Hat jemand Lust, ein Fass aufzumachen? Jetzt und hier! Einfach so, weil Samstag ist. Niemand da, der Lust hat? Ja, Sie dort in der ersten Reihe – was wollten Sie sagen? Lieber ein Fass aufmachen als ein Glas? Hey, Sie kriegen den Hals aber auch nicht voll. Nie werden Sie mich dabei erwischen, wie ich ein Glas aufmache. Oder allenfalls ein Marmeladenglas. Aber nicht in der Öffentlichkeit. Nein, das Glas Sekt bleibt zu! Ich werde doch unseren Politikern nicht in den Arm fallen. Lieber guck ich erstmal, wie die mit diesem Projekt vorankommen.

Sie erinnern sich? Unser aller “Wowi

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38 Kommentare zu “Geschmäht

  1. „bringen Sie Ihre Gläser bitte selbst mit. An denen sind wir notorisch klamm in der Redaktion.“
    Nun, es ist einsilbig, fängt mir „k“ an, hat ein „a“ als Stammvokal und endet mit Doppelkonsonant: Was für ein Wort ist das? „klamm“!
    In der Redaktion sind wir klamm, also „feuchtkalt“ an Gläsern? Wo ist da der Sinn? Vielleicht umgekehrt: Die Gläser sind feuchtkalt an den Redakteuren der FR. Die lieben das Feuchtkalte gewiss so, dass sie mit dem Leeren nicht gerne warten werden, bis sich die Gläser in ihren Händen an ihre notorische Trockenheit angepasst haben. Andererseits: Wird denn rechtzeitig und reichlich nachgeschenkt in der Redaktionssitzung, einfach so, weil Samstag ist? Oder ist die Redaktion dazu nicht vielleicht zu klamm an Getränken?
    Oder meint der Satiriker eigentlich „knapp“? Fängt auch mit „k“ an, hat auch ein „a“…usw., und: „Wir sind notorisch knapp an Gläsern“ gäbe sogar einen Sinn. Ist denn dem Satiriker tatsächlich alles erlaubt, sogar das gezielte Verwechseln von – zugegeben ähnlichen – Wörtern? Oder sind die Getränke in den knappen Gläsern doch nicht so klamm, so dass sich vielleicht ungewollt feuchtfröhliche Fehler einschleichen?
    Aber nein: Sprachfehler in der FR, ein so großes Fass wollen wir hier nun doch nicht aufmachen. Prost!

  2. so, nun ist das fass geöffnet, aber zu gross, soll es nicht sein, ich hoffe ihnen missfällt mein „spielerischer“ stil nicht so sehr, wei dem herrn offermann aus dem nachbarblog, herr ebbers!
    also klamm, mag ja fecuhtkalt bedeuten, in der „szene“, also in allen bereichen des lebens, die auif die ein opder andere art und weise irgendwann mal in id esog. halbwelt abrutschen, hat klamm sein schon immer bedeutet pleite zu sein. wenn herr bronski also von klamm an sektgläsern spricht, ist das nur insofern interessant, als er den bogen zu gegenständen schlägt, nicht zu geld also, dass liesse den schluss zu dem herrn bronski wäre es recht, man würde seine FR demnächst am kiosk mit sektgläsern statt mit harten euros bezahlen. nicht schlecht, er hätte somit die themen so ziehmlich aller blogs hier mit einem satz auf den punkt gebracht. deswegen würde ich auch nicht von sprachfehlern bei der FR sprechen, sondern von mentalfehlern, die sich hier wohl eher unbewusst, geoutet haben. somit wäre allerdings das fass noch grösser, als das, welches ihnen eh schon zu gross war, dass sioe aber trotzdem geöffnet haben *grins

