Das Frankfurter Gesundheitsamt hat offenbar die Kontrolle verloren

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Professor René Gottschalk, hat der FR ein Interview gegeben, in dem er sagt: „Es gibt keinen Grund, Schulen zu schließen“. Das hat mir viele Zuschriften von Ihnen eingebracht. Steigen wir gleich mit dieser Kernaussage in die Diskussion ein, und zwar im Zusammenhang. Auf die Frage, ob er bei seiner Einschätzung bleibe, dass die Schulen in der zweiten Welle geöffnet bleiben könnten, antwortete Gottschalk:

„Absolut. Das habe ich übrigens vor der ersten Welle auch gesagt. Es gibt überhaupt keinen Grund, Schulen zu schließen. Diese Entscheidung hatte schon im Frühjahr kaum einen Anteil daran, dass die Zahlen gesunken sind.“

Gottschalk 002Das ist eine erstaunliche Aussage für einen Gesundheitsexperten.

Erstens: Richtig ist, dass die Schließung der Schulen und Kitas in der ersten Welle offenbar eine überzogene Maßnahme war. Das kann man jetzt annehmen, nach heutigem Kenntnisstand und gewachsenem Verständnis der Pandemie. Zu jener Zeit in der ersten Welle war die Schließung eine Vorsichtsmaßnahme, die unter anderem auch deswegen getroffen wurde, weil wenig über den Erreger bekannt war. Also präventiv, zum Schutz für die Menschen. Auch René Gottschalk, der Sars-Experte, wird gewiss nicht bestreiten, dass zwischen dem Sars-Virus der Jahre 2002 und 2003, mit dem er sich gründlich befasst hat, und Sars-CoV-2 erhebliche Unterschiede bestehen. Erkenntnisse von damals eins zu eins auf die Situation von heute zu übertragen, verbietet sich daher. Das Virus ist ein anderes. Die Vorsichtsmaßnahmen haben viele Familien in der ersten Welle hart getroffen, ohne dass dies einen sichtbaren Effekt auf das Infektionsgeschehen gehabt hätte – stimmt. Daraus sollte man jedoch nicht folgern, dass dies auch für Vorsichtsmaßnahmen in der zweiten Welle gilt. Denn:

Zweitens: Diese zweite Welle unterscheidet sich erheblich von der ersten. Die Zeit von Februar bis Mai 2020 war geprägt von Infektions-Clustern, siehe Heinsberg und Tönnies, um nur zwei Beispiele zu nennen: Häufungen von Infektionen infolge sogenannter Superspreader, also einzelnen Menschen, die viele andere ansteckten, weil noch niemand die Abstandsregel verinnerlicht hatte. Diese Verbreitungsweise des Virus in Deutschland geht wiederum zurück auf Superspreader-Ereignisse wie in Bad Ischgl (A) oder in Südtirol (I). Über den Sommer hinweg hat sich das Virus aber offenbar still und heimlich weiter verbreitet, so dass es jetzt, im November, in der Fläche präsent ist. Die Karten von den Infektionszahlen zeigen das klar und deutlich: keine einzelnen Cluster mehr, das Virus ist überall. Bevorzugt natürlich da, wo viele Menschen leben. Und das bedeutet selbstverständlich: Es kann auch an den Schulen sein. Die Erkenntnis aus der ersten Welle, dass Schulschließungen nichts genützt haben, gilt für die zweite Welle also keineswegs zwangsläufig.

Drittens: Der Leiter des Gesundheitsamts scheint ein Freund des „Entweder – Oder“ zu sein. Das hatte sich auch schon in der ersten Welle gezeigt, als er die Schließung des Waldstadions, wo Eintracht Frankfurt aufspielt, rundheraus ablehnte. Dass da, wo 50.000 Menschen auf einen Schlag zusammenkommen, Superspreader-Ereignisse jederzeit drin sind, ohne dass die Möglichkeit der Rückverfolgung der Infektionsketten gegeben wäre, das würde er heute vielleicht nicht mehr bestreiten. Doch wie wäre es mit „Sowohl – als auch“? Bezogen auf die Schulen würde das bedeuten: Wir gehen nicht in die Komplettschließung wie in der ersten Welle, verabschieden uns aber dennoch vom Präsenzunterricht in der jetzigen Form und halbieren die Klassen. Jede Schülerin und jeder Schüler käme dann jeden zweiten Tag in die Schule, und an den anderen Tagen würden er und sie auf digitalen Wegen pädagogisch betreut. Die Folge wäre: Die Kinder und jungen Leute könnten weiter auseinandersitzen, so dass zumindest während des Unterrichts der Abstand gewährleistet werden könnte. Sie hätten weniger physische Kontakte zu Mitschüler:innen, aber doch deutlich mehr soziale Interaktion als bei einer Komplettschließung. Zugleich hätte es das Virus schwerer, sich auf diesen Wegen über die jungen Leute zu verbreiten.

Gottschalk 001

FR vom 11.11.2020. Hier das komplette pdf vom Interview mit René Gottschalk

Eine zweite Aussage lässt nochmals stocken. Gottschalk verneint, dass es jede Menge Infektionen an Schulen gebe. Seine Antwort siehe hier rechts. Höchst erstaunlich aus dem Mund eines Infektiologen. Selbst wenn Ansteckungen von außen in die Schulen hineingetragen werden – so und nicht anders laufen Infektionsketten nun mal, das unterscheidet Bad Ischgl und Heinsberg nicht von Frankfurter Schulen –, dann wird das Virus dennoch von dem Moment an, in dem es Kontakte unter den Schüler:innen gibt – auch mit den Lehrer:innen –, in den Schulen verbreitet. Wie kann ein Infektiologe das derart strikt abstreiten? „Das ist nicht der Fall“? Es gibt durchaus Hinweise darauf, dass das sehr wohl der Fall ist. Deutschlandweit arbeiten inzwischen mehr als 3000 Schulen nicht mehr im Regelbetrieb, um zu verhindern, dass das Infektionsgeschehen außer Kontrolle gerät. Am Mittwoch hatte eine Angabe des Deutschen Lehrerverbandes für Wirbel gesorgt, wonach sich derzeit mehr als 300.000 Schüler:innen und bis zu 30.000 Lehrer:innen in Quarantäne befinden. Die Zahl ist möglicherweise in dieser Höhe aus der Luft gegriffen. Für Professor Gottschalk scheint es an Frankfurter Schulen dennoch keinerlei Gefahr zu geben, außer durch die Lehrkräfte. Dass gerade sie zumindest zum Teil zu den Vulnerablen gehören, also den Risikogruppen, und dass gerade die Lehrkräfte sich im Vorfeld – auch durch die Gewerkschaft GEW – dagegen gewehrt hatten, die Schulen wieder komplett zu öffnen, das ist Herrn Gottschalk wohl entfallen, wenn er ihnen jetzt die Schuld an der möglichen Verbreitung gibt.

