Muss der Mohr gehen?

Die einen halten es für eine Frankfurter Posse, die anderen bemühen sich um eine Sprache, die so weit wie möglich frei von Rassismen sein soll: Die Kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) fordert die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung auf, sich dafür einzusetzen, dass rassistische Bezeichnungen und Logos „aus dem Stadtbild Frankfurts verschwinden“. Konkret meint sie die „Mohren-Apotheke“ im Stadtteil Eschersheim und die „Zeil-Apotheke zum Mohren“ nahe der Konstablerwache. Die Debatte, die schon zum Ende des „Negerkusses“ geführt hat, ist also noch nicht zu Ende.

Wie viel Rassismus birgt der Begriff des „Mohren“? Zur groben Orientierung hilft in solchen Fragen immer Wikipedia. Der Artikel arbeitet die Entstehung des Begriffs aus „Mauretaniern“ bzw. „Mauren“ heraus (siehe dazu unten auch den Leserbrief von Klaus Boll) und stellt fest, dass eine rassistische Komponente am Ende des Mittelalters hinzukam: Ab dem 16. Jahrhundert habe „Mohr“ ausschließlich als Synonym für „Neger“ gegolten. Es gibt allerdings auch den Eigennamen Mohr, der nicht immer eine ethnische, sondern häufig auch eine geographische Zuschreibung bedeute, nämlich von „Moor“. Unzweifelhaft handelt es sich um ein ambivalentes Wort, das aus unserem heutigen Sprachgebrauch so gut wie verschwunden ist, aber trotzdem dazu taugt, im Sinne rassistischer und diskriminierender Stereotype verwendet zu werden. Und wo Ambivalenzen auftreten, sollte man, meine ich, für Klarheit sorgen: Wie ist das Wort gemeint?

MohrenDarum ist es gut, dass es diese Debatte jetzt gibt, auch wenn andere Probleme vielleicht dringender erscheinen. Dieser Meinung von FR-Redakteurin Marie-Sophie Adeoso, die sie in ihrem Kommentar „Streit um ‚Mohren-Apotheke‘ muss sein“ vertritt, schließe ich mich an. Wenn Menschen sich von einem Wort wie „Mohr“ verletzt fühlen, sollte man dies ernst nehmen. Das heißt jedoch nicht, dass sie am Ende auch Recht haben. Viele Wörter der deutschen Sprache haben mehrere Bedeutungen, sind also ambivalent, und in der Regel sind wir Menschen, die sie gebrauchen, dazu in der Lage, diese Ambivalenz auszuhalten.

Es kommt noch etwas hinzu: Anders als beim „Negerkuss“ handelt es sich bei der „Mohren-Apotheke“ um einen Eigennamen. Natürlich kann man Namen ändern, und vermutlich wäre die Kundschaft dieser Apotheke in Frankfurt weiterhin zufrieden, wenn sie nicht mehr „Mohren-Apotheke“, sondern vielleicht nur noch „Apotheke an der Konstablerwache“ oder ähnlich heißen würde. Für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens dürfte eine Umbenennung belanglos sein. Allerdings ist sie mit erheblichem organisatorischem Aufwand verbunden. Es handelt sich um den Namen von juristischen Personen, nicht von öffentlichen Institutionen. Und wenn es sich um den Namen einer menschlichen Person handelte? Am FR-Projekt „Ankunft nach Flucht“ hat, um nur ein Beispiel zu nennen, ein FR-Leser namens Konrad Mohrmann teilgenommen. Soll der sich auch umbenennen?

Die Frage ist: Wen können Eigennamen diskriminieren? Vorwiegend doch wohl die- oder denjenigen, die oder der diesen Namen trägt, nicht wahr? Denn sie und niemand sonst werden von diesen Namen bezeichnet. Also sind einzig die Träger dieser Namen dazu berufen, zu entscheiden, ob sie sich von ihrem Namen diskriminiert fühlen oder nicht. Mein Vorschlag wäre daher: Liebe „Mohren-Apotheken“ dieses Landes – es gibt ja noch mehr als nur die zwei in Frankfurt -, behaltet eure Namen. Bringt vielleicht eine Tafel neben Eurem Eingang an, klärt über die Historie Eures Namens auf und distanziert Euch klar von Rassismus und Diskriminierung. Das sollte reichen. Den Rest an Ambivalenz werden unsere dunkelhäutigen Zuwanderer schon aushalten, so wie sie auch lernen müssen, dass die „Leitkultur“ dieses Landes voller Ambivalenzen ist.

