US-Wahl: Trump oder Biden? Bronski war live dabei

Update: Die USA haben gewählt. Nachdem die Wahlnacht keine eindeutige Entscheidung erbracht hat, liefern sich die Kandidaten heute ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Wenn Joe Biden alle Staaten gewinnt, die bisher noch nicht entschieden sind und in denen er derzeit (4.11., 17 Uhr) führt, kann er US-Präsident werden, aber die Entscheidung wäre knapper als erwartet.

Der Originaltext aus der Wahlnacht

Es ist so weit: In wenigen Stunden – gegen halb eins unserer Zeit – schließen die ersten Wahllokale in Teilen der US-Bundesstaaten Kentucky und Indiana. Dann beginnt eine Wahlnacht in den USA, die nervenzerfetzend zu werden droht, egal auf welcher Seite man steht. Wir werden im Halbstundentakt mit Zahlen gefüttert werden. Belastbare Ergebnisse hingegen werden auf sich warten lassen. Was uns zuerst auf die Monitore flattern wird, sind Nachwahlbefragungen, sogenannte „exit polls“, wie wir sie auch von Wahlen in Deutschland kennen: Wählerinnen und Wähler werden nach Abgabe ihrer Stimmen gefragt, wen sie gewählt haben. Das erlaubt kaum mehr als eine vorsichtige Prognose. Aber auch auf die dürfen wir gsepannt sein, denn sie sind natürlich Indikatoren für den Verlauf dieser Wahlnacht.

TV DuelleVier Jahre Donald Trump liegen hinter uns! Ich brauche wohl kaum diesen Stoßseufzer hinzuzufügen, wonach der Herr – oder wer auch immer darauf Einfluss hat – verhindern möge, dass weitere vier Jahre Trump folgen. Trump hat die Lüge salonfähig gemacht. Er ist als Rassist und Frauenfeind überführt und liebäugelt öffentlich mit faschistischen Gruppen. Eigentlich ist dieser Mann längst komplett gescheitert: moralisch und ethisch, als Führungsfigur – und als Geschäftsmann sowieso. Seine Wirtschaftspolitik, die ihm von seinen Fans als erfolgreich angerechnet wird, profitierte maßgeblich von der Politik seines Vorgängers Barack Obama. Daneben hat Trump ein riesiges Schuldenprogramm aufgelegt, um erst Steuersenkungen für die Reichen und dann die Verwerfungen der Corona-Pandemie zu finanzieren, die er jedoch nie wirklich gemanagt hat. In Trump-Zeiten, so muss man zusammenfassend sagen, braucht ein US-Präsident keine Qualifikation außer einer: Er muss lügen können wie gedruckt, Was für ein Absturz in Sachen politischer Kultur! Mögen die Menschen in den USA diese Präsidentschaft heute Nacht Geschichte werden lassen!

Und Joe Biden von den Demokraten, der Herausforderer? Er wirkt farblos, ist langsam, nicht besonders schlagfertig – was für ein Gegensatz zu Trump, dem Entertainer! Eine Arte-Dokumentation hat die Unterschiede kürzlich klug herausgearbeitet. Biden ist einer, der tatsächlich zugibt, Fehler gemacht zu haben. Dass er langsamer ist als der Rüpel im Präsidentenamt, kann man ihm auch als Nachdenklichkeit auslegen. Schlagfertigkeit ist im öffentlichen Auftreten natürlich hilfreich, aber es ist keine Qualität, die man zum Regieren braucht. Gleichwohl reißt Biden nicht mit und ist außerdem mit 77 Jahren auch schon recht alt für ein solch belastendes Amt. Manche sagen, er sei das kleinere Übel bei der Wahl zwischen Pest und Cholera. Aber vielleicht hören wir auf Barack Obama, dessen Vize Biden war: „Er hat mich zu einem besseren Präsidenten gemacht“, sagt der Ex-Präsident. Pest vs. Cholera? Ich würde sagen: Vernunft gegen Chaos.

Ich möchte diese Wahlnacht hier im FR-Blog ein wenig begleiten, solange ich kann – Nervenzusammenbruch inklusive, falls Trump es doch wieder schaffen sollte. Es gibt zwar Anzeichen dafür, dass diesmal die Vernunft siegt. Aber es ist völlig unklar, wann wir das sicher wissen werden. Das liegt unter anderem am komplizierten Wahlsystem der USA: Jeder Bundesstaat entsendet seiner Bevölkerungsstärke engsprechend eine festgelegte Zahl von Wahlleuten in ein Wahlkollegium, das den Präsidenten wählt. Eine ganze Reihe von Bundesstaaten sind dabei einem der beiden Kandidaten sicher, aber es gibt Wackelkandidaten, die berühmten „swing states“, die mal für die Republikaner (Trumps Partei, rot) und mal für die Demokraten (Biden, blau) stimmen. Diese „swing states“ sind wahlentscheidend. Besonders wichtig, da sie viele Wahlleute in jenes „elctoral college“ entsenden dürfen, sind Florida, Pennsylvania und Ohio. Doch bei dieser Wahl ist es nicht ausgeschlossen, dass selbst Texas, eigentlich eine Hochburg der Republikaner, demokratisch wählt. 270 Stimmen braucht ein Kandidat im „electoral college“, um zum Präsidenten gewählt zu werden. Dies ist der Stand der Stimmen nach den aktuellen Umfragen:

Wahlleute

Fotos: dpa

Es geht um den Bereich, der in der Grafik grau gefärbt ist und der 155 Wahlleutestimmen umfasst. Zu denen gehören die aus den genannten „swing states“ Florida, Pennsylvania und Ohio. Es gibt noch weitere „swing states“, aber die Grafik verdeutlicht, dass Biden eigentlich nur einen dieser drei gewinnen muss (und natürlich alle anderen, die ihm hier zugeschrieben werden), um zu gewinnen. Florida entsendet 29 Wahlleute in das Wahlkollegium, Pennsylvania 20 und Ohio 18. In Florida führt Biden den Umfragen zufolge mit 2,5  Prozent Abstand zu Trump und in Pennsylvania mit gut 4,5 Prozent. In Ohio liegt Biden dagegen 0,7 Prozent hinter Trump (Quelle: FR.de). Aber das sind alles nur Momentaufnahmen, die in die Irre führen können. Vor vier Jahren deuteten alle Zahlen auf einen Sieg von Hillary Clinton hin. Sie führte in den landesweiten Umfragen mit mehr als drei Prozent Vorsprung. Tatsächlich gewann sie in absoluten Zahlen deutlich mehr Stimmen als Trump. Doch wegen der Besonderheiten des US-Wahlsystems – man könnte auch sagen: wegen dessen Ungerechtigkeit – ging Trump dennoch als Sieger aus der Wahl hervor. Auch wenn der Abstand in den landesweiten Umfragen ganz klar für Biden spricht (er führt mit sieben bis elf Prozent), kann uns diese Wahlnacht unangenhme Überraschungen bescheren.

Folgende Termine haben wir heute Nacht, was die Schließung von Wahllokalen in den Bundesstaaten angeht („swing states“ kursiv):

1 Uhr MEZ: Georgia, Indiana, Kentucky, South Carolina, Vermont, Virginia
1:30 Uhr MEZ: Ohio, North Carolina, West Virginia
2 Uhr MEZ: Alabama, Conneticut, Delaware, Florida, Illinois, Maine, Maryland, Massachusetts, Mississippi, Missouri, New Hampshire, New Jersey, Oklahoma, Pennsylvania, Rhode Island, Tennessee, Washington D.C.
2.30 Uhr MEZ: Arkansas
3 Uhr MEZ: Arizona, Colorado, Kansas, Louisiana, Michigan, Minnesota, Nebraska, New Mexico, New York, North Dakota, South Dakota, Texas, Wisconsin, Wyoming
4 Uhr MEZ: Iowa, Montana, Nevada, Utah
5 Uhr MEZ: Idaho, Kalifornien, Oregon, Washington
6 Uhr MEZ: Hawaii
7 Uhr MEZ: Alaska

Hoffen wir, dass diese Wahlnacht nicht zu spannend wird. Der früheste Zeitpunkt laut US-Gesetz, nach dem die Medien einen Sieger verkünden dürfen, ist fünf Uhr unserer Zeit. Mal sehen, ob ich so lange durchhalte. Es ist aber durchaus möglich, dass wir erst in mehreren Tagen einen Sieger haben. Nicht nur wegen der Briefwahlstimmen, sondern auch, weil Donald Trump damit gedroht hat, nicht einfach aus dem Weißen Haus zu weichen. Er könnte sich bei halbwegs in diese Richtung weisender Lage zum Wahlsieger erklären, auch wenn noch längst nicht alle Stimmen ausgezählt sind. Dann bekommt die ganze Sache eine besondere Dynamik und könnte eskalieren.

Und Sie? Vielleicht haben Sie Lust, die Wahl zu kommentieren? Es kann losgehen. Auch wenn die Wahllokale in den USA noch lange nicht schließen, ist die Kommentarfunktion des FR-Blogs jetzt freigegeben.

Ihr Bronski

94 Kommentare

  1. hans sagt:

    Wenn Trump heute nicht gewählt wird hat er meine alte Theorie das er als erster grüner Präsident in die Geschichte eingeht aber nur knapp verpasst
    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=326620&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1162469

  2. Bronski sagt:

    Willkommen, Damen und Herren. Scheuen Sie sich nicht, hier zu kommentieren.
    Der Politikwissenschaftler Michael Werz sagte gerade in den Tagesthemen, dass er mit einem schnellen Ergebnis rechnet. Er begründet das mit einer hohen Wahlbeteilung, der höchsten seit Jahrzehnten, und dem folgend einer hohen Zahl von Wahlhelfer:innen, die schnell auszählen. Wollen mal sehen. Es wäre zu wünschen, dass Donald Trump gar nicht erst dazu kommt, sich zum Wahlsieger auszurufen.
    Es hängt – wie so oft – viel am Ergebnis aus Florida. Dort werden die vielen Briefwahlstimmen automatisch gezählt, was angeblich ganz besonders schnell geht und dazu führen soll, dass wir gegen drei Uhr aussagekräftige Hochrechnungen aus dem Sunshine State bekommen.

