FR-Forum vom 5. bis 10. Juli

Alle Briefe von Leserinnen und Lesern dieser Woche im Überblick nach ihren Erscheinungstagen und: Offene Diskussion! Lesen Sie in Ruhe oder suchen Sie Ihre Zuschrift gezielt mit der Tastenkombination STRG und F sowie dem Namen als Suchbegriff. Sie finden hier:

  • eine Liste der Erscheinungstage einer Woche;
  • pdf-Dokumente von den Forum-Zeitungsseiten (klicken Sie dazu bitte auf das „eins“ bzw. „zwei“ von „Seite eins“);
  • alle Zuschriften des jeweiligen Erscheinungstags, die keiner hier im Blog laufenden Diskussion zugeordnet werden können;
  • Links zu jenen Zuschriften, die einer hier im Blog laufenden Diskussion zugeordnet wurden;
  • ganz unten das Kommentarfeld, über das Sie mitdiskutieren können.

Bitte stellen Sie ein Stichwort an den Anfang Ihres Kommentars, um anzuzeigen, welches Thema Sie ansprechen. Es gelten die Blog-Regeln – mit einer Ausnahme: Für die offenen Diskussionen ist der Teil der Regel Nr. 4 ausgesetzt, der sagt: Bleiben Sie beim Thema. Hier kann bunt diskutiert werden. Es ist keine Registrierung o.Ä. notwendig.

Im FR-Blog werden die ungekürzten Originalversionen Ihrer Zuschriften veröffentlicht.

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Forum vom 5. Juli
Leserforum 2 20190916Seite drei (mit regionalen Themen)

Einige dieser Zuschriften folgen gleich hier, siehe unten. Die anderen wurden laufenden Diskussionen im FR-Blog zugeordnet und dort als Kommentare veröffentlicht. Bitte folgen Sie den Links, die im pdf-Dokument angegeben sind.

Eine Gefahr für sich selbst und andere

Verkehrswende: „Radfahren in Frankfurt“, „Mehr Sicherheit fürs Rad“, FR-Regional vom 25. und 30. Juni

Dieser Artikel zeigt die Notwendigkeit auf, dass das Verhältnis Auto zu Fahrrad weiterhin überarbeitet werden muss. Ich fahre seit nahezu 60 Jahre mit dem Fahrrad durch Frankfurt, mit dem Auto auch schon mehr als 50 Jahre. Habe die Zeiten erlebt, als Radfahrer noch „Freiwild“ waren, Zeiten der Rücksichtnahme und in den letzten Jahren Zeiten der zunehmender Rücksichtslosigkeit, besonders der Radfahrer. Radfahrer gefährden durch ihr Verhalten nicht nur sich, sondern auch anderen, besonders Fußgänger.
Das Bild auf der Seite F3 unten hätte so nicht veröffentlicht werden dürfen. Es zeigt die Rücksichtslosigkeit eines Radfahrers. Bei Fahrt verlangt der Radfahrer den Abstand des Fahrzeuges gemäß StVO von 1,5 m in der Stadt. Hier gefährdet er nicht nur sich, hier durch besonders ein LKW, sondern setzt auch den KFZ-Führer ins Unrecht. Der Fahrer kann die gesetzlich vorgeschrieben Mindestabstand überhaupt nicht einhalten. Der Fahrer kann beim Anfahren den Radfahrer in diesem speziellen Fall in keiner Weise wahrnehmen. Ich möchte nicht der Fahrer sein, wenn es durch das Fehlverhalten des Radfahrers zu einem Unfall kommt.

Winfried Sybon, Frankfurt

Was Räder hat, muss sich die Straße teilen

Seckbach hat im Kern noch dörflichen Charakter, was zum Charme dieses Ortsteils beiträgt. Mehr als eine Aufteilung der Wilhelmshöher Straße in einen Fußgänger- und einen Fahrzeugbereich ist nicht machbar. Den Fahrzeugbereich müssen sich LKW, PKW und alle Zweiräder friedlich teilen. Damit das möglich ist, wurde die gesamte Wilhelmshöher Straße als Tempo 30 Zone ausgewiesen. Seit 2002 ist in Deutschland die Benutzungspflicht für Radwege in Tempo 30 Zonen aufgehoben.
Die Forderung nach neuen Radwegen in solchen Gebieten ist daher nicht sinnvoll und kommt wohl von Verkehrsteilnehmern, die sich erst dann auf das Rad setzen, wenn vor ihnen ein 2m breiter Streifen abmarkiert und möglichst seitlich gesichert wurde.
Leider sehe ich als passionierter 63jähriger Radfahrer und Anwohner häufig Radfahrer den ohnehin oft sehr schmalen Bürgersteig benutzen. Man kann die Radfahrer nur auffordern, sich die Straße mit den rollenden Verkehrsteilnehmern zu teilen und sich ggfs. bei engen Passagen auch zu behaupten, in dem man die Fahrbahn mittig benutzt. Zumindest wird man so gut gesehen, was das wichtigste Element der Verkehrssicherheit darstellt. Dem Fazit der FR, daß Seckbach zu den fahrradunfreundlichsten Stadtteilen zählt, kann ich mich nicht anschließen. Lediglich der Kritikpunkt zum Straßenzustand (besonders Hofhausstraße) ist berechtigt.

Roland Pelzer, Frankfurt

Was macht die FR eigentlich für die, die zu Fuß gehen?

Der heutige artikel über die armen ständig übergangenen radfahrer hat mich erzürnt. Wie kann eine zeitung nur so einseitig berichten. Immer nur die leidgeprüften radfahrer…. Was macht die FR eigentlich für die Fußgänger? Mal ne befragung wie es ihnen eigentlich geht und was für sie getan wird? Nee.
Das fängt an bei völlig schiefen bürgersteigen und endet irgendwann bei dem terror, dden sie ertragen müssen, durch die völlig aus dem ruder geratenen rücksichtslosen radfahrer (gegen die richtung, aufm bürgersteig fahren, zu schnell fahren, mit den kastenradkarren alle kurven schneiden,was sind rote ampeln?, ….). rücksicht auf alte, behinderte wird nicht genommen.
Es gäbe zB bei der Friedberger Landstr eine wunderbare parallelstrecke für radler vom Bethmannpark bis zur Nibelungenallee (ua. durch die Rotlintstr)+ visa-versa (parallel zur Friedberger, östlich) . völlig ruhig, viel sicherer, kaum verkehr.
m.E. sollten alle räder auch die pedalics verkehrsschilder bekommen wie die Mofa-fahrer. dann könnten sie endlich auch belangt werden. ansonsten wird das chaos noch schlimmer…

Klaus Söhnel, Frankfurt

Das Gejaule wird groß sein

Die Lösung ist eigenlich recht einfach: Nummernschilder für Fahrräder. Das ist zB in Belgien üblich. Das Gejaule wird groß sein und die Umsetzung wird einige Zeit dauern, mal sehen ob eine Partei das Standing hat, dies ins Programm aufzunehmen.

Roland Benz, Frankfurt

fr-debatteProvokation ist der falsche Weg

Richtige Aussprache von Namen mit diakritischen Zeichen: „Türkische Namen als Aufreger“, FR-Regional vom 28. Juni

Um beim Fußball zu bleiben: Die Frau Emma M. Ceren (gesprochen „Tscheren“) sollte mal bitte den Ball etwas flachhalten. Ich bin leider noch nie in den Genuss einer türkischsprachigen Fussballübertragung geworden. Aber im Umkehrschluss gehe ich jetzt mal davon aus, dass alle türkischen Sportkommetatoren*innen die Spieler*innenamen aus aller Welt korrekt aussprechen. Chapeau!
Richtig ist: Ein gut bezahlter Sportkommentator*inn einer öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalt sollte es schon hinbekommen, sich die Namen korrekt draufzuschaffen. Obwohl das schon mal Zungenbrecher werden können.
Falsch ist: Wir leben hier im schönen Frankfurt mit zig Nationen zusammen. Woher soll der/die nativ born Frankfurter*in ohne multilingualen Hochschulabschluss wissen, wie alle Namen richtig ausgesprochen werden? Woher?
Wenn die Frau Ceren mit Ihrer Aussage provozieren will ist das meiner Ansicht nach der falsche Weg! Das ist Kindergartenniveau… Du nimmst mir mein Förmchen weg, dann nehme ich dir deins weg. Schwachsinn! Keiner meiner Bekannten*innen spricht wissentlich einen Namen falsch aus.
Gut gefallen hat mir die Aussage vom Hernn Pürsün (obwohl der FDP ist). Wenn man ein- bis zweimal auf die richtige Aussprache des Namens aufmerksam gemacht wurde, sollte es spätestens beim drittenmal richtig sein!

Axel Fremder, Frankfurt

Wir sollten stolz sein auf die sprachliche Vielfalt

Vielen Dank für diesen gut recherchierten Artikel von Stecen Micksch über die (falsche) Aussprache türkischer Namen in Deutschland, der ein relevantes Problem anspricht, über das ich in der Zeitung noch nie etwas gelesen habe. Jeder Mensch weiß, wie wichtig der eigene Name für die Identität ist und wie wichtig es ist, dass sich die Umgebung dafür interessiert und dementsprechend bemüht, diesen Namen richtig auszusprechen. Wir alle wissen doch, wie verletzend es sein kann, wenn ein Name zum Beispiel Anlass für Hänseleien gibt, viele Menschen haben dies in der Kindheit oder Jugend erlebt.
Es mag etwas anderes sein, solange man nur Tourist im Ausland ist – ist man aber in seinem Geburts-/Heimatland und trägt einen Namen, den alle falsch aussprechen, dann ist das für manchen immer wieder ein Stachel und verstärkt das Gefühl, hier fremd zu sein.
Leider wird in unserem Land eine Sprache, die Menschen oder deren Eltern mitgebracht haben, selten als wertvolle Ressource betrachtet. Es findet so auch keine Berücksichtigung in der Schule, dass es viele Kinder in diesem Land gibt, die bereits mehrere Sprachen sprechen, wenn sie in die Schule kommen – die Umgebungssprache Deutsch und die Sprache, die in der Familie gesprochen wird , sei es nun türkisch, kroatisch etc. Aber auch ohne dieses Fass aufzumachen, wäre es doch möglich, den Versuch zu unternehmen, den Menschen in Deutschland beizubringen, wie ein Name, der aus einem Land wie der Türkei stammt, ausgesprochen wird. Sicher gibt es dafür Regeln wie in anderen Sprachen auch. Von einem solchen Versuch habe ich leider noch nie etwas gehört. Mir selbst ist es immer peinlich, wenn ich keine Ahnung habe, wie ein solcher Name, den ich evtl. auf einem Namensschild lese, ausgesprochen wird. Leider kann ich mir den Namen dann auch schlecht merken, weil ich keine Regeln dafür kenne, wie die Schreibweise und die Aussprache in der Sprache zusammenhängen. Ich finde es schon respektlos, wenn es so gar keine Versuche gibt, den „Biodeutschen“ darüber etwas beizubringen. Das steht in keinem Verhältnis zu der großen Anzahl von türkischstämmigen Menschen, die in Deutschland nun schon seit Generationen leben. Erwarten wir erwa, dass die Menschen ihre Geschichte und somit auch ihren Namen vergessen und sich wie in Amerika neue Namen geben, die sich an die deutsche Sprache anpassen? Das sollte es in Europa nicht geben! Wir sollten doch stolz auf die sprachliche Vielfalt Europas sein. Und jede und jeder Einzelne soll und möchte doch stolz auf seine Herkunft sein dürfen.
Daher: Hut ab vor Emma M. Ceren, die sich zu Recht und mit kabarettistisch anmutenden Mitteln bemüht, auf diesen Missstand hinzuweisen!