Derweil nehmen mehrere Kreise und Städte der Rhein-Main-Region vorerst Abschied vom Regelunterricht, so in Offenbach und Hanau, im Main-Kinzig-Kreis und im Kreis Groß-Gerau. Dort will man offenbar nicht warten, bis die Situation außer Kontrolle gerät. Das ist vernünftig. Es ist auch angemessen, denn die Aufrechterhaltung des vollen Schulbetriebs kollidiert mit Komplettschließungen jener Restaurants, Kinos und Fitness-Center (Liste ließe sich erweitern, durchaus auch um die Eintracht und andere Sportvereine), die funktionierende Hygienekonzepte etabliert haben und einhalten. So werden diese Schließungen zu asymmetrischen Maßnahmen: Was für Restaurants gilt, soll für Schulen nicht gelten? Warum nicht? Was Gottschalk nach den Erfahrungen aus der ersten Welle über die Schulen sagte – kurz: unbedeutend fürs Infektionsgeschehen –, das gilt ebenso für Restaurants, Kinos und Fitnesscenter. Bedeutend fürs Infektionsgeschehen sind hingegen derzeit masssenhafte soziale Kontakte, bei denen die AHA-Regel nicht eingehalten wird. Gilt letzteres nicht auch für die Schulen? Was machen die Kinder in den Pausen auf dem Schulhof, wie begegnen sie sich in den Gängen der Schule oder im Schulbus?

Und es gibt noch einen dritten Punkt, in dem ich Kritik an Gottschalks Aussagen habe. Ich stelle ihn hier an den Schluss, obwohl er im Interview weiter vorn kam. Wie eine Grippe, sagt Gottschalk da, werde Sars-CoV-2 per „Tröpfcheninfektion übertragen, nur ganz selten über Aerosole“. Für die Sars-Pandemie der Jahre 2002 und 2003 stimmt das. Für Sars-CoV-2 gibt es darüber noch keinen endgültigen Erkenntnisstand. Aerosole gelten als potenziell infektiös, weil nachgewiesen wurde, dass sie Viruspratikel enthalten können, wenn der Mensch, der sie ausatmet, infiziert ist. Jeder Mensch gibt ständig Aerosole von sich, einfach beim Ausatmen. Also winzige Schwebeteilchen, die sich länger in der freien Luft halten können als Tröpfchen, die man beim Niesen oder Husten versprüht. Wie infektiös solche Aerosole wirklich sind, hängt nicht zuletzt von der Zahl der Viruspartikel ab, die sie enthalten. Das kann auch entscheidend für den Verlauf der folgenden Infektion sein. Wie groß ihre Bedeutung für das Infektionsgeschehen ist, werden wir mit Sicherheit erst in einiger Zeit wissen. Solange aber der Verdacht besteht, dass ihnen eine Bedeutung zukommt, sollte man – zumal in einer leitenden, öffentlich bedeutenden Position – diese Gefahr ernst nehmen und nicht kleinreden. Aus Vorsicht und aus Rücksicht. Denn wir alle übernehmen mit unserem Verhalten nicht nur Verantwortung für uns selbst, sondern auch für andere Menschen, die wir eventuell unfreiwillig anstecken könnten. Wir brauchen daher ein solidarisches Verhalten, das andere Menschen einbezieht, um die Pandemie einzudämmen. Aussagen wie die von Prof. Gottschalk über die Aerosole sind da ganz einfach kontraproduktiv. So sollte der Leiter eines Gesundheitsamtes selbst dann nicht öffentlich reden, wenn das seine persönliche Meinung ist.

fr-debatteLuftfiltergeräte senken das Infektionsrisiko

Zu: Interview mit René Gottschalk zu „Es gibt keinen Grund, Schulen zu schließen“ vom 11.11.2020

Bisher habe ich die Aussagen von Prof. Gottschalk zum Umgang mit der Pandemie immer geschätzt, kein Alarmismus und reflektiert. Doch was er zum möglichen Einsatz von Luftfiltergeräten von sich gibt, ist mir unverständlich.
Wenn man sich mit der Sache beschäftigt: Ja, diese Geräte ersetzen nicht das Lüften! Diese Geräte müssen richtig gewartet werden, Filter müssen sorgfältigst ausgetauscht werden. Und dafür benötigt man auch die Menschen, die das machen. Es genügt nicht, die Geräte aufzustellen und das weitere den Schulen zu überlassen. Das bestreitet niemand!
Aber wenn mit diesen Geräten die Luft im Klassenzimmer sauberer und damit auch bakterien- und virenärmer oder -frei ist: Dann tragen sie dazu bei, dass das Infektionsrisiko sinkt. Diesen Vorteil sieht ja auch Prof. Curtius ja auch langfristig mit dem Einsatz von Luftreinigern. Kliniken und Praxen setzen solche Geräte ja auch ein. Wenn der Schulbetrieb mit diesen Geräten für Schüler*innen und Lehrer*innen aufrecht erhalten werden kann, dann wäre das auf jeden Fall ein großer Gewinn für die Gesellschaft. Schulschließungen wie im Frühjahr dürfen der jungen Generation nicht mehr verordnet werden.
Deshalb sollte der Einsatz von Luftreinigern nicht so pauschal abgelehnt werden, besonders für solche Klassenräume die sich im Winter als besonders problematisch herausstellen. Und damit auch die Lehrkräfte schützen die möglicherweise bei einer Infektion stärker erkranken und ausfallen.
Vielleicht sieht Prof. Gottschalk aus seiner Erfahrung das größte Problem beim Schulträger, der Stadt Frankfurt. Ob die sicherstellen kann, dass die Wartung und Reinigung dieser Geräte auch zuverlässig gewährleistet ist?

Beate Ullrich-Graf, Hattersheim

fr-debatteDer Professor hantiert mit abwertenden Begriffen

Wenn von Geistes- und Fachautoritäten über die Corona-Demonstranten nur abwertende Label zu vernehmen sind, wie „Covidioten“ durch die SPD-Co-Vorsitzende, oder nun in einem FR-Interview vom Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts Prof. René Gottschalk zu lesen ist, der sagt: „Aber es gibt notorische Spinner, die sich auf der Hauptwache mit der Polizei Keilereien liefern. Oder diese Enthirnten, die in Leipzig zu 20 000 durch die Innenstadt ziehen.“, dann neigen sicher sehr viele Menschen dazu, den Experten und öffentlichen Autoritäten zuzusprechen.
Natürlich wäre es fahrlässig, den Querdenkern unkritisch zu folgen, weil darunter Menschen sind, die ihr eigenes realitätsfernes oder rechtsradikales Gedankengut verbreiten wollen. Es ist aber mindestens ebenso fahrlässig, mit den hier zitierten abwertenden Begriffen zu hantieren, weil deren Verwendung zeigen soll, dass eine Auseinandersetzung mit den Demonstrierenden, die keineswegs über einen Kamm zu scheren sind, nicht nötig sei. Dieses Gebaren widerspricht den grundlegenden Erkenntnissen über Kommunikation.

