FR-Leserforum vom 21. bis 26. September

Alle Leserbriefe der Woche im Überblick nach ihren Erscheinungstagen und: Offene Diskussion! Lesen Sie in Ruhe oder suchen Sie Ihren Leserbrief gezielt mit der Tastenkombination STRG und F sowie dem Namen als Suchbegriff. Sie finden hier:

  • eine Liste der Erscheinungstage einer Woche;
  • pdf-Dokumente von den Leserforum-Zeitungsseiten (klicken Sie dazu bitte auf das „eins“ bzw. „zwei“ von „Seite eins“);
  • alle Leserbriefe des jeweiligen Erscheinungstags, die keiner hier im Blog laufenden Diskussion zugeordnet werden können;
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Im FR-Blog werden immer die ungekürzten Originalversionen Ihrer Zuschriften veröffentlicht.

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Leserforum vom 21. September
Leserforum 2 20190916Seite eins

Leserbriefe von Hans Möller, Eva Kuda, Volker Harms-Ziegler und Claudia Sadikaj zur Frankfurter AWO-Affäre, Gerda Wittmann und Karin Volkmann zu Erholungsheimen für Kinder, Gregor Böckermann über Gottesglauben und Jochen Ickert zur Pädagogik der 50er (alle gleich hier, siehe unten).

Persilschein aus Wiesbaden

Zu: „Die AWO-Affäre“, FR-Region vom 3. September, und „Niveauloser Wahlkampf“, FR-Region vom 7. September

Peter Feldmann und mit ihm die SPD-Fraktion in Stadtparlament haben offensichtlich immer noch nicht begriffen, dass die Nähe von Feldmann und seiner Frau Zübeyde zum Ehepaar Richter inzwischen zu einem ausgewachsenen politischen Problem herangereift ist – zumal Feldmann mit seiner mehr als ungeschickten Strategie den politischen Opponenten die Munition auch noch frei Haus liefert.
Als Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt auf die Idee zu kommen, von seinem „Dienstherren“, dem hessischen Innenminister, sich wie ein subalterner Beamter einen „Persilschein“ in der AWO-Affäre ausstellen lassen zu wollen, allein die Idee ist schon strafwürdig. Sich auch noch darüber zu beklagen, dass der angeschlagene CDU-Minister dieses Verfahren möglicherweise bis in den Kommunalwahlkampf hinauszögert, ist für mich überhaupt nicht mehr nachzuvollziehen. Peter Beuth kann sich als Innenminister augenscheinlich viel erlauben, den „roten“ Feldmann jetzt „weiß“ zu waschen, wäre höchstwahrscheinlich dessen politisches Ende.

Hans Möller, Frankfurt

Kampf um Ablösung des Oberbürgermeisters?

Niveauloser Wahlkampf – die Überschrift  fasst  gut zusammen ,was die FR seit Wochen und Monaten ihren LeserInnen in der Berichterstattung über die AWO Affäre zumutet.Von der FR wird  die   AWO Affäre gleich zu Beginn auf die Rolle Feldmanns und dessen Ehefrau reduziert.Thematisiert und aufgearbeitet  wird nicht das Versagen demokratischer Kontrollorgane  sondern einzig und allein  persönliches Fehlverhalten.Der AWO Skandal wird damit  im Kern politisch verharmlost.
Nach der gefühlt hundertfachen Wiederholung des Dienstwagenfabrikats der Ehefrau des Oberbürgermeisters  ist der journalistische Informationswert für die LeserInnen der FR gleich Null .In den Artikeln der FR  sind die Grenzen zwischen Berichterstattung und persönlichen politischen Schlussfolgerungen der Verfasser  längst aufgehoben. Mit fast schon obsessiver Besessenheit unterstützen und forcieren sie den Kampf von Grünen – und CDU VertreterInnen für die Ablösung des amtierenden Oberbürgermeisters. Deren eigenes Tun und vor allem  Lassen , sei es in Verkehrs-, Gesundheits-oder Wohnungsfragen bleibt gnädig aussen vor . Vor diesem Hintergrund wirkt der dezent versteckte Hinweis von Georg Leppert „ ein paar mehr eigene Inhalte ( bei der CDU) wären schon ganz schön „ so wenig ernst gemeint wie er ist.
So wenig auch darauf zu hoffen  ist , wäre es doch ganz schön , wenn die FR von dieser Art des Wahlkampfes endlich Abstand nehmen würde .

Eva Kuda, Frankfurt

Albern und unglaubwürdig

Die Reaktionen Peter Feldmanns auf die AWO-Affäre und der Auftritt in der letzten Stadtverordnetenversammlung kann ich nur als – höflich formuliert – Veralberung der Wähler bezeichnen.
Dass Jürgen Richter, dessen Frau die Eingruppierung der Stelle Frau Feldmann bei der AWO handschriftlich korrigiert hat, nur ein Bekannter sein soll, klingt unglaubwürdig. Dass ein Mann nicht mitbekommt, dass seine Frau einen Dienstwagen fährt – auch als sie bereits in Elternzeit ist – und die Höhe des Gehalts seiner Frau nicht kennt ebenso.
In der Stadtverordnetenversammlung hat der OB das Recht in Anspruch genommen, für den gesamten Magistrat zu reden. Da er aber ganz offensichtlich keine mit dem Rest des Magistrats abgestimmte Position vorgetragen hat, war diese Aktion inhaltlich schlichtweg Unsinn. Dem angegriffenen Stadtrat eine Antwort zu verwehren, ist einfach nur schäbig. Feldmanns lobende Worte darüber, „dass nunmehr alle Parteien zur Sacharbeit zurückkehren wollen“, sind ohne die Reflexion seiner eigenen Rolle unpassend.
Dass der OB parallel zur Stabsstelle Sauberes Frankfurt Herrn Postleb aus dem Ruhestand holt – sicherlich nicht umsonst – und in die Kompetenzen anderer Dezernenten hineinregiert, erweckt den Eindruck, mit Politikern anderer Parteien gar nicht erst zusammenarbeiten zu wollen.
In diesem Zusammenhang frage ich mich, ob die SPD als eigenständige politische Kraft wahrgenommen werden will oder sich als Jubelverein für einen selbstverliebten OB versteht.

Volker Harms-Ziegler, Frankfurt

Nur die Spitze des Eisbergs

Der AWO-Skandal ist nur die Spitze des Eisbergs. In Stuttgart bei der Tafel ist auch nicht alles im Grünen. Und bei der Caritas schon gar nicht.

