FR-Forum vom 9. bis 14. November

Alle Briefe von Leserinnen und Lesern dieser Woche im Überblick nach ihren Erscheinungstagen und: Offene Diskussion! Lesen Sie in Ruhe oder suchen Sie Ihre Zuschrift gezielt mit der Tastenkombination STRG und F sowie dem Namen als Suchbegriff. Sie finden hier:

  • eine Liste der Erscheinungstage einer Woche;
  • pdf-Dokumente von den Forum-Zeitungsseiten (klicken Sie dazu bitte auf das „eins“ bzw. „zwei“ von „Seite eins“);
  • alle Zuschriften des jeweiligen Erscheinungstags, die keiner hier im Blog laufenden Diskussion zugeordnet werden können;
  • Links zu jenen Zuschriften, die einer hier im Blog laufenden Diskussion zugeordnet wurden;
  • ganz unten das Kommentarfeld, über das Sie mitdiskutieren können.

Bitte stellen Sie ein Stichwort an den Anfang Ihres Kommentars, um anzuzeigen, welches Thema Sie ansprechen. Es gelten die Blog-Regeln – mit einer Ausnahme: Für die offenen Diskussionen ist der Teil der Regel Nr. 4 ausgesetzt, der sagt: Bleiben Sie beim Thema. Hier kann bunt diskutiert werden. Es ist keine Registrierung o.Ä. notwendig.

Im FR-Blog werden normalerweise die ungekürzten Originalversionen Ihrer Zuschriften veröffentlicht. Aktuell konnte dieser Service wegen Krankheit leider nicht geboten werden. Bronski bittet um Verständnis und Nachsicht!

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Forum vom 9. November
Leserforum 2 20190916Seite eins

Zuschriften von Merve Hölter, Patrizia Frada, Heinz A. Hetschold, Alexandra Grund-Wittenberg und Jürgen Bönig zur Corona-Pandemie (veröffentlicht ab hier), Christian Schwarz mit einem Brief an Jens Spahn (veröffentlicht hier), außerdem von Gisela Loh zur „Winterzeit“, Rüdiger Karl M. Heim zur Kirchensteuer, Ingeborg Gerlach zum Flughafen BER und Gerhard Rößler zur gegenwärtigen Lage der Eintrach Frankfurt (alle vier gleich hier,  siehe unten).

Seite zwei

Zuschriften zu regionalen Themen von Matteo Flegel und Annamaria Gentilcore zur Situation an Schulen in der Pandemie (veröffentlicht hier), von Marina Hellmig zu den „Querdenkern“ (veröffentlicht hier), außerdem von Birgid Oertel und Wolfgang Ziegler zum Thema Radverkehr sowie von Gerhard Ehemann und Bertram Hock zum Nein der Wiesbadener:innen zur Citybahn (alle vier gleich hier, siehe unten)

Schlafen gehen um 18 Uhr

Zeitumstellung: „Winterzeit gibt es nicht“, FR-Meinung vom 24. Oktober

Ein Ereignis der „Sommerzeit“ haben Sie nicht erwähnt: Um das Ende des letzten Krieges wurde in mehreren Jahren jeweils im Sommer die Zeit vorgestellt, einmal sogar um zwei Stunden. Das könnte nach meiner Erinnerung 1946 oder 1947 gewesen sein. Eigentlich hätte ich in jenen Jahren um 20 Uhr schlafen gehen sollen. Aber es war sinnlos, mich schon um 20 Uhr ins Bett zu schicken, wenn es in Wirklichkeit erst 18 Uhr war!
Eine Anmerkung: Zeitverschiebungen gibt es nicht, wenn man die Breitengrade wechselt, das geht nur in Nord-Süd-Richtung, sondern hier sind die Längengrade ausschlaggebend, also etwa von Europa nach Amerika oder nach Asien.

Gisela Loh, Bonn

fr-debatteKirchensteuer ersatzlos abschaffen

Zu: „Woelki hält Gutachten zu sexualisierter Gewalt zurück“, FR-Politik vom 31.10.

Die menschenverachtende Haltung der katholischen Kirche, wie sie sich immer wieder aufs Neue, jetzt im Verhalten des Woelki zu Köln, zeigt, erinnert mich an meine Forderung, der Trennung von Kirche und Staat in der Bundesrepublik dadurch Ausdruck zu verleihen, dass die Kirchensteuer ersatzlos abgeschafft wird.

