x
x
Rente
x
Hallo Frau Reiche, Herr Merz, ich glaube Sie beide wissen nicht, wovon Sie reden, wenn es um unsere Rente geht. Die Rente ist nicht irgend ein Topf, aus dem sich jeder bedienen kann. Dafür haben wir ein Leben lang gearbeitet, das sind unsere Beiträge, wir haben einbezahlt, Sie beide nicht! Sie können unsere Rente nicht kürzen, weil sie anderweitig Geld brauchen, denn sie gehört Ihnen nicht! Dann kaufen Sie halt ein paar Panzer weniger, wir brauchen keine, wir wollen keinen Krieg, und wenn Sie in irgendeiner Weise Krieg spielen wollen, dann bezahlen Sie das gefälligst aus eigener Tasche, Sie haben ja genug, aber lassen Sie Ihre Finger von unserer Rente!
Es gibt viele Möglichkeiten zu sparen. Sie könnten beispielsweise die Ministergehälter und Ihr eigenes Gehalt um die Hälfte kürzen! Frau Reiche ist Lobbyistin der Eon-Gruppe. Ich schlage vor, dass ihr Gehalt von dieser Gruppe, deren Interessen sie auch jetzt noch vertritt, bezahlt wird.
Es gibt viele Möglichkeiten zu sparen, unsere Rente ist keine davon. Sie gehört uns, nicht dem Staat. Wer keinen Cent einbezahlt hat, der sollte nicht über Kürzungen reden. Wir sind keine Kühe, die man nach Belieben melkt. Nein, Herr Bundeskanzler – wir sind das Volk!
Christa Kreß, Gelnhausen
x
x
Bei der Diskussion um die gesetzliche Rente wird als Lösung der Probleme die Stärkung der privaten Vorsorge einschließlich der Förderung betrieblicher Altersvorsorge und ein stärkeres Setzen auf die Kapitalmärkte diskutiert. Dabei wird häufig die Belastung der „aktiven“ Bevölkerung, die sich mit einer Begrenzung der gesetzlichen Rentenversicherung reduzieren lasse, als Grund genannt.
Hinter der scheinbaren Logik dieser Argumente wird aber vergessen, dass unabhängig von der Organisationsform der Altersvorsorge immer die „aktive“ Generation die „passive“ finanzieren muss. Die Aktiven produzieren die Güter, die die Passiven verbrauchen. Eine Verschiebung der Lasten von der gesetzlichen zur privaten Vorsorge ist daher bei genauer Betrachtung eine Belastung der Menschen, die eine private Vorsorge nicht bezahlen können, zu Gunsten derjenigen, die ohnehin schon über mehr Ressourcen verfügen.
Es wäre also sinnvoll, sich die finanzielle Situation der passiven Bevölkerung einmal anzuschauen und über Umverteilung innerhalb dieser Gruppe nachzudenken. Ich bin als ehemaliger „höherer“ Beamter eher bei den Privilegierten und frage mich, ob die Generation, die viele Lasten nicht mehr tragen muss, nicht in der Lage ist zur Lösung der Generationenfrage beizutragen.
Peter Mauer, Kelkheim
x
x
Es gibt viele schöne Worte, aber wenige Ergebnisse. Nach dem Bruch der Ampel-Koalition ist kein Wunder geschehen und die Lage hat sich weiter verschlechtert. Statt der versprochenen Reformen haben die Deutschen bisher nur Wirtschafts- und Industriekrisen erlebt. Die wenigen positiven Maßnahmen, die die Regierung umsetzen konnte, wie etwa Entlastungen, verblassen im Vergleich zu den sich anhäufenden Problemen und Einschränkungen. Infolgedessen gilt der Kanzler als einer der schlechtesten Politiker Europas und seine Partei ist in den Meinungsumfragen noch weiter abgestürzt.
Versuche, im Jahr wichtiger Landtagswahlen allein durch ein Ultimatum der Europäischen Kommission politische Punkte zu sammeln, sind zum Scheitern verurteilt. Merz wird es wohl kaum gelingen, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen, ohne die versprochenen Reformen umzusetzen. Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sind für die Regierungskoalition zu einem Problem geworden. Die Bundesländer, in denen ebenfalls Wahlen anstehen, sollten sich daran ein Beispiel nehmen.
Tobias Fehling, Halle