Claudia Sadikaj, Stuttgart

fr-debatte

Liebvoll betreut und viel gelernt

Zu: „Ohrfeigen, bis alle still sind“, FR7 „Heim“ vom 12./13. September

Der.Bericht von Herrn Schmitt über seine schlimmen Erlebnisse in Erholungsheimen in seiner Kindheit sind erschütternd, trotzdem oder gerade deswegen bin ich motiviert, von meinem persönlichen sehr guten Erfahrungen als Kind in einem Kinderheim auf der Insel Sylt zu berichten. Mit knapp 6 Jahren wurde ich 1949 im April/Mai für 6 Wochen mit einem Kindertransport der Bahn in das Kinderheim Klappholtal auf Sylt gebracht.
Am Friedberger Bahnhof nahm mich eine freundliche Frau (Jugendleiterin) in Empfang, die mich und weitere eingesammelte Kinder während der langen Fahrt  so liebevoll betreute, dass schon damals in mir der Wunsch erwachte, das zu meinem Beruf zu machen. Kurz und gut, die 6 Wochen Kur verliefen für mich nur erfreulich. Ein einziges Mal mochte ich eine Pilzsuppe nicht esssen, was kein Problem war. ansonsten erhielt ich viele Anregungen zum gemeinsamen Spielen, singen, tanzen und auch lernen, denn meine besorgte Mutter wies darauf hin, dass ich ja gerade erst ins 1. Schuljahr eingetreten war und sonst sicher den Anschluss verlieren würde. Zu meiner Betreuerin baute sich schnell eine emotional gute Beziehung auf. Für mein Gesundheitsproblem war dieser Ort genau das Richtige, mein Bronchialasthma wurde durch den häufigen Aufenthalt  in der salzigen Meeresluft geheilt.
Und nun das Beste: Ich habe meinen frühen Berufswunsch tatsächlich realisiert. Nach einer Ausbildung als Kindergärtnerin von 1960 bis 1962 trat ich meine erste Arbeitsstelle im Kinderheim Satteldüne auf der Insel Amrum an. Dort wurden Kinder mit Lungenschädigungen in 6 wöchigen Kuren aufgenommen. Auch in dieser großen Einrichtung, es war noch eine Heilstätte angegliedert, herrschte ein sehr freundlicher Ton. Die mir anvertraute Gruppe von 12 bis 15 Kindern wurde den Tag über von mir bei allen Unternehmungen wie Mahlzeiten, Strandgänge, Sport und Spiel betreut, Mittags gab es eine obligatorische Mittagsruhe von 2 Stunden, die die Kinder in ihren Schlafzimmern verbrachten, dort aber auch lesen oder miteinander reden durften und abends um 7 begann die Ruhezeit, die genauso, wie die Mittagsruhe, von der sogenannten Schlafwache betreut wurde. dieser Dienst war nicht einfach, trotzdem gab es keine Grausamkeiten wie von anderen Heimen berichtet wurde. Diesen Dienst mußte man 6 Wochen lang übernehmen. Da er aber zirkulierte, war keiner davon so gestresst, daß die Kinder darunter hätten leiden müssen. Nach 6 Wochen Kur begleiteten wir die meistens gut genährten und erholten Kinder zurück in ihre Heimatstädte.
Ich will mit meinem Beitrag, zeigen, daß es nicht überall so trist und traurig ablief, wie schon mehrfach berichtet wurde.

Gerda Wittmann, Kronberg/Ts.

Ich war vielleicht ein unkompliziertes Kind

Ich (Jahrgang 1947) war bestimmt über 30 Jahre lang Abo-Leserin und da wir einige Zeit im Ausland waren, lese ich die FR nach wie vor täglich. Ganz besonders interessierte mich der Bericht „Heim“. Ich gehörte genau zu diesen Kindern, die 1961 von der Stadt Frankfurt verschickt wurden, weil ich so dünn war. Aber ich hatte vier tolle Wochen in einem Kinderheim in Kaufbeuren/Allgäu. Ich war in der 7.Klasse Realschule und wir mussten Tagebuch schreiben, was mir Spaß gemacht hat, und das habe ich noch! Auch habe ich noch Briefe an meine Mutti und von ihr. Ich habe gerade nochmal alles gelesen und meine Erinnerung an diese Zeit war sehr schön. Ich muss hier also mal eine Lanze für die Heime und Schwestern brechen, die sich wirklich toll um die Kinder gekümmert haben. Wir haben wirklich viel unternommen und erlebt. Aber vielleicht war ich auch nur ein „unkompliziertes Kind“, denn auch das Essen hat mir immer gut geschmeckt!! Ich möchte auch nicht das, was anderen Kindern an Leid und Schmerz zugefügt wurde, kleinreden und es ist wichtig, dass auch heute noch oder gerade heute noch darüber gesprochen wird und eine gewisse Aufarbeitung erfolgt. Ich versuche gerade zu recherchieren, um drei Mädchen aus Kiel ausfindig zu machen, die mit mir in diesem Heim in Kaufbeuren waren. Die Erinnerung hat mich gepackt und ich werde diese Tagebücher mal meinem Enkel (12 Jahre) vorlesen und ihm von dieser Zeit erzählen.
Ganz liebe Grüße und danke für den Artikel

Karin Volkmann, Eschborn

fr-debattePascals Wette mit Gott

Zu: „Schroff statt verständnisvoll“, FR-Meinung vom 15. September

Nein, partout nicht will ich Michael Herl die Existenz eines Gottes glaubhaft machen. Aber provoziert hat mich doch seine Aussage, dass er mich Gläubigen mit Verschwörungstheoretikern wie den Corona-Verharmlosern gleichsetzt.
Da ich nicht mit ihm reden kann, hier einige Überlegungen, die ich bei Hans Küng fand: „Mit meinen 85 Jahren möchte ich für immer an der Wahl festhalten, die ich in meinen jungen Jahren bewusst vollzogen habe.Nach dem Mathematiker und Philosophen BLAISE PASCAL eine „Wette“ (franz.: „pari“), für welche die Chancen gut stehen: „Infini ou rien“, gegen das Nichts für Unendlich. Das heißt: Ich verliere nichts, wenn ich an Gott und an ein ewiges Leben glaube, kann aber in diesem Glauben alles gewinnen.“
Ich frage mich, ist es gerechtfertigt, dass Michael Herl an Gott Glaubende mit Verschwörungstheoretikern gleichsetzt ?

Gregor Böckermann, Neu-Isenburg

fr-debatteSchutz der Schwächeren

Erwiderung auf: „Pädagogik der 50er Jahre“, FR-Leserforum v. 12. 9.

Der Schreiber des Leserbriefs unterliegt einem Trugschluss, dem leider viele Mitbürger unterliegen: Es geht nicht um die kleinkarierte Autoritätswut der 50er Jahre, sondern darum, Schwächere wie auch die Allgemeinheit vor dem verantwortungslosen Missbrauch der Freiheit durch Einzelne zu schützen.
Fange ich bei Corona an: Die Benutzung der Mund-Nasen-Schutz-Masken schützt die Einzelnen wie die gesamte Gesellschaft vor einer unkontrollierten Verbreitung des Virus. Weltweit fast 30 Millionen Infizierte und mehr als 900.000 Tote sollten Grund genug sein, beim Infektionsschutz mitzuhelfen. Und die strengeren Geldbußen wurden eingeführt, weil mehr und mehr Mitmenschen nicht gelegentlich mal ihre Masken vergaßen oder falsch aufsetzten, sondern diese bewusst verweigern und öfters auch in Worten und mitunter auch in Taten aggressiv werden.
Zu den Geschwindigkeitsverstößen: Die Zusammenhänge zwischen Geschwindigkeit, Bremswegen und Unfallfolgen sind eindeutig. Wer „ein Tempo 30-Schild übersieht“, hat nicht eben mal seine Monatskarte zu Hause vergessen, sondern gefährdet grob fahrlässig die Allgemeinheit. Bei Tempo 30 kann ein Unfall mit einem Kind oder Senioren noch vermieden werden oder glimpflich verlaufen, bei Tempo 51 eher nicht. Zu Recht hatte der Gesetzgeber vorgesehen, bei entsprechenden Geschwindigkeitsverstößen innerorts für einen Monat aufs Autofahren verzichten zu müssen.
Und auch der „Parksünder“ steht häufig eben nicht nur mal 5 Minuten zu lange an der Parkuhr, sondern behindert oder gefährdet mit seinem willkürlich in den Straßenraum abgestellten Auto andere Verkehrsteilnehmer. Mitunter kommen Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen am Blechhaufen nicht vorbei, Radfahrer werden zu riskanten Ausweichmanövern verleitet, mitunter kommen auch Bus, Straßenbahn oder Feuerwehr nicht mehr durch.
Unsere demokratischen europäischen Nachbarländer haben dieses richtig erkannt und erheben genau für die genannten Fälle zu Recht deutlich höhere Strafen. Und möglicherweise könnte man sich am – zumindest bis Trump – „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“, den USA – orientieren. Dort werden auch Schadensersatzansprüche wegen erlittener Unbill deutlich großzügiger gewährt.