Rüdiger Karl M. Heim, Bad Orb

fr-debatteEin richtiges Desaster

Zu: „BER nun voll in Betrieb“, FR-Wirtschaft vom 5. November

Das Desaster ist eröffnet: der Berliner Großflughafen. Man mochte es kaum noch glauben, aber BER hat eröffnet. Jetzt bleibt als Ewigkeitsbaustelle nur noch Stuttgart 21 – und das wird dann ein richtiges Desaster!

Ingeborg Gerlach, Braunschweig

fr-debatteGedanken an Europa

Eintracht: „Gefangen im Niemandsland“, FR-Sport vom 2. November

Was nützt es, dass die Eintracht 416 Pässe mehr spielte und 88 Prozent davon ankamen, wenn eigentlich die relevanten Pässe unter den 12 Prozent zu finden sind, die nicht ankamen? Weniger Gedanken an Europa zu verschwenden, ist vielleicht hilfreich!

Gerhard Rößler, Frankfurt

fr-debatteKeine sicheren Radwege zur Schule

Machbarkeitsstudien, Radfahrkonzepte, Messen, Abwägen, Stadtradeln, Events – was denn noch alles in diesem reichen Main-Taunus-Kreis? Meint die Politik wirklich, die Steuerzahler merken nicht, wie sie seit mittlerweile 4 Jahrzehnten von den Regierenden verschaukelt werden? Warum wird das Geld nicht endlich für die vielen, in den Schubladen liegenden Konzepten zum sicheren Radfahren eingesetzt? Warum wird so viel Steuergeld zum Fenster rausgeschmissen? Keine Stadt im Main-Taunus-Kreis hat zu ihrer Nachbarstadt einen durchgängigen Radweg. Keiner Schülerin und keinem Schüler stehen sichere Radverbindungen zu seiner/ ihrer Schule zur Verfügung. Jeden Tag berichtet die FR über mit dem Rad verunglückte Menschen. Peinlich oder gar menschenverachtend, dass statt sicherer Radwege für unsere Bürgerinnen und Bürger immer neue Studien für viel Geld in Auftrag gegeben werden. Nicht umsonst heißt es auf der Main-Brücke zum Main-Taunus-Kreis seit Jahrzehnten: „Radfahrer bitte absteigen“. Danke, Liebe Frau Rippegather

Birgid Oertel, Hattersheim

Minderheitenterror durch Rennradler

Ich bin seit kurzem in Rente und fahre mit einem Freund oft am Main in beide Richtungen. Der Terror einer kleinen Minderheit von Rennradlern mit völlig überhöhter Geschwindigkeit nimmt zu. Letzte Woche hat mich ein junge Radlerin in einer Kurve verbotenerweise innen überholt und gerempelt, so dass ich gestürzt bin. Anstatt sich zu entschuldigen, beschimpfte sie mich lautstark, ich solle gefälligst aufpassen. Gestern nahm mir ein Rennradler die Vorfahrt mit etwa 40 Stundenkilometern und schlängelte sich ohne Wahrung irgendeines Sicherheitsabstands durch die Menschenmengen am Mainufer. Solche Proleten gibt es am Main in allen Altersklassen, meistens Männer. Wahrscheinlich wird dieses Thema für die Medien erst dann interessant, wenn es eine schwerere Verletzung gibt als meine Hautabschürfungen. Dann werden es wieder alle gewusst haben, dass so etwas passiert. Wie gesagt, es handelt sich um einen Minderheitenterror.

