Braucht die FR einen Leserbeirat?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor ungefähr einem halben Jahr fragte FR-Chefredakteur Arnd Festerling mich nach meiner Meinung zu einer Idee: Ihm schwebe vor, einen Zeitungs-Beirat ins Leben zu rufen, der von Leserinnen und Lesern der FR besetzt werden und die FR kritisch und konstruktiv begleiten und beraten solle. Ich hielt das sofort für eine wundervolle Idee, auch wenn sich hinter meiner Stirn, wie dem Chefredakteur keineswegs entging, sofort die Fragezeichen ein Stelldichein gaben. Ich bin ein Fan von Mitsprache. Nichts anderes leistet das tägliche Leserforum in der FR und auch das FR-Blog, die beide von mir betreut werden. Jeder Leserbrief, jeder Blog-Kommentar ist ein Ausdruck von Wertschätzung für diese Zeitung, und er ist eben dies: Mitsprache.

Leserbriefseiten gibt es, seit es Zeitungen gibt. Das FR-Blog – manche nennen es auch Bronski-Blog – existiert am 5. September 2015 seit immerhin zehn Jahren. Und auch beim Thema Leserbeirat wollen wir nicht so tun, als würden wir das Rad neu erfinden. Andere Zeitungen haben längst Leserbeiräte. Doch kein Beirat ist wie der andere, denn wie die Zeitung, so die Menschen, die sie lesen. Wenn es gelingt, typische Leser und Leserinnen in den Beirat zu holen, dann hat der das Zeug, zu einem Teil der Identität der Zeitung zu werden.

Typische Leserinnen und Leser? Was ist das? Wer ist das? Ich komme auf die Fragezeichen zurück. Es gibt eine Menge Klärungsbedarf. Werden die Mitglieder des Beirats gewählt oder ernannt? Er soll die FR begleiten und beraten – was heißt das konkret? Wird er zur täglichen Seite-1-Konferenz einberufen, wenn um die Schlagzeile des folgenden Tages gerungen wird? Welche Kompetenzen, welche Befugnisse soll so ein Beirat haben?

Nein, es geht um begleitende Kritik, nicht um die tägliche Arbeit. Es geht um die Linie, die Richtung, nicht um Redaktionskonferenzen. Ein Leserbeirat hat für die FR – und um die allein geht es! – nur dann Wert, wenn er die Perspektive von außen behält, die Perspektive der Leser und Leserinnen. Nur dann kann er uns sagen, in welchen Fällen wir betriebsblind gewesen sind, wo wir vielleicht andere Schwerpunkte hätten setzen sollen oder welche Schwerpunkte wir in Zukunft setzen sollten.

Es gilt also, einen Modus zu finden, in dem Nähe und Distanz austariert sind. Wie der wohl aussehen könnte? Ein Treffen einmal im Monat?

Apropos Treffen – wie groß soll dieser Beirat sein? Höchstens zehn Leute. Wer soll da rein? Wir stellen uns vor: fünf Frauen, fünf Männer, altersmäßig gut gemischt. Möglichst viele aus der Rhein-Main-Region oder nicht weit davon entfernt, so dass regelmäßige persönliche Treffen möglich sind. Aber die moderne Telekommunikation ermöglicht auch intensive Gespräche mit Menschen, die Hunderte Kilometer entfernt sind. Da viel über Mailkontakte laufen dürfte, sollten die Beiräte Internetanschluss haben. Darf ein Mitglied des Beirats politisch engagiert sein? Sicher! Darf es in einer Partei sein? Vielleicht eher nicht. Haben wir von der FR überhaupt ein Recht, das abzufragen? Wenn Sie es uns freiwillig sagen…

Es gibt viel zu besprechen und zu diskutieren. Dabei steht fest: Wir wollen diesen Leserbeirat nur, wenn Ihrerseits ernsthaftes Interesse besteht. Wir wollen keine Alibi-Veranstaltungen, um Leserbeteiligung zu suggerieren. Das bedeutet, dass Sie am Zug sind! Lassen Sie uns reden – machen Sie mit!

56 Kommentare

  1. Es wird viel über Bürgerentscheide und Volksabstimmung, über Partizipation, geredet – wenn es dann zur konkreten Durchführung kommt, ist die Beteiligung genauso erschreckend gering wie bei den Wahlen. Kommune, Land oder Bund – egal – es gehen nur wenige, zu wenige!
    Deshalb ist jede Aktion, die dazu beitragen kann, dass dieser Zustand sich ändert, zu begrüßen. Die Einrichtung eines Leserbeirats ist eine solche Aktion, denn damit erhält die Redaktion neue, zusätzliche Antennen „nach draußen“.
    Um die Lebendigkeit eines solchen Gremiums zu erhalten sollte jedoch größtmögliche Aufmerksamkeit auf den „Blutaustausch“ gelegt werden. Die Mitgliedschaft darf nur für begrenzte Zeit gelten und muss regelmäßigem Wechsel unterliegen.
    Der Leserbeirat darf weder „Altenzirkel“ noch „Club der neuen Bourgoisie“ sein. Und Diese Gefahr halte ich für groß, denn die „neuen Alten“ sind sehr bereit sich zu engagieren. Und in einschlägigen Nordend-Cafés wird „Ich bin im FR-Leserbeirat“ ein imageträchtiger Titel sein.
    Wenn es Ihnen gelingt diese Klippen zu umschiffen wird der Leserbeirat ein tolles Instrument sein um die FR noch mehr zu einem
    Seismographen gesellschaftlicher Entwicklungen zu machen um sowohl Impulse wie auch Weckrufe frühzeitiger als Andere auszusenden.
    In Runde eins (oder irgendwann) würde ich gerne mitmachen.
    Ich drücke die Daumen.
    Freundliche Grüße
    Dieter Klemke

  2. Peter Boettel sagt:

    Ob die FR einen Leserbeirat braucht, kann ich nicht unbedingt sagen, aber ich fände es gut, einen solchen zu gründen. Vielleicht wäre eine zusätzlich eine (etwa jährliche) unverbindliche Zusammenkunft von Lesern nicht schlecht.

    Für den Leserbeirat schlage ich vor:

    Frau Brigitte Ernst
    Frau maiillimi
    Herrn Wolfgang Fladung
    Herrn Manfred Petersmark
    Herrn Wolfgang Geuer
    Herrn Georg Siebert
    Herrn Henning Flessner

    Dem Leserbeirat wünsche ich viel Erfolg bei der Arbeit.

  3. hans sagt:

    Ob es so was braucht? keine Ahnung. ich hätte da aber mal eine Frage. Bronski, hat die hier seit Jahren laufende Energiediskussion irgendeinen Einfluss auf die Position der FR genommen? Manchmal denke ich ja, manchmal nein

  4. Henning Flessner sagt:

    Ich kann der Idee nicht viel abgewinnen.

  5. manfred petersmark sagt:

    @ 2

    Lieber Peter Boettel,

    als SPD-Mitglied und deshalb vermutlich politisch ambitionierter Mensch müßten Sie eigentlich wissen, wie man sich ins Spiel bringt, nämlich, indem man seinen eigenen Hut in den Ring wirft. Deshalb keine falsche Bescheidenheit: Streichen Sie meinen Namen aus der Liste und setzen brav Ihren eigenen ein!

  6. Peter Boettel sagt:

    # 5, Manfred Petersmark, nein danke, wie oben steht, sollte man eher keiner Partei angehören, des Weiteren wohne ich im Raum Stuttgart, also viel zu weit weg, und schließlich habe ich mir vorgenommen, keiner Organisation mehr beizutreten bzw. für irgendwelche Ämter mehr zu kandidieren.

  7. maiillimi sagt:

    @2:
    Lieber Peter Böttel,
    es rührt mich, dass Sie mir die Teilnahme in einem potentiellen Leserbeirat zutrauen. Aber nicht nur Alter und Entfernung zu Frankfurt (= wesentlich grösser als von Stuttgart) sprächen dagegen.

  8. hans sagt:

    Die FR hat seit der Insolvenz eine sehr positive Entwicklung genommen. Die Leute die dafür verantwortlich sind sollten sich fragen was die Einflussgrößen für diese Entwicklung waren und ob ein Leserbeirat das Ganze eher positiv begleiten kann und deshalb sinnvoll ist oder nicht. Ich meine die Weichen sind im Moment gut gestellt.