Rudi Brenzinger, Böbingen

fr-debatteWir müssen in den Schulen anders verfahren

Es gibt noch keinen Grund, alle Schulen zu schließen, aber allen Grund, in den Schulen anders zu verfahren. Im Interview zum Thema des Tages vom Mittwoch äußert sich Prof. Gottschalk, der Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, über die Corona-Situation in seinem Zuständigkeitsbereich und zeigt, dass das Gesundheitsamt unter seiner Leitung die Kontrolle über das Infektionsgeschehen komplett verloren hat. Er verneint kurz und knapp, dass es jede Menge Infektionen bei Schüler*innen an Schulen gebe. Nur viele Lehrer*innen seien infiziert.
Hier fehlt ihm offenkundig jeglicher Einblick, denn an einem ganz normalen Frankfurter Gymnasium (Name der Redaktion bekannt) mit ca. 1000 Schüler*innen hat es in den dreieinhalb Wochen seit den Herbstferien 18 infizierte Schüler*innen gegeben. Die einfache Rechnung „18:3,5*100“ würde auch für das Gesundheitsamt ergeben können, dass eine 7-Tage-Inzidenz von über 500 (!!) vorliegt. Aber das Gesundheitsamt ignoriert diese horrenden Zahlen, kommt nicht einmal mehr zur Schule, um mögliche Kontakte zu klären. Und getestet wird gar nicht, man könnte ja weitere Fälle finden.
Wie kann man da behaupten, dass Schüler*innen keinen bedeutenden Beitrag zum Infektionsgeschehen leisten. Alleine eine 7-Tage-Inzidenz von über 500 weist eindeutig auf ein weit überdurchschnittliches und nicht mehr verantwortbares Infektionsgeschehen in Schulen hin.
Die souveräne Ignoranz von Prof. Gottschalk bezüglich Schulen paart sich mit Seitenhieben auf Virologen und Unterstellungen gegen Pflegekräfte, die zu Hause mit Freuden feiern würden. Nur der Fußball tut ihm leid, da trotz der guten Hygienekonzepte keine Zuschauer kommen dürfen. Bei aller Kompetenz, die Herr Gottschalk sicher hat, ist er allerdings daran zu messen, wie sich die Inzidenz in Frankfurt entwickelt. Und da hat er mit seinem Handeln ganz wesentlich dazu beigetragen, dass Frankfurt inzwischen einen zweifelhaften Spitzenplatz unter den deutschen Großstädten einnimmt. Partymetropole Berlin überholt. – Läuft. Zeit zum Umdenken?!

Klaus Holl, OStD a.D., Klein-Gerau

fr-debatteDie Kassen sind leer, es gibt keine Anschaffungen

Wäre es nicht so skandalös, könnte man nur lachen: Seit dem Frühling ist bekannt, daß Luftreiniger auf Dauer die einzige Möglichkeit sind, Klassenräume vor Corona-Infektion zu schützen. Virologen und zumindest Politiker der Grünen und Linken fordern das auch seit einiger Zeit. Die Staatskanzlei in Wiesbaden hat dem Vernehmen nach für sich eine solche angeschafft. Vor Monaten hieß es, zumindest Klassen, in denen die Fenster nicht zu öfffnen sind, bekämen auch solche Lüfter. Dieses Versprechen – bislang heiße Luft. Dafür „dürfen“ Eltern jetzt auf eigene Kosten solche Luftreiniger anschaffen. Schließlich sind nach neun Milliarden für Lufthansa und drei Milliarden für TUI die Kassen leer.

Peter Dressler, Frankfurt

fr-debatte

20 Kommentare

  1. Thilo Hartmann sagt:

    Herr Hanack hat Recht, wenn er die Probleme der Schüler*innen anspricht, die unter besonders ungünstigen Voraussetzungen leiden. Die Probleme der Beschulung aus einem Lockdown heraus haben allerdings nur bedingt mit dem berechtigten Interesse der Lehrkräfte zu tun, unter guten Bedingungen arbeiten zu dürfen. Schulen müssten so ausgestattet sein, als bliebe Corona für immer. Die mangelnde Finanzierung der öffentlichen Daseinsfürsorge, auch der Schulen, stellt jedoch eine weitere Pandemie neben Corona dar. Das System Schule ist so auf Kante genäht, dass im Normalfall unter großen Schwierigkeiten ein Regelbetrieb gestemmt wird (der trotz allem für über ein Viertel Arbeitszeiten jenseits der 48 Wochenstunden bedeutet und viele andere Kolleg*innen in die Teilzeit treibt, um die Arbeit zufriedenstellend ausüben zu können). Eine Grippewelle reichte bisher aus, um dem System Schule große Schwierigkeiten zu bereiten. Corona verschärft die Lage nun um ein Vielfaches und legt die Probleme der Unterfinanzierung offen. Die Bereitschaft der Lehrkräfte, den Kopf für die politischen Verfehlungen der letzten Jahrzehnte hinzuhalten, um die Beschulung ihrer Klassen zu bestmöglich zu gewährleisten, war und ist sehr groß (sehr viel größer, als uns manchmal unterstellt wird). Diese Stimmung beginnt allerdings jetzt zu kippen.
    Lehrkräfte, denen als einzige Schutzmaßnahme das lange, pausenlose Tragen von FFP-2-Masken bleibt, sind besorgt. Sie sind besorgt, wenn Gesundheitsämter sich 10 Tage lang nicht melden und dann nur ein Betroffener, nicht aber sein Sitznachbar zu Hause bleiben muss. Sie sind besorgt, wenn eine Gruppe der schulischen Betreuung auch beim dritten Fall innerhalb kurzer Zeit nicht geschlossen wird. Sie sind besorgt, wenn sie sich die Inzidenz an ihrer Schule ausrechnen und feststellen, dass diese sehr viel höher ist als in ihrer Kommune. Sie sorgen sich nicht nur um ihre eigene Gesundheit. Und erschreckend viele berichten von Schlaflosigkeit, Unruhe-Attacken und Magenschmerzen.
    Es kann nicht sein, dass das Recht der Lehrkräfte auf Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gegen das Recht auf Bildung ausgespielt wird. Dies ist ein Schlag ins Gesicht all der Lehrkräfte, die sich seit Jahren für bessere Bildungsbedingungen einsetzen.