  3. Je nun, wie sollte mir ihr spielerischer Stil missfallen, hat ihnen doch der meinige zumindest so viel Vergnügen bereitet, dass sie sogar darauf antworten und ich jedenfalls endlich einmal ausrufen kann: „Hurra, ich habe einen Leser gefunden!“
    Wobei ich mich natürlich schämen muss, eine Sprachkritik geübt zu haben und dabei selber der Unkenntnis überführt worden zu sein, denn ich muss gestehen, dass mir die kryptische Bedeutung von Wörtern, die in der „Szene“ eine andere zu sein scheint als in der Alltagssprache, bislang gänzlich unbekannt war.
    Ich habe allerdings davon gehört, dass in früheren Zeiten, als die Nichtsesshaften noch nicht sesshaft waren, zum Beispiel vor dem Eingang meines Supermarktes, diese untereinander eine sog. Gaunersprache oder ein Rotwelsch pflegten, welches solchen Bodenständigen wie mir unverständlich war und sein sollte, aber dass nunmehr solche Gaunersprache gar in Kreisen der Halbwelt des Geldes und der (Alkohol-) Drogen gepflegt wird: Wo soll denn das alles noch enden?
    Dabei hatte ich mich so gefreut, Bronski einmal bei den üblichen Gepflogenheiten seiner Kollegen zu erwischen, die, mit Karl Kraus zu sprechen, zu meinen scheinen, sie beherrschten die deutsche Sprache, ohne dass diese jedoch geneigt ist, sich von ihnen beherrschen zu lassen.
    Eines der Beispiele ist der Satz im aktuellen, ungeheuer demokratiefördernden Spiel: „Ihre Meinung ist gefragt“, wo man nämlich jenseits von leidigen Parlamentswahlen oder ähnlichen Langweiligkeiten endlich einmal marktgültig sein „Votum“ dazu abgeben kann, wer wirklich Bundeskanzlerin oder Fußballmeister werden soll. Der Satz lautet: „Die SPD soll acht Ministerien erhalten, die CDU sechs (…) Halten Sie das für das Wahlergebnis angemessen?“ Wenn ich dazu nachfrage: „Halten sie diesen Satz sprachlich richtig?“, verstehen die Herrschaften das vermutlich gar nicht, und vielleicht sollte man hier einmal einen Blog – oder wie das heißt, welches Wort ich nun wiederum eigentlich nicht verstehe – zu den sprachlichen Fehlern und Ungereimtheiten in der FR eröffnen, aber, wie gesagt, das Fass wäre ein wenig groß, und ich heiße eben auch nicht Bronski, und deshalb steht mir der Anstich von Fässern oder Fehlern hier eigentlich gar nicht zu.

  4. @ Henrich Ebbers:

    Sie sind mir ja schon ein Weilchen bekannt als jemand, der sehr genau hinsieht. Gedankt sei Ihnen dafür! Ich habe bereits mit den Kolleginnen und Kollegen gesprochen, und wir haben beschlossen, unsere Fehler ein bisschen besser zu verstecken. Mal sehen, ob die Kolleginnen und Kollegen sich dran halten. Das würde ich nicht zuletzt angesichts des Wahlergebnisses begrüßen. Was zugleich heißt: Das Fass ist bereits auf! Bedienen Sie sich.

    „Blog“ ist eine Verkürzung aus „Weblog“. Wenn Sie dies „Web-Log“ lesen, müsste sich die Bedeutung erhellen.

    Auch das Wort klamm übrigens ist in seiner Bedeutungstiefe noch längst nicht ausgelotet.

  5. Darf ich anbieten:

    DUDEN Etymologie der deutschen Sprache, 2. Auflage von 1989:
    > klamm „knapp (an Geld); erstarrt, steif (vor Kälte); feucht (von der Wäsche): das vorwiegend in Norddeutschland gebräuchliche Adjektiv (mhd., mnd. klam „eng; dicht zusammengepreßt; gediegen, lauter; knapp, spärlich“) gehört zu der Sippe von klemmen.