  9. Wolfgang Fladung sagt:

    Dankeschön, für die Aufnahme in irgendeine LIste. Ich bin jetzt in meinem Statement stark beeinflußt, sowohl von meinem Alter als auch von meiner Grundhaltung, welche zunehmend pessimistischer geworden ist. Am 29.07. habe ich meinen 70. Geburtstag begangen, und diesen am 31.07. mit guten Freunden und Verwandten gefeiert. Uninteressant? Wohl nicht, weil ich seit meiner politischen Aktivität – 1973 Eintritt in die SPD – immer versucht und bestrebt war, Theorie und Praxis miteinander zu vereinen – und mir dies nur teilweise gelungen ist. Mein Problem bei der ganzen Geschichte ist : Was will ich, und was wollen andere Gutmeinende, und was wil das Volk? Hat das Volk überhaupt die gleichen Wünsche und Vorstellungen wie ich? Und wie setzen sich Informationen und Wünsche, natürlich auch in destruktiver Hinsicht, zusammen? Wie und was erklärt die zunehmende Wahlverdrossenheit; einfach nur mit Unverständenis, oder auch mit Verdrossenheit (ich könnte kotzen), siehe die Praxis zwischen SPD-Wollen und Sigmar Gabriel.

    Ich, als eine Art Alt- 68er, habe keine Hoffnung mehr. Die menschliche Dummheit ist eben unausrottbar.

    Die Kämpfe, die wir noch führen, sind a la Don Quichotte – gegen Windwühlen.

  10. BvG sagt:

    @Fladung

    Tut schon weh, solche resignativen Äußerungen zu lesen, aber ganz so vergeblich war es nicht.

    Die menschliche Dummheit mag unausrottbar sein, aber war deren Ausrottung (schlimmes Wort) denn das Ziel?

    Dem Aussterben der Klugheit entgegengewirkt zu haben, ist doch aller Ehren wert und ist doch auch gelungen!

    Es ist schon sinnvoll, zu überlegen, wo wir sein könnten, wenn man dem Sinn gefolgt wäre.

    Es ist aber auch sinnvoll, zu überlegen, wo wir wären, wenn dem Unsinn niemand widersprochen hätte.

    Ich jedenfalls bin dankbar, daß es solche wie Sie gibt und gegeben hat. Bergab geht’s von selbst, bergauf nur mit Mühe.

  11. Peter Boettel sagt:

    Bravo, BvG, ich verstehe Wolfgang Fladung zwar sehr gut und habe selbst oft genug resigniert, aber man darf die Hoffnung nie ganz aufgeben, und Sie haben recht, wenn Sie fragen, wo wir wären, wenn niemand widersprochen hätte.

    Dafür gibt es genügend Beispiele: Widerstand gegen das unsägliche Verhalten des Generalbundesanwalts, gegen TTIP oder verschiedene AKW’s (Whyl, Remerschen), bei S21 hat es leider nicht geklappt, aber hier wird die DB sich selbst genügend Beine stellen, um den Unsinn (leider mit einer großen Ruine) zu Fall zu bringen.

    Daher mein Rat an Wolfgang Fladung: Kopf hoch, es gibt viele, die Ihre Auffassungen teilen, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.

  12. Wolfgang Fladung sagt:

    Ich bedanke mich bei allen für Glückwünsche und Zuspruch. Mein Entschluß steht aber fest: kein direktes politisches Engagement mehr. Was ich tun werde und auch für sinnvoll halte, ist das, was meine Frau schon seit einiger Zeit macht: Ehrenamtliche Unterstützung von Flüchtlingen und Asylbewerbern hier vor Ort.

    Ich habe gestern einen alten Mitkämpfer aus WASG-Zeiten getroffen, der in der LINKEN – noch – aktiv ist. Und seine Infos sind, das der neoliberale Virus inzwischen auch in der LINKEN wirkt – siehe (ihm wohl nahegelegter) Rücktritt von Gysi; einem der Hauptbefürworter von rosa-rot-grün.

  13. Braucht die FR einen Leserbeirat? Schöne Idee – wenn sie denn von der Redaktionsleitung wirklich ernst genommen wird.

    Ich will niemand zu nahe treten, aber was die FR braucht, sind nicht Leser, die das im Kopf haben, wo die FR schon einmal war (und was sich unter veränderten Bedingungen ökonomisch als nicht mehr lebensfähig erwies). Die FR braucht vielmehr junge Leserinnen und Leser. Was mir beim Jubiläumsfest (Die FR wird 70) aufgefallen ist: Zumindest zwischen 13 und 15 Uhr war vor allem die ältere Generation vertreten. Wie gesagt, ich will niemand zu nahe treten, aber das ist gewiss nicht die Zukunft der FR, das war eher – Verzeihung – Nostalgie.

    Wenn ich ein Patentrezept hätte, würde ich es hier bestimmt präsentieren. Ich wünsche mir zwar eine weiterhin kritische, linksliberale FR. Aber sie muss ja nicht unbedingt so aussehen, wie vor 30 Jahren (auch wenn ich mich immer noch etwas wehmütig daran erinnere). Hoffentlich kann der Leserbeirat dazu etwas beitragen.

  14. hans sagt:

    Das ist zwar ein eigentlich anderes Thema, aber mein Sohn liest auch die FR allerdings umsonst im Internet, zumindest was das Geld angeht, und ich habe seit jahrzehnten ein Abo für das ich bezahle jeden Monat. Dafür hat er dann auch noch die aktuelleren Artikel. Wie das auf Dauer gut gehen soll bleibt mir tief verschlossen.

  15. manfred petersmark sagt:

    Ich kann mich jetzt nicht erinnern, ob schon in der Druckausgabe der FR etwas über den angedachten „Leserbeirat“ geschrieben stand. Wenn nicht , müßte die FR das nachholen, eben für die Leser!

    Bislang gab’s wohl nur die Kommentare hier im Blog, deren erster von Dieter Klemke mich am ehesten überzeugt, zumal der Autor angeboten hat mitzumachen. Sonst reißt sich ja keiner um den Job. Den übrigen Kommentatoren kann ich bestenfalls ein lauwarmes Wohlwollen attestieren, begleitet vom Insfeldführen von Hinderungsgründen.

    Es ist verständlich, wenn vorgeschlagen wird, die FR für Leserschichten, von denen man glaubt, daß sie sich weniger angesprochen fühlten, attraktiver zu machen. Aber eine unabhängige Tageszeitung darf sich in ihrer Berichterstattung nicht an einer bestimmten Leserschaft orientieren, sondern muß umfassend informieren. Ob im erbaulichen Teil der FR etwas geändert oder zusätzlich eingerichtet werden müßte, mag ich nicht beurteilen; ich erbaue mich meist anderweitig.

    Nun korrigiere ich mich: Selbstverständlich sollte sich eine weitere Leserschaft, nicht Leserschicht, durch die Berichterstattung der Frankfurter Rundschau angesprochen fühlen, wobei ich an die Türken denke, die mit 1,5 Millionen die größte Ausländergruppe bei uns bilden. Ob ein entsprechendes Angebot der FR an eine prospektive Leserschaft, die ihre Informationen zum Tagesgeschehen über das türkische Satellitenfernsehen und vielleicht noch über türkische Printmedien bezieht, sich letztlich als Schuß in den Ofen erwiese, wer weiß!

    Ja, Leute gesucht für einen Leserbeirat! Eine politische Vorliebe hat wohl jeder von uns, ob Mitglied einer Partei oder nicht; deshalb sollte die Mitgliedschaft in einer Partei keinen davon abbringen, sich für fähig zu halten.

    Für persönliche Zusammenkünfte wäre ein Wohnort der Mitglieder in der Nähe des FR-Standorts wünschenswert. Allerdings ist es fraglich, ob solche Konferenzen Vorteile gegenüber Kontakten haben, die schriftlich erfolgen. Brainstorming ist modern und deshalb beliebt; aber nicht jeder Teilnehmer bringt in dieser Situation seine Vorschläge so zum Ausdruck, daß sie allgemein berücksichtigt werden oder gar Zustimmung erhalten.