  2. Jürgen H.Winter sagt:

    Ein Brief aus der Vergangenheit.
    Nach dem letzten Krieg 1945 zum Thema Schule. Die Schulen selbst häufig in Trümmern. Lehrer Mangelware, wenn dann alt. Es begann eine Phase der Aufteilung.eine Gruppe vormittags, eine nachmittags, also 8 – 13 und 13 – 18 mittwochs und Samstags 8-11 und 11- 14 . im Winter 46/47 gab es keine Schule, mangels Heizmaterial. Die Zeiteinteilung ging bis in die 50er Jahre.
    Die aus dieser Zeit hervorgehende Schülergeneration brachte dann immerhin das Wirtschaftswunder zustande. Die Kinder waren traumatisiert, hatten Frostbeulen und nicht genug zu essen.
    Es sei daran erinnert,dass diese Zustände der rechten Regierung anzulasten war, die 1933 die Macht übernahm und Deutschland ins Verderben führte. Wenn ich mir die heutige Rechtslastigkeit bei Demos (Schräglenker) ansehe kann ich mich nur wundern. Wenn eine Gefahr für die Demokratie besteht, dann nur durch Rechts, denn das sind die Ersten, die demokratische Rechte abschaffen. Diese „Schräglenker“ demonstrieren also gegen sich selbst. Die Rechten waren schon immer dumm, aber so dumm – man glaubt es nicht-
    Das gleiche gilt übrigens für unsere Gerichtsbarkeit. Siehe Bautzen heute. Damals 43 – 45 war ich von Bremen nach Sachsen verschickt wg. der Luftangriffe in Bremen. Dort in Sachsen war man damals schon brauner als braun, den Kindern wurde eingeschärft, was sie alles nicht sagen durften, sonst wurden Leute abgeholt. Da reicht das Gerede eines 6-jährigen. Für so etwas wird heute demonstriert, mit Reichskriegsflagge, und wird vom OLG Bautzen gut geheißen Der Grund dafür liegt möglicherweise darin, dass man nach dem letzten Krieg versäumt hat, das Gerichtswesen auf braune Umtriebe zu untersuchen, bzw. man wollte es wohl nicht. Der Geist von damals ist nur schwer zu töten. Dieser Geist steckte auch in der jungen Bundesrepublik. Adenauer berief sich auf das Fehlen von sauberem Wasser, dann müsse man eben schmutziges nehmen. Diese ganze Entwicklung läuft bis heute in allen möglichen Diensten, die den Staat schützen sollen. Dafür gibt es viele Beispiele.
    Ein anderes Beispiel für wie es nicht sein sollte konnte man am Montag Abend bewundern.ARD Gebührenfunk. Erst eine Doko über die Polarsterndrift über den Pol, interessant aber wenig aussagekräftig über Klima und Co. Anschließend „Hart aber fair“ Herr Plasberg. Teilnehmer waren Herr Brinkhaus, Fraktionsvorsitz CDU, Ein Herr aus der Betonindustrie, Frau Prof.Dr.Boetius Direktorin Alfred Wegener Inst., Herr Jaenicke, Umweltschützer, sowie Frau Reemtsma für Fridays for future. Ich glaube ich habe alle Aufgezählt. Herr Brinkhaus sprach etwa die halbe Zeit und sagte immer wieder wie toll Deutschland im Klimaschutz sei( was nicht stimmt, wie jeder weiß, der halbwegs informiert ist) Herr Jaenicke sprach tapfer gegenan, wenn er einmal gefragt wurde. Dann sagte er nicht mehr viel, als Herr Plasberg ein Schild einblendete, des Inhalts, rettet den Reinhardtswald, keine Windmühlen dort. Damit war Herrr Jaenicke totgestellt. Ich hatte nicht den Eindruck, dass Herr J. vorher davon wusste. Frau Reemtsma gab sich alle Mühe, aber niemand gab sich Mühe auf ihre Beiträge auch nur zu antworten. Von Herrn Plasberg kam nichts, dabei standen einige Fragen direkt im Raum, nämlich: Wo soll denn der güne Strom für alles herkommen ? Wo doch von Regierungsseite alle getan. wird um grünen Strom zu verhindern. Frau Boetius sagte so nebenbei, dass seit Fritjof Nansen, der mit der FRAM eine ähnliche Drift gemacht hatte 1893-96, es in der Arktis 10 Grad wärmer geworden sei, Offiziell wird immer nur von 3 Grad gesprochen, man kann natürlich die Referenzzeiten immer weiter vorverlegen, dann werden die Steigerungen niedriger… Diese Sendung war also ganz eindeutig Regierungsfunk, zur Verdummung der Menschen. Herr Brinkhaus lief wie eine Gebtesmühle, wobei er sich nicht zu schade war, immer wieder die Unwahrheit zu sagen, nicht dass ich sagen würde hei lücht, wie der Bremer sagen würde.

  3. Marion Reinhardt sagt:

    Nun hat Frankfurt also die höchste Inzidenz in Hessen und bundesweit auch einen der Spitzenplätze. Wo sind die Gegenstrategien des OB, des Gesundheitsdezernenten und des Leiters des Gesundheitsamtes? So zum Beispiel endlich eine Maskenpflicht in ganz Frankfurt, begleitet von einer attraktiven, akzeptierenden Öffentlichkeitsarbeit und freundlichen Masken-Scouts, die sich um die Einhaltung kümmern? Nein – stattdessen werden in Zeitungsartikeln Klagen über „unvernünftige Menschen“ geführt, die nach wie vor in der City ohne Masken rum laufen, immer noch nichts zu befürchten haben und die diese Artikel sowieso nicht lesen. So zum Beispiel endlich ein wirksamer Schutz der Risikogruppen durch kostenlose FFP2-Masken, durch extra ausgewiesene Laden-Öffnungszeiten, durch Erstattungen von Taxi-Nutzungen als Alternative zum riskanten ÖPNV, durch flächendeckende Schnelltests in der Altenpflege? Nein, stattdessen Mahnungen und Vorwürfe, die nun schon monatelang wirkungslos sind.
    Den Schuldigen für die Frankfurter Entwicklungen hat der Gesundheitsdezernent auch schon gefunden: Bund und Länder seien mit ihren Beschüssen zum gegenwärtige Lockdown zu spät. Statt aber die Schuldigen woanders zu suchen, sollten die städtischen Verantwortlichen schnellstens die dringend notwendigen Maßnahmen in Angriff nehmen.
    Übrigens: Statt mit Begrifflichkeiten wie „Daumenschrauben“ durchblicken zu lassen, dass man all diese Maßnahmen repressiv deutet und ablehnt, sollte man sich auch im Wording positiv zu wirksamen Schutzmaßnahmen bekennen und damit deren Akzeptanz offensiv fördern.

  4. hans sagt:

    Ich habe das Gespräch mit Rene Gottschalk eigentlich ganz gut gefunden, weil ich dem Mann zugestehe das er weiß von was er spricht. Da Erfolg recht gibt scheint das auch so zu sein. Die heutige Zahl pro 100000 Einwohner ist in Frankfurt 173. Das bedeutet sie hat sich in wenigen Wochen fast halbiert. Alles falsch scheint mir das nicht zu sein was da gemacht wird.

  5. hans sagt:

    zu @ Marion Reinhardt
    Nun hat Frankfurt also die höchste Inzidenz in Hessen und bundesweit auch einen der Spitzenplätze

    Wo haben denn sie ihre Zahlen her? Ich schaue immer bei HR3 Videotextseite 156 und da hat sich Frankfurt die letzten Tage kontinuierlich gut entwickelt und dürft mit die beste Entwicklung in D. genommen haben

  6. hans sagt:

    Sorry ich habe mich getäuscht Frankfurt hat 178 anstatt 173. Das ändert aber nicht wirklich viel.