  6. also, was ich noch hatte sagen wollen: ich weiß nicht, Bronski, wie Sie das machen, mit “ Nein, das Glas Sekt bleibt zu!“ Aber für die sprachliche Hilfe 😉 dürfen Sie’s zulassen bis es mich auch mal in die Redaktion verschlägt… (könnte allerdings dauern, da ich im Lande des klamms lebe)
    🙂

  7. @ herrn ebbers

    sehr schön, dass sie von solchen sprachlichen gegebenheiten nichts wissen sollten! da sehen sie mal wie lange es gedauert hat, bis sie sich von der erziehung ihrer eltern befreien konnten.
    schön auch, dass bronski sich wieder äussert, besonders schön, dass er die von herrn ebbers geschilderten vorgänge als fehler bezeichnet. angesprochene umfragen halte ich nämlich durchaus für schwachsinnig, weil politisch völlig undurchdacht, insofern wäre nämlich zum beipsiel die wahlmöglichkeit bei einer möglichen kanzlerIn die alternative renate schmidt auch nicht schlecht gewesen und wenn´s (salopp genug bronski?) auch dazu gedient hätte den haufen gedanklich etwas durcheinander zu wirbeln mit ihrem taktieren und dem versuch die medien gleichzurichten. in diesem sinne stellt sich natürlich auch die FR in die unsägliche tradition der webumfragen alá „perspektive deutschland“ bei denen alleine schon duch die frage stellung klar ist in welche ricjtung man gehen soll. direkte demokratie, die ja da offenichtlich geprobt werden soll funktioniert halt nicht im multiple choice verfahren.
    ach ja und vielen dank @ frettchen, für die qualifizierte lexikonauskunft, leider fehlt hier der hinweis auf den eingeschränkten gebrauch, da ja herr ebbers das wort offensichtlich nicht kannte.
    im übrigen muss ich bei verschlossenen gläsern immer an die senfgläser im supermarkt denken, was natürlich darauf hindeuten könnte, dass herr ebbers womöglich der chefredakteur ist, wir befinden uns hier schliesslich im internet *grins
    desweiteren möge man mir hier den ein oder anderen tipfehler verzeihen, vielleicht sieht´s ja der ein oder andere als geistige anregung so nach dem motto „frei assoziatives lesen“ ;-))

  8. @ ka_neu:

    FRei assoziativ lässt sich bei geschlossenen Gläsern noch an so manches denken – z.b. an das oben schon bezeichnete Marmeladenglas. Warum Sie ausgerechnet an Senf denken … Wenigstens an scharfen Senf?

    @ FRettchen:

    Haben Sie nicht auch manchmal das Bedürfnis, das Glas einfach zuzulassen? Wenn es schon kein Sektglas sein soll – Sekt ist ja nicht jederfraus Sache -, dann nehmen wir eben ein Grappaglas. Besser? Bliebe dies zu, ließe sich nicht daraus trinken, und alle Welt wäre zufrieden. Es wird sowieso zu viel getrunken. Da wäre es doch eine angemessene Lösung, wenn nur noch Gläser verkauft würden, die geschlossen sind. Dann hätte Wowis Projekt auch Aussicht auf Erfolg

  9. @ bronski
    nicht schlecht, diesmal zwar, das verschiedene @ in einem post, dafür aber die zwei fragen in einem satz. diese ungeduld, tut mir leid, ist völlig unnötig und darf nicht mit einer antwort belohnt werden, denn vielleicht hätte sich ja ihre zweite frage an mich erübrigt, wenn sie mir die chance gegeben hätten erst einmal auf die erste zu antworten, da sie aber offensichtlich mich beschäftigen wollen (motto gehirnjogging für die leser??!), lehne ich dankend ab.
    mit freundlichen grüssen

    karsten neumann

  10. Offenbar ist dem Standardwerk der deutschen Rechtschreibung (zumindest in der Online-Ausgabe) die weitläufige Bedeutung des Wortes „klamm“ [(feucht; steif [vor Kälte]); klamme Finger] abhanden gekommen.

    Jedoch dünkt mir, den Begriff in oben erwähnter Bedeutung auch in diversen zwielichtigen Unterweltgesprächen aufgeschnappt zu haben. Was ich denn in solchen Kreisen verloren habe? Nun, während sich die feinen Herren mit geöffneten Perlwein-Gläsern zuprosten, wird dort bereits an Plänen geschmiedet, Gläser weltweit für immer hermetisch zu verplomben – zugunsten der guten alten Flaschentrinker.