    Ich selbst bin Ehrenämtern gegenüber sehr zurückhaltend. Bei dem einen, das ich derzeit ausübe, bin ich nur wenige Stunden an einem einzigen Tag im Jahr gefordert. Trotzdem denke ich an diesem einzigen Tag im Jahr jedesmal daran, was ich gerade an diesem Tag tausendmal lieber tun würde. Sei’s drum: Ich werfe meinen Hut in den Ring.

  16. Bronski sagt:

    @ hans # 3

    „Hat die hier seit Jahren laufende Energiediskussion irgendeinen Einfluss auf die Position der FR genommen?“

    Ich weiß nicht, ob unsere Autoren fürs Fach Energie hier mitlesen. Hin und wieder habe ich mal einen Link zu einem der Kommentare verschickt. Die Autoren haben daneben natürlich ihre Quellen und verfolgen ihre Spezialpublikationen und Seiten, um sich ein Bild zu machen. Die müssen nicht identisch sein mit den Quellen, aus denen Sie Ihre Einschätzungen beziehen, so dass sich Erkenntnisse aus den Diskussionen des FR-Blogs nicht zwangsläufig in der Berichterstattung wiederfinden müssen.

    # 14

    „… mein Sohn liest auch die FR allerdings umsonst im Internet …“

    Das ist im Grunde die alte Debatte, aber es hat sich etwas geändert. FR-online.de ist nicht einfach die Online-Ausgabe der FR, sondern inzwischen ein eigenständiges Portal. Da gibt’s aktuelle Nachrichten, eigene Rezensionen und auch den einen oder anderen meinungsbildenden Artikel aus der FR, aber nicht die gesamte FR. So war es mal, aber das wurde geändert. Diverse Hintergrundartikel etwa werden Sie dort nicht finden. Wir wollen natürlich informieren, aber wir müssen auch daran denken, Geld zu verdienen. Wer die FR mit ihrem gesamten Informationsgehalt will, muss sie sich daher heute wieder kaufen oder muss sie abonnieren, sei es in einer der digitalen Erscheinungsformen oder in der Print-Version.

  17. Bronski sagt:

    @ Peter Boettel, # 6

    „… nein danke, wie oben steht, sollte man eher keiner Partei angehören.“

    Eher, genau. Aber wenn man die Mitgliedschaft in einer Partei transparent kommuniziert, sähe ich darin kein großes Hindernis, zumal Sie ja in diversen Leserbriefen kritische Distanz zur SPD gezeigt haben.

  18. Bronski sagt:

    @ Wolfgang Fladung

    „Mein Entschluß steht aber fest: kein direktes politisches Engagement mehr.“

    Die Teilnahme an einem solchen Leserbeirat wäre kein direktes politisches Engagement. Der Leserbeirat soll beraten und begleiten und würde auf diese Weise in gewisser Hinsicht mitreden, wenn es um den Kurs eines der politischen Meinungsbildner in diesem Land geht. So weit ich informiert bin, bist Du aber gar kein FR-Leser (mehr), oder?

  19. Bronski sagt:

    „Ich meine die Weichen sind im Moment gut gestellt“, hat hans in #8 gesagt.

    Das ist im Grunde auch meine Meinung, aber das ist kein Grund, sich zufrieden zurückzulehnen und die Dinge laufen zu lassen. Der Strukturwandel geht weiter, immer weniger junge Leute leisten sich ein Zeitungs-Abo, und das muss uns zu denken geben. Also versuchen wir, die FR weiterzuentwickeln. Die Themenschwerpunkte sind eine dieser Entwicklungen; ab Mitte September kommt schon der nächste. Der Leserbeirat wäre eine andere Zutat zur Weiterentwicklung.

    Daher, @ Michael Schöfer # 13: Die Sache ist ernst gemeint, wenn sie auch von unseren Leserinnen und Leser ernst gemeint wird. Neben dem erfreulichen Feedback hier im Blog — siehe #1 von @ Dieter Klemke — habe ich einige Zuschriften bekommen, die gut und ernst gemeint klingen.

  20. Bronski sagt:

    @ Michael Schöfer #13

    „Was die FR braucht, sind nicht Leser, die das im Kopf haben, wo die FR schon einmal war …“

    Damit haben Sie sicher recht, wobei meine Wahrnehmung von dem Fest sich von Ihrer leicht unterscheidet: Ich hatte erwartet, dass der Anteil junger Leute deutlich geringer sein würde. Um diese jungen Leute muss es uns gehen — wobei wir aber natürlich auch nichts dagegen hätten, den einen oder anderen früheren Leser zurück zu gewinnen, so wie uns das anscheinend mit Ihnen gelungen ist (worüber ich mich übrigens sehr freue). Dazu müssen wir natürlich als Zeitung überzeugen.

    Ein Beispiel: Auch heute noch, mehr als acht Jahre nach der Formatumstellung, gibt es Leserinnen und Leser, die der guten alten „Dokumentation“ nachtrauern. Auf dieser Seite wurden Reden, Aufsätze, Streitschriften im O-Ton veröffentlicht, und zwar seitenfüllend. Etwas Ähnliches machen wir heute in Form von (deutlich kürzeren) Gastbeiträgen, die sich täglich im Blatt finden.

    Wenn wir jetzt darüber nachdenken wollen, wie die FR zukunftsfest gemacht werden kann, dann wird sicher der Vorschlag auftauchen, die „Dokumentation“ wieder aufleben zu lassen. Diese Seite war in der Tat einmalig in der deutschen Zeitungslandschaft. Heute wäre sie es nicht mehr, denn in der Regel kann jede/-r, die/den das interessiert, diese Originaltexte nach kurzer Suche im Netz finden. Das heißt, die „Doku“ ist ein Konzept von gestern. Damals war sie gut, heute wäre sie (in der Gestalt von damals) nichts als Platzverschwendung. Und Platz ist ein Problem in einer gedruckten Tageszeitung, weil er nur in begrenzter Form zur Verfügung steht. Was auch immer der Leserbeirat für Vorschläge erarbeiten wird, er wird ein paar Dinge akzeptieren müssen, an denen Zeitungsmacher schlicht nicht vorbeikommen. Eines davon ist, dass wir nur die paar Seiten zur Verfügung haben werden, aus denen die Tageszeitung nun einmal besteht.

  21. Ernst Girth sagt:

    Also ich finde die Idee eines Leserbeirats gut. So oft kann man ja keinen Leserbrief schreiben wie man eigentlich möchte. Aber ein Zusammensitzen in regelmäßigen Abständen könnte ich mir produktiv vorstellen, gerade auch wegen des dann leichteren direkten Dialogs mit anderen. Einen Versuch ist es wert. Ich wär dabei! Die, die diesen Beirat zusammenstellen müssen/dürfen sind allerdings nicht zu beneiden.
    E.Girth, 70J., Arzt

  22. Walter Krafft sagt:

    Ich erkenne in dem Vorschlag für einen Beirat den Wunsch nach intensiverer Interaktion zwischen Zeitungsmachern und Lesern der FR. Da liegt m.E. tatsächlich ein enormes Potential, bei dem nicht das Alter der Leser sondern deren (zeitliche) Möglichkeit, eigene Vorstellungen zu den in der Zeitung angesprochenen Themen beizutragen und zu vermitteln. Zu diesem Zweck müssten die Zeitungsmacher ihre Leserschaft durch Mit-mach-Aufforderungen bei ihren Recherchen und Erhebungen etc. geschickt an die verstärkte Selbsteinbringung heranführen – hier nicht durch Gewinnspiele und Werbeaktionen. Die hier im Forum angedachte gezielte Öffnung der Zeitung für Türken finde ich eine gute Idee, die auch zu einer intensiveren Diskussionsbeteiligung der türkischen Leser beitragen könnte. Wäre soetwas nicht auch für unsere europäischen ‚Südländer‘ Griechen(!), Spanier, Portugiesen, Italiener eine gute Sache? Was unsere Einblicke in die gesamte sogenannte Integrationspraxis angeht, fürchte ich, dass auch die erfahrenen Journalisten kein belastbares Wissen darüber haben, wie die Bewohner ihr nachbarschaftliches Zusammenlebens mit Nichtdeutschen praktizieren. An dieser Stelle ein Projekt mit Erfahrungsaustausch, Wissensvermittlung und Diskussion über das wirkliche (hier und jetzt nicht das gewünschte)Multikulti-Zusammenleben zu starten – möglicherweise mit Sozialwissenschaftlicher Begleitung – wäre anzudenken, um der schwachsinnige Das-Boot-ist-voll-Diskussion das Wasser abzugraben.
    Ich gehöre keiner Partei an, bin als langjähriger Leser der Fr über Innovationsanstrengungen sehr erfreut und natürlich gerne bereit meine Ideen dazu einzubringen.

