Pandemie: Kommunikation statt Provokation

CoronamerkelDie Bundesregierung erntet derzeit viel Kritik für ihre Pläne, mit denen sie die Corona-Infektionszahlen in Deutschland einzuhegen versuchen will. Die verzeichnen momentan täglich neue Höchststände. Hatte die Kanzlerin noch vor kurzem sinngemäß gesagt, wenn das so weitergehe, hätten wir an Weihnachten täglich rund 20.000 Neuinfektionen, so müsste sie heute wohl eingestehen, dass sie sich geirrt hat: An der 20.000er-Marke kratzen wir schon jetzt. Zeitverzögert, wie nicht anders zu erwarten, steigen jetzt langsam auch die Zahlen der Intensivfälle. Hinter diesem Begriff verbergen sich Menschen mit problematischem Infektionsverlauf, von denen einige beatmet werden müssen. Die Kurve der Neuinfektionen zeigte in den vergangenen Tagen alle Anzeichen eines exponenziellen Verlaufs. Das bedeutet: Die Infektionswelle ist im Begriff, außer Kontrolle zu geraten, oder ist bereits außer Kontrolle. Es geht nun darum zu verhindern, dass sich diese Entwicklung auf die Zahl der Intensivfälle überträgt. Sollte es nicht gelingen, diesen Anstieg einzudämmen, könnte es geschehen, dass nicht mehr alle Patienten die Behandlung bekommen, derer sie bedürfen. Oder um es drastischer zu formulieren: Unsere medizinische Versorgung könnte zusammenbrechen.

Unsere Regierung tut also gut daran, alle notwendigen Hebel zu bedienen, um diese zweite Welle zu brechen. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) hat darum einen Wellenbrecher-Lockdown vorgeschlagen: einen kompletten Lockdown für eine begrenzte Zeit, die ausreichen würde, alle Infektionsketten zu unterbrechen. Dazu kommt es nicht, doch was stattdessen kommen soll, birgt genug Konfliktstoff für das gestresste Land und seine angespannten Menschen: Restaurants, Fitnesscenter, Saunen und Cafés müssen den November über (teilkompensiert) schließen, es gelten Versammlungsverbote für Gruppen von mehr als zehn Menschen (die auch nur aus zwei Haushalten kommen dürfen), wir sollen nicht mehr reisen, möglichst auch keine Ausflüge machen, uns ruhig verhalten und Solidarität üben.

Für viele ist das eine Zumutung, und dementsprechend hagelt es Proteste. War die Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU) das Land bisher durch die Krise geführt hat, im Allgemeinen noch recht groß, scheint sich dies jetzt umzukehren. Warum eigentlich? Warum eigentlich? Könnte es vielleicht auch an ihrer Art zu kommunizieren liegen? Dann und wann eine Videobotschaft, jetzt auch mal, okay, eine Regierungserklärung im Bundestag – reicht das, um die Menschen mitzunehmen? Denn das – und darin sind sich die Experten weitgehend einig – ist wohl der entscheidende Punkt: Die Menschen im Land müssen überzeugt werden, damit sie mitziehen. Freiwillig, aus Einsicht und mit guten Argumenten. An letzteren mangelt es nicht. Möglicherweise hat der Kampf gegen die Beharrungskräfte der Bundesländer, die es aus Sicht der Kanzlerin zu allererst zu überzeugen und auf eine Linie zu bringen galt, so viel Kraft gekostet, dass Merkel dieses wichtige Ziel aus dem Fokus verloren hat.

CoronadialogEs ist nicht einfach, in der Pandemie eine klare Linie zu fahren. Auch nicht für uns, die Berichterstatter. Wenn ich mir ansehe, was da so an Zuschriften hereinkommt, muss ich wohl attestieren, dass ein Teil unserer Zeitgenoss:innen – wie groß dieser Anteil ist, bleibt ungewiss, aber er ist laut – nicht von diesem Solidaritätsgedanken überzeugt werden kann, weil er nicht überzeugt werden will. Diese Menschen wissen schon alles über das Virus – was umso sonderbarer ist, als vieles um Sars-CoV-2 noch so neu für die Wissenschaft ist. Die FR hatte ein Dialogangebot gemacht und als Resultat vier Seiten Tagesthema in ihrer Ausgabe vom 19. Oktober gebracht: mit einem Werkstattbericht unserer Wissenschaftsexpertin Pamela Dörhöfer und vielen Meinungen und Positionierungen von Leserinnen und Lesern zu diesem Thema (es geht allerdings nicht nur um die Pandemie). Ich verlinke diese Seiten hier erneut als pdf-Dokumente (Seiten 2/3, Seiten 4/5) und füge dem das Interview hinzu, das die FR am 30. Oktober mit dem Virologen Hendrik Streeck geführt hat. Es erschien in der Print-FR unter der Überschrift „Wir machen genau das, was wir nicht wollen“.

Die ersten drei folgenden Zuschriften nehmen Bezug auf die FR-Debatte, die folgenden auf das Streeck-Interview.

Meinungsverschiedenheiten auf dem Podium

Mit Interesse habe ich die Leserbeiträge sowie die Antworten von Herrn Hebel gelesen. Zum Teil finden sich leider schwer erträgliche Leser-Beiträge; nahezu schockiert hat mich in einem Beitrag der leider immer wieder vorkommende Griff zu Vergleichen aus dem „Dritten Reich“, hier „Gleichschaltung“. Dies stellt in meinen Augen eine Verharmlosung dar und damit eine Beleidigung und Verächtlichmachung all derer dar, die unter den damaligen Maßnahmen auf das schwerste gelitten haben.
Dagegen sind die Antworten von Herrn Hebel wohltuend sachlich und nicht emotional. Es ist das große Verdienst Ihrer Zeitung, diese wichtige Diskussion auf ein Podium zu heben und damit die Meinungsverschiedenheiten sichtbar zu machen und ihnen zu begegnen.

Jutta-Maria Roth, Königswinter

Liebe Redaktion

In den Artikeln zum Corona-Dialog wird unter anderem erläutert, warum z.B. Herr Bhakdi keinen Raum für eine Auseinandersetzung in der FR bekommt. Denn einige Leser fordern/wünschen dies. Ich bedanke mich ausdrücklich, dass die FR es nicht tut.
Die kruden Thesen im Buch „Corona: Fehlalarm?“ basieren auf der Annahme (die aus dem Beginn der Pandemie stammt), dass Covid-19 mit einer normalen Grippe gleichzusetzen ist. Diese Annahme ist aber inzwischen klar widerlegt.
Was man inzwischen weiß? Die Sterblichkeit bei Covid-19 ist deutlich höher. Die Übersterblichkeit aus März/April, die in vielen Ländern ermittelt wurde, sagt dies deutlich. Ich habe noch nie gehört, dass nach einem „Influenza-Ausbruch“ in einem Pflegeheim, wie in Wolfsburg im März geschehen, 47 von 160 Menschen starben (fast ein Drittel). Herr Bhakdi hätte sich das vor Ort mal anschauen können, bevor er diese Thesen verfasst.
Es gibt inzwischen eine Meta-Studie, die auf rund ein Prozent der Infizierten kommt. Bei einer alten Bevölkerung, wie in Deutschland, noch höher (1,5 Prozent). Der R-0-Wert von Corona liegt bei etwa 3,5 und der einer Influenza zwischen 1 und 2. Ohne Maßnahmen gehen die Corona-Zahlen exponenziell durch die Decke.
Gegen Influenza gibt es eine Impfung. Daher und durch den niedrigeren R-0 auch kein exponentielles Wachstum. Wenn man eine Influenza überstanden hat, hat man in der Regel nicht mit weiteren Beschwerden zu kämpfen. Viele Covid-19-Patienten, die also nicht in der schon hohen Sterblichkeit die Schwere der Krankheit dokumentieren, kämpfen lange mit vielen Beschwerden. Und wir können heute noch nicht sagen, ob diese Beschwerden abklingen, und wie lange das dauert.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum ein (ehemaliger) Wissenschaftler so agiert. Bei der Suche nach dem Grund hierfür ist Raum für Verschwörungsmythen!

Thomas Wenske, Bad Vilbel

Liebe Redaktion

Mit Interesse und zunehmender Freude habe ich heute die Dokumentation kritischer Leserbriefe mit den zugehörigen Antworten von Stephan Hebel zur Corona-Politik und insbesondere zu der Berichterstattung darüber in der FR gelesen. Es mag manches Mal schwierig sein, auf sehr emotionale, undifferenzierte und teilweise auch auf Unterstellungen beruhende Vorhalte sachlich einzugehen und die eigene Position zu erläutern. Aber die mühsame Arbeit, die Kommunikation über Meinungsverschiedenheiten hinweg aufrecht zu erhalten, Fakten und Bewertungen zu trennen und dabei im Tonfall grundsätzlich respektvoll zu bleiben, ist notwendig, wenn wir den gesellschaftlichen Zerfall in sich feindselig gegenüberstehende „Meinungsblasen“ nicht hinnehmen wollen. Denn dieser Zerfall gefährdete in der Tat die Demokratie, die auf einen breiten Grundkonsens als Basis der Auseinandersetzung um akzeptable Lösungen trotz unterschiedlicher Interessen angewiesen ist.
Insofern begrüße ich sehr Stephan Hebels individuelle Antworten auf einzelne Leserzuschriften. Eine wahre Sisyphusarbeit, die mich an Hasnain Kazims Buch „Post von Karl-Heinz“ erinnert hat, eine Dokumentation der Diskussion qua Kurznachrichten mit den Absendern von Hassmails. Die zumindest gelegentliche Rückmeldung an Stephan Hebel, dass sein Engagement bei Empfängern seiner Antworten zum Nachdenken und zu Differenzierungen geführt hat – wie es bei Hasnain Kazim der Fall war – wäre zu wünschen. Deshalb: Weiter so!

Horst Coujad, Hamburg

Die Gesundheitsämter kommen nicht mehr hinterher

Wir machen es uns einfach, die Explosion der Infektionszahlen auf private Partygeschehen und zu viele Sozialkontakte zu schieben, während wir wochenlang die Auftritte von „Unmaskierten“ bei öffentlichen Veranstaltungen aus Sport, Kunst und Kultur, ja sogar im Bundestag mit ansehen konnten. Woher nehmen unsere Vertreter der Gastronomie, Kinos und Fitnesstudios, Kultur- und Sporteinrichtungen die Gewissheit, dass bei Ihnen keine Ansteckungen stattgefunden haben? Woher kommt die Gewissheit für Schulen und Kitas? Fakt ist doch, dass der Großteil der steigenden Infektionsfälle von den Gesundheitsämtern schon lange keinem Geschehen mehr zugeordnet werden kann!
Wissen Sie heute noch, mit wem Sie Tage zuvor Kontakt hatten? Gar nicht zu reden von den vielen Befragten, die solche Kontakte lieber verschweigen – aus welchen Motiven auch immer.
Im November könnte sich zumindest jetzt zeigen, ob die wirklich infektionsrelevanten Einrichtungen geschlossen wurden. Ab jetzt läuft aber auch der Countdown für die Aufstockung von fehlendem Personal in sämtlichen n o c h offen gebliebenen Bereichen wie Schulen, Kitas, Pflegeheimen und Krankenhäusern, Gesundheitsämtern und nicht zu vergessen auch in Schulbussen.

Sylvia Heger, Dortmund

Als Zeichen großer Ratlosigkeit

Bisher stand ich tapfer hinter allen Entscheidungen zu Corona, jetzt aber erscheint mir der aktuelle Lockdown als Zeichen großer Ratlosigkeit und die Regeln nicht zielführend. Es war nicht in den Konzerten, nicht in den Museen oder den seriösen Restaurants und Cafés, in denen die Viren sich massenhaft verbreitet haben. Es waren doch eher größere private Veranstaltungen sowie öffentliche Massentreffen. Ich möchte nicht wissen, wie viele TeilnehmerInnen der Anti-Corona-Demos sich angesteckt haben, jetzt aber nicht so gerne den Zusammenhang herstellen. Ich denke, dass nun wieder mehr im Privaten geschieht, was sonst geregelt und geschützt im öffentlichen stattgefunden hat. Dadurch wird sich nichts verhindern lassen. Ein Effekt aber könnte sein, dass Gegenreaktionen und Aggression weiter steigen, weil die Leute frustriert sind und den Sinn nicht einsehen.

Brigitte Heinzmann, Frankfurt

Zum Dank gibt es ein Arbeitsverbot

Liebe Rundschau, erst jetzt, wo wieder unzählige Unternehmen dem Aktionismus geopfert wurden, kommt das Interview mit Streek, dem Mann, der schon im März alles sagte, was zu sagen war. Wieder ruinieren wir tausende von Existenzen. Obwohl nachweislich weder Gastronomie noch Sportstudios die besondere Verbreitung des Virus fördern, dreht man uns die Gurgel rum. Zur Abkehr vom Tenor, kein weiterer Shut-Down, das verkraften wir nicht, bedarf es eines Schachzuges. Lauterbach, getriebener, restriktiver Durchgreifer, verlangt den zweiten Einsatz. Drosten, Hyper-Experte und Vielsager, legt nach, und schon kann Merkel ankündigen, sie werde hart durchgreifen. Das Vokabular erinnert an schlimmste Zeiten und vernichtet skrupellos Kultur, Eventbranche, Gastronomie, Sportstudios und viele Andere, wir sind ohne Lobby hilflose Bauernopfer. Das Szenario verschleiert Versäumnisse obengenannter Entscheidungsträger. Noch immer schützen wir Kranke und Alten nicht angemessen, testen die Falschen, lassen Pflegekräfte und medizinisches Personal unterbezahlt arbeiten und entscheiden ohne Parlament. Mahnende Rufe? Von ganz links, ganz rechts und der FDP, der Rest zieht widerspruchslos mit. Existenziell Betroffene haben kein Verständnis mehr, Protest wird in rechte Ecken manövriert. Über Jahrzehnte tragen wir Selbstausbeuter in unserer 7 Tage-Woche diese Republik entscheidend mit, wir bezahlen unsere Steuern und Mitarbeiter bis zum bitteren Ende, denn wir sind Menschen, keine cleveren Firmenkonstrukte. Ich bin 60 Jahre alt, auf uns warten keine sicheren Renten, wir arbeiten weiter, und ich habe einen Teil meiner Altersvorsorge in eine große Lüftungsanlage gesteckt, damit meine Tochter unseren Familienbetrieb weiterführen kann. Ein Arbeitsverbot ist der Dank.

