Die wahre Autorität dieser Tage ist das Virus

Die deutsche Politik gibt in Sachen Pandemiebekämpfung derzeit nicht das beste Bild ab. Impfchaos, versemmelte Massen-Schnelltests, Schulöffnungen hier, Schließungen da, Unklarheit in der Frage, welche Inzidenz nun wofür und weshalb gilt und was daraus jeweils folgt, dazu steigende Infektionszahlen, weil sich offenkundig eine Variante von Sars-CoV-2 schnell ausbreitet, die erstmals in Großbritannien aufgetreten ist. Die Menschen sind verunsichert: Ist unser föderales System in solchen Zeiten der Krise wirklich effektiv? Wenn 16 Ministerpräsident:innen und eine Kanzlerin mit ihrem Handeln den Eindruck erwecken, dass sie sich angesichts einer solchen Krise nicht auf eine gemeinsame Linie verständigen können, dann stimmt da wohl etwas nicht.

MinisterpräsidentenkonferenzDie Sache hat zwei Seiten. Es ist einerseits nur allzu menschlich, dass die Menschen in Krisenzeiten nach klaren Ansagen verlangen: Politik, gebt uns Orientierung! Ihr führt uns, dafür haben wir Euch gewählt. Sagt uns, was das Beste ist und was wir tun sollen. Allerdings sind auch Politiker:innen nur Menschen, und als solche haben sie mit den selben Problemen zu kämpfen wie wir Normalos auch: Wir befinden uns allesamt in einer historischen Ausnahmesituation, die es zum letzten Mal wohl vor rund 100 Jahren in der Pandemie der Spanischen Grippe gegeben hat. Niemand kann also von Politiker:innen verlangen, dass sie das Richtige tun. Niemand konnte das Verhalten einüben und trainieren, das wir in der Pandemie brauchen, denn dafür gab es bisher schlicht keine Notwendigkeit. Die Pandemie war bis vor kurzem noch ein Schreckgespenst, von dem allen hofften, dass es niemals eintreten würde. Und dann kam Sars-CoV-2!

Was man von unseren Politiker:innen aber verlangen kann, das ist, dass sie ihr Bestes geben, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Auch in einer historischen Ausnahmesituation wie dieser Pandemie. Und da fragt man sich nun doch mal, warum es Städten wie Dortmund und Duisburg von Seiten der Landesregierung verboten wird, Schulen zu schließen, obwohl die Infektionswerte beunruhigend sind. Und man fragt sich auch, was eine hessische Landesregierung bewegt, die für sich selbst, für ihre Räume im Landtag und drumherum in Wiesbaden, Luftfilter anschafft, für die hessischen Schulen aber die Losung ausgibt: Regelmäßig lüften genügt! Überhaupt, die Schulen. Im einen Bundesland so, im anderen so. Die Friseur:innen, die Gastronomie, die Theater – wer öffnet wann wo was, und warum nicht alle gleichzeitig? Und so weiter. Muss man da als Bürger:in dieses Landes nicht den Eindruck gewinnen, dass das alles nur ein einziges Chaos ist? Und wenn die Politik offenkundig derart überfordert ist, klare Signale auszusenden – wie soll man da Vertrauen haben?

So steckt der bundesdeutsche Föderalismus also möglicherweise in seiner tiefsten Krise seit Gründung der Bundesrepublik. Viele Köche verderben den Brei. Das ist nichts Neues. Aber wenn es um Menschenleben geht? In Anlehnung an Greta Thunberg („How dare you?“): Wie können die Länderfürst:innen es wagen, sich nicht zu einigen?

FR-Leitartikel zu diesem Thema: „Mensch, Staat!“ und „Gleichklang gesucht“. Links folgen.