  23. Holger Kintscher sagt:

    interessante diskussion zum thema leserbeirat. letztendlich dürfte es an den sechs menschen liegen, die irgendwann das gremium bilden werden, was sie daraus machen. die frage, jung oder alt finde ich überflüssig. oder soll auch hier eine quote eingeführt werden? ich bin 57 jahre alt und würde gerne im leserbeirat mitarbeiten. als langjähriger fR-leser liegt mein fokus auf dem lokaljournalismus. leider muss ich fest stellen, dass die fR es seit jahren versäumt, die lokalpolitischen vorgänge bei uns im kreis offenbach kritisch zu hinterfragen. dies war früher zu zeiten von marcel stüwe, peter holle und bernhard honnigfort einmal anders…

  24. Henning Flessner sagt:

    @18 „eines der politischen Meinungsbildner“
    Vielleicht sollte man mal darüber diskutieren, ob die Leser möchten, dass die Zeitung ihre (des Lesers) Meinung bildet. In meinem Bekanntenkreis ist dies die häufigste Kritik an Zeitungen: „Die wollen mir einreden, was ich denken soll.“

  25. Bronski sagt:

    @ Henning Flessner

    Dann diskutieren wir doch mal darüber. Der richtige Ort dafür wäre ein Leserbeirat, oder?

  26. Dietrich Weinbrenner sagt:

    Ich begrüße die Idee eines Leserbeirates. Er würde die demokratische Kultur der FR stärken. Bei der Zusammensetzung des Beirates könnte der Bezug zu Themenbereichen hilfreich sein.Bei mir könnte das länderbezogen sein: Indonesien, Papua, Sri Lanka, Namibia. Themenbezogen: Verantwortlicher Umgang mit Geld – ethische Geldanlagen, Ökofaire Beschaffung – Kirchen und Öffentliche Hand, Unternehmensverantwortung in der globalisierten Wirtschaft – ausbeuterische Arbeitsbedingungen – CSR – UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
    Ich lebe im Ruhrgebiet, physische Treffen bei Frankfurter Kranz sind also nicht oft möglich.

  27. Marlis Cavallaro sagt:

    @ Walter Krafft 22 Ja, spannend – das Thema ist noch breiter: in Frankfurt leben ja nicht nur „Nicht-Deutsche“ und „Deutsche“ mit ihren verschiedenen Communities, sondern eine Menge Menschen, die sich nicht mehr in so deutlicher Trennung „nebeneinander“ sehen würden und können – viele Familien quer zu den alten Trennungslinien zwischen „einheimisch“ und „zu integrieren“ sind verbandelt zwischen Nationalitäten, Eltern mit schon zwei bis drei Herkünften, Kinder / Enkel mit Vorfahren aus bis zu vier Nationalitäten….bunt gemischte Nachbarschaften… genauso wie auch abgegrenztere Milieus.

    LESERBEIRAT: Bei Begriffen ist es wichtig, sich klarzumachen, was emotional und assoziativ in den Menschen unterschwellig schwingt, wenn sie sie hören.“Beirat“, „Vorstand“, „Gremium“, „Beisitzer“ („Tagesordnung“ , „Protokollschreiben“, „Beschlüsse“ „aktiv sein“…) usw. – das sind diese Begriffe, die auf dem Hintergrund unserer nicht nur seligen deutschen Vereinsmeiereigeschichte in den Ohren vieler Menschen – besonders jüngerer! – nach möglicherweise zwar thematisch interessanten, aber gleichwohl irgendwie doch furztrockenen „Sitzungen“ klingen, nach „Pflichterfüllung“, „verbindlich zusagen“,nach „Arbeit ohne oder mit wenig Vergnügen“, etc.. Tradtionell war/ist das ja auch oft so, sodass es dann nie wer machen will, damit er/sie es hinterher nicht gewesen war…außer den paar Hanseln/Johannen, die dann rödeln wie blöde, viel in der Hand haben und sich ständig beklagen, dass alle außer ihnen nicht genug tun. Wobei sich beides gegenseitig bedingt.Je mehr sauertöpfisch das eigene schwere Los bejault wird , wie viel man doch für die gute Sache tue, aber die anderen faulen Säcke nix, um so unattraktiver wird dann für andere, das schwere Los auch auf sich zu nehmen, woraufhin die Aktivisten noch mehr Moralinsäure verspritzen, usw.
    Das ist ein bekanntes Problem. Soziale Bewegungen, Initiativen, Parteien, neu gegründete Gremien, usw. haben traditionell stets wenig Lösung gefunden für diese Mechanismen zwischen „drin sein“ und „draußen sein“, entweder ein guter Mensch mit Vollzeitaktivismus für Frieden , Umwelt,Ortsverein, oder was auch immer,oder ein böser, unpolitischer, „privatisierender“, „nicht genug Aufgewachter“, usw. usw. sein müssen. Wer was machte, wurde immer schnell aufgefressen mit immer noch mehr Aufgaben (jede Struktur neigt dazu, alle Hände und Füße zu wollen, wenn wer den kleinen Finger reicht), wer nix oder weniger tat, weil er sah, wie einen das dann auffrisst (und ja auch noch ein sonstiges Leben zu bewältigen hatte) bekam ein schlechtes Gewissen (gemacht).
    Mehr Leute haben heute verstanden, aber längst nicht genug, dass Partizipation, sollen sich mehr Menschen eingeladen fühlen, in vielen Abstufungen möglich sein muss -sicher auch in Kerngruppen, die stetig dabei sind, aber für alle auch mit der Möglichkeit, phasenweise oder punktuell sich einzufädeln in vielen Abstufungen, auch mal vorübergehend oder ganz wieder gehen zu können, mal intensiver, mal lockerer „mitmachen“ zu können. Mit solchen abgestuften und Reißverschluss artigen Einfädel- und Ausfädelmöglichkeiten, verbunden mit kulturellen und gemeinschaftlichen Elementen und nicht nur mit „Diskussionen“, „Tagesordnungen“, „Themen“, besteht eine gößere Chance, dass mehr Leute „Feuer fangen“.Der alte APO-SChrei „Bürger lasst das Glotzen sein, kommt herunter, reiht Euch ein“ war und ist doof.
    Gründet sich also ein Etwas, das die Kommunikation zwischen Zeitung und Leserschaft über die Ebene der Leserbriefe hinaus beleben und fruchtbar machen möchte, sollte berücksichtigt werden, was Hirnforschung und Lernforschung ausreichend belegt haben: mit Begeisterung fängt man Herzen und Köpfe, und Begeisterung entzündet sich nicht nur an inhaltlich spannenden Themen, sondern an der Art, wie dazu eingeladen wird und wie lebendig die Leute teilhaben und ihre Teilhabe als wirksam erleben können.
    Die thematischen Podiumsveranstaltungen der FR haben ihre gute Funktion, sind jedoch eher eine Art „Frontalunterricht“ mit „Publikum darf dann auch mal was sagen“ zu den über ihm thronenden ExpertInnen. Ein Beiratsgremium von ein paar Menschen kann auch eine gute Funktion haben, löst aber nicht das Problem, ob die Personen darin sich vorwiegend selber vertreten, oder ob sich die breitere und besonders auch jüngere und neuere Leserschaft durch einen solche Gruppe mehr gebunden und redaktionelle Trends beeinflussen könnend erfährt.
    Ehe man theoretisch und ewig wälzend an möglichen Vermittlungsebenen tüfteln täte zwischen breiterer Leserschaft und eventuellem Gremium – warum nicht in bestimmten Abständen zu FR-Leserveranstaltungen für Geist und Herz einladen?Ohne Front zwischen Podium und Publikum, sondern zum Beispiel mit Themenecken und von den Teilnehmenden mit ihren Beiträgen zum Thema zu gestaltenden Wandzeitungen, kurzen inhaltlichen inputs von thematisch was besser Wissenden und nachfolgender fishbowl-Diskussion,kleinen kulturellen Einlagen (LeserInnen könnten eingeladen werden, zu bestimmten Themen was Musikalisches oder Sketche zu gestalten, FR lesende Künstler/innen könnten gebeten werden an einem FR-Abend „für Geist und Sinne / Herz“ zum Wohle der FR-Gemeinde mal ohne Gage ein Viertelstunde was einzubringen,usw. Ausklang nach den mit partizipativen Methoden gestalteten Diskussionen und kulturellen Einlagen mit noch etwas „geselliger“ Zeit,da könnten Leser eine kleine Musiksession machen, oder einfach alle miteinander und mit Redaktionsmitgliedern babbeln.Diese hätten nach einem solchen Abend eine Menge multisinnlich gewonnenes Materiaql für Hirn und Herz für redaktionelle Themen. Die WAndzeitungen werden fotografiert und online gestellt,(oder auch abgeschrieben…), eventuell auch kleine videos von inputs oder Diskussionsausschnitten oder kulturellen Beiträgen. Und Ideen für eine solche Abend-? Samstags-? „Geist und Herz“-Veranstaltung könnten über Blog und Leserzuschriften gesammelt werden.Es könnte ein Raum gesucht werden, wo die FR am Verkauf von Getränken usw. zu einigrmaßen günstigen Preisen was verdient (?),(oder Selbstkostenpreis, fall s sie das nicht darf…) und gerne geschaftlhuberische Leser könnten eingeladen werden, dazu was zu organisieren….
    Das sind Ideen, die mit einer Beiratsgruppe verbunden werden könnten, eine FR-Gemeinde mit aktivierten Hirnen und gemeinsamem Spaß fördern könnten. Wie oft, müsste man sehen – ob zwei Mal oder vier Mal im Jahr , oder nur ein Mal, oder öfter…man könnte es im Unterschied zur Podiumsveranstaltung „Leser/innen-Workshop soundso…“ nennen.