Christian Kornblum, Hofheim

Ich glaube, ich wähle das Risiko

Ich gehöre zu mehreren Risikogruppen. Ich bin alt und ich habe das ,was man „Vorerkrankungen“ nennt. Ich habe also denkbar schlechte Karten. Ich denke dabei natürlich an den Tod durch Covid-19, aber noch viel mehr bedrückt mich das Leben „geschützt vor Covid -19“ Sicher, es wird sich jemand finden, der für mich einkauft. Ich werde nicht verhungern, aber ich werde vereinsamen. Ich bin Witwe. Meine Kinder haben „systemrelevante“ Berufe, das heißt, ich werde weder sie noch meine Enkel sehen. Von dem Alleinsein, der Einsamkeit redet kaum jemand. Ich denke darüber nach, lebe ich noch ein, zwei Jahre „beschützt“ und einsam, oder nehme ich das Risiko „Covid-19 “ auf mich. Ich glaub‘, ich wähle das Risiko.

Christa Kreß, Gelnhausen

Es ist richtig, Aufläufe von Menschen anzuzeigen

Denunzieren ist ethisch abzulehnen. Aber Leute, die die Coronaregeln ablehnen, sich falsch verhalten und damit andere Menschen gefährden, sind keine Opfer, die denunziert werden, wenn man sie meldet. Das Wort „denunzieren“ wird in falschem Zusammenhang verwendet, das ist etwas ganz anderes als in der Nazizeit, in der Menschen denunziert wurden, die z.B. Juden versteckt hatten. Diese Menschen haben keinen anderen gefährdet, sondern andere geschützt.
Ich finde es richtig, wenn Menschenaufläufe ohne Beachtung der Coronaschutzverordnung nicht unwidersprochen stattfinden sollten, sondern z.B. dem Ordnungsamt gemeldet bzw. angezeigt werden, damit die Infektionswelle gestoppt werden kann.

Birgit Haude, Neuss

68 Kommentare

  1. Es ist nicht so, dass es keine Alternativen zum Lockdown light gäbe. Nebenbei: Was für eine gigantische Verharmlosung dieser Begriff intendiert! Weder Scholzens Wumms noch seine Bazooka sind da angekommen, wo sie gebraucht werden. Wann die neu versprochenen 10 Milliarden auf den Konten derer sein werden, die jetzt in den Lockdown geschickt werden, ist ebenso fraglich. Alternative: Das Virus wird nur da geschlagen werden können, wo es diagnostisch zu finden ist – in der Nasen- und Rachenschleimhaut. Was spricht eigentlich dagegen, der gesamten Bevölkerung statt des Lockdowns zusätzlich zu den AHAL-Regeln zu empfehlen, altbewährte antivirale Nasensprays und Gurgellösungen zwei Wochen anzuwenden? Spricht dagegegen, dass im Erfolgsfall dieser Minimalprophylaxe ein neues Geschäftsmodell kollabieren würde, für das weltweit Abermillionen bereitgestellt wurden und an dem sich jetzt Unzählige eine goldene Nase verdienen wollen?

  2. hans sagt:

    zu @ Dr. Norbert Guggenbichler
    Keine Ahnung ob sie recht haben aber eins ist für mich klar. Das Virus wird nicht auf Dauer durch einen Lockdown eingedämmt sondern durch Durchsetzung der AHA Regel. Das was sie vorschlagen wäre wohl zusätzlich einen Versuch wert.( habe ich im März als ich in Quarantäne war übrigens so ähnlich gemacht) Die Durchsetzung der AHA Regel wird jetzt auf Dezember oder Januar verschoben. Wenn man das gleich machen würde wäre der Lockdown wohl nicht nötig. Meine Meinung ist mit Sicherheit davon geprägt das ich meinen Sommerurlaub in einer Region verbracht habe die heute noch kein Risikogebiet ist und ich deshalb glaube gesehen zu haben wie es gehen kann.

  3. Zugegeben: Ich hätte mir bei der Kommunikation von Bundesregierung und Länderregierungen in Sachen Covid-19 eine deutlich schnellere Reaktion auf das Infektionsgeschehen und eine glasklarere Gefahreneinschätzung gewünscht. Richtig verärgert hat mich jedoch das geäußerte Verständnis für unangemessene Reaktionen in der Bevölkerung, die ihre Ursachen in bewusster Ignoranz von Tatsachen und offensichtlicher Rücksichtslosigkeit haben. Diese Form von Beschwichtigung soll vermutlich der Beruhigung dienen, aber das Virus verlangt nach Aufklärung und verantwortlichem Handeln. Hier müssen die Regierenden mit gutem Beispiel vorangehen und dürfen sich nicht in den Fußspuren von populären Vorurteilen bewegen.

    Das Verdrängen des eigentlich Unleugbaren spiegelt sich auch im Vorspann zu diesem Blog. Wenn die ältere Dame schreibt, dass sie wegen ihrer Einsamkeit lieber das Risiko wählen möchte, so muss ich ihr leider sagen: Sie werden durch die Einschränkungen sowohl vor anderen als auch vor sich selbst geschützt. Und andere auch vor Ihnen, nämlich vor einem gemeingefährlichen Risikobewusstsein.
    Und dem Zahnarzt und Heilpraktiker, der eine allgemeine Prophylaxe durch antivirale Nasensprays empfiehlt, rate ich, seine eigene Erkenntnis ernst zu nehmen, die er im Impressum seiner Homepage so beschreibt: „Bei hier vorgestellten Behandlungsmethoden handelt es sich oft um Verfahren der alternativen Medizin, die wissenschaftlich noch nicht anerkannt sind.“

    Auch einer Zuschrift wie „Wieder ruinieren wir tausende von Existenzen. Obwohl nachweislich weder Gastronomie noch Sportstudios die besondere Verbreitung des Virus fördern, dreht man uns die Gurgel rum“ muss ich vehement widersprechen. Nachweisbar ist, dass das Virus in Deutschland bislang mehr als 10.000 Menschenleben ausgelöscht hat. Wer in den USA Firmen verklagt, weil sie die Gesundheit von Menschen zerstört haben, kann mit hohen Entschädigungen rechnen. Mitunter sind das umgerechnet 1 Million Euro und mehr. 10.000 x 1 Million = 10 Milliarden. Vielleicht verhilft diese materielle Annäherung an den Wert menschlichen Lebens einigen Verharmlosern auf die Sprünge.

    Auch die häufig kolportierte Behauptung, dass die Gastronomie an der Verbreitung des Virus nicht beteiligt ist, dürfte einer näheren Überprüfung nicht standhalten. Nachdem die Gaststätten unter Auflagen (Händedesinfektion beim Betreten, 1,5 m-Abstand zwischen den Tischen, Maskenpflicht bis zum Platznehmen, Ausfüllen eines Meldezettels) wieder öffnen durften, war ich anfangs von der strikten Einhaltung der Regeln positiv überrascht. Doch diese Phase dauerte nicht lange an. Bereits Ende Juli stellte ich in Frankfurt-Sachsenhausen fest, dass sich kaum ein Wirt noch daran hielt. Allein die Führung der Gästenachweise erwies sich als eine intellektuelle Überforderung. Einige Stichproben in verschiedenen Gaststätten brachten ans Tageslicht, dass ich keine Spuren hinterlassen hatte (mit Ausnahme der Rechnung). Vor diesem Hintergrund überrascht es mich nicht, wenn auch das Frankfurter Gesundheitsamt mehr als die Hälfte der Infektionen nicht mehr nachverfolgen kann. Einem wesentlichen Teil der Gastronomie werfe ich darum vor, diese katastrophale Entwickelung mitverursacht zu haben.

    Auch die Verlautbarungen des Frankfurter Schauspielhauses hinsichtlich der Be- und Entlüftung können mich nicht überzeugen. Die politisch Verantwortlichen haben während der letzten 30 Jahre dem Verschleiß der Theaterdoppelanlage tatenlos zugesehen. Dass Klimaanlage und Belüftung erheblich sanierungsbedürftig sind, bemerken die Stammbesucher bereits seit mindestens acht Jahren. In 2019 wurde zwar eine Reparatur durchgeführt, aber die Haustechniker mussten dabei improvisieren, denn es gab keine Ersatzteile mehr. Magistrat und Stadtverordnetenversammlung haben bekanntlich Großes vor, da passt eine dringend gebotene Sanierung selbst in Seuchenzeiten nichts ins Konzept.

    Geradezu entlarvend sind die Äußerungen einiger Politiker, dass die Abgeordneten um ihre Mitbestimmungsrechte gebracht würden. Doch auch Christian Lindner, Vorsitzender der FDP, der ständig die Nichtbeteiligung des Parlaments beklagt, hat es bislang unterlassen, sich für eine Einberufung des Bundestags gemäß Artikel 39, Absatz 3 des Grundgesetzes, sowie § 21, Absatz 2, der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestags stark zu machen. Vor der Sommerpause wäre dazu Zeit gewesen.

    Covid-19 macht es deutlich: Wir stehen bereits seit langem an einem Abgrund aus Ignoranz und Verantwortungslosigkeit.

  4. hans sagt:

    zu @ Klaus Philipp Mertens
    Wenn die Missstände die sie angesprochen haben alle stimmen ist die Antwort darauf doch nicht 4 Wochen Lockdown und anschlie0end weiter machen wie im September/ Oktober. Die Antwort wäre die Missstände abstellen. Man müsste viel mehr Aufklärung betreiben. Die Länder in Südostasien haben Corona in der Hauptsache über ihre App im Griff. Es gibt Regionen in Europa die auch die Coronazahlen unter Kontrolle haben. Darüber müsste man positiv informieren und erklären warum das so ist um die Menschen mit zu nehmen. Bei denen das dann nicht hilft muss es halt auch Sanktionen geben. Unsere politische Führung will sich in der dritten November Woche wieder treffen. Das sagt eigentlich alles.

  5. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Dr.Guggenbichler,
    altes Hausmittel, von meiner Oma Jahrgang 1885, Weinbrand oder Cognac, kann auch billig sein, zum Gurgeln,gegen Halsschmerzen, brennt im Hals aber hilft. (Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker)

  6. hans sagt:

    Dem was Dr. Hontschik am Samstag auf der vorletzten Seite der FR geschrieben hat kann man sich weitgehend anschließen. Trotzdem kann man ja hoffen das es gelingt einen guten Impfstoff zu entwickeln. Es er sich auch erspart ist eine Antwort auf die Frage wie man mit den letzten 10% die sich trotz besserer Aufklärung nicht überzeugen lassen umgeht. Sie machen die Bemühungen der großen Mehrheit kaputt. Kann/ soll man dabei einfach zusehen? Der jetzt angeordnete Lockdown ist auf jeden Fall nicht die Lösung. Breite Aufklärung auch über die APP und Sanktionen gegen die Unverbesserlichen ist der Weg.
    zum Thema APP bitte den 4. Beitrag in der verlinkten Tagesschau von heute 11 Uhr ansehen.

    https://www.ardmediathek.de/ard/video/tagesschau/tagesschau-11-00-uhr/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3RhZ2Vzc2NoYXUvMzE0OTFhNTQtMjI0NS00MjYxLTg3MjYtNWRkZGU1MDQ2NGQz/

  7. Erdmann, Gerd-Rüdiger sagt:

    Zu Klaus Philipp Mertens und hans
    Das Thema App ist ja schon vor einiger Zeit hinlänglich diskutiert worden, auch die erheblichen Unzulänglichkeiten (u. a. sollen über 20 Mio. Bewohner gar kein Handy haben) . Insofern halte ich es für anachronistisch, diese Diskussion aufzuwärmen. Meinen sie, dass Sanktionen, das heisst letztlich Angst machen, dass alte deutsche Mittel, wirklich angezeigt sind?

  8. hans sagt:

    zu @ Erdmann, Gerd-Rüdiger
    Lesen sie doch mal was ich gerade bei „Man kann nicht auf Rücksicht vertrauen“ geschrieben habe. Die APP zeigt in Südostasien(z.B. Süd Korea)solch großen Erfolg das man sich ansehen sollte was wir falsch machen das es bei uns nicht so ist. Wir brauchen eine Strategie wie wir dahin kommen das die Forschung uns hilft. Die haben wir offensichtlich nicht.