    Deswegen schäme ich mich auch keinen Deut, wenn ich jetzt sage: ich hole mir jetzt erstmal eine Flasche Pommes-Frites! Palim-Palim.

    have a nice day,
    Daniel

  11. Tja… als Kind der 80er ist man (wohl oder übel) damit aufgewachsen… aber ein Lichtblick gab es auch da ab und an 😉

    have a nice day,
    Daniel

  12. Folgendes Gedicht sandte mir der Leser Hans-Jürgen Schulz heute als Reaktion auf den FR-Artikel „Nachrichtenekel„.

    Nachrichtenekel

    Es erinnert an das schöne Spiel der Stillen Post
    wir spielten es als Kinder meist mit großem Jux
    So ist`s mit Nachrichten vor allem wenn`s nicht`s kost
    Doch dabei fängt sie an die fallmedeite Krux

    Wir hören oder lesen in allen Medien worum geht es
    Die Nachricht gleich wird sie zur neuen Sensation
    verteilt sich rasend schnell doch nicht per Pedes
    In der Politik dann vielfältig meist per Mikrophon

    Und am Ende fragt sich darauf Jeder, worum geht es wohl
    Ja ganz einfach und er wird es auch mit Müh begreifen
    Dass der vermeintlich übergroße Eklat im Innern ist ganz hohl
    Es dauert meist, die Erkenntnis muss wie gewohnt erst reifen

    So hohl wie unser Universum uns bei Nacht erscheint
    Auch dort kann Jeder sehn, was er da sieht und glaubt
    Ob Professor oder auch ein Bürger was er dabei meint
    Sogar dass eine Galaxie der andern ihre Masse raubt

    Darüber bin ich man meint es kaum doch nicht frustriert
    Egal von wem und warum ein Star ein Kind bekommt
    Über allem bin ich darüber wie die Queen sehr amüsiert
    Ich hoff, dass alle beim Lesen meinen, sein Bild ist gekonnt

  13. Zu den vorstehenden „Txten“; vor allem dem „Glasaufmachen“:

    Voll Interesse habe ich mit Geduld gelesen
    das offene Glas ist vermutlich zu gewesen

    Ob der Inhalt nun ist Senf oder Marmelade
    oder eventuell beim Friseur klebrige Pomade

    Jedenfalls nur offen ist Genaues zu erkennen
    dass richtig ist was Etiketten uns benennen

    Doch dies nur mancher kann auch sehn trotz gutem Wille
    hat er auf seiner Nase um präzises auszumachen eine Brille

    Hier zeigt sich nun auch ohne sich miteinander zu wetzen
    Man kann auch, wir haben es erkannt doch Glas aufsetzen

    Früher tat dies auch so mancher den man nannte böse Gockel
    er setzt Glas statt auf die Nase direkt in`s Auge ein Monockel

  14. Selbstkritik zu meinem vorstehenden Text.

    Selbstverständlich steht der Gockel
    hierbei nicht auf ehernem Sockel

    Deshalb ist aus Spaß das Monokel mir Missraten
    lasst ihn euch schmecken den Gockel als Braten

    Hans-Jürgen Schulz

  15. Hab auch mal gedichtet:

    Das Dings

    Es ging einher,
    den Schritt so schwer,
    der Herr von Links
    mit einem Dings,
    dass ich nicht zu benennen weiß.

    Von rechts kam glatt
    ein Herr von Platt
    und prallte auf
    den Linken drauf;
    war wohl zu knapp, der Wendekreis.

    Von Links, nicht faul,
    haut ihm aufs Maul.
    Von Platt, nicht schlapp,
    haut lieber ab,
    die Hos‘ randvoll, Gesicht von Schweiß.

    Wer darauf fragt,
    was uns das sagt,
    auch weil das Dings
    des Herrn von Links
    nicht näher mehr zur Sprache kam,

    Der hat kapiert,
    das hier fundiert
    kein Gegenstand
    Besprechung fand.
    Von Links war wohl mit Platt zu zahm.