Wolfgang Ziegler, Frankfurt

fr-debatteEines Besseren belehrt

Zu: „Wiesbaden sagt Nein zur Citybahn“, FR-Regional vom 2. November

Frau Reckmann hat einen wesentlichen Aspekt vergessen, an den die abstimmenden Bürger in ihrer Mehrheit sehr wohl gedacht haben: Die Kommune (Wiesbaden und Umland) – sind wir. Das Land – sind wir. Der Bund – sind wir. Zahlt Wiesbaden für ein Projekt weniger, und zahlen Land und Bund entsprechend mehr, zahlen doch auch „wir“ mit Steuern und Abgaben.
Die Mehrheit der Bürger in Wiesbaden hat mit Recht festgestellt, dass in Anbetracht der riesigen Schulden, die „wir“ in Bund, Land und Kommunen im Zuge der Corona-Krise – und infolge der Altschulden – zurückzuzahlen haben, ein Aufwand, wie prognostiziert – und am Ende viel höher – völlig unvertretbar wäre.
Für die Kosten der Corona-Krise werden wir mit Kindern und Enkeln noch viele Jahre Schulden tilgen müssen. Gut, dass die Bürger in Wiesbaden die politisch Verantwortlichen – wieder mal – eines Besseren belehrt haben, die mit leichter Hand öffentliche Gelder – unsere Gelder – zu verblasen bereit sind.

Gerhard Ehemann, Niedernhausen

Sind Dieselbusse etwa schöner als Straßenbahnen?

Wir schreiben das Jahr 2020, der Klimawandel ist in vollem Gang, die Feinstaubbelastung zu hoch. Alle reden von der Verkehrswende, die Fordertöpfe sind gefüllt. Und Wiesbaden sagt Nein zur „Citybahn“! Es ist nicht zu fassen.
Das Argument : Eine Straßenbahn passt nicht ins Stadtbild. Sind Dieselbusse schöner? Ich fürchte es geht ganz banal um die Angst es gäbe weniger Parkplätze für die Autos! Das wäre kleinkariert und provinziell. Passt das zu Wiesbaden?

Bertram Hock, Oberursel

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Forum vom 10. November
Heute gab es kein Forum.
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Forum vom 11. November
Leserforum 2 20190916Seite eins

Zuschriften von Claudia Möller, Rüdiger Erdmann, Dieter Obst, Bertram Münzer und Siegfried Kowallek zur US-Wahl (veröffentlich ab hier), Elke Metke-Dippel und Hans-Joachim Jäger zur Maskenpflicht (veröffentlicht ab hier), Karsten Neumann zur Corona-Politik von Markus Söder (veröffentlicht hier), außerdem von Rainer Boos zum 100. Geburtstag von Fritz Walter (gleich hier, siehe unten).

Wie ein alter Freund

Zu: „Der treue Fritz“, FR- Sport vom 31. Oktober

Auch ich zähle zu den Glücklichen, die Fritz Walter persönlich begegneten. In der 80er- und 90er- Jahren war ich als Bundesligaschiedsrichter auch in Kaiserslautern eingesetzt, einem reizvollen, aber auch gefürchteten Spielort. Wenn Fritz im Stadion war, ließ er es sich nicht nehmen, uns vor dem Spiel aufzusuchen und uns eine glückliche Hand zu wünschen. Bescheiden und zugewandt, wie er war, erschien es uns stets wie der Besuch eines alten Freundes. War Fritz nicht da, kam sein genauso liebenswerter Bruder Ottmar zu uns, der uns mit seinem Besuch einen Respekt entgegenbrachte, den wir in jener Zeit nur noch im noblen Hamburg erleben durften.

Rainer Boos, Frankfurt

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Forum vom 12. November
Leserforum 2 20190916Seite eins

Zuschriften von Martin Brenig, Maria Blodau, Susanne Fuchs, Matthias Tödtmann sowie Hildegarbd Maring und Klaus Mueller-Maring zum 75. Geburtstag der FR (veröffentlicht ab hier), Renate Pehl zu frieden und Feminismus sowie Jutta Maria Roth zur Rüstungspolitik (veröffentlicht ab hier), außerdem JUwe Hartwig zur vermeintlichen „Sonderbehandlung“ für Jugendliche und Kinder im Breitensport (beide gleich hier, siehe unten).

