussten.
Tragen müssen dies alle Bürger, ob als Mieter oder Hausbesitzer z.B. durch die stark ansteigenden Wohngebäudeversicherungen, von den menschlichen Schicksalsschäden ganz abgesehen.
Es braucht nicht viel dazu, zu erkennen, dass jeder Euro, der in den Klima- und Katastrophenschutz gesteckt wird, in der Zukunft ein vielfaches an Folgekosten erspart. Die jetzige Sparpolitik der Bundesregierung, bzw. des Finanzministers belastet damit die nächsten Generationen nicht nur finanziell erheblich. Dies sollten bei den anstehenden Wahlen nicht nur die Klimaleugnerpartei, sondern auch die hauptsächlich für diesen verfehlten Sparkurs verantwortlichen Parteien zu spüren bekommen.

Wolfgang Jeensch, Büdingen

Fast täglich wird im Fernsehen über extreme Unwetter berichtet. So war Anfang Mai in Brasilien Südens die Millionenstadt Porto Alegris mehr als 100 Zentimeter hoch überflutet. Und es regnete weiter. Behörden und Klimaschützer führen diese Klimaveränderung durch den CO2 – Ausstoß der Industrieländer zurück. Daran habe ich Zweifel, vielmehr glaube ich, dass dieses Unwetter hausgemacht sind. Zu Zeiten des letzten Präsidenten Bolsenaro um 2019, ließ dieser im großen Stil den Regenwald des Amazonas abholzen, um Viehzüchter und Farmer Platz zu machen für Rinderherden und Soja- Anbau. Zudem wurden große Waldflächen verbrannt. Durch die Verbrennung von Holz entsteht CO2 und weiter lässt die große Hitze extrem viel Wasser verdunsten. Auch im vergangenem Jahr brannten die Wälder in Griechenland. Auch hier folgten wenige Wochen später extreme Regenfälle für Überflutung. Wer daran Zweifel hat, möge einen tiefen Teller mit Wasser füllen und diesen bei Sonnenschein am Morgen in die Sonnen stellen. Am Abend ist der Teller leer – das Wasser ist verdunstet ! – Und dort, wo große Mengen an Wasser verdunsten, kommt das auch anderswo wieder vom Himmel herunter. Im letzten Jahr wurde das Ahrtal etliche Meterhoch überflutet. In Deutschland begannen in diesem Jahr die extremen Regenfälle mit Überflutungen Mitte April in Rheinland Pfalz und setzten sich jetzt in Bayern und Baden Württemberg fort. Diese Wetterereignisse sind auf den Einfluss der Sonne zurück zuführen. Seit Jahren berichten Sonnenforscher davon, dass die Sonne extrem wärmer geworden ist. Es kommt zu Sonnenexplosionen, wobei Teile der Sonne mehr als 100 Millionen Kilometer ins All geschleudert werden. Dadurch bedingt erwärmen sich die Weltmeere. So war Mitte Dezember 2023 das Arabische Meer ( Südspitze Indiens ) 33 Grad C warm. Erfrischend war das nicht mehr ! Und wo das Wasser wärmer wird als üblich verdunstet auch mehr Wasser ! Seid ich zurück denken kann kam das Sonnenwetter aus dem Süd- Westen immer als ein Azoren- Hoch. Jetzt kommen von dort wassergeschwängernde Wolken.

Jürgen Hempel, Lüneburg

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14 Kommentare zu “Hinterher hätten wir schlauer sein können

  1. zu:Mitverantwortlich…
    Der Schreiber spricht mir aus dem Herzen: Große Mitverantwortung für die „schlechte Stimmund im Land“ hat Presse und TV . Seit Monaten wird die Regierung als unfähig geschildert. Ich stimme Karl-Leo Schlicht voll zu.