Claudia Neubert, Hofheim

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Forum vom 6. Juli
Leserforum 2 20190916Seite eins

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Berufliche Klarheit

Zu: „Sorge wegen befristeter Wissenschaft“, FR-Wissen vom 25. Juni

Das uferlose Fristunwesen in der Wissenschaft ist im ausländischen Vergleich ein deutscher Sonderweg. Es kann überwunden werden, indem
1)    für Daueraufgaben in Lehre & Forschung wieder in hinreichender Menge ein berufserfahrener Akademischer Mittelbau eingeführt wird mit Dauerbeschäftigung und Aufstiegsmöglicheit – wie ab den 1970er Jahren,
2)    die Aufgaben von Qualifikanten auf das Qualifizieren gerichtet werden statt auf umfangreiche Routine. (Lange Promotionszeiten folgen nicht aus der Sache, sondern aus dem Mißbrauch des Sonderrechtes ‚WissenschaftsZeitVertragsGesetz‘.)
Damit können Qualifikationszeiten um Jahre kürzer werden, sodaß Verbleib oder dauerhafter Wechsel in andere Berufe in zeitigerem Lebensalter entscheidbar sind.
Für diese strukturelle Klärung können Personalhaushalt & Menge des Nachwuchses gleich bleiben.
Auch für wechselnde Drittmittelvorhaben braucht man erfahrenes Stammpersonal; das kann man bei Bedarf versetzen.
Im hochschulischen Fristunwesen sind die Hauptmängel
a) die Kürze der Teilfristen,
b) das Überlagern des Qualifizierens mit Daueraufgaben,
c) der häufige Personalwechsel bei Daueraufgaben in Lehre & Forschung,
d) der Verzicht der Hochschulen auf Nutzung betrieblicher .Erfahrung,
e) die Zuordnung zu Professoren statt zu Aufgabenfeldern,
f) Teilzeitbeschäftigung bei erwarteter Volllast.
Verquer sind nicht die Höchstfristen von 6 Jahren, sondern deren Ausschöpfen in Folge betriebswidrigen Personaleinsatzes. Damit verknüpft ist in vielen Fächern der schmale Arbeitsmarkt außerhalb.
Zum Sinn der Hochschul(Teil)Autonomie in Personalfragen gehört, die Art Wissenschaftsfreiheit des Nachwuchses in angemessene berufliche Klarheit zu übersetzen.

Ulrich J.Heinz, Marburg

fr-debatteDie Uefa ist nicht interessiert

Fussball: „EM-Aus verdient“, FR-Sport vom 1. Juli

Sport soll der Gesundheit dienen. Was die Europäische Fussballunion sich hier leistet ist unverantwortlich in dieser Coronazeit.Fussballmannschaften und Zuschauer und Zuschauerinnen reisen 4 Wochen kreuz und quer durch Europa,füllen die Stadient und viele halten sich nicht an die Hygieneregeln,obwohl der Virus noch nicht besiegt ist, ja sich die Deltavariante immer mehr ausbreitet.Wir alle freuen uns,dass die Insidenzzahlen immer weiter nach unten gehen.Wie lange noch?Dies geschieht durch verantwortungsvolles Verhalten vieler Menschen.Das alles scheint die Uefa nicht zu interessieren.Ihr scheint es nur um das Geld zu gehen.Besagte Herren,Damen sind hier wahrscheinlich unterrepräsentiert,sollten einmal nach dem Fussballspektakel für einen Tag in die Intensivstationen der Krankenhäuser gehen.Da würden sie einmal von ihrem hohen Sockel herunterkommen. Wieder einmal bewahrheitet sich in diesem Profifussballsport weltweit die Behauptung °Geld regiert die Welt. Es wäre auch zu überlegen gewesen,wenn die Fussballspieler und Schiedsrichter sich geweigert hätten,hier anzutreten.Ich bin übrigens ein begeisterter Fussballfreund und Eintrachtfan,aber Alles zu seiner Zeit.

Wolfgang Steinmetz, Frankfurt

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Forum vom 7. Juli
Leserforum 2 20190916Seite eins

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Rettung naht dank hessischer Mundart

Gendern: „Gewählte Worte“, FR-Regional vom 19. Juni

Sollte man mal zum Thema „Gendern“ einen Leserbrief schreiben? Gerade als Hesse sollte man das mal, denn in Hessen ist man diesbezüglich einen großen Schritt weiter als in Restdeutschland: In Hessen nämlich benutzt man nicht das in Verruf geratene Wörtchen „man“, das eindeutig das männliche Geschlecht bevorzugt, könnte man es doch auf das Substantiv „Mann“ beziehen! In Hessen heißt es „mä“! Und hier besteht doch keinerlei Bezug zu irgendeinem aufs Geschlecht bezogenen Begriff! Man sollte also das hochdeutsche „man“ durchs hessische „mä“ ersetzen, schon wäre ein großer Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit getan.
Hier noch mal der Leserbrief in der entsprechenden Form: Sollte mä mal zum Thema „Gendern“ einen Leserbrief schreiben? Gerade als Hesse sollte mä das mal, denn in Hessen ist mä diesbezüglich einen großen Schritt weiter als in Restdeutschland: In Hessen nämlich benutzt mä nicht das in verruf geratene Wörtchen „man“, das eindeutig das männliche Geschlecht bevorzugt, könnte mä es doch auf das Substantiv „Mann“ beziehen! In Hessen heißt es „mä“! Und hier besteht doch keinerlei Bezug zu irgendeinem aufs Geschlecht bezogenen Begriff! Mä sollte also das hochdeutsche „man“ durchs hessische „mä“ ersetzen, und schon wäre ein großer Schritt in Richtung Gendergerechtigkeit getan.
Ich arbeite gerade an Möglichkeiten, auch das restliche Gendergestirn durch mundartliche Lösungen über einen hessischen Sprachhimmel konsensfähig zu machen. Ausgangspunkt könnte die Tatsache sein, dass z.B. der hochdeutsche Bach männlich ist, in Hessen aber heißt es „die Bach“. Sobald Ergebnisse vorliegen, werde ich darüber berichten.

Klaus Jourdan, Weilrod

fr-debatteDer Traum des Steuerzahlers

Tech-Giganten: „Mindeststeuer in Sicht“, FR-Wirtschaft vom 3. Juli

Multinationale Großkonzerne sollen zukünftig 15 Prozent Steuern zahlen. Davon können alle, die zwischen 25 und 35 Prozent Lohnsteuer zahlen – und das sind die allermeisten – nur träumen.

Fritz Brehm, Frankfurt

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Forum vom 8. Juli
Leserforum 2 20190916Seite eins
Seite zwei

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Das Zauberwort heißt „Wertschätzung“

Ausscheiden bei der EM, DFB-Direktor Oliver Bierhoff: „Der Reform-Turbo tuckert nur noch“ und „Europalette: Weiß gewinnt“, FR-Sport vom 5. Juli

Die verhältnismäßig sanfte Kritik an Oliver Bierhoff veranlasst mich einige Gedanken zum Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft zu äußern. Das „Weiter so“ ist offensichtlich nicht nur in der Politik (siehe das Interview mit Laschet in der gleichen Ausgabe der FR), sondern auch in und um die Nationalmannschaft herum spätestens seit 2017 zum Prinzip geworden. Statt den Erfolg der jungen Mannschaft im Confed-Cup auf die Nationalmannschaft zu übertragen, hat man einen Weg eingeschlagen, der meiner Meinung nach geprägt war von Einfallslosigkeit und mangelnder Wertschätzung.
Die Nationalmannschaft nur noch als „die Mannschaft“ firmieren zu lassen, war ein Schritt zur Gesichtslosigkeit, die sich kaum noch von anderen unterschieden hat. Und so wurde dann auch 2018 bei der WM gespielt. Die Gegner wurden unterschätzt und zuletzt prägte Einfallslosigkeit das Spiel der Mannschaft gegen Südkorea, verblüffend ähnlich wie beim Spiel gegen Ungarn und England: Querpass, Rückpass, warten, schauen und kaum Bewegung bei den Stürmern. Einfach öde anzuschauen und erfolglos.
Wann aber hat diese Tendenz begonnen? Meiner Meinung nach fing alles damit an, dass Löw Leroy Sané 2018 vor der WM aussortiert hat. Damals war er bereits der einzige, der dazu in der Lage war, überraschend ins Tempodribbeln zu gehen. Es war mangelnde Wertschätzung für ihn, die dadurch deutlich wurde. Für mich ein zentraler Begriff, wenn man Erfolge oder Misserfolge von Mannschaften und ihren Trainern beschreiben will. Was passierte, nachdem Rose mitgeteilt hatte, dass er zu Borussia Dortmund wechselt. Die Gladbacher verloren, sodass sie aus den Europacuprängen heraus fielen. Was passierte, nachdem Hütter mitgeteilt hatte, er wechselt zu Gladbach, das damals schon weit hinter der Eintracht platziert war? Das lässt sich auch damit erklären, dass den Spielern der „verlassenen“ Mannschaft deutlich wurde: wir werden nicht so hoch eingeschätzt wie die Spieler und Manager der neuen Vereine. Die Wertschätzung der Trainer für ihre Spieler ist ein zentrales Element für deren Motivation und Leistungsbereitschaft.
Daran mangelte es zuletzt auch bei der EM. Die Rückholaktion bedeutete ja auch, dass Löw weder Süle, noch Klostermann, noch Halstenberg zugetraut hat, eine stabile Abwehr zu organisieren. Emre Can eingeschlossen. Die Folge: ein Eigentor von Hummels und ein Spiel entscheidender Fehlschuss von Müller und eine unglaubliche Einfallslosigkeit beim Angreifen gegen die tief stehenden Mannschaften. Diese Defensivtaktik musste man doch vorher sehen, taktische Fehlgriffe eingeschlossen, z. B. die „Versetzung“ von Kimmich auf die Außenbahn. Auch er muss sich fragen, welche Wertschätzung er bei Löw genießt, so aus dem Zentrum genommen zu werden, in dem er seit langem auf Weltklasseniveau spielt.
Man kann sich nur wünschen, dass Hansi Flick gerade den Spieler, die bei der EM unter ihrem Niveau spielten, so viel Wertschätzung entgegenbringt, wie es nötig ist, damit sie wieder ihre Fähigkeit in der deutschen Nationalmannschaft abrufen können. Außerdem muss ein taktisches Konzept entwickelt werden, das genau auf den zur Verfügung stehenden Kader zugeschnitten ist. Auch das fördert die Identifikation und Leistungsbereitschaft.