  28. Aus meiner mir selbst (aus guten Gründen und auch wohlüberlegt) auferlegten Abstinenz und Absenz – und auch nur für diesen einen Kommentar aufgegeben – melde ich mich noch einmal ganz kurz zurück bei diesem Thema. Vorerst grüße ich trotzdem alle Kombattanten, auch diejenigen, die hier ebenfalls nicht mehr kommentieren, aber manchmal aus alter Gewohnheit gelegentlich noch etwas reinschnuppern, wie ich auch ….

    „Braucht die FR einen Leserbeirat?“

    …. das fragt sich also „Bronski“ ?!

    Ich frage mich, braucht ein Fisch ein Fahrrad?

    Ich erinnere mich an die anderen „Räte“, und zwar an die „Programmbeiräte“, „Fernsehräte“, „Rundfunkräte“ …. usw.usf.etc.pp. der sog. „Öffentlich-rechtlichen“, „Räte“ und „Beiräte“ also reichlich vorhanden.

    Liebe Leute, solche Fahrräder braucht kein Fisch wirklich, jedenfalls keiner der mir bisher bekannten Fische.

    Die FR und „Bronski“ können sich ja mal auf die Suche nach solchen Fischen machen, die Fahrräder brauchen und sie hier – oder in der FR – mit Photos auch gleich vorstellen.

    Die Wissenschaft dürfte davon ebenfalls sehr angetan sein, was die Evolution doch nicht alles hervorbringen kann, also auch Fische, die Fahrräder brauchen.
    Eine vermutlich sehr seltene und bisher noch völlig unbekannte Mutation dieser Fisch-artigen Lebewesen.

    (…)

    Einen schönen Sommerabend allen Lesern, bin dann mal wieder weg ……

    (…) Passage gelöscht, Anm. Bronski

  29. manfred petersmark sagt:

    Ach, Bronski, vielleicht wäre gerade diese Passage lesenswert gewesen!

  30. manfred petersmark sagt:

    Übrigens, Bronski, Du solltest die Uhr hier mal hinrichten, ich meine, herrichten, bevor sie wieder richtig geht.

  31. Extra für den Herrn Petersmark lege ich aber doch noch einen nach:

    1. Die FR hatte sehr ausgiebig über die „Steuerfahnder-Affäre“ berichtet ohne einen „Leserbeirat“, bravo, sage ich dazu.
    Das hatte der FR viele Leser/Abonnenten gebracht.

    2. Die FR hatte ebenso ausgiebig über die „Odenwald-Schule-Mißbrauchs-Affäre“ berichtet ohne einen „Leserbeirat“, bravo, sage ich dazu.
    Das hatte die FR viele Leser/Abonnenten gekostet, das Thema wurde dann auch immer weniger in der FR noch behandelt.

    Mit einem „Leserbeirat“ damals schon bei der FR sehe ich beim Punkt 1 kein Problem, aber sehr wohl beim Punkt 2.

    Bye bye also, Ihr „investigativen“ Journalisten, auch andere Mütter haben doch schöne Töchter ……..

    PS: Das Gelöschte können Sie bei mir auch noch abrufen, da längst abgespeichert, versteht sich.

  32. Friedhilde Scholl sagt:

    Da gibt es die Möglichkeit mitzuarbeiten, in einer der letzten verbliebenen Zeitungen die sich gegen FAZ, Springer Presse….. also kurz gesagt dem neoliberalen Mainstream wenigsten ab und zu entgegen stellt und viele Kommentare üben sich in Bedenkentragen.
    Ja die jüngere Generation liest wenig Zeitung, aber das ändert sich doch nicht indem man es beklagt. Das ändert sich doch nur wenn man mit gutem Beispiel vorangeht und deutlich macht, wie wichtig es ist dass es unabhängigen bezahlten Journalismus gibt.
    Nach dem Krieg waren meine Eltern sehr arm, aber meine Mutter sagte damals, in ein anständiges Haus gehört eine anständige Zeitung, und dafür wurde dann Geld erübrigt. Dass Menschen die sich locker eine Tageszeitung leisten können, dieses oft nicht tun liegt zum einen an der gleichgeschalteten Medienberichterstattung und zum anderen an der angezüchteten Schnäppchenmentalität.
    Gerade deshalb ist das Angebot an einer der letzten verblieben Tageszeitung, die auch mal Themen gegen den Mainstream aufgreift, ein ernstzunehmendes Angebot, dass zur Anregung, Verbesserung, und nicht zuletzt dem Erhalt dieser Zeitung dient.
    Ob man dabei SPD oder sonst wie parteipolitisch engagiert ist, ist doch zweitrangig solange man die Mitarbeit nicht als parteipolitische Agitation missbraucht. Das würde aber hoffentlich auch schnell entlarvt.

  33. Dietrich Weinbrenner sagt:

    Herr Rudolphi, wir sollten die Idee eines Leserbeirates durchaus kontrovers, aber sachlich und kreativ diskutieren.

  34. Günter Rudolphi sagt:

    Zum Zitat von Dietrich Weinbrenner (7. August 2015 8:47):
    „Herr Rudolphi, wir sollten die Idee eines Leserbeirates durchaus kontrovers, aber sachlich und kreativ diskutieren.“

    „kontrovers“ – natürlich.
    „sachlich“ – sehr gerne, falls immer möglich.
    „kreativ“ – besonders gerne und deshalb auch mal nur noch satirisch, oder durch einen Wechsel, analog einer „Abstimmung mit Füßen“ respektive eines anderen „Kreuzchen auf dem Stimmzettel“ – oder auch mal nur durch eine Absenz / Abstinenz, analog einer Stimmenthaltung bei der Wahl.

    Alles Entscheidungen eines mündigen Wählers, oder etwa nicht?

    Haben Sie denn damit ein Problem, weil Sie vielleicht einer dieser „festgewurzelten“ Stammwähler sind, die mit einer Partei „verheiratet“ sind?
    Darf ich raten, mit welcher?

    Meine ist „Die Ratio“ übrigens …….