fr-debatteBrandgefährliche Weichspülersprache

Und wieder lockt Armin Laschet mit Corona-Lockerungen. Das war schon im letzten Jahr so und nun wieder. Als Nordrhein-Westfale kennt man das und hat sich und ärgert sich wieder über diesen Landesvater. Aber es gibt einen Unterschied – jetzt ist der MP auch noch Vorsitzender der CDU. Sein Wort gibt Richtung vor. Und dieses Wort von der ‚Erfindung neuer Grenzwerte‘ unterstellt eine Beliebigkeit der Aussagen des Berliner Treffens an dem auch Armin Laschet teilgenommen hat. Brandgefährlich ist diese, seine Weichspüler-Kommunikation. Das war sie am Anfang der Pandemie und noch gefährlicher war sie im Oktober als überall die Light-Maßnahmen helfen sollten, stattdessen aber die zweite Welle mächtig beschleunigten. Und bis heute sterben – weniger als vorher, aber immer noch – Hunderte, und Tausende infizieren sich neu. Das Virus schert keine Inzidenz. Es braucht Nähe – je mehr desto besser. Das wissen wir und daher müssen wir uns leider aus dem Weg gehen. Auch wenn die Zahl 35 dann im Raum steht, sollten wir warten, bis sie stabil ist. Und eben nicht vom ersten Tag an das fragile Miteinander von Mensch und Virus auf zu harte Proben stellen, sondern in kleinsten Schritten das Risiko überschaubar halten. Denn – machen wir uns nichts vor – die wahre Autorität in diesen Tagen sind nicht Kanzlerin und Ministerpräsident:innen, sondern ist das Virus. Es gibt vorerst noch den Takt vor. Und solange das Impfdebakel nicht in ein Impfspektakel mündet, ist Vorsicht geboten. Und eben keine lockere Nachsicht.

Bertram Münzer, Gütersloh

fr-debatteWenn jeder Landesfürst sein eigener Herr sein will

Das Grundgesetz – also die Verfassung – der Bundesrepublik Deutschland basiert auf den Vorgaben (Forderungen) der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges. Sie wollten zwingend verhindern, dass Deutschland (wieder) ein übermächtiger Staat in Mitteleuropa wird. Und das ist ihnen gelungen, wie wir immer wieder und ganz besonders heute auf unzähligen Gebieten vorgeführt bekommen – vorgeführt durch die erzwungene Aufteilung in ein föderales System.
Nun ist eine Föderation an sich nichts Schlechtes, und es gibt durchaus Gründe für unterschiedliche Regelungen in Abhängigkeit von bestimmten regionalen Besonderheiten oder mit Bezug auf eine gewisse überregionale Gestaltungen (z. B. terminliche Abstimmungen). Aber es gibt auch eine Vielzahl von Problemfeldern des gesellschaftlichen Lebens (sie sind hinlänglich bekannt und oft genug genannt worden), die vernünftigerweise für die gesamte Bundesrepublik einheitlich geregelt werden sollten. Eine solche Einheitlichkeit kann durchaus auch zu Variationen führen, wenn man gemeinsam abgestimmte Parameter zugrunde legt.
Doch wenn jeder „Landesfürst“ darauf besteht, sein eigener Gestalter – um nicht zu sagen Gebieter – sein zu wollen, ist eine einheitliches Vorgehen in Gesamtdeutschland praktisch ausgeschlossen. Und die Abgeordneten in den diversen Landesstrukturen sind ihm dabei natürlich behilflich, ansonsten könnte man ja auf einige von ihnen verzichten.
Ein hierzu gehörender Aspekt betrifft auch die bisher gescheiterten Bemühungen um die Reduzierung der Abgeordnetenzahl im deutschen Bundestag. Es wäre wirklich nicht schwer – trotz Beibehaltung des etablierten Verhältniswahlrechts – die Zahl der Wahlkreise entsprechend zu reduzieren. Aber damit riskieren die darüber befindenden Abgeordneten, daß der/die eine oder andere kein Mandat (inklusiver aller damit verbundenen Vorteile) mehr erhält.
Ob es einen vernunftgeleiteten Weg aus diesem gesamten Dilemma gibt, kann ich nicht einschätzen. Eine Verfassungsänderung wäre eine Möglichkeit – vermutlich ist diese aber eine Fiktion, denn darüber befinden müßten gerade jene Abgeordneten, die …
Wir brauchen keine Staatskrise, die vielleicht eine Neuregelung erzwingen würde.

