Auf den Fluren entbrannten heiße Diskussionen

Frankfurter Rundschau Projekt

 Auf den Fluren entbrannten heiße Diskussionen

Von Brigitte Ernst

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Nicht nur das Jahr 1968, das stellvertretend für die sich über mehrere Jahre hinziehende Studentenbewegung genannt wird, sondern meine gesamte Studienzeit von 1966 bis 1971 an der Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität hat mich in unvergleichlicher Weise geprägt. Sie begleitete meine Ablösung vom Elternhaus und beeinflusste meine Identitäts­findung, meine weltanschauliche Positionierung und die Entwicklung meines politischen Bewusstseins.

Ich wuchs in einer streng katholischen Familie in einer Kleinstadt am Rande Frankfurts auf, in einer Welt, die Heinrich Böll in seinem Roman „Ansichten eines Clowns“ von 1963 sehr treffend beschreibt: Barockmadonna im Wohnzimmer, regelmäßiger sonntäglicher Kirch­gang, katholische Jugendgruppe und Kulturgemeinde, von der besagter Heinrich Böll in den fünfziger Jahren noch als „katholischer Schriftsteller“ zu Lesungen eingeladen wurde, bis er sich als Abtrünniger erwies, der begann,  die engstirnige Gesellschaft der Bonner Adenauer-Republik zu kritisieren. Mein Vater, der das alleinige Sagen in der Familie hatte, war Mitglied des katholischen Kartellverbandes CV, in dem die Netzwerke für Karrieren in der CDU-geprägten  „besseren Gesellschaft“ geknüpft wurden. Anfang der 60er Jahre wurde er zum Mitglied des Ordens der „Ritter vom Heiligen Grab“ berufen, einer Vereinigung tonange­bender Bürger der oberen Mittelschicht und Oberschicht, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die christkatholischen Werte in der Gesellschaft der Bundesrepublik aufrechtzu­erhalten und in der Dritten Welt zu verbreiten. Nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, eine andere Partei als die CDU zu wählen, Willy Brandt und die „Sozen“ waren für ihn indiskutabel. Dass diese von ihm wegen des C im Namen gewählte Partei in Wirklichkeit eher die Privilegien seiner Gesellschaftsschicht verteidigten, anstatt die wahren christlichen Werte wie Nächstenliebe, Menschlichkeit und Gerechtigkeit zu vertreten, wollte ihm nicht einleuchten.

Ernst 1968Nach einer solchen Sozialisation  eröffnete mir die Frankfurter Universität eine neue, zum Teil faszinierende, zum Teil verstörende Welt. Da ich in der Oberstufe begonnen hatte, mich für den Ost-West-Konflikt und die Geschichte des Nationalsozialismus zu interessieren, mich gleichzeitig aber auch immer intensiv mit  Literatur befasst hatte, lag es für mich nahe, als Studienfächer Germanistik und Politik­wissenschaften zu wählen.

Brigitte Ernst,
die Autorin dieses Textes,
im Jahr 1968.
Bild: privat

Kurz vor dem Abitur hatte ich an einem von der katholischen Jugend unserer Stadt veranstalteten Wochenendseminar über Kommunismus teilgenommen, wo dieser, wie damals üblich, als abzulehnender Gegenentwurf zu unserem  „richtigen“ System, der Parlamentarischen Demokratie, dargestellt wurde. Und nun saß ich plötzlich in Prosemi­naren, wo (übrigens nur männliche) Kommilitonen in schwer verständlichen langen Monologen von Marx und Engels schwadronierten, als sei deren politische Theorie das Evangelium. Ich hatte Mühe zu folgen, sowohl inhaltlich als auch ideologisch.

Diese klugen Reden schüchterten mich bald derart ein, dass ich das Gefühl bekam, in diesem Fach niemals bestehen, meine Defizite an Wissen und Durchblick niemals aufarbeiten zu können, so dass ich nach zwei Semestern das Handtuch warf und von Politik als zweitem Fach auf Anglistik umsattelte.