  3. Bronski sagt:

    100 Millionen Wählerinnen und Wähler haben bereits gewählt, in Briefwahl oder vorab in den Wahllokalen; das war bereits seit Wochen möglich. Wählen darf nur, wer in die Wahllisten eingetragen ist. Dazu muss man sich aktiv registrieren lassen,

  4. Bronski sagt:

    Kleiner Tipp: Um nachzusehen, ob hier neue Kommentare hinzugekommen sind, können Sie u.a. die F5-Taste nutzen.
    Ich verfolge die Wahl übrigens in der ARD.

  5. hans sagt:

    Das was ich im Beitrag eins als Link eingestellt habe wird dazu führen das der nächste Präsident wahrscheinlich wirtschaftlich sehr erfolgreich sein wird. Egal wie er heißt. Das wird dazu führen das auch die Partei die heute gewinnt für lange Zeit in den USA obenauf sein kann.

  6. Bronski sagt:

    Es passt zu Trump, dass er sich 250 Gäste zu einer Wahlparty ins Weiße Haus eingeladen hat – trotz Pandemie. Angeblich ist es übrigens ungewöhnlich, dass ein Präsident die Wahlnacht im Amtssitz verbringt. Er scheint das Weiße Haus sehr zu mögen. Ob er es freiwillig verlassen wird, falls er verliert?

  7. Bronski sagt:

    In Kürze schließen Wahllokale in ersten Bundesstaaten. Das könnte erste Überraschungen geben. In Indiana, Kentucky und South Carolina hat 2016 Trump gewonnen, in Virginia und Vermont Clinton. Es versteht sich, dass die heutigen Kandidaten diese Ergebnisse mindestens wiederholen müssen. Spannend wird das im Hinblick auf Georgia, das 2016 an Trump ging, sich heute aber als „swing state“ präsentieren könnte. In diesem Bundesstaat lag Biden in letzten Umfragen um ein Prozent vorn.

  8. Bronski sagt:

    Es zeichnet sich ab, dass wir ein wenig auf Ergebnisse werden warten müssen, was anscheinend auch damit zu tun hat, dass viele Menschen in den USA per Brief gewählt haben. Bisher hat nur Indiana ein offenbar klares Ergebnis durchgegeben. Demnach hält Donald Trump diesen Bundesstaat. Das bringt ihm erste elf Wahlleutestimmen. In den anderen fünf Bundesstaaten, in denen jetzt die Wahllokale geschlossen haben, ist das Ergebnis bisher unsicher, so dass sie momentan keinem der Kandidaten zugeordnet werden können.

  9. Bronski sagt:

    Ein Trump-Sieg in Indiana ist übrigens keine Überraschung. Aus diesem Bundesstaat kommt sein Vizepräsident Pence.

  10. Bronski sagt:

    Weitere Bundesstaaten schließen um 1.30 Uhr: North Carolina, West Virginia und Ohio. Alle drei gingen 2016 an Trump. Bei der heutigen Wahl liegt Biden in North Carolina in den Umfragen 1,8 Prozent vor Trump. In Ohio, einem wichtigen „swing state“, führt Trump mit 0,7 Prozent (in den Umfragen). Beide Staaten werden jetzt also voraussichtlich knappe Ergebnisse liefern, und auch hier wird es dauern, bis wir es genauer wissen.

  11. Bronski sagt:

    Nach ersten ungenauen Zahlen könnte Florida an Trump gehen. Ob man das als Menetekel für Joe Biden deuten muss?

  12. Too close to call. Na, das kann ja heiter werden….

  13. Bronski sagt:

    Liebe Frau Schreib, schön, Sie mal hier zu treffen. Willkommen! Ja, dieses „Too close to call“ kann Nerven zerfetzen. Ich kenne das von früheren US-Wahlabenden. Sie offenbar auch.

  14. Bronski sagt:

    Der 1.30-Uhr-Schub hat wie erwartet noch keine neuen Erkenntnisse erbracht.
    So langsam wache ich auf.

  15. Bronski sagt:

    Ich sprach ja in meiner Einleitung vom Halb-Stunden-Takt. Um zwei Uhr kommen erste Ergebnisse – wenn sie denn kommen – aus 17 Bundesstaaten. Ich werde jetzt nicht genau aufzählen, wer welchen zuletzt gewonnen hatte und nur darauf hinweisen, dass Pennsylvania und Florida dabei sein werden, zwei wichtige „swing states“. Aus Florida gab es schon ein paar Zahlen, obwohl es sonst eigentlich eine (ungeschriebene) Regel gibt, dass Ergebnisse erst bekanntgegeben werden, wenn im gesamten Bundsstaat die Wahllokale schließen. In Nordost-Florida gbt es den Panhandle (Pfannengriff), in dem die Wahllokale eine Stunde später schließen als im Rest des Staates. Trotzdem gibt Florida bereits Ergebnisse der Auszählung bekannt. Ich vermute, das ist einem Bedürfnis nach Transparenz geschuldet, damit niemand sagen kann, dass mit den Briefwahlstimmen manipuliert wird.

  16. Bronski sagt:

    Vermont geht an Biden (drei Wahlleutestimmen). Das war zu erwarten, ebenso wie die Tatsache, dass es in Florida eng wird.

  17. Bronski sagt:

    Trump holt Kentucky und Oklahoma, Biden eine Reihe von Staaten vor allem im Nordosten. Darunter ist bisher keine Überraschung, all diese Staaten haben 2016 ebenso gewählt. Biden und Trump holen bisher ihre „Pflichtstaaten“, wie man auch sagen könnte, also die Staaten, die sie vorher schon gewonnen hatten und die sie brauchen.
    Bei den Wahlleutestimmen führt Biden derzeit mit 44 zu 26.

  18. Bronski sagt:

    Ich wüsste ja zu gern, wie es jetzt im Weißen Haus aussieht bei Trumps Wahlparty. Dort wird man wohl vor allem dem Ergebnis von Florida entgegenzittern. Und man wird gejubelt haben, als das Ergebnis aus Tennessee kam: 11 Stimmen für Trump, d.h. es steht jetzt 44 zu 37. Tennessee ist ein „must have“ für Trump. Er kann sich nicht erlauben, auch nur einen der Staaten zu verlieren, die er auf seinem Konto verbucht.

  19. Bronski sagt:

    Inzwischen sind die Wahllokale in North Carolina geschlossen, es gibt noch keine Ergebnisse. Viele Bundesstaaten sind derzeit „too close to call“, auch solche, die eigentlich klar einem Lager zugeordnet werden. Das dürfte damit zu tun haben, dass die Auszählung wegen der hohen Briefwahlquote sich vielfach verlangsamt. Es ist sicher gut, dass sorgfältig ausgezählt wird, auch wenn das dann vielleicht ein bisschen länger dauert.

  20. Bronski sagt:

    Neue Ergebnisse: West Virginia geht (nicht überraschend) an Trump. Zwischenstand 44 zu 42 für Biden. In Florida führt derweil Trump nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen (inkl. Briefwahl) mit rund 200.000 Stimmen Vorsprung. Da sind wohl einzige städtische Bezirke noch nicht vollständig ausgezählt, während die eher ländlichen schon in die vorläufigen Zahlen eingeflossen sind, aber derzeit sieht es so aus, als ob Trump Florida holt. Das muss er auch.

  21. I. Werner sagt:

    Oh je, dann wird Trump wieder gewinnen? Ein Alptraum.

  22. Bronski sagt:

    Hallo, I. Werner, willkommen.
    Es ist noch zu früh, um dazu was zu sagen. Bisher haben die Kandidaten nur die Staaten geholt, die ihnen ohnehin sicher schienen. Bei Florida ist das anders, das kann eine Vorentscheidung sein, aber es gibt noch andere „swing states“, und Florida zu gewinnen allein wird Trump nach allen Prognosen nicht helfen.

  23. hans sagt:

    Es wird auf jeden Fall knapper als wir in D. uns fast alle gewünscht haben.

  24. Bronski sagt:

    Hallo hans, auch noch da – fein!
    Wie gesagt, bisher haben beide Kandidaten nur die Staaten geholt, die ihnen laut Prognosen ohnehin sicher war. Florida ist der erste Staat, bei denen die Umfragen ein falsches Bild geliefert haben könnten, aber das werden wir erst wissen, wenn alle Stimmen ausgezählt sind. Biden braucht Florida nicht unbedingt, wenn er sonst alle Staaten holt, die ihm in den Prognosen zugesprochen wurden.

  25. hans sagt:

    Ohio könnte der Durchbruch für Biden werden. Oder täusche ich mich?

  26. Hallo, Lutz, schön, dass wir uns mal wieder treffen. Ja, die Nerven liegen schon ganz schön blank.

  27. Bronski sagt:

    Ein Sieg Bidens in Ohio wäre eine gewisse Überraschung, aber die 18 Wahlleute würden Biden zum Wahlsieg genügen, wenn er sonst alle Staaten holt, die ihm in den Prognosen zugesprochen wurden, um die 270 Stimmen zu erreichen. In Florida hat er jedenfalls offenbar verloren.
    Derzeit steht es bei den Wahlleutestimmen 80 zu 48 für Biden, der – das jetzt nur nebenbei – New York und Connecticut geholt hat.

  28. Bronski sagt:

    Liebe Gabriele, ehrlich gesagt – das ganze nervt. Warum könnten die nicht schneller zählen?

  29. Bronski sagt:

    Es ist halb vier am Morgen, Biden hat Colorado geholt, Trump die Dakotas – alles nicht überraschend. Überraschend ist eher, dass es in Ohio eine starke Tendenz zu den Demokraten zu geben scheint, und North Carolina könnte ebenfalls an die Demokraten gehen. Es steht 89 zu 72 für Biden, es gibt noch keine Entscheidung.

  30. Bronski sagt:

    Es ist jetzt vier Uhr, am Kräfteverhältnis wie oben beschrieben hat sich jetzt nichts mehr groß geändert. Ich habe die Entwicklung bis hierhin reportiert, und es scheint darauf hinauszulaufen, dass es auf Ohio und/oder Pennsylvania als entscheidende Staaten hinausläuft.
    Apropo Entscheidung: Ich habe ja auch wieder einen Arbeitstag vor mir und entscheide daher, dass ich jetzt schlafen gehe, auch wenn noch nichts entschieden ist. Mal sehen, in welcher Welt ich in fünf Stunden aufwache.

    Gute Nacht Ihnen/Euch allen!