  9. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Was heißt „Missstände abstellen“ und „breite Aufklärung“?
    Aufklärung passiert doch schon seit Corona-Zeiten und die APP ist nicht die „Wundermaschine“.
    Problem sind die hohen Infektionszahlen und eine Bevölkerung, die bereit ist, sich aufklären zu lassen bzw. die nicht dauernd alles besser weiß als die Fachleute.
    In autoritären Ländern ist Aufklärung nicht notwendig. Kommando genügt!

  10. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Das was alle Medien abliefern ist in der Summe eine Katastrophe. Es geht nur um negative Sensationsmeldungen nicht um Aufklärung. Über die APP und was sie eigentlich leisten sollte wie sie funktioniert das andere Länder damit Erfolg haben was hört man denn davon? Über Regionen die niedrige Zahlen haben wie Griechenland, Süd Italien und die Algave in Portugal, warum das so ist und was man daraus lernen kann. Wie schon öfters geschrieben ich war 2 Wochen an der Algave und habe gesehen das die Menschen sich besser an die AHA Regeln halten als hier. Warum machen die das? Es gibt nur 3 Möglichkeiten, sie sind intelligenter, besser informiert oder stehen unter Druck. Ich denke es ist eine Mischung der beiden letzt genannten Punkte. Auf meine Frage warum das hier so gut funktioniert kam schon die Antwort das es Druck über Geldstrafen gibt. Nur völlig klar ist das wir entweder die AHA Regeln durchsetzen oder von einem Lockdown zum nächsten gehen. Ich würde lieber das erste wählen auch wenn das zu Druck notwendig ist. Das ist bei einem Lockdown ja eher noch mehr.

  11. Bertram Münzer sagt:

    Ich kann dem Vertrauen in die Überzeugungskraft von Argumenten in diesem Fall nicht mehr folgen. Was – um Gottes Willen – muss man noch erklären. Es gibt ein Virus. Viele, viele Menschen sind daran erkrankt oder gar verstorben. Es überträgt sich durch Aerosole, die beim (lauten) Sprechen oder Singen den Mund verlassen und in einem Radius von 1.5 – 2 Metern in der Luft schweben. Dagegen helfen – in einem schlichten Schritt – Maske, Abstand, Händewaschen, Lüften. Das versteht doch selbst das Kita-Kind. Nur eben eine Menge Ignoranten nicht. Ich meine jetzt nicht – natürlich auch – die Verschwörungsgläubigen, die AluHut-Fraktion, die Wir-Sind-das-Volk-Demokratie Missversteher. Nein, ich meine die, die in Kaffeehäusern fröhlich – „Aber bitte mit Sahne“ – oder in Kneipen völlig losgelöst beieinander sitzen und/oder größere Feiern zelebrieren – ich hörte von Hochzeiten mit über 300 Gästen – oder aber Partys feiern, als gäbe es kein Morgen. War ja nicht ausdrücklich verboten und die Meinungsbildner in Politik und Medien förderten dieses Gefühl – so schlimm ist es ja nicht – weiter. Das war ein fataler Irrtum. Oder bewußte (Schlimmer!) „Fake“-Kommunikation, um die Bürger bei Laune zu halten. Das spüren wir jetzt. Und seien wir ehrlich – wir wussten alle, das wir uns irren. Aber es war eben angenehm, sich selbst zu belügen. Vorbei. Lockdown – wenn auch light. Parlamente wurden nicht beteiligt. Stimmt. Soll es so gehen: Erst der Bundestag, dann die Landtage, dann Beschlüsse? Und dann überlagern politische Meinungen und Ideologien auch noch medizinische Diagnosen. Ist das gemeint? Oder ist Autoritarismus jetzt nicht situativ eher angebracht. Darüber kann man trefflich diskutieren, Gerichte mögen das Grundrecht auf Unversehrtheit der Person unbändigem Freiheitsdrang unterordnen. Und derweil füllen sich die Intensivstationen … Das sollte man allen immer wieder vor Augen führen. Damit wirklich jeder versteht, dass die Maßnahmen im November notwendig, sinnhaft und verhältnismäßig sind. Und hoffentlich erfolgreich. Nur – bitte – machen wir im Dezember nicht wieder den Sommerfehler und reden das Risiko klein …

  12. hans sagt:

    zu @ Bertram Münzer
    Was wohl passieren würde wenn jemand der in einer Radarfalle mit 20-40 km/h zu schnell erwischt wird eine schriftliche Ermahnung geschickt bekommt. Ich vermute die Ermahnung ging direkt in den Abfall. Eine Verhaltensänderung wird man so sicher nicht erreichen zumindest bei einigen wäre das so. Bei den Coronaregeln ist es das gleiche. Man sollte informieren das jeder weiß was Sache ist und dann muss der Staat sich durchsetzen denen gegenüber die nicht mit machen wollen.

  13. Erdmann, Gerd-Rüdiger sagt:

    Vor kurzem stand geschrieben, dass China das Virus in das Museum verbannen konnte. Ja, das hört sich nach Erfolg an. Aber was ist der Preis totale Überwachung? Demokratien sind schwerfälliger als Diktaturen. Kann das der Grund sein, die Demokratien abzuschaffen, die Parlamente auszuschalten? Herr Hontschik beklagt zurecht, dass 17 Personen bestimmen. Autoritäre Lösungsvorschläge nehmen zu, dass auch, weil vielen Menschen in diesem Land die notwendige Disziplin fehlt, sinnvolle Maßnahmen mitzutragen. Ob es hilft, diese Disziplin zu erzwingen, wage ich zu bezweifeln. Kurzfristig mag das funktionieren, was sind aber die Langzeitfolgen solcher Maßnahmen für die Demokratie? Wie schreibt Herr Hontschik „ich erkenne mein Land nicht wieder“. Dem muss ich leider zustimmen.

  14. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Dass die Leute (jedenfalls dieser ignorante und besserwisserische)sich nicht an die Regeln hält, hat mit fehlender vorhandener Information und Aufklärung nichts zu tun. Es stimmt einfach nicht, dass Zeitungen und die Öffentlich-Rechtlichen nicht genug davon liefern!
    „Alle Medien“, wie sie oben sagen – nein!
    Wenn man natürlich nur in den bestimmten Internetforen sich bewegt, da kann man bestimmt alle Vorurteile gegenüber der Print-Presse und dem TV aufbauen. Die BiLD etwa, ist ein schreckliches Blatt. Sie lässt an ihrer Demagogie und Diffamierung nichts aus.

    Es hört sich jetzt so an, als ob die Medien uns fröhliche Sommererlebnisse oder witzige Geschichten liefern sollen, um uns bei laune zu halten, derweil es in der Welt drunter und drüber geht. Also, warum nicht gleich: TAnz auf dem Vulkan! War alles schon mal da.

    Nein, ich habe es satt, mir diese „Lügenpresse“- Parolen noch länger anzuhören.
    Aber vergiftet ist die Debattenlandschaft schon lange.
    Warum es in dem einen oder anderen Land mit Corona besser aussieht, weiß ich jetzt auch nicht, aber wenn Teile der Bevölkererung vor dem „Betriebsschluss“ („Lockdown“) noch feste feiern gehen und sich in der Masse austoben müssen, das kann ja nur etwas damit zu tun haben, dass wir Partys und endloses Feiern zu unserer Grundausstattung an Demokratieverständnis erklärt haben. Das ist der Preis dafür, dass das verrottete Wirtschaftssystem mit dem „Kauf Dich froh“ und der nicht tot zu kriegenden Eventindustrie die Mehrzahl der Menschen fest im Griff hat.

    Wir brauchen uns gar nicht so gesondert über Corona und Verhalten der Menschen unterhalten. Die Pandemie legt die ganze Misere über den Streit der Maßnahmen hinaus so was von offen.

    Dabei spielt die Politik (im Verbund mit der Wissenschaft) zur Zeit eher die positivste Rolle in diesem ganzen Zirkus.
    Nein, wir sind ausreichend informiert. Nur, wer will hinsehen und hinhören?

    „Der Zustand der gesamten menschlichen Moral läßt sich in zwei Sätzen zusammenfassen. „We ought to. But we don’t.“ (Kurt Tucholsky)

  15. @ Gerd-Rüdiger Erdmann

    Eine seriöse Aufklärung, die ohne Umschweife zur Sache kommt, wird bei denen, die zu verstehendem Lesen und Zuhören in der Lage sind, vielfach zum Infragestellen bisheriger Standpunkte führen. Bei einem derartigen Bewusstwerdungsprozess schwingt naturgemäß auch Angst vor Unbekanntem mit. Aber Angst muss nicht notwendigerweise zur Verzweiflung führen. Sie kann zur begründbaren Furcht werden und letztlich ein neues Verständnis des Lebens auslösen.

    Obwohl ich die Nachbarschaft mit Corona-Leugnern und Corona-Verharmlosern nicht suche, kann ich im öffentlichen Raum solchen Begegnungen nicht immer ausweichen. Das Geschwafel, das zeitweilig bei U-Bahn-Fahrten in Frankfurt auf mich eindringt, tut mitunter weh. Und in solchen Situationen wächst meine Überzeugung, dass man nicht alle Menschen durch Aufklärung zu neuen Einsichten bewegen kann. Dann konkurriert die Solidarität der Lebenden mit den Lebenslügen der Ignoranten. Dort, wo man sich den Alltagstrott schönfeiern muss, hat der Verstand keine Chance.

  16. hans sagt:

    zu @ Erdmann, Gerd-Rüdiger
    Wie schon geschrieben die letzten 20% die man mit Argumenten nicht überzeugen kann hätten wir auch im Straßenverkehr wenn man sie nicht zwingen würde. Warum soll das eigentlich bei Corona anders sein.
    Immer China als Beispiel zu nehmen wenn man begründen will das die APP für uns keine Lösung sein kann ist auch nicht richtig. Die APP in Süd Korea funktioniert ähnlich gut und das ist eine Demokratie. Sie haben aber auch ihren Beitrag nicht mit einem Vorschlag beendet wie es weiter gehen soll, wie die meisten hier. Was haben sie denn für eine Idee?

  17. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Herr Malyssek & all,
    we ought to , but we don`t trifft wohl einen Teil der Menschen, aber es gibt einen großen Teil, die die Pandemie im Prinzip durch haben, also eine Vorstellung von dem haben, wie es weitergeht, zumindest eine diffuse. Es ist ja ein Fehler der Politik und auch der Virologen, dass den Menschen nicht gesagt wird, wie es nach den 4 Wochen weitergehen soll. Weiß natürlich auch keiner so recht. Aber, viele Leute haben da sehr wohl eine Vorstellung, die in etwa dem entspricht, was Herr Streeck , wie weiter oben beschrieben, entwickelt hat. Das sind nicht die Krawallmacher, aber mit diesen Leuten verlagert sich das Leben dann in die Privatsphäre, weil ja alles zu ist. Na ja, und früher oder später muss man eben Covid kriegen, also was solls.Wenn dann genug es hatten, dann war`s das. Das ist nicht meine Verhaltensweise, sondern das, was wohl passiert. Die Alten können dabei nicht mittun, denn sie dürfen es nicht bekommen, weil das Risiko zu groß ist, und das wird für die nächsten Jahre gelten, bis entweder eine gute Therapie gefunden wurde, oder eben die Impfung.

  18. Jürgen H.Winter sagt:

    Frau Merkel heute abend im TV. Wenn der Lockdown klappt, dann können wir auch ein schönes Weihnachten feiern… Ja, und dann ? Gehen die Zahlen wieder hoch und dann gibt es einen neuen Lockdown, oder ? Da fehlt einfach die Vision, wie es weiter gehen soll. Und die Menschen machen sich eine eigene Vision, jeder seine eigene. Da hilft auch das getragene Gerede oder eher Predigen von Frau Merkel nicht.

  19. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    aber es gibt einen großen Teil, die die Pandemie im Prinzip durch haben, also eine Vorstellung von dem haben, wie es weitergeht, zumindest eine diffuse.

    Sorry das kann ich aus meinem Umfeld zumindest nicht bestätigen. Meine Mutter und meine Schwester waren im März beide nachweislich Corona positiv. Meine Schwester denkt über Coronaleugner noch wesentlich extremer als ich und an die von ihnen so sehnlichst erwartete Immunität glaubt sie auch nicht. Wie schon an anderer Stelle geschrieben zeigt die zweite Welle ja gerade auf das sie besonders stark ist in den Ländern und Staaten in denen auch die erste Welle stark war. Das ist nicht wirklich ein Zeichen das die allgemeine Immunität am kommen ist. Eher kommt der Impfstoff und andere Medizin. Das scheint mir realistischer. Vorher müssen wir die AHA Regeln durchsetzen wenn nötig auch mit Druck oder wir werden viele Menschen sterben und die Wirtschaft unter gehen sehen.

  20. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Hans, moin ,
    in der FR Lokalteil 1. Seite, eine Mitteilung, 63 Insassen eines Altenheims positiv getestet, nur weil ein Insasse aus anderen Gründen ins Krankenhaus musste und dort getestet wurde. Niemand hat etwas gemerkt, niemand. Was sagt uns das ??

  21. Erdmann, Gerd-Rüdiger sagt:

    Zu hans, Klaus Philipp Mertens,

    heute ist im FR-Leitartikel von Defiziten der App die Rede, d. h. dann wohl, dass die asiatischen Staaten eine funktionstüchtigere App haben. Gleichwohl bleibt das Argument, dass die App auch deshalb nicht viel bringen wird bestehen, weil viele Menschen kein oder kein passendes Handy haben. Warum es mir ging, war, vor den autoritären bis totalitären Maßnahmen (s. Hontschik, Kasernierung etc.) zu warnen. Auch wenn es mir schwerfällt (nicht, weil Sie es sagen), muss ich mir wohl eingestehen, dass es mit Aufklärung und Appellen an die Vernunft nicht mehr geht. Insofern bleibt wohl nur noch das Bußgeld.