Balken 4Leserbriefe

Wilfried Auth aus Frankfurt meint:

„Ich halte den Wunsch der Kommunalen Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV), die Namen der Mohrenapotheken wegen rassistischer Bezeichnungen und Logos aus dem Stadtbild zu entfernen, für einen schlechten Scherz. Hat die KGV nichts Besseres zu tun? Im Aufgabenbereich der KAV gibt es doch sicher genug Möglichkeiten, Ausländern sinnvoll zu helfen. Eine solche Hilfe ist in vielen Bereichen dringend notwendig. Das Entfernen des Namens Mohrenapotheke bringt dem Ausländer mit Sicherheit nichts. Man darf sich weiterhin fragen, ob andere „Mohren“ ebenfalls aus rassistischen Gründen geändert werden sollen. Zum Beispiel „Othello, Der Mohr von Venedig“ von Shakespeare, oder Schiller mit dem Satz „Der Mohr hat seine Arbeit getan, der Mohr kann gehen“. Weitere Beispiele gibt es zur Genüge. Letztlich tragen ca. 37 000 Menschen in Deutschland den Namen „Mohr“. Lassen wir doch die Kirche im Dorf und alles beim Alten.“

Eckart Roloff aus Bonn:

„In Frankfurt sollen zwei Apotheken, die den Mohren im Namen führen, umbenannt werden, so fordert es die Kommunale Ausländervertretung; die Namen seien rassistisch. Nein, das sind sie gewiss nicht, sie sind historisch, haben also eine lange Tradition und waren nie negativ gemeint. Würden sich Apotheken sonst solche Namen geben? Es gibt Dutzende deutscher Städte mit Mohren-Apotheken (hier nur Beispiele: Aschaffenburg, Berlin, Bielefeld, Bonn, Dortmund, Erfurt, Hamburg, Heidelberg, Nürnberg, Torgau, Weißenfels, Worms). Auch viele Gasthäuser haben einen oder auch mal drei Mohren im Namen, es gibt außerdem Mohrenhäuser, -brunnen, -denkmäler, -plätze und Mohrenstraßen (an der in Berlin liegen zwei Bundesministerien). Mohren kommen ebenso in sehr vielen Tier- und Pflanzennamen vor. Sollen die auch alle umbenannt werden? Und was geschieht mit den Menschen, die mit Nachnamen Mohr heißen?
Herzliche Bitte: Schluss mit dieser Forderung, sie ist einfach nur abwegig und oberflächlich.“

Paul Martin Clotz aus Hainau:

„Ihr Artikel hat mich nachdenklich gemacht. Wohin wird die berechtigte Suche nach einer deutschen Sprache ohne Rassismus führen? Auch in meiner Familie gibt es einen Zweig mit dem alten Namen „Mohr“ – alles sehr anständige und liberale Menschen. Ein Blick ins Internet deutet an, dass es in unserm Land tausende Namensträger „Mohr“ gibt. Müssen die jetzt auch alle umbenannt werden? Ich hoffe, dass dies nicht auch noch von einer gekränkten Gruppe gefordert wird.“

Klaus Boll aus Frankfurt:

„Zuerst dachte ich beim Lesen der Überschrift an einen Karnevalsscherz. Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, kam ich zu dem Schluss, dass diejenigen Mitbürger, die sich durch die kommunale Ausländer- und Ausländerinnenvertretung (KAV) repräsentiert fühlen, mit den allgemeinen Lebensbedingungen in unserer Stadt recht zufrieden sind. Die führenden Köpfe haben offenbar genug Zeit sich über Begriffe wie „Mohren-Apotheke“ und dessen angeblich rassistischen Hintergrund zu echauffieren. Andere Probleme scheint es nicht zu geben.
Ich hoffe ein wenig zur Aufklärung und Gelassenheit beitragen zu können: Mohr kommt von Maure. Das hat nun mit Rassismus wenig zu tun und ist lediglich eine Übersetzung. Die Römer schon kannten den Begriff, der womöglich von einem nordafrikanischen Berberstamm abgeleitet wurde. Als nun die Mauren für fast 800 Jahre die iberische Halbinsel besetzten, subsumierte man unter dem Begriff nordafrikanische und arabische Stämme.
Die Apothekerin weist mit Recht auf die altehrwürdige Tradition des Begriffs Mohren-Apotheke im Zusammenhang mit der Verwendung von Arzneien aus fernen Ländern hin, denn im Mittelalter waren die Arzneien aus den arabischen Ländern hoch angesehen. Sie kamen eben auch und besonders durch die Mauren/Mohren nach Europa. Eine der Hochburgen der Medizin war dabei um das Jahr 1000 die Stadt Cordoba im südlichen Spanien. Die in arabischer Sprache aufgezeichnete medizinische Lehre beeinflusste die Ärzte des westlichen Mittelalters bis zur Zeit der Aufklärung. Der Begriff Maure/Mohr in Verbindung mit der Medizin war und ist mithin mit Achtung und Respekt denn durch Missachtung und Verachtung geprägt. Mitnichten ist er rassistisch.
Das schließt nicht aus, dass später Menschen ihn im rassistischen Sinne benutzt haben mögen. Deshalb kann man aber das Wort nicht verbieten wollen. Mit dieser Art Logik könnte man auf die Idee kommen, die gesamte deutsche Sprache zu verbieten, da sie für einige Jahre von einem rassistischen Diktator und seinen Schergen zur Propaganda missbraucht wurde. Merke: Immer erst einmal ein wenig recherchieren, bevor man mit Kanonen auf Spatzen schießt.“

 

23 Kommentare

  1. Welch ein kindischer Schwachsinn! Haben wir tatsächlich keine realen Probleme? Das wird ja immer schlimmer. Blühender Unsinn wie in den USA.