Klaus-Rainer Schulze, Neuberg

fr-debatteDer Zivilschutz ist Bundessache

Zur Abwehr der Corona Krise hat sich der deutsche Föderalismus abermals (wie bei dem Pisa Test in den Schulen) nicht mit Ruhm bekleckert. Im Grundgesetz ist das Verhältnis zwischen Bund und Ländern geregelt. Es gibt die ausschließliche Gesetzgebung Art.73 GG und die konkurrierende Gesetzgebung Art 74 GG. Ausschließlich regelt u.a. der Bund in Art 73 (1) Ziff. 1 „die Verteidigung einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung“; in Art 74 GG konkurrierend in Ziff 19. „Maßnahmen gegen gemeingefährliche oder übertragbare Krankheiten bei Mensch und Tieren“. Seit 1956 gibt es ein Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Der Zivilschutz (früher Luftschutz) ist Bundessache.
Nach der „herrschenden Meinung“ die nicht richtig sein muß, ist die Gefahrenabwehr gem. Art 70 GG Ländersache, es steht aber so nicht im Art. 70; er sagt lediglich aus, daß die konkurrierende Gesetzgebung nur dann zutrifft soweit nicht der Bund die Zuständigkeit in Anspruch nimmt.
Jeder würde laut lachen, wenn z.B. die Verteidigung, wie im Kaiserreich Ländersache wäre, das gleich gelte doch auch für den Schutz der Zivilbevölkerung, er ist ausschließlich Bundessache. Denn darum handelt es sich bei der Corona Abwehr doch, da es keine Grenzen kennt, Der Bund kann per ein Gesetz die Zuständigkeit an sich ziehen, wieso wird es aufgrund der jetzigen Erfahrungen nicht sofort erlassen? Um die Inkompetenz der Länderregierungen weiterhin zu schützen?
Tübingen und sein Bürgermeister und Landrat beweisen doch, das es auch ohne Landesregierung sehr gute Ergebnisse gibt.

Konrad Mohrmann, Frankfurt

fr-debatte

41 Kommentare

  1. Hermann Schorge sagt:

    Kommen jetzt, da wieder viele nach dem Ziehen der Notbremse rufen, wieder einfallslose pauschale Schließungen von Läden, Museen, Kitas und Schulen, deren Wirksamkeit durch keine Studie, durch keine Statistik bewiesen ist?
    Ich kann nur auf die Empfehlungen von Frau Prof. Dr. Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, verweisen. Sie schlägt vor, Öffnungsstrategien nicht nach Branchen und Inzidenzen zu definieren.
    Erst dort, wo es die Schnelltests und die Infektionskettennachverfolgung wirklich gebe, könne man aufmachen. Es brauche eine geeignete digitale Plattform, die praktikabel für den Nutzer sei und auf der die Gesundheitsämter alle Kontakte ohne übergroßen Aufwand nachverfolgen könnten. Dadurch könne auch differenzierter verstanden werden, wo und unter welchen Bedingungen die Corona-Infektionen vermehrt stattfanden.
    Für einen Notfallplan in diesem Sinne hätten viele Verständnis. Aber bitte nicht so, wie seit Anfang November praktiziert!
    Eine wirksame und verhältnismäßige Strategie im von Frau Woopen skizzierten Sinn hätte im Oktober 2020 in die Wege geleitet werden müssen. Es ist verpatzt! Jetzt aber muss ein Ruck unter den Verantwortlichen entstehen, diese Dinge wirklich anzugehen und der genervten Bevölkerung eine echte Perspektive zu geben; jetz müssen kurzfristig digitale Lösungen umgesetzt werden. Wahrscheinlich wäre die App LUCA bundesweit wie in Rostock eingesetzt ein erster Anfang.
    Warum können Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden nicht das, was Rostock kann und macht?

  2. hans sagt:

    Es ist eigentlich unglaublich wie wenig man nach einem Jahr Pandemie über die Verbreitung des Virus weiß. Das wird als einer der größten Fehler der Bekämpfung den Weg in die Geschichtsbücher finden und ist Schuld daran das jetzt wieder alles zu gemacht werden muss.

  3. carmen horstmann sagt:

    Es ist unsäglich und unerklärlich wie in 12 Monaten Pandemie Politker und Verantwortliche agieren. Einige machen sich die Taschen voll und die Anderen versuchen sich bei Wirtschaft und Wahlvolk Liebkind zu machen mit Maßnahmen die niemand nachvollziehen kann. Kein Plan , keine Strategie, und kein Ziel das die Bevölkerung dazu motiviert an einem Strang zu ziehen. Und wer schützt mein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit, wenn diese Horden oder Mob von Querdenkern und Pandemieleugnern mit verblendeter Gefolgschaft demonstrieren darf. Erst habe ich mich sehr geschämt und bin empört über die Bilder mit Menschen die das Symbol des Judenstern verunglimpften, aber vielleicht ist es auch ein Symbol für die Träger, hallo Virus, hier bin ich, vernichte mich.