Thomas Kuhn, Rödermark

Was macht die Farbe Weiß mit den Spielern?

Neunmal trat ein Team in den zwölf Spielen des Achtel- und Viertelfinals der diesjährigen EM in weißen Trikots an, alle neun gewannen.
Stellt sich die Frage: Wer bestimmt eigentlich die Trikotfarben eines Spiels? Würde es sich um die Lieblingsfarbe des Teams handeln, gälte nach Heinrich Frieling, dem Altvater der Farbpsychologie, dass es nicht ganz von dieser Welt ist. Weißliebhaber erscheinen entrückt und halten alles Reale für Unsinn. Auch für Statistiken hätten sie im Grunde nur ein Lächeln übrig und hielten sie für glatt überinterpretiert.
Bleibt die berechtigte Frage: Macht Weiß vielleicht etwas mit den Spielern und den Gegenspielern? Weiß ist ebenso die Aufhebung aller Erdenschwere. Beflügelt es die Träger weißer Trikots? Weiß ist unnahbar und empfindsam. Hemmt es die Gegenspieler? Wir haben Hemmungen, das reine Weiß zu beschmutzen. Warum sollte das Unbewusste sich nicht auch gegenüber weißen Trikots Bahn brechen? Noli me tangere – fass mich nicht an! Andererseits, scheint der weiße Gegner nicht von vorneherein im Vorteil? Leichtfüßiger, athletischer, durch seine helle Ausstrahlung präsenter, als schwereloser Angreifer oder blendender Verteidiger? Der zum Grün des Rasens größtmögliche Helligkeitskontrast schafft zumindest optisch Überzahl.

Gerd Ohlhauser, Darmstadt

Ein Mann, der keine Bierwerbung mehr macht

Der DFB, wie war das mit dem stinkendem Fisch? Ich denke, als ich den Bericht vom Turbo Bierhoff las: Ein Mann von Welt, der keine Bierwerbung mehr macht. Sicher auch ein Anwärter für ein Lehramt an der Fußball-Akademie, hier in Frankfurt am Main. Ja gute Leute braucht das Land, und die haben wir für die jetzt neu neuen Grundlagen.

Jon Pahlow, Frankfurt

fr-debatteÄnderung nicht in Sicht

Zu „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel“, FR-Politik vom 6. Juli

Danke dafür, dass sich die FR dieses auch bereits vor der Pandemie virulenten Themas – stetig sich verschlechternde Situation im Bereich der Kranken- und Altenpflege – annimmt. „Corona“ verschärfte diese Situation nur noch infolge der zunehmenden Inanspruchnahme von intensivmedizinischer Betreuung.
Frau Böhler, die interviewte Krankenpflegerin, analysiert völlig zutreffend, dass die im Durchschnitt lediglich 7-jährige Betätigung einer Pflegekraft in ihrem Beruf auf dauerhaften Personalengpässen, fehlenden verbindlichen, am realen Bedarf orientierten Personalschlüsseln und nicht zuletzt an angemessener Vergütung beruht.
Bedauerlicherweise wird nur beiläufig erwähnt, dass es für den genannten Missstand eine Ursache gibt, nämlich die Einführung der Fallpauschalen („DRG“) am Anfang des Jahrtausends. Hierauf wies B. Hontschik erneut am 3.7. in der Frankfurter Rundschau in seiner lesenswerten Kolumne hin: Kliniken sind durch das Abrechnungs-Verfahren nachgerade dazu verurteilt, durch kurze Liegedauer, Durchführen gewinnbringender Operationen, möglichst „optimierte Diagnosestellungen“ und Einsparungen beim Personal im Überlebenskampf der Krankenhäuser zu bestehen. Solange dieses allein der Ökonomie verpflichtete Vergütungssystem nicht abgeschafft wird, wird sich auch die Situation in der Pflege nicht verbessern lassen.

Dr. Michael Krüger, Bad Homburg

An kranken Menschen wird kein Profit angestrebt

Neun Jahre Oberarzt an drei dänischen krankenhäusern, Fazit: Zwei Prozent private kliniken, 98 Prozent staatliche… Das gesamte Gesundheitssystem ist steuerfinanziert. Alle zahlen ein. Eine Krankenkasse (in Deutschland rund 110). Der Staat stellt ausreichend Krankenschwestern ein, sie haben Zeit für Patienten. Fluktuation: nahe null. Empathie: überall spürbar. Nur möglich weil in Dänemark an kranken Menschen kein Profit angestrebt wird. Ein perverses System wie in Deutschland ist von der Politik gewollt, soll heißen: Privatisierung auf Teufel komm raus. Man kann diese Typen aber auch abwählen!

Dr. Michael Schwabe, Geestland

fr-debatteWeltraumschrott nimmt rasant zu

„Starlink“: „Tonnen toter Satelliten“, FR-Wissen vom 29. Juni

Nachdem jahrzehntelang öffentliche Gelder in gigantischen Ausmaßen in Erforschung und „Eroberung“ des Weltraumes geflossen sind (nicht zuletzt auch im „System“-Kampf Ost-West), sind es jetzt also das Privatkapital, welches den Nutzen sprich Gewinn daraus zieht. Und das ohne Rücksicht auf Folgen für Umwelt etc., wobei mir neben der im Artikel angesprochenen möglichen Schädigung der Ozonschicht auch der rasant zunehmende Weltraumschrott einfällt. Da es offenbar keine Verursacherhaftung gibt, wird es laufen wie (fast) immer, der Profit wird privatisiert und die Folgekosten sozialisiert. Nicht anders war es bei der Atomkraft, sobald sie profitabel war, wurde sie privatisiert und die Folgen (Unfälle wie Tschernobyl, Fukushima, Atommüll etc.) werden der Allgemeinheit überlassen bzw. es wird sich billig frei gekauft.
All das ist nicht lediglich eine himmelsschreiende soziale Ungerechtigkeit, die inzwischen dazu geführt hat, daß eine Handvoll von Milliardären bzw. Konzernen über den Reichtum der Welt verfügen, während der Großteil der Weltbevölkerung die Konsequenzen in Form von (nicht nur sozialer) Armut und Umweltkatastophen zu tragen hat.
Und das leider völlig unabhängig von den derzeitigen politischen Systemen, denn sowohl die frühere Sowjetunion als auch das heutige China haben nicht anders gehandelt, immer nach dem Motto sich die Erde untertan zu machen. Der Mensch als angeblich einzige vernunftbegabte Spezies? Eher die einzige Spezies die ihre Lebensgrundlage sehend und bewußt vernichtet.
Rebellion ist gerechtfertigt, allerdings schwindet mein Optimismus zunehmend.

Jochim Maack, Hamburg

fr-debatteMaßlose Bestrafung

Zu: „Sich Frankreich in die Tasche stecken“, FR-Feuilleton vom 1. Juli

Es kann nur als bewusste deutsche, nationalistische Geschichtsklitterei verstanden werden, dass stets verschwiegen wird (welcher Historiker hat es je thematisiert!), dass Frankreich nach 1871 ein Vielfaches an Kriegsschulden zu erbringen hatte von denen, die Deutschland nach dem Versailler Vertrag zu bezahlen hatte. Der deutschen Generalität war es nach 1871 viel zu wenig…Zola hat die ungeheuerliche Bestrafung (mit Gebietsabtretung und deutscher Kaiser-Krönung in Versailles) subtil analysiert.

Hermann Hofer, Marburg

fr-debatteKonkurrenz statt Empathie in der Schule

Israels scheidende Generalkonsulin: „Erinnerung muss Empathie wecken“, FR-Politik vom 5. Juli

Zurecht fordert Sandra Simovich mehr schulische Erinnerung an die NS-Zeit. Ich bezweifle, dass dies ausreicht, um Empathie zu wecken, seit ich 1975 erlebte, wie sich eine fünfte Gymnasialklasse nach einem Video über das KZ Buchenwald vor allem für die dortige Genickschussanlage interessierte. Die Kinder hatten sich mit den Aggressoren identifiziert, weil das vordergründig stark macht wie wenn die eigene Fußballmannschaft gewinnt. An einer Fabel ließ ich sie lernen, dass sich scheinbar Schwache gegen scheinbar Stärkere wehren können. So wählten sie in Klasse sechs das Thema „Kindsmisshandlung“ und als die Zeugnisse nahten das Problem „Schulstress und Selbstmord“. Ein Eliten fördernder Kollege meinte daraufhin, man müsse mich aus der Schule „hinausprügeln“. Mein Vergehen war, dass ich den Kindern gegenüber Empathie gezeigt und ihnen ermöglicht hatte, sich selbst als Opfer wahrzunehmen. Dies erscheint mir als Voraussetzung, um Empathie gegenüber Opfern zu entwickeln.
Unser gegenwärtiges konkurrenzhaftes Schulsystem wirkt allerdings dazu kontraproduktiv. In dem von Simovich so gelobten München erreichte 2008 die Mathematiklehrerin Sabine Czerny in einer vierten Grundschulklasse einen Schnitt von über 2, musste sich dann aber von Kollegium und Schulaufsicht sagen lassen, auch bei ihr müsse es die Noten unter vier geben. Sie wurde strafversetzt wegen Störung des Schulfriedens. Sie hatte Empathie für die Schwachen vorgelebt. Hierin liegt für mich die wesentliche Chance, in der Schule Empathie zu fördern. Dann kann die Erinnerung an die NS-Zeit auf fruchtbaren Boden fallen.