  7. Kerstin Reimers sagt:

    Sie behaupten: „Schulen sind keine Infektionsherde, wie uns Experten sagen“. („Halbierter Unterricht“, FR vom 12.11., Anm. Bronski.) Wissen Sie denn, wie es Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen geht, wenn mittlerweile in jeder Jahrgangsstufe Schüler*innen von heute auf morgen ungeregelt(!) in Quarantäne geschickt werden, wenn die Inzidenz über 300 liegt und 38 Schüler*innen eines Abi-Jahrgangs nicht mehr in die Schule dürfen, mitten im sogenannten „Regebetrieb“?! Die Schüler*innen haben berechtigte Angst, ihr Abitur nicht zu schaffen! Was da krampfhaft als Regelbetrieb von Ministerien und Behörden hochgehalten wird ist real eine Farce: quälender Frontalunterricht, frierende Schüler*innen, die nicht mal mehr ihr Pausenbrot essen oder aus ihren Trinkflaschen trinken dürfen vor lauter Maskenpflicht; massive Unterrichtsausfälle, die wegen fehlender Lehrer*innen nicht mehr vertreten werden – das nennen Sie qualitativ hochwertigen „Regelbetrieb“? – Ich nenne es konzeptlosen Aktionismus! Viele Schulen haben inzwischen intensiv am Ausbau des Digitalunterrichts gearbeitet, schulinterne Konzepte entwickelt und Unterrichtsformen etabliert, die im Distanzunterricht funktionieren, sogar die ersten Tablets aus dem Digitalpakt sind endlich (!) auf dem Weg, so dass Schüler*innen, die über keine adäquate Ausstattung verfügen, versorgt werden können. Hier entwickeln sich tatsächlich qualitativ hochwertige und pädagogisch durchdachte Unterrichtsformen, mit denen Schulen sich für das Leben mit der Pandemie nach und nach rüsten. Statt Applaus für das Ringen um neue pädagogische Konzepte, werden die Engagierten von Behörden und Ministerien ausgebremst und im Stich gelassen! Kultureinrichtungen wie Theater und Konzertsäle mit perfekten Hygienekonzepten werden geschlossen, Schulen aber, denen das Abstandhalten im Regelbetrieb unmöglich ist, verbietet man kurzerhand, das Wechselmodell einzuführen und macht Schulen so (bewußt) zu ungeschützten Orten. Hier wird verfehlte Politik auf dem Rücken von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern gemacht. Das ist verantwortungslos und provoziert zu recht den Widerstand von Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern! Wir vertreten unsere Interessen! Wessen Interessen vertreten Sie?
    Kerstin Reimers,Vorstandsmitglied Schulelternbeirat Rudolf-Koch-Schule Offenbach

  8. Manfred Stibaner sagt:

    Die aktuellen Meldungen über die wirren und wiedersprüchlichen Corona-Maßnahmen von Bundes- und Landesregierungen zeichnen ein armseliges Bild unserer verantwortlichen Politiker. Kaum verlangt die Kanzlerin weitgehende Alltagseinschränkungen (über die im Detais schon etwas näher zu diskutieren wäre), widersprechen die Landesfürsten in fast allen Punkten. Dabei verlieren beide Seiten völlig aus dem Blick, dass wesentliche sinnvolle Einschränkungen noch nichtmal angedacht werden:
    Da jetten ein paar Kids, die nicht erwachsen werden wollen, rund um den Globus, um jede Woche neu im Kreis rumzufahren, und anschließend überschütten sie sich gegenseitig mit Sekt wie 15-Jährige auf ihrem ersten Besäufnis. Uns anderen wird (zu Recht) vom Reisen abgeraten.
    Die Profifußballer kicken mehrmals in der Woche irgendwo in ganz Europa um einen Beweis, wer besser ist, was für die allgemeine Gesundheit unsrer Bevölkerung eher nebensächlich sein dürfte; gleichzeitig aber sind europaweit Sportstudios, Schwimmbäder und andere wichtige gesundheitsrelevante Einrichtungen geschlossen – das steht in keinem gesunden Verhältnis. Unsre Kinder brauchen Sportunterricht, Ältere können die Übungen aus den Sportstudios mangels Geräten und Kontrolle alleine zuhause nur völlig unzureichend absolvieren.
    Hauptsache, Olympia findet nächstes Jahr statt …
    Und Kicker, die sich berufsbedingt anrempeln, benötigen Testmaterial, das eigentlich für Personen in Krankenhäusern nötig wäre. Das ist doch bescheuert. Selbst wenn das alles völlig unter Kontrolle wäre ist es immerhin ein schlechtes Beispiel für die Millionen, welche erhebliche Einschränkungen in ihrem beruflichen und familiären Umfeld hinnehmen müssen.
    Hier erwarte ich ein Umdenken weg von den finanziellen Interessen weniger hin zur allgemeinen Vorsorge für alle.

  9. Bertram Münzer sagt:

    Inzwischen fühle ich mich den Damen und Herren Ministerpräsident:innen hilflos ausgeliefert und von ihnen im Stich gelassen. Wider jede Vernunft und Empfehlung vertagen sie notwendige Entscheidungen in Sachen Pandemie-Eindämmung wieder mal um eine Woche. Um eine Woche, die fehlen kann und dann dazu führen könnte, was doch alle vermeiden wollen: die Überlastung der Gesundheitsämter, die Überlastung der Krankenhäuser, die Überlastung auch der Geduld der Bürger. Ich zumindest erwarte klare Entscheidungen und nicht dieses Empfehlungsgeschwurbel. Daran hält sich doch eh kaum einer – dass wissen wir doch. Die MPs – bis auf Ausnahmen – verharmlosen das Geschehen, wie sie es auch schon im Sommer taten. Motto: Ist doch alles nicht so schlimm. Und im Herbst dann ist es schlimm geworden. Die Monate dazwischen ließen die Damen und Herren MPs verstreichen. Oder hat jemand die Schulen baulich auf eine Coronawinter vorbereitet? Oder auch nur deren digitale Ausstattung vorangetrieben? Oder ein paar Schulbusse mehr geordert? Oder die Krankenhäuser personell besser ausgestattet? Nichts dergleichen ist flächendeckend und ausreichend geschehen. Und das fällt ihnen und uns jetzt auf die Füße. Respekt, Frau Bundeskanzlerin Merkel – sie bleiben konsequent und mahnen fällige und auch harte Entscheidungen an. Und man merkt, dass Ihnen der aktuelle Kurs nicht gefällt. Doch lässt man sie im Moment im Regen stehen – man sei doch keine nachgeordnete Behörde. Mir reicht es. Das Virus kann doch nur mit überall gleicher Konsequenz bekämpft werden. Kleinstaaterei und Eitelkeiten von MPs sind fehl am Platz. Ich hoffe, wir denken – wenn denn mal alles vorbei ist – auch darüber nach, ob es wirklich von Vorteil ist, so vieles, so aufgesplittert zu entscheiden.

  10. Sylvia Heger sagt:

    Viele erinnern sich bestimmt noch gut an die 60er, 70er Jahre. Da waren ein bis zwei feste Spielfreunde für die Freizeitgestaltung völlig normal und gereichten der psychischen Gesundheit ganz bestimmt nicht zum Schaden. Das Kind erlebte sich früh in einer „Zweier-Beziehung“, in die dann gelegentlich ein Dritter Dynamik hineinbrachte. Wozu also jetzt die große Aufregung beim Appell an die Eltern, die Anzahl der Spielkontakte bei Kindern radikal zurückzufahren? Vielleicht endlich eine Chance, die Unruhe und Reizüberflutung aus dem kindlichen Alltag herauszunehmen?
    Auch ein Restaurantbesuch war damals noch etwas Besonderes, man hatte per se großzügigen Abstand zu den Tischnachbarn, um in Ruhe zu genießen. Bis die Profitgier der Gastwirte zu immer noch mehr Tischen im Raum und viel Billigpersonal zum Bedienen führte. Urlaub war „echter“ Urlaub, Erholung vom Arbeitsleben, keine Shopping- oder Sauftour für ein paar Stunden dank Billigfliegern mit unterbezahltem Personal. Waren die Menschen in dieser vergangenen Zeit wirklich so viel schlechter dran als in unserer heutigen Konsumgesellschaft mit immer mehr Masse statt Klasse?
    Jetzt umzudenken, sich an ein anderes Leben zu gewöhnen, tut weh, weil uns so dermaßen fremd. Es ist aber unumgänglich in einer Welt mit Corona und kann auch neue Chancen eröffnen…

  11. Klaus Holl sagt:

    Herr Gottschalk macht nichts richtig. Inzidenz heute 215 und das bei geänderter Test“strategie“.
    Das kann auch „hans“ nicht gesundbeten.