  2. Jürgen Malyssek sagt:

    Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Probleme, die wir mit dem ganz konkreten Rassismus in den Bewegungen, Aktionen und Provokationen in der Gesellschaft haben, inzwischen auf teils abstruse Schauplätze verlagert werden. Dadurch geht auch die Souveränität im Umgang mit altbelasteten Worten verloren (weil Bedeutung und Herkunft erklärbar sind). Inzwischen werden Worte in Büchern umgeschrieben (siehe Ottfried Preußler, Mark Twain u.a.), was an Zensur grenzt.
    Wir hatten das vor vielen Jahren bereits bei den Jugend-Comics schon, wo es (auch bildlich) schon etwas vulgär zuging.
    Wenn es jetzt schon an den Personennamen „Mohr“ geht, dann wird es langsam albern. Wenn ich plötzlich mit meinem Nachnamen im Rampenlicht von Kritik stehe. Soll das jetzt und in Zukunft so eine Selbstsäuberungsbewegung werden. Wenn es beispielsweise um die Sünden des Kolonialismus geht, dann würde ich mir eine andere aufklärerische Form der Wiedergutmachung wünschen.

  3. Brigitte Ernst sagt:

    @ Zu Ihrem Vorschlag, lieber Bronski: Anbringen einer Informationstafel an den entsprechenden Apotheken mit der Aufklärung über den Ursprung des Namens, der eine Huldigung an die der europäuschen Medizin im Mittelalter weit überlegene Heilkunde der damals in Spanien herrschenden Mauern beinhaltet, so wie es Klaus Boll richtig erklärt hat. Ein Grund für die Abkömmlinge dieser Ethnie, auf ihre Vorfahren stolz zu sein.

  4. Josef Ullrich sagt:

    Wenn man sonst keine Sorgen hat, kommt man auf so was. Ich stimme Herrn Auth voll zu.

  5. Werner Engelmann sagt:

    Zu den lächerlichen Aspekten dieses konkreten Falls, „political correctness“ durchsetzen zu wollen, ist hier bereits genug gesagt worden.
    Doch kann man, angesichts der nicht immer unberechtigten Kritik daran, das Problem auch allgemeiner angehen, unter dem Aspekt von Sinn bzw. Unsinn von Sprachlenkung generell.

    In Deutschland existiert keine Institution, die sich dazu legitimiert fühlen würde. Auch der Duden, der früher noch weitgehend als inoffizielle Norm galt, ist längst von einem normativen Verständnis zu bloßer Deskription übergegangen.
    Anders in Frankreich.
    Hier wird seit der französischen Klassik von der „Académie française“ – als normierende Instanz unangefochten – im Namen der „bienséance“ („Anstand“) handfeste Sprachpolitik betrieben – nicht immer zum Vorteil der französischen Sprache. Nach einem ideologischen Muster der „Sprachpflege“, die feudalem Denken einer absolutistischen Gesellschaft entsprang, wurde so die Sprache zurechtgeschnitten und „gesäubert“- ähnlich den geometrisch zurechtgestutzten Bäumen, wie sie in französischen Parks zu „bewundern“ sind.
    Ergebnis ist eine erhebliche Verarmung gegenüber der noch an Bildhaftigkeit reichen mittelfranzösischen Sprache des 15. und 16. Jahrhunderts, etwa eines François Villon, Ronsard oder Rabelais. Ob damit wirklich, wie behauptet, die berühmte „französische Klarheit“ bewirkt wurde, darüber kann gestritten werden.
    Nicht zu bezweifeln ist aber, dass solche Eingriffe in die Sprache rassistische Denkweisen in keiner Weise verhindert haben. Und was den umgangssprachlichen Gebrauch von schlüpfrigen oder gezielt diskriminierenden Ausdrücken betrifft, stehen die Franzosen den Deutschen in keiner Weise nach.

    Vor solchem Hintergrund erweist sich in solchen Versuchen, Rassismus mit den Mitteln einer Sprachpolizei beseitigen zu wollen, auch die Ignoranz in Bezug auf Wesen und Wirkung der Sprache. Wobei versucht wird, in reichlich bevormundender Weise das eigene „Sprachempfinden“ der Gemeinschaft als allgemeingültige Norm aufzuoktroyieren.
    Wen kann da verwundern, dass vorwiegend von rechtsextremer Seite massiver Widerstand gegen „political correctness“ laut wird – mit der klaren Tendenz, Hasskommentare und rassistisches Denken hoffähig zu machen? Solche Ignoranz von selbsternannten „Sprachschützern“ ist Wasser auf deren Mühlen.
    Die Bemerkung Herrn Ullrichs über den so erweckten Eindruck, dass Ausländer „keine andere Sorgen“ hätten, trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Von einem Verein, der vorgibt, „Ausländer“ zu vertreten, wohl eine sichere Methode, seriöse Arbeit mit Ausländern zu desavouieren und selbst zu Vorurteilen beizutragen.