Jochen Ickert, Frankfurt

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Leserforum vom 23. September
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Leserbriefe von Elena Ezeani, Helmut Usinger, Christa Kreß und Margit Sandig zum Flüchtlingslager Moria und dem Scheitern der europäischen Asylpolitik (veröffentlicht hier), Gert Gätke zu einer Gesellschaft ohne jede Empathie (veröffentlicht hier) und Herbert G. Just zum Thema „Humanität wagen“ (gleich hier, siehe unten).

Etwas beeindruckend Gutes schaffen

Zu: „Humanität wagen“, FR-Meinung vom 14. September

Ich liebe meine Tageszeitung. Weil sie Fakten liefert und die Verhältnisse wieder geraderückt. Ich gebe zu, ich war einige Tage hin- und hergerissen zwischen Aufnahme und Nichtaufnahme von Flüchtlingen aus dem Lager Moria, zunehmend begleitet von einem unangenehmen Gefühl des Eigentlich-helfen-Müssens. Und dann lese ich heute den Leitartikel von Stephan Hebel, der darlegt, dass wir pro Jahr bis zu 200 000 Flüchtlinge aufnehmen und dass für dieses Jahr bis Ende August nur 55 000 Asylanträge eingegangen sind. Also haben wir Luft nach oben, nehmen mindestens 6000 verzweifelte Menschen aus dem Lager Moria auf und zeigen den Kaczynskis, den Orbáns und Weidels dieser Welt, was christlich-menschliche Solidarität ist. Eine europäische Lösung wird es mit Menschen dieses Schlags nicht geben, wir stehen als deutscher Staat in der Verantwortung und müssen den Menschen schnellstmöglich helfen. Den Takt darf dabei nicht ein halbseniler Bundesinnenminister angeben, hier ist die Richtlinienkompetenz der Kanzlerin gefragt. Vielleicht ist es für sie ja die letzte Möglichkeit, noch einmal etwas beeindruckend Gutes zu schaffen.

Herbert G. Just, Wiesbaden

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Leserforum vom 24. September
Leserforum 2 20190916Seite eins

Leserbriefe von Hagen Krämer, Wilma Fischer und Josef Karl zum Geldwäsche-Vorwurf und zur Commerzbank, Jürgen Malyssek zum Brexit, Ulrike Decker zur Trockenheit und zum Wasserproblem in der Rhein-Main-Region und Sabine Hütwohl zur Luftverschmutzung in Frankfurt (alle gleich hier, siehe unten).

Seite zwei

Leserbriefe von Franziska Kutschera, Lukas Engelkampf und Wilhelm Meyer zur Mut-Serie der FR /(veröffentlicht ab hier) sowie Karlheinz Fritz zum Staatenlenker-Duo Putin und Lukaschenko (alle gleich hier, siehe unten).

Das muntere Treiben der Banker und Juristen

Geldwäsche: „Waschsalon Commerzbank“ und „Kontrolleure kontrollieren“, FR-Tagesthema vom 22. September

Kann da noch jemanden überraschen? Da werden Regeln erlassen oder verschärft, um Geldwäsche zu verhindern. Und was passiert sonst noch? Die Staaten installieren ggfs neue Behörden, deren Aufgabe die Prüfung der Banken usw sein soll. Aber von einer guten personellen und technischen Ausstattung kann wohl kaum die Rede sein. Das zeigt sich doch stets aufs Neue (man erinnere sich nur an die hessischen Steuerfahnder oder den aktuellen Fall Wirecard).
Und die Banken und anderen Institute, an die die Geldwäscheregelungen gerichtet sind? Haben natürlich wenig Interesse, viel Geld für so unproduktive Prüfungen von Kunden auszugeben. Folgerichtig auch dort keine angemessene Ausstattung mit qualifiziertem Personal oder guter Technik. Das wäre ja auch nicht wirtschaftlich und könnte Kunden verprellen.
Solange nicht mit konsequenter Kontrolle durch gut ausgestattete Behörden gerechnet werden muss, wird das Geschäft weiter so laufen.
Und wer weiß, ob nicht wichtige Entscheidungsträger in der Politik auch ihre Vorteile dadurch haben?

Hagen Krämer, Mühlheim

Datenaustausch mit dem Rest der Welt

Seit Jahren weisen Experten auf Lücken im weltweiten Anti-Geldwäsche-Kampf hin. Eine länderübergreifende Recherche zahlreicher Medien malt nun ein düsteres Bild. Auch die Deutsche Bank gerät ins Visier.
Im Kampf gegen internationale Geldwäsche gibt es nach Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks nach wie vor erhebliche Defizite. Demnach offenbaren die bekannt gemachten Informationen aus einem Datenleck des US-Finanzministeriums, dass Banken aus aller Welt über Jahre hinweg Geschäfte mit hochriskanten Kunden abgewickelt und trotz strenger Regularien mutmaßliche Kriminelle als Kunden akzeptiert und für diese Überweisungen in Milliardenhöhe ausgeführt hätten. Gemeldet haben sie diese Vorgänge den Angaben zufolge mitunter nur sehr zögerlich und zum Teil mit jahrelanger Verspätung.
Dies ist das Ergebnis einer gemeinsamen Recherche mehrerer Medien-Partner, die unter dem Namen „FinCEN-Files“ veröffentlicht wurde. An der Recherche haben sich den Angaben zufolge 110 Medien aus 88 Ländern beteiligt, darunter in Deutschland der NDR, WDR, und die Süddeutsche Zeitung. Insgesamt handelt es sich nach Angaben der beteiligten Medien bei den „FinCEN-Files“ um mehr als 2.100 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen aus den Jahren 2000 bis 2017. Die Gesamtsumme der Transaktionen liege bei etwa zwei Billionen US-Dollar also aktuell 1,69 Billionen Euro. Eine Summe, welche sich ein normaler Mensch garnicht vorstellen kann.
Das Netzwerk Steuergerechtigkeit, das seit Jahren Missstände im Kampf gegen internationale Geldwäsche aufzeigt, zeigte sich wenig überrascht über die Defizite. Das Datenleck gebe aber einen erschütternden Einblick in die zentrale Rolle des US-Finanzsystems als Raum für die globaler Geldwäsche, sagte Markus Meinzer von dem Netzwerk der Deutschen Presse-Agentur. Die USA belegten auf dem „Schattenfinanzindex“ den unrühmlichen zweiten Platz nach den Cayman Islands. Die USA müssten und sollten endlich zum steuerlichen Datenaustausch mit dem Rest der Welt übergehen. Darauf muss Europa und Deutschland nachdrücklich bestehen.