  2. zu @ Ralf-Michael Lübbers
    Ja auf den Absprung verzichten sie auch nicht. Das ist einfach derzeit so und wird sich erst langfristig ändern. Ich habe unser Haus umgebaut. Mit E_Auto Wärmepumpe u.s.w und werde schon darauf angesprochen. Es geht da aber immer um Euro. Ich kann mich nur an einen Fall erinnern bei dem es um KWh ging aber auch da nicht um welche. Was ich damit sagen will ist das den Klimawandel eigentlich nur eine Minderheit von 20-30% überhaupt interessiert. Vor allem will man auf nichts verzichten, das mach ich aber eigentlich auch nicht, und es darf nichts kosten. Das den Politikern vorzuwerfen ist falsch. Sie wollen wieder gewählt werden und machen deshalb in der Frage was das Volk will. Es fehlt bei der großen Mehrheit an Einsicht. Man kann nur hoffen das sich das ändert. Die Politik reagiert darauf indem die Parteien versuchen die Grünen zu meiden wie man das bei uns in Hessen derzeit ja sehr deutlich sehen kann. In der nächsten Bundestagswahl wird eine Mehrheit versuchen den Klimawandel abzuwählen. Wie lange es dauern wird bis diese Mehrheit merkt das es so nicht geht ist nicht vorherzusagen.

  3. Moin hans,

    Sie schreiben: „Ja auf den Absprung verzichten sie auch nicht. Das ist einfach derzeit so und wird sich erst langfristig ändern.“

    Wenn sich erst langfristig etwas ändert, ist es zu spät. Wir Menschen können zwar die Erde zum Kochen bringen, aber nicht abkühlen. Wenn Kipppunkte überschritten werden (zum Beispiel Methanfreisetzung durch Abschmelzen des früher ewig genannten Eises in Sibirien), kommen die Erde erhitzende Prozesse in Gang, die sich gegenseitig verstärken und nicht mehr rückgängig zu machen sind. Mir fällt noch ein, was der Wirtschaftswissenschaftler Keynes zu dem von Ihnen erwähnten Begrif meinte: „Langfristig sind wir alle tot.“ Schade.

    hans: …“den Klimawandel eigentlich nur eine Minderheit von 20-30% überhaupt interessiert.“

    Das ist interessant. Und wenn es stimmt bedrückend. In welchen Quellen haben Sie diese Zahlen gefunden?

    hans: „Vor allem will man auf nichts verzichten, das mach ich aber eigentlich auch nicht, und es darf nichts kosten.“

    Ich verzichte auf Einiges, habe aber nicht das Gefühl, auf etwas zu verzichten. Also, es tut mir nicht leid, daß ich bestimmte Dinge nicht tue oder konsumiere. Ich habe zum Beispiel nie geraucht. Natürlich weiß ich nicht, was ich damit verpaßt habe, Aber so toll kann`s nicht sein, muß irgendwas unterhalb Orgasmus sein. Ich esse keine Tiere, aber was ich esse, schmeckt mir. Ich weiß, das ich hier nichts verpasse, weil ich bis zum 26. Lebensjahr (leider) Tiere gegessen habe. Ich fliege nicht aus privaten Gründen, und ich mache keinen Urlaub auf Kreuzschiffen. Stattdessen wandere ich in den Alpen. Und dort fahre ich mit Öffis hin. Oder fahre mit dem Rad im Saarland rum (wo unser Sohn studiert hat). (Und wenn ich fliegen muß, genieße ich den Schub beim Start und den Blick nach unten). Ich sitze gerade auf einem superbequemen Fernsehsessel, schaue einen Krimi aus dem Saarland und schreibe diese Zeilen, das Notebook auf den Oberschenkeln. Ich war noch nie in New York, mir reicht Paris und Florenz (was man mit dem Zug erreichen kann). Ich muß nicht mit einem U-Boot zur Titanic, mit einem Raumschiff zum Mond oder ins All, was sich manche Milliardäre leisten. …

    hans: „Das den Politikern vorzuwerfen ist falsch. Sie wollen wieder gewählt werden und machen deshalb in der Frage was das Volk will. Es fehlt bei der großen Mehrheit an Einsicht.“