Friedrich Gehring, Backnang

Balken 4
Forum vom 9. Juli
Leserforum 2 20190916Seite eins
Seite zwei

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Forum vom 10. Juli
Leserforum 2 20190916Seite eins
Seite zwei

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Seid ohne Sorge

Zu: „,Die tödliche Politik muss eine Ende haben“, FR-Politik vom 2. Juli

In der Tat: Es ist eine tödliche Politik. Menschen ertrinken nach wie vor im Mittelmeer. Die europäische Institution Frontex steht in dringendem Verdacht von ungesetzlichen, unmenschlichen PushBacks und soll dafür belohnt werden, indem sie noch mehr Kompetenzen erhalten soll, die sie dann aller Voraussicht nach weiterhin missbrauchen werden.
Noch-Kanzlerin Merkel weigert sich weiterhin hartnäckig, den Patentschutz aufzuheben, damit Impfstoff auch zum Bespiel in Afrika produziert werden kann. Dies wird auch in Zukunft viele Menschenleben kosten. Die Klimakatastrophe hat längst begonnen, aber im Wahlprogramm der CDU/CSU stehen nur gefällig formulierte Ziele; keine Aussage, wie sie erreicht werden sollen. Mir kommen immer mehr Zweifel, ob diese Bundestagswahl von belegten Fakten bestimmt wird, oder viel mehr von Ängsten, Affekten und strategischem Kalkül. Womöglich entscheiden Gänsefüßchen über den Ausgang einer Wahl, die Annalena Baerbock in ihrem neuen Buch nicht gesetzt hat, obwohl es sich gar nicht ein Zizata handelte, oder eine bestimmte Formulierung, die sie hätte ändern sollen.
Möglicherweise entscheidet das Und, welches Lindner zwischen Wirtschaft und Klima formuliert. Oder Herr Laschet wiegt uns in der Sicherheit, dass alles schon gut wird, wenn wir nur so weiter machen. Seid ohne Sorge…

Robert Maxeiner, Frankfurt

fr-debatteAggressive Akteure

Manöver „Sea Breeze“ im Schwarzen Meer: „Provokante Brise“, FR-Politik vom 29. Juni

Die Leser und Leserinnen der Rundschau mögen sich bitte folgende Nachricht vorstellen: „Nachdem zahlreiche , nahezu einstimmige UN-Resolutionen ohne Resonanz blieben, begann gestern ein bisher beispielloses Großmanöver von 32 Staaten in der Karibik. Ständige Aggressionen und massive Sanktionen, die die staatliche Souveränität Kubas gefährden, führten zu diesem Manöver direkt vor der amerikanischen Küste. Ein Kriegsschiff drang sogar unmittelbar in die Gewässer vor dem völkerrechtlich umstrittenen Guantanamo ein. Eine demonstrative Provokation, wie Geheimpapiere enthüllten, die an einer Bushaltestelle vor dem Kreml gefunden wurden.
Die 6.Flotte der russischen Marine- inzwischen in Venezuela stationiert- proklamierte, es sei „im Interesse der Welt , eine wohlhabende , stabile Karibik-Region zu erhalten und aggressive Akteure abzuschrecken, die zu ihrem eigenen Vorteil eine Destabilisierung anstreben.“
> > So weit, so gut- nur: Das Ganze findet im Schwarzen Meer statt und die Warnung vor Destabilisierung stammt allen Ernstes von der US-Navy selbst!

Geert Platner, Ahnatal

fr-debatteUnd wer schickt das an Jens Spahn?

Dr. Hontschiks Diagnose: „Der Kahlschlag hat System“, FR-Panorama vom  3. Juli

Sehr geehrter Dr. Hontschik, vielen Dank für diesen Beitrag, der in der Lage ist, auf einer halben Zeitungsseite die Probleme des Gesundheitssystems treffend auf den Punkt zu bringen, mit Lösungsansatz. Man kann dem nichts hinzufügen, nur ausdrücklich beipflichten. Eine Frage nur: Wer schickt das jetzt an Jens Spahn? Dem scheinen das ja alle zu verheimlichen.

Kornelia Kania, Barsinghausen

Immer weniger müssen immer mehr leisten

Lieber Dr. Hontschick, Sie sprechen mir mit Ihrer samstäglichen Kolumne fast immer aus der Seele, so auch am 3. Juli. Ihre Beschreibung des deutschen Gesundheitssystems ist so treffend, dass ich absolut jeden Satz vorbehaltlos unterstützen kann. Ich arbeite seit 1996 als Anästhesist in diesem System, habe also noch das Ende der halbwegs „vernünftigen“ Zeit erlebt, sowie die, von ihnen in einer früheren Kolumne bezeichneten, „brutalen“ Veränderungen durch die Einführung des DRG-Systems in den Krankenhäusern.
Es zerreißt Schwestern, Pfleger und Ärzt:innen im Krankenhaus zwischen ökonomischen Zwängen, Effektivitätssteigerungswut und Arbeitsverdichtung und dem Wunsch qualitativ gute Medizin, dem Menschen zugewandte Therapie und Pflege zu leisten, ohne die eigene Gesundheit zu gefährden und die Freude an unseren so erfüllenden Berufen zu verlieren.
Auch den Krankenhausverwaltungen bleibt in der Zwangslage zwischen unzureichender Finanzierung durch Land und Krankenkassen auf der einen und Leistungserbringung auf der anderen Seite nur der Wettlauf um möglichst hoch erlösende Prozeduren sowie fortwährende Kostenreduzierung, leider häufig zu Lasten der Personalstärke.
Meiner Meinung nach gefährdet diese Entwicklung Menschenleben. Denn mit Überarbeitung (immer weniger müssen immer mehr leisten), Termindruck (immer mehr in immer kürzerer Zeit)und immer weniger Zeit pro Patient (was sicherlich jeder bestätigen kann, der in den letzten Jahren mal im Krankenhaus behandelt werden musste) und vor allem durch das über allem stehende Diktat der Effektivität, steigt das Risiko von gravierenden Fehlern mit schlimmstenfalls für den Patienten fatalen Auswirkungen.
Jetzt könnte man vielleicht verwundert fragen, warum Effektivität die Fehlerzahl steigern soll, ist sie doch nur die passgenaue Ausnutzung von zur Verfügung stehenden Ressourcen. Das mag in der Herstellung eines Industrieproduktes stimmen. In so einem Prozess lässt sich jeder Arbeitsschritt genau abbilden und berechnen, da die Bedingungen und das Produkt immer gleich sind. Aber Menschen sind keine Produkte, die immer nach gleichen Regeln reagieren oder die gleiche Menge an Ressourcen verbrauchen. Menschen brauchen neben einer fachlich adäquaten Therapie und Pflege ebenso menschliche Zuwendung und Empathie, damit sich ein Heilungserfolg einstellen kann. Und das braucht Zeit! Diese Notwendigkeit wird jedoch im DRG-System ignoriert. Zeit am Patientenbett wird zum unbezahlbaren Luxus, da sie keinen Erlös generiert.
Meiner Meinung nach müssten die Krankenhäuser eine DRG-unabhängige Basisfinanzierung erhalten, die ihre Vorhaltekosten zur Erfüllung des allgemeinen Versorgungsauftrages für die Bevölkerung ausreichend abdecken.
Und wenn dann noch, auch politisch, verhindert werden könnte, dass Teile der Krankenkassenbeiträge über die Finanzierung von privaten Krankenhausträgern in Aktionärsausschüttungen abdriften, wäre ein erster Schritt zur Konsolidierung der Krankenhausfinanzierung und vor allem zur  Wahrung der Patientensicherheit in Krankenhäusern getan!

Markus Ritzerfeld, Würselen

fr-debatte

CO2-neutral bedeutet nicht CO2-frei

Klimaschutz ist kein Selbstläufer: „Retten statt verzichten“, FR-Meinung vom 24. Juni

Mit ihren Nachbesserungen zum Klimaschutzgesetz als Reaktion auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts will die Bundesregierung die nationalen Klimaschutzziele verschärfen und Deutschland bis 2045 klimaneutral machen. Dies hat Auswirkungen auch auf alle Stufen der Leistungserbringung des umwelt- und klimaschädlichen Luftverkehrs. So will z. B. Fraport „den Flughafen“ bis 2050 CO2-frei betreiben. Diese Aussage ist insofern falsch, weil es hier nur um den fraporteigenen CO2-Fußabdruck von gerade mal 9,7% geht, während die luftverkehrsinduzierte CO2-Last von nach heutigem Stand immerhin noch 1,57 Mio. tC02 einfach außen vor gelassen wird mit der hanebüchenen Begründung, dies läge schließlich nicht in ihrem Verantwortungsbereich. Dabei sieht das Geschäftsmodell von Fraport doch gerade das Starten und Landen von Flugzeugen vor. Genauso gut könnte der Betreiber einer Gartenwirtschaft argumentieren, für den Krach der Gäste nach 23 Uhr könne er persönlich nichts, würden doch seine Speisen und Getränke zu dieser Zeit nahezu lautlos serviert. Um das Problem weltweit doch noch lösen zu können, hat sich die internationale staatliche Luftfahrtorganisation ICAO 2016 das globale, marktbasierte Klimaschutzinstrument CORSIA ausgedacht mit dem Ziel, den internationalen Flugverkehr ab 2020 nur noch CO2-neutral (nicht zu verwechseln mit CO2-frei) wachsen zu lassen. Ausgerechnet in armen, meist wirtschaftlich extrem abhängigen, staatlich schlecht finanzierten und noch schlechter regierten Ländern mit einem sehr kleinen CO2-Fußabdruck, deren Bevölkerung meist noch nie geflogen ist, sollen über Zertifikate Klimaschutzaktivitäten finanziert werden, nur damit geschätzt drei Prozent der Weltbevölkerung aus den wohlhabenden Ländern auch morgen noch mit gutem Gewissen in der Weltgeschichte herumfliegen können. Flüchtlinge aus diesen armen Ländern sind bei uns nicht willkommen. Zur Kompensation der Klimaschäden, die wir weltweit mit unserem Vielfliegen anrichten, dürfen sie dagegen gerne herhalten.