    Mal nach Lollar schauen: 7-Tage-Inzidenz von fast 6000 (!!) in einer Schule und zwar nur Schüler*innen infiziert, keine Lehrer*innen.

  12. hans sagt:

    zu @ Klaus Holl
    Ich bete selten und bin schon gar nicht gut im gesund beten. Wenn die 215 stimmen, woran die FR heute Zweifel geäußert hat, dann ist das einfach eine Zahl. Zahlen anbeten halte ich für sinnlos. Man kann sie aber interpretieren und in der heutigen Zeit ist das eine gute Zahl für eine Großstadt.

  13. Gerhard Kleinlützum sagt:

    Wann kommt endlich eine klare Linie bei den Corona-Maßnahmen? Norwegen verbietet der eigenen Fußball-Nationalmannschaft die Ausreise. Logisch und richtig! Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ein Länderspiel im hoch infizierten Spanien. Die Ukraine hat nach mehreren Tests in Leipzig gespielt.
    Überhaupt hat der Fußball ein Privileg, was nur noch auf Unverständnis und Ärger stößt: Jede Woche werden alleine für die 1. und 2. Liga tausende von Tests gebunden, die an anderer Stelle fehlen. Die Gesundheitsämter müssen tätig werden, obwohl der Fußball und auch andere Sportarten nicht systemrelevant sind. Eigenartig ist auch, dass kaum jemand aus der Politik, aus dem Expertenkreis und Medienleute bisher dazu Stellung genommen hat.
    Nun wird beraten, eventuell den Lockdown zu verschärfen und uns als normale Bürger weiter einzuschränken. Ich stelle die Gefahr von Covid-19 nicht infrage – ganz im Gegenteil –, kann aber die fehlende Gesamtstrategie überhaupt nicht verstehen, auch nicht, dass in den entspannten Sommermonaten die Zeit nicht genutzt wurde, um z.B. in Schulen entsprechende Vorbereitungen für die zweite Welle zu treffen: bauliche Veränderungen oder die Anschaffung von Lüftern für die Klassenräume. Einige Maßnahmen machen den Eindruck von Hilflosigkeit, von Panik, aber auch von Willkür. Überflüssig sind auf jeden Fall Äußerungen wie die vom „Übervater“ und Möchte-gerne-Bundeskanzler Söder: Wenn ihr euch nicht daran haltet, dürft ihr kein Weihnachten feiern!

  14. Isolde Zimmer sagt:

    Der Kommentar hat mir aber so was von aus der Seele gesprochen, vielen Dank für diese Analyse. Planlos ist das einzig zutreffende Wort, um die Arbeit insbesondere des völlig überschätzten Herrn Spahn zu beschreiben. Dazu passte dann noch der Bericht über die Software, die bei Ebola in Afrika sich bewährt hat und dort auch jetzt bei Corona wirksam eingesetzt wird, aber hier in Deutschland nicht flächendeckend den Gesundheitsämtern vorgeschrieben wird (warum – kann kein Lobbyist daran verdienen?). Lieber setzt man die Bundeswehr ans Telefon, als flächendeckend Schnelltests anzubieten.
    Es geht ja nicht darum, den Nachweis für eine Nicht-Infektion zu haben – das kann am nächsten Tag ja wieder anders sein -, sondern die Personen herauszufinden, die unwissentlich infiziert und ansteckend sind, um diese Infektionsketten zu unterbrechen. Das soll tatsächlich helfen! Schnelltests bei Menschenansammlungen könnte ebenfalls – bei Entdeckung von Infizierten – dazu beitragen, manche Teilnehmer zum Nachdenken zu bringen.
    Ab Juni war Zeit genug, um einen Plan auszuarbeiten, bei welchen Werten welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Das hätte man in Ruhe diskutieren und beschließen können. Da war man aber zu sehr damit beschäftigt, eine App auf den Markt zu bringen (die nicht wirklich hilft), und an der Parteikarriere zu basteln.
    Dieses ganze Theater zwischen Kanzlerin und Ministerpräsidet:innen bringt mich zu dem Schluss, dass wir eine Begrenzung von Amtszeiten auf die Dauer von 2 Legislaturperioden in allen politischen Wahlämtern dringend brauchen. Auch in Frankreich und den USA können Präsidenten maximal zwei Legislaturperioden amtieren und ich kann nicht erkennen, dass darunter die Demokratie leidet. Dann kann die Legislaturperiode auch gern auf 5 Jahre verlängert werden. Wer nur auf Zeit in die Politik geht, verliert dann (hoffentlich) nicht mehr völlig den Bezug zur Realität. Den kann ich im Moment bei Frau Merkel oder Herrn Braun nicht wirklich entdecken.
    Für Bürgermeister gibt es eine Altersgrenze, sicher aus gutem Grund, aber nicht für Bundestag oder Minister. Auch da sollte bei spätestens mit 70 Jahren, für Abgeordnete spätestens mit 75 Jahren, Schluss sein. Das sorgt dann ganz allein für Wechsel und frische Ideen.
    Herzliche Grüße von einer Leserin, die seit fast 40 Jahren auf die werktägliche Lektüre der FR nicht verzichten möchte, das Schlimmste waren für mich immer die Streiks, wenn die Zeitung ausfiel (bevor es E-Paper gab).

  15. Christa Kreß sagt:

    Plötzlich und unerwartet kam er, der Herbst, kam sie, die zweite Welle. Keiner konnte damit rechnen – schon gar nicht die Regierungen. Nein, man konnte beruhigt in die Sommerpause gehen. Herbst, Winter, zweite Welle, wie sollte man auch mit sowas rechnen. Dass nach Sommerferien der Schulbeginn startet -noch nie dagewesen !
    Was hat denn die Regierung getan in den Sommermonaten? Nichts, außer von der zweiten Welle geredet und auf ein Wunder gehofft-irgendwann muss sich das mit der Kirchensteuer ja auszahlen.
    Das mit dem Wunder stimmt ja irgendwie – alle wundern sich, dass Covid-19 noch da ist- Halleluja.

  16. Arne Walter Seegelken sagt:

    Die Bundeskanzlerin appelliert an die Bevölkerung, dass sich ein Hausstand nur noch mit einem festen anderen Hausstand treffen möge. Was für Menschen, die in traditionellen Kleinfamilien leben, vielleicht machbar und erträglich erscheint, geht an der Realität eines Großteils der 17.6 Millionen in Singlehaushalten lebenden Menschen komplett vorbei. Als Single bin ich emotional in ganz anderer Weise darauf angewiesen mit Menschen aus anderen Haushalten zu interagieren. Das ist geradezu die Grundlage meiner Lebensrealität. Leider erlebe ich zur Zeit, dass sich die Politik in Ihren Entscheidungen fast ausschließlich von den Wünschen und Bedürfnissen der traditionellen Kleinfamilie leiten lässt. Ich fühle mich dabei mit meinem Lebensmodell komplett übersehen.