  4. Nick Timm sagt:

    Lockdown mit zweierlei Maß
    Wir alle leiden unter den Lockdown Maßnahmen, die unser gesellschaftliches Leben momentan einschneidend beherrschen.
    Die Notwendigkeit von Kontakt-Einschränkungen wird von den meisten Bürgerinnen und Bürgern immer noch geteilt. Wogegen sich aber zunehmender Ärger aufbaut ist das föderale Chaos, eine blockierende Überbürokratisierung sowie ein hilfloses Management der Regierenden auf allen Ebenen mit teilweise widersprüchlichen Entscheidungen. Vollends unübersichtlich wird die Sache, wenn mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Ein Beispiel ist der Facheinzelhandel in unseren Innenstädten, der zurzeit um seine Existenz ringt. Die Corona bedingten Schließungen oder bestenfalls einschränkenden Hygiene-Maßnahmen sind derart einschneidend, dass viele Geschäfte trotz staatlicher Überbrückungshilfen vor der Insolvenz stehen. Begründet wird das Ganze mit fehlenden Hygienemöglichkeiten.
    Es ist schon nur begrenzt nachvollziehbar, dass Friseure, Massagepraxen, Blumenläden bis hin zu Wettbüros öffnen dürfen. Völlig absurd wird das Ganze, dass unter der Begründung lebensnotwendiger Produkte Drogerieketten wie Müller, Supermärkte wie Real oder letztlich auch Aldi ohne Einschränkungen Vollsortimente anbieten dürfen. Das geht soweit, dass die Selgros Kette ihre Tore nunmehr für jedermann öffnen darf, also nicht nur für den wiederverkaufenden Handel. So dürfen hier Schreibwaren, Spielwaren, Elektro- und Haushaltsgeräte uneingeschränkt verkauft werden während der Facheinzelhandel während des Lockdowns geschlossen bleiben muss.
    In diesen Mischmärkten herrscht ein unkontrolliertes Gedränge zwar immerhin mit Maske, aber ohne Rücksicht auf Abstand und Einlassmenge. Dass dies auch anders geht, sehen wir bei unseren europäischen Nachbarn, bei denen der Verkauf in Mischmärkten strikt auf sogenannte lebensnotwendige Waren beschränkt ist. Die Nonfood- oder Non-Hygieneartikel werden durch Barrieren den Kunden nicht zugänglich gemacht.
    Ein kontrollierter Einlass im Inhaber geführten Fachgeschäft mit begrenzter Kundenzahl regelt die Hygiene garantiert besser.
    Während der Fachhandel am Boden liegt, fahren die Online- Riesen wie Amazon und die Supermarktketten Milliardengewinne ein. Wenn die Politik hier nicht konzeptionell eingreift, laufen wir Gefahr, Abertausende von Einzelgeschäften zu vernichten. Viel schlimmer aber ist, dass diese Art von Geschäften von der Bildfläche verschwinden werden und die Aufenthaltsqualität unserer Innenstädte weiter veröden.

  5. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Nick Timm

    Ihr letzter Absatz: Es sieht so ganz danach aus.

  6. Der Mann, der irren Blickes in die TV-Kamera stierte und sich Verschwörungsfantasien aus dem Leib schrie, war anscheinend einer jener typischen Corona-Leugner, die in Kassel randalierten. Ein anderer, dessen politisches Statement vom hr-Fernsehen festgehalten wurde, belegt die These, dass Hass hässlich macht. Er lebe seit einem Jahr in einer Corona-Diktatur, beschwerte sich der Mann, dessen Physiognomie an einen Henkersknecht erinnerte. Erworbene Grobschlächtigkeit, welche die Brutalität erahnen lässt, zu der er fähig sein könnte. Diese sogenannten Querdenker geben sich als kritische Staatsbürger aus und versuchen, ihre tatsächlichen Charaktereigenschaften zu verbergen. Wollen darüber hinwegtäuschen, dass sie Quertreiber, Beckmesser und Stänkerer sind. Dass sie das Leben der anderen gering schätzen und gefährden. Kriminelle, unfähig zur Solidarität, unfähig zum Diskurs, unfähig zur Demokratie.