  16. Es ist sehr nett, dass Sie mich fragen, wie ich es find
    Ich find es gut, fand es auch so schnell; freu mich wie ein Kind

    Es ist doch schön aus welchem Grund auch immer
    selbst wenn man ist allein mit sich in einem Zimmer

    Es schärft den Geist und auch das schreiben, das ist nett
    und ist man mutig, stellt man`s ins ach so fremde Internet

    Man kann sich so die Zeit vertreiben
    auch manchem etwas unter die Nase reiben

    Und begreift dabei leicht auch noch Satiere
    Egal ob geistreich oder doch nur so beim Biere

    Es sollte auch humorvoll sein gar lustig und nicht platt
    wobei ich fast beim Thema bin, das Sie zuvor bewogen hat

    Mir fehlt nun noch den Richtungsschwenk auf links zu machen
    dieses ist für mich nicht schwer, dort bin ich schon, nicht lachen

    Ich will nun enden und find es gut
    dass ich zum schreiben fand den Mut

  17. @ka_neu
    Danke für das Kompliment, aber wäre ich der Chefredakteur, würden die „Votings“ verboten.
    Sie sind nämlich nicht nur überflüssig, sondern anti-aufklärerisch, indem sie den Unterschied zwischen aktiver demokratischer Teilhabe am politischen Entscheidungsprozess und bloßer Meinungsäußerung verwischen und suggerieren, man könne hier auf irgend etwas irgendeinen Einfluss nehmen oder, schlimmer, auch eine Wahl sei ein solches „Voting“. Ich habe in einem Forum mit jungen Leuten diskutiert, denen der Unterschied zwischen einer parlamentarischen Wahl und einer demoskopischen Erhebung nicht einsichtig zu machen war.
    Ich habe dies seinerzeit den verantwortlichen Redakteuren zu bedenken gegeben mit dem Kommentar, dass ich eine solche Focus-Manier der FR für unwürdig hielte und bekam die Antwort, es handle sich hier nicht um die Rubrik Aufklärung, sondern um Spiel und Spaß. Die Antwort auf meine Frage, welchen Spaßfaktor es haben solle, umstandslos darüber anzustimmen, ob z.B. Folter bzw. ihre Androhung erlaubt sein solle oder nicht, blieb man mir allerdings schuldig.
    Vielleicht bekommen die Online-Redakteure es ja doch noch einmal hin, ihren Voting-Spaß auf solche substanziellen Fragen zu beschränken, wer denn, bitteschön, Fußballmeister werden solle.
    Grüße
    Heinrich Ebbers

  18. @ heinrich ebbers

    na endlich scheint sich hier auch nur ein annähernder „geistesgenosse“ herumzutreiben. mal abgesehen, dass ich nicht weiss, von welcher sportart sie sprechen, ist der tenor, dass auch die FR manchmal keine ahnung von aufklärung hat nur zu bekräftigen. dass es sich um spiel UND spass handelt, vage ich zu bezweifeln, denn entweder ist etwas spiel oder spass. deswegen haben sie wahrscheinlich auch keine antwort der online-redaktion bekommen. oder um es mit einem türkischen sprichwort zu sagen:
    Sabir acidir, meyvesi tatlidir – Geduld ist bitter, ihre Früchte sind süß.
    mit freundlichen grüssen
    karsten neumann

  19. Vermisstes Leser-Schreiber-Echo oder erfolgte Sättigung?

    Wo sind sie heut im Forum die Kommentare
    Ist sind sie, wenn sie sind nur Reaktionsware

    Es steht doch vieles heute in der Rundschau drin
    Da reckt hervor Franz-Josef Jung sein Verteidigunskinn

    und fordert noch nicht im Amt schon frank und frei
    dass eine Jede und ein Jeder bereit zur Dienstpflicht sei

    Es droht der Koalition Streit schon vor der Ehe
    Man hört schon lautes Politgeschrei; Oh wehe

    Es grollt der Rüttgers wie einst Cherusker seiner Angie
    So wenig Wetfalenminister gab`s in diesem Land noch nie

    Auch Münte will nicht alle giftgen Kröten schlucken
    sollen doch die schwarzgelben Unionisten böse gucken

    So braucht man nur die Augen aufzumachen
    beim letzten Wort hört man Satire lachen

    Denn es ist doch sicher paradox zu lesen
    ist das Auge nun offen oder zu gewesen