  17. Johannes Kasper sagt:

    Der renommierte Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, der Seuchen- und Sarsexperte Prof. Dr. Dr. René Gottschalk, hat sich seine Meriten zweifellos verdient und leistet derzeit wichtige praktische Arbeit; als Sachverständiger in der aktuellen Pandemie geriert er sich als Experte qua Posten, der über profaner wissenschaftlicher Evidenz zu stehen scheint. Obwohl sein sommerliches Zahlenorakeln („Was sagen die Daten?“) längst von der Realität (und der Mathematik) überspült wurde, verbreitet Prof. Gottschalk – zum Wohlgefallen der von ihm (zu Recht) beschimpften Corona-Leugner – weiterhin empirisch wider- oder unbelegte Privatwahrheiten. Entgegen überwältigendem wissenschaftlichem Konsens stellt Prof. Gottschalk die Primärstrategie der Eindämmung u.a. durch Kontaktverfolgung in Frage und scheint es für „relativ leicht“ zu halten, stattdessen bei der Kontaktverfolgung den Schutz von Risikogruppen zu priorisieren. (Wie bitte kann man ohne Kontaktverfolgung wissen, ob Risikopatienten betroffen sein könnten oder nicht? Warum schreibt er nicht lieber über Clusterentdeckung durch retrospektive Kontaktverfolgung?) Im Widerspruch zu zahlreichen Faktenchecks und der unermüdlichen Aufklärung von Expert*innen wie Prof. Ciesek und Prof. Drosten verbreitet er (wie übrigens auch der Präsident der hessischen Landesärztekammer in der FR) die Corona-Leugner-Mär von „häufig“ falsch-positiven PCR-Tests. Breiten wissenschaftlichen Konsens beiseite wischend bestreitet er ohne Begründung wiederholt die überragende Bedeutung von Aerosol-Übertragungen von Sars-CoV-2, ohne die die meisten das Ausbreitungsgeschehen dominierenden Superspreadingereignisse nicht erklärbar wären. Trotz rasant zunehmender Erkenntnisse zu den häufigen und teils schweren Langzeitfolgen gerade bei Jüngeren, einer im Vergleich zur Grippe 12-16 mal höheren Infektionssterblichkeit und einer noch viel höheren erwartbaren Übersterblichkeit von Covid-19 hält er an seiner Einschätzung fest, Covid-19 sei „zum weitaus größten Teil“ völlig harmlos und mit einer Grippe vergleichbar, erklärt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, dass sich eine „ganz andere“ Fallsterblichkeit zeigen würde, wenn man alle Verkehrstoten herausrechnet, die sich noch just vor ihrem Unfall mit Corona angesteckt haben und konstatiert irreführend, es gebe keine Übersterblichkeit durch Covid-19 (Präventionsparadox lässt grüßen). Völlig aus der Luft gegriffen behauptet er, Luftfilter und Belüftungsanlagen (Aerosole lassen grüßen) in Schulen seien potentielle Virenschleudern und untersagt deren Einsatz, während er im Sommer, als es um den vermeintlich bedenkenlosen Urlaubsflug ging (die Pandemie erklärte er zu diesem Zeitpunkt im Alleingang bereits für quasi beendet), von der überragenden Effektivität von Luftfiltern in Flugzeugen überzeugt war. Und ohne zu bemerken, wie er sich bereits im nächsten Satz widerspricht, behauptet Prof. Gottschalk im Widerspruch zum RKI kontrafaktisch, an Schulen fänden keine Ansteckungen statt, mit Masken und Fensterlüftung „droht keine Ansteckungsgefahr“, für geteilte Klassen (Aerosole lassen grüßen) und Schulschließungen gebe es „keine infektiologische Notwendigkeit“ und (wozu Wissenschaft?) Kinder seien „erheblich weniger“, kleine Kinder „allenfalls ausnahmsweise ansteckend“. Ein Trostpflaster, dass er – wenigstens wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann (Aerosole lassen grüßen …) – Masken für sinnvoll erachtet und dafür klar einsteht.
    Nebenbei: Wann beginnen die Journalist*innen etablierter öffentlicher und privater Anstalten endlich, Belege und Begründungen für „Expertenmeinungen“ einzufordern, anstatt blindlings Meinungen, Presseerklärungen und Stellungnahmen nachzuerzählen (siehe „Great Barrington Declaration“, „Wissen- und Ärzteschaft gegen Lockdown“)? Wie lange können wir es uns als Gesellschaft noch leisten, das journalistische Immunsystem an kleine Privatblogs wie den Volksverpetzer outzusourcen?
    Während die Mitarbeitenden im Gesundheitsamt derzeit Übermenschliches leisten, leistet sich ihr Chef also erratische Pöbeleien in alle Richtungen. Wäre er als ständiger Berater des hessischen Gesundheitsministeriums und der Gesundheits- und Bildungsdezernate Frankfurt, sowie als teils leitender Experte zentraler Kompetenzzentren und Gremien nicht in einer Schlüsselposition für das aktuelle Pandemiegeschehen, man könnte ihn einfach ignorieren. Aber von seinen primär Eminenz-basierten Einschätzungen hängen das Leben und die langfristige Gesundheit vieler tausender Bürger*innen in Frankfurt, Hessen und darüber hinaus ab. Wie lange können wir es uns angesichts eines drohenden „nationalen Gesundheitsnotstandes“ noch leisten, dass ein hochrangiger Vertreter des öffentlichen Gesundheitswesens die Gesundheitsgefahren von Covid-19 und die elementare Bedeutung von Aerosolübertragung und Überdispersion für die Ausbreitung des Viruses leugnet oder nicht versteht und eine private Durchseuchungsagenda à la Hendrik Streek verfolgt?
    Aber Herr Gottschalk scheint gut in die allgemeine politische Agenda zu passen: Warum musste im Sommer gefühlt jede zweite Landesregierung ihre eigene Wahrheit über die (natürlich untergeordnete) Rolle von Schulen und KiTas im eigenen Ländle finden, anstatt sich – dem Vorsorgeprinzip verpflichtet – angesichts der schwersten (aerosolübertragenen) Pandemie seit 100 Jahren über funktionierende Strategien zu informieren und naheliegende und international seit Langem angemahnte Schutzmaßnahmen zu etablieren wie funktionierenden Distanz- und Hybridunterricht mit geteilten Klassen, gestaffelte Startzeiten und zusätzliche Schulbusse, Raumluftfilter oder -Anlagen (zusätzlich, nicht alternativ zum Lüften), professionelle Masken und regelmäßige Antigen-Schnelltests für alle Kinder und Beschäftigten? Warum wird selbst in der aktuellen Situation, wider internationale wissenschaftliche Evidenz, mehrere Berichte und zahlreiche Warnungen, an dem Narrativ festgehalten, Kinder in hessischen Schulen und KiTas seien (anders als etwa Nerze, Frettchen, Katzen, Hunde, Hamster, Löwen, Fledermäuse, Affen und Menschenkinder in anderen Ländern) auf magische Weise quasi vom Infektionsgeschehen ausgenommen (z.B. Elternbrief der Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber vom 2.11.)? Die (methodisch hochwertige) jüngst vorveröffentlichte hessische SAFE-KITA-Studie kann dazu zumindest keine Aussage treffen, die beobachtete durchschnittliche Inzidenz im Studiensample (insgesamt 2 infizierte Erzieher*innen, bei übrigens 13’270 negativen PCR-Tests) lag sogar über der Allgemeininzidenz im Studienzeitraum. Warum wird weiter aktiv an der ohnehin bestehenden Wahrnehmungsverzerrung der Rolle von Kindern gearbeitet, indem Kinder bei Coronafällen in Schulen nicht mehr getestet, keine Kontakte nachverfolgt und (Aerosole lassen grüßen) keine Quarantänen mehr verhängt werden, anstatt endlich eine transparente Datengrundlage zu schaffen? Was macht die Verantwortlichen eigentlich so sicher, dass Kinder keine Langzeitschäden entwickeln werden? Wie können die Verantwortlichen verdrängen, dass zwischen Schule/KiTa und Seniorenheim oft gerade eine Übertragung im Privathaushalt liegt? Wollen sie wirklich lieber in zusätzliche Krematorienöfen als in Luftfilter investieren (obwohl die Wirksamkeit von Krematorien beim Übertritt ins Jenseits wissenschaftlich bislang nicht belegt ist)?
    Dieser Grad an Realitätsverleugnung ist gruselig. Traurig, dass vom Irrglauben und Wunschdenken einzelner „Verantwortlicher“ nicht nur das persönliche leibliche, sondern auch das kulturelle und öffentliche Leben unserer Stadt, unzählige wirtschaftliche Existenzen und die gesamte Ökonomie auf Jahre hinaus abhängen.
    Stopp der Schildbürgerpolitik der Beschwörungen und Verantwortungslosikeit! Wir brauchen jetzt eine konsequente, transparente, evidenzbasierte ZERO-COVID-Strategie!