    Und vor solchen Kreaturen haben Politiker Angst? Wurde wegen des Wutgeheuls aus diesen Kreisen im Sommer letzten Jahres der anfangs erfolgreiche Lockdown gegen null gefahren? Wurde deswegen dem Hedonismus von Banausen stattgegeben, die auf Mallorca das Elend ihrer Durchschnittsexistenz verdrängen wollten und dadurch dazu beitrugen, dass das Virus wieder mobil wurde? Erleben wir darum einen ständigen Wechsel von Einschränkungen und Lockerungen, von denen de facto Multis wie Amazon oder marktbeherrschende Baumarktketten ausgenommen sind? Versucht aus diesen Gründen die Politikerkaste die Bedrohung mittels Verweisen auf regionale Besonderheiten zu relativieren? Liefern die Unbelehrbaren den Anlass, sogar die Maßstäbe für Gefahren ändern wollen, damit schöngeredet werden kann, was nicht schönzureden ist? Warum müssen Politiker Verständnis äußern für solche, die sich um ihren Verstand gebracht haben? Pluralismus in Ehren, aber ein Pluralismus, der den Feinden des Lebens Zugeständnisse macht, ist eine Straftat.

    Eines steht fest: Die Würde des Menschen, die an die Existenz von lebenden und selbstbestimmten Bürgern geknüpft ist, wird nicht mehr im notwendigen Umfang geschützt. Immerhin sind in Deutschland bis jetzt über 74.000 Menschen an der Seuche gestorben. Wegen des Mobs, den die Unvernunft hervorgebracht hat, knüppeln Polizisten bei Krawallen der Corona-Leugner auf achtsame und besonnene Gegendemonstranten ein, verkennen Polizeiführer die tatsächliche Lage und irrt der hessische Innenminister von einer Fehleinschätzung zur nächsten.

    Es ist höchste Zeit, dass die Politik Zeichen setzt, dass sie politisch wird. Die Bevölkerung bedarf klarer Signale, schließlich geht es letztlich um alles, um alles, was das Leben positiv ausmacht. Ministerpräsidenten, die zunächst einen Schritt vorangehen und sich kurz darauf zwei Schritte zurückbewegen, wirken demoralisierend. Und erweisen sich als Katalysator für die Corona-Pandemie, anstatt ihr alles, was verfügbar ist, entgegenzusetzen.

    Das Virus benötigt zu seiner Entfaltung einen Wirt, nämlich den Menschen. Folglich muss ihm dieser Wirt entzogen werden. Durch Kontaktbeschränkungen, Abstand halten, Maske tragen, Hygiene und wiederholtes Lüften geschlossener Räume. Unter Räumen sind auch Schulen und Kindertagesstätten zu verstehen. Zusätzlich durch ein engmaschiges Netz von Testungen. Und – was das Entscheidende sein wird – durch ein schnelles Impfen; 60 Millionen Menschen in den kommenden sechs Wochen sollten Pflicht sein. Dann hätten wir Ruhe. Ruhe vor der Infektion und vor der halbseidenen Verweigerungsfront.

    Vorüber wäre die Bedrohung dann leider noch nicht. Denn in Brasilien droht das Virus in einer Weise zu mutieren, gegen welche die derzeit verfügbaren Vakzine nicht helfen könnten. Falls nicht unverzüglich die Bevölkerung durchgeimpft würde, entwickelte sich dort eine Katastrophe mit Folgen für die gesamte Welt. Ähnlich wie in Deutschland und seinen Nachbarländern besteht die Gefahr aus zwei Teilen: Einerseits aus dem Virus und andererseits aus Ignoranten, die seiner Bekämpfung bewusst im Wege stehen. In Brasilien riskiert der Rechtsextremist Bolsonaro die Verseuchung seines Volkes. Der Kampf gegen Corona ist notwendigerweise auch einer gegen Dummheit und politische Machthaber, die auf Einfalt setzen.

  7. Jürgen Malyssek sagt:

    Weiterhin bleibe ich zurückhaltend mit einer Politikschelte, auch wenn es wirklich nicht so rund läuft mit den Maßnahmen und den Absprachen.

    Es ist letztlich zuviel Irrationales, was Regeln, Einhaltung und Druck von außen und überall hervorbringen.