Wilma Fischer, Eschborn

Die bisher gefällten Urteile sind ein Witz

Der Staatskasse sind durch Dividendentricks der Banken (Cum-EX Geschäfte) hier spricht man von einer Größenordnung von rund 20 Milliarden Euro entgangen.
Der Umgang mit der Aufklärung der organisierten Steuerhinterzieher seit 2006 ist skandalös – „und dieser Skandal hält bis heute an“.
Auch der heutige Finanzminister Scholz hat wie üblich keine konkreten Erinnerungen für das Jahr 2016 und der 47 Millionen Euro Geschenk an Warburg Bank.
Aber die SPD als Partei bekam seitens der Warburg Bank Geldbeträge zum Bundestagswahlkampf. Diesen Betrag konnte die Warburg Bank von der Steuer absetzen. Konnte es sein, dass durch diesen Millionenbetrag Hamburg aus dem Länderfinanzausgleich herausfiel und bekam dadurch von den zahlenden Bundesländern einen finanziellen Steuerausgleich?
Insgesamt fordert die Stadt Hamburg inzwischen 160 Millionen Euro zurück.
Die CDU versucht jetzt, Herrn Scholz in die Enge zu treiben, sagt aber kein Wort zu dem Mann aus den eigenen Reihen, Wolfgang Schäuble.
Als ehemaliger Finanzminister sah er dem Treiben der Bäncker und Juristen lange Jahre tatenlos zu. Dergleichen auch der ehemalige Finanzminister Steinbrück. Dieses Plündern der Staatskassen hätte längste beendet werden müssen.
Den, der sich nicht gezahlte Steuern erstatten lässt, ist ein Betrüger und muss als solcher behandelt werden. Auch die gefällten Urteile sind ein Witz. Millionen Betrüger bekommen Bewährungsstrafen.
Wundern wir uns immer wieder, wenn in den Medien von einer Gesetzeslücke die Rede ist.
Hat da jemand gut aufgepasst, dass diese Lücke auch bleibt wo sie ist. Inzwischen geht der Betrug weiter über Cum/Fake – Geschäfte. Sogar der Bundesrechnungshof sagte dazu, dieses Modell muss unterbunden werden.

Josef Karl, Kelsterbach

fr-debatteAuf der Insel liegt wohl etwas tief im Argen

Zu: „Die englische Krankheit“ und „Der wilde Poker des Boris Johnson“, 16. 9.

Es ist mit Boris Johnson wie mit Donald Trump. Es kann nicht nur an diesen beiden politischen Despoten liegen. Es muss dem politischen Desaster auch eine Mentalität der Menschen dieser Länder zugrundeliegen, die diese Hasardeure und Provokateure auf den Thron hieven.
Demnach hat es wenig Sinn, sich an den Johnsons und Trumps abzuarbeiten. Rüdiger Görner spricht bei „Die englische Krankheit“ von der Arroganz, Unmündigkeit und Apathie in Britannien. Allein an der ehemaligen Weltstellung in der Seefahrt Englands können diese Volksattribute nicht festgemacht werden. Görner spannt weiter einen Bogen zwischen der Wähler-Lethargie und dem ‚Gelache‘ eines Publikums bei einer Tragödie wie „Hamlet“. Da liegt also etwas tief im Argen. Ein Politiker Boris Johnson, der absolut seine Profession verfehlt hat, führt sein Land an den Rand der Lächerlichkeit und gefährdet mit dem Binnenmarktgesetz den schwer errungenen Friedenszustand zwischen Nordirland und der Republik Irland.
Wie kommt es, dass (auch) ein Inselstaat wie Irland ein so vernünftiges Verhältnis zu Europa pflegt, also mündig geworden ist und ganz real als Gesellschaft davon auch profitiert?

Jürgen Malyssek, Wiesbaden

fr-debatteNachdenken über unser eigenes Verhalten

Seit 44 Jahren lese ich die FR. Sie war mir in dieser Zeit ein kritischer Begleiter, der Missstände ansprach und Veänderungen anstrebte. Umso mehr vermisse ich die Berichterstattung uber einen Missstand ganz in der Nåhe, der sehr viel mit dem Verhalten der Frankfurter zu tun hat.
Die Stadt bezieht ihr Trinkwasser zum großen Tei aus dem Vogelsberg und dem hessischen Ried. Seit den Dürresommern der letzten Jahre sinkt dort der Grundwasserspiegel dramatisch ab. 2018 ergab die Niederschlagsmenge ein Minus von 30 Prozent, wåhrend sich der Verbrauch im Ballungsraum an den Hitzetagen mehr als verdoppelte.
Wåhrend die Bürger in den Wasserfõrderungsgebieten auf Sparapelle und verstärkte Nutzung von Betriebswasser warteten, geschah nichts. Der Wald stirbt im Vogelsberg ab.
Mitglieder der Schutzgemeinschaft Vogelsberg und örtliche Bürgermeister*innen demonstrierten mit einem abgestorbenen Baum vor dem Römer. Es gab keine Gesprächsangebote der Kommunalpolitiker*innen. Berichterstattung in der FR? Fehlanzeige!
Liebe FR-Redaktion, es ist notwendig über Vernichtung des Waldes in Brasilien zu berichten, aber sollten wir nicht erst mal bei unserem eigenen Verhalten beginnen? Wenn Ihnen Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit wichtig sind, kann ich Ihnen die Kontaktaufnahme zu Hans Otto Wack, Schotten, Vorsitzender der SGV empfehlen. In der Hoffnung bald einen Bericht zu einem Thema, das uns alle unmittelbar betrifft, zu lesen, sende ich freundliche Gruße.

Ulrike Decker, Ranstadt

fr-debatteVerlässliche Todeszahlen

Zu: „Schmutzige Luft tötet“, FR-Wirtschaft vom 9. September

Die Zahlen sind mal wieder erschreckend. Kurz darauf fuhr ich mit dem Rad durch die Stadt und wurde mehrmals von kräftig stinkenden Abgasen eingenebelt – sind das nicht auch Aerosole?
An die haben wir uns aber schon „gewöhnt“ – besagter Bericht zeugt davon. Diese Aerosole mit den verlässlichen Todesfolgen nehmen wir seit Jahren willentlich in Kauf, wir wollen weiter Auto fahren, selbst gegenüber Kindern, die noch viel direkter auf Auspuffhöhe atmen – wie steht das im Verhältnis zu dem Aufwand Virus-Aerosole vermeiden zu wollen?? All die Konsequenaen des Kultur-, Kneipen-, Gastronomie-Sterbens…

Sabine Hütwohl, Bielefeld

fr-debatteViel zu wenig Mut

Putin und Lukaschenko: „Diskrete Gespräche in Sotschi“, FR-Politik vom 15.9.