  31. Recht hast Du. Pennsylvania geht von Donnerstag aus.. Gute Nacht!

  32. Harald Reinemer sagt:

    Liebe US-Bürger,
    euer Präsident zeigt alle Merkmale eines Psychopathen und wäre er nicht steinreich und von euch zum mächtigsten Mann gemacht worden, er säße vermutlich unbeachtet in einer Psychiatrischen Klinik, vielleicht sogar im Gefängnis. Fast alle können das sehen, nur die meisten von euch leider nicht. Dabei hättet ihr schon bald die Gelegenheit diese Realsatire zu beenden. O.k., wir Deutschen haben 12 Jahre gebraucht, um (ein-)zusehen, dass wir einen geisteskranken Massenmörder zum „Führer“ erkoren und ihm bedingungslos gehorcht haben, bis wir dann , auch dank euch, bedingungslos kapitulieren mussten. Zeigt uns, zeigt der Welt, dass ihr klüger seid, den Irrsinn früher erkennt und ihn schon nach 4 Jahren beenden wollt. Ihr habt die Wahl !

  33. hans sagt:

    Hallo Harald Reinemer
    die Wahl war gestern? Die nächste Präsidentenwahl findet in den USA vielleicht in 4 Jahren statt. Sie sind mit ihrem Wahlaufruf 24 Stunden zu spät.
    Es spricht einiges dafür das wir weitere 4 Trumpjahre erleben werden.

  34. Bronski sagt:

    @ hans

    Ich habe mir erlaubt, den Leserbrief von Harald Reinemer hier reinzustellen, obwohl der Wahlaufruf vermutlich überholt ist. Der Wunsch an die Menschen in den USA, etwas zu ändern, ist hingegen nicht überholt.

  35. Bronski sagt:

    So, ich liefere eine kleine Zusammenfassung der Geschehnisse. Das Unfassbare könnte erneut Wirklichkeit werden. Ich als Europäer habe größte Probleme, die (mögliche) Wahlentscheidung der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner nachzuvollziehen, aber als Demokrat muss man so was hinnehmen: Eine zweite Amtszeit ist für Donald Trump erreichbar!
    Der gegenwärtige Stand der Wahlleute-Stimmen: 224 zu 213 für Biden. 270 ist die magische Zahl, die einer der beiden gewinnen muss, um im Wahlkollegium die Mehrheit der Stimmen der Wahlleute zu haben. Trump hat überraschend deutlich in den „swing states“ Florida und Ohio gewonnen und liegt auch im möglicherweise wahlentscheidenden Pennsylvania deutlich vorn. Dort sind bisher 75 Prozent aller Stimmen ausgezählt. Ob der Rest Biden noch dazu verhelfen kann, Trumps Vorsprung von mehr als zehn Prozentpunkten einzuholen, ist mehr als fraglich. Enger ist das Rennen in Georgia und North Carolina.
    Selbst wenn Biden, wonach es bisher aussieht, Nevada (sechs Stimmen), Arizona (elf Stimmen), Wisconsin (zehn Stimmen) und Maine (vier Stimmen) holt, bringt ihn das nur auf 255 Wahlleute. In Michigan liegt er derzeit ganz knapp (0,1 Prozent, 89 Prozent der Stimmen sind ausgezählt) vor Trump. Die 16 Stimmen dieses Staates könnten den Ausschlag geben. Gewinnt Biden Michigan, hätte er 271 Stimmen im Wahlleutekollegium – das wäre denkbar knapp, aber genug. Georgia hat 16 Stimmen, North Carolina 15, Pennsylvania 20. Nach derzeitigem Stand fallen diese Staaten (und Alaska) an Trump. Auf Michigan kommt es jetzt für Biden also an.
    Bidens Schwäche kommt überraschend, um es mal vorsichtig zu formulieren. Offenbar haben nicht nur die Demokraten gesellschaftliche Schichten für sich mobilisieren können, sondern auch die Republikaner: Es scheinen viele Menschen zur Wahl gegangen zu sein, die sich sonst eher enthalten. Es ist einerseits natürlich etwas Positives, wenn Menschen ihr Wahlrecht wahrnehmen. Andererseits scheinen darunter viele zu sein, die antidemokratisch wählen. Darüber kann niemand ernsthaft froh sein.
    Wer daran zweifelt, dass Trump ein Antidemokrat ist, möge folgendes Faktum gewichten: Der Präsident hat sich bereits zum Wahlsieger erklärt, obwohl er hinten liegt. Er will nun die Gerichte einschalten, um die weitere Auszählung zu unterbinden. Gerade hat er am Obersten Gerichtshof eine Stimmenmajorität im republikanischen Sinn installieren können. Möglicherweise hofft er, dass die frischgebackenen Höchstrichter und -richterin ihm die Ernennung honorieren werden. Aber es ist nicht im Sinne der Demokratie, dass Stimmen unausgezählt bleiben, die jetzt trotz allem noch den Ausschlag geben könnten wie in Michigan. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Supreme Court einem solchen Ansinnen stattgibt.
    Ich fürchte, uns stehen noch ein paar anstrengende Tage bevor, ehe die Sache entschieden ist. Ich für mein Teil mache jetzt erst einmal ein Nachmittagsschläfchen. Die kurze Nacht steckt mir in den Knochen; ich habe kaum vier Stunden geschlafen.

  36. hans sagt:

    Biden in Michigan laut Ntv vorne. Jetzt fehlt nur noch Nevada für 270 Stimmen. Also jetzt Biden Favorit

  37. Anna Hartl sagt:

    Habe vorhin während des Wartens auf einen Kaffee zum Mitnehmen einen jungen Mann gesprochen, der seine Freunde in Amerika fassungslos gefragt hat, weshalb so viele Amerikaner kein Problem mit Trump hätten. Die Antwort war, viele Menschen wählen nicht die Person, sondern die über Generationen aufgebaute Zugehörigkeit. Entweder Republikaner oder Demokraten.

  38. hans sagt:

    Gerade in der Sondersendung im ZDF haben sie die Möglichkeit angesprochen das ein Landesparlament einfach hergehen kann und Leute zur Abstimmung bei der Präsidentenwahl schicken kann die einen anderen Kandidat wählen. Das wird noch lustig bis 20.01.

  39. hans sagt:

    Wenn man sich ansieht wie der Vorsprung von Trump in Pennsylvania wie Schnee in der Sonne schmilzt wird auch dieser Bundesstaat an Biden gehen. Gestern Morgen habe ich noch gedacht warum macht er das mit dem Auszählungstopp er gewinnt auch so. Jetzt ist wohl klar Trump hat gewusst was kommt und das sein Vorsprung nicht reicht.

  40. Bronski sagt:

    Ich möchte meine Rechnung von gestern, 15:23 Uhr, korrigieren. Daran habe ich den Bundesstaat Maine komplett Biden zugeschlagen. Richtig ist, dass eine der vier Stimmen, die von dort kommen, an Trump geht. Inzwischen hat Biden Wisconsin und Michigan gewonnen und ist in Arizona und Nevada auf dem besten Weg zum Sieg. Diese Staaten alle zusammengenommen, käme er dann auf 270 Wahlleutestimmen – exakt so viele, wie er mindestens benötigt.
    Derweil gibt es immer noch keine Endergebnisse aus North Carolina, Georgia und Pennsylvania.North Carolina wird wohl an Trump gehen. In den beiden anderen Staaten ist das Rennen noch offen. In Georgia werden derzeit vor allem noch städtiche Bezirke und Briefwahlstimmen ausgezählt. Trumps Vorsprung ist auf ein halbes Prozent zusammengeschmolzen. Ähnliche Situation in Pennsylvania. Dort wird die Auszählung wohl am längsten dauern.

  41. Stefan Vollmershausen sagt:

    Es ist wirklich unglaublich spannend.

    Der Amtsinhaber erklärt Stimmen des Herausforderers für illegal und will sogar gerichtlich dagegen Vorgehen. Trump hat dabei einen Vorteil als Amtsinhaber, und der Supreme Court ist ja mehrheitlich republikanisch besetzt.

    Selbst bei einer Niederlage, wird Trump nicht so ohne weiteres nachgeben. – Wenn es aber deutlich gewesen wäre in der Wahlnacht für Joe Biden, wären Trump Argumente entzogen worden.

    Florida 2000 lässt grüßen.
    Der Supreme Court sprach George W Bush den Sieg zu –
    Ich befürchte, das es zu einer Wiederholung kommen wird

  42. Bronski sagt:

    Auch am Freitagmorgen ist die US-Wahl nicht entschieden, aber mittlerweile zeichnet sich der Sieg für Joe Biden ab. Der Kandidat der Demokraten hat jetzt in Georgia – einem „swing state“, der zuletzt 1992 von einem demokratischen Kandidaten (Clinton) gewonnen worden war – einen Vorsprung von knapp 1000 Stimmen, nachdem er lange zurückgelegen hat. Dass er Trump überholen konnte, liegt an den Briefwahlstimmen, die dort als letztes ausgezählt wurden und immer noch werden und die offenbar weit überwiegend Biden bevorzugen. Dieses massive Briefwahlaufkommen ist der Corona-Pandemie zu verdanken, die viele Wählerinnen und Wähler vor dem Besuch von Wahllokalen zurückschrecken ließ.
    US-Präsident Donald Trump muss sowohl Georgia als auch Pennsylvania gewinnen, wo ebenfalls noch ausgezählt wird. In Arizona und Nevada, denen gleichfalls eine entscheidende Rolle zukommen kann, liegt Biden derzeit ebenfalls vorn. Gewinnt er diese beiden und außerdem auch Georgia, hätte er 286 Wahlleutestimmen auf sich vereinigt. Kommt noch Pennsylvania hinzu, wo Biden derzeit 0,3 Prozent hinten liegt (fünf Prozent der abgegebenen Stimmen sind noch nicht ausgezählt), würde sich sein Vorsprung auf 308 erhöhen. Er braucht 270.
    Trump spürt derweil, dass er auf der Verliererspur ist, denn er lässt weiterhin keine Gelegenheit ungenutzt, um Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl zu säen. Eine Sprecherin sagte zum Beispiel, es sollten nur diejenigen Stimmen gewertet werden, die am Wahltag ausgezählt würden, denn dazu seien Wahltage da. Dass die Wahlstimme das höchste Gut in einer Demokratie ist, hat sie wohl noch nicht gehört. Mehrere TV-Sender stiegen aus einer laufenden Pressekonferenz des Präsidenten aus, auf der er seine Vorwürfe wiederholte, und sahen sich genötigt, Trumps Falschbehauptungen zu widerlegen. Es gibt keinerlei Hinweise auf Wahlmanipulationen.