    Selbstverständlich ist eine Auseinandersetzung mit jeder Form rassistischen Denkens und Sprechens notwendig. Dies kann aber nur in einer inhaltlichen und politischen Auseinandersetzung mit deren Vertretern selbst geschehen.

  6. Manfred Schmidt sagt:

    Bisher dachte ich, mich „haut so schnell nix vom Hocker“, aber das nun doch.
    So etwas kann man nur mit einer heute oft gebrauchten flapsigen Bemerkung „Sagt ‚mal, geht’s noch?“ kommentieren.
    Will die KAV austesten was man so an Zumutungen vorbringen kann?
    Glücklicherweise sind die Stellungnahmen hier alle eindeutig und dem ist im Grunde nichts mehr hinzuzufügen.
    Eines aber dennoch: Hier in Portugal, wo ich den überwiegenden Teil des Jahres lebe, gibt es viele Orte, Firmen, Familien usw. die alle einen Bezug zur geschichtlichen maurischen Vergangenheit im Namen führen (Casa Mourinha, Vila Moura …dos Mouros usw).
    Das was die KAV jetzt losgetreten hat würde hier von Gelächter über Unverständnis bis zur Empörung alle Befindlichkeiten bei den Menschen auslösen…..

  7. Klaus Philipp Mertens sagt:

    Der von der KAV losgetretene Streit um den Namen Mohr erinnert mich an einen Fall mit völlig anderen Vorzeichen. Der Hamburger Buchhändler Felix Jud (1899 – 1985) war weder jüdischen Glaubens noch jüdischer Herkunft. Die NS-Behörden rieten ihm mit Nachdruck dazu, seinen jüdisch klingenden Namen abzulegen, was Jud jedoch energisch ablehnte. Ja, er provozierte sogar das NS-Regime, in dem er den Faschisten ihre eigene widerliche Melodie vorspielte.

    Er dekorierte das Schaufenster seiner Buchhandlung mit einem Karton, der von einem großen Bilderrahmen gehalten wurde. Oben klebte er eine rassistische Judenkarikatur aus dem „Stürmer“ mit der Originalunterschrift „Jud bleibt Jud“ an. Darunter drei Fotos von ihm selbst, als Kleinkind, als Konfirmand und als Erwachsener. Die eigenhändige Beschriftung lautete ebenfalls „Jud bleibt Jud“. Neben dem gerahmten Karton hing ein Waschbrett, auf dem der Werbespruch „Persil bleibt Persil“ zu lesen war.

    Felix Juds Buchhandlung entwickelte sich zu einem Treffpunkt von Regimegegnern. 1943 wurde er verhaftet, 1944 in das Konzentrationslager Neuengamme verlegt, im April 1949 von dem nach Hamburg ausgewichenen Volksgerichtshof zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Mai 1945 befreiten ihn die britische Armee.

  8. Anna Weirich sagt:

    Ich freue mich, dass die Rundschau dieses Thema ausführlich aufgegriffen hat. Der Antrag der KAV an das Stadtparlament ist sehr unterstützenswert – erfreulich ist auch, dass eine Apothekerin hierfür offensichtlich empfänglich ist und das „Mohren“ (M.)-Logo von ihrer Homepage entfernt hat, auch wenn ich mich frage, warum hierfür erst ein Anstoß von außen nötig ist.

    Leider ist der Gebrauch des M. als Symbol nicht nur an Apotheken, sondern auch in offiziellen Zusammenhängen noch weit verbreitet, wie ich jüngst festgestellt habe: Zufällig bin ich neulich auf einem Stoffbeutel mit dem Stadtwappen von Unterföhring gestolpert – quer geteilt durch einen schrägen Streifen, der die Isar symbolisieren soll und rechtsoben die klischeehafte Darstellung des Kopfes eines Schwarzen Mannes mit Krone. In der Rubrik Geschichte auf der Internetseite der Stadt Unterföhring können wir nachlesen, dass dieser „auf frühere Herrschaftsverhältnisse hinweist“ und zwar insofern, als Unterföhring wie einige andere Ortschaften vom 14. bis zum 19. Jahrhundert dem Fürstentum Freising „unterworfen“ waren, welches ebenfalls eine solche Darstellung enthalten habe (was die Frage nur verschiebt – warum soll ein M. ein geeignetes Symbol für Freising sein). Die Wappenkunde redet auch vom „Freisinger M.“. Im Wappen der Stadt Freising findet sich aber inzwischen diese Darstellung nicht mehr (hier dominiert nun ein Braunbär), wohl aber in demjenigen des Landkreises.
    In Unterföhring scheint dieses Wappen mit M. für unproblematisch befunden zu werden, mehr noch: geeignetes Aushängeschild zu sein – der jährlich vergebene Kulturpreis der Gemeinde heißt „Unterföhringer M.“ und im Merkur wird am 06.10.2017 der Bürgermeister Andreas Kemmelmeyer zitiert, der „witzelt“: „Unser M. macht sich nett im Regal“. Zu den Gekürten gehören teils bekannte Kabarettisten wie Helmut Schleich, Matthias Riechling oder Wolfgang Krebs 2017.
    Auch in einigen anderen Gemeinden und Landkreisen in Baden-Württemberg und Bayern ist eine solche Darstellung im Wappen und nicht zuletzt im selbstgewählten Papstwappen von Benedikt XVI. Heraldisch erklärt wird dies z.B. auf der Internetseite des Vatikans auch in einer ansonsten ausführlichen Darstellung nur mit einem vagen Verweis auf Freising. Es werden wohl leider noch viele Initiativen gegen solche Darstellungen gebraucht!