  18. hans sagt:

    zu @ Johannes Kasper
    Ich finde es toll wie sie detailliert genau aufzeigen was in Frankfurt beim Thema Corona hauptsächlich verursacht von Herr Gottschalk verursacht falsch läuft. Ist das eigentlich überall so? Oder warum sind die Zahlen in Frankfurt nicht so schlecht bisher wie sie nach ihrer Beschreibung sein müssten? Vielleicht weiß das Virus das auch einfach nicht. Ich traue mir nicht zu zu beurteilen ob sie recht haben, aber die Zahlen die hinten raus kommen kann ich schon lesen.

  19. hans sagt:

    Um so öfter man lesen kann was eigentlich der Grund ist warum in Asien es so viele Länder gibt die erfolgreich durch die Coronakrise kommen um so klarer wird wo das Problem liegt. Durchsetzen der AHA Regel und durchsetzen das Leute die Quarantäne haben das auch machen und schon wäre der Fall weitgehend erledigt. Noch ein bisschen Kontaktverfolgung dann könnte man die Ergebnisse von Asien auch haben. Datenschutz muss dazu nur eingeschränkt werden wenn es zu viele Leute gibt die das nicht in der Lage sind zu verstehen.

  20. Martin Gülzow sagt:

    Corona-Maßnahmen: Schulöffnung um jeden Preis ?

    Jetzt sind vier Wochen „Corona Lockdown Light“ vorbei und wir müssen feststellen, dass die Maßnahmen, wie Schließung von Gaststätten, Theatern, Kulturbetrieben und Einschränkungen von privaten Treffen, nicht den erwünschten Erfolg gebracht haben. Die täglichen Infektionszahlen bleiben auf einem hohen Niveau – und dass sie absolut nicht mehr stark ansteigen liegt auch daran, dass weniger getestet wird und entsprechend einige Neuinfektionen nicht erkannt und mitgezählt werden. Dass es vermutlich eine deutliche Dunkelziffer an Infektionen gibt deuten auch die steigenden Krankenhausbehandlungen und leider auch Todesfälle durch Covid-19 an.
    Wer oder was sind denn die „Treiber“ des Infektionsgeschehens ?
    Wenn man sich die Auswertung von Infektionsfällen nach Altersgruppen ansieht (siehe detaillierte Fallzahlen des RKI) wird deutlich, dass kleine Kinder im Kindergarten- oder Grundschulalter relativ wenige Infektionen haben und dass dagegen die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (ab 15 Jahren) klar überrepräsentiert ist. Bei den über 60-jährigen nehmen dann die Infektionszahlen wieder ab. Gleichzeitig gibt es an Schulen auffallend hohe Infektionszahlen sowohl bei Schülern wie bei Lehrern – nach Bericht in der „Rundschau“ sind in Hessen 0,32 % der Lehrer an Corona erkrankt! Das klingt erstmal nach wenig Personen, aber hochgerechnet entspricht dies einer „Inzidenz“ von 320 Fällen und das ist deutlich mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung.
    Mein Schluss daraus ist, dass Jugendliche über 15 Jahre und entsprechend (weiterbildende) Schulen viel stärker zum Infektionsgeschehen beitragen, als dass in der öffentlichen Debatte wahrgenommen wird und dass wirksame Corona-Maßnahmen genau hier ansetzen müssten.
    Klar wollen wir die Schulen im Sinne der Kinder und Jugendlichen „offen halten“ – aber um welchen Preis? Und wie lange wollen wir noch zusehen, wie sich die Infektionszahlen verfestigen und die schweren Krankheitsfälle zunehmen ?
    Mein Vorschlag ist, für z.B. einen oder zwei Monate ab Jahrgangsstufe 9 den Schulbetrieb komplett auf Video-Unterricht umzustellen – europäische Länder wie Irland oder Belgien, die ihre Schulen zeitweise geschlossen hatten, haben damit ihre Corona-Infektionszahlen deutlich senken können.
    Alle Universitäten und alle Unternehmen haben ihre Aktivitäten weitgehend auf Video-Konferenzsysteme umgestellt, das ist für eine begrenzte Zeit auch jugendlichen Schülern zuzumuten, die selbständig und technikaffin genug sind, um mal eine Zeit lang von zu Hause zu lernen. Viele Schulen haben dazu schon Konzepte erprobt und sind gut aufgestellt und da, wo es noch hapert, könnte mit vergleichsweise wenig Geld eine „Digitalisierungs-Task Force“ eingerichtet werden, die hilft, Schulen mit fehlender Technik auszurüsten und Lehrer fortzubilden.
    Wenn das flächendeckend etwas zu ambitioniert ist, könnte das ein Bundesland oder eine Region – wie das Rhein-Main-Gebiet – für einen überschaubaren Zeitraum einfach mal ausprobieren. Wenn dann die Infektionszahlen im Vergleich zu anderen Regionen fallen, sollte man das Modell ausrollen und könnte – mit ausreichenden Hygienemaßnahmen – Gastronomie und Kulturbetriebe wieder zulassen !

    Martin Gülzow, Langen

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