  43. hans sagt:

    Sieht inzwischen nach einem klaren Sieg von Biden aus

  44. Geduld haben ist nicht immer so einfach. Aber wenn das Endergebnis stimmt….

  45. Manfred Kirsch sagt:

    Während ich diese Zeilen schreibe, ist das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA noch offen. Doch die Tatsache, dass sich der amtierende Präsident Donald Trump nach Rutherford B. Hayes als zweiter Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vor einem eindeutigen und geklärten Ergebnis zum Wahlsieger erklärt, ist ein Angriff auf die Grundlagen der Demokratie. Das Wahlrecht wird von Trump praktisch aus egoistischen Motiven in Frage gestellt. Es kann unmöglich sein, dass Millionen Stimmen einfach nicht berücksichtigt werden sollen. Der Vorgang bestätigt noch einmal, welch gestörtes Verhältnis zu demokratischen Prinzipien Donald Trump hat und dass eine Abwahl dieses Präsidenten die beste Konsequenz aus dem Verhalten des persönlichkeitsgestörten Amtsinhabers ist. Es würde wohl zu weit führen, noch einmal das antidemokratische, rassistische und schlicht und ergreifend rechte Weltbild Donald Trumps detailliert zu belegen. Doch die gespaltene Nation kann eigentlich nur wieder zusammenführen, wer aus tiefer innerer Überzeugung die positiven Werte der USA zu leben versucht und dies durch sein Handeln auch dokumentiert. Die Frage ist auch, wie lange einflussreiche Republikaner eigentlich noch gewillt sind, das Spiel dieses Autokraten weiter mitzumachen. Die Gefahr, dass die USA in eine Staats- und Verfassungskrise rutschen könnten, ist groß, weil die Stabilität auch der gesamten Welt durch Trumps Verhalten, der auch mit juristischen Tricks arbeitet, um Joe Biden vom Amt des Präsidenten fernzuhalten, im höchsten Maße gefährdet wird. Die Vereinigten Staaten brauchen jetzt dringend eine Präsidentin oder einen Präsidenten, die oder der Moral wieder in den Mittelpunkt ihres oder seines politischen Handelns stellt und die oder der es als ihre oder seine Aufgabe begreift, an demokratischen Werten orientiert Politik im Interesse der Menschen zu gestalten. Doch ein Präsident, der sich nicht zu schade dafür dafür ist, Rechtsradikale wie die Proud Boys zum Handeln gegen die Demokratie zu fordern, gehört eigentlich aus seiner Partei, die einst einen Abraham Lincoln hervorbrachte, entfernt. Die Frage ist auch, wie es überhaupt passieren konnte, dass ein Mensch wie Donald Trump an die Spitze der USA kommen konnte. Ich befürchte, dass den Amerikanern schwere politische Zeiten bevorstehen könnten, in denen Corona sich verschlimmert und die Klimaerwärmung fortschreitet. Gefragt ist jetzt das aktive demokratisch-politische Engagement aller verfassungstreuen US-Bürgerinnen und Bürger.

  46. Frank Diergardt sagt:

    Es geht inzwischen nicht mehr um das Endergebnis der Präsidentschaftswahl. Wenn knapp 50 Prozent der US-Wähler nach vier Jahren immer noch einem Mann ihre Stimme geben, der nachweislich die Unwahrheit sagt, der sich abfällig über Bevölkerungsgruppen und einzelne Menschen äußert, der sich selbstherrlich und ignorant geriert, der vorsätzlich spaltet, der ohne Umschweife nur seinen eigenen Vorteil, ohne Rücksicht auf soziales Verhalten oder Verluste sucht, der langjährige verlässliche internationale Partnerschaften und Vereinbarungen aufkündigt, der sich eigene Wahrheiten, entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse, schafft und diese oberflächlich ohne jeglichen, seriösen Nachweis mittels seines Amtes verbreitet, dann ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen.
    Es geht den Menschen nicht mehr um politische Inhalte oder Zukunftsperspektiven, es geht ihnen nur noch um den direkten eigenen Vorteil. Ein paar Dollar mehr in der eigenen Tasche reichen schon aus, um keine sozialen oder intellektuellen Anforderungen mehr zu stellen. Der Zweck heiligt mittlerweile alle Mittel, so lange man selbst davon nur irgendwie profitiert.
    Dieses Umgang, ein solches Auftreten ist teilweise auch in unserem Land bereits zu beobachten und nicht nur dort. Das ist das eigentliche Problem der heutigen Gesellschaften.
    Unabhängig vom Ausgang der US – Präsidentschaftswahl, heißen die endgültigen Verlierer, alleine aufgrund der zahlreichen für Trump abgegebenen Stimmen, Anstand, Respekt, Sachlichkeit, Gemeinschaftssinn, Partnerschaft, Vernunft, Intelligenz, Mitgefühl, Verantwortungsbewusstsein und vor allem soziales Verhalten.

  47. Bronski sagt:

    Es liegen noch immer keine Endergebnisse aus den letzten fünf Bundesstaaten vor – Pennsylvania, North Carolina, Georgia, Arizona und Nevada -, in denen immer noch ausgezählt wird. Und vermutlich werden die Endergbnisse auch noch länger auf sich warten lassen, weil der geringe Abstand bei den Stimmenzahlen der beiden Kandidaten zumindest in Pennsylvania und Georgia Neuzählungen erzwingt. So wollen es die Gesetze dieser Bundesstaaten. Das dauert auch deswegen jetzt so lange, weil viele der Briefwahlzettel, um die es jetzt fast ausschließlich noch geht, daraufhin überprüft werden müssen, ob sie gültig sind, d.h. ob die Wähler:innen registriert sind, ob die Unterschriften stimmen usw. Das ist natürlich zeitraubend, aber angesichts der Versuche Donald Trumps, die Auszählung aller Stimmen juristisch anzufechten, ist diese Sorgfalt natürlich gerechtfertigt.
    Trotzdem sieht es gut aus für Joe Biden, denn er führt inzwischen in diesen Bundesstaaten (bis auf North Carolina). Was vor der Wahl vermutet wurde, ist eingetreten: Die vielen Briefwahlstimmen, die erst jetzt zum Schluss ausgezählt werden, gehen mehrheitlich eindeutig an Biden. So konnte er Trump in Pennsylvania und Georgia überholen, obwohl der Präsident in beiden Bundesstaaten zuvor mit hunderttausenden Stimmen geführt hatte. Die Nachzählungen braucht Biden vermutlich nicht zu fürchten, da sein Vorsprung groß genug sein dürfte. Allein der Sieg in Pennsylvania würde Biden genügen, um genug Wahlleute zu bekommen; mit diesem Bundesstaat hätte er dann 273. Plus 11 aus Arizona und 6 aus Nevada macht 290. Biden braucht Georgia also nicht, anders als Trump, der keine Chance mehr auf 270 Wahlleutestimmen hat, wenn er Georgia nicht bekommt.
    Es deutet also derzeit alles darauf hin, dass der 46. Präsident der USA der 77-jährige Joe Biden wird.

  48. G. Krause sagt:

    Und wer das Wahlsystem immer noch nicht verstanden hat kann sich am Sonntag um 21 Uhr bei 3 SAT alles erklären lassen.

  49. Yeah!!!! Ich bin sooooo glücklich!!!!

  50. Bronski sagt:

    Hintergrund dieses Kommentars von Gabriele Schreib dürfte sein, dass Joe Biden und Kamala Harris ihren Wahlsieg jetzt in einer Anspache gesagt haben, dass sie ihren Sieg anerkennen. Sie haben sich also zu Siegern erklärt. Pennsylvania wird jetzt offiziell auf Bidens Konto gebucht. Damit hat er die magische Zahl der Wahlleute – 270 – erreicht. Donald Trump schäumt. Dazu ein Link:

    https://www.fr.de/politik/usa-wahlen-joe-biden-wahlsieg-praesident-donald-trump-jll-biden-weisses-haus-90093438.html

  51. I. Werner sagt:

    Hm, ich glaub´s noch nicht. Können die Wahlleute nicht noch was daran ändern?

  52. hans sagt:

    Wenn man die Situation in den USA betrachtet kommt mir der Senat zu kurz. Da ist wohl noch ein für die Demokraten negatives Ergebnis möglich. Auch eine mögliche wenn auch knappe Mehrheit würde wohl wirklich Handlungsspielraum bringen. Das wird sich aber erst im Januar wirklich entscheiden

  53. hans sagt:

    Ich nehme an das die Republikanische Partei nach dem die Zahlen in Arizona und Georgia feststehen den Wahlsieg von Biden anerkennen wird. Für diese Leute hat der Wahlkampf in Georgia um die beiden Senatssitze Priorität. Ein peinlicher wahrscheinlich erfolgloser Streit um die Präsidentenwahl und das schicken von falschen Wahlmännern im Dezember wird dafür wohl nicht förderlich sein weil auch der Vorsprung von Biden zu groß ist. Wenn Biden aber nicht noch mindesten einen Senatssitz für die Demokraten holt wird es im Senat sehr schwer werden. Dann blocken sie ihn 4 Jahre einfach ab.

  54. Bertram Münzer sagt:

    Das Volk hat entschieden, Mr. President: You are fired!
    Doch es ist keine glänzende Kündigung. Immerhin über 70 000 000 Stimmen hat der EX-Potus gewinnen können. Deutlich weniger als der Sieger, aber immerhin. Egal – „The Winner Takes it All!“ und er verspricht ja auch, zu einen. Eine Herkulesaufgabe. Biden ist Vertreter der WashingtonElite, ein Mann des Establisments, jemand der jahrzehntelang losgelöst von den Menschen in der Mitte der Nation gesprochen und gehandelt hat. Ja sicher, jetzt wird es wieder gewohnter zugehen. Höflicher, offener, freundlicher. Nicht ganz so impulsiv, hoffentlich intelligenter, intellektueller und überlegter. Professionell eben. So wie es viele Präsidenten, Prime-Minister und Kanzler:innen um ihn herum sind. Gut oder schlecht? Weiß ich nicht so recht. Auf jeden Fall besser als der miese Verlierer, der erst mal Golf spielen geht, als der Sieg des Kontrahenten öffentlich wird. Und nun warten wir ab, was noch so alles passiert, bis der neue Präsident vereidigt ist. Der Trotzkopf im Amt ist – denke ich – noch für die eine oder andere Überraschung gut.