Tarnbezeichnung für systematischen Mord

Zu: „Schlag in die Magengrube“, FR-Sport vom 3. November

Laut Unterzeile der Überschrift „Schlag in die Magengrube“ im Sportteil plädiert der Präsident des DOSB „für eine Sonderbehandlung von Kindern und Jugendlichen“. Im Artikel selbst wird Hörmann nicht mit diesen Worten zitiert.
In der deutschen Umgangssprache ist der Begriff „Sonderbehandlung“ nicht allzu präsent. Deshalb überrascht es, dass der FR der Begriff ausgerechnet dann einfällt, wenn es um die „gesellschaftliche Verantwortung“ geht, „Kinder und Jugendliche und alte Menschen zu bewegen“.
Eine sinnvolle und gut gemeinte Ausnahmeregelung mit dem Begriff „Sonderbehandlung“ zu belegen ist zumindest fragwürdig. Denn wenn man den Begriff nachschlägt, wird deutlich, dass er vor allem im NS-Mordsystem eine geläufige Tarnbezeichnung war für systematischen Mord u. a. an Kranken, Behinderten, Sinti und Roma und anderen Opfergruppen des NS-Mordprogramms.
Der DOSB-Präsident hofft laut FR auf „Fingerspitzengefühl und Augenmaß“. Das und ein Mindestmaß an historischem Wissen würde auch FR-Sportredakteuren gut anstehen.

Uwe Hartwig, Ober-Mörlen

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Forum vom 13. November
Leserforum 2 20190916Seite eins

Zuschriften von Klaus Philipp Mertens und Karl-Heinz Rott zur „Querdenken“-Demo von Leipzig (veröffentlicht hier), Folkhart Funk zur hessischen Verkehrswende (veröffentlicht hier), Rasmus Ph. Helt zu Aussagen von Olaf Scholz zum Bundeshaushalt (veröffentlicht hier), Dr. Norbert Szep zu den Corona-Fallzahlen (veröffentlicht hier), außerdem von Uwe Barkow zum Thema „häusliche Gewalt“ (gleich hier, siehe unten).

Sind ja bloß Frauen

Zu: „Alle 45 Minuten Gewalt in Partnerschaften“, FR-Politik vom 11. November

150 ermordete Frauen pro Jahr – Täter bekannt. Aufschrei? Nein, warum auch, sind ja bloß Frauen. So zynisch muss man das inakzeptable Geschehen in den Wohnungen daheim bezeichnen. Es handelt sich um ein komplettes Politikversagen. Wenn der Innenminister Seehofer meint, dass er nicht handeln muss, dann wird es höchste Zeit, dass er geht. Nichtstun muss endlich Konsequenzen haben.
Und niemand kann sich damit rausreden, „er hätte nichts gewusst.“ Und nach den tieferen Ursachen für solch eine meist männliche Gewaltorgie muss man forschen und nach Lösungen suchen. Nur das entbindet nicht von sofortigem Handeln. Wegweisen aus der Wohnung, Annäherungsverbote sind ein erster Schritt. Wer schlägt, muss sofort gehen.
Das reicht aber anscheinend nicht. Es muss eine breite öffentliche Debatte her, die allen Beteiligten klarmacht, dass das Prügeln absolut nicht geht – und die prügelnden Männer feige Loser sind und keine Helden der Ehe.

Uwe Barkow, Frankfurt

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Forum vom 14. November
Leserforum 2 20190916Seite eins

Zuschriften von Elena Ezeani, Karl Wetzel, Fritz Brehm, Manfred Schönfeld und Rita Weigl zur US-Wahl (veröffentlicht ab hier), Jürgen Malyssek zu den Corona-Demos (veröffentlicht hier),  außerdem Jochim Maack und Ernst Girth zur Wende im „BAMF-Skandal“ und Bernfried Kleinsorge zum Verpakcungsmüll (diese drei gleich hier, siehe unten).

