Wie war das noch mit der Brandmauer, liebe Grüne?

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Zu: „Rückschlag für Mercosur“ und „Verheerender Fehler“, FR-Titel vom 22. Januar und FR-Meinung vom 23. Januar


Die Grünen Seite an Seite mit der AfD

Ursprünglich aus dem linken Spektrum kommend, sind meine Frau und ich Grünen-Wähler seit der ersten Stunde. Weitgehend gilt dieses Wahlverhalten auch in unserer großen Kernfamilie, wenngleich es in der Vergangenheit immer wieder Anlässe gab, dieses zu überdenken. Das Scheitern der Grünen in der letzten Koalition haben wir zutiefst bedauert. Mit dem heutigen Tag (22.1., Anm. d. Red.) hat sich alles geändert, und wir sind parteipolitisch gesehen heimatlos geworden.

Der Beschluss, der von den Grünen maßgeblich mit unterstützt wurde, das Mercosur-Abkommen vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen, zeugt von einer Weltfremdheit und Provinzialität, die uns an strickende Wirtschaftsnaivlinge der 80er Jahre erinnert. Müssen die Grünen die EU, die von allen Seiten politisch, wirtschaftlich und militärisch in die Zange genommen wird, auch noch vor aller Welt lächerlich machen, indem sie auf bürokratischem Parlamentarismus beharren? Haben die denn wirklich den geopolitischen Schuss nicht gehört? Halten sie die USA und China für verlässliche, alternativlose Handelspartner? Schätzt diese Partei inzwischen auch den Protektionismus, im Abstimmungsverhalten Seit an Seit mit der AfD? Nein, wir sind einfach nur verärgert und fassungslos.

Thomas Ziegler, Frankfurt


Der Weltmarkt ist kein Goldesel

Die EU als Binnenmarkt hat selbst Probleme genug. Die Milliarden Euro an Subventionen für die Landwirte von Deutschland bis Frankreich zeigen den Überschuss an Lebensmittelproduktion. Wer jetzt noch mit „Billig-Fleisch“ aus Südamerika den unlauteren Wettbewerb in Europa und die Massentierhaltung weiter anheizt, der befördert das Sterben der mittelständischen Landwirte und Kleinbauern. Mercosur birgt ein hohes Risiko in sich. Der ungezügelte Weltmarkt ist ganz sicher kein „Goldesel“.

Thomas Bartsch Hauschild, Hamburg


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