  55. York-Werner Klein sagt:

    Anbei eine gedichtete Glosse in Gestalt eines politischen Pantuns zur denkwürdigen Wahl des neuen amerikanischen Präsidenten.
    The worst is perhaps yet to come!

    American Nightmare (die Zweite)

    Oh, mein Gott, ES ist geschehen:
    Trump bleibt weiter Präsident!
    Kaum ein Mensch kann DAS verstehen.
    Kant in seinem Grabe flennt.

    Trump bleibt weiter Präsident!
    ‚Tweety‘ noch einmal vier Jahre!!
    Kant in seinem Grabe flennt.
    Die Vernunft rauft sich die Haare.

    ‚Tweety‘ noch einmal vier Jahre!!
    Weh‘, die Dummheit triumphiert!
    Die Vernunft rauft sich die Haare.
    Sappradi, ES ist passiert!

    Weh‘, die Dummheit triumphiert!
    Kaum ein Mensch kann DAS verstehen.
    Sappradi, ES ist passiert!!
    Oh, mein Gott, ES ist geschehen!!!

    Bald schon graut der frühe Morgen.
    Da, ein Licht erhellt die Nacht!
    Wie verflogen sind die Sorgen!!
    Gott sei Dank – ich bin erwacht!!!

    Da, ein Licht erhellt die Nacht!
    ‚Sleepy Joe‘ hat doch gewonnen!!
    Gott sei Dank – ich bin erwacht!!!
    Donalds Träume sind zerronnen.

    ‚Sleepy Joe‘ hat doch gewonnen!
    Freue Dich, Amerika!!
    Donalds Träume sind zerronnen.
    Werden Wünsche wirklich wa?

    Freue Dich, Amerika!!
    Wie verflogen sind die Sorgen!?
    Werden Wünsche wirklich wa?

  56. Jeffrey Myers sagt:

    Wählt, Berjer, wählt,
    Ihr wisst ja, was uns fehlt,
    Wählt mer nor kaa Schleppeträger,
    Wetterfahne, Stellenjäger,
    Liwerante, Brockeschnapper,
    Stimmvieh, Ja-Herrn, Hosehopper!
    Juwelgreis, Philisterzöpp,
    Hasefüß un Wasserköpp.

    – Friedrich Stoltze

    Make America America again.

    Jeffrey Myers (wählte im US-Bundesstaat Pennsylvania)

  57. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Trotzdem muß ich nochmal auf Joe Biden zurück kommen. War vorhin am überlegen, ob es diskriminierend ist, was ich über seine in meinen Augen Senilität gesagt habe. Er wirkt von seinen Bewegungen her auf mich senil, im Gegensatz zu dem 3 Jahre jüngeren Donald Trump. Nicht, was seine geistige Leistungsfähigkeit betrifft (auf die es ja eigentlich ankommt neben Inhalten politischen Fragen). Mir kam (kurz vorm Autogenen Training) Malu Dreyer in den Sinn, die ich nie wegen ihrer MS-bedingten Bewegunseinschränkungen für ungeeignet für politische Ämter halten würde. Hm.

  58. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    @Bronski:

    Doch aus der Kurve geschleudert 😉 In diesem Fall macht es vielleicht Sinn, meinen vorhergehenden Beitrag aus dem anderen Thread (Sie wissen, welchen ich meine) zu übernehmen? Damit die Teilnehmer wissen, auf was sich meine Aussage bezieht?

  59. Bronski sagt:

    @ Ralf-Michael Lübbers

    Ich habe den Link in Ihrem Kommentar untergebracht.
    Gruß, Bronski

  60. stefan vollmershausen sagt:

    Donald Trump und die Republikaner gestehen ihre Niederlage nicht ein, Stand 10.11.20.

    Eine Woche nach der Wahl wird mit allen Tricks versucht, das Wahlergebnis noch einmal zu kippen. Dazu sind auch Millionen an Anwaltskosten nicht zu schade, die die enttäuschten Trump Anhänger spendeten., Führende Republikaner wie Mike Pompeo sprechen von einem reibungslosen Übergang des State Departments in eine zweite Trump Administration. Mike Pompeo wehrt sich gegen den Übergang, gegen die Transition, wie auch andere republikanische Senatoren. Denn das Handeln von Außenminister Mike Pompeo kann noch ein Nachspiel haben, wie der aufgekündigte Atomvertrag mit dem Iran, oder der Drohnen Anschlag auf den iranischen General Soleymani.Auch Donald Trump dürfte etwas zu befürchten haben, für sein Handeln.

  61. stefan vollmershausen sagt:

    noch eine Ergänzung zu oben:

    Dafür erhalten diese Lügner und Schwindler von der republikanischen Partei auch noch Unterstützung vom zb Hashtag #Wahlbetrug auf Twitter. Grafiken werden dort gezeigt, die als Belege für einen Betrug dienen sollen und die Kommentare zeigen nicht Resignation, sondern eher Angriffslust.Ich denke, in Amerika ist es nicht anders, mit der mediacompetence

  62. hans sagt:

    Es könnte sein das Trump ernsthaft die Machtfrage stellt. Wie das ausgeht ist von hier möglicherweise schwer zu sagen. Entscheidend wird das Abstimmen der Wahlmänner/frauen im Dezember sein und da kann man wohl Überraschungen nicht ausschließen. Diktatoren gewinnen immer ihre Wahlen. Wenn Trump sich jetzt durch setzt wird er auch in 4 Jahren nicht gehen. Er hat sich wohl Putin als Vorbild genommen.

  63. Claudia Möller sagt:

    Ich habe mir diese Frage schon öfter gestellt, und im Zusammenhang mit der Wahl in den USA drängt sie sich wieder auf: Wie kommt es, dass Wahlprognosen noch immer so deutlich danebenliegen? Und fast immer sind es politisch rechte Kräfte, die von den Demoskopen unterschätzt werden, die sich in der Realität als stärker erweisen, als die Vorhersagen haben vermuten lassen. Das war beim Brexit so, das ist regelmäßig bei den Wahlergebnissen der AFD zu beobachten, und bei der aktuellen Wahl in USA ist es ganz deutlich. Wie kommt das?
    Ich habe nur eine plausible Erklärung: Potentiell rechte Wähler geben bei Befragungen oft nicht wahrheitsgemäß Auskunft über ihre Wahlentscheidung. Frappierend, aber wahrscheinlich: Im eklatanten Gegensatz zum oft prahlerischen Auftreten rechts-nationaler Führungsgestalten pflegen Teile der Anhängerschaft das politische Duckmäusertum. Und das offenbar im internationalen Maßstab. Die größten politischen Schreihälse haben nicht den Mut, sich gegenüber dem Befrager zu ihrer politischen Präferenz zu bekennen.
    Das wäre zu interpretieren. Oder haben Sie eine andere Erklärung?

  64. Rüdiger Erdmann sagt:

    Der Artikel Herrn Nutts bedarf einiger psychologischer Erweiterungen. Nutt spricht von common sense, Rücksichtnahme und Empathie. Es ginge um die Selbstbehauptung der Zivilgesellschaft, gesellschaftliche Heilung. Er exemplifiziert dies im Besonderen am Verhalten Donald Trumps, dessen irritierende Impulsivität und bemerkt, dass dies als Symptom einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung erklärt wurde, was aber zu kurz griffe, da Trump ein zielgerichtetes Programm verfolge. Nun, das eine schließt das andere nicht aus. Das ist kein Widerspruch. Der Narzismuss stellt den Antrieb zur Verfügung, die Intelligenz erstellt das Programm, um das Ziel zu erreichen. Problematisch ist, dass dabei kaum Regeln eingehalten werden, d. h. der common sense wird verletzt. Hintergründig dafür ist m. E. die seit Jahrzehnten zunehmende Individualisierung bzw. des „Ichs“ (z. B. bedingt durch die Individualisierung von Lebensrisiken) einhergehend mit der Abnahme des „man“. Das ist einerseits individuell psychotherapeutisch zu begrüssen, weil das Individuum aufhört, sich unreflektiert an einem fiktiven „man“ oder common sense, zu orientieren., mehr zu sich findet. Andererseits fragmentiert dieser Prozess die Zivilgesellschaft, löst den common sense auf. Wenn man sich also eine gesellschaftliche Heilung wünscht, muss man der (Über-)Individualisierung Grenzen setzen, dem „Man“, dem common sense wieder zu seinem Recht verhelfen.

  65. Dieter Obst sagt:

    Die USA haben gewählt und der verlogene Egomane Donald Trump hat verloren. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Gerichte in den USA Trumps Absichten durchschauen und die Wahl Joe Bidens bestätigen. Es ist erschreckend wie viele Amerikanerinnen und Amerikaner diesen ungebildeten Rambo gewählt haben. Joe Biden steht jetzt mit Kamala Harris vor der Herkulesaufgabe, nicht nur die geteilte Nation zu vereinen, sondern gleich auch schnelle Erfolge bei der Corona-Bekämpfung zu erzielen. Hierbei kann man ihnen nur viel Erfolg wünschen.

  66. Siegfried Kowallek sagt:

    Ein spöttischer, gleichwohl durchdachter Twitter-Kommentar zur US-Wahl kommt aus Afrika. Der nigerianische Politiker Shehu Sani erklärte, Afrika habe sich früher an der amerikanischen Demokratie orientiert, nun orientierten sich die USA an afrikanischen Demokratien.

  67. hans sagt:

    Ich habe gerade gelesen das 80% der Bürger der USA Biden als Wahlsieger anerkennen. Anfang Januar geht es in einem Staat (Georgia) der knapp an Biden geht entscheidende Wahlen zum Senat statt. Das passt alles nicht. In den nächsten Tagen muss sich da einiges klären.

  68. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Stehen ja programmatisch schöne Sachen in der heutigen Frankfurter Rundschau, was Biden und Harris so alles besser machen wollen. Hoffentlich wollen sie es wirklich, und hoffentlich können sie von den Republikanern nicht daran gehindert werden.

    Wie denken die beiden eigentlich über die Todesstrafe? Könnten die beiden sie auf Bundesebene abschaffen oder zumindest Hinrichtungen verhindern? Sie sind ja jetzt gewählt. Dukakis hat damals die Wahl gegen Bush verloren, weil er gegen die Todesstrafe war. Die Wahlen sind jetzt vorbei. Die Abschaffung der Todesstrafe wäre auch antirassistisch, weil die meisten zum Tode verurteilten und hingerichteten Menschen schwarze Männer sind. Frau Harris war Staatsanwältin, soweit ich weiß.