    Von jemandem, der sich für Politik interessiert, erwarte ich, daß er oder sie sich für politische Ziele interessiert und sich für das Erreichen dieser Ziele einsetzt. Wer nur in die Politik geht, um gewählt zu werden und Ämter zu haben, ist für mich kein Politiker. Sondern- um Herbert Wehner zu zitieren- ein „freischwebendes Arschloch“. Wenn jemand bei uns in Aurich Karriere machen will, geht er in die SPD. Wenn jemand im benachbarten Emsland Karriere machen will, geht er in die CDU. Das kann`s ja nicht sein. Entweder bin ich sozial oder konservativ (um es verkürzt auszudrücken), dann setze ich mich für soziale oder eben konservative politische Ziele ein. Und mache das nicht abhängig davon, wo ich wohne und wie ich gewählt werden könnte.

    Olaf Scholz, der aus populistischen (genauer: rechtspopulistischen) Gründen kriminell gewordene Ausländer in Kriegs- und Folterstaaten zurückschieben will ist für mich ein …ja, wie Herbert Wehner sagen würde. (Natürlich müssen Verbrechen angemessen bestraft werden. Folter und Todesstrafe sind nie angemessen.) Anderes Thema.

    Was ich bisher geschrieben habe ist eher Geschwafel. Die entscheidende Frage ist: Warum interessieren sich nicht genug Menschen für die menschengemachte Klimahölle (was heißt Klimawandel? Wohin wandelt es? In eine gute Zukunft oder in eine schlechte, mal so, mal so; es ist eine m e n s c h e n g e m a c h t e K l i m a h ö l l e!!) Und was nützt Interesse oder Desinteresse? Ich interessiere mich für Nicole Kidman? Was nützt mir das? Ich glaube nicht, daß wir mal einen Kaffee zusammen trinken werden. Nur weil ich mich für sie interessiere. Die noch entscheidendere Frage ist: Wer macht was gegen uns alle bedrohende menschengemachte Klimahölle? Und wer unternimmt nichts dagegen? Und warum nicht. Die meschengemachte Klimahölle ist d a s Thema überhaupt (neben der Tatsache, daß es Atombomben gibt und totalitäre Diktatoren). Warum tun Politiker nichts, um „Schaden vom Volk“ abzuwenden? Das ist ihre Pflicht. Das werfe ich ihnen vor, also jenen, die sich nicht für die wichtigen Menschheitsthemen einsetzen.

    Hier die Antwort: Big oil. Lobbyismus. Korruption. Werbung. Neoliberalismus (also Marktradikalismus).

    hans: „In der nächsten Bundestagswahl wird eine Mehrheit versuchen den Klimawandel abzuwählen.“

    Wenn man den Klimawandel (also die menschengemachte Klimahölle) abwählen kann, bin ich dabei.

    hans: „Wie lange es dauern wird bis diese Mehrheit merkt das es so nicht geht ist nicht vorherzusagen.“

    Das ist eine sehr wichtige Anmerkung von Ihnen, hans. Ja, es ist nicht einfach. Der Klimawandel steht nicht zur Wahl, kann also weder gewählt noch abgewählt werden. Es ist komplizierter. Für mich ist (neben totalitären Diktaturen) das Kernproblem der Marktradikalismus. Die Menschen müssen erkennen, daß Marktradikalismus allen schadet, letztlich auch den kurzzeitig von ihm Profitierenden. Marktradikalismus ist ein Systemfehler. Es geht in diesem System nicht um Güter und Dienstleistungen zum Nutzen der Menschen, sondern um Profit um des Profits willen. Um Ferraris für Ferrari-Besitzer. Perfiderweise kann sich dieses System selbst erhalten. Weil Reiche mehr Einfluss nehmen können auf die Politik als Arme, dadurch reicher werden und noch mehr Einfluß auf die Politik ausüben können.

    Es gibt eine bewährte Alternative (keine Utopie): Ökosoziale Marktwirtschaft und ungesponserte Demokratie. Jene Politiker, die 99 % der Bevölkerung vertreten, müssen das wissen. Und jene unteren 99% der WählerInnen ebenfalls.