  9. @Anna Weirich
    Die Darstellung von Mohren gibt es in deutschen und schweizerischen Wappen schon seit der Zeit der Ottonen- und Stauferkaiser im 11./12. Jahrhundert. Es gibt gute Indizien dafür, dass es sich um den heiligen Mauritius (Moritz) handelt, einen christlichen Märtyrer aus Ägypten, der zu dieser Zeit sehr verehrt wurde. Da er aus Afrika kam, wurde er von den Künstlern als dunkelhäutiger Mensch dargestellt. Eine schöne Darstellung findet man im Krämeraltar in der St. Nikolai-Kirche zu Wismar.
    Man kann wohl davon ausgehen, dass die Bischöfe dieses Bild aus Verehrung und nicht aus rassistischen Motiven in ihr Wappen aufgenommen haben.
    Das Bild zeigt erstmal nur einen dunkelhäutigen Menschen. Wenn es rassistisch sein soll, müsste das Bild notwendigerweise eine entsprechende Assoziation (dunkelhäutiger Mensch steht für dunkelhäutige Menschen, dunkelhäutige Menschen haben negative Eigenschaften) erzeugen. Es ist absurd anzunehmen, dass dies die Absicht der mittelalterlichen Künstler war.
    Wenn das Bild heute doch als rassistisch empfunden wird, dann muss diese Verbindung im Gehirn der heutigen Menschen entstehen. Anstatt mittelalterliche Kunstwerke zu entfernen, müssten diese Menschen sich vielleicht fragen, warum sie beim Anblick eines dunkelhäutigen Menschen sofort an Rassismus denken.

  10. Nikolai Krasomil sagt:

    Mich hat es sprachlos gemacht, wie solch ein unsinniger Artikel auf die erste Seite kam, während das wirklich bedrückendere Problem des Antisemitismus in der Gesellschaft, auch mit dem Aspekt des Zuzugs von Hunderttausenden Migranten aus islamischen Ländern, auf die hinteren Seiten kam. Warum lenkt die FR hier auf ein „Problem“ das Augenmerk, was für die meisten Mitbürger eher wie eine Provokation erscheint?

  11. Werner Engelmann sagt:

    @ Henning Flessner, 1. Februar 2018 um 15:18

    „Anstatt mittelalterliche Kunstwerke zu entfernen, müssten diese Menschen sich vielleicht fragen, warum sie beim Anblick eines dunkelhäutigen Menschen sofort an Rassismus denken.“

    Ich stimme Ihren Ausführungen ausdrücklich zu.
    Ihr historisches Beispiel kann durch andere ergänzt werden. So etwa durch das der Schwarzen Madonna von Tschenstochau, über die man bei Wikipedia folgenden Hinweis findet:
    „Um die Schwarze Madonna von Częstochowa ranken sich zahlreiche Legenden. So soll sie auf einem Bild basieren, das der hl. Lukas auf einem Zypressentisch der heiligen Familie gemalt haben soll. Dieses Bild soll 326 von der hl. Helena zu Konstantin dem Großen nach Konstantinopel gebracht worden sein.“
    Ein Beispiel dafür, dass es auch Ausdruck des Respekts sein kann, der sich in solchen historischen Darstellungen oder Begriffen widerspiegelt.
    Dies dürfte Beleg genug dafür sein, dass sich die Antragsteller der KAV auch in historischer als ignorant erweisen.