Hans Schinke, Offenbach

fr-debatteDamit es im rollenden Stinker warm ist

Zu: „Lobbyarbeit für Verbrenner“, FR-Wissen vom 3. Juli

Lieber Professor Koch, es ist schon peinlich, was manche „Experten“ an wissenschaftlichen Erkenntnissen absondern, nicht wahr? So schwierig ist das mit dem Stromverbrauch der E-Autos doch gar nicht. Also: Elektroautos verbrauchen durchschnittlich 15 kWh Strom pro 100 km. Betrachten wir die ungünstigste Art der Stromerzeugung, worst case, ohne Wind + Sonne: In einem stationären Dieselkraftwerk mit 40 Prozent Wirkungsgrad brauchen Sie zur Herstellung dieser Strommenge – wir reden hier nicht von Öko-Strom! – dafür 3,75…4 Liter Dieselkraftstoff. Ihr Pkw braucht für 100 km laut KBA schon mal 6,5 Liter. Ein bisschen mehr, oder? Und die Abgasreinigung bei stationären Motoren funktioniert wenigstens, anders als beim Auto.
Das Interessante kommt aber erst noch: Die restlichen 60 Prozent der Energie, die das (Blockheiz-) Kraftwerk nicht als Strom abgibt, können Sie als Wärme nutzen. Interessant, wenn Sie bedenken, dass über 50 Prozent des bundesweiten Energiebedarfs in Form von Wärme zur Gebäudeheizung benötigt werden. Im Pkw geht diese Wärme verloren. Naja, fairerweise muss ich sagen, nicht ganz; ein bisschen was nutzen Sie ja schon, um den rollenden Stinker im Winter innen schön warm zu machen. Aber das ist – wissenschaftlich gesehen – vernachlässigbar.

Prof. Harald Klausmann, Groß Gerau

Balken 4

25 Kommentare

  1. carmen horstmann sagt:

    Auch wenn ich die Verkehrswende befürworte, für mich läuft sie momentan aus dem Ruder. Die „radfahrenden Gutmenschen“ malträtieren schon in einem gewissen Umfang andere Verkehrsteilnehmer. das wurde ja schon in anderen Leserbriefen geschildert. Gerade das letztens veröffentlichte Foto vom Niddauferweg ist exemplarisch. Viel Platz haben Radfahrer weil Spaziergänger, Gassigeher mit Hund oftmals erschrocken zur Seite gehen weil Radfahrer mit hoher Geschwindigkeit und ohne sich bemerkbar zu machen an ihnen vorbei rasen. Abstand wie sie selbst für sich einfordern gibt es nicht. Außerdem glaube ich das mehr Rotlicht- und verkehrsverstöße von Radlern gemacht werden als von Kraftfahrzeugen. Natürlich gibt es auch die Guten, die sich an Regel halten. Aber sie werden immer weniger.§1 der STVO gilt für alle.

  2. carmen horstmann sagt:

    Habe wir wirklich keine anderen Probleme? Es ist eine Form von Höflichkeit nachzufragen wie ein Name ausgesprochen wird. Moderatoren sollte natürlich auch gebrieft werden. Aber mit wievielen Sonderzeichen oder Buchstaben soll unsere Tastatur ausgestattet werden. Aber ist es nicht auch eine Form von Respekt oder Höflichkeit wenn man in vielen Jahren des Lebens in Deutschland zumindest einen Grundstock der Sprache erwirbt, damit man beim Gang zum Arzt, Amt oder Krankenhaus keinen Dolmetscher braucht. Die sogenannte „Kanak Sprak“ die von einigen Jugendlichen der 3.und 4. Generation gepflegt wird, und die auch Comedians auf die Schippe genommen wird, ist nicht ein Ausdruck von gelungener Intregration, sondern eher von Abgrenzung. Ich mag die kulturelle Vielfalt unserer Stadt aber Frau Ceren sollte sich dafür einsetzen das unsere Mitbewohner auch Deutsch lernen. Wie wäre es mit Home-Schooling bei TRT, das gilt übrigens auch für den Türkischuntericht bei Kindern.

  3. Hallo Hans,
    der Themenblog in dem unsere Unterhaltung lief scheint beendet zu sein, deshalb hier meine Antwort.
    Es geht mir nicht darum, dass die Haltung Deutschlands entscheidend ist für die Zukunft, dazu sind wir viel zu klein. Da wir aber besonders zum Problem beigetragen haben und noch dabei sind, sollten wir auch versuchen, alles menschenmögliche zu tun, um die Dinge zu verbessern. Auch ich glaube nicht, dass es das Ende der Menschheit bedeutet, was da auf uns zu kommt. Aber egal wie es im Detail aussehen wird, es wird sehr unschön werden. Wir sehen doch schon den Beginn, weltweit die verschiedensten Katastrophen. Ja, ich weiß, die gab es immer, aber jetzt gibt es sie immer häufiger und heftiger. Auch der Zwang zur Flucht wird für viele Menschen immer drängender. Dass die EU hier eine ziemlich brutale Verteidigungsstrategie verfolgt, ist ja wohl auch ihnen klar. Es sind die unterschiedlichen Interessen, die hier kämpfen, es geht auch um grünen Strom, aber vor allem um Geld, viel Geld. Die Umwelt und das Klima treten dabei in die zweite Reihe und das nicht nur hier in D. sondern auch im Rest der Welt. Wenn es den Leuten, die da die Fäden ziehen, wichtig wäre, die Welt zu retten, warum tun sie es dann nicht ? Nein, sie rüsten auf, kümmern sich um das Weltall, und rasseln mit dem Säbel. Dabei ist doch völlig egal, wieviel Menschen dabei verhungern und verdursten. All das ist doch Teil des Problems und ich gebe ihnen Recht, dabei ist es ziemlich egal was wir in D. so treiben.

  4. @ Ist das Thema Klimaschutz nicht wichtiger?

    An Annalena Baerbock sollten sich eigentlich die Geister scheiden. Nämlich diese, welche für unreguliertes wirtschaftliches Wachstum zu Lasten von Klima, Umwelt und Gerechtigkeit plädieren und ihren Egoismus geschickt verschleiern und jene, die für die Überwindung eines Systems kämpfen, das die unterschiedlichsten Formen von Profit und Unterdrückung als den Motor gesellschaftlicher Entwicklung versteht. Das Problem ist jedoch, dass Frau Baerbock selbst gar keine entschiedene Position einnimmt, auf welche man reflektierend und argumentativ eingehen könnte.

    Das Parteiprogramm der Grünen, zu dem sie Wesentliches beigesteuert hat und das sich in ihrem Buch erkennbar niederschlägt, läuft sogar auf eine Zähmung des Kapitalismus und die Verherrlichung diverser Spießbürgeridyllen hinaus. Diese Ansammlung unpräziser Darstellungen ist sicherlich nicht das Ergebnis politischer Analysen gewesen, sondern allem Anschein nach die Summe von eklektisch zusammengetragenen Halbinformationen. Die Textbausteine erwecken den Eindruck, aus gemeinfreien Quellen oberflächlich abgeschrieben worden zu sein. Der anspruchsvolle Wähler würde dennoch gern Genaues wissen.

    Bemerkenswert ist die Ausrede von Annalena Baerbock: Sie habe weder ein wissenschaftliches Werk noch ein Sachbuch geschrieben. Ist es vielleicht ein Sudelbuch im Sinn von Georg Christoph Lichtenberg? „Die Kaufleute haben ihr Wastebook (Sudelbuch, Klitterbuch glaube ich im Deutschen), darin tragen sie von Tag zu Tag alles ein, was sie verkaufen und kaufen, alles durcheinander ohne Ordnung.“ Bei Kurt Tucholsky wandelte es sich zum literarisch-politischen Notizbuch.

    Angesichts von so viel Beliebigkeit sollte man Frau Baerbock nicht noch zu einem Symbol gegen Sexismus und Frauenfeindlichkeit hochstilisieren, wie hier im Forum geschehen. Es sollte ihr und den Grünen völlig ausreichen, das antisemitische Pamphlet der Arbeitgeberverbände (Frau Moses und die zehn Gebote) für einen Streit über die Essentials der Demokratie zu nutzen. Aber vielleicht stünde das dem angestrebten Dialog der Grünen mit der Wirtschaft entgegen?

  5. Jürgen Malyssek sagt:

    Ich möchte mich überhaupt nicht auf Annalena Baerbock einschießen, das haben andere inzwischen ausreichend getan. Sie hat ihre Fehler gemacht und steht jetzt ohne Heiligenschein da. Aber sie wird gewusst haben, auf was sie sich einlässt, in so ein Haifischbecken eines meistens schmutzigen Wahlkampfes zu springen.
    Wirklich dumm finde ich diese ewige Masche der Kandidaten oder Kandidatinnen, vor und in der Wahlkampfzeit ein Buch auf den Markt zu bringen.

    Ist doch klar, dass es auseinander gepflückt wird und Futter für die Kritiker in vollem Maße bietet.

    Angreifbar sind doch alle Kanzler-Kandidaten, wenn man es so will.
    Nur bringt es unserem Lande politisch keinen Schritt weiter, diese Schlammschlachten, je nach gesuchter Zielscheibe.
    Die schier unlösbaren Zukunftsprobleme, wie Klima, Umweltkatastrophen, Verkehr oder Flucht/Kriege, das ist doch letztlich die Crux und nicht ein „Skandal“ nach dem anderen in die Breite zu ziehen.
    Laschet und Scholz sind auch keine Heilsbringer oder Vorbilder. Ist doch lächerlich.