  4. Sobald das Problem mit der menschengemachten Klimahölle gelöst ist, fliege ich mit der reaktivierten Concorde nach New York. Mich interessiert schon, ob New York ähnlich hübsch ist wie Hamburg und Paris. Und vielleicht läuft mir ja Frau Kidman über den Weg.

    Also: Alle mitmachen bei (ich zitiere mich selbst): „Vielleicht doch Tempolimit? Besser noch flächendeckend kostenloser öffentlicher Nah- und Fernverkehr? Sojawurst statt Wurst aus einer geschundenen tierischen Kreatur?“ Sonst wird das nix mit New York. In diesem meinem Leben.

  5. zu @ Ralf-Michael Lübbers
    In welchen Quellen haben Sie diese Zahlen gefunden?
    https://www.nzz.ch/panorama/zahlreiche-menschen-wollen-nach-eigenen-angaben-fuer-klimaschutz-zahlen-ld.1794683
    Wie in dem Link auch steht gibt es nicht wirklich belastbare Zahlen bei dem Thema. Meine Schätzung beruht auf Erfahrungen aus meinem Umfeld wie ich es auch schon geschrieben habe und dem Verhalten von Politikern. Wenn Söder und Merz die Grünen als Hauptgegner benennen dann hat es dafür einen Grund. Genauso wenn die Union die Grünen aus der Landesregierung in Hessen raus schmeißt. Oder wenn eine solch unsinnige Kampagne gegen das Heizungsgesetz möglich ist. Die hat das Volk nämlich gerne angenommen. Das sind für mich alles Indizien das es mit der Begeisterung für Klimaschutz nicht weit her ist und man damit kein Wahlen hier im Land gewinnen kann.
    Warum Menschen in die Politik gehen? Mich erinnert das an meine Zeit als Betriebsratsmitglied. Da wurde nicht nur mir einfach unterstellt ich mache das nur wegen der Vorteile die man als solches hat. Ich würde zwar für mich in Anspruch nehmen dass das nicht stimmt habe aber gelernt das es kein kleiner Prozentsatz ist für den das zutrifft. Ist vielleicht auch einfach nur menschlich.

  6. @hans:

    Interessant ist, ob Menschen, die aufgrund der menschengemachten Klimahölle „Haus und Hof“ verlieren oder das Leben oder die Gesundheit von Angehörigen, anders wählen als nicht davon persönlich Betroffene. Und gegebenenfalls wie lange sie anders wählen. Und ob sie sich umweltschonender verhalten oder nicht. Ob es Unterschiede in den sozialen Schichten gibt. Und ob es Unterschiede gibt zwischen den Menschen in Industrie- und in den deprivilegierten Staaten, auch was die Schichten betrifft (wobei die unteren Einkommensschichten sich wohl kaum umweltschonender verhalten können, als sie es schon tun, weil sie ja armutsbedingt den Konsum gar nicht runterschrauben können). Oh, ein elaborierter Satz, sorry.

  7. @ Karl- Leo Schlicht und Angelika Rühl-Lange

    Sie schreiben: „Große Mitverantwortung für die „schlechte Stimmund im Land“ hat Presse und TV . Seit Monaten wird die Regierung als unfähig geschildert.“

    Beim Klimaschutz versagt diese Regierung. Sie unternimmt nicht genug, damit die deutschen Treibhausgasemissionen so schnell so stark sinken, daß von unserem Land keine menschengemachte Klimahölle verursacht wird. Sie tut entweder nicht genug, weil der Kanzler und seine Minister:innen die Problematik nicht verstehen (werden zu viele Treibhausgase freigesetzt, setzen nicht wieder rückgängig zu machende positive Rückkopplungen ein, also sich selbst verstärkende Prozesse, wie die Freisetzung des sehr treibhausgasaktiven Methans beim Schmelzen des sibirischen Eises aufgrund der bisher schon temperaturerhöhenden Treibhausgase). Dann sind der Kanzler und die Mitglieder seiner Regierung zu dumm. (Ich selbst habe mich in der Oberstufe sehr schwer getan mit dieser Infenitesimalrechnung.) Oder diese setzt bewußt falsche Prioritäten. Das wäre noch weniger Klasse.