    Beispiele:

    Wie die Proteste gegen Corona-Auflagen, wie zuletzt in Kassel (20.000 Teilnehmer und mit immer wieder gleichen Regelverletzungen und Ausschreitungen) gerichtlich genehmigt werden können, das kann ich nicht mehr nachvollziehen!

    Wie die Reisebranche jetzt die Urlaubsflüge nach Mallorco befeuern und auch umsetzen kann, das ist nicht mehr zu akzeptieren und es ist den sich an die sich jetzt erforderlichen Spielregeln haltenden Bürgern nicht mehr zu vermitteln!

    Die Freiheitsvorstellungen von den Menschen im Lande, die jetzt der Meinung sind, dass alles das, was sie jetzt an Reisen, Urlaub und Kauflust beanspruchen, hochverdient haben, sind nicht nur unvernünftig, sie sind rücksichtslos gegenüber all den Arbeitskräften im Lande, die seit über einem Jahr medizinische, mitmenschliche und pflegerische Leistungen vollbringen, um zu retten, was zu retten ist!

    Es ist genauso rätselhaft wie schwer zu akzeptieren, wie in dieser hochansteckenden Zeit, das Ostern, auch dann noch zum unumstößlichen Kult weiterer Lockerungen herbeigerufen wird, wenn einfach mal Rückzug, Ruhe und Verzicht Bürgerpflicht wäre!

    In solchen verzweifelten Momenten des Gegenwartsgeschehen kann man nur noch Trost in Worten wie von Theodor W. Adorno suchen:

    „Es bedarf des Absurden, um dem objektiven Wahnsinn nicht zu erliegen.“

  8. hans sagt:

    Frau Merkel hat heute Nacht die Aussage getroffen das der britische Mutant eine neue Pandemie ist und man nicht exakt die gleichen Regel anwenden kann wie an Weihnachten auch weil der Mutant viel ansteckender ist. Da bleibt nichts anderes übrig als sich Länder anzusehen die sich schon länger mit dem Mutanten herum schlagen. In Portugal hat man ihn mit einem beinharten Look Down zurück gedrängt. Das ist erst einmal eine gute Nachricht weil es aufzeigt das es so geht, aber ob das in D. wiederholbar ist? In GB kämpft man mit einem mäßigeren Look Down und einer Impfkampagne gegen das Virus. Man ist da jetzt bei 40% aller Erwachsenen die eine erste Impfung haben und die Todeszahlen beginnen zu sinken. Das scheint auch eine Methode zu sein aus der Pandemie raus zu kommen. Ich denke das D. diesen Weg auch gehen wird und hoffe das wir im Juni auch die 40% erreichen ab der es wohl besser wird. Alles andere ist bei der Ansteckungsgefahr wohl aussichtslos.

  9. hans sagt:

    zu @ Klaus Philipp Mertens
    Es ist zu erwarten das die Leute die in Kassel unter Nichteinhaltung der vorgegebenen Regel demonstriert haben auch merken werden das der Mutant eine andere Wirkung hat als das Ursprungsvirus. Deshalb kann es gut sein das es solche Demonstrationen in ein paar Wochen nicht mehr gibt. Ich werde sie nicht vermissen.

  10. hans sagt:

    Wenn jemand sagt das die Regierung seit September nicht wirklich viel richtig gemacht hat bei der Pandemiebekämpfung dann liegt die Person wohl nicht ganz falsch, aber für die MPK am Montag würde ich das so nicht sehen. Da hatte man das Problem das man es mit einem neuen Virus zu tun hat und nicht weiß mit welchen Maßnahmen man wirklich Erfolge erzielen kann. Portugal und GB haben mit strengen Look Downs Erfolg gegen die Mutante erreicht. Nicht mit Teststrategien. Es war sicher ein Fehler Anfang März die Öffnungen vorzunehmen als schon klar war das der Mutant kommt, aber diese Woche auf kompletten Look Down mit Ausgangssperren umzuschalten wäre einem Volk das nach Malle will wohl nur schwer vermittelbar gewesen. Das neue Virus wird zu einem Lerneffekt führen den es wohl leider braucht. Nicht nur bei Coronaleugnern. Die Hoffnung ist die Impfung. Es ist glaubhaft das sie im April hoch gefahren werden kann und das wir auch die Strukturen über Impfzentren und Hausärzte dafür haben. Anfang April soll die Fabrik in Marburg ja anfangen zu liefern und Ende Mai wird die Zulassung des Impfstoffes aus Tübingen erwartet. Das bedeutet das die Politik weiter auf Sicht fahren muss bis es über die Impfungen Entspannung geben wird. Lockerungen wird es vorher wahrscheinlich eher nicht geben können.