  6. Hallo all,
    wir haben da einen richtigen Zirkus, mit diversen Clowns, als da sind Herr Laschet mit seiner besonderen Kür im Vorfeld mit Herrn Söder, dann Herr Scholz mit diversen Soloeinlagen wie Cum Ex /Warburg,die Hamburg Schlacht, Wire card usw. Die jeweiligen Truppen schlagen jetzt auf Annalena ein, die wie Herr Engelmann richtig sagt, nicht damit rüber kommt, was denn eigentlich passieren soll. Vordringlich finde ich muss sie erklären, ob sie mit der Union eine Koalition bilden will, denn wenn, fällt sie für viele Wähler einerseits aus, andererseits wird sie dadurch manche gewinnen, die zwar das richtig wählen wollen, aber nicht so heftig, also so eine grüngewaschene Union. Das bedeutet aber weiter so, wie in Baden-W. und Hessen zu besichtigen, dass ist Union mit etwas Grünstich, da werden dann Hamster ausgewildert. Solange die Aussagen so bleiben kann der Wähler keine Entscheidung treffen, also Zirkus mit Clowns, oder ? Angesichts der anstehenden Probleme liefern alle drei führenden Parteien eine jämmerliche Vorstellung vor, die den zu erwartenden Entwicklungen in keiner Weise entsprechen. Aber die Wirtschaft macht es vor. Alles ist inzwischen Klimaneutral. Das heißt aber nur, dass es irgendwelche fadenscheinige Verträge gibt, mit denen Ausgleich geschaffen werden soll. Firma XY sagt zu, soundsovielte Bäume zu pflanzen was dann x Tonnen CO2 binden soll und und das hier emittierte CO2 ausgleicht. Wer’s glaubt. Fakt ist das CO2 wird emittiert. Punkt. Alles andere ist Augenwischerei. Auf dieser Ebene wird heute Politik gemacht. Man muss natürlich bedenken, dass über 50% der Bürger dieses Landes an ein Weiter So glauben und nichts anderes wollen. Es muss uns erst der Himmel auf den Kopf fallen bevor so etwas wie Vernunft Platz greift, eher wird das nichts, das ist das Problem.

  7. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Natürlich geht es ums Geld und nicht um Klimaschutz bei der Energiewende. Deshalb wird sie ja auch gelingen. Mit EE Strom kann man mehr Geld verdienen und nach außen den Umweltschützer geben. Obama ist auch erst grün geworden als er das gemerkt hat. Es gibt aber eine gegenläufige Strömung und die hat offensichtlich bei den alten Männern der Union das sagen. Außerdem ist sie auch mächtig. Es sind die Kohlenstoffbesitzer auf diesem Planenten. Da geht es um wahrscheinlich Billionen von Euro die abgeschrieben weil nicht mehr gefördert werden sollen. Diese Gruppe wird aber auf Dauer verlieren weil EE einfach billiger sind und deshalb ökonomisch sinnvoller. Das E-Auto wird sich gegen den Verbrenner durchsetzen wie sich der Flachbildschirm gegen die Röhrengeräte durchgesetzt hat. Die Union steht einfach auf der falschen Seite und will D. mit nehmen was leicht unschön ausgehen könnte.

  8. hans sagt:

    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/baerbocks-ansage-an-die-union-ohne-klimaschutz-keine-regierung/ar-AALSG4K?ocid=msedgntp
    Ob Baerbock klar wird das genau das ansteht? Die Frage ist halt was sagen ihre Wähler dazu wenn sie den Lindner gibt? Das es möglich ist mit den alten Männern der Union einen guten Koalitionsvertrag auszuhandeln übersteigt derzeit meine Fantasie. Besonders wenn man am Ende noch die FDP braucht.

  9. Werner Dörr sagt:

    @Klaus Philip Mertens (Impfungen)
    Recht haben Sie, auch mit Ihrem Ärger. Nirgendwo (soweit wir heute wissen…) in der Pandemie-Verarbeitung haben die verantwortlichen Politiker die Bürger so vera….. wie in der Impfplanung. Ich glaube nicht, dass da jemals die Wahrheit gesagt wurde, warum, welche Entscheidung getroffen oder Empfehlung gegeben wurde.Und deshalb setzen jetzt alle für die Wahl auf andere „Zukunftsthemen“ Marke „Klimaschutz“ um mit der Versprechung von der besseren Welt Stimmen einzusammeln, die sie mit der Erinnerung an ihre Taten in den letzten 2 Jahren verlieren. Wir werden die niedrigste Wahlbeteiligung aller BRD-Zeiten erleben.
    Übrigens noch eine Erkenntnis zum Thema Impfen: jetzt weiß ich, warum so viele Leute sich bei Impfterminen nicht abmelden, was die Politik derzeit kritisiert: Mein Sohn bekam überraschend ein Impfangebot an der Universität, 3 Wochen früher als im Impfzentrum. Ich habe für ihn korrekt sofort die Termine im Impfzentrum storniert: Dazu durfte ich alle Personendetails der ursprünglichen Anmeldung erneut in ein Internetformular eintragen, zuzüglich des zugesandten Impfcodes und zuzüglich der beiden Daten für die vorgesehenen Impftermine (klar, mit dem Impfcode allein ist ja in unserer Bürokratie sicherlich GAR NICHTS VERKNÜPFT!!). Das bedeutete, diese Dokumente aufmachen und abschreiben und ins neue Abmeldeformular eintragen, zusammen mit der emailadresse (letztere natürlich zweimal).
    Deutsche Bürokratie at its best. Und da wundert sich einer, wenn die Leute das knicken?!
    Der Wunsch meines Sohnes, mitzuteilen, warum er absagt, war leider unerfüllbar, es gab keine Rubrik dafür. Warum auch, das müsste ja jemand auswerten. Stört nur die Politiker beim Vermuten!
    Aber schön ist doch, dass nun mit dem Ansteigen der Inzidenzen in England endlich die Reisebeschränkungen von dort sowie aus den anderen Ländern mit hohen Inzidenzen und auch aus Indien, dem Mutterland von Delta gelockert werden. Über diese Regelung zum Wohle unserer Volksgesundheit werden wir uns nur freuen und die verantwortlichen Politiker loben. Ja, ich weiß, alle sind geistig gesund, die das beschlossen haben…Oder ist jemand etwa anderer Meinung?

  10. Wie die Regierung vornweg Frau Merkel die Bürger schlicht und ergreifend betrügt wurde gestern Abend deutlich. Es gab da eine Kommission, die 10 Monate getagt hat um eine bessere Landwirtschaft auf den Weg zu bringen .Man ist sehr stolz, weil man ein gutes Ergebnis erreicht hat und hatte gestern Abend Gelegenheit, die Ergebnisse zusammengefasst in einem Bericht bei Frau Merkel abzuliefern. So weit so gut. Frau Merkel salbaderte in gewohnter Form, wie toll und wie sehr man das in die Tat umsetzten wolle, sagte aber mit keinem Wort, dass der ganze Bericht Makulatur ist weil zwischenzeitlich in der EU die Gelder und Maßnahmen bis 2027 verteilt sind . Wenn also überhaupt irgendetwas passiert, dann nach 2o27. Genauso stand es auch vor einiger Zeit in der FR.Warum wird es dann nicht gesagt ? In ARD und ZDF das gleiche Spiel. Die Bürger glauben nun, was die Frau Merkel. wieder Tolles geleistet hat. Ist das Betrug ?

  11. Dieter Bickel sagt:

    Ich lese heute, daß es neben der weltweiten Coronapandemie noch ein weiteres weltumspannendes Problem gibt. Die richtige Aussprache der Namen unserer ausländischen Mitbürger und Mitbürgerinnen. (besser wahrscheinlich Mitbürger:innen, innen klein oder groß Innen geschrieben?) Bin ich nun ein Altagsrassist wenn ich die Namen der türkischen, polnischen, kroatischen, spanischen, portugisischen, englischen, russischen … Mitbürger:innen nicht richtig ausspreche? Die Schriftzeichen der chinesischen, thailändischen, japanischen oder chinesischen Sprache kann ich nicht mal lesen, geschweige denn aussprechen. Die Künstlerin Emma M. Ceren kann sich ein beliebiges Land auf der Erde (Europa reicht schon) aussuchen, und dort mal nachfragen, wie ihr Name richtig gesprochen wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit spreche ich jeden türkischen Namen falsch aus. Man möge es mir verzeihen.

  12. Adolfo Petrus sagt:

    Die „Ignoranz gegenüber der türkischstämmigen Bevölkerung“ scheint Frau Ceren so „krank“ gemacht zu haben, dass sie in eine leichte Ignoranz gegenüber den Ausspracheregeln der deutschen Sprache verfallen ist.
    Das türkische I (i ohne Punkt) lässt sich korrekt nur mit dem unbetonten E (z. B. im Auslaut) wiedergeben, wie Herr Pürsün das auch richtig bei seinem Vornamen demonstriert. Die vorgeschlagene Aussprachehilfe „Scheck“ für Sik ist nicht richtig, da hier das E wie ein türkisches E gesprochen wird.
    Die Aussprachehilfe „Tschake“ für Çakir unterschlägt das R am Wortende, das zwar leicht zu überhören sein mag aber doch da ist.
    Das weiche G (G) wird auch nur dadurch „hörbar“, dass es den Knacklaut des Stimmeinsatzes zwischen zwei Vokalen verhindert. Die Aussprachehilfe „Urdschan“ für Ugurcan unterschlägt also ein U und das G. Entsprechendes gilt für Gündogan.
    Die albernen Verballhornungen der Namen prominenter Deutscher eignen sich in der Tat nur als Provokation. Aber manchen Künstlern scheint das ja als Daseinszweck auszureichen. Im Gegensatz zu Frau Ceren wird sicher niemand absichtlich einen Namen falsch aussprechen.

  13. Manfred Stibaner sagt:

    Was soll uns der zu Tränen rührende Bericht „Türkische Namen als Aufreger“ in der Rundschau vom 28.6. eigentlich sagen? Eine Frau Ceren findet es unertraglich, dass türkische Namen in Fernsehberichten falsch ausgesprochen werden. Und sie definiert dies als Alltagsrassismus gegenüber der türkischstämmigen Bevölkerung Deutschlands. Es mache sie krank, berichtet sie.
    Ginge es vielleicht auch eine Nummer kleiner? Wird hier vorausgesetzt, daß wir alle Türkisch-Unterricht nehmen, damit wir mit der Aussprache fremder Namen keine Probleme haben? Parallel dazu lernen wir aber auch noch Englisch, Französisch, Serbo-Kroatisch, Spanisch und Griechisch nicht zu vergessen. Schließlich müssen wie Paris ohne das „s“ aussprechen können, Den Haag mit einem „ch“ am Ende betonen und Edinburg annähernd richtig als Edinborrouw bezeichnen.
    Im Serbo-Kroatischen etwa gibt’s eine Menge Akzente über dem „c“ und dem „z“, und aus dem harten Namen Zivko wird so dank eines Häkchens über dem Z ein weiches Schifko. Wer das nicht erkennt und richtig ausspricht beleidigt natürlich bösartig die Personen aus Ex-Jugoslawien…
    Nebenbei – wenn ich mich jedesmal über die falsche Aussprache oder Schreibweise meines deutschen Namens aufregen wollte, dann wär mwein Blutdruck längst bei 200 angelangt.
    Haben wir nicht genügend ernsthafte Probleme mit Klimawandel, Umweltverschmutzung, einer noch nie dagewesenen weltweiten Pandemie?
    Stehen wir nicht nach unzähligen Merkel-Jahren vor weitreichenden Wahlentscheidungen? Nee – wir müssen uns mit der schrägen Befindlichkeit einer Türkin befassen, welche die Kanzlerin (die nicht zu meinem Freundeskreis zählt) als „Ferkel“ anspricht.