Rechte Argumente im Behördenalltag

Zu: „Wende im ‚Bamf-Skandal’“, FR-Politik vom 12. November

Nun kommt immer mehr ans Licht des Tages. Nur: Wer erinnert sich noch an den sogenannten „BAMF-Skandal“ von 2018?
Angeblich erkannte das Bremer BAMF hunderte Geflüchtete, überwiegend Jesiden, zu Unrecht an. Die Leiterin wurde suspendiert, angeklagt und öffentlich hingerichtet. Die Presse griff es groß auf, machte Stimmung gegen Geflüchtete und deren Unterstützer, Gesetze wurden verschärft usw. Zeitweise arbeiteten 40 Ermittler an dem Fall. Heute stellt sich heraus, dass an den Vorwürfen so gut wie nichts dran war, ja die Ermittler gar „verzweifelt“ waren, weil sie nichts Belastendes fanden, und Entlastendes wurde wohl bewusst nicht zu Protokoll genommen. Dies geht aus dem Bericht eines Mitglieds der damaligen Ermittlungsgruppe hervor, der jetzt schwere Vorwürfe gegen seine Kollegen erhebt.
Eine späte Genugtuung? Keineswegs, denn das politische Ziel der ganzen Aktion, die von Seehofer gezielt genutzt wurde um gegen die „Willkommenskultur“ zu hetzen und entsprechende Gesetzesänderungen und einen Stimmungsumschwung herbeizuführen, wurde ja erreicht und wird jetzt keineswegs revidiert. Existenzen wie die der damaligen BAMF-Leiterin sind nachhaltig beschädigt. Nur eine kleine Minderheit wird die neuen Ergebnisse überhaupt zur Kenntnis nehmen. Selbst die FR saß anfangs diesem „Skandal“ auf, um ihn dann zum Glück infrage zu stellen und fortan kritisch zu hinterfragen. Genau deshalb brauchen wir eine unabhängige und kritische Presse.

Jochim Maack, Hamburg

Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat leidet

Der BAMF-Skandal in Bremen ist ein erschütterndes Beispiel, wie weit sich rechte Argumentation bereits in den Alltag von Behörden hineingefressen hat. Und von obrigkeitsstaatlichem Denken und Befehlsgehorsam.
Von 1200 angeblich rechtswidrigen Asylentscheidungen in Bremen bleiben 20, die zur Hauptverhandlung zugelassen werden, von neun Verdächtigen bleiben zwei angeklagt, der hauptverdächtigen Amtsleiterin werden überhaupt keine Verstöße gegen Asyl- und Ausländerrecht mehr vorgeworfen.
Bei welchen Schwerverbrechen hat es jemals eine Ermittlungsgruppe von 44 BeamtInnen gegeben? Anstatt Unschuldige zu verdächtigen und die BAMF-Präsidentin zu entlassen, hätte Innenminister Seehofer seine Ermittler besser kontrollieren müssen. Aber die wussten offensichtlich, was der Minister wollte, und haben mit ausländerfeindlichen Vorurteilen im Kopf ermittelt, offensichtlich gesetzeswidrig. Und diese „Kampagne gegen das Recht auf Asyl für Verfolgte“ ist – wieder einmal – nicht vom Innenministerium, nicht von den ermittelnden BeamtInnen aus fünf Behörden gestoppt worden, sondern durch einen Whistleblower mit Anstand und Gewissen, einem von 44!
Auf der Strecke bleiben eine BAMF-Präsidentin, eine Amtsleiterin und ihre Mitarbeiter und Anwälte, die zwei Jahre unerträglichen Zumutungen ausgesetzt waren – und nicht zuletzt wieder ein Stück Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat.

Dr. Ernst Girth, Frankfurt

fr-debatteDarauf habe ich als Verbraucher keinen Einfluss

Plastikmüll: „Flut eindämmen“, FR-Meinung vom 28. Oktober

Was ist eigentlich mit dem Verpackungsmüll aus den Paketen des bekanntlich boomenden Online-Handels? Ist der in diesen Zahlen enthalten oder kommt der noch ‚on top‘? Ich würde mir sehr wünschen, dass auch dieser Teil des Problems mit betrachtet wird. Die Art und Weise, in der bestellte Produkte – aus übertriebener Angst vor Reklamationen – verpackt sind, kann man oft nur noch als völlig überdimensioniert bezeichnen. Nach dem Auspacken neuer Elektrogeräte wandern zahlreiche Plastiktütchen sogar für das Stromanschlusskabel(!) in den Müll. Mein absurdestes Beispiel war eine weiche, 20 cm hohe Silikonmanschette für ein Abluftrohr, die man hätte flach zusammendrücken und in einem Polsterumschlag versenden können. Stattdessen war sie nicht nur in einem entsprechend großen Karton, sondern dieser außerdem noch mit Polstermaterial aufgefüllt. Leider nicht die erste Situation, in der ich nur dachte: Was für ein ‚Verpackungswahnsinn‘! Wieviel Ressourcen werden schon für die Herstellung der überdimensionierten Verpackungen und deren anschließenden Transport verschwendet, bevor es um die Entsorgung geht. Der Apell an die Verbraucher ist ja gut und schön, aber darauf habe ich als Verbraucher leider überhaupt keinen Einfluss.