    Der an sich schon problematische Antrag wird durch schwer erträgliche Arroganz der Sprecherin, Frau Greiner, noch verschlimmert. So antwortet sie auf die Frage, warum es der Verein nicht einmal für nötig hielt, die mit Vorwürfen überzogenen Betroffenen vorher zu kontaktieren:
    „Das ist im parlamentarischen Betrieb nicht üblich. (…) Deswegen gab es auch keinen Anlass, das dieses Mal zu tun.“
    http://www.fr.de/frankfurt/debatte-um-mohren-apotheken-wir-afrikaner-sind-auch-teil-dieser-stadt-a-1437410
    Wie wenig es ihr um wirklichen Dialog geht, zeigt auch die manipulative Auskunft auf die Frage nach Reaktionen: „Sehr rassistische. Das sind keine Kommentare, die man als Kritik akzeptieren oder auch nur wiedergeben möchte.“
    In klarem Gegensatz zu diesen Behauptungen sind nicht nur in diesem Thread, sondern auch in den Kommentaren zu dem genannten Artikel sehr viele seriöse Einwendungen zu finden.

    Hinzuzufügen wäre, dass dieser Verein hier auch Vorgehensweisen erkennen lässt, die gerade den (nicht nur von ihm angeprangerten) Rassismus kennzeichnen: Einerseits negative Verallgemeinerung anhand rein äußerlicher Merkmale (die leicht zu hinterfragen wäre), andererseits Absolut-Setzen der eigenen (keineswegs schlüssig begründeten) Sicht und Projektion der negativen Eigenschaften auf andere.
    Mit derartigen Aktionen machen die Autoren nicht nur sich selbst unglaubwürdig, sie erweisen auch der Sache, für die sie sich einsetzen (oder dies vorgeben) einen Bärendienst.
    Diese sind auch nicht allein durch Übereifer erklärbar. Wie in Ihrem genannten Zitat richtig angemerkt, decken sie auch eigene problematische Denkweisen auf.

    Reaktionen darauf dürfen nicht Menschen überlassen bleiben, die selbst am äußersten rechten Rand angesiedelt sind. Es sollte Aufgabe von Menschen sein, die selbst des Rassismus unverdächtig sind, solchen missverstandenen „Anti-Rassismus“ in die Schranken zu weisen, bevor er noch mehr unerträgliche Gegenreaktionen provoziert.

  12. Jürgen Malyssek sagt:

    Ja zu Henning Flessner. Eben auch der letzte Satz.

  13. Bronski sagt:

    @ Nikolai Krasomil

    Ist der Artikel unsinnig oder das Thema, um das es geht? Das Thema ist auf jeden Fall eine Nachricht wert. Das muss man vielleicht nicht auf der ersten Seite (des Regionalteils) platzieren, aber man kann. Die hohe Zahl der Leserzuschriften rechtfertigt das im Nachhinein. Es geht im Kern darum, wie die deutsche Gesellschaft (in diesem Fall die Frankfurter Stadtgesellschaft) mit Rassismus umgeht. Dieses Thema – Rassismus in Gestalt von Antisemitismus – sehen Sie in der FR unterrepräsentiert. Möglicherweise haben Sie unsere vielen Texte zu diesem Thema nicht bemerkt – etwa einen Leitartikel von Christian Bommarius, über den auch hier im FR-Blog heftig diskutiert wurde, oder das Interview „Muslime sind nicht der Feind der Juden“ mit Josef Schuster. Oder kürzlich den Gastbeitrag von Shimon Stein und Moshe Zimmermann. Tatsächlich ist die FR voller Beiträge zum Thema Antisemitismus. Übrigens steht in einem Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, der von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde, dass der Antisemitismus zu mehr als 90 Prozent von rechts kommt. Das war die Erkenntnis im Jahr 2012.

    @ all

    Dieser kleine Einschub musste sein. Lassen Sie sich davon in der Debatte bitte nicht stören.

  14. Bronski sagt:

    Nachtrag zu meinem vorigen Kommentar:

    Im aktuellen Bericht des Expertenkreises (Vorsicht, das pdf-Dokument hat mehr als 300 Seiten) heißt es:

    „Die Debatte über Antisemitismus unter Muslimen ist spätestens seit dem Sommer 2015 mit der massenhaften Flucht von Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten im Mittleren Osten und aus Nordafrika in den Mittelpunkt eines öffentlichen Diskurses zu der Frage geraten, ob mit den Geflüchteten auch Antisemitismus »importiert« werde. (…) Die nach wie vor zentrale Trägergruppe, nämlich die extreme Rechte, gerät dabei manchmal etwas zu sehr aus dem Blick.“ (S. 12)

  15. Werner Engelmann sagt:

    @ Bronski, 1. Februar 2018 um 18:08

    Es ist wohl richtig, daran zu erinnern, „dass der Antisemitismus zu mehr als 90 Prozent von rechts kommt“. Und das Gleiche gilt mit Sicherheit für „Rassismus“.
    Was aber nicht den Umkehrschluss zulässt, dass Begriffe, die AUCH von Rassisten verwandt und zu ihren Zwecken missbraucht werden, per se „rassistisch“ SIND. Dass mithin Menschen, die diese Begriffe gebrauchen, sich als „Rassisten“ outen.
    Ein fundamentales Missverständnis, dem die Aktivisten der KAV aufsitzen, wenn sie sich zur selbst ernannten Sprachpolizei aufschwingen.