  14. Hilmar Grallert sagt:

    Der Artikel von Herrn Steven Micksch in der FR vom 28.6.2021 über die richtige Aussprache türkischer Namen war sehr lehrreich, insbesondere habe ich erfahren, dass die berühmte „Künstlerin “ E.M. Ceren die Namen des deutschen Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin auf ihre ganz spezielle Weise absichtlich umformuliert; nach meinem Geschmack beleidigend, unverschämt, abstoßend, den Bundespräsidenten mit Krank-Walter Steinmeier und die Bundeskanzlerin mit Angela Ferkel zu titulieren.

  15. Dietmar Lehmann sagt:

    Bisher dachte ich, der Klimawandel, das Coronavirus oder auch die aktuell hohen Umfragewerte der FDP seien neben vielen anderen Dingen für die durchwachsen schlechte Stimmung im Land verantwortlich. Offensichtlich habe ich mich getäuscht. Die mir bisher unbekannte Frankfurter Künstlerin Emma M. Ceren bringt es auf den Punkt. Der gemeine Urdeutsche spricht die Namen seiner türkischstämmigen Mitmenschen, ins besondere die Namen türkischer Fußballspieler falsch aus. „Das macht mich krank“ sagt die Künstlerin und schließt von sich auf andere. Ohne sich dabei aber künstlich aufzuregen, findet die Frau diesen Sachverhalt unerträglich. Bei unseren Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunden mit türkischen Wurzeln handelt es sich halt einfach um extrem sensible Menschen, die nach Meinung von Frau Ceren durch die falsche Aussprache ihrer Namen tagtäglichem Rassismus ausgesetzt sind. Auch ich, so möchte ich an dieser Stelle gestehen, fühle mich durch die falsche Aussprache meines Vornamens oftmals nicht wertgeschätzt. Als Kind ( Jahrgang 1946) wurde ich von Autoritätspersonen (Lehrer, Pfarrer, Hausmeister , Polizisten) „Duda“ oder „He du“ gerufen. Meinen richtigen Vornamen „Dietmar“ konnten und können die Leute meiner hessischen Heimat bis auf den heutigen Tag nicht korrekt aussprechen. Ausgenommen davon sind die Bewohner der Wetterau und des Vogelsberges, denen das rollende R schon in der Wiege auf die Zunge gelegt wurde. Für alle anderen Menschen in meinem Umfeld bin ich halt einfach nur der Dittma.
    Ein schwerer Schicksalsschlag, den ich mit meinem verstorbenen Großonkel teile. Der Mann hieß Georg und musste zeitlebens ein Schorsch sein.

  16. Kirsten Abigail Heilbut sagt:

    Ich las in der FR vom 28.6.21 den Artikel von Steven Micksch „Türkische Namen als Aufreger“ und finde, dass die im Artikel ausgedrückte Meinung stark übertrieben ist. Das falsche Aussprechen von Namen kann nur dann Rassismus sein, wenn es absichtlich und immer wieder falsch ausgesprochen wird – trotz mehrfachen Übens. Ich habe als Deutschlehrerin für Migranten mit vielen ausländischen Namen zu tun und versuche, die Namen meiner Schüler möglichst korrekt auszusprechen. Ein Schüler wollte mir beibringen, wie sein Name „Mahmoud“ richtig ausgesprochen wird – und das über mehrere Tage hinweg je mindestens zwanzig Mal. Jedoch habe ich das „h“ höchstens dreimal im Ansatz zu seiner Zufriedenheit aussprechen können. Was sollte ich machen? Ihn gar nicht mehr mit seinem Namen ansprechen (das wäre für mich eine Missachtung seiner Person) oder es so gut wie möglich aussprechen? Insofern ist für mich das „Krank-Walter“ auch keine Provokation sondern eine unangemessene Retourkutsche wider besseren Wissens. Manche Namen, egal ob Cüneyt oder Kirsten, sind für manche Zungen einfach sehr schwierig auszusprechen. Ich fühle mich auch nicht persönlich beleidigt, wenn man mich Kristen, Christin Kirstin, Kerstin oder gar Kersten oder Karsten (zwei männliche Namen) nennt oder schreibt. Ok, ich gebe zu, wenn mein deutscher Chef, mich nach einem Jahr immer noch Kerstin nennt, bin ich etwas pikiert, aber ich werfe ihm keinen Rassismus vor, sondern im besten Fall Gleichgültigkeit und im schlimmsten Fall Mobbing.

  17. Werner Dörr sagt:

    zu@Jürgen H.Winter
    Nein, der Begriff „Betrug“ ist auf politisches Handeln halt nicht anwendbar. Strafrechtlich ist Betrug definiert als eine Handlung, durch die jemand „durch Täuschung“ dazu veranlasst wird, über eigenes oder fremdes Vermögen zu verfügen (also, es auszugeben). Andere Formen von Betrug als ums Geld konnten sich unsere Rechtsgelehrten nicht vorstellen. Da Politiker nie zum eigenen Vorteil handeln und niemals Bürger -noch dazu „durch Täuschung“- dazu veranlassen würden, unnütz Geld auszugeben, ist der Tatbestand in der Politik schlicht nicht vorhanden. Dass Bürger dazu veranlasst werden -mit welchen richtigen oder falschen Behauptungen oder Versprechungen auch immer- ihre STIMME einer Partei zu geben, kann somit kein Betrug sein, denn eine Stimme ist kein „Vermögen“. Was natürlich im Umkehrschluss auch die Erkenntnis nahelegt, dass sie juristisch gesehen auch „nichts wert“ ist…
    Anderenfalls müsste ja „Wählertäuschung“ als Straftatbestand eingeführt werden, und dafür werden sich niemals Mehrheiten in Parlamenten finden lassen.

  18. Rainer Stockmann sagt:

    Zu „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel“, FR-Politik vom 6. Juli 2021
    Danke für das gute Interview und die Kommentare von Dr. Krüger und Dr. Schwabe.
    In Pflegeausbildungen investiertes Geld ist offenbar rasch verloren, wenn die anschließenden Beschäftigungszeiten so kurz sind. Geld wird auch an anderen Stellen verschleudert:
    1. Über 100 Krankenkassen beschäftigen Vorstände, Geschäftsführer etc. und deren Vertreter sowie Personal. Da Pflege- und Krankenversicherung oft darüber streiten, wer denn nun die Kosten übernimmt, wird bis vor Gericht gestritten, was ebenfalls Ressourcen bindet und Geld verschlingt. Da konkurriert wird, gibt es Werbeabteilungen. Da es den Operationen- und Prozedurenkatalog (OPS) gibt und DRG, gibt es Fachkräfte, um Fehlcodierungen nachzuweisen und Regressforderungen zu stellen usw.
    2. Mit OPS und DRG sowie maßlosen Anforderungen an die Dokumentation schlagen sich auch ärztliches und pflegerisches Personal in den Kliniken herum, so dass sehr viel Zeit vergeudet wird, die sonst für die Patienten zur Verfügung stünde. Nicht alles wird von controlling und manchmal Codierfachkräften übernommen, die ggf. auch bezahlt werden müssen.
    3. DRG ist ein dynamisches System (im psychiatrischen Bereich sieht es mit PEPP auch nicht viel besser aus). Da kurze Liegezeiten mehr Fälle und somit mehr Geld generieren, versuchen alle, Pat. möglichst rasch zu entlassen. Jährlich wird aufs Neue geschaut, wie lang die Liegezeit für eine bestimmte Behandlung ist, und wird dann entsprechend verkürzt, das ist der „Kellertreppeneffekt“. Aus diesem Hamsterrad gibt es kein Entrinnen. Darüber hinaus wird nur die Behandlung der Hauptdiagnose bezahlt, der Rest ist umsonst. Das könnte schlecht ausgehen für z.B. „teure“ Polytraumatisierte, die nach wenigen Minuten vom Rettungsdienst versorgt wurden und es dann mit dem Aufnahmemanagement der Kliniken zu tun bekommen. Böse Zungen behaupten, bei einer sich abzeichnenden Komplikation werde lieber rasch entlassen als sofort einzuschreiten, um so eine verlustreiche Liegezeit zu vermeiden und einen neuen Fall mit neuer Diagnose zu bekommen. Das Ergebnis wäre eine potenziell lebensgefährliche, in jedem Fall schlechtere Behandlung bei höheren Kosten und obendrein ein Lob für Effizienz und Schnelligkeit. Kein Schelm, wer dabei an nichts anderes als Geld denkt.
    Die Liste lässt sich beliebig erweitern, vieles nachzulesen beim hochverehrten Dr. Hontschik. Unsummen an Geld werden von diesem System verschlungen, Geld, das man besser für ärztliches und pflegerisches Personal einsetzen sollte, um erträgliche Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung zu gewährleisten. Dieses „Gesundheitssystem“ ist ein einziger Skandal.