Bernfried Kleinsorge, Egelsbach

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5 Kommentare

  1. @ Elke Metke-Dippel
    Wir tragen die Maske, weil uns nichts übrigbleibt
    Leserforum 11.11.20

    Jetzt wissen zumindest die FR-Leser, dass die Maske nichts taugt, ja, dass sie gar nicht notwendig ist. Lediglich in „in bestimmten Situationen [trüge] sie ein klein wenig zur Vermeidung einer Infektion bei, die im ungünstigsten Fall möglicherweise die infizierte Person krank machen könnte“, was aber nicht erwiesen sei. Mit anderen Worten: Hochgelobte Virologen und Pandemieforscher wie Brinkmann, Drosten, Eckerle, Lauterbach oder Meyer-Hermann reden Stuß. Und linke Systemveränderer wie Michael Herl, dem ich mich hiermit anschließe, suchen lediglich nach Ketzern, die sie für die hierzulande 705.687 Infizierten und 11.767 daran Gestorbenen (Stand 11.11.20) verantwortlich machen wollen. Und denen sie als Zeichen der Buße die Maske anlegen und die ewige Enthaltsamkeit auferlegen.

    Weltweit wurden zwar bis zum o.g. Datum 51.548.261 Fälle gezählt, davon 1.273.642 mit tödlichem Ausgang. Aber was soll’s? Wir lassen uns den Frohsinn nicht verbieten!

    Nach der Lektüre der Zuschrift von Elke Metke-Dippel wird mir allmählich klar, dass Trump und Bolsonaro recht haben könnten. Covid-19 ist eine Modekrankheit, eine Unpässlichkeit, die man sich einredet, um am gesellschaftlichen Small-Talk teilnehmen zu können.

    Deswegen: Schluss mit der so genannten Vorsicht! Lassen wir die Aerosole ungehindert einströmen. Wir Deutsche verstehen bekanntlich wenig vom Leben, aber dafür umso mehr vom Sterben (siehe die Kriege und Völkermord im 20. Jahrhundert).

  2. Jürgen Malyssek sagt:

    Meine Zustimmung für die treffende Replik von Klaus Philipp Mertens auf den Leserbrief von Elke Methke-Dippel.
    Ich habe den Eindruck, dass es so und soviele Bürgerinnen und Bürger im Lande gibt, denen die Wahrnehmung für Gefahren und Risiken in einer auf Unterhaltung, Wohlfühlen und Unversehrtheit getrimmten Spaß-Gesellschaft entweder verloren gegangen sind bzw. sie die Unbilden des Lebens überhaupt nicht mehr auf dem Schirm haben.