  22. hans sagt:

    zu @ Erdmann, Gerd-Rüdiger
    Das geht nicht nur ihnen so. Ich habe zu der ein oder anderen Sache eine Position die ich mir vor einem Jahr so noch nicht wirklich vorstellen konnte. Zur APP noch was, man kann sie sicher verbessern und sicher wäre es gut wenn alle sie hätten aber wenn es mindestens 50% der Bevölkerung hätten und auch nutzen würde auch die jetzige APP würde uns das sehr viel weiter helfen sagen die Statistiker. Die Staaten in Südostasien haben allerdings alle dem Datenschutz nicht den Stellenwert gegeben wie wir. Das ist aber wie beim Bußgeld welche Einschränkungen bringen viel und machen wir mit. Was wir akzeptieren müssen wenn wir versuchen keine Einschränkungen zu haben sehen wir gerade.

  23. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Was soll uns das sagen? Mich wundert das nicht. Das meine Mutter Corona positiv war habe ich oben schon geschrieben. Seit damals ist sie auch in einem Pflegeheim. Der von ihnen genannte Fall hat als Hauptgrund das die neue Absicherungsstrategie mit Schnelltests der Pflegeheime erst am anlaufen ist. Bei uns ab 05.11. Allerdings wird auch das solche Fälle nicht wirklich verhindern nehme ich an. Sie müssen sich mal eine halbe Stunde vor so ein Pflegeheim stellen was da los ist. Da kommen Autos im 3-5 Minuten Takt. Eigentlich müsste jeder der so ein Heim betritt 5 Tage in Quarantäne und dann getestet werden. Beschäftigte eigentlich jeden Tag. Bei Bewohnern wird man das hoffentlich so machen mit der Quarantäne. So ein Heim coronafrei zu halten ist eine riesen Arbeit und kann ganz leicht schief gehen wird aber mit den jetzt anlaufenden Teststrategien sicher leichter als vorher. Sie hat aber schon dazu geführt das meine Mutter nur halb soviel Besuch bekommen kann als bisher. Wieder eine Einschränkung die weh tut.

  24. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Hans,
    ich habe mich nicht deutlich ausgedrückt. Die Tatsache, dass 63 alte Leute Corona positiv sind, aber selbst überhaupt nichts merken bedeutet doch, dass Millionen Menschen hier rumlaufen können, die positiv sind, da sie aber nicht einmal einen Schnupfen haben, kann man doch sagen, denen fehlt nichts, oder ? Es gibt tausende Menschen, die multiresistente Keime mit sich herumtragen, die sind viel gefährlicher !Es bedeutet doch weiterhin, dass je mehr getestet wird, desto mehr positive gibt es. Vielleicht sollte man dazu übergehen, die Anzahl der im Krankenhaus ankommenden zu zählen, um wenigstens eine gewisse Übersicht zu haben. So wie es jetzt ist, muss man alle 80 Mio testen, um zu sehen wo man ist.Ich dachte bisher immer, wenn man als alter Mensch corona bekommt, dann geht es einem zumindest sauschlecht. Das man nichts davon merkt ist mir neu.

  25. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Das ist doch eins der Hauptprobleme. Die ersten 4-5 Tage merken auch die nichts die später auf der Intensivstation landen. Deshalb gibt doch die tägliche Infektionsmeldung auch Infektionen von mehr als einer Woche wieder. Die ersten 4-5 Tage nach der Infektion geht niemand zum Arzt. Das wäre ja auch der Ansatzpunkt der APP. Die APP könnte melden bevor der Infizierte weiß das er zum Arzt muss bevor er Symptome hat. Das ist der Grund warum es Länder gibt die mit der APP so großen Erfolg haben und da sage noch einer es braucht nicht mehr Information. Ich kann ihnen sagen wie das bei meiner Mutter war. An einem Sonntag ist sie wohl von einer Nachbarin angesteckt worden. Am darauf folgendem Mittwoch habe ich mit ihr einen Spaziergang gemacht und mich gefreut das sie einen Krankenhauaufenthalt vorher wohl überwunden hat. Am nächsten Tag hat morgens der Pflegdienst angerufen und uns mitgeteilt das sie körperlich Abbaut. Meine Schwester und ich haben einen Krankenwagen gerufen der wieder weggefahren ist weil keine Symptome außer körperlicher Schwäche erkennbar waren. Nachmittags haben wir erfahren das die Nachbarin an Corona gestorben ist. Symptome hatte meine Mutter immer noch keine. Abends bekam sie Fieber wir haben den Krankenwagen gerufen und dann gings es los. Vorher war das 4 Tage nicht abzusehen. Das hat mit dem Alter nichts zu tun.

  26. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Noch mal zu ihrem letzten Beitrag. Ja es laufen sehr viele Menschen rum die noch keine Symptome haben, aber sie sind schon ansteckend und können andere infizieren. Man kann nicht erst anfangen zu zählen bei den Menschen die ins Krankenhaus kommen weil sie schon 3-4 Wochen infiziert und damit ansteckend sind.

  27. hans sagt:

    https://www.ardmediathek.de/ard/video/report-muenchen/coronabekaempfung-von-asien-lernen/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydCBtw7xuY2hlbi85YTg0OWQxNy1jZWQ2LTRjN2YtOWUyMy05ZjEwODU2MjQ5NDk/
    Heute ein Bericht in der Sendung Report über das Thema was man von Asien lernen kann. Kurz zusammengefasst AHA Regel durchsetzen und APP. Das war es. Dann hat man die Pandemie im Griff. Es kann doch nicht wahr sein das wir das nicht hin bekommen.

  28. hans sagt:

    https://www.corona-in-zahlen.de/r-wert/
    Die neuen R. Werte gehen auf Infektionen nach den Einschränkungen vom 15.10. zurück und sind so das man sich fragen muss ob der derzeitige Lockdown nötig ist. Was aber grundsätzlich positiv ist

  29. Sebastian Steiner sagt:

    Beim Rettungsdialog der Veranstaltungswirtschaft mit der Regierung in Berlin soll vor allem das Geschäft mit der Kunst, durch finanzielle Unterstützung, künstlich am Leben gehalten werden. Welche Perspektive aber gibt es für die Künstler*innen?
    Ein naiver Vorschlag: Könnten sich nicht all die Radiosender solidarisch zeigen, und statt internationaler Popstars in Dauerschleife zumindest zeitweise nur die leidenschaftlichen, ehrlichen Titel noch unbekannter Musiker*innen kleiner Label oder unsigned artists spielen? Und könnten nicht all die Fernsehsender, statt der nu(h)r immer gleichen Komiker und internationalen Serienformate zumindest zeitweise Künstlerinnen und Produktionen ohne mediale Abnutzungserscheinungen eine Bühne verschaffen? Neben Gagen, Werbeeffekt und Abwechslung im Programm einstünde so vielleicht jetzt schon ein echtes Gefühl von Solidarität mit all denen, die uns nach der Krise wieder Lebensfreunde schenken sollen.

  30. Jeffrey Myers sagt:

    Weihnachten fällt aus? Im Gegenteil. Es mag sein, dass man in diesem Jahr – coronabedingt – dem weltverändernden Ereignis in Bethlehem vor 2000 Jahren sogar viel näher stehen kann. Nicht nur bei den äußerlichen Bedingungen an jenem ersten Weihnachten wird man voraussichtlich näher dran sein: Man musste sich auch damals in Listen eintragen und den Engelsgesang draußen vernehmen. Vielmehr könnte Freiraum entstehen, der es abseits von Überforderung und Überkonsum, Äußerlichkeiten und Ablenkungen ermöglicht, die frohe Botschaft neu und auf unvergessliche Weise zu erleben.

  31. hans sagt:

    Wenn ich immer lese wer alles gerettet werden muss fallen mir immer die Arbeitslosen ein. Das sind Menschen denen auf einem Coronaarbeitsmarkt nur der Weg in Hartz 4 bleibt. Sie will niemand retten oder ihnen irgendwas verlängern.

  32. Erdmann, Gerd-Rüdiger sagt:

    zu Hans, Sebastian Steiner
    sie haben mit der Bemerkung bzgl. der Arbeitslosen sicherlich recht, was aber nicht bedeutet, dass Herr Steiner unrecht hat. Geht man davon aus, dass Deutschland, das Land der Dichter und Denker ist resp. Kulturschaffenden, ist und dass das Renommee dieses Landes nicht durch Mercedes-Benz, Porsche etc. geschaffen wird, sondern durch die Berliner Philarmonika, Klaus Doldinger und eben vielen anderen, so sollte man da es „bissl“ retten. Zumal Kultur, das ist auch Aufklärung, ja auch gegen böse Geister helfen soll.

  33. Samuel Pacheco sagt:

    Ich möchte Protest einlegen gegen die neuen Coronamaßnahmen, die für November vorgesehen sind. Ich verstehe, dass es schwierig ist, gegen Coronaleugner und Maskenverweigerer vorzugehen. Allerdings muss ich nun auch der Politik maßlose Fantasielosigkeit unterstellen. Nach Monaten von neuen Erkenntnissen, Infektionskettennachverfolgung und Gelegenheit, neue Ideen für die Umgestaltung des Alltags zu sammeln, zu diskutieren und umzusetzen handelt man wieder genauso ignorant wie im März: mit Lockdown.
    Warum wissen wir nicht, wo sich die Leute infizieren und gehen gezielt vor? Es ist kälter geworden und die Leute halten sich verstärkt zu Hause auf, um sich zu treffen und zu feiern. Meiner Meinung nach liegt auf der Hand, woher die steigende Zahl der Neuinfizierungen kommt. Zudem war es absehbar, jedoch hat man es einfach auf uns zukommen lassen und wundert sich jetzt. Beschämend.
    Die Gastronomie und die Kulturbetriebe haben beispiellos geopfert und investiert in Coronamaßnahmen, Plexiglass, Platz für Abstand, Luftfilter, Zelte, Außenheizer etc etc. Soweit ich sehen kann, kommen dort die Mehrinfektionen NICHT her, und jetzt sollen diese Zweige bestraft werden. Wenn das so weitergeht, gibt es nächstes Jahr KEINE Gastronomie oder Kultur mehr. Ich habe Freunde, die Barbesitzer, Veranstalter, Musical-Schauspieler und Musiker sind und es ist herzzerreißend ihnen bei der Verzweiflung im Angesicht der unnötigen und ungerechtfertigten Zerstörung ihrer Existenz zuzusehen. Auf der anderen Seite sind zum Beispiel Kirchen mit ihren Gottesdiensten; diese sind noch nicht mal im Gespräch. Beschämend.
    Wenn Sie den Leuten mehr und mehr Gelegenheit nehmen, sich zu treffen und Freizeit in der Öffentlichkeit zu gestalten, dort, wo AHA-Maßnahmen besser durchgesetzt und kontrolliert werden können und Datenerfassung zur Nachverfolgung stattfindet, dann verlagert sich alles dorthin, wo, aller Logik und Hörensagen nach die neue Welle herrührt: dem privaten Raum. Durch die Unverletzlichkeit der Wohnung haben Sie sich in eine Ecke manövriert, wo Sie WENIGER Kontrolle haben werden. Anstatt der neuen Schließungen sollte man sich überlegen, wie man die Leute nach DRAUßEN holt, wo das Ansteckungsrisiko geringer ist. Sperrstunden führen nur dazu, dass man sich schneller betrinkt und dann en masse gleichzeitig in die Öffentlichen gequetscht nach Hause torkelt und womöglich erst recht auf die Idee kommt, zu Hause weiterzufeiern. Dass das nicht funktioniert sehen wir in London, wo seit März Sperrstunde herrscht. Maßnahmen, die an den falschen Hebeln ziehen, nur um IRGENDETWAS zu tun, werden unsere Gesellschaft zerstören. Beschämend.
    Was wir brauchen sind Ideen für einen neuen Alltag, mehr Akzeptanz für AHA-Regeln, neue Produkte im Bereich Mund-Nasen-Schutz. Wir bekommen nun die Rechnung für mangelnde Investition in Bildung über Jahrzehnte: ein zu großer Anteil der Bevölkerung ist nicht in der Lage, die Situation zu begreifen und fällt in die Arme von QAnon, anderen Verschwörungstheorien und werden zu Corona-Leugnern. Es fehlt ein Verständnis dafür, wie Wissenschaft funktioniert, dass es keine Absoluten, einfachen Antworten gibt, zumindestens nicht sofort. Ich sehe auch ein Versagen in der klaren Kommunikation. Des weiteren bekommen wir die Rechnung für mangelnde Investitionen und Priorisierung der Pflegeberufe: mangelndes Personal für die Intensivstationen bedeutet weniger Kapazitäten im Falle einer neuen Welle und weniger Spielraum für Lösungen außer Lockdown. Beschämend.
    Die Exekutiven und die Legislativen haben die Zeitpunkt verschlafen, sich Gedanken über die kalte Jahreszeit und eine neue Welle zu machen. Die Exekutive (Bundesregierung und informelle Ministerpräsidentenkonferenz) hat einfach entschieden, ohne die Legislative zu konsultieren. Ich sehe keinen Grund für diese anmaßende, unnötige Verkehrung der Gewaltenteilung. Beschämend.