Zum Glück besteht ein Studium nicht nur aus Seminaren und Vorlesungen, und auf den Fluren, in der Mensa, später1968 auf Versammlungen und am Rand der Barrikaden, aber auch im Freundes- und Familienkreis entbrannten heiße Diskussionen, in denen man sich mit aktuellen politischen Problemen ausein­andersetzte.

Die Ermordung Benno Ohnesorgs 1967 und der spätere Freispruch des Täters Kurras machten mir zum ersten Mal bewusst, wie brutal die autoritäre Staatsmacht gegen missliebige Demonstranten vorging und wie voreingenommen unsere Richter aus politischen Gründen zu urteilen bereit waren, und brachte meinen Glauben an die Gerechtigkeit unseres angeblichen Rechtsstaats gehörig ins Wanken.

Auch wenn mein Jahrgang nicht an der Bundestagswahl 1965 teilgenommen hatte – volljährig wurde man ja erst mit 21 – hatten wir deren Folgen zu tragen. Vor allem die Notstandsgesetze, die wegen der Zweidrittelmehrheit der Großen Koalition nicht zu verhindern waren, erhitzten die Gemüter, und nach deren Durchsetzung schickte mein damaliger Freund gemeinsam mit vielen anderen Studenten, die ihren Wehrdienst abgeleisteten hatten, aus Protest seinen Wehrpass zurück, weil er im Falle eines Notstands nicht auf streikende Arbeiter oder Kommilitonen schießen wollte.

Die Schwäche der Opposition führte dann ja auch zur Bildung des Republikanischen Clubs, einer Gruppierung innerhalb der außerparlamentarischen Opposition, der APO. Von dort verbreitete sich die Diskussion über Alternativen zur Parlamentarischen Demokratie über die Universitäten Deutschlands. Der SDS sowie andere linke Gruppen favorisierten  die Regie­rungsform der Räterepublik, in der die Bevölkerung über das imperative Mandat eine direktere Herrschaft ausüben könne als über die meist unter Fraktionszwang stehenden Abgeordneten im Bundestag.

Schwer nachvollziehbar für mich war die Begeisterung vieler Vertreter der extrem linken Studentenschaft für das chinesische Modell des Kommunismus unter Mao Tse-tung. Der Personenkult um diesen Diktator, die Bilder von durch die Kulturrevolution zerstörten Kunstschätzen, von gedrillten Kleinkindern, die bereits im Kindergarten Sprüche aus der „Mao-Bibel“ herbeteten, stießen mich ab.  Als unanfechtbar verkaufte Wahrheiten hatte man mir im Religionsunterricht, in der Jugendgruppe und im Gottesdienst zu Genüge eingetrichtert, da brauchte ich keine neuen Dogmen.

Viel interessanter erschien meinen Freunden und mir dagegen der Prager Frühling, in den wir große Hoffnungen setzten. Diese Bewegung eröffnete die Möglichkeit einer Staatsform, in der soziale Gerechtigkeit tatsächlich mit Volksherrschaft und persönlicher Freiheit zu kombinieren war. Umso größer war der Schock, als im August 1968 die Nachricht um die Welt ging, dass sowjetische Panzer diesem vielversprechenden Modell eines humanen Sozialismus ein gewaltsames Ende bereitet hatten.

Ich hielt mich damals auf dem Rückweg von einem Sprachkurs in London auf, wo ich (hinter dem Rücken meiner Eltern, für die Sex vor der Ehe eine Sünde war)  mit meinem damaligen Freund ein Treffen vereinbart hatte – unser erster gemeinsamer Hotelaufenthalt. Als wir vom sowjetischen Einmarsch in Prag erfuhren, strömten wir mit Tausenden empörter Gleichge­sinnter unterschiedlicher Nationalitäten zur Großdemonstration, die mit den Rufen „Dubček, Svoboda“ an der sowjetischen Botschaft in London vorbeizog. Trotz aller Empörung und Enttäuschung war es für mich ein erhebender Moment, mich hier als Teil einer internatio­nalen Gemeinschaft zu fühlen, die sich solidarisch für Menschenrechte einsetzte.