    Ob also Spiel oder Ernst im Leben
    ein Jeder soll sein Bestes geben

  20. Und was ich eben noch vergessen habe
    Man wieder sich am Leitbild labe

    Denn dieses schlug uns nun bekannt Herr Lamert vor
    Ihm lieh zuständig für Kultur zuvor die Angie ihr Ohr

    Als er nun wurde Bundes – Parlamentspräsident
    er nun dem Ehemaligen dem Friedrich Merz nachrennt

    So ist es nun uns allen bekannt im Leben
    dies folgt hat Einem Gott ein Amt gegeben

    Dass weiß doch jedes Kind im Land
    kriegt er ein Amt gibt Gott Verstand

    Dem wollen wir auch gern vertrauen
    bevor wir tiefe Gräben aufbauen

    Schon wieder endet paradox mein Gedicht
    denn tiefe Gräben „aufbaut“ man nicht

  21. Nochen Gedicht:

    Was kann uns morgens mehr noch schocken
    als der Bericht vom Koalitionsverhandlungshocken

    Jetzt soll es um die Rente gehn
    Keiner wird eine Erhöhung sehn

    Im Gegenteil man will sie längerfristig senken
    So sagen alle die radikal kapitalistisch denken

    Es sollen alle Bürger nun privat vorsorgen
    Bloß wovon, soll man dafür Geld nun borgen

    Muss einer der sich täglich plagen tut
    Jetzt sammeln gehen mit dem Hut

    So hart kann sie sein die Wirklichkeit
    Hat man ne Kanzlerin mit Hosenkleid

    Das ist schon wieder lustig paradox
    laut Zeitung gibt es wieder Fix und Fox

    Dies waren Comics meiner Jugendzeit
    Die liegt lang zurück weit, weit, ach so weit

    Ich find es herrlich dieses hier zu schreiben
    Die FR mög`s Forum noch lang betreiben

  22. Der österreichische Kaiser Franz Joseph besuchte einmal eine Kleinstadt, deren Bürger sehr in Aufregung waren ob des Protokolls für einen so hohen Gast. Ein Metzger, stadtbekannt als Hobby- und Gelegenheitsdichter, bekam den Auftrag, ein kurzes Gedicht zu kreieren für ein Spruchband, das den in seiner Kutsche anreisenden Kaiser am Eingang der Stadt begrüßen sollte. Dieser las nun bei seiner Ankunft die Verse:

    „Was der Presssack unter den Würsten, das bist du, Franz-Joseph, unter den Fürsten!“.

    Der Kaiser, verblüfft, fragte die am Stadttor zu seinem Empfang versammelten Honoratioren, wer um alles in der Welt solches gedichtet habe, worauf er die stolze Antwort erhielt, das Gedicht stamme von einem begnadeten Stadtbewohner, einem Metzger und Dichter.
    Der Kaiser, daraufhin, ließ unter das Spruchband ein weiteres aufhängen mit dem Spruch:

    „Was der Podex unter den Gesichtern, das bist du, Metzger, unter den Dichtern!“

  23. @ Bronski

    Werter Herr Bronski,
    Gibt es nun den Blog „FR-Redakteure und die deutsche Grammatik“, und wenn ja, wo, oder wollen sie ihn nicht einrichten, und wenn ja, wann?
    Sobald der zu beschreibende Sachverhalt philosphisch komplizierter ist, als dass er sich in gewohnter Satzform, wie „Irakischer Ex-Diktator gefasst!“ beschreiben ließe, sind FR-Redakteure (oder sind es die Volontäre von dpa?) hoffnungslos überfordert, wie in folgendem Beispiel, wo auf vertrackte Weise Subjekt und Objekt der Aussage ein und dieselbe Person sind:

    „Entführter Anwalt aus Saddam-Prozess ermordet aufgefunden
    (..) Saddam Hussein hatte sich zu Beginn des Verfahrens als irakischer Staatschef bezeichnet und sich für nicht schuldig erklärt.“
    Es müsste doch wohl heißen: Er hat sich als irakischen (Akk.) Staatschef bezeichnet, oder?