  34. Hermann Hofer sagt:

    Die Opfer in der Corona-Krise hatten im Wesentlichen nur Kleinverdiener und selbständige Unternehmer zu erbringen. Wer jetzt sein Hotel, Restaurant oder seine Bar schließen muss, wird vertröstet und im Regen stehen gelassen. Die versprochenen 75 Prozent reichen nicht für Gaststättenunternehmer, die ihren Betrieb auf Vordermnann gebracht haben und nun schließen müssen.
    Von Bürgersolidarität, die selbstverständlich sein müsste in einer Demokratie,haben die Regierenden nicht gesprochen, was an der Zeit wäre.
    Politiker und hochgestellte Beamte müssten jetzt ihren Solidaritätszuschlag errichten: Das ist für Minister, Mitglieder des Bundestages und der Landtage, hohe Landespolitiker, hohe Beamte der Verwaltung und der Universitäten kein einschneidendes Opfer! Sie können leicht ihren Beitrag in der Höhe von 5 bis 10% erbringen und so zeigen, was gelebte Solidarität in Krisenzeiten ist.Eine obligatorische Pflicht, die uns als Bürger, als Citoyens ausweist.
    Können wir die „kleinen“ Freiberufler,Künstler etc., die alle stets unter Risiko arbeiten, im Stich lassen? Nein. Demokratie ist ein forderndes menschliches Unternehmen, das jetzt Solidarität von uns einfordert.
    Die Corona-Zeit verlangt von uns Gutverdienern, die kein berufliches Risiko kennen und bisher keine Einbussen erlitten haben, ein Umdenken.
    Deutschland muss sich endlich von der Bequemlichkeit seiner eingefahrenen Altroutine verabschieden. Sonst könnte der Monat Dezember in einer Katastrophe enden. Der Soli wäre eine Chance, eine Lösung für alle.

  35. hans sagt:

    zu @ Hermann Hofer

    Die Opfer in der Corona-Krise hatten im Wesentlichen nur Kleinverdiener und selbständige Unternehmer zu erbringen
    Wie gestern schon geschrieben ist es schlimm mit welcher Selbstverständlichkeit Leute wie sie die Arbeitslosen in ihrem Beitrag ausschließen. Ich denke das sind die Hauptverlierer der Krise

  36. Wilhelm Meyer sagt:

    Fast wäre es lustig gewesen, wenn es nicht so peinlich, nicht so gefährlich wäre. Da war in Frankreich im Sommer auf jeder Bahnhofsbank draußen auf den Bahnsteigen jeweils ein Platz zwischen den benachbarten durch ein großes weißes Kreuz gekennzeichnet. Die Menschen hielten sich daran, auch wenn es ein leichtes gewesen wäre, auf dem Kreuz zu sitzen.
    Eine Maßnahme, die der Bahn nichts kostete. Da hatten eben nur weniger Menschen eine Sitzplatz. Anders im Zug. Nirgends ein weißes Kreuz, das ja verpflichtet hätte nur so viele Menschen einzulassen, wie es Plätze gab. Im Gegenteil, auch die Flure waren in den Zügen, die wir zu nehmen hatten, bestens gefüllt. Kinder spielten mit ihren Masken und auch einige Erwachsene fanden, dass sie nicht weniger Rechte hätten als die Kinder.
    Kreuze, an Stellen, die nichts kosten. Kreuze dort, wo andere es auszubaden haben. Keine Kreuze vor allem aber dort, wo andere es auszubaden haben. Schulen, Kindergärten und die große Industrie, der Verkehr, nicht zuletzt die teure Aufrechterhaltung des Luftverkehrs machen deutlich, wie stark die Ziele und wenig der Schutz der Menschen die Maßnahmen bestimmen. Toilettenpapier fehlt in den Regalen, Reis und Pasta mitunter, niemals die Schweineschnitzel, wo doch ein Großteil der Schlachthöfe und fleischverarbeitenden Industrien, Superspreader, geschlossen sein müssten. Richtlinien, wie man sie für die Gastronomie aufgestellt hat, würden auf Schulen und Kitas angewandt, jeglichen Betrieb sofort zum Erliegen bringen. Wo in der Gastronomie an vielen Stellen durch Verbesserung der Lüftungen, Abstandsregelungen, Desinfektionsmöglichkeiten, konsequentes Atemschutztragen gangbare Konzepte entwickelt wurden, wird jetzt dicht gemacht.
    Dicht machen aber ist nichts anderes als ein Kreuz malen. Strich und Strich, jetzt trifft es Dich! Was ist an den Schulen eigentlich in der Sommerzeit geschehen. Warten, ob es nicht doch vorbei geht und einen Farbtopf an die Seite gestellt. Gut verschlossen, damit die Farbe nicht eintrocknet. Von neuen Bänken ist nichts zu sehen. Alle 20 Minuten Lüften ist die Gabe der Schulen. Ist ja noch weit, bis es tatsächlich draußen friert. Eigentlich gut, dass es nie mehr so wirklich kalt wird.
    Aufs Klo immer nur einer. Zusätzliche Busse: Fehlanzeige. Verkleinerung der Klassen: Fehlanzeige. Ein gutes Mix aus Digitalem und Präsenz:
    Fehlanzeige. Eine Anpassung der Lüftungstechnik: Fehlanzeige. Doch eigentlich sind Schulen und Kitas die potentiellen Superspreader, die Verbindungen, die man braucht, damit es im Privaten so richtig funken kann. An Kindern merkt man meist zuletzt, ob sie ansteckend sind. Da sind eben die Lehrer die Kanarienvögel, die den Virus anzeigen sollen.
    Man wartet eben immer so lange, bis ein Lehrer von der Stange fällt.
    Alexander Gauland meint vom Zug, auf den seine AfD noch aufgesprungen ist, herunter: „Wir müssen abwägen, auch um den Preis, dass Menschen sterben.“ Das genaue Gegenkonzept hatte Samira El Ouassil, die heute ihr Erschrecken vor den Übersprungshandlungen verantwortlicher Politiker nicht verbirgt, in ihrer Spiegelkolumne schon ganz zu Beginn der Pandemie: „Lebe so, dass die Alten überleben!“

  37. Monika Schäfer sagt:

    Und schon wieder liegt meine diesjährige Museumskarte nur rum! Gerne habe ich noch eine Ausstellung im Schloss Philippsruhe in Hanau erwischt, die aus den bekannten Gründen gleichermaßen anfing und zu Ende war, innerhalb zweier Tage statt der angekündigten drei Wochen.
    Der Fotograf Udo Becker hat, sehr berührend, analog und schwarzweiß Impressionen aus Südfrankreich weitergegeben, der Holzkünstler Peter Pätzold beeindruckt überwältigend mit seinen Großskulpturen, in denen Bäume auferstehen und weiterleben dürfen. Derartige Ausstellungen sind bekanntermaßen mit großem, auch finanziellem, Aufwand verbunden. Es bleibt zu hoffen, das im Dezember, sozusagen als adventliche Bereicherung, noch einige Besichtigungstage verbleiben.
    Auch hier zeigen sich die Berührungspunkte zwischen system- und sozial relevanten Ansprüchen. Nicht nur wir sogenannten Alleinstehenden sind auf derart bereichernde Kontakte dringend angewiesen.

  38. Dr. Andreas Hofmann sagt:

    Ich habe den Arztberuf immer als eine ehrenwerte Tätigkeit angesehen, hatte man sich doch einst zum Ziel gesetzt, Menschen zu helfen. Wenn ich aber sehe, dass Ärzte diesen Beruf ergriffen haben und dann auf völlig unethische Weise die Bevölkerung verunsichern, Ängste schüren und auf die „Corona-Leugner-Welle“ aufspringen, dann schäme ich mich, dass diese „Ärzte“ das gleiche Zertifikat der Approbation in Händen halten dürfen, wie ich. Es sind „Ärzte“, die sich als „Aufklärer“ sehen. „Masken?“ „Unfug!“, „Impfung?“ „Bloss nicht.“, „Corona?“ „Ist doch halb so schlimm.“ Und diese „Ärzte“ lassen Flugblätter in Haushalte verteilen, um die Bevölkerung weiter zu verunsichern. Um sie indirekt aufzurufen, die allgemeinschützenden Massnahmen zu hinterfragen und zu verweigern. Sicher haben diese Ärzte irgendwann einmal Medizin studiert. Aber wann haben sie das letzte Mal am und mit Patienten gearbeitet? Und sicher haben sie noch keinen Tag der Pandemie auf einer Intensivstation verbracht, wo wegen Sars Cov 2 beatmete Patienten lagen. Intensivstationen, auf denen echte Mediziner Tag für Tag den Kopf hinhalten.
    Menschen, die ihren Berufsstand dazu ausnutzen, unfachliche und falsche Informationen zu verbreiten, handeln unethisch und unärztlich. Der Zweck heiligt ihnen die Mittel, auch wenn dies bedeutet, seit an seit mit Neonazis oder AfDlern auf „Anti-Corona-Demos“ zu sprechen.
    Ist es nicht die gekränkte Eitelkeit, von der Öffentlichkeit und der Politik nicht als Experte gefragt und wahrgenommen zu werden? Nicht auf der großen Bühne zu stehen und mit seinen fachlichen Äusserungen die Politik und das Leben in Deutschland aktuell mit gestalten zu können? Man will einmal ganz oben sein. Das ist das Ziel dieser Herren, oder warum sitzen sie weiß gekleidet an einem, der Bundepressekonferenz ähnelnden Pult, ein Glas Wasser an der Seite? Es soll den Eindruck des Offiziellen erweckt werden. Ist das wirklich so wichtig? Rechtfertigt es das eigene Ego das Berufsethos gänzlich über Bord zu werfen und das grosse Ganze, nämlich den Menschen zu helfen und die Corona Pandemie einzudämmen, aus dem Blick zu verlieren?
    Erinnern Sie sich daran, warum Sie damals Medizin studiert haben! Erinnern Sie sich daran, dass es darum geht, den Menschen zu helfen und nicht, sie zu verunsichern! Und erinnern Sie sich daran, dass es nicht darum geht, sein Gesicht in den Nachrichten zu sehen. Es wäre schön, Sie dann wieder als Kollegen bezeichnen zu können.

  39. Christian Schwarz sagt:

    Lieber Jens, Du meinst es gut, mein Jong, ich weiß. Aber gut meinen und gut machen sind oft zwei paar Stiefel. Vielleicht hättest du mal deine Omma gefragt, bevor ihr jetzt zum zweiten Mal das Licht ausknipst.
    Du sagst, ihr wollt die Alten schützen, aber in meinem Alter hat man keine Zeit mehr, mit dem Leben zu warten. In meinem Alter hat man auch längst kapiert, was am wichtigsten im Leben ist: dass man die Menschen um sich hat, die man liebt. Deshalb war’s damals schon schwer genug für mich, ins Heim zu gehen: so viele habe ich auf einmal nicht mehr gesehen, mit denen ich mein ganzes Leben zusammen war: die Frauen aus der Nachbarschaft, die aus dem Altenclub und Ilse, die mich nicht besuchen kann, weil sie niemanden hat, der sie fährt. Soll ich dir sagen, was mich seitdem am Leben hält? Dass ich eure Gesichter immer wieder sehe, die deiner Eltern, deiner Geschwister, deins und die paar wenigen, die noch kommen können.
    Und dann, im Frühjahr, waren auch die weg. Kannst du dir vorstellen, wie ich gelitten habe?! Jeden Morgen hab ich mich gefragt, warum ich eigentlich noch da bin. Und manchmal hab ich sogar darüber nachgedacht, ob ich dem Herrgott etwas nachhelfe, mich zu holen.
    Und dann konntet ihr auf einmal wieder kommen! Das war wie Weihnachten und Ostern an einem Tag! Plötzlich waren all die dunklen Wolken weg!
    Du weißt, diese Masken finde ich wirklich nicht toll, weil man den anderen nicht richtig sieht, aber wenn’s sein muss, dann ist es eben so. Nur sperrt mir nicht wieder meine Leute aus! Und sagt schon gar nicht, dass ihr uns Alte damit schützt!
    Erinnerst du dich an meinen Klassenkameraden Walter? Der ist die letzten Monate nicht mehr vor die Tür und seine Enkelkinder wollte er auch nicht mehr sehen, weil er solche Angst hatte sich anzustecken. Jetzt ist er am Schlaganfall gestorben.
    Meine Zeit läuft ab. Ich habe keine Angst davor, an diesem Corona-Zeugs zu sterben. Aber ich habe Angst, langsam vor mich hin zu sterben, weil niemand mehr da ist, der mir wichtig ist. Also tu deiner Omma den Gefallen und sorg dafür, dass sie nicht vor die Hunde geht. Wer sonst kann das machen – du bist doch Gesundheitsminister, Jens!