Zwei Ehrenmänner in Anzug und Krawatte lächeln in die Kameras. Richtig müsste es heißen: „Ein Schwerkrimineller hilft dem anderen.“ Doch das schreibt keine Zeitung. Aber ist es etwa Menschenliebe, wenn Putin Tausende Syrer in den Tod bomben und Lukaschenko hunderte friedliche Demontranten halbtot schlagen und in seine Foltergefängnisse transportieren ließ? Papst Franziskus empfing Putin zwei mal und orthodoxe Bischöfe sind seine Freunde! Wer es fassen kann, der fasse es! Denn wo gehören beide hin? Nach internationalem Recht lebenslang hinter Gitter! Stattdessen tanzt Putin der ganzen Welt, also auch der UNO, auf der Nase herum, wenn er vor einer Einmischung des Auslandes warnt, während das nicht für ihn gilt, weder in Syrien, noch in Belarus, der Ukraine oder anderswo. Wer sind die wahrhaft schrecklichen Herren der Welt: Putin, Xi Jinping und all die anderen kleinen und großen Diktatoren, die ihre Untertanen jederzeit foltern oder vergiften können. Und wir, im Paradies der Freiheit, schauen sehr tatenlos zu. Ein Veto haben wir nicht und viel zu wenig Mut!

Karlheinz Fritz, Bad Camberg

 

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Leserforum vom 25. September
Leserforum 2 20190916Seite eins

Leserbriefe von Emil Jacob, Christiane Schwarze, Eva Blatt, Gerhard Rüth und Gitta Röth zur Entwicklung im besetzten Dannenröder Forst, Robert Maxeiner und Reiner Lins zum Nein des Ethikrats zum Immunitätsausweit, Siegfried Kowallek zu Belarus, Johannes Steil zu Israels Problemen mit dem Gaza-Streifen und Georg Rapp zu „Reiche geben Gas“ (alle gleich hier, siehe unten).

Schizophrener geht grüne Politik wohl nicht

Der Herr Tarek Al-Wazir kann doch morgens nicht mhr in den Spiegel sehen, ohne in Schamesröte zu versinken. Was mit den Grünen derzeit in Hessen gegen die Natur mit durchgewunken wird, ist unfassbar.
Vor einiger Zeit habe ich eine Sendung im HR gesehen über den jämmerlichen Zustand des Frankfurter Stadtwaldes, beschrieben durch die Umweltbeauftragte der Stadt Frankfurt. Gleichzeitig wird der Fraport AG die Waldrodung für einen Autobahnanschluss zum umstrittenen Terminal 3 genehmigt. Schizophrener geht in Hessen grüne Politik wohl kaum. Bravo Herr Lobby-Wirtschaftsminister der Grünen von Hessen.

Emil Jacob, Poppenhausen

Was bedeutet Ihnen Ihr grünes Gewissen, Herr Al-Wazir?

Sehr geehrter Herr Minister Al-Wazir, als Grünenwählerinnen seit der ersten Stunde bringt uns Ihr Verhalten in den Zwiespalt, dass unser Herz grün ist, aber wir bei der nächsten Wahl einen solchen Minister bzw. die Hessischen Landesgrünen, nicht mehr unterstützen werden.
Während die Grünen hier vor Ort, insbesondere die Homberger Stadträtin Barbara Schlemmer, unermüdlich für urgrüne Werte und den Erhalt unserer Heimat kämpfen, und während immer mehr Grüne und KlimaaktivistInnen uns unterstützen, erklären Sie
„Natürlich ärgert es mich, dass ich die Autobahn weiterbauen muss. Und noch mehr, dass alle denken, dass ich das Projekt stoppen kann.“ „Als Landesverkehrsminister habe ich keinen Spielraum“.
Wenn es tatsächlich so ist, dass Sie in Ihrem Amt keinen Spielraum haben, ein Projekt zu stoppen, von welchem Sie genau wissen, dass es ökologisch völlig verfehlt ist und jedem gesunden Menschenverstand widerspricht, dann sollten Sie den Menschen, welche Sie gewählt haben wenigstens beweisen, dass Ihnen im Laufe des Regierens nicht jedes grüne Gewissen abhanden gekommen ist.
Wenn Sie in Ihrer Rolle als Minister wirklich zwingend entgegen Ihren eigenen Grundsätzen handeln müssen, dann zeigen Sie Rückgrat und Courage und treten Sie von diesem Amt zurück.
Stellen Sie sich endlich auf die Seite Ihrer eigenen Basis!
Es ist eine Schande, dass zwar Politiker*Innen der Partei „Die Linke“ sich mit den Menschen vor Ort solidarisieren, aber wir von unserem eigenen grünen Minister nur hören, er könne nichts tun.
Doch, das können Sie: Setzen Sie ein Zeichen, dass Ihnen Ihr grünes Gewissen mehr bedeutet als Macht. Dann verlieren Sie zwar ein prestigeträchtiges Amt, aber Sie gewinnen das Vertrauen und den Respekt ihrer eigenen Basis zurück.

Christiane Schwarze und Eva Batt, Homberg/Ohm

Die A49 dürfte heute nicht mehr genehmigt werden

Herr Al-Wazir – unser hessischer „grüner“ Wirtschaftsminister –  hat sich darum zu bemühen, daß es „der Wirtschaft“ gut geht. Er hat aber einen Eid auf das Wohl des Landes geleistet, der nicht besagt, daß dies unter kapitalistischen Prioritäten und Gesichtspunkten zu erfolgen hat. Für einen „grünen“ Politiker sollte es selbstverständlich sein, nicht noch – wie geschehen – zusätzlichen Flugverkehr nach Ffm zu holen bzw. zu fördern (z.B. „Billigflieger“ Ryanair, etc.). Das läßt sich nicht mit dem Wissen vereinbaren, daß wir nur mit und nicht „auf Kosten“ der Natur – zu der wir gehören und nur von/mit der wir leben und wirtschaften können. – Herr Al-Wazir ist erneut als „grüner“ Minister gefordert, wenn es jetzt um den anstehenden „Lückenschluß“ der A 49 geht. Die A 49 dürfte heute nicht mehr genehmigt werden und der „Lückenschluß“ ist nicht naturgesetzlich gefordert, sondern ein Willensakt. Ein Beschluß bzw. ein Vorhaben, das vor ca.40 Jahren gefaßt wurde – auch wenn er nochmals in einer Koalitionsvereinbarung erwähnt wird, kann und muß evtl. neuen Beurteilungen unterzogen und entsprechend korrigiert werden – ein „weiter so wie bisher“ kann keine verantwortbare Haltung und Grundlage einer anstehenden Entscheidung sein.

Gerhard Rüth, Herold

Was tut der Mensch der Natur an?