    SPD und Grüne versagen außerdem bei ihren politischen Kernkompetenzen. Beide Parteien handeln weder sozial noch ökologisch. Das kann an dem Koalitionspartner FDP liegen, der marktradikal denkt und handelt. In einer Koalition müssen nun mal Kompromisse geschlossen werden, und im Falle der aktuellen Bundesregierung waren es halt -in meinen Augen- sauschlechte Kompromisse. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob eine rotgrüne oder grünrote Alleinregierung (wenn sie die Mehrheiten hätte) eine andere, bessere Politik machen würde. Sie war unter gerd schröder nicht weniger unsozial als die FDP heute. Sie müßte erstmal beweisen, daß sie ökosoziale Politik kann.

    Ich bin übrigens im Mai 1993 pünktlich zur damaligen Zustimmung der SPD zur Drittstaatenregelung unter Protest aus der SPD ausgetreten, habe seitdem grün gewählt, bin sinnigerweise 1998 Bündnis90/Die Grünen beigetreten und aus Protest gegen die Agenda 2010-Politik sinnigerweise 2010 wieder ausgetreten. Ich habe nichts gegen sozialdemokratische und grüne Politik. Ich sehe sie nur weder bei Bündnis90/Die Grünen noch bei der SPD verwirklicht.

    (Mein Kompromiss besteht darin, daß ich Bündnis90/Die Grünen wähle als geringsten Übel und bei der Europawahl kann man wohl auch Die letzte Generation wählen, werde ich wohl machen.)

    Summa sumarum: Die Presse und das Fernsehen haben es richtig gemacht. Sie hat ihren Finger in die richtigen Wunden gelegt. SPD und Grüne müssen in Zukunft wieder die Politik machen, die ihre Aufgabe und Kernkompetenz ist. Umverteilung von oben nach unten. Treibhausgase so schnell und stark runter, daß die Klimahölle Science fiction bleibt.

    Zum Schluß: Was mich wirklich anwidert ist das rechtspopulistische Gebaren von Olaf Scholz wegen des Mordes (oder Todschlags) eines Polizisten durch einen Afghanen. Verbrechen müssen angemessen bestraft werden. Das bedeutet im oben genannten Fall wahrscheinlich lebenslang Gefängnis, gegebenenfalls mit anschließender Sicherheitsverwahrung (ich bin kein Jurist). Doch auch ein Mörder hat ein Recht auf Leben und darf nicht in ein Land abgeschoben werden, wo ihm die Todesstrafe oder Folter droht. So etwas zu fordern ist schlimmster Rechtspopulismus. Finger in die Wunde.

  8. Nun sind einige, die von uns gewählten Gummi-Stiefel-Politiker wieder einmal in den Hochwassergebieten unterwegs. Ich sehe da eine große Betroffenheit (bloß nicht lächeln) in deren Gesichtern und höre erneut diese Versprechungen, dass unbürokratische Hilfe meist in Form von Gelder anrollen soll. Denke ich nun an das Ahrtal, dann kommen mir da doch einige Bedenken.
    Wer so ganz nahe am Wasser baut, der muss mit Überschwemmungen rechnen, das ist so und das wird auch weiterhin so sein; die Städte Regensburg oder Passau bei uns in Bayern sind immer wieder davon betroffen. Natürlich ist das alles furchtbar schlimm und äußerst tragisch, aber mit dem Klimawandel hat das für mich rein gar nichts zu tun.

  9. @Klaus P. Jaworek:

    Sie schreiben:

    „Wer so ganz nahe am Wasser baut, der muss mit Überschwemmungen rechnen,…aber mit dem Klimawandel hat das für mich rein gar nichts zu tun“ (die Überschwemmungen).