Auch mit der von Gudrun Ensslin und Andreas Bader begangenen Kaufhausbrandstiftung auf der Frankfurter Zeil wurden wir hautnah konfrontiert, was zu kontroversen Debatten führte. Da nicht die Gefahr bestanden hatte, dass Personen zu Schaden kommen würden, rechtfertigte die eine Seite diese Tat als gelungenes Beispiel für die von der linken Studentenschaft propagierte „Gewalt gegen Sachen“, während ich eher zu denen gehörte, die Gewalt, egal gegen wen oder was, grundsätzlich ablehnten. Dass diese Aktion später in den Terrorismus der RFA münden würde, konnte natürlich damals keiner ahnen.

Abgesehen vom Vietnamkrieg, über den meine Schwester und ich uns mit unserem Vater heftig fetzten, rückte die Frage nach dem Verhalten der Vätergeneration im Dritten Reich zunehmend in den Mittelpunkt der Diskussionen. Nachdem die NSDAP-Mitgliedschaft Kurt Georg Kiesingers, des Kanzlers der Großen Koalition, bekannt geworden war, sah sich seine Generation dazu aufgefordert, über die eigene Vergangenheit Rechenschaft abzulegen.

Meine Mutter hielt ich für unbelastet, sie war in ihrer liberalen südbadischen Kleinstadt in engem Kontakt mit ihren jüdischen Klassenkameradinnen aufgewachsen, was die Bilder in ihren Fotoalben bestätigten, und brach jedes Mal in Tränen aus, wenn sie vom zum Teil ungeklärten Schicksal ihrer Schulfreundinnen sprach. Sie bestätigte, dass in der Bevölkerung durchaus bekannt gewesen sei, was in den euphemistisch als „Konzentrationslager“  bezeichneten Vernichtungsstätten geschah. Mein Vater dagegen war, als Beamter gezwungenermaßen, wie er beteuerte, in die NSKK eingetreten, um seinen Arbeitsplatz nicht zu verlieren. Und bis zu den Soldaten an der Ostfront, wo er sich seit 1940 aufhielt, sei die Information über den Holocaust nicht gedrungen. Auch von Kriegsverbrechen der deutschen Soldaten wollte er nichts wahrgenommen haben, seine Kompanie habe sich stets  „anständig“ verhalten. Nach dem Krieg hatte sie sich rechtzeitig aufgelöst und ihre Mitglieder hatten sich einzeln aus der Ukraine nach Deutschland durchgeschlagen. Als guter Katholik und Mitglied einer Verbindung, die unter dem Hitlerregime verboten worden war,  wurde er schnell durch einen „Persilschein“ entlastet und konnte seine vor dem Krieg begonnene Karriere bei dem Amt, das für die deutschen Reparationszahlungen für zwei Weltkriege zuständig war, fortsetzen. Da ich meinen Vater liebte, aber auch aus Selbst­schutz, stufte ich ihn als harmlosen Mitläufer ein.

Da ich weder zu den radikalen Revoluzzern gehörte noch mit Drogen experimentierte oder an sexuellen Ausschweifungen teilnahm, verkrafteten meine Eltern die Abkehr ihrer schon immer etwas aufmüpfigen Tochter von ihrem politischen Weltbild relativ problemlos.  Dass ich mich später von der Kirche lossagte und meine Kinder ohne Religionszugehörigkeit aufwachsen ließ, war für meinen Vater schwerer zu schlucken, aber zu einem dauerhaften Zerwürfnis kam es nicht. Meine Mutter, für neue Gedanken offener als ihr Ehemann, ließ sich, überzeugt von den Argumenten ihrer Töchter, bei der Bundestagswahl 1969 sogar dazu hinreißen, SPD zu wählen – was ihr mein Vater für den Rest seines Lebens vorhielt.

Dass die politischen Umwälzungen dieser Zeit in anderen Familien zu schwereren Erschütterungen führten, lässt sich am Beispiel der besten Freunde meiner Eltern, genauso streng katholisch wie diese, zeigen. Deren Tochter, bereits Mitte 20, hatte mit einem der führenden Köpfe des Republikanischen Clubs, einem Universitätsassistenten, eine Beziehung begonnen. Um seine Tochter aus den Fängen dieses „gefährlichen Radikalen“ zu retten, schreckte der Vater nicht davor zurück, den Mann, der später sein Schwiegersohn werden sollte, wegen Unzucht mit Abhängigen anzuzeigen. Von juristischer Seite verlief die Angelegenheit im Sande, aber sie hatte zur Folge, dass sich die Tochter für lange Zeit von ihren Eltern lossagte.