Der Buchenmischwald im Kellerwald stirbt, so, wie schon viele Nadelwälder in Deutschland gestorben sind in den vergangenen Jahren. Das Gebiet ist trocken, der Boden ist steinig. Bäume haben hier keine hohe Widerstandskraft gegen Hitze und Dürre, die der menschgemachte Klimawandel mit sich bringt. Der Kellerwald stirbt, ein Teil eds Weltnaturerbes alter Buchenwälder. Es ist unendlich traurig.
Der Dannenröder Forst und Herrenwald könnten überleben. Der Boden ist wasserreich. Es sind ebenso schöne und wertvolle alte Mischlaubwälder. Vielleicht würden sie einst zu den letzten Wäldern Deutschlands zählen, wenn sie nicht einem unnötigen Autobahnbau geopfert würden. Es ist ebenso unendlich traurig.
Was tut der Mensch hier nur, was tut er der Natur an, in seinem Technikwahn und seiner grenzenlosen Wirtschaftsgläubigkeit, und in seiner großen Gleichgültigkeit gegenüber der Schöpfung Gottes.

Gitta Röth, Essen

fr-debatteUnausgegorene Vorhaben des Ministers

Ethikrat: „Immunitätsausweis abgelehnt“, FR-Politik vom 23. September

Der Immunitätsausweis ist vom Tisch. Das ist eine gute Nachricht. Allerdings nur vorerst! Zum einen ist das derzeitige Konzept unausgegoren, da noch nicht sicher nachgewiesen werden kann, dass Menschen sich nicht erneut mit Covid 19 anstecken können, zum Anderen schafft dieser Ausweis wie das Ratsmitglied Simon bemerkt „die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft“. Meines Erachtens sollten diese Argumente genügen, um ein anderes Konzept zu erarbeiten, welches Menschen vor dem Virus schützt. Ich verstehe die Leichtfertigkeit des Gesundheitsministers nicht, mit der er immer wieder unausgegorene Vorhaben auf den Plan setzt. Und ein Ethikrat muss sich dann vor Kameras aufplustern, als habe er gerade die Zivilcourage erfunden. Politik sollte doch das Abwägen möglichst guter Vorhaben zum Ziel haben und nicht das Durchdrücken halb garer Ideen mit kaum zu kontrollierenden Nebenwirkungen oder die Vermeidung derer. Hinterher wird man dieser Nebenwirkungen nicht Herr und muss mal wieder neue Verordnungen finden, um diese zu vermeiden. Diesen Kreislauf kennen wir doch aus der Medikamentenverschreibung.

Robert Maxeiner, Frankfurt

Keine Sicherheit in Sachen Immunität

Es ist richtig, dass der Ethikrat das Ansinnen eines Immunitätsausweises abgelehnt hat. Wo könnte ein Immunitätsausweis hinführen und wie ist er in der Umsetzung dann anzuwenden? Muss man ihn immer dabei haben und auf Verlangen z. Bsp. beim Betreten eines Geschäftes vorzeigen? Darf ich mich nicht mehr mit Freunden treffen, wenn ich nicht geimpft bin und den Ausweis nicht vorzeigen kann? Oder führt es dahin, dass ich eine Anstecknadel am Revers erhalte, die aussagt, dass ich immun bin? Was soll das Ganze überhaupt? In der Wissenschaft ist man noch nicht einmal sicher wie lange eine Immunität überhaupt vorhanden ist oder sich wieder abschwächt, auch nach einer möglichen Impfung, wenn sie denn einmal da ist. Auch die Immunität bei einer Grippeschutzimpfung verliert sich über die Zeit.
Weiter stellt sich die Frage, ob ein Immunitätsausweis nicht dazu führt, dass über diesen Weg eine Impfpflicht eingeführt wird? Ich denke, dass auch hier die Wissenschaft noch keine gesicherten Erkenntnisse hat, ob eine Impfpflicht sinnvoll erscheint.

Reiner Lins, Obertshausen

fr-debatteRus ist nicht gleich Russ

Erwiderung auf „Sprache ist ein  politisches Instrument“ vom 18.9.

Auch wenn die Ausführungen des Leserbriefschreibers Udo Schläfer über Sprachregelungen in der DDR im Unterschied zur Namenswahl in der alten Bundesrepublik richtig sind, stimmt seine Schlussfolgerung nicht, Sprache sei auch ein politisches Instrument, wenn es um Belarus geht. Dieser Name hat gegenüber der Bezeichnung Weißrussland eine Überschussbedeutung. Rus bezieht sich nicht auf Russland, sondern auf das Kiewer Rus, ein mittelalterliches ostslawisches Großreich, das man als Vorläufer der drei ostslawischen Staaten Russland, Ukraine und Belarus ansehen kann. Dass man die Einwohner nicht als Belarusen bezeichnet, sondern im Deutschen Belarussen schreibt, hängt nur damit zusammen, dass in unserer Sprache für das stimmlose wie auch für das stimmhafte „s“ nur dieser Buchstabe existiert. Im Russischen, Ukrainischen und Belarussischen wird für Rus aber der somit eindeutige eigene kyrillische Buchstabe für das stimmlose „s“ verwendet. Damit sind wir, weil wir gewissermaßen einen Buchstaben zu wenig haben (für das stimmhafte „s“), gezwungen, die Belarusen als Belarussen darzustellen, die belarusische Variante würde uns nämlich zu einer falschen, stimmhaften Aussprache verführen.

Siegfried Kowallek, Neuwied

fr-debatteAngreifer und Angegriffene

Zu: „Abkommen steht“,  FR-Politik vom 16. September

Zum wiederholten Mal teilt uns eine Überschrift mit, Israel hat Ziele in Gaza beschossen. Und der Artikel sagt das Gegenteil: Die Hamas hat Israel angegriffen. Und Israel hat sich verteidigt mit der Zerstörung von Waffenwerkstätten und Trainingsanlagen – wie es vermutlich jeder Staat auf der Welt machen würde. Wo kommt diese permanent Täter-Opfer-Umkehrung her in Bezug auf den arabischen Terror gegen Israel? Wann hat diese Verkehrung ein Ende und in der FR werden die Angreifer Angreifer genannt, nicht die Angegriffenen?

Johannes Steil, Hamburg

fr-debatteDie Lösung aller Probleme

Zu: „Reiche geben Gas“, FR-Wirtschaft vom 21. September

Na das passt doch. Die Reichen produzieren CO2 en Masse. Und die Armen verbrauchen es wieder. Und sogar noch mehr als das. Mehr Arme – wäre das dann nicht die Lösung unserer Klimaprobleme? Frisch ans Werk! Umverteilung! Von unten nach oben!

Georg Rapp, Vaihingen

Balken 4
Leserforum vom 26. September
Leserforum 2 20190916Seite eins

Leserbriefe von

Balken 4

 

10 Kommentare

  1. carmen horstmann sagt:

    Affäre AWO
    Artikel und Leserbriefe zu diesem Thema erscheinen ja immer im regelmäßigen Abstand. Natürlich muß dies sehr gründlich aufgeklärt werden und die Verantwortlichen bestraft und zu Regress verpflichtet werden. Was mir aber an ihrer Berichterstattung am meisten mißfällt das sie mit ihren Artikeln oft ein Rollenbild der Frau aus den 50er und 60er Jahre preisen. Da darf Frau Feldmann keinen Arbeitsvertrag verhandeln und unterschreiben ohne das sie genaustens ihren Ehemann informiert. Vielleicht war es ungeschickt und sie hat diese Konditionen von dem Ehepaar Richter auch nur mit deren Hintergedanken für eine evtl. Vorteilsnahme bekommen. Aber den Ehemann mit in Sippenhaft zu nehmen egal wie „unprofessionel“ er sich in der Aufklärung der Affäre verhalten hat, ist auch nicht okay.