  35. Bronski sagt:

    @ Günter Rudolphi

    Ich habe Ihre Meinung registriert: Sie halten nichts von einem Leserbeirat, wissen aber anscheinend auch nicht, was darunter zu verstehen sein soll, wenn sie ihn mit Programmbeiräten öffentlich-rechtlicher TV-Sender vergleichen. Unser Leserbeirat soll beraten, begleiten und die Perspektive von außen einbringen, etwa so, wie Dieter Klemme es in #1 formuliert hat. Möglicherweise haben Sie da also etwas missverstanden, was ich nun hoffentlich klarstellen konnte. Ich möchte Sie daher bitten, sich in dieser Debatte konstruktiv zu verhalten, denn es ist uns ernst damit. Wenn Sie keine konstruktiven Beiträge leisten können oder wollen, enthalten Sie sich bitte der Wortäußerung.

  36. Karl Müller sagt:

    Hallo Bronski,

    der „ÖR“ -Vorwurf ist schon harter Stoff. Die Idee einen Beirat aufzustellen hat durchaus etwas für sich. Nur wer nimmt das auf sich? Wie die Vorkommentatoren könnte ich zu „meinen“ Themen sicher auch einige Fakten beitragen die so nicht unbedingt beleuchtet werden. Was sicher auch dem egrenzten Platz und einer gewissen Zeitnot geschuldet ist.

    Wie so etwas struktueirer werden und arbeitsfähig werden kann, ohne in die Parodie der ÖR-Beiräte abzurutschen ist mir aber auch nicht ganz klar. Denn, wenn z.B. ein Beirat mehr als Empfehlungen oder Anmerkungen zu einem Text beitragen kann, dann kann diser den Text auch gleich selbst schreiben. Daran war ja sicher nicht gedacht?

    Ein funktionierender Beirat wär in der derzeitigen Medienlandschaft sicher ein sehr positives Alleinstellungsmerkmal!

  37. „Unser Leserbeirat soll beraten, begleiten und die Perspektive von außen einbringen“

    @ Bronski

    Dazu wäre es aber nötig, auch die „kontroverse“ Perspektive von außen, die ja manchmal richtig weh tun kann, als einen Spiegel sich immer wieder vorhalten zu lassen.
    Selbstkritik zu üben und Kritik auch zu ertragen, das ist die eine Seite einer Medaille, überwiegend nur Kritik auszuüben, eine andere.

    Das verstehe ich unter einem „konstruktiven Beitrag“ zu diesem Thema, ein weiteres Vertiefen aber scheint hier auf keinen fruchtbaren Boden mehr zu fallen.

    In diesem Sinne habe ich auch nichts „mißverstanden“, aber ich werde mich nun auch wieder diesem, Ihrem Verlangen / Wunsch anschließen:

    „enthalten Sie sich bitte der Wortäußerung“

    Pardon, und danke für die Aufmerksamkeit, auch für George Orwell:
    „Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

    Quelle: http://gutezitate.com/autor/george-orwell

    Bitte diesen letzten Kommentar nicht zu löschen, aber Ihr Wunsch ist mir Befehl …..

  38. Bronski sagt:

    @ Günter Rudolphi

    Echte Kritik ist immer konstruktiv. Sie aber haben sich bisher nur lustig gemacht. Das ist destruktiv. Wenn Sie sich kritisch an dem Diskurs beteiligen wollen, dürfen Sie das tun. Das kann sogar sehr hilfreich dabei sein, die Statuten eines Beirats zu erarbeiten. Höhnische Bemerkungen wie die vom Fisch und dem Fahrrad sparen Sie sich aber bitte. Natürlich ist eine Zeitung ohne die Leserinnen und Leser, die sie schließlich kaufen und damit finanzieren, überhaupt nicht denkbar. Wer sollte hier also der Fisch und wer das Fahrrad sein? Solche Vergleiche sind schlicht Unsinn und dieser Debatte nicht angemessen.

  39. Dann darf ich Ihnen auch noch einmal antworten, verehrter Bronski:

    Fische schwimmen in dem Wasser, in das sie auch ihre Ausscheidungen geben, vulgo „hineinsch ….n“

    Das heißt, ein Fisch ist per se ein „Nestbeschmutzer“ und ich liebe diese Fische.

    Aber über Geschmäcker und auch über Metaphern zu / über Fische und Fahrräder streitet man wohl besser nicht.

    Sie haben nun endgültig das letzte Wort, in einigen Jahren sehen wir sicher auch wieder weiter beim Thema des Leserbeirats der FR, dem ich übrigens mit Interesse entgegensehe …..

  40. Klaus Philipp Mertens sagt:

    In die rege Diskussion möchte ich noch einen weiteren Aspekt einbringen:

    Ein Leserbeirat kann ein Instrument sein, um eine Zeitung (konkret die FR) in der Leserschaft noch stärker zu verankern. Nicht nur im Hinblick auf die sich kommerziell rechnende Akzeptanz. Sondern auch, damit aus „der“ FR endgültig „meine“ FR werden kann. Damit würde die Zeitung nicht nur zur Informationsquelle (unter bevorzugter Berücksichtigung von Themen, die anderswo untergehen), sondern diente auch der direkten und indirekten Kommunikation der Leser untereinander, was ansatzweise bei den Leserbriefen und im Blog längst geschieht.

    Wenn ich Leserbriefe und Blog-Beiträge als Stimmungsbarometer begreife und diese mit den archivierten digitalen Ausgaben seit 2012 vergleiche (das Online-Zusatzabo macht’s möglich), so scheint es Meldungen und Kommentare zu geben, die keinen Leser dazu veranlassen, einen Brief zu schreiben. Entweder, weil man seine persönliche Zustimmung nicht noch besonders artikulieren möchte, oder sich von einer kritischen Einlassung nichts verspricht, oder dass diese Nachrichten und Artikel keinen tiefer interessiert haben. So meldet sich beispielsweise auf die Theaterkritiken anscheinend kaum jemand zu Wort – was ich sehr bedauere. Aber eine seriöse Zeitung wird (und sollte nicht) auf Theaterkritiken verzichten. Würde dieses Thema auf die Tagesordnung einer Leserbeiratssitzung gelangen, fürchte ich, dass das zu Tage tretende Meinungsbild keine Hilfestellung für die Chefredaktion darstellte.

    Ob aber bei „gängigeren“ Themen wie TTIP, Sozialstaat, Verkehrsinfrastruktur oder Bildung ein Leserbeirat substantiell Weiterführendes beitragen könnte, erscheint mir zumindest gegenwärtig noch als fraglich. Vielleicht würde mehr redaktioneller Platz eingefordert, um zusätzliche Hintergründe und Meinungen zu berücksichtigen, was letztlich auf eine Kostensteigerung bei noch ungewissen Mehreinnahmen hinausliefe.

    Eigentlich weiß eine Chefredaktion aufgrund der Rückmeldungen aus der Leserschaft sehr genau, was gefällt und was nicht. Ob ein Leserbeirat entscheidende Zusatzinformationen liefern könnte, bezweifele ich beim Stand meiner Überlegungen noch.

    Eigentlich wäre es viel wichtiger, die Meinungen jener zu kennen und zu bewerten, die die FR nicht (mehr) lesen. Diese Gruppe erreicht man nur über eine Basisarbeit, an der sich möglichst viele Leser, unterstützt von den Redaktionen, beteiligen. Ins Blaue hinein formuliert: Die FR vor Ort. Erkennbar präsent bei politischen und kulturellen Veranstaltungen und immer zum Dialog (auch mit den Verächtern) bereit. Mithin ein Versuch, die Kommunikation, die in den Internetnetzen vielfach durch Anhäufung von Belanglosigkeiten und Eitelkeiten ad absurdum geführt wird, wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Denn das Bedürfnis nach Kommunikation ist riesig. Und stellt damit eine Chance für die Tagespresse dar.

    Irreal? Utopisch? Oder nur naiv? Vielleicht liegt’s an der Hitze.

  41. Günter Rudolphi sagt:

    Ihr Vorwurf, verehrter Bronski, der läßt mir immer noch keine Ruhe:

    „Echte Kritik ist immer konstruktiv. Sie aber haben sich bisher nur lustig gemacht. Das ist destruktiv.“

    Das erinnert mich doch sehr an:
    „Und wo bleibt das Positive, Herr Kästner?“
    Quelle: http://www.deutschelyrik.de/index.php/und-wo-bleibt-das-positive-herr-kaestner.html

    Darum bringe ich auch „das Positive“ aus meiner Sicht.