  11. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Es gefällt mir, dass Sie hier mal auch etwas Verständnis für die Regierungspolitik zeigen, auch wenn nicht alles gut ist. Aber dieser vedammte Druck, der die ganze Zeit auf die Politik ausgeübt wird, sowohl von den Wirtschafts-Branchen als auch von Presse und leider politischer Opposition, das ist schon lange nicht mehr fair.
    Der Förderalismus macht Planung und Ausführung nicht einfach. Aber irgendwie versuchen sich die Länder doch zusammenzuraufen.
    Ganz großes Elend sind die Protestler, diese Ignoranten, ja, sagen wir ruhig mal, diese Dummbeutel.
    Oder as mit „Malle“ ist nur noch grotesk. Und da muss ich sagen, ich will die Reisenden dorthin und anderswo zu den Inseln der Glückseligen nicht mehr verstehen. Dieser Teil unserer (deutschen) Bevölkerung richtet viel Schaden an, auch moralisch. Und er brüskiert all die arbeitenden Menschen, die um die Gesundheit und das Leben der Coronokranken tagtäglich kämpfen. Ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen.
    Die Leugner, „Freiheitskämpfer“, Fahrlässigen, brüskieren all diejenigen, die sich seit vielen Monaten redlich mühen, die Maßnahmen einzuhalten und auch Verzicht leisten auf die Dinge, die bei unserer verwöhnten Wohlstandsgesellschaft schon den Rang eines Menschenrechts bekommen haben: Shoppen, Feiern, Reisen, Freiheit total.
    Hat sich mal jemand aus den Reihen der oben Genannten Gedanken gemacht, wie es Menschen ganz unten richtig dreckig geht und die oft keine Lobby haben. Jedenfalls sind das ganz andere menschliche Notlagen, als jetzt mal als Wohlstandsgesellschaft Verzicht zu leisten.
    Lassen wir’s mal so stehen.

    Von daher freue ich mich auch über jede Äußerung hier, die auch mal wohlwollend und nicht nur feindselig daherkommt und alles zur Schnecke macht, was einem gerade nicht in den Kram passt. Ich selbst möchte nicht als der Anwalt der Politik verstanden werden. Dafür gibt es in der „Normalität“ auch keinen Grund. Aber jetzt müssen wir mal anders miteinander umgehen und vor allem einen Hauch von Gemeinsamkeit zur Bewältigung der Pandemie, der Krise aufbringen. Sonst sind alle Bemühungen und Leistungen in dieser Zeit keinen Schuss Pulver wert.

  12. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Das die Verantwortlichen es nicht einfach haben ist unbestritten und die die derzeit immer auf sie einprügeln sind Lobbyisten oder Trittbrettfahrer wie die FDP. Aber es kommt auch darauf an was sie machen. Heute steht in der FR das es in hessischen Schulen im April nicht mehr als einen Test pro Woche für die Schüler geben wird. Jeder Virologe sagt es braucht zwei pro Woche und die Schule ist für die Cluster Verfolgung der wichtigste Platz an dem getestet werden muss. Gleichzeitig werden massenhaft Einzeltests im Land vorgenommen. Das ist völlig falsch wenn es nicht genug Tests für die Schulen gibt und purer Aktionismus um die Leute zu beruhigen. Das muss man kritisieren auch weil es ganz bewusst fasch gemacht wird.

  13. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Wenn ich auf alle Details schaue, die falsch oder nicht gut laufen, dann werde ich mit Kritik natürlich nie zuende kommen. Ich finde, es ist jetzt nicht die Zeit das alles auseinanderzupflücken. Da können sich die Fachjournalisten mit rumschlagen, es gibt jetzt nur ein Ziel: Mit dem Virus fertig zu werden bzw. unser gesellschaftliches Leben wieder besser auf die Reihe zu kriegen. Da ist eine Gesamtleistung notwenig. Wenn nicht auch die Bevölkerung mitspielt und meint, sie braucht weiterhin ihre Schlupflöcher, dann eben nicht.