  40. Marina Hellmig sagt:

    Es ist wirklich schwer auszuhalten, was da in Zeiten steigender Infektionszahlen von einigen Leuten veranstaltet wird. Und die Stadt Frankfurt unterstützt das Treiben auch noch mit einer Ausnahmegenehmigung! Es ist nicht zu fassen. Die einen zahlen Strafe, wenn sie ohne Maske erwischt werden, die anderen kriegen das offizielle Okay dafür. Wer nimmt die Verbote dann noch ernst?
    Die Parolen der „Querdenker“ kann man spielend zurückwerfen. Zum Beispiel:
    „Corona-Maßnahmen – lebensverachtend“ in „Corona-Leugner – lebensverachtend“.
    „Für freies Denken ohne Zensur“ in „Freies Denken setzt Verstand voraus“.
    „Leben braucht Liebe, Luft, Licht“ in „Nur wenn wir uns rücksichtsvoll verhalten, können wir weiterleben“.
    „Seid gehorsam!“ in „Seid frech und wehrt Euch gegen Dummheit“.
    „Wir denken an die Menschen, die unter schädlichen Corona-Eindämmungsmaßnahmen leiden“ in „Wir denken an die Menschen, die von Querdenkern ohne Maske angesteckt wurden und gestorben sind“.
    „Frau Merkel, haben Sie die absolute Weisheit gepachtet?“ in „Herr Siber, Sie sind die drei Affen in einer Person: nichts hören, nichts sehen, nichts wissen.“
    Na ja, vielleicht könnte man noch bessere Formulierungen finden. Haben diese Leute eigentlich schon gerafft, dass sie diejenigen sind, die mit ihrem Verhalten zum großen Teil die Verantwortung dafür tragen, dass die „Corona-Eindämmungsmaßnahmen“ immer mehr verschärft werden müssen? Sie verursachen genau das, wogegen sie so leidenschaftlich protestieren.
    Offensichtlich wohnen solche Leute auch bei mir im Haus. Wir hatten einen Aufruf in den Aufzug gehängt, in dem wir darum baten, dass alle Bewohner im Aufzug Masken tragen. Der Aufzug ist klein und schlecht belüftet. Nach wenigen Stunden war unser Appell verschwunden. Jetzt haben wir die Hausverwaltung um Unterstützung gebeten. Ich bin gespannt.

  41. Manfred Christmann sagt:

    Am Mittwoch, 28.10.2020, gab Frau Merkel die neuen Einschränkungen in Sachen Corona bekannt. Herr Bouffier reagierte sofort und traf die Aussage: Es kommt auf jeden Tag an. Ergebnis war eine Verordnung, in der alle Einzelheiten festgelegt waren; diese Verordnung gilt aber erst ab Montag, 2. November 2020. Damit gab Herr Bouffier dem Virus die Chance, sich nochmals mit aller Kraft auszubreiten. Den Presseberichten zufolge nahm der Virus die Chance wahr mit Hilfe zahlreicher Feiern am Wochenende in Kneipen, Bars, Clubs usw. Er erklomm ungeahnte Höhen. Bei Herrn Bozffier bedankte sich Covid 19 und schickte ihn in den Urlaub, sprich Quarantäne.

  42. Matteo Flegel und Annamaria Gentilcore sagt:

    Ich heiße Matteo, bin sechs Jahre alt und gehe in die 1b in der Mühlbergschule. Meine Mama hat diesen Brief geschrieben, weil ich ja noch nicht schreiben kann, aber ich habe ihr alles genau erzählt.
    Die Schule gefällt mir eigentlich gut und die Lehrer sind alle super nett. Leider ist es ziemlich eklig, auf die Toilette zu gehen. Manchmal hat der Vorgänger sein Geschäft nicht weggespült und die Toilette möchte ich dann nicht benutzen. Es gibt aber nur so wenige Toiletten und im Hort, wo es oft sauberer ist, sind die Toiletten abgeschlossen. Meistens gibt es auch kein Toilettenpapier und wir Kinder bemerken das leider erst zu spät und können uns dann nicht abwischen.
    Ich ziehe auch keine Jacke an, wenn ich auf die Toilette gehe, weil ich die nicht aufhängen kann und auf den Boden, der meistens vollgepinkelt ist, möchte ich meine Jacke nicht legen. Meine Mama hat mit mir geschimpft, weil ich mich so im Winter erkälten werde, aber was soll ich denn machen, wenn es so schmutzig ist und die Toiletten gar nicht für Kinder gemacht sind? Im Kindergarten war das viel besser, da wurde ganz oft sauber gemacht und die Toiletten waren in der richtigen Höhe für uns Kinder. Wir hatten immer genügend Seife und Papier zum abtrocknen und sauber machen. Da haben auch die Erwachsenen aufgepasst, dass sich die Kinder ordentlich auf der Toilette benehmen und sich regelmäßig die Hände waschen. Wieso ist das in der Schule eigentlich nicht so? Gerade wegen Corona müsste doch alles besonders sauber sein oder?
    Im Unterricht dürfen wir leider nur alleine auf die Toilette, das ist aber doof, weil die Toilette auf dem Schulhof ist und wir dann alleine raus müssen. Ich finde es nicht gut, wenn wir alleine auf die Toilette nach draußen gehen, weil ich schon mal von 5 Zweitklässlern in der Toilette angepöbelt wurde. Glücklicherweise war mein Kumpel dabei. Aber das war wirklich sehr unangenehm.
    Durch Corona müssen wir auch ganz schnell essen, weil wir in verschiedene Gruppen eingeteilt sind und nicht so eine große Mensa haben. Es wäre schön, wenn wir mehr Zeit hätten, wir sind doch noch so klein und in Ruhe essen ist wichtig! Ich komme aber immer heim und habe nichts getrunken und mein Frühstück nicht gegessen, weil immer für alles so wenig Zeit ist und wir ja auch ständig Maske tragen müssen. Das ist für so einen kleinen Jungen wie mich alles ganz schön schwierig.
    > Ich finde es auch schade, dass wir keinen richtigen Sportunterricht machen können. Im Winter wird das auch schwierig auf dem Schulhof. Wann bekommen wir denn endlich eine richtige Sporthalle?
    Wegen Corona müssen wir schon auf so vieles verzichten, es wäre schön, wenn wenigstens die selbstverständlichen Dinge zur Verfügung stünden. Können Sie uns bitte helfen, dass wir ganz schnell in unsere neue Schule können? Da würden sich sicher alle Kinder freuen.

  43. Dr. Jürgen Bönig sagt:

    Wenn es zur Verminderung der Infektionen in diesem Monat darauf ankommt, die Zahl der Kontakte zu vermindern – um 75 Prozent, warum wird die Schließung von Freizeiteinrichtungen nicht ergänzt durch die Verminderung der Kontakte bei der Arbeit und auf dem Weg von und zur Arbeit? Dadurch würden überall in den Betrieben die Hygienebedingungen überprüft, weil die Zahl der Kontakte ja auf noch einmal die Hälfte reduziert werden soll. Geschäftsleitungen und Betriebsräte müssten also auf jeden Fall aktiv werden und können diese Kontaktverminderung im Betrieb sogar viel besser kontrollieren als Treffen im Privatbereich. Und diejenigen, die mit den Umgangsregeln in Betrieben schlampig umgehen, dürften nicht mehr hoffen, von den Einschränkungen der Privatkontakte zu profitieren.

  44. Merve Hölter sagt:

    Zehn Milliarden jetzt zur Kompensation für Gastronomie/Theater etc.? Wo im Frühjahr neun Milliarden drin waren allein für die Lufthansa? Da läuft aber was verdammt aus dem Ruder, und es ist nicht bloß das Virus. Friseure dürfen offenbleiben? Haarschneiden ist systemrelevant? Willkommen in Absurdistan. Kleinlaut heißt es, November ist zu, damit wir Weihnachten wieder öffnen können. Bitteschön, das Virus ist religionsfrei und kennt kein Weihnachten. Wenn schon Rücksichtnahme auf Festtage: Was passiert jetzt mit den Martinsgänsen?

  45. Patrizia Frada sagt:

    Die Schließung von Kulturhäusern wegen Pandemie macht mich sprachlos. Es ist die totale Willkür dieser politischen Entscheidung, ohne wissenschaftliche Begründung. Meine Befürchtung ist, dass der Aktivismus der Regierung einfach das schwächste Glied in der Gesellschaft getroffen hat, um zu beweisen, dass sie doch etwas gegen die Pandemie unternimmt. Industrieverbände wurden zu einem Gespräch eingeladen. Warum keine Anhörung der Vertreter der Kulturwelt seitens der Regierung? Ich habe nirgends in Kaufhäusern ein spürbares Hygienekonzept erlebt: Wie oft werden da Räume etc. desinfiziert? Wie oft wird da das Personal auf Corona Infekt getestet? Ich hoffe, dass Stimmen aus der Kulturwelt gebündelt gegen diesen Blödsinn aufschreien.

  46. Heinz- A. Hetschold sagt:

    Warum wird das hochgehaltene Prinzip der „Gleichzeitigkeit am gleichen Ort“ nicht schon längst unter dem Gesichtspunkt der Verkehrs- und Kontaktvermeidung auf dem Abfallhaufen veralteter Kommunikationsmethoden entsorgt? Klimaschutz (Vermeidung von unnötigen Kfz-Emissionen) und Minderung von Infektionsrisiken (man denke an das Gedränge in Schulbussen und Bahnen) würden den aktuellen, prioritären „Problemzwillingen“ die Schärfe nehmen.
    Motto: Komplex denken, einfach lösen! IT nutzen! Fahrpläne anpassen! Absprachen zuständigkeits- und systemübergreifend vereinbaren! Politik und Verwaltungen sind schon längst in der Pflicht!

  47. Alexandra Grund-Wittenberg sagt:

    Was Gastronomie, Kulturschaffenden, Kinos und anderen Freizeiteinrichtungen in den letzten Monaten zugemutet wird, geht über jede Belastungsgrenze. Niemand hat sich dort angesteckt – und das Gegenteil kann nicht nachgewiesen werden, dazu fehlt die Evidenz. E silentio, d.h. blind Maßnahmen anzuordnen, dürfte vor Gericht erneut scheitern. Die Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, in dem laut RKI-Lagebericht der R-Wert bereits ohne Lockdownmaßnahmen von 1,39 durch die Vorsicht der letzten Wochen stetig gefallen ist auf 1,13 am 1.11.2020. Man müsste also nur eine Woche abwarten, um vermutlich auf 1 oder darunter zu kommen.
    Die Zahl der hochangesehenen medizinischen und epidemiologischen Expert*innen wächst, die vor dem enormen gesundheitlichen, sozialen, kulturellen Kollateralschaden von Lockdownmaßnahmen warnen. Die Sendung „Kontraste“ vom 29.10. hat, auch für mich völlig überraschend, gezeigt, dass Berchtesgaden mit Lockdownmaßnahmen einen schlechteren Verlauf hatte als Neukölln ohne solche Maßnahmen.
    40 Millionen Menschen gehen mindestens einmal im Monat ins Restaurant. Kultur und Sport sind systemrelevant! All dies gehört zur lebendigen Gesellschaft. Fast jede*r, der/die etwas Kritisches sagen wollte, leitete dies ein mit dem Satz: „Ich bin kein Verschwörungstheoretiker, aber …“ Viele fühlen sich eingeschüchtert. Die fehlende medizinische Meinungspluralität in der Öffentlichkeit, die pauschale Darstellung von Kritiker*innen an Infektionsschutzmaßnahmen als Coronaleugner macht mich besorgt. Der Kahlschlag in Kulturbranche und Gastronomie bis hin zum faktischen Berufsverbot steht sogar den Einsichten des RKI entgegen. Können wir es uns leisten, dass in einer schwierigen Situation gegen die Einsichten der Wissenschaft regiert wird?

  48. Jürgen Bönig sagt:

    Wenn es zur Verminderung der Infektionen in diesem Monat darauf ankommt, die Zahl der Kontakte zu vermindern, warum wird die Schließung von Freizeiteinrichtungen nicht ergänzt werden durch die Verminderung der Kontakte bei der Arbeit und auf dem Weg von und zur Arbeit? Dadurch würden überall in den Betrieben die Hygienebedingungen überprüft. Geschäftsleitungen und Betriebsräte müssten also auf jeden Fall aktiv werden und können diese Kontaktverminderung im Betrieb sogar viel besser kontrollieren als Treffen im Privatbereich.
    Und diejenigen, die mit den Umgangsregeln in Betrieben schlampig umgehen, dürften nicht mehr hoffen, von den Einschränkungen der Privatkontakte zu profitieren.

  49. Jürgen Malyssek sagt:

    Lieber Matteo,

    was Du über die hygienischen Zustände Deiner Schule schreibst, ist nicht sehr schön zu erfahren. Leider ist es oft so. Da habe ich auch keinen Rat, weil es auch Sache der Stadt ist, in den Schulen ordentliche Zustände zu schaffen.
    Andererseits sind alle Menschen, die in einer Schule oder Einrichtung sind, mit verantwortlich auch für Sauberkeit und bestmögliche Rahmenbedingungen beizutragen.

    Sprecht mit Eurer Klassenlehrerin oder mit Eurem Klassenlehrer, was Euch stört. Auch die Lehrerschaft und das Rektorat müssen mitarbeiten an der Verbesserung der Zustände.

    Masken tragen ist bestimmt nicht angenehm, besonders in Räumen und über längere Zeit. Aber das muss die Schulleitung entscheiden, wie und ob.
    Sport sollte für Euch möglich sein. Das kann man v.a. draußen bestimmt so organisieren, dass es nicht ganz ausfallen muss.
    In der Halle müsste es auch mit Abstandsregeln und entsprechenden Hygienemaßnahmen möglich sein. Wenn Ihr jetzt keine richtige Sporthalle habt, dann sollte es wenigstens Ausweichmöglichkeiten geben. Aber das kann ich jetzt nur so frei sagen, kann aber nicht wissen, was Stadt und Schule möglich machen können.