    Die menschengemachten Treibhausgasemissionen lassen die Durchschnittstemperatur an der Erdoberfläche ansteigen. Je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasser (Feuchtigkeit) kann sie aufnehmen. Je feuchter die Luft ist, desto heftiger fallen Niederschläge aus, desto heftiger Überschwemmungen. Das sind Fakten. Diskussion überflüssig.

  10. Jawohl Herr Lübbers, das sind ihre Fakten, die sie sich auch irgendwo angeeignet haben.
    Jeder sucht sich eben das heraus, was einem ins Konzept passt und dann ist alles fertig, dann ist für Sie jede Diskussion überflüssig!
    Jeder macht seine eigenen Fehler, dafür ist diese Fehlermacherei auch da, um eben daraus zu lernen.
    Ich mag einfach diese Schwarz-Weiß-Malerei nicht, das hat für mich rein gar nichts mit echter Demokratie zu tun, diese schablonenhafte Denkerei, diese Besserwisserei!

  11. @Jaworek Klaus P:

    Sie schreiben: „Jawohl Herr Lübbers, das sind ihre Fakten, die sie sich auch irgendwo angeeignet haben.“

    Ja, ich habe mir mit der Aneignung dieser Fakten mein Abitur und mein erfolgreich abgeschlossenes Medizinstudium zusammengebastelt.

    Sie sind Künstler?

    Sie meinen, es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Fähigkeit von Luft, Wasser aufnehmen zu können, und der Temperatur dieser Luft? Darüber wollen Sie diskutieren? Über Naturgesetze?

    In einem gebe ich Ihnen recht. Die Wahrheit zu erkennen, „das Ding an sich“, ist schwierig. Als Jugendlicher hat mich folgender Satz von Immanuel Kant sehr beeindruckt und beeinflußt:

    „Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, würden sie urteilen müssen, die Dinge, welche sie dadurch erblicken, seien grün. Und nie würden sie entscheiden können, ob das Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es ihnen nicht etwas hinzufügt, was nicht den Dingen, sondern dem Auge gehört. Genauso ist es mit dem Verstande. Wir wissen nicht, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist oder ob es nur so scheint.“

    Da wir „das Ding an sich“ nicht kennen, müssen wir sehen, wie wir hier auf diesem Planeten am besten zurecht kommen. Wir können auf die Naturgesetze pfeifen. Ich selber schwebe zum Beispiel gerade an der Decke, um den besten Überblick zu bekommen. Was interessiert mich die Schwerkraft? Wir können über Naturgesetze diskutieren, demokratisch abstimmen: Wer ist für die Schwerkraft? Wer dagegen? Enthaltungen? Oder man kann die Natur (ich meine damit nicht Landschaft) beobachten und überlegen, warum manche Dinge in der Natur immer wieder in gleicher Weise passieren. Und dieses Wissen zu unserem Nutzen (oder Schaden) anwenden.

    Man muß nicht alles diskutieren. Zum Beispiel schadet es, über etwas zu diskutieren, was man sowieso nicht ändern kann (die temperaturabhänig unterschiedliche Wasserspeicherfähigkeit von Luft zum Beispiel). Es ist bullshit und lenkt aber von wichtigen Fragen ab.

    Eine wichtige Frage (vielleicht die wichtigste Menschheitsfrage überhaupt) ist die, was wir gegen den Treibhauseffekt tun können. Weil zu viele Treibhausgase zum Beispiel Ihre Kunstwerke überschwemmen oder in Brand setzen könnten.

    Wenn Sie nicht wissen, was der Treibhauseffekt ist: Wenn Sie mal in Ostfriesland sind, können Sie gerne mal unser Gewächshaus besuchen, bei Sonnenschein.