  2. hans sagt:

    zu @ carmen horstmann
    Sorry, darum geht es doch wohl nicht. Ich weiß nicht ob sie verheiratet sind aber in den 30 Jahren in denen ich es war hat meine Frau immer gewusst was ich verdiene und ich was sie verdient. Man wird ohne dieses Wissen wohl keine größeren Anschaffungen planen können. Das hat mit Rollenbild der 50er oder 60er Jahre genau nichts zu tun. Es ist völlig unglaubwürdig zu behaupten das wäre nicht so. Jede Art der Familienplanung fußt auf das gemeinsame Haushaltseinkommen. Oder haben sie eine bessere Idee wie man zu zweit ein Leben planen kann wenn der Eine von der Anderen nicht weiß was der Partner/in beisteuern kann oder auch nicht?

  3. carmen horstmann sagt:

    Meine Antwort, ja wir haben auch mit getrennten Konten gemeinsam viel geschaffen. Es geht mir aber vorrangig um die Berichterstattung und das Ausschlachten im Wahlkampf. Warum werden die Partner/innen der Manager von Wirecard, Karstadt usw. nicht erwähnt die durchaus sehr gut von den dubiosen Machenschaften gelebt haben. Auch Politiker die mit Nebentätigkeiten oder unerlaubten Beschäftigungen von Familienmitgliedern aufgefallen sind werden die Angehörigen nicht hinterfragt.

  4. Sozialdemokratische Milieus haben seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert die Seilschaften ihrer politischen Gegner kopiert. Den Interessensgemeinschaften aus Bankiers, Fabrikanten, Militärs und Kirchenoberen entsprach die Mitgliedschaft in SPD, Gewerkschaft, Arbeitergesangverein und den Vorläufern der späteren Wohlfahrtsorganisationen. Diesen Nachbildungen fehlte zwar anfangs die strukturelle Eleganz ihrer Vorbilder, dennoch waren sie wirkungsvoll. Sie haben unter großen Opfern den kaiserlichen Obrigkeitsstaat und das verbrecherische NS-Regime überlebt und konnten sich in der jungen Bundesrepublik neu formieren – so wie ihre traditionellen Gegner auch.

    Im Kohle- und Stahlrevier Ruhrgebiet gehörte „man“ von den 1950er bis weit in die 80er Jahre als klassenbewusster Arbeitnehmer der SPD und einer der tonangebenden Gewerkschaften an (IG Bergbau, IG Metall, ÖTV). Zusätzlich wurde die Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterstützt und deren Angebote wurden in Anspruch genommen. Wer auf einer der zahlreichen Zechen Karriere machen wollte (z.B. als Fahrhauer oder Steiger), dem wurde nahegelegt, sowohl der SPD als auch der IG Bergbau beizutreten. Ähnlich ging es bei Hoesch und Krupp zu (hier war die IG Metall angesagt). Eine erfolgreiche Laufbahn bei der Stadtverwaltung oder der Sparkasse war eigentlich nur mit der Kombination SPD- und ÖTV-Mitgliedschaft möglich. Auf der anderen Seite meiner (beruflichen) Wahrnehmung gab es beispielsweise den katholischen Kegelklub, der bevorzugt von konservativen Juristen goutiert wurde bzw. die Runde der Anwälte und Staatsanwälte in der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft der CDU. Da wurden manche straf- und zivilrechtlichen Verfahren schon mal „vorgeklärt“.

    Bei der Frankfurter AWO und der SPD lief das offensichtlich hemdsärmeliger ab. Wer von ganz unten kommt, langt erfahrungsgemäß besonders kräftig hin, wenn es um persönliche Vorteile geht. Da ist ein Dienstwagen der Marke „Jaguar“ lediglich ein Symbol für die gelungene Vermögensbildung in Arbeitnehmerhand. Oder die Selbsteinstufung in eine Gehaltsklasse, nach der üblicherweise Bundesminister und Kanzler vergütet werden eine Selbstverständlichkeit. Mutmaßlich verstößt eine solche Praxis gegen die Statuten einer gemeinnützigen Wohlfahrtsorganisation und der Verdacht der Untreue liegt nahe. Entsprechende Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft laufen.

    Wenn hingegen eine eher subalterne Mitarbeiterin wie Frau Feldmann ein überdurchschnittliches Gehalt plus Dienstwagen für die Leitung einer Kita aushandelt, werte ich das als normales Verhalten in einer Marktwirtschaft. Ihr Ehemann wird von dem Arbeitsvertrag mutmaßlich Kenntnis gehabt haben. Doch dieses Wissen kollidierte nicht mit seinen amtlichen Aufgaben.
    Der eigentliche Skandal ist aus meiner Sicht die Reaktion des Oberbürgermeisters, der sich linkisch verhielt und sich schlecht beraten ließ (eine Folge des offenbar nach untersten Kriterien verlesenen Mitarbeiter- und Dezernentenstabs). Die politischen Gegner hingegen lachen sich ins Fäustchen. Die geradezu traditionelle Neigung der einen zum Rotlicht- und Spekulantenmilieu sowie die Radfahrermentalität der anderen, welche grün angemalten Neoliberalismus mit Sozialstaat verwechseln, wird von einem Nebenaspekt des AWO-Skandals überlagert. Die SPD wirkt hilflos, weil sie anscheinend endgültig an ihre Grenzen gestoßen ist. Und die Metropole Frankfurt am Main wirkt ziemlich provinziell.

  5. hans sagt:

    zu Klaus Philipp Mertens
    Wahrscheinlich haben sie einfach recht. Es erklärt auch das Leute wie Schröder, Klemment, Gabriel oder Müller sich so verhalten. Mit anderen Worten als SPD Führungsperson ist es als selbstverständlich anzusehen das man mitnimmt was auch immer abzugreifen ist. Das eine Leiterin einer Kiga einen Dienstwagen fährt nur als gut verhandelt zu bezeichnen passt auch dazu. Ich nehme an das so etwas bei städtischen Einrichtungen auch nur vorkommen würde wenn der OB eine zweit Frau hätte.
    Letzten Samstag sagte mein Sohn zu mir: Die SPD macht es einem nicht leicht sie zu wählen. Er wohnt in Frankfurt. Ich glaube das ich ihm dazu auch nicht mehr raten werde. Dazu braucht man sie wirklich nicht
    zu @ Frau horstmann
    Die Frage war nie ob ein Ehepaar 2 Konten hat oder nicht. Die Frage ist ob sie nicht wissen was der andere so auf seinem Konto zumindest an großen Bewegungen hat. Das will uns doch der OB erzählen.
    Der Unterschied zwischen Wirecard und AWO ist das da einmal Staatsgeld und einmal privat Geld verbrannt worden ist.
    Na ja jetzt weiß ich wenigstens warum die DDR gescheitert ist.