    Am konkreten Beispiel ausgeführt:
    Mich erinnert das Vorgehen an eine für mich peinliche Situation aus meiner Studentenzeit.
    Ich hatte für eine Studentenzeitung einen Artikel geschrieben, dabei – ohne ausreichende Recherche – den Namen eines Professors in wenig schmeichelhaftem Zusammenhang erwähnt, war dabei der Suggestion meiner eigenen vorschnellen Interpretation erlegen.
    Meinen Irrtum erkennend, machte ich mich auf den schweren Weg zu dem genannten Professor, um mich als Autor des Artikels zu bekennen und mich bei ihm zu entschuldigen.
    Der reagierte gelassen, ohne nachtragend zu sein, mich lächelnd auf Brechts Essay „5 Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“ verweisend.

    Bestürzend finde ich – um zur Aktualität zurück zu kommen -, dass die genannten Aktivisten der KAV sich noch nicht einmal ansatzweise dieser Schwierigkeiten bewusst sind, geschweige denn sich dazu aufraffen, denen (z.B. den Apothekenbesitzern) Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die sie – ohne deren Kenntnis – öffentlicher Verdächtigung ausgesetzt haben. Und die sich dabei auch noch als „Vorkämpfer gegen Rassismus“ fühlen.

    Nun also noch zwei Auszüge aus Brechts „5 Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“:
    (http://www.gleichsatz.de/b-u-t/spdk/brecht2.html)

    „2. Die Klugheit, die Wahrheit zu erkennen
    Da es schwierig ist, die Wahrheit zu schreiben, weil sie allenthalben unterdrückt wird, scheint es den meisten eine Gesinnungsfrage, ob die Wahrheit geschrieben wird oder nicht. Sie glauben, dazu ist nur Mut nötig. Sie vergessen die zweite Schwierigkeit, die der Wahrheitsfindung. (…) Außer der Gesinnung sind erwerbbare Kenntnisse nötig und erlernbare Methoden.“

    „3. Die Kunst, die Wahrheit handhabbar zu machen als eine Waffe
    Der leichtfertige Mensch, der die Wahrheit nicht weiß, drückt sich allgemein, hoch und ungenau aus. Es faselt von „den“ Deutschen, er jammert über „das“ Böse, und der Hörer weiß im besten Fall nicht was tun. Soll er beschließen, kein Deutscher zu sein? Wird die Hölle verschwinden, wenn er gut ist? (…)
    Wenn man erfolgreich die Wahrheit über schlimme Zustände schreiben will, muß man sie so schreiben, daß ihre vermeidbaren Ursachen erkannt werden können.“

  16. Anni-Anita Hesse sagt:

    Leider habe ich erst heute, (war verreist) den Bericht über die “Mohren-Apotheken” in der FR-Ausgabe v. Mittwoch, den 24.Januar 2018 gelesen. Ich muß schon sagen, dass ich sehr verärgert über diesen Verein KAV bin, jetzt von den Inhabern der Mohren-Apotheken zu verlangen, dass der Name “Mohren” entfernt wird, da Rassismus verstanden wird. Ich kann jetzt nur hoffen, dass beide Inhaber dieser Apotheken sich wehren und diesem Verein ein “Nein” präsentieren. Was bilden sich eigentlich die Mitarbeiter dieses –Vereins ein (?) hat man da nichts anderes zu tun, als Rassismus zu suchen?

  17. @Werner Engelmann
    „Es ist wohl richtig, daran zu erinnern, „dass der Antisemitismus zu mehr als 90 Prozent von rechts kommt“. Und das Gleiche gilt mit Sicherheit für „Rassismus“.“
    Ich habe im ausgehenden Semester ein historisches Seminar zum Thema «Rassenkunde und Moderne» belegt. Wir haben uns mit den Rassentheoretikern ab etwa 1850 beschäftigt.
    Es überraschte mich, zu lernen, dass die Rassentheoretiker nicht nur Rechte bzw. Konservative waren.
    Einer der beiden Väter der Eugenik bzw. Rassenhygiene in Deutschland war Wilhelm Schallmayer (1857-1919), ein demokratischer und pazifistischer Sozialist, einer der ersten Vorkämpfer für eine europäische Einigung.
    Mag der Rassismus heute in Deutschland auch mehrheitlich auf dem rechten politischen Flügel zu finden sein, macht eine linke Gesinnung leider nicht immun gegen Rassismus.

  18. Manfred Schmidt sagt:

    Hallo Herr Krasomil,
    hier muss ich Bronski beipflichten, das Thema Antisemitismus wurde hier vor einigen Wochen umfassend diskutiert.

    Ob allerdings der derzeitig zu erlebende Antisemitismus noch zu 90 % von Rechten kommt, wage ich inzwischen aufgrund der Zuwanderung aus muslimischen Ländern anzuzweifeln. Dabei verweise ich auf das ebenfalls vor wenigen Wochen geführte FR-Interview mit Prof. Abdel-Hakim Ourghi, der den in islamischen Ländern sozialisierten Muslimen einen „eingepflanzten“ Antisemitismus attestiert. Und den bringen sie leider mit in die europäischen Gesellschaften.