    Zur Odenwaldschule Zitate:
    „Andreas Huckele, ein ehemaliger Schüler, der die Odenwaldschule von 1981 bis 1988 besuchte und von der Frankfurter Rundschau später mit dem Pseudonym Jürgen Dehmers geschützt wurde, hatte sich im Juni 1998 in zwei Briefen an Rektor Wolfgang Harder gewandt. […] Als im November 1999 Jörg Schindler in der Frankfurter Rundschau darüber berichtete […] Die Tageszeitung Frankfurter Rundschau berichtete in einem Schwerpunktbeitrag am 6. März 2010,[15] dass ehemalige Missbrauchsopfer von 50 bis 100 Fällen ausgehen.“
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Odenwaldschule

    Hier scheint es doch notwendig zu sein, zuerst die alten Strukturen zu zerstören – das ist „destruktiv“, damit danach etwas Neues aufgebaut werden kann – das ist dann „konstruktiv“.

    Zur Steuerfahnder-Affäre Zitate:
    „Bevor Matthias Thieme für Capital tätig wurde, schrieb er als Korrespondent[…] für […] die Frankfurter Rundschau[…] 2011 wurde Matthias Thieme für seine Arbeit zur hessischen „Steuerfahnder-Affäre“ erneut mit dem Wächterpreis ausgezeichnet.“
    Quelle: http://www.capital.de/autor/matthias-thieme.html

    Zu den investigativen Journalisten Jörg Schindler und Matthias Thieme, beide früher in der FR, jetzt der erste bei „DER SPIEGEL“, der zweite bei „Capital“ als Redakteure tätig.

    Zitat:
    „Jörg Schindler (* 1968 in Darmstadt) ist ein deutscher Journalist und Träger des Wächterpreis der deutschen Tagespresse der Stiftung „Freiheit der Presse“ 2009. Er arbeitete für die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau und seit 2012 für Der Spiegel als Redakteur im Berliner Büro.

    Schindler erhielt den Wächterpreis zusammen mit Matthias Thieme für seine Recherchen über intransparente Verfahren des Kinderhilfswerks Unicef Deutschland beim Einwerben und der Kontrolle großer Spendensummen. Diese Beiträge erschienen in der Frankfurter Rundschau.[1]
    [….] Wächterpreis – Auszeichnung für Unicef-Berichterstattung. In: Frankfurter Rundschau. 6. April 2009, abgerufen am 12. März 2010.“
    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Schindler

    Als ich das dann aufrufen wollte, da erschien folgender Text mit einem passenden Bild:
    „404 – nicht gefunden! Das haben wir leider nicht – aber viele andere schöne Sachen“
    Quelle: http://www.fr-online.de/verlagsservice/ueber_die_fr/in_eigener_sache?em_cnt=1712517&em_loc=938

    Diese „schönen Sachen“ wollte ich aber nicht.

    Darum, verehrter Bronski:

    „Bye bye also, Ihr „investigativen“ Journalisten, auch andere Mütter haben doch schöne Töchter ……..“

    Aber ein Abschied muß ja nicht für immer und ewig sein.

    Und wieder ein Zitat dazu:
    „Abschiede sind Tore in neue Welten.“
    Quelle: http://sprueche.woxikon.de/abschied

  42. BvG sagt:

    Mancher hat seine FR schon seit langen Jahren gelesen,begleitet, kritisiert, angeschrieben und bezahlt, sich lebhaft beteiligt, hat Gehör gefunden und Wirkung erzielt. Nicht zufällig sind die Leserbriefe immer einer der wichtigsten Anteile einer Zeitung. Davon haben die Zeitung und alle Leser profitiert.
    Auch junge Leser sind engagiert und sehen die FR als eine Möglichkeit an, sich politisch oder sonstwie einzubringen (z.B. http://frblog.de/kitapersonal/)

    Es wäre eine schöne Geste der FR, solche besonders engagierten Leser nach Frankfurt einzuladen und ihnen Gelegenheit zu geben, ihre Haltung, ihr Wissen, Anregungen und Kritik im Leserbeirat darzustellen, auch ohne daß man von ihnen eine kontinuierliche Mitarbeit erwartet.

    Besonders für Leser, die Frankfurt nur schwer erreichen können, wäre dies eine schöne Anerkennung ihres Engagements und eine Möglichkeit, einmal oder mehrmals wirklich mitreden zu können.

    Sicher könnte man da lokale Kontakte nutzen, um Unterbringung und ein interessantes Rahmenprogramm anzubieten.

    Um einschlägigen Kommentaren zuvorzukommen: Ich meine damit keine peinliche „Leser des Monats“ Aktion. So schätze ich die FR und die Intension des Leserbeirats auch nicht ein.

  43. Eckart Seifert sagt:

    Guten Tag, Herr Bronski,
    viel Ahnung habe ich nicht. Und meine Zeilen sind sehr laienhaft. Trotzdem!
    Den Gedanken, einen Leserbeirat einzurichten, finde ich gut. Ich könnte mir vorstellen, dass jeder/jede der Mitglieder im Beirat für eine Region oder ein Thema zuständig ist und darauf bezogene Gedanken, Fragen, Vorschläge von Lesern aufnimmt und in den Beirat trägt.
    Als Beispiel nenne ich etwas, was mich schon lange bewegt.
    1. Oft lege ich die Zeitung relativ deprimiert beiseite. Ja, es ist wichtig über die zum Teil katastrophalen Vorgänge in Politik, Wirtschaft usw. zu informieren. Aber mindestens genauso wichtig ist eine stärkere Öffnung für anregende, weiterführende Artikel. Ein Beispiel dafür: der Bericht über das „Projekt Semikolon“. Wie wäre es, nicht nur im lokalen Teil aber auch dort über sozial, integrativ, ökologisch tätige Vereine, Organisationen, Gruppen zu berichten? Beispiele regen und stecken an.
    2. In den Leserbriefen kommen viel Kritik, aber auch zukunftweisende Ideen zu Wort. Was aber folgt daraus? Jeder trägt seine individuelle Sicht vor und wird viele ähnliche Gedanken lesen können. Und das war es dann. Kann da nicht mehr draus werden? Sollte eine kritische Zeitung den Bürgern nicht eine Plattform bieten, „etwas aufzubauen“? Das geht natürlich über das bisherige Verständnis von Zeitung hinaus. Aber die Zeiten wandeln sich. Warum dann auch nicht die Zeitung?
    Wie gesagt, ich habe wenig Ahnung. Aber vielleicht ist der eine oder andere Gedanke doch bedenkenswert.
    Mit feundlichen Grüßen
    Eckart Seifert

  44. Peter Boettel sagt:

    # 17, Lieber Bronski, zuviel der Ehre,

    aber ich habe auch meine räumliche Entfernung zu Frankfurt erwähnt.

    Zudem wäre das Ganze wohl auch eine Nummer zu groß für mich.

  45. Edmund Dörrhöfer sagt:

    Leserbeirat. Das fand ich spontan eine recht gute Idee. Aber nach einigem Nachdenken frage ich mich: Wozu braucht es einen Leserbeirat? Feedback geben doch schon die zahlreichen Leserbriefe. Da gibt es zu bestimmten Artikeln Zustimmung/Ablehnung/sonstiges (z. B. ergänzende Informationen). Ansonsten wird auch generelle Kritik geübt (zu viel Sport bzw. die falschen Sportarten, zu viele Bilder, zu viele triviale Nachrichten aus aller Welt).

    Wie viele der Zuschriften werden eigentlich veröffentlicht? Und findet eine (statistische) Auswertung aller Zuschriften statt? So eine Auswertung – und die entsprechende Darstellung der Ergebnisse – würde vielleicht mehr Leser zum „Briefeschreiben“ animieren. Denn auch wenn der Leserbrief nicht veröffentlicht wird, entfaltet er durch die Auswertung Wirkung. Und hier kann sich ein jeder Leser beteiligen.

    Also, warum ein Leserbeirat? Vielleicht erst einmal das besser nutzen, was schon vorhanden ist (Leserbriefe, Blog).