    Die Todesstrafe ist eines sich zivilisiert nennenden Landes unwürdig. Und völlig absurd, wenn man andererseits das Tragen von Waffen erlaubt.

    Biden hat an „Obamacare“ mitgearbeitet. Warum nur Obamacare? Warum nicht eine auskömmliche Krankenversicherung für alle, die mittels…in Deutschland würde man sagen Bürgerversicherung ohne Beitragsbemessungsgrenze finanziert wird. Dann brauchen die US-Amerikaner nicht mehr nach Kanada fliehen, um medizinisch versorgt zu werden (siehe „Sicko“ von Michael Moore).

    Wie stehen Biden und Harris zum Lobbyismus? Wenn die „National Rifle Organisation“ nicht mehr die Politiker beeinflussen darf, braucht man auch keine Todesstrafe mehr. Die braucht man sowieso nicht. Die Welt wäre besser ohne diese mittelalterliche Strafe.

  69. Hans-Christoph Otto sagt:

    Sehr geehrter Herr Rutkowski,
    das glauben Sie doch selbst nicht, was Sie heute in der FR auf Seite 2 schreiben! Trump kann durch die Verweigerung einer „Concession Speech“ im Amt bleiben? Sie schreiben doch zurecht, dass die ( völlig antiquierte) Verfassung eine solche Erklärung gar nicht kennt. Was verfassungsrechtlich irrelevant ist, kann aber keine verfassungsrechtlichen Auswirkungen haben.
    Die Übergabe der Macht kann zwar dadurch erschwert werden, nicht aber die Wahl des Präsidenten durch die Wahlleute. Wäre es anders, könnte jeder abgewählte Präsident durch die Weigerung, seine Niederlage einzugestehen, die Wahl durch die Bevölkerung ignorieren und das Repräsentantenhaus entscheiden lassen. Absurd!
    Nicht einmal das Trump-Team scheint das so zu sehen, sonst würden sie kaum die Wahl anfechten. Sie sollten die Sachlage richtigstellen.

  70. Bronski sagt:

    Lieber Herr Otto,

    es fällt schwer, Ihnen für Ihre Zuschrift zu danken, weil Sie erneut, wie auch in früheren Mails schon, einen Ton anschlagen, der – ich sag’s mal zurückhaltend – nicht gerade freundlich ist. Wollen Sie Antwort? Warum dann solche Anschuldigungen wie „Das glauben Sie doch selbst nicht“? Wenn wir dieses Szenario nicht zumindest für möglich halten würden, hätten wir das nicht geschrieben.
    Es ist doch wohl logisch, dass Trump sich jegliche Chance auf einen Verbleib im Präsidentenamt abschminken kann, wenn er seine Niederlage eingesteht? Also ist die Verweigerung dieses Eingeständnisses Teil seiner (juristischen) Strategie, seine Chancen auf den Verbleib im Amt zu wahren, während er gleichzeitig alle anderen Mittel auszuschöpfen versucht. Ansonsten würde er seine eigene Strategie durchkreuzen.
    Dass etwas nicht in der Verfassung steht, heißt nicht, dass es irrelevant ist. Die „concession speech“ ist keine reine Formalie, sondern Teil eines Prozedere, das in den USA die Qualität einer Norm hat. Die Verweigerung der „concession speech“ kann zwar keine direkten verfassungsrechtlichen Auswirkungen haben, da diese Norm nicht in der Verfassung geregelt ist, wie Sie richtig anmerken. Trotzdem kann sie juristische und politische Auswirkungen haben und mit dazu beitragen, eine politische Situation zu schaffen, die in eine offene Verfassungskrise münden kann. Die wiederum könnte Trump ermöglichen, im Amt zu bleiben. Für einen „akzeptablen“ (weil im rechtsfreien und damit nicht illegalen Raum) Putsch muss er verschiedene Schritte gehen, die allesamt legal sind. Folgende Checkliste:
    Der erste ist die Verweigerung, seine Niederlage anzuerkennen. Check, macht er nicht!
    Der zweite ist, alle Wahlergebnisse juristisch anzuzweifeln, auch wenn es keine Begründung dafür gibt. Check!
    Der dritte ist, die republikanische Partei oder deren Mehrheit das Ergebnis ebenfalls anzweifeln zu lassen. Check!
    Der vierte ist, den Wahlsiegern jeden Zutritt zu den Zentren der Macht (Ministerien etc.) zu verweigern. Ist gestern geschehen. Check!
    Der fünfte ist, in den Bundesstaaten eigene alternative Wahlleute aufzustellen, die die nach den tatsächlichen Wahlergebnissen benannten Wahlleute für illegitim erklären. Wurde kürzlich angedroht. Check!
    Der sechste ist, das vor den Supreme Court zu bringen, der es ablehnt eine politische Entscheidung zu treffen. Wurde von selbigem bereits angedeutet. Check!
    Der siebte ist, die Wahlentscheidung dem Repräsentantenhaus zu überlassen, wofür dieses dann bundesstaatliche Wahlblöcke bilden muss. In dieser ersten Parlamentskammer haben Demokraten absolut die Mehrheit, aber nach Bundesstaaten zusammengefasst sind sie die Minderheit. Klares Votum. Trump bleibt Präsident.
    Hoffen wir, dass es nicht so kommt – aber ausschließen lässt es sich nicht. Möglicherweise ist genau dies Trumps Strategie. Völlig klar ist jedenfalls: Wenn er seine Niederlage einräumt, verbaut er sich diese Option.
    Also: Glauben wir, was wir da geschrieben haben? Ja.

  71. Bronski sagt:

    @ all

    Die beiden vorangegangenen Kommentare bestehen aus einer Mail an die Forum-Redaktion, also einem Leserbrief, und meiner Mailantwort darauf an den Leser. Ich weiß nicht, ob Herr Otto hier mitliest. Mir geht es vor allem darum, die komplizierte Lage darzustellen und über Donald Trumps Motive bzw. seine Strategie nachzudenken. Denn es könnte sein, dass das Verhalten des abgewählten US-Präsidenten nur irrational wirkt, dass er aber tatsächlich einer klaren juristischen Strategie folgt, die ihm den Erhalt des Präsidentenamtes sichern soll. Meine Antwort an Herrn Otto macht m.E. plausibel, dass Trump eine solche Strategie fährt. Wir brauchen uns also nicht mehr verwundert die Augen zu reiben: Es könnte sein, dass er einem Muster folgt.

    Ausschlaggebend für Trumps Erfolg dürfte in der oben wiedergegebenen Checkliste, die von meinem Kollegen Peter Rutkowski stammt, der zweite Schritt sein: die Anfechtung der Wahlergebnisse. Trump hat diesen Schritt schon lange vor der Wahl vorbereitet, indem er systematisch Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Briefwahlstimmen gesät hat, d.h. er hat die Möglichkeit, dass er unterliegen könnte, einkalkuliert und sich daruf vorbereitet. Jetzt ist die große Frage, ob die Gerichte dieser postfaktischen Strategie folgen. Sie besteht bisher lediglich aus den Behauptungen des Noch-Präsidenten und seiner juristischen Vertretung. Belege für diese Behauptungen konnte er bisher nicht vorlegen. Das hindert Getreue nicht daran, trotzdem weiterhin Behauptungen zu streuen, die in diese Richtung wirken. So stellt sich jetzt Außenminister Mike Pompeo hin und behauptet, es werde einen reibungslosen Übergang zu einer zweiten Trump-Amtszeit geben, während der Wahlsieger Joe Biden ebenso öffentlichkeitswirksam alles unternimmt, was er kann, um den Prozess der Transition, der Amtsübergabe mit allen Amtsgeschäften, die dazu gehören, ohne Trumps Mitwirkung hinzubekommen. Auch er und seine Partei, die Demokraten, haben natürlich Anwälte und sind juristisch in dieser Sache aktiv.

  72. Erdmann, Gerd-Rüdiger sagt:

    Zu Bertram Münzer
    Ich möchte dem, was Sie schreiben nicht widersprechen, sondern die Gelegenheit nutzen, den Begriff Elite (hier Washington-Elite) zur Diskussion zu stellen. Ist jemand, der losgelöst von den Menschen ist, Elite? Oder ist er lediglich ein Angehöriger der Oberschicht? Oder jemand mit vielen Privilegien? Ist es evtl.die abgehobene Existenz dieser „Elite“, die dazu geführt hat, dass Trump überhaupt gewählt wurde? Wie sieht das in Deutschland aus?

  73. hans sagt:

    Inzwischen würde es mich wundern wenn kein Beweis für Wahlfälschung auftauchen würde. Wenn das Ganze Sinn machen soll muss Trump dafür schon vor der Wahl gesorgt haben das es diesen Beweis geben wird. Es ist nur eine Frage der Zeit wann er damit raus kommt.

  74. hans sagt:

    zu @ Ralf-Michael Lübbers
    Ihnen ist schon bekannt das Biden auf keinen Fall eine Mehrheit im Senat haben wird? Das was sie sich wünschen ist nach meiner Einschätzung völlig irreal

  75. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    @ hans:

    „Ihnen ist schon bekannt das Biden auf keinen Fall eine Mehrheit im Senat haben wird?“

    Stehen ja programmatisch schöne Sachen in der heutigen Frankfurter Rundschau, was Biden und Harris so alles besser machen wollen. Hoffentlich wollen sie es wirklich, und hoffentlich können sie von den Republikanern nicht daran gehindert werden.

    So sie nicht von den Republikanern an ihren guten Werken gehindert werden…

  76. hans sagt:

    zu @ Ralf-Michael Lübbers
    Ich denke die große auch soziale Chance für Biden sind die Erneuerbaren Energien. Sie sind von Natur aus dezentral und bringen deshalb Geld aufs Land. Die USA haben dafür so gute Bedingungen das ein deutlicher Wirtschaftsaufschwung möglich ist der in dem Fall auch den kleinen Mann erreicht. Man kann ja in D. sehr gut sehen mit welchem Mut der Verzweiflung z.B. ein Altmeier dagegen ankämpft. Das wird auch in den USA dann die Frage sein. EE kommen eigentlich von selbst, das war auch schon bei Trump so, nur wie stark lässt man den kleinen Mann davon profitieren?