  3. Diana Tetzner sagt:

    Lieber Herr Bronski,

    ich falle mal direkt mit der Tür ins Haus, sowohl in der FR (Leserbriefe) wie auch in meinem Bekanntenkreis erlebe ich derzeit eine, aus meiner Perspektive, überkritische Diskussion um das Tragen von Masken bzw. dem medizinischen Mund-Nasen-S chutz (MNS). Ich will mit diesem Leserbrief von meinen Erfahrungen mit Maske/MNS berichten und sensibilisieren, dass es nicht nur um den eigenen Schutz vor Covid-19 geht. Ich arbeite seit 1991 als Kinderkrankenschwester in der Akutpflege und seitdem u.a. auch mit infektiösen (kleinen) Patienten. Seitdem trage ich, abhängig von der Infektionskrankheit, entsprechende Schutzausrüstung und setze RKI empfohlene Hygienekonzepte um. Hätte ich das all die Jahre nicht konsequent umgesetzt, hätte ich mich mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr als einmal angesteckt. V.a. aus dem Handling mit Tuberkulose und dem jährlich auftretenden Influenza A und B Virus sowie dem RS-Virus weiß ich um den Schutz den Masken/MNS/FFP-Masken bieten. In den letzten 10 Jahren sind wir routinemäßig dazu übergegangen von Oktober bis in den April hinein auf unserer Station konstant MNS zu tragen. Es gab Jahre mit vielen Influenza und RSV Erkrankungen und es gibt Jahre die milder verlaufen. Seit diesem Jahr ist ein neuer, z.T. aggressiverer Virus hinzugekommen, das Covid-19. Dieser kann auch bei Kindern und Jugendliche schwer verlaufen, auch ohne Vorerkrankungen. Niemand kann wirklich derzeit genau sagen wen das Virus schwer Erkranken läßt und wer symptomlos, und damit ahnungslos, das Virus weiterträgt. Seit diesem Jahr tragen wir, bei jeglichen Patientenkontakt, ohne zwischen positiv und negativ getestete Patienten und deren Begleitperson zu unterscheiden, FFP2-Masken. An den Schreibtischen ohne Patientenkontakt MNS! Wir machen alleine Pause und halten, sofern es geht, Abstand. Wir schützen damit uns selbst, unsere Patienten sowie unsere eigenen Familien und Freunde. Hilfreich ist zudem, dass mein Arbeitgeber schon früh eine „Corona-Ambulanz“ eigens für die Mitarbeiter ins Leben gerufen hat. Die zeitnahe telefonische Beratung beruhigt und die schnelle Testung schafft Sicherheit nicht nur für die Mitarbeiter, sondern dient auch der Sicherheit der Patienten, die parallel dazu alle getestet werden.
    Derzeit teile ich mit einigen anderen Pflegekräften das Gefühl, dass wir uns trotz der risikoreichen Pflege Covid-19 positiver Patienten, im Krankenhaus durch die Schutzausrüstung sicherer fühlen als außerhalb des Klinikums! Privat trage ich ebenfalls konsequent MNS und begegne vielen Verunsicherten die mit der Flut an Informationen, die sich aus ihrer Perspektive beständig ändern, nicht klar kommen. Dazu gehörten auch lange Zeit meine Eltern. Hier könnte ganz klar eine einheitliche bundesweite Regelung von Seiten der Politik helfen für mehr Orientierung zu sorgen. Mit großer Sorge sehen wir eine Minderheit, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mit der Maske/MNS arrangieren wollen oder können. Wir sehen Demonstrationen, die den Schutz der Maske/MNS im Sinne ihrer persönlichen Empfindung/ im Sinne ihrer Ideologie diskreditieren und das macht uns große Angst! Wir haben in dem Moment die Auswirkungen, die sich füllenden Intensivstationen, vor Augen. Ich fühle zudem auch Wut! Wer kümmert sich um die Spitze der Schwerkranken die vermutlich auf Grund dieser Veranstaltungen ohne Regeln in 10-14d auf uns zurasen? Verzichten renitente Maskenverweigerer auf einen Beatmungsplatz? Eher nicht, aber von allen medizinischen Berufen und eingesetzten Unterstützern wird selbstverständlich Überstunden, 12h-Schichten und der Verzicht auf die eigene Regenerationszeit erwartet!
    An dieser Stelle ein großes Lob an die Unterstützer aus den Reihen der Bundeswehr, die gerade unsere Gesundheitsämter und das erschöpfte und doch noch freundliche Personal dort retten. An das Ordnungsamt und die Polizei, die die nervige Aufgabe hat für die Einhaltung der Hygiene-Regeln zu sorgen.
    Hervorheben will ich aber auch die große Mehrheit die die Regeln einfach einhält und eine hohe Akzeptanz gegenüber des Maskentragens zeigt. Aus meinem Arbeitsalltag heraus kann ich versichern, dass die Bereitschaft von Kindern, Eltern und Schwangeren (Eigenschutz) Maske zu tragen hoch ist. Viele positiv getestete Patienten (je nach Alter) und negativ oder positiv getestete Begleitpersonen ziehen ganz selbstverständlich die Maske auf, wenn Pflegekräfte sich mit Ihnen zusammen in der Isolationseinheit oder dem Patientenzimmer aufhalten.
    Außerhalb sehe ich auch einige, die auch fern ab der Supermärkte den Mundschutz aufhalten, sich mit Mundschutz im Freien treffen, das macht mir Hoffnung, dass wir auf einen besseren Weg zur Infektionsprävention kommen! Es wird dauern bis zur „Herdenimmunität“.
    Würden noch mehr dieses Verhalten übernehmen und konsequenter Maske tragen könnten wir unsere Risikogruppen besser schützen ohne sie sozial zu isolieren! Die Schnelltests kombiniert mit der Maskenpflicht, jetzt geplant in den Institutionen der Langzeitpflege ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Mit einer Verhaltensänderung der Mehrheit bräuchte es meiner Meinung nach keinen (harten) Lockdown mehr, viele existenzbedrohende Schließungen im Bereich Kultur, Sport, Gastronomie aber auch andere Kleinunternehmen wären dann nicht alle nötig. Die Wirtschaft könnte sich noch vor dem Angebot von flächendeckender Impfungen schneller erholen.
    Wir werden Lernen (müssen) durch das konsequente Tragen von Masken/MNS/FFP-Masken die Pandemie zu kontrollieren, bevor das Virus uns kontrolliert. Wir werden Lernen (müssen) wieder mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen ohne in ein feindseliges Klima gegenseitiger Denunzierung zu geraten. Wir müssen jetzt einfach mal die [A..]-backen zusammenzukneifen… In diesem Sinne: NICHT KLATSCHEN – MASKE TRAGEN!