  19. Jürgen Heck sagt:

    Ich möchte den Gedanken von Herrn Kuhn im Leserbriefforum vom 8. Juli aufgreifen: „Das Spiel der Nationalmannschaft war von Einfallslosigkeit geprägt.“ Zum Thema Nationalmannschaft gibt es viele Gründe und Ursachen für ihr Versagen. Der DFB wirkt seit der WM 2018 gelähmt und wird von Karrieristen geführt, die nur ihren eigenen Vorteil im Sinn haben. Dies hat dazu geführt, dass Hr. Keller in einer überzogenen Reaktion, auch seitens der Medien, aus taktischen Gründen geschasst wurde. Die angemessene Reaktion wäre nach seiner Entschuldigung gewesen: „Schwamm drüber“ und eine neue Chance geben. Bierhoff hat sich in Marketingsprech verstiegen und fälschlicherweise an Löw festgehalten. Jogi Löw hat sich an seinen Job geklammert und auf das falsche (einfallslose und mutlose) System und insbesondere mit Kroos auf das falsche Mittelfeld gesetzt. Was mich dabei wundert, ist dass kein kluger Kopf in der Nationalmannschaft auf die in fast jedem Spiel sichtbaren Mängel hingewiesen hat. Alles wurde schön geredet. Hummels, Müller und Neuer haben ebenso wie Kimmich und Goretzka geschwiegen, statt die Dinge beim Namen zu nennen. Und ein Hauptmangel wurde nie thematisiert: die eklatante Fehlbesetzung mit Toni Kroos im Mittelfeld. Kreativität mit intelligenten Durchsteckpässen und optimalem Einsatz der Mitspieler über Flügelspiel gepaart mit wirkungsvollem Defensivverhalten sollte dauerhafte Kernkompetenz im Mittelfeld sein. Von all diesen Eigenschaften hat der völlig überbewertete Kurzpassspieler Kroos, der oft nur im Mittelfeld herumhüpfte und zuschaute, zu wenig gehabt. Da lief ein Kaiser ohne Kleider im Mittelfeld herum und keiner hat es bemerkt oder wollte es bemerken. Es bleibt ein Lichtblick: Ich bin zuversichtlich, dass mit Hansi Flick alles besser wird.

  20. Hallo Herr Dörr,
    vielen Dank für Rückmeldung und Aufklärung. Die Politikerkaste hält sich eben den Rücken frei. Die gleichen Leute, die von einer Frau Baerbock alles mögliche (ja, was eigentlich?) verlangen, bewegen sich selbst jenseits jeden Anstands.
    Vor einigen Tagen habe ich eine e-mail and die ARD gesandt, nachdem in einer Sendung eben diese Frau Baerbock hochoffiziell durch Frau Hassel und Herrn Röhr in impertinenter Weise befragt wurde. Ich habe auch darauf hingewiesen, dass hier der lange Arm der Union in Person von Frau Strobel zum Tragen kam. Frau Strobel, Ehefrau von Herrn Strobel, Innenminister von Baden-W., Tochter von Herrn Schäuble, berufen von Tom Buhrow zur Programmdirektorin der ARD. Muss man mehr sagen ? Ich bekam sogar eine Antwort, vermutlich Formbrief xy hier ein Zitat aus dem Schreiben: …. Seriös und fundierte, aber auch kritische Berichterstattung sehen wir als unsere zentrale Aufgabe. Ihr Kritik ist daher eine wichtige Rückmeldung zu unserer journalistischen Arbeit……
    Man muss also wohl davon ausgehen, dass die Nachrichten im öffentlich rechtlichen Fernsehen, für dass Gebühren verlangt werden, zu reiner Propaganda mutiert sind. Man landet wahrscheinlich auf einer Liste ….Das Schlimme ist, die meisten Bürger nehmen diese Entwicklung überhaupt nicht wahr.
    Nicht , dass sie glauben, ich wäre ein großer Fan der Grünen, die sind heute so zahnlos geworden und wenn sie nicht vor der Wahl fest zusagen nicht mit der Union zu koalieren kann man die nicht wählen, weil sonst im Bund genauso wenig passiert wie in Hessen und Baden-Württ.
    Nicht vergessen, es geht darum die Welt zu retten. Die heutige Ausgabe der FR ist auf dem richtigen Weg !

  21. Jürgen Malyssek sagt:

    Zum Ausscheiden bei der Fußball-EM.

    Man kann jetzt nicht, nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft, das auf mangelnde Wertschätzung von Spielern durch Jogi Löw reduzieren, so wie Leserbriefschreiber Thomas Kuhn das tut. Wertschätzung ist grundsätzlich ein wichtiger Bestandteil, um Spieler stark zu machen. Aber das hat jetzt mit dem eher mäßigen Spiel (bis auf gegen Portugal) der Nationalelf wenig zu tun.

    Da hat sich Löw gewiss keinen Gefallen mehr mit getan, doch noch die EM 2020 vor seinem Dienstende draufzusatteln. Die Luft war schon länger draußen.

    Deutschland ist nicht mehr eine gefürchtete und Top-Fußballnation. Im Gegensatz zu anderen EM-Mannschaften, wie die Schweiz, Österreich, Dänemark oder Schweden, war der Mangel an Mannschaftsstärke, Cleverness, Kampfkraft und Spielwitz deutlich zu sehen. Alle diese vorgenannten Mannschaften waren uns auch im Hinblick auf individuelle Durchsetzungskraft in den entscheidenden Momenten überlegen.

    Man kann beispielsweise auch nicht alles bei Toni Kroos abladen (Jürgen Heck). Der Wille und die Überzeugung waren bestimmt bei der Mannschaft da, beim Kampf um den Titel ein gewichtiges Wort mitzureden. Aber wie das so ist beim Fußball, du brauchst neben dem Teamgeist die Hackordnung und Spieler die – wie man so schön sagt – den Unterschied ausmachen und ein Spiel entscheiden können.
    Das war beim deutschen Team nicht der Fall.

    Du brauchst auch Typen. Und da waren weit und breit nur der Gosens und noch Kimmich. Das reicht nicht.

    Das Dilemma hat auch viel damit zu tun, dass die heranwachsenden Spieler der letzten Jahre eine viel zu akademische Ausbildung in den Fußballschulen absolvierten, mit bestimmt guter taktischer Schulung. Aber die ‚Typen‘ sind immer rarer geworden. Und darüber hinaus in ihren jeweils Talenten wenig gefördert worden. Mehr System als Individualität.

    Das Paradebeispiel ist ja Löws Faible für die falsche Neun, statt eines geborenen Mittelstürmers, den man jetzt wieder verzweifelt sucht. Du brauchst schlicht und einfach einen, der in der Spitze spielen und vor allem Tore schießen kann.

    Ob Hansi Flick in Zukunft alles besser macht, das weiß man nicht. Aber wir werden’s erleben.
    Dazu kommt noch die Krise des DFB, die nun wirklich schrecklich anzusehen ist.

  22. Werner Dörr sagt:

    @Jürgen H.Winter
    Na ja, mit der Weltrettung ist es nicht weit her. Die ist noch weiter weg als Europa, jedenfalls für unsere Politiker, gerade heute. Hiergeht es doch nur um die kurzfristige Machterhaltung, dafür gibt es „langfristige Zielvorgaben“, welche ja am Ende, das weiß mab, von den heutigen Politikern nicht umgesetzt werden müssen. So, wie in Europa jedes Land zu seinem eigenen Vorteil handelt und das eisern verteidigt, Hier ist das Ziel, zu „gemeinsamen Erklärungen“ zu gelangen, die es jedem erlauben, seinen Wählern zu erklären, die eigenen Ziele seien „zum Wohle Europas“ erreicht. Oder kann sich jemand daran erinnern, ein deutscher Politiker habe mal gesagt, die Deutschen müssten -zum Wohl Europas- auf irgendetwas verzichten? Und das auch konkret benannt? So genaus mit der „Klimapolitik“, die ja alle Parteien jetzt auf einmal (vor der Wahl) für so wichtig halten: Sagt eine Partei, was ihre Zielsetzung ist, wievieljeder Bürger künftig jährlich mehr zahlen soll, um Deutschlands CO2 Bilanz zu senken? Nein, selbst die Grünen reden nur davon, was die Bürger „zurückbekommen“ sollen, wenn sie sich „richtig“ verhalten. Wobei wir wieder bei Ihrem Betrugsvorwurf gelandet sind!!

  23. Hallo Herr Dörr,
    sie haben ja so recht, aber was hilft das alles. Immerhin gab es einmal den Club of Rome, die Grenzen des Wachstums 1972 war das. Warum haben diese dämlichen Politiker damals nicht danach gehandelt ? Heute so zu tun, als gäbe es diese Grenzen nicht ist doch absolut schwachsinnig. Und dann lässt sich diese unsägliche Frau Merkel auch. noch feiern, mit großer Abschiedstour, es ist unerträglich.

  24. Petra Brixel sagt:

    Zu: Uefa ist nicht interessiert, @ Wolfgang Steinmetz

    Fußball ist eine Sehn-Sucht, und die Uefa nutzt diese schönste aller Süchte zu ihren Gunsten aus. Ja, es geht um Geld. Und ja, Geld regiert die Welt. So ist es. Das ist aber nicht neu und sollte niemanden erschüttern oder plötzlich aufschrecken. Meine Frage ist, wer sich denn am Nasenring in die Manege ziehen lässt? Es ist der Fußballfan, der freiwillig (!) durch halb Europa fliegt (!), um seiner Leidenschaft, gepaart mit Nationalstolz, Genüge zu tun. Niemand ist gezwungen, das zu machen. Oder ist irgend jemand gezwungen, sich eine Eintrittskarte und ein Flugticket zu kaufen? „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen,“ wurde 1784 zum Leitspruch der Aufklärung. Der diesen Spruch tat, der Philosoph Immnuel Kant, hat Zeit seines Leben seine Geburtstadt Königsberg/Kaliningrad nicht verlassen. „Herr, wirf Hirn ra“, sagt der Schwabe, wenn er von Geistesblitzen erleuchtet sein will. Das scheint aber nicht zu klappen, zumindest nicht bei Fußballfans, die sich auf den Weg machen. Sie machen nur, was ihnen die Uefa und ihr Staat erlauben – und was sie sich selber erlauben. Sie dürfen es, also tun sie es. Das hat mit Uefa wenig, mit Verstand viel zu tun. „Stell dir vor, es ist EM, und keiner geht hin.“ Der Uefa die Schuld zu geben, ist billig.

  25. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Petra Brixel

    Sie haben ja nicht unrecht damit, dass der Fußballfan in seiner Leidenschaft bereit ist alle (Reise-)Strapazen auf sich zu nehmen um zu den Spielorten zu kommen und dass er alle Möglichkeiten nutzt, die ihm die Verbände und die Landesstädte bieten. Was die UEFA zuschauermäßig legitimiert hat, ist eben auch ein Fiasko und natürlich hat sie sich schuldig gemacht, egal was der Fußballfan daraus gemacht hat.