  77. Elena Ezeani sagt:

    So despektierlich es gegenüber dem erfolgreichen Journalisten Jürgen Neffe sein mag, ich muss ihm wegen seiner Sehweise widersprechen. Mit seinen Tatsachenbehauptungen, – Trumps „Auftritt nach der Coronainfektion“ sei „doch irre stark gewesen“ und „Er strahlt ein ungeheures Selbstbewusstsein aus…“ – liegt er meiner Meinung total daneben.
    Bei seinen Auftritten überspielt Trump vielmehr seine Minderwertigkeitskomplexe durch übertriebene Großmanns-Show, durch ein lächerliches Macho-Gehabe. Und zu Zeiten einer Corona-Pandemie mit Millionen Toten und Kranken zeugen seine maskenlosen Auftritte (und fehlenden Warnungen) nicht von drachentötenden Erfolgen (Siegfried), sondern von Dummheit und Verantwortungslosigkeit.
    Wäre ich Ärztin, würde ich eine „narzisstische Neurose“ diagnostizieren: die Verbindung von Narzissmus und Minderwertigkeitsgefühl (siehe wicker.de).

  78. Karl Wetzel sagt:

    Es ist einmalig in der Geschichte der USA, dass der Verlierer einer Wahl seine Niederlage nicht eingestehen will. Joe Biden hat die Wahl gewonnen und wird in das Weiße Haus einziehen. Gratulationen aus der ganzen Welt erreichen ihn. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bewusst auf einen Dank an den Wahlverlierer verzichtet.
    Dass Trump seine Niederlage nicht eingestehen will, könnte daran liegen, dass er seinem Nachfolger die Amtsübernahme so schwer wie möglich machen will. Offenbar hat Trump immer noch nichts dazugelernt. Der unfähigste Präsident aller Zeiten in den USA will das Weiße Haus erst verlassen, wenn Gerichte den Wahlsieg Bidens bestätigt haben. Ein unwürdiges Verhalten in der Demokratie der USA.

  79. Fritz Brehm sagt:

    Trump brüstet sich ja gerne mit seinen Milliarden. Und doch ruft der Milliardär seine Anhänger zu Spenden auf, damit die ihm die Prozesse gegen das Wahlergebnis bezahlen. Ist das noch peinlich oder schon erbärmlich? Oder ist er nur ein armer Milliardär?

  80. Manfred Schönfeld sagt:

    Dank den Wählern in den USA. Sie haben die Welt von einem Albtraum erlöst: eine weitere Amtszeit von Donald Trump.
    Die Weltmacht USA sind nun mal nicht mit uns in der EU zu vergleichen. Das riesige Land mit eigener Geschichte tickt anders! Demokratie funktioniert dort etwas anders, aber Gott sei Dank gibt es sie dort auch. Der amtierende Präsident ist aber kein Diktator dank der bewährten Institutionen dort und er wird sich auch noch fügen müssen.
    Sein Versagen bei Corona dürfte sein größter Fehler gewesen sein. Amerika führend in der Tat, wenigstens bei den Fallzahlen. Tatsachen sind nun mal durch Emotionen nicht abzuschaffen! Auch nicht in Zeiten der Vernebelung der Gehirne durch Massenmedien und Wahlkampfspenden. „Hochmut kommt vor dem Fall“: uralte Sprüche gelten auch heute noch.

  81. Rita Weigl sagt:

    Trump funktionierte seine republikanischen Genossen in einer stählernen Ausbildung zu einer Art fußgebundener Geishas um. Zu Kunstfigürchen, die an seinem Marionettenfaden baumeln und auf der Stelle tapsen. Sie sprechen nur noch über ihre großen Augen. Ihr erstarrter Mund lässt sie nichts sagen, ihr bleiches Dasein erstarrt im Atem seines Machthungers. Ihr Überleben fürchten Sie in seiner Hand. Sie verharren in ihrer Kunstwelt, die sie schwadronierenden „Proud Boys“ anbiedern, und denen sie so Gehör und Ausdruck zum Preis der Reinwaschung von Rüpelhaftigkeit und Respektlosigkeit verschaffen.
    God bless America. Vor allem am Samstag, bei den angekündigten Gegen-/Demonstrationen in Washington D.C., möge er seine schützende Hand über die Menschen halten. Wenn es hier gefährlich wird, hat das Volk es seinem volksuntreuen „Commander-in-Cheat“ zu verdanken.

  82. Dieter Brandt sagt:

    Es ist eindeutig zu viel der Ehre, nach einem politischen Albtraum wie diesem Menschen einen auf seinem Namen beruhenden politischen Stil (Trumpismus“) zu benennen. Auch wenn gesellschaftlich entwickelte Menschen das als die unbrauchbarste Geisteshaltung einer Gesellschaft verstehen, so werden seine Anhänger es als positive Hinterlassenschaft begreifen, der sie nacheifern wollen.
    Donalds politischer Stil ist einfach extremer Populismus, gepaart durch extremen Narzissmus, genauer: primitive, gesellschaftsfeindliche Egozentrik. Wer sich mit Grundverhalten von Lebewesen befasst erkennt, dass es sich bei diesem Verhaltensstil um die Grundantriebe unbewusster Tiere handelt, bei denen Intelligenz und Bewusstsein im Dienst tierischer Antriebe stehen. Moral oder gar gesellschaftliche Ethik sind dabei unbekannt. Auch mindestens 70 Millionen Anhänger in USA haben noch nicht erkannt, dass ein friedliches Zusammenleben kleinster wie größter Gesellschaften unmöglich auf solch einem Fundament aufgebaut werden kann, (siehe Rassismus, Ignoranz des Klimawandels, Gleichgültigkeit gegenüber Schwächeren etc.).
    Das ist nicht verwunderlich, sind doch die tierischen Antriebe in allen Menschen als Erbschaft genetisch verankert und wirken so lang ungebremst, wie zu geringe ethische Kontrolle darüber in den Gehirnen verankert ist.
    Es gibt sowohl im Internet als auch in entsprechender Literatur hinreichend weiterführende Argumente zu dieser Sicht.
    Bitte unterstützen Sie nicht mit „Trumpismus“ diesen Menschen dabei, in Erinnerung gehalten zu werden. Geben Sie ihm und seinen Anhängern keine Plattform!

  83. Joachim Bohndorf sagt:

    Das verspricht ein abgedrehtes Finale zu werden, wenn Trump das Weiße Haus mit Brettern vernagelt und sich im Oval Office verschanzt. Die durchgeknallte Fiktion rückt durchaus in den Bereich des Möglichen. Trump loszuwerden mutet immer mehr wie der Kampf gegen das unberechenbare Corona-Virus an.
    Auch die zweite Trump-Welle kommt bestimmt. Schließlich hat fast die Hälfte der Amis den Trump-Faschismus in Kenntnis all seiner Ungeheuerlichkeiten gewählt. Die USA sind überdies als ein waffenstarrendes Land berüchtigt, befeuert von der mächtigen, Trump treuen National Rifle Association. Das kann zwangsläufig kein gütliches Ende nehmen. Von wegen demokratische Spielregeln, sondern Wildwest brutal!

  84. Heinz-A. Hetschold sagt:

    Die beklagenswerten Wähler und Besucher dieses unwürdigen Theaterstückes können nur noch verlieren. Dauerkarten für diese Politbühnen werden jetzt zum Nulltarif verramscht, mit Negativzins zum Miet-Abo angeboten…
    Was geht denn jetzt noch anders, was nicht schon längst entschieden, aber noch nicht vollständig ausgezählt ist? Im letzten Akt folgt nach der reinen Lehre der Dramaturgie die Auflösung des Konflikts! Der letzte Überlebende des Gemetzels will es jedoch nicht wahrhaben, seinen Söhnen bereitet er den beschämten Sturz in das „loyal“ vergiftete Kurzschwert, deren geiselhafter Opfertod den Verführer reinigen soll? Wahrhaftige Familien-Bande? Clan-Band? World Disney’s letztes Drama?
    Cäsar Zitat zu „de bello gallico“: “Alea jacta sunt“ (die Würfel sind gefallen)! Der Krieg ist entschieden! Aus, es ist vorbei! Basta! Klimawandel!
    Warum nicht auch in den „gläubigen“/„ungläubigen“ USA des D. Trump? Warum lügen er und seine Anhänger noch immer? Es ist genug!

  85. hans sagt:

    (…)

    Kommentar hierhin verschoben, wo er inhaltlich hingehört.
    Gruß, Bronski

  86. hans sagt:

    Am 5. Januar wird über die Mehrheit im Kongress in dem umkämpften Staat Georgia entschieden. Es wird spannend zu beobachten sein ob wirklich alle Trumpwähler sich nicht abgestoßen fühlen von dem was ihr Kandidat derzeit abliefert.

  87. stefan vollmershausen sagt:

    Das ist Schwerstarbeit, diesen Mann aus dem Weissen Haus zu vertreiben. (18.11.)

    vierzehn Tage nach der Wahl wird immer noch durch Trump gewütet und beschuldigt, geklagt und demonstriert.
    Wie ein Sonnenkönig im Schloß, so inszeniert er sich.
    Ist denn Amerika die USA überhaupt noch eine Republik, oder wollen sie tatsächlich ihren Louis XIV ?
    Trump ist abgewählt, aber es stellt sich wirklich die Frage, ob die Amerikaner überhaupt noch republikanisch gesinnt sind, oder sich einem Absolutismus hingeben wollen ?