  24. Zitat Hans-JürgenSchulz:
    „Ich find es herrlich dieses hier zu schreiben
    Die FR mög`s Forum noch lang betreiben“

    Erscheint mir auch so ein Problem zu sein: Schimpft sich Blog, wird als Forum genutzt und wohl auch so gesehen.

  25. 1. Hans-Jürgen Schulz für Herrn Ebbers

    Lustig und auch listig Ebbers Zeilen
    Freut mich dass Sie bei meinen verweilen

    Doch denke ein Podex dient zum Sitzen
    Bei Ihnen aber vorlaute Gedanken blitzen

    2. zu Feuilleton und Wirtschaft:

    Ich glaube zwar nicht, dass Harry Nutt im Feuilleton Seite 15 in
    Times Mager; „Leiten“ mein vorstehendes Gedicht mit dem auch von ihm gewählten Thema gelesen hatte, aber ich glaube er hat auch deren Realsatire erkannt. Nämlich wie Leitkultur bei Lamert seines Zeichens nun Bundestagspräsident wieder von ihm in den Mittelpunkt gerückt wird ist schon seltsam. Auch wie der Hesse Jung designierter Verteidigungsminister, plötzlich die allgemeine Dienstpflicht entdeckt, hat satirische Züge.
    Ein zweiter allerdings äußerst bedauerlicher Fall von Realsatire ist der Unfall eines Dachdeckers, der auf doch seltsame Weise versucht hatte mit seinem – ich vermute mal einem normalen Körpergewicht – ca. 250 kg Dachziegeln vom Dach eines fünf-stöckigen Hauses herab zulassen. Was ihm dann beklagenswert einen Schädelbruch und sonstige Verletzungen einbrachte. Nur mit einem bestenfalls satirischem Humor kann man seinen dann folgenden und abgedruckten Unfallhergangsbericht an die Unfall-
    versicherung lesen. -Wirtschaft- Seite 28; „Autsch“; von Fechtner

    Ich kann nur „sagen“ Bravo rür beides!

  26. @Silvio: Dass das Blog als Forum genutzt wird, ist doch den Usern geschuldet, nicht den Organisatoren… und dass ein Blog immer zum Forum mutiert, wenn sich eine Diskussion entspinnt – ist das schlimm? Oder vielmehr nicht auch wünschenswert?

  27. @ebbers:

    Komisch, in dem Artikel „Entführter Anwalt aus Saddam-Prozess ermordet aufgefunden“ finde ich den Passus

    „(..) Saddam Hussein hatte sich zu Beginn des Verfahrens als irakischer Staatschef bezeichnet und sich für nicht schuldig erklärt.“

    gar nicht.

    ???

  28. @ Silvio:

    Ich wüsste ebenfalls nicht, was denn dagegen spricht. Hans-Jürgen Schulz ist übrigens ein etwas älterer FR-Leser, der die Unterschiede zwischen Foren- und Blog-Software vermutlich nicht kennt. Er benutzte das Wort „Forum“ oben daher vermutlich im landläufigen Sinn. In diesem Sinn ist ein Blog immer ein Forum: Man geht da hin, um sich auszutauschen

  29. @bechtje
    ich auch nicht. Der Artikel wurde um 14:51:14 Uhr verfasst, und dann wird die vorangehende Notiz aus „letzte Nachrichten“, in welcher der Satz stand, wohl herausgenommen.

  30. @ebbers:
    bechtie ist der Name, gelle — und nicht bechtje … weiß gar nicht, warum so viele Leute vom „i“ aufs „j“ rutschen – oder hätte denn der Fehler gar Methode.
    Wie auch immer: Wenn Sie die genannte Meldung den „Letzten Meldungen“ entnommen haben (und so verstehe ich Ihren jüngsten Kommentar hier im Blog), dann dürfen Sie insoweit nicht die FR-Redaktion in die Verantwortung nehmen, als dass diese Meldungen direkt von dpa geliefert und in den Nachrichtenticker (sprich: „Letzte Meldungen“) eingespeist werden. Die bearbeitet kein FR-Redakteur – und kann es auch gar nicht.