  4. hans sagt:

    zu @ Diana Tetzner
    Ich möchte mich für ihren Beitrag ausdrücklich bedanken und ihnen zustimmen. Besonders teile ich ihre Einschätzung das eine relativ kleine Minderheit zu verantworten hat das die ganze Gesellschaft sich jetzt wieder im Lockdown befindet und mehr als unvermeidbar nötig Leute um ihre Existenz fürchten müssen. Man kann nur hoffen das die Gerichte und die politische Führung zu der Einsicht kommen das die Zeit für Demonstrationen oder auch kleinerer Verstöße gegen Verordnungen derzeit nicht wirklich ist. Irgendwelche Maßnahmen die zu solch zusätzlichen Einschränkungen führen sollten natürlich befristet sein.

  5. Willi Hausmann sagt:

    Jochim Maack und Dr. Ernst Girth beschreiben klar das Dilemma in Verwaltung und Politik. „Rechte Argumentation“ hat sich aber nicht erst in den letzten Jahren in den Alltag von Behörden hineingefressen. Sie war nie draußen. Wie menschenverachtend mit Menschen in unseren Behörden immer noch umgegangen wird, darf man nicht öffentlich beschreiben. Die Opfer des institutionellen Rassismus leiden meistens still. Sind auch meist wehrlos. Klar, die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Behörden sind bemüht, den Menschen so zu begegnen, dass ihre Würde nicht verletzt wird. Aber es ist Tatsache: Es gab nie eine wirkliche Entnazifizierung in den Behörden, und der gefährliche Virus des Rassismus, dazu gehört auch der Antisemitismus, hat auch jüngere Generationen, nicht nur bei den Sicherheitskräften, sondern z.B. auch in Ausländerbehörden befallen. Ich weiß mit 35 Jahren Erfahrung in der Arbeit für Menschen mit Migrationshintergrund mehr, als ein Buch füllen würde.
    Denn jetzt wieder, wie der Bamf-Skandal zeigte und der jetzt zutage tretende eigentliche Skandal zeigt, sind es parteipolitisch fabrizierte Skandale. Der „Bamf-Skandal“ hatte nur ein Ziel: Der CSU Innenminister und viele seiner Parteifreunde wollten Wähler an sich binden, damit sie nicht zu verfassungsfeindlichen Parteien nach rechts abwandern. Die sind trotzdem abgewandert!
    Aber selbst die Verfassung zudecken, um Wähler zu binden? Was ist das? Dazu – und das ist der eigentliche Skandal – wurden Verwaltungen und Menschen benutzt. Das ist gegen unsere Werte, gegen unsere Verfassung. Das ist kaum wieder gutzumachen.
    Dann auch noch die Propaganda gegen Menschen betreiben, die Opfer der Kriegspolitik, auch der des Westens sind, die sich nicht wehren können, das ist … Worte fehlen mir da! Wenn so Parteien weiter Politik machen, ist unsere Demokratie verloren. Aber ich glaube, wir kriegen die Kurve, so lange die Medien solche Skandale noch öffentlich machen.

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