Der politische Liedermachers Franz Josef Degenhardt gibt die Einstellung der damaligen Elterngeneration in seinem Song „Vatis Argumente“ treffend wieder.

„Lieber Rudi Dutschke, würde Vati sagen“, woraufhin er in teils herablassendem, teils ärgerlichem Tonfall seine eigene Zeit als junger Erwachsener direkt nach dem Zweiten Weltkrieg, die geprägt gewesen sei vom Prinzip „Ärmel aufkrempeln, zupacken, aufbauen“, mit dem angeblichen Gammlertum und der Zerstörungslust der Generation seiner Kinder kontrastiert.

Als besonders heiße Phase habe ich das Wintersemester 1968/69 in Erinnerung. Als ich eines Morgens meine Vorlesungen besuchen wollte, fand ich die Türen zum Hörsaalgebäude mit dicken Eisenketten und Vorhänge­schlössern verrammelt und Streikposten des SDS davor aufgebaut, die den Menschentrauben, die sich vor den Türen bildeten, erklärten, es sei Streik und niemand dürfe die Universitätsgebäude betreten. Flugblätter wurden verteilt, auf denen der Kampf der Frankfurter Studentenschaft gegen die autoritär geprägte Ordinarien­universität und für studentische Mitbestimmung ausgerufen wurde. Diese Bestrebungen gingen mit dem Wahlspruch einher: „Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren“, und an den Wänden häuften sich damals Graffiti mit der Aufschrift „Fuck Rüegg“, was sich gegen den amtierenden Rektor der Universität richtete.

Da es mir widerstrebte, mir ohne Urabstimmung einen Streik oktroyieren zu lassen, schloss ich mich einem versprengten Häuflein arbeitswilliger Kommilitoninnen und Kommilitonen an, die sich anschickten, durch versteckte Hintertüren und durch die Räumlichkeiten irgendwelcher Seminare in das Hauptgebäude vorzudringen. Die ganze Aktion fühlte sich an wie ein Räuber-und-Schandi-Spiel, und nach einer Kletterpartie landeten wir auf einem Dachboden, wo wir nicht mehr weiterkamen.

Erst dort oben kam ich mit den anderen Streikbrechern ins Gespräch und merkte, dass ich in eine Gruppe von Juristen und BWLern geraten war, die dem RCDS  (Ring Christlich Demokratischer Studenten) und irgendwelchen konservativen Studentenverbindungen angehörten. Das war nun doch nicht die politische Richtung, der ich zuneigte! Ich ging auf Distanz und absentierte mich von diesem Trupp der Angepassten.

Vor das Hörsaalgebäude zurückgekehrt erfuhr ich, dass es in der Zwischenzeit zu einer Schlägerei zwischen Streikposten und streikunwilligen Kommilitonen gekommen war, von der ich aber nichts mehr mitbekam.

Es folgte ein Semester voller Instituts- und Vorlesungsbesetzungen, Go-ins und Sit-ins, bei denen Hans-Jürgen Krahl, ein äußerst eloquenter Doktorand Theodor W. Adornos, neben Daniel Cohn-Bendit, der nach seiner Ausweisung aus Frankreich in Frankfurt gelandet war, die Führungsrolle übernahm. Aufgrund der Besetzung des Instituts für Sozialforschung überwarf sich dessen Leiter Adorno mit Krahl, was in dessen Anklage und Verurteilung wegen Landfriedensbruchs gipfelte. Adorno starb wenige Wochen nach dieser Instituts­besetzung und einem für damalige Verhältnisse skandalösen Auftritt barbusiger Studentinnen in seiner Vorlesung, und Krahl wurde 1970 bei einem Verkehrsunfall getötet.