    Sehr wohl aber wurde der Artikel gleicher Überschrift, den Sie derzeit auf der Startseite an dritter Stelle in der mittleren Spalte finden, von der Redaktion bearbeitet – und darin findet sich der von Ihnen kritisierte Passus eben nicht…

  31. @bechtie
    sorry, da habe ich mich in der invertierten Kursivschrift verlesen. Mein Name ist Heinrich Ebbers.
    Was soll die Beckmesserei? Ich schrieb oben: „…sind FR-Redakteure (oder sind es die Volontäre von dpa?) hoffnungslos überfordert“.

  32. Politsatire:

    Ein Mäuschen beim Großkoalitionssondierungsgespräch?

    Münte: Glück Auf; im Osten geht die Sonne auf!
    Merkel: Guten Tag; wir im Osten..;
    Stoiber unterbricht..äh, wir Bayern;
    Merkel fährt fort: Vor allem wir Frauen..
    Stoiber wi(e)der: äh, das Europaforsch…äh..
    Merkel weiter: Bitte Herr Ministerpräsident Stoiber nun lassen
    Sie mich doch auch mal, ich habe Sie in 2002
    auch gelassen. Wir sollten die großartige Idee
    der Gesundheitsprämie nicht…
    Stoiber erregt: ..äh.., da macht Horst Seehofer nicht mit und..
    Münte nun ungeduldig: Wir Sauerländer sind froh, dass unsere
    neue Kanzlerin gut zu uns passt, da sie
    oft säuerlich drein schaut.
    Nun Schröder: Münte schleim nicht so! Ha,Ha, Ha; Unsere liebe
    Wahlverliererin, die absolut nicht regieren kann,
    sollte doch endlich begreifen, dass nur Acker vom
    TUS Talle, also ich, das Land führen kann. Da hilft
    auch nicht, dass sie russisch sprechen kann. Putin
    spricht gut deutsch und mir hat bei den Genossen
    mein englisch auch nichts geholfen!
    Ehrfürchtig hängen bei Nochkanzler Schröder Ausführungen die lauschenden „Voll- und die Leichtmatrosin“ demütig blickend an
    den Lippen des grandiosen „Politfußballers“ der so gern die WM
    in 2006 mit Beckenbauer und Schily eröffnen wollte. usw. usw.!

  33. Anmerkung zu Seitenblicke FR 24.10.05, Seite 8 „Die Woche„: Eine sehr gute Idee mit der „Auszeichnung“ der 43. Woche zur nationalen Spendenwoche! Wobei ich den am Ende der Kolumne gemachten Vorschlag vom Kolumnisten Albrecht-Heider lustig satirisch finde, politische Entscheidungen auf ihre Durchsetzung zu testen, sodass Politiker mit der Spendenbüchse in der Hand unter den Linden, dann erst je nach Spendenhöhe ihr Votum für oder wider vorbereiten. Ob dies eine bessere Methode ist als die der bei der letzten Bundestagswahlen dermaßen auf die Nase gefallenen Demoskopen ist, müsste aber erst noch hinterfragt werden. Sicher würde ein „Spender“ mit seinem Obulus für die politischche Äußerung vermutlich „ehrlicher“ antworten, als wenn er nur seine Meinung kund gibt. Nur wie das Beispiel „eingangs“ in Hamburg zeigt, würden dann Kapitalkräftige für sie günstige Entscheidungen „kaufen“ können und wir wären dann wieder in der alten „Ständedemokratie“, wo je nach Wirtschaftskraft und Herkunft unterschiedliche Stimmwertigkeit entscheidend war. Ob dies in unserer heutigen Staatsform auch der Fall ist, wird zwar von Skeptikern vermutet und oft behauptet, kann aber zumindest mit demokratische erreichbarer Mehrheit abgeschwächt werden.

    Nun noch etwas zu Blog: Auf der Suche nach Definition kamen mir verschieden Deutungen in den Sinn; Weblog Abkürzung für: W-elch e-legante b-eliebige l-ässige o-hrgängige G-eneralisierung. Nun Blog das unbekannte Geschlecht; für mich sächlich; Der Kommentar, die Diskussion! Blog Abkürzung für: B-in l-eidlich o-rdendlicher G-eneralisierer!

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