    Ich lese, dass Ihr auf Eure neue Schule wartet. Das ist schade und auch deshalb, weil es bestimmt auch noch wegen Corona zur zeitlichen Verzögerung des Vorhabens kommt.

    Verliere trotzdem nicht den Mut und stell Dir vor, dass es auch noch anders und besser werden kann, wenn Ihr alle mitmacht, die Regeln einzuhalten. Ich drücke Euch jedenfalls ganz feste die Daumen!

    Schönen Gruß
    Jürgen Malyssek

  50. Karsten Neumann sagt:

    Mahner Markus Söder, der Kaiser aus Nürnberg, wäre gerne ein Großer über die Grenzen Bayerns hinaus. Deshalb verkündet er laut z.b. Bayern schließt die Grenzen zu Österreich. Die zu Frankreich kann er ja schlecht schließen. Apropo Bayern. Bayern ist laut Verfassung ein Kulturstaat, da schadet es nix, einen Blick drauf zu werfen, wie das Bayern am Morgen nach Corona aussehen könnte. In der 8. bayerischen Infektionsschutzverordnung vom 30. Oktober 2020 ist vermerkt, was in der Pandemie aktuell geschlossen wird. In §11 sind u.a. Freizeitparks und Thermen genannt. In Absatz 6 wird dann die Schließung von Bordellen und Spielhallen geregelt, in §12 die von Kosmetikstudios und §13 regelt die Gastronomie usw. Zuletzt wird in §23 die Schließung der Museen, botanischen Gärten usw., kurz: die der Kulturstätten geregelt. Man kann sich anhand dieser Reihenfolge ungefähr vorstellen, wie im von Markus Söder regiertem Kulturstaat der Morgen nach Corona aussieht. Hoffen wir also mal, dass Preußen keinen mittelfränkischen Bayern wählen!

  51. Elke Metke-Dippel sagt:

    Lieber Michael Herl, seit Jahren bin ich ein Fan Ihrer Kolumnen. Aber seit einigen Monaten kann ich Ihnen nicht mehr folgen – seit Sie in die Reihen der moralkeulenschwingenden und mit an den Haaren herbeigezogenen Vergleichen Beschimpfer der „Maskenverweigerer“ getreten sind.
    Der Mensch ist ein bequemes Herdentier, das sich meistens zu wenig Gedanken über die Auswirkungen seines Konsumverhaltens macht – da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Aber wie Sie es in der Kolumne von heute beschreiben – mensch macht es freiwillig. Die Maske ist nicht freiwillig, ganz einfach. Und selbst wenn immer wieder neue Studien über die Wirksamkeit veröffentlich werden, kommt doch mit gleicher Regelmäßigkeit dabei heraus, dass sie den Atemstrom etwas verlangsamt. Mehr nicht. Und dies trägt möglicherweise in bestimmten Situation ein klein wenig zur Vermeidung einer möglichen Infektion bei, die im ungünstigen Fall möglicherweise die infizierte Person krank machen könnte, die im ungünstigsten Fall schwer erkranken könnte – aber das ist nicht erwiesen und niemand hat irgendeinen Beleg dafür, dass in der Praxis – also im wahren Leben, das Sie ansonsten regelmäßig preisen und feiern – eine Maske eine Infektion verhindert hätte.
    Und aus diesem eher statistisch unwahrscheinlichen und mit nichts belegtem Grund müssen Kinder stundenlang so ein Ding tragen, Gebärende in dieser extrem belastenden Situation so ein Ding tragen, alle beim Einkaufen und während Kulturveranstaltungen und riesigem Abstand so ein Ding tragen, in den Städten auch draußen, in Spanien sogar am Strand. Und da darf man nicht kritisch sein? Wir tragen das Ding, weil uns gar nichts anderes übrigbleibt, weil dieses neue Kreuz zum Symbol der Aussätzigkeit und der Ketzerei geworden ist, das diejenigen markiert, die es zu beschimpfen, auszusetzen und auszumerzen gilt – wenn sie sich ihm nicht beugen. Und da machen Sie mit? Das ist nicht der Michi Herl, den ich seit Jahren lese.
    Selbst wenn Sie die Maske gerne aus sentimentalen Gründen tragen, weil Sie der Meinung sind, Sie würden damit etwas Gutes tun, dann tun Sie das freiwillig. Aber lassen wenigstens Sie das Beschimpfen. Sobald diese fürchterliche Zeit vorbei ist, werde ich wieder gerne Ihre Kolumnen lesen.

  52. Hans Dietmar Jäger sagt:

    Gesundheitsdezernent Stefan Majer behauptet das Corona-Virus unter Kontrolle zu bringen, „wenn wir in dieser Stadt konsequent mit dem Thema Maske umgehen“: Ja, wir würden konsequent mit dem Thema Maske umgehen, wenn wir das Tragen der Maske nicht nur fordern, sondern auch kontrollieren würden!
    Was nützt die Forderung von Jutta Ditfurth, eine Maskenpflicht in der ganzen Stadt, wenn sich keiner dran hält? Auch hier: Viel heiße Luft und gut gemeinte Ratschläge. Nur ist eben ‚gut gemeint‘ das Gegenteil von ‚gut‘. Und soll Oberbürgermeister Peter Feldmann doch drohen, „die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet“ auszudehnen. Wenn es keiner kontrolliert, braucht man sich doch keine Sorgen zu machen.
    Schon jetzt gilt die Maskenpflicht innerhalb des Alleenrings; es hat aber den Anschein, niemand weiß es oder niemanden interessiert es. So ist es auch immer wieder im Nahverkehr: Keine Kontrolle, keine Maske; ist doch eh nur lästig und bringt mir nichts. Es ist wie im (ruhenden) Straßenverkehr: Wenn man sich an fehlende Kontrollen gewöhnt hat, dann wird der Verstoß zur Gewohnheit.

  53. hans sagt:

    Das Gespräch mit Rene Gottschalk heute in der FR spricht für sich. Wir setzten entweder die AHA Regeln durch oder wir werden uns bis ins Frühjahr in einer Art Dauerlockdown befinden. Wie ein Richter unter diesen Bedingungen die Demo in Leipzig erlauben konnte weiß er inzwischen wohl selbst nicht mehr.

  54. hans sagt:

    zu @ Karsten Neumann, Elke Metke-Dippel
    So lange sie sich an Gesetze und Verordnungen halten ist es ihr gutes Recht auch dagegen zu sein. In der derzeitigen Situation reicht es aber nicht dagegen zu sein. Was würden denn sie vorschlagen um zu verhindern das die Intensivstationen voll laufen?

  55. Stefan v. Wachter sagt:

    Integrative Medizin

    Medizin ist keine Naturwissenschaft wie Physik und ärztliche Heilkunst ist etwas anderes, als eine defekte Maschine wieder zum Laufen zu bringen. Deshalb wundere ich mich über die Oberflächlichkeit und Einseitigkeit, mit der unsere Gesellschaft diese Viruskrankheit einzudämmen versucht. Ist es nicht an der Zeit, sich das Ende unseres Traums über die Kontrollierbarkeit von Viren durch die „moderne“ Medizin und Gesundheitsämter einzugestehen?
    Auch in diesem dankenswert lebendigen Blog werden Zusammenhänge als bewiesen vorausgesetzt, die einer Nachprüfung nicht standhalten. Zuerst zum PCR-Test: In unserer Maschinen-Gläubigkeit haben wir die Diagnose einer Covid-19-Erkrankung den Labors überlassen. Aus dem Labor bekommen wir momentan aber nur eine nicht quantifizierte Ja-Nein-Aussage über das Vorhandensein eines bestimmten viralen Erbgutstrangs. Das wiederum gibt uns keine sichere Antwort auf die Frage, ob der betreffende Mensch infektiös ist, also ob er – entsprechende Nähe vorausgesetzt – andere Menschen mit Covid-19 anstecken kann. Auf diese Weise schicken wir (sehr?) viele Menschen in die Quarantäne-Isolation, die keine Gefahr für ihre Mitmenschen darstellen.
    Wir sind dem Virus weder schutz- noch machtlos ausgeliefert, da wir keine Maschinen sind, sondern über Selbstheilungskräfte und ein Immunsystem verfügen. Allein das menschliche Immunsystem besiegt diese und andere Viren nachhaltig.
    Die Impfung ist der Versuch, das Immunsystem gewaltsam mit dem Virus oder Teilen von ihm zu konfrontieren, um Immunität zu erreichen. Das kann gut gehen, muß aber nicht. Seit 2009 gibt es z.B. die traurige Erfahrung mit einem Schweinegrippe-Impfstoff, der zu Narkolepsie-Erkrankungen führte.
    Bei einer Viruserkrankung geht es darum, das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stärken. Wenn wir unseren Blick weiten, kommen wir zu einer Vielfalt von individuellen Präventions- und Therapiemöglichkeiten: Orthomolekularer Medizin, Naturheilkunde, Homöopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (Akupunktur etc.) usw.. Namhafte Homöopathen aus aller Welt berichten über die Heilung von nachweislich schwer an Covid-19 erkrankten Patienten. Warum wird so eine wichtige und ermutigende Nachricht nicht gehört?
    Wer heilt, hat Recht! Wir können es uns in dieser schwierigen Situation nicht leisten, solche Heilungserfolge auszublenden, nur weil sie aus dem vermeintlich falschen Lager kommen.
    Ich bin optimistisch, dass wir früher oder später den Anfang einer integrativen Medizin erleben werden, die wieder ein breites Spektrum an Heilmethoden nutzt.

  56. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Herr v. Wachter,
    da haben wir doch wieder das Problem richtiger Medizin und falscher, also Homöopathie. Für mich als eigentlich pragmatischem Menschen gab es eigentlich auch nur die „richtige Medizin“, bis ich ein größeres Problem mit Borreliose hatte und dies dann mit den umstrittenen Globuli lösen konnte, wobei der Homöopath mir vorher sagte, bei manchen Menschen würde es funktionieren, bei manchen nicht. Bei mir war es ein absoluter Erfolg. Da hatte also das, was eigentlich gar nicht funktionieren konnte, Erfolg gehabt. Das Problem ist doch, dass man eine solche Erfahrung nicht verallgemeinern kann und eben jeder selbst seine Entscheidungen treffen muss. Es ist ja auch jedem selbst überlassen, ob er/sie sich impfen lassen will. Der Mensch selbst ist doch völlig überfordert mit den Möglichkeiten, die sie aufzeigen.

  57. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Elke Mettke-Dippel

    Ihre Argumente bezüglich der Notwendigkeit des Tragens der Schutzmasken kann ich nicht nachvollziehen. Woher nehmen Sie diese Gewissheit, dass die Masken faktisch nutzlos seien??
    Was soll noch passieren, bis sowas wie höhere Einsicht sich einstellen darf?

  58. Dr. Norbert Szep sagt:

    Wir verstehen die momentane Gesundheitspolitik nicht. Wir sind in unserer hausärztlichen Praxis seit März dieses Jahres bis zur Belastungsgrenze gefordert. Unsere medizinischen Fachangestellten und Hausärzte haben die meisten Kontakte im Gesundheitswesen mit Corona-Infizierten in unseren Praxen und Pflegeheimen und riskieren ihre eigene Gesundheit. In Italien und England sind viele Kollegen gestorben. Wir haben keinerlei Information oder Hilfe vom Gesundheitsamt und werden zusätzlich von der Kassenärztlichen Vereinigung mit Bürokratie überhäuft. Jeder vierte Patient ist bei uns aktuell positiv in den Coronatests, und die Wartezeit der Tests hat sich bis letzten Dienstag auf bis zu sieben Tage verlängert.
    Darum hat das Robert Koch Institut ab letzten Mittwoch die Kriterien für die Testungen geändert. Wir testen seit letzter Woche keine leichten Coronainfektionen mehr. Darum sind Anfang dieser Woche die Neuinfektionszahlen gefallen, weil wir weniger testen wegen der angespannten Situation der Labore. Dies ist aber kein Effekt des Teil-Lockdowns, dessen Effekt frühestens nächste Woche spürbar wird.
    Ich kann nicht verstehen, dass dies nirgendwo kommuniziert wird. Die Neuinfektionszahlen sind deutlich höher als aktuell sichtbar und nicht mit den Zahlen der letzten Woche vergleichbar.

  59. hans sagt:

    zu @ Dr. Norbert Szep
    Ist das wirklich so? Veröffentlicht wird doch wenn ich das richtig verstanden habe das 1,2-1,3 Millionen Leute getestet werden jede Woche , auch diese Woche. Wenn jetzt nur dringende Verdachtsfälle getestet werden, das Ergebnis aber in etwa gleich ist dann ist das doch bei der gleichen Anzahl an Tests eher positiv? Das der Lockdown erst nächste Woche sichtbar wird ist klar, wird aber von den Medien einfach nicht wirklich kommuniziert. Da ist die Schlagzeile z.B. heute neuer Rekordwert trotz Lockdown halt die bessere. Das ist halt bedauerlich wobei die Politik ja mit dem Treffen am Montag mal die 2 Wochen die es braucht die Wirkung einer Maßnahme zu sehen eingehalten hat. Das derzeitige sinken des R Wertes habe ich den Maßnahmen zugerechnet die am 15.10. beschlossen worden sind. Ist das wirklich so dass das falsch ist?