  88. Wilmar Steup sagt:

    In den Vorgängen während der Präsidentenschaft von D. Trump, gipfelnd in der Weigerung von Trump das Wahlergebnis anzuerkennen, und der Blockierung des Finanzpaketes der EU durch Ungarn und Polen sehe ich Parallelen. Es zeigt sich jeweils die umfassende Erosion zivilisatorischer und demokratischer Errungenschaften vergangener Jahrzehnte, gar Jahrhunderte aufgrund der Versäumnisse von Anpassung an neue Gegebenheiten. Trump kommt dabei eigentlich nur die Rolle des hervor scheinenden Akteurs an mächtiger Stelle und Vorreiters im Prozess der tendenziellen Zerstörung „unserer“ Zivilisation durch Destabilisierung und Missachtung zu. In seinem Fall bezogen auf nahezu alle scheinbaren Selbstverständlichkeiten und Konventionen. Der (noch) geltende Rechtsweg wird dabei beschritten und akzeptiert, wenn er den Akteuren einen Vorteil verspricht. Personelle Neubesetzung von Schaltstellen oder weitergehender umfassende Umstrukturierung von Rechtssystemen soll helfen den Umbau der Gesellschaft Richtung Abbau der Demokratie abzusichern.
    In der EU ist die aktuelle Hilflosigkeit der Mehrheit, die Rechtsstaatlichkeit in den Mitgliedsländern zu sichern deutlich. Die Demonteure der Rechtsstaatlichkeit in ihren Länder berufen sich auf Rechtsmechanismen der EU und versuchen durch Erpressung im Rahmen der geltenden Einstimmigkeit (aktuell bezüglich der Haushaltsentscheidungsregelungen) ihre nationale Handlungsfreiheit zu sichern. Hierin sehe ich eine Gefährdung jeglicher Demokratie, des Rechtsstaates durch „legale“ Machtsicherung oder gar Machtergreifung der Undemokraten.
    Ein neuer Charaktertyp von Populisten geht dabei mit neuen Mitteln vor. Im extremen Fall von Trump sahen amerikanische Psychologen schon zu Beginn der Amtszeit auf Grundlage seiner Biographie die Gefahr der „Normalisierung des Bösen“, durch seine Präsidentschaft. Wie erfolgreich der zugehörige Weg von Trump beschritten wurde und wirken konnte, lässt von Zeit zu Zeit erschaudern. Trump ordneten sie als „bösartigen Narzissten“ und „zügellosen, extremen Gegenwarts-Hedonist“ ein, den weder Vergangenes noch die Auswirkung seines Handelns in der Zukunft interessieren. Die Beurteilung schwankte dabei in der Einschätzung, ob er nun schlau „crazy like a fox“ oder nur „crazy like a crazy“ ist. Lediglich in seinem Wirken im Dienste der Verfolgung des Ziels der Aufwertung seines eigenen Egos lässt sich eine durchgängige – wenn auch furchtbare – erklärende „Rationalität“ sehen. Wahrheit besteht für ihn in personeller Realität jenseits aller vielfältig dokumentierter harter Fakten Donald Trump ist/war ein andere Menschen zutiefst verachtender amerikanischer Präsident. Das hat er unzählige Male durch Reden und Handeln bewiesen. Beispiele sind seine Aussage mexikanische Flüchtlinge seien Tiere, seine lauthals verkündete verachtende Sicht auf Frauen, sein Prahlen damit, dass er auf der Straße einen Menschen erschießen könne, ohne Wählerstimmen zu verlieren. Er konnte Präsident werden und vorleben, wie man Grundlagen menschlicher Zivilisation öffentlich zur Seite schiebt, eine Normalität des Bösen lebt. Andere Menschen können sich in ihrer problematischen Haltung bestätigt fühlen, das ist doch „normal“, wenn es selbst ein amerikanischer Präsident letztlich ungehindert so agiert.
    Trump lässt besonders offenkundig die Idee „Wahrheit“ als antiquierte Kategorie erscheinen. Ihm gelingt es Wirklichkeit in den Köpfen vieler Menschen, wirkungsmächtiger als man sich das zu Beginn seiner Amtszeit vorstellen konnte, durch seine Weltsicht zu ersetzen (sinngemäßes Trump-Zitat: „Don´t believe what you read, don´t believe what you see it´s not what is happening.“.) Zunehmend viele Machtinhaber in aller Welt agieren mehr oder weniger in dieser Richtung, die an George Orwells Zukunftsvision im Roman 1984 erinnert. Was der amerikanische Präsident Trump vorlebt(e) dient vielen als Blaupause und legitimiert Nachahmer sowohl auf der Ebene alltäglicher Zwischenmen­schlichkeit bis hin zur Ebene nationaler und internationaler Politik.
    Dass Trump nun nach 4 Jahren nahezu alltäglichen Erlebens seiner Persönlichkeit von über 70 Millionen Amerikanern gewählt wurde, macht über den Zustand der USA schon sehr nachdenklich.
    In unsrer auf zunehmender Ungleichheit basierenden gesellschaftlichen Situation gepaart mit der durch die neuen Medien in davor unbekannter Wucht möglichen Manipulierung agiert Trump als ein Brandbeschleuniger.
    Einzelne Kommentatoren relativieren das insgesamt furchtbare, desaströse Wirken von Personen wie Trump, ihre destruktive Wirkung, wenn sie zwar zurecht darauf verweisen, dass er sicher nicht der primäre Verursacher der gesellschaftlichen Spaltung in den USA ist. Wenn dann jedoch – wie Rafael Seligmann, gelesen in einer Gießener Lokalzeitung – den „Verdiensten“ von Trump großer Raum gegeben wird und führen unter anderem an, er habe den in Amerika wirtschaftlich abgehängten Underdogs den Stolz zurückgegeben, so drängt sich mir ein oft gehörter Satz aus meiner Kindheit ins Gedächtnis: ´Es ist auch nicht alles schlecht gewesen.´ So hat der Volksmund teilweise das Wirken eines der furchtbarsten Politiker aller Zeiten relativiert: Er hatte Autobahnen bauen lassen, Arbeitslosenzahlen reduziert, Underdogs den Stolz der Herrenrasse gegeben, …
    Die Bedeutung der – von Erich Fromm untersuchten – „Seele des Menschen“, insbesondere von Mächtigen mit Gewalt über den „roten Knopf“ der Atombomben darf keineswegs klein „geschrieben“ werden. So sehe ich im bisherigen Herangehen Joe Bidens an Machtausübung, sein und Kamala Harris´ens grundsätzlich anderes Menschenbild im fundamentalen Gegensatz zu Trump alleine als großen Lichtblick. Man kann insbesondere auch aufgrund des sehr schwierigen Ausgangslage, der zu erwartenden Blockadepolitik der Republikaner, der Verheerungen durch Trump keine Wunder erwarten. Es ist der voraussichtliche Schritt zurück zu „normalem“, kalkulierbarem Handeln der Führung der USA aber ein Hoffnungsschimmer – mehr nicht.
    Dass es einer Pandemie bedurfte, Trump zu Fall bringen, stimmt bei allem nicht gerade optimistisch. Auch ist damit zu rechnen, dass Trump selbst nach einem vollzogenen Präsidentenwechsel weiterhin den öffentlichen Diskurs in den USA wesentlich mitbestimmt. Auch ist zu befürchten, dass er 2024 erneut für das Präsidentenamt kandidiert und den Republikanern den Zuspruch seiner Anhänger sichert. Es sei denn, Trump holt nach Aufhebung seiner Immunität die bei aller Skepsis noch funktionierende Rechtsstaatlichkeit ein.

  89. hans sagt:

    Trump ist erst abgewählt wenn die Wahlmänner im Dezember entsprechend abgestimmt haben. Es sollte klar sein das er alles tun wird das zu verhindern. Was , keine Ahnung. Vielleicht die Abstimmung wegen Corona um ein Jahr verschieben. Das er sich da einfach abwählen lässt glaube ich nicht.

  90. Stefan Vollmershausen sagt:

    Trump Anhänger demonstrieren in Washington DC und sprechen immer noch von einer gestohlenen, einer gefälschten Wahl.

    Dabei wurde doch im November 2000 die Wahl durch die Republikaner mit ihrem Kandidaten Bush, den Demokraten genauso gestohlen.
    Es war ein knappes Ergebnis in Florida, mit wenigen Stimmen Unterschied.

    Nachdem die republikanische Partei 2000 die Wahl für sich entscheiden konnte, kam es wenige Monate später zum Krieg.
    Bis dahin regierten in den wichtigen Ländern, wie Großbritannien, Deutschland, USA – sozialdemokratische Parteien.
    Die Labour Party in UK mit Tony Blair, Bill Clinton war Präsident, seine Ehefrau Hillary, Senatorin von New York. Rot-grün regierte in Deutschland, in Berlin, mit Gerhard Schröder.

    Es war 2000 sozialdemokratisch in den wichtigen Ländern, UK, USA, BRD –
    wenige Monate nach der Wahl und den knappen Stimmen von Florida, kam es zum Krieg.

    Der Krieg war unausweichlich, nach den Anschlägen auf das World Trade Center.
    Der Krieg gegen den Terror ging dagegen zu Lasten der sozialdemokratischen Parteien,
    sie verloren in wichtigen Ländern an Einfluss und Wählern.

    Sprechen die Trump Anhänger 2020 also von einer gestohlenen Wahl, so sollte man auf das Jahr 2000 verweisen,
    als durch den Supreme Court ebenfalls eine Wahl gestohlen wurde.

    Zuungunsten der demokratischen Partei und ihren Partnern in
    beispielsweise Großbritannien und der Bundesrepublik.

  91. hans sagt:

    https://www.greentechmedia.com/articles/read/invenergy-announces-1.3-gw-series-of-solar-projects-in-texas
    Hier kann man sehen welche Chancen sich Biden bieten. Texas ist inzwischen einer der großen EE Standorte. Da werden auch die beiden republikanischen Senatoren nicht dagegen stimmen.

  92. Stefan Vollmershausen sagt:

    Die Biden Agenda nimmt Fahrt auf.

    Heute Nacht (23.11.20) gab Donald Trump das okay für den Übergang, für die Transition, für die neue Biden Administration.
    Es ist zweifelslos ein harter Kampf, diesen Mann aus dem weißen Haus zu vertreiben !
    In Amerika ist es nicht unüblich, dass Verwandte eines ehemaligen Präsidenten, – nachdem sie mit dem weißen Haus Kontakt hatten -, selber in die Politik gehen. Clinton, Bush, Kennedy sind da Beispiele.

    Es ist damit zu rechnen, das die Söhne oder die Töchter von Donald Trump Geschmack bekommen haben,
    am regieren. Demnach ist mit der Trump Familie auch noch weiter zu rechnen, auch nach einer möglichen zugegebenen Wahlniederlage, was aber bis heute nicht abzusehen ist.
    Donald Trump hat noch immer nicht seine Wahlniederlage eingeräumt, drei Wochen nach der Wahl

  93. stefan vollmershausen sagt:

    Wenn in einem Vergleich unser Bundeskanzler so reich wäre, dass es für einen eigenen Düsenjet,

    – wie eine Boeing langen würde -, der Bundeskanzler zusätzlich

    eine neue Regierungsmaschine im Namen der Bundesregierung bauen lassen würde,

    dann ist das sehr korrupt und eine Kaperung der Bundesregierung zu Privatbesitz.
    Nichts anderes ist in den USA passiert, unter Donald Trump gab es keine Differenz mehr zwischen dem Regierungshandeln und privaten Handeln.