    Im Übrigen finde ich, dass in Deutschland gerne und voreilig die „Schublade Rassismus“ aufgezogen wird, um jemand darin zu platzieren.
    Dabei denke ich an häufig geäußertes Beklagen von Menschen mit Migrationshintergrund, wo sie in Gesprächen mit Deutschen gefragt werden wo sie denn herkämen, bzw. dass sie -so es denn der Fall ist- sehr gut deutsch sprächen. Dies wird häufig als Diskriminierung empfunden. Meiner Frau und mir passiert das ständig hier in Portugal da wir uns permanent unter die Einheimischen mischen und die Sprache des Landes passabel beherrschen. Und als Ausländer werden wir ebenfalls sofort durch Augenschein erkannt.
    Ein Gefühl von Diskriminierung oder gar erlebtem Rassismus hat sich dabei nie eingestellt. Wir leben seit fast 22 Jahren den größten Teil des Jahres in dem Land.

  19. Gerhard Sturm sagt:

    Anfang der fünfziger Jahre durften wir Dorfkinder bei einer Hausschlachtung die Fleischbrühe in Milchkännchen austragen. Für diesen Dienst wurden wir vom Empfänger mit einem Groschen belohnt. Für diesen Groschen konnten wir uns einen Moorenkopf beim Bäcker kaufen. Dank meiner schulischen Leistung im Fach Deutsch kann ich es mir immer noch erlauben das Schaumgebäck Moorenkopf zu nennen. Ich akzeptiere auch von Menschen anderer Hautfarbe (wie meine Vorfahren seit Jahrhunderten) wegen meiner Hautfarbe als Weiser Mann bezeichnet zu werden. Auch unsere bayerischen Nachbarn akzeptieren es wenn wir den Weiswurstäquator überqueren um sie zu besuchen.
    Vielleicht könnten sich die Mitglieder des KAV um den wahren Rassismus, gefördert von Politik und Wirtschaft kümmern.
    Überproduktion wird, ohne Rücksicht auf die Erzeugung in den Empfängerländern, mit Subventionen exportiert (z.B. Hähnchenteile) und das Meer vor Afrika durch EU- Fischer Leergefischt. Bodenschätze, abgebaut von Kindern und unterbezahlten Arbeitern, werden günstig importiert. Zu den Rassisten muss man auch Politiker zählen die Gelder veruntreuen und ins Ausland schaffen, dafür aber ihre Wähler im Elend belassen.

  20. Ich hörte vor kurzem die Aussage, dass wer Behinderte diskriminiert, ein Rassist sei.
    Wer lieber Werder Bremen als den HSV absteigen sieht, gilt bei Werder-Fans vermutlich auch als Rassist.
    Wikipedia definiert Rassismus wie folgt:
    „Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden.»
    Ich frage mich, ob es nicht besser wäre, man bliebe bei exakten Definitionen. Es macht die Diskussion in der Regel einfacher.
    Nur weil Fremdenfeindlichkeit dann nicht unbedingt Rassismus wäre, wird sie ja dadurch nicht weniger verwerflich.

  21. Hans Günter Thorwarth sagt:

    Da die Berichterstattung und Kommentare zum „Fall Mohr“ nicht abreißen meine Erfahrung dazu: In meiner Kindheit gab es in Nied einen Lebensmittelladen namens „Mohr“. Der Junior wurde allseits das „Mohrchen“ genannt. Sollen sich jetzt alle Bundesbürger mit diesem Namen umbenennen?
    Vor Jahren machten wir eine Reise nach Sardinien. Hier besteht die Nationalflagge aus vier Mohren „Quattro mori“. Dieses historische Symbol wird überall in allen Variationen als Souvenier verkauft. Wie ich erfuhr gibt es auch in Deutschland viele Restaurants mit dem Namen „Quattro Mori“. Sollen die sich jetzt auch alle umbenennen und plant man einen EU-Antrag dass sich die Sardinier eine neue Flagge aussuchen? Wie wärs mit „Quattro carotte“?
    Frankfurt Helau!

  22. Christa Thorwarth sagt:

    Wir haben gestern in der Auslage einer großen Supermarkt-Bäckerei Exemplare einer bereits ausgestorben geglaubten Spezie entdeckt: Das „Mohrenkopf-Brötchen“!

  23. Jürgen Malyssek sagt:

    Der Leserbrief von gestern von Wolfgang Mohr, „Nicht übertreiben!“, müsste doch als Grundlage reichen, um jetzt mal diese Diskussion einem schiedlich-friedlichen Ende zuzuführen.
    Irgendwann isses auch mal gut – zumindest mit diesem Namen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um Spam zu vermeiden, füllen Sie bitte das Captchafeld aus. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.