  6. Carmen Horstmann sagt:

    Leider wurden die Namen Wissmann, Pofalla und Drobindt vergessen. Durch erfolgreiche Lobbyarbeit wird das Ende der politischen Karriere so versüßt. Viel Steuergeld wurde auch bei der Bankenkrise verbraucht. Dieses Land braucht gut funktionierende Kontrollgremien. Zum Schluss kann ich ihrem Sohn nur empfehlen was ein kluger Mensch gesagt hat, man sollte das kleinste Übel wählen.

  7. Bruno Schultheis sagt:

    Sehr geehrter Michael Herl,

    seit irgendwann lese ich immer ihre Kolumnen und freue mich jeweils auf den Dienstag. Außer ihrer, für mich empfundenen intoleranten Einstellung gegenüber gläubigen Mitmenschen, ist der Dienstag für mich immer ein freudiges Ereignis. Allerdings kann ich nicht verstehen, dass sie in dem Medienmainstream mitschwimmen und die sogenannten „Rechten“ nicht als das benennen, was sie sind, „Unrechte“. Wenn sie da eine Änderung hinbrächten, wäre ich fast einig mit ihnen. Da wären auch noch die Begriffe „Nazi“ und Faschinmus(sten) bedenkenswert. Wenn ihre Zivilcourage es zuließe, die Verniedlichungsform „Nazi“ gegen Nationalsozialismus zu tauschen, auch wenn allgemein suggeriert wird, der Begriff „Nazi“ sei negativ belegt, wäre ich total glücklich. Nun freue ich mich auf nächsten Dienstag.

  8. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Bronski,
    Obgleich das Klimathema gestern und heute ausgiebig thematisiert wurde, habe ich keinen Link gefunden, wo ich meinen Beitrag abladen kann. Nachdem meine Leserbriefe es nicht ins Blatt geschafft haben (oder sind die wieder im Spam oder Papierkorb ?) wollte ich doch gern hier im blog meine Meinung kundtun. Oder sollte ich an anderer Stelle ? Der link frblog.de/gendern tut es auch nicht. Hätten Sie einen Vorschlag?

  9. Bronski sagt:

    Lieber Herr Winter,
    wenn Sie wollen, können Sie die offene Diskussion dazu nutzen, Ihre Post zu platzieren. Offen sind alle Blog-Threads, deren Überschriften so beginnen: „FR-Leserforum vom …“ Offen heißt, dass da jedes Thema platziert werden kann.
    Ich habe Ihre Mails bekommen, und mindestens eine davon ist zur Veröffentlichung im Print-Leserforum vorgesehen. Ich bitte zugleich um Verständnis dafür, dass Leserbriefe auch im Mail-Zeitalter ein bisschen Zeit brauchen: Wenn sie sich zu einem FR-Artikel äußern, der am Freitag in der Zeitung war, kann der Leserbrief zu diesem Thema frühestens am Dienstag im Print erscheinen. Das liegt nicht nur am Wochenende, an dem ich (eigentlich normalerweise) nicht arbeite, sondern vor allem ganz einfach an den Arbeitsabläufen: Ich sichte die aktuellen Zuschriften am Folgetag (hier also am kommenden Montag). Wenn ich zu diesem Thema eine Blog-Diskussion aufmache, passiert das ebenfalls frühestens am Dienstag. Das mag dem einen oder der anderen, die schnell was loswerden wollen, als Nachteil erscheinen. Ich sehe darin vor allem einen Vorteil, wenn solche Diskussionen mit ein wenig zeitlichem Abstand und damit unaufgeregter geführt werden.

  10. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Bronski,
    vielen Dank für prompte Reaktion, Danke ! Und das am Wochenende !
    Hier nun drei Beiträge für den blog, alle beziehen sich auf die Wochenendausgabe, 26./27,9.
    Interview mit Herrn Walter Borjans
    Das Wesentliche wurde leider nicht herausgearbeitet. Der größte und eigentliche Gegner der SPD ist die SPD. Scholz und Co. Die Mitgliederbefragung hat das eindeutig ergeben. Diese Scholztruppe ist der Niedergang der SPD. Wenn Borjans/Esken wie eigentlich beabsichtigt klaren Kurs gesteuert hätten, hätten sich viele Bürger gefunden, die dies unterstützen. Dann einen Scholz zum Kanzlerkandidaten zu machen, ein Mann der völlig verbrannt ist, Hamburg, Cum Ex Geschäfte, Warburg Bank und was noch alles, was soll das. Warum lassen sich aber in der SPD die Leute immer wieder auf diese Truppe ein ? Das ist der Niedergang der SPD, nichts anderes

    Kabeljau und Kollegen /Herr Niekisch
    Nur eine Beobachtung aus grauer Vorzeit. Als Jugendlicher in den 1950er Jahren beim Angeln. Da wurden die Wattwürmer schneller abgefressen als man sie bei Ebbe ausbuddeln konnte.Später, in den 1990er Jahren, war das vorbei, die Wattwürmer lagen im Wasser, nichts tat sich. Ein Einheimischer bestätige diese Erkenntnis. Da wo früher immer Flundern zu fangen waren gab es nichts mehr. Das ist das vielgerühmte Biosphärenreservat Wattenmeer. Spricht aber keiner drüber. Herr Niekisch hat völlig Recht.

    Leitartikel von Jan Stemberg
    Was soll das heißen, die Demos wirken nicht mehr ? Eine sehr große Zahl Menschen nimmt nicht teil, wg. Corona. Sagt er ja selbst, was soll also der Spruch ?? Es ist das Verhalten der Regierung, dass die jungen Leute zu mehr Radikalität zwingt. Und von der Schule fernbleiben kann man nur wenn auch Schule ist, so einfach. Verhandeln, Kompromisse schließen ?So etwas wie die Kohlekommission verhandeln? Mit dem Klima geht das nicht, das führt direkt in die Katastrophe. Vielleicht kippt das ganze schon, die Wissenschaft ist sich da uneins. Unsere Regierung jedenfalls tut praktisch nichts, sie bremst sogar aktiv mögliche Verbesserungen. Das ist das Dilemma, nicht FfF.
    Regierungsbashing ist angesagt, schließlich ist auch das immer mehr zunehmende Flüchtlingsproblem eine direkte Folge der Klimakrise. In Afrika / Asien gibt es abwechselnd Dürre und Überschwemmungskatastrophen, die Nahrungsanbau verhindern, durch die Klimakrise. Die Industriestaaten sind hier die Schuldigen. Nicht die, die unter der Krise leiden, sie werden aber immer mehr und zu Flüchtlingen, was bleibt ihnen sonst zu tun ? Und unsere Regierung lässt sich von einer Ethikkommission beraten. Wie kann man da mitmachen?
    Und die großen Player ? USA, China, Russland ? Sie heizen weiter.Die Kurven gehen steil in die Höhe, CO2 und Wärme, und sie werden das weiter tun. Selbst wenn ab sofort nichts Menschengemachtes mehr dazu käme. Die Wald- und Flächenbrände sind kaum mehr aufzuhalten, auch die Erwärmung der Frostgebiete trägt dazu bei. Aber das mag keiner sagen, ist ja auch nicht lustig.