Es gelang den linken Studenten tatsächlich, eine Universitätsreform durchzusetzen, die ihnen und dem akademischen Mittelbau mehr Mitspracherechte in den universitären Gremien einräumte. Die muffige Ordinarienuniversität wurde also tatsächlich ein wenig ausgelüftet.

Was unterm Strich für meine persönliche Entwicklung übrig geblieben ist? Die Ablösung von der katholischen Kirche und ein kritisches Bewusstsein gegenüber den überkommenen Werten, die von konservativen und wirtschaftsliberalen Kreisen propagiert wurden und werden und deren Gültigkeit ich bis dahin unhinterfragt akzeptiert hatte. Politisch verorte ich mich seitdem bei der linken Sozialdemokratie, die leider seit der Schröder-Regierung in unserer Gesellschaft an Einfluss verloren hat. Im Gegensatz zu meinem Freund und meiner Schwester trat ich dieser Partei aber nie bei.

Ich bin der Überzeugung, dass die Studentenbewegung der 68er Zeit notwendige progressive Entwicklungen in Gang gesetzt und die politische Landschaft der damaligen Zeit, die verkrustete autoritäre Adenauer-Gesellschaft, bis heute auf nachhaltige Weise umgewälzt und reformiert hat. Der autoritäre Untertanengeist, der zur Hitlerdiktatur geführt hatte und auch die Bun­des­­republik noch beherrschte, verflüchtigte sich allmählich, und viele ursprünglich linke Ideen wirkten bis in die CDU und, mehr noch, in die FDP hinein, auch wenn deren Anhängerschaft das heute nicht mehr wahrhaben will.

 

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Ernst heute kleinDie Autorin

Brigitte Ernst ist Jahrgang 1946.
Sie war
40 Jahre lang tätig als
Gymnasiallehrerin mit den Fächern
Deutsch und Englisch, 25 Jahre lang
zusätzlich drittes Fach Italienisch. Sie
lebt im Ruhestand in Frankfurt
und ist Mutter von
zwei erwachsenen Söhnen.

Bild: privat.

3 Kommentare

  1. Jürgen Malyssek sagt:

    Spannend zu lesen, Frau Ernst! Auch Ihre Zeit Uni Frankfurt.

    Wir haben im August 1968 eine Gemeinsamkeit. Sie in London und ich in Paris und die Demonstrationen, Proteste gegen den Einmarsch des Warschauer Pakts in Prag und Ende des Prager Frühlings.

  2. Josef Ullrich sagt:

    Für mich als gebürtigen Sudetendeutschen (Jahrg. 1938) war der Prager Frühling von besonderen Interesse. Gespannt wurden die damaligen Verhältnisse in unserer Familie verfolgt.
    Ich arbeitete damals bei der VDO in Bockenheim. Dadurch bekam ich auch von den Demonstrationen um die Uni und den Hausbesetzungen im Westend einiges mit. Für meinen tschechischen Arbeitskollegen, der gerade aus Prag geflüchtet war, war es eine verkehrte Welt als er die roten Fahnen mit Hammer und Sichel sah. Mit Megafons zogen die Demonstranten an unserer Firma vorbei und forderten uns auf, sich bei ihnen einzureihen, was natürlich erfolglos war.

  3. Barbara Eilers sagt:

    Liebe Frau Ernst, mutig von Ihnen, sich so persönlich zu äußern! Ihr Bericht gibt einen guten Einblick in diese Zeit von Seiten der „aufmüpfigen“ Jugend! Ich bin erst 1952 geboren und habe die Anfänge nur aus der Ferne mitbekommen.
    Außerdem finde ich schön, dass Sie als eifrige Bloggerin durch Ihre Geschichte und auch die Fotos so schön vorstellbar werden! Ich habe schon öfter gedacht, diejenigen, die sich so begeistert in den Blogs betätigen könnten sich doch auch mal zusammensetzen und das Ganze in einer Diskussionsrunde fortsetzen! So etwasÄhnliches habe ich in Hamburg vor zusammen in meinen FreundIQnnen. MAl sehen, wie das funktioniert.
    Ich freue mich, weiter. Ob Ihnen und anderen zu lesen!

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