  12. https://www.merkur.de/wirtschaft/friedrich-merz-waermepumpe-energiewende-friedrich-merz-cdu-zr-93137188.html
    Das Merz sich so schnell einfach hinstellt und sagt das er grundsätzlich das Heizungsgesetzt so lassen will wie es ist hatte ich jetzt nicht wirklich erwartet. Das es richtig ist war mir immer klar und habe ich hier ja auch oft geschrieben. Jetzt stellt sich die Frage was man von der gesamten öffentlichen Meinungsbildung halten soll wenn so eine Propagandashow so ohne weiteres möglich war. Man wollte die Grünen und die Ampel klein kriegen und hat das auch geschafft indem man etwas eigentlich unvermeidliches nicht unterstützt sondern schlecht gemacht hat. Gut war für die Union und die AFD noch das die FDP der Meinung war sich bei dem Thema wie so oft profilieren zu können. Das hat wenigstens nicht funktioniert. Es war aber doch immer klar das eine Energiewende letztlich das Problem die Wohnungen warm zu bekommen lösen muss oder scheitert. Das dann zu machen wenn alte Anlagen ausgetauscht werden müssen scheint mir auch alternativlos. Ich wüsste dafür keinen besseren Termin. Trotzdem war es möglich die Lösung für das Problem mit dem Namen Wärmepumpe so schlecht zu machen das eine Mehrheit die Regierung die so etwas machen will für unfähig hält. Ich habe mich schon immer gefragt wie die Union aus der Nummer raus kommen will da sie nämlich keine bessere Lösung aufzeigen konnte. Das hat aber niemanden interessiert. Jetzt einfach zu sagen es ist doch alles gut ist eine Einschätzung ihrer Wähler der ich leider zustimmen muss.

  13. Hallo Hans,
    Völlig richtig was sie sagen, zeigt es doch, dass der Wähler der eigentlich schuldige Teil des ganzen Theaters ist. Es ist doch unbegreiflich, dass es genügt zu behaupten, dass das, was die Regierung zu tun beabsichtigt völlig falsch und der Ruin ist, wie die CDU und auch die AfD behaupten und ein großer Teil der Wähler glaubt es. Dabei gibt es keine Pläne, was denn besser passieren soll, es wird einfach nur rumgedröhnt. Dass dabei die Zeit davon läuft, sowohl Klima und Umwelt betreffend scheint die Bürger nicht zu stören im Gegenteil, man ist einfach nicht bereit, die Fakten zu akzeptieren, man glaubt den Sprüchen . Die Probleme bzw. die erforderlichen Lösungen sind zu einschneidend und es ist viel einfacher so zu tun als wären eben Wachstum und alles beim Alten zu lassen die beste Lösung. Leider stimmt es nicht. Die Regierung mit ihrem Hemmschuh FDP versucht ja noch viel zu wenig zu tun wohl wissend, dass der Bürger noch nicht bereit ist wirklich effektiv gegen zu steuern. Nur ein gütiges Geschick kann uns da vor großen Katastrophen bewahren, es trifft eben auch jetzt schon die Anderen, wann sind wir dran ?

  14. Hallo Herr Jaworek / Herr Lübbers
    Erfrischend ihre Kommentare zu lesen ! Also gebürtiger Bremer, als jugendlicher Angler an der Wümme bei überraschend hoch aufgelaufener Flut auf einer Weide sitzend das Thema “ am Wasser“ kennengelernt in seiner Überzeugungskraft möchte ich zu bedenken geben, dass das halbe Norddeutschland zu nah am Wasser gebaut ist. So einigen wird das bewusst sein, hatten wir doch im Frühjahr schon einen Hinweis darauf. Es ist nicht das Meer direkt das kommt, nein das Meer geht nicht weg wenn das Wasser das vom Himmel fällt, abfliessen will und soll. Erst wird es sumpfig, dass nass, es schimmelt und fault und das wars dann. Es dauert wohl noch eine Weile, aber kommen wird es, mit Pech schon recht schnell, wie im Frühjahr schon ein mal zu beobachten war. Wenn also der Meeresspiegel steigt … aber wer will schon so weit denken ? Unsere Parteien wohl nicht, die folgen der Devise dass nicht sein kann was nicht sein darf.Weiter frohes Schaffen !

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