  60. Gerlinde und Hans-Dieter Haller sagt:

    Der Vorschlag von Sebastian Steiner vom 4.11., in die Programmangebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten auch Präsentationen von Künstlerinnen und Künstler aufzunehmen, die nicht zu den üblichen Stars und Großverdienern gehören und die coronabedingt nicht in Präsenz auftreten können, spricht uns aus der Seele!
    Wir hatten Anfang Juli einen solchen Vorschlag an zahlreiche Rundfunk- und Fernsehanstalten geschickt, aber außer einigen wenigen freundlichen Empfangsbestätigungen keine nennenswerten Reaktionen erhalten. Jetzt allerdings konnten wir im Norddeutschen Rundfunk (NDR-Kultur) eine Sendung mit diesem Zweck erleben. Es geht also! Der Sendeplatz wird dort an jedem Mittwoch für solche Zwecke freigehalten.

  61. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Dr. Norbert Szep

    Habe gut verstanden, was Sie sagen und meinen.

    In den Arztpraxen wir unglaublich viel geleistet. Nicht nur in Kliniken und Heimen.

  62. hans sagt:

    Ich frage mich seit Tagen warum der seit 2 Wochen sinkende R Wert sich nicht stärker bei den Infektionszahlen bemerkbar macht. Jetzt denke ich das ich zumindest eine Vermutung besteuern kann warum das so ist. Nach dem was sich seit zwei Wochen in meinem Umfeld mit den Schnelltests abspielt würde ich denken, wenn das überall so ist, das da der Grund liegt. Ich werde derzeit im Pflegeheim meiner Mutter wöchentlich getestet. Das gilt für alle Besucher . Die Mitarbeiter werden 2x die Woche getestet. Positive Ergebnisse werden an das Gesundheitsamt weiter gemeldet. Das müsste, wenn es überall in D. so gehandhabt wird, zu einer Steigerung der Infektionszahlen führen weil so mehrere 100000 Schnelltests dazu kommen. Ich vermute das kompensiert den sinkenden R Wert.

  63. Günter Tatara sagt:

    Sehr geehrter Herr Dr. Müller, die Initiative des Landessportbundes, beim Hessischen Minister des Innern und für Sport auf Lockerungen der Corona-Beschränkungen zu drängen, ist aller Ehren wert. Das Ergebnis ist es nicht. Sie wissen, Sportvereine bestehen nicht aus Sport treibenden Einzelpersonen, Paaren oder häuslichen Gemeinschaften. Zumindest für die Turnerschaft Jahnvolk 1881 e.V. steht der Vereinssport im Dienste einer größeren Sport treibenden Gemeinschaft und der Pflege sozialer Kontakte. Nun, seit Beginn der Corona-Pandemie musste auch unser Vereinsleben weitgehend auf intensivere Sozialkontakte verzichten. Unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen haben unsere Vereinsmitglieder sich im letzten Halbjahr ausschließlich auf das sportliche Geschehen im Verein konzentriert. Und das mit Erfolg, denn bisher ist durch unser Sportprogramm nicht ein einziger Infektionsfall bekannt geworden. Privilegiert durch unsere große Sportwiese haben wir beinahe das gesamte Übungsangebot aus der Halle ins Freie verlagert. Abstandhalten war daher für unsere Mitglieder zu keinem Zeitpunkt ein Problem.
    Das vorbeschriebene im Blick empfinde ich die nun beschlossenen Lockerungen der Corona-Beschränkungen ungenügend und realitätsfremd. Zumindest zementiert diese Regelung erneut die Vermutung, die Landesregierung traut dem organisierten Sport nicht zu, durch individuelle, auf den jeweiligen Verein angepasste Sicherheitsmaßnahmen das Infektionsgeschehen im Sport zu vermeiden. Das ist aus meiner Sicht traurig, zeigt es doch, wie unmündig selbst die Ehrenamtlichen in den Vereinen gehalten werden.
    Günter Tatara, Jahnvolk 1881, Frankfurt

  64. Hildegard Weidemann sagt:

    Lieber Matteo, es freut mich, dass Du eigentlich gerne zur Schule gehst und Deine Lehrkräfte super nett sind. Allerdings beschreibst Du auch Zustände dort, die Dir nicht gefallen, was ich gut verstehen kann. Ich möchte Dir zwei Vorschläge zur Abhilfe machen, die Du an die Lehrer*innen weitergeben kannst. Bestimmt werden sie Dich und die anderen Kinder an Deiner Schule unterstützen.
    Der erste Vorschlag betrifft die Toiletten. Übernehmt im Wechsel mit den anderen Klassen selbst die Verantwortung für die Toiletten. Reihum ist jede Klasse eine Woche zuständig für die Sauberkeit, dass heißt ihr putzt die Toiletten selbst, das ist nicht schwer zu lernen. Ein großer Vorteil beim selber putzen ist, dass man dann automatisch achtsamer wird und beispielsweise nicht auf den Boden pinkelt. Anleiten und begleiten könnten euch die Klassenlehrerin oder -Lehrer. Für das Putzmaterial, das Toilettenpapier, Seifenspender und Abtrockmaterial für die Hände, sowie für Haken zum Aufhängen von Jacken oder Taschen in den Kabinen, könnte der Hausmeister oder ein anderer Erwachsener aus der Schule zuständig sein.
    Der zweite Vorschlag betrifft den Sportunterricht. Ich wünsche Euch sehr, dass ihr bald eine richtige Sporthalle bekommt. Bis dahin empfehle ich euch Sport einfach draußen auf dem Schulhof oder auf einem nahegelegenen Freiglände, falls es das gibt, zu machen. Einzige
    Voraussetzung: es sollte nicht regnen oder schneien. Mit dem nötigen Abstand könntet ihr Seilchenspringen, mit jeweils eigenem Ball dribbeln, fangen oder andere schöne Übungen machen. Viel Spaß hat man auch mit Stelzen, Pedalos oder Hulahupreifen. Da wird euch schnell warm und die frische Luft tut eurem Körper richtig gut. Eure Sportlehrer*Innen wissen noch viel mehr über Sport im Freien, falls nicht dann wissen Sie wo sie sich erkundigen können. Wenn wir daran denken, dass sehr viele Menschen gerade im Winter Sport draußen machen ( Skifahren, Rodeln ) dürfte das für euch doch auch kein Problem sein.
    Also nicht traurig sein sondern rausgehen und Spaß haben !
    Lieber Matteo, das waren meine Ideen zu Deinem Brief. Ich wünsche dir und den anderen Kindern engagierte Lehrkräfte die euch bei der Umsetzung helfen. Manchmal können auch Eltern etwas Unterstützendes anbieten.
    Vielen Dank für Deinen Mut und Deinen Einsatz mit dem Du auf die Missstände aufmerksam gemacht hast. Ich hoffe Du hast damit Erfolg und bleibst dabei dich für ungute Zustände und Notlagen einzusetzen.
    Viel Glück und herzliche Grüße,
    Hildegard Weidemann

  65. Walter Schneider sagt:

    Herr Pudenz beschwert sich, in trauter Gemeinsamkeit mit den Vertretern aller betroffenen Branchen (Sport, Gastwirte, Clubbetreiber, Kulturschaffende und andere) darüber, dass der Betrieb, die Berufsausübung per Behördenentscheidung erschwert oder komplett verboten wird. Allen gemeinsam ist, dass sie diese Schließungen für ihren Bereich als ungerecht empfinden, weil ja gerade ihr Bereich in besonderem Maße nachgewiesen hat, dass die eigenen Hygienekonzepte funktionieren und Ansteckungen mit Sars-CoV-2 erfolgreich verhindert haben. Abgesehen davon, dass diese Aussagen durch niemanden verifizierbar sind, erleben wir auch in der Coronafrage wieder einen weiteren Siegeszug des St.-Florian-Prinzips.
    Was diese Lobbyisten in unseren liberalen Zeiten völlig vergessen haben, ist die selbstverständliche Handlungsvollmacht der von uns gewählten Volksvertreter als Spitzen von Legislative und Exekutive. Und noch mehr: Unsere Politiker sind nicht nur bevollmächtigt, sondern sogar verpflichtet, diese Entscheidungen zu treffen. Und selbstverständlich müssen sie Bewertungen vornehmen, und in dieser Frage insbesondere über die gesellschaftliche Relevanz der einzelnen Bereiche. Und sie haben in meinen Augen weitgehend richtige Bewertungen vorgenommen: Oper, Schauspiel, Theater, Gastronomie, Tourismushotellerie, Kultur insgesamt sind eindeutig nicht systemrelevant. Und es hat absolut überhaupt nichts mit fehlender Gerechtigkeit zu tun, weil es in diesen Gesundheitsfragen gar nicht um Gerechtigkeit geht, sondern um möglichst effizienten Gesundheitsschutz für die Bevölkerung mit möglichst wenigen Kollateralschäden.
    Ebenso selbstverständlich: Betroffene sollen entschädigt werden, entweder durch Steuergelder oder durch Umlagen bei denen, die nicht von Schließungen betroffen sind, also insbesondere Handel und Industrie. Dies ist schon bisher in erheblichem Umfang geschehen. Und selbstverständlich hat jeder Betroffene auch das Recht, alle ihn betreffenden Entscheidungen gerichtlich überprüfen zu lassen.
    Was mich aber speziell bei Herrn Pudenz ärgert: welches abgedrehte Gesellschaftbild hat er, wenn er sich beschwert: „Und in der Unterhaltungsbranche steht die Oper im Ranking ganz klar unter dem Fußball“. Meine Gegenfrage: Ja wo denn sonst ? Die Opernhäuser sind weitgehend leer, weil sich nur eine ganz bestimmte, sehr kleine kulturelle und gesellschaftliche Elite (wohlgemerkt: nicht intellektuelle Elite) angesprochen fühlt. Die Gründe hierfür breitet Herr Pudenz in seinem Interview selbst aus, die durchgehende Kommerzialisierung, die gleichwohl nicht sehr erfolgreich gelingt. Wie anders der Fußball: 19 Millionen Mitglieder, die Stadien waren vor Corona voll, der Profifußball zahlt Milliarden Steuern, der Amateurfußball ist die wichtigste einzelne soziale Bereich unserer Gesellschaft. Dagegen verlangt die Hochkultur-Lobby dreist 900 Millionen Steuergelder für ein neues Kulturgebäude (Oper und Schauspiel ). Welche Hybris, Herr Pudenz.

  66. hans sagt:

    Etwas anders zum Thema Corona. Mit erstaunen habe ich heute in der FR gelesen das die Versorgung der Pflegeheime mit Schnelltests nicht funktioniert. Das kann ich hier für den Kreis Offenbach nicht bestätigen. Ich weiß das schon seit 3 Wochen getestet wird und bin selbst schon 2 mal getestet worden. Auf Nachfrage wurde mir auch bestätigt das es auch schon positive Tests gegeben hat. Das bedeutet da wurde der Eintrag in ein Pflegeheim aktiv verhindert. Über die eingesetzte Teststrategie könnte man wohl diskutieren aber grundsätzlich ist das alles schon ein riesen Fortschritt und kaum nachvollziehbar das es immer noch nicht überall Standard ist.

  67. Silke Göbel sagt:

    Zwei Dinge stören mich an Ihrem Artikel bzw. an manchen Diskussionen, die jetzt im Zusammenhang mit der Pandemie geführt werden:
    Erstens sind nicht alle „alten Menschen“ in Pflegeheimen oder Seniorenheimen. Im nächsten Jahr werde ich 75 Jahre alt, habe „normale“ Altersbeschwerden, gehöre also zur Gruppe der besonders durch den Coronavirus Gefährdeten. Aber ich bin weder dement noch in einem Altersheim, sondern stehe noch „mitten im Leben“. Ich habe erst im letzten Jahr meine berufliche Tätigkeit vollständig abgeschlossen, verreise öfter (natürlich in dieses Jahr nur einmal in einen kurzen Sommerurlaub), unternehme Besichtigungsausflüge in die Berliner Umgebung, treffe Freunde…
    Und zweitens betreue ich meine Enkel regelmäßig. Da gibt es keinen „Generationenkonflikt“! Im Gegenteil: ohne die Hilfe von uns Großeltern könnten unsere Söhne und Schwiegertöchter jeweils nicht beide voll berufstätig sein. Wir springen ein, wenn die Kindergarten-Kinder erkältet sind, die Schulkinder Ferien haben, die Eltern wichtige berufliche Termine haben oder sich sogar mal ein Wochenende alleine ohne Kinder erholen wollen. Und wir sind nicht die Einzigen, die so ihre Kinder unterstützen: Mindestens vier meiner Freundinnen sind genauso gefordert!

  68. Reinhard Schemionek sagt:

    Autogipfel, Lufthansagipfel – auf den Gipfel für die systemrelevanten Verkäufer:innen, Pfleger:innen in Krankenhäusern und Pflegeheimen, die Lkw-Fahrer:innen, Paketzusteller:innen warte ich immer noch. Mit einem Jahresumsatz von rund 130 Milliarden nimmt nach meinen Informationen der Kunstbereich (Theater, Kino, Museen u.a.) Platz drei in der Wirtschaft ein. Und der Kunstgipfel? Fehlanzeige. Vom Gastgewerbe und Hotelbereich will ich gar nicht reden.
    Liebe Politiker:innen, einer Verkäufer:in, der Bedienung im Restaurant ist die Genderschreib- und Sprechweise ziemlich egal, wenn es um ihren Arbeitsplatz geht und sie befürchten muss, arbeitslos zu werden. Wer diese systemrelevanten Menschen nicht auf dem Radar hat, soll sich nicht wundern, wenn sie bei der nächsten Wahl ihr Kreuz bei der AfD, in den USA bei Trump machen.