  46. Karl Müller sagt:

    Um es noch am Beispiel nachzutragen: Über die „Berichterstattung“ zum Fall Brown ff. bin ich tief erschüttert.
    Weder aus kriminologischer noch aus Ermittlersicht habe ich in einer doch meist sorgfältige rechcherierenden überregionalen Zeitung solche fragwürdigen Darstellungen gelesen.

    So viel finsteres Schwarz- Weiß Denken ist schon unglaublich, die Zumutungen für den Leser auch.

  47. Thomas Wittinger sagt:

    Die Idee eines Leserbeirates finde ich gut. Würde auch selbst mitmachen, wenn es zeitlich befristet ist. Ob die gute Idee eine gute Umsetzung kreiert, hängt ja von den Kriterien der Zusammensetzung und den Statuten ab. Einige Kriterien wurden ja schon genannt. Ich füge ein paar hinzu:
    1. Teilnahme:
    • Selbst erklärte Bereitschaft und auf Vorschlag;
    • gemischte Altersstruktur, verschiedene Lebenswelten (Naturwissenschaft, Geistes- und Gesellschaftswissenschaft, Handwerk, Ruheständler, soziale Dienstleister….);
    • Regionen;
    • Befristete Teilnahme, sonst wird auch ein Beirat betriebsblind;
    • hoffentlich ein paar Querdenker;
    • es sollte aber nicht das gesamte Gremium auf einmal ersetzt werden, sonst fängt man jedes Mal von vorne an;
    • „typische“ FR-Leser? Bitte nicht! Es kann ja wohl kein Bekenntnis vor einer Teilnahme verlangt werden; es bleibt auch dann die Gefahr der Betriebsblindheit;
    2. Statuten:
    • Die Erstellung der Statuten sollte zwar von zukünftigem Beirat und Redaktionsmitglieder erarbeitet werden, aber von außen moderiert werden, jenseits von künftigem Beirat und Redaktion;
    • Face-to-Face-Treffen ebenso wie moderne Telekommunikation;

  48. Thomas Kraft sagt:

    Ist ein Beirat wirklich wichtig und sinnvoll? Sollten nicht die Journalisten die Inhalte und die Richtung bestimmen? Der Leser die Wichtigkeit? – wie die Frage, ob man auf die Aktienübersicht die nachhaltigen Werte druckt, die leider völlig uninteressant sind, oder wieder den guten alten M-DAX? Eine Frage an den zu schaffenden Beirat?

  49. Henning Flessner sagt:

    Ich kann dem Leserbeirat immer noch nichts Gutes abgewinnen, aber Th. Krafts Gedanken mit den Aktienkursen möchte ich aufgreifen. Die Seite könnte man einsparen. Wer sich für Aktienkurse interessiert, wird sich nicht die FR kaufen, um die Kurse von gestern zu lesen.

  50. Dietrich Weinbrenner sagt:

    Ich frage mich, welchen Focus diese Diskussion nun hat. Geht es um Sinnhaftigkeit eines Leserbeirates und eine mögliche Struktur? Oder geht es um inhaltliche Vorschläge – wie z.B. Akrienkurse ja oder nein? Ich habe bisher Ersteres als Focus verstanden.

  51. Günter Rudolphi sagt:

    Ein paar Gedanken zum Leserbeirat noch.
    Nach meiner eigenen Einschätzung wird es zu einem institutionalisierten und personalisierten Leserbeirat nicht kommen, da dieser Thread aber noch bis zum 28. August offen ist, stellen doch hier die Vorschläge und Meinungen, die von den Kommentatoren als Leser kundgetan wurden, bereits einen kleinen, virtuellen Leserbeirat dar.

    Die Redaktion der FR braucht sich diesen Thread doch nur im September mal komplett durchzulesen und die Inhalte / Wünsche / Kritiken evtl. dann auf einer der folgenden Re(d)aktionskonferenzen zu diskutieren, oder zu den Akten zu legen und wieder zur Tagesordnung überzugehen.

  52. Gerhard Sturm sagt:

    Warum einen Leserbeirat gründen wenn es jetzt schon die Möglichkeit für die Leser gibt sich mit ihren unterschiedlichen Meinungen und Interessen über Leserbriefe und FR-Blog zu äußern.
    Neben den Rubriken Specials und Schlagseite im Blog kann doch noch eine dritte Spalte für die Blattkritik, vielleicht unter der Bezeichnung „Wir, unsere Zeitung und unsere Leser“ aufgemacht werden. Unter dieser Rubrik können dann Vorschläge und kritische Anmerkungen von Lesern (als Leserbrief oder Blog- Beitrag)in Themenbereichen sortiert und kommentiert werden. Dadurch ist auch sichergestellt, dass dir FR weiterhin frei von einseitigen Meinungsäußerungen (je nach Einstellung der Beiratsmitglieder) weiter produziert wird. Sollte ich eine Minderheitenmeinung vertreten, vergessen sie diesen Vorschlag.

  53. xiane sagt:

    @52 gerhard sturm

    so habe ich mir das auch vorgestellt (unter leserblattkritik nicht perfekt formuliert).
    ein leserbeirat hätte ja die funktion vor der veröffentlichung beizuraten. hingegen kommt ihr vorschlag meiner vision entgegen, danach – als reaktion u n d als anregung – kurze (!) statements abzugeben. naja… etwas hingehuddelt formuliert auf einem fingerfeindlichen tablet.

  54. Edmund Dörrhöfer sagt:

    @Eckart Seifert

    „Kann da nicht mehr draus werden? Sollte eine kritische Zeitung den Bürgern nicht eine Plattform bieten, „etwas aufzubauen“?“

    Ich glaube damit wäre eine Zeitung überfordert. Ich suche auch schon seit langem nach einer Möglichkeit nicht nur zu kritisieren, sondern auch „etwas aufzubauen“. Und dies nicht alleine, sondern im Team. Leider wurde ich bislang noch nicht fündig. Aber nun wären wir ja schon zwei auf der Suche nach solch einer Plattform.

  55. juerg56 sagt:

    Hallo allerseits,
    jetzt liege ich im Urlaub am Pool und schaue mir die sehr unterschiedlich en Aussagen und Diskussionen an.
    Auch für mich stellt sich die Frage „quo vadis“Beirat.
    Vielleicht auch dazu ne Idee von mir. Mir fehlt immer öfter eine Sicht der FR auf die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verbindung, die entsprechenden Entscheidungen in Politik und Wirtschaft zugrunde liegen. Ein Beispiel ist hier die Rente mit 67.
    Zur Diskussion wäre zu stellen, inwieweit es nur um Fachkräftmangel geht oder nicht auch um Senkung der Rente jedes Einzelnen auch im Hinblick auf die Arbeitslosenzahlen bei über 55jaehrigen. Noch ein Beispiel in der heutigen FR zur Zwangsverrentung von HartzIV Empfängern.
    Welche Auswirkungen das auf weitere gesellschaftliche Bereiche hat wäre sicher für viele Leser interessant.
    Weiteres Thema:
    Oft geht es mir so, dass ich die Nachhaltigkeit von Artikeln vermisse, soll heißen, nach einem Bericht über einThema wird diese nicht weiterverfolgt.
    Entweder weil neue aktueller Themen anstehen oder das Thema weniger interessant scheint.
    Hier wünsche ich mir oft einen gewissen Blick auf den Fortgang einer Geschichte bspw. den Fall eines Mädchens einer Fluechtlingsfamilie, die kurz vor dem Schulabschluss ausgewiesen werden sollte.
    Beispiele gäbe es viele, ein Beirat kann sich auch um solche Betrachtungen kümmern.
    Grundsätzlich gesehen.

    Dies sind nur 2 sehr unterschiedliche Aspekte, bei denen ich mir einen Beiratsbeteiligung vorstellen kann.

    Jetzt erstmal schöne Grüße

  56. Günter Rudolphi sagt:

    Auch eine Debatte über den Bronski-Blog und seine Regeln fände ich mal wünschenswert.

    Angesichts der aktuellen Entwicklungen um beleidigende Internet-Kommentare und eigener Erfahrungen mit Beleidigungen im Internet, besonders durch anonyme userInnen, schlage ich die Klarnamen-Pflicht bei Kommentaren vor, sowohl in der FR-Online als auch im Bronski-Blog.

    MfG GR