    „Die Leute“ scheinen ja sowie durch nichts zu beruhigen zu sein. Wir erleben inzwischen eine aufsteigende Form von Empörung, Beleidigt-sein und Protest, die es schwer macht, noch Freund und Feind zu unterscheiden. Das ist oft anstrengender, als mit der eigentlichen Pandemie unmittelbar umzugehen.

  14. hans sagt:

    Unser Problem ist das bewusst aneinander vorbei geredet wird und damit meine ich nicht die Coronaleugner sondern irgendwelche Lobbyisten die Druck auf die Politik machen. Das Volk hört ihnen zu weil sie das auch gerne so hätten das Lockerungen möglich sind. Karl Lauterbach hat heute gesagt das es kein Land gibt das mit einer Teststrategie das englische Virus gestoppt hat. Da wir uns auch noch im starken Anstieg der Infektionen befinden wird das wohl nach seiner Meinung auch hier nicht möglich sein. Das sind so gegensätzliche Positionen das nicht zu erwarten ist das sie sich annähern bevor die Intensivstationen voll sind. Die eigentliche Ursache ist natürlich der fehlende Impfstoff. Deshalb hat die Politik halt das Problem das Nötige zu vertreten weil sie den Impfstoffmangel zu vertreten hat. Das wird noch spannend.

  15. Bernd Kreuzberger sagt:

    Mit Verwunderung muss ich heute den Nachrichten entnehmen, dass man vor Osterreisen auf unsere Lieblingsinsel Mallorca warnt. Dort ist die Inzidenz mittlerweile auf 20 eingedämmt, bei uns liegt sie um oder über 100 ständig steigend. Noch zur Weihnachtszeit lag sie dort bei über 400 (!) z.B. in der zweitgrößten Stadt Manacor. Auch in Stadtvierteln von Palma war es so, was hat man gemacht? Man hat dort flächendeckend getestet und die ganze Stadt bzw. Stadtviertel unter Quarantäne versetzt. Was ist danach dort passiert? Keine erheblich angestiegenen Todesfälle, alles im Rahmen geblieben, Erkrankte konnten mit begrenzten Krankenhauskapazitäten behandelt werden. Leute vernünftig auch auf der Straße disziplinhaft mit Maske. Das Gleiche übrigens Portugal, Notstand ausgerufen, Zelte vor Krankenhäusern in denen sie dort Triage praktizieren mussten. Jetzt, wo auch dort die Impfungen nur zögerlich beginnen, plötzlich erheblich gesunkene Inzidenz.
    Wenn wir hier so weitermachen ist die Durchseuchung der Bevölkerung früher erreicht wie die Impfung aller. Mit ungewissem Ausgang. Die beste Abwehr ist das eigene Immunsystem, das reagiert auch auf die Mutationen, bedauerlich ist dabei: Nicht bei allen. Aber Pandemien hat es schon immer gegeben, das Immunsystem hatte schon immer eine Antwort darauf, sonst gäbe es uns schon lange nicht mehr.
    Darüber hinaus ist leider noch zu beklagen, dass die Notlage von vielen dazu benutzt wird, sich unredlich zu bereichern. Sogar Hersteller des Impfstoffs, die mit EU-Geldern bei der Entwicklung der Impfstoffe bezuschusst wurden, fordern plötzlich exorbitant hohe Preise für die Dosis. Man einigte sich dann von € 57 auf ca. € 17. Von „Vermittlern“ mal abgesehen. Wer muss jetzt eigentlich Angst vor wem haben?

  16. Wulfhard Bäumlein sagt:

    Im eigenen Land soll über Ostern also kein Urlaub möglich sein. Aber auf die Balearen kann geflogen werden, damit die brasilianische Variante des Corona-Virus auch in Deutschland vorstellig werden kann.
    Um den Herrenwald und den Dannenröder Forst zu zerstückeln konnte gar nicht genug Polizei aufgeboten werden, um diese Maßnahmen brachial im Namen des Rechtsstaates durchzusetzen. Aber in Kassel konnten mehrere Tausend Corona-Leugner unbehelligt durch die Stadt marodieren.
    Sind unsere verantwortlichen Politiker eigentlich noch ganz bei Trost?

  17. hans sagt:

    https://www.spiegel.de/politik/deutschland/karl-lauterbach-wir-brauchen-hier-nicht-wie-bei-jugend-forscht-auszuprobieren-a-41282b9b-609e-40f8-8027-503f9b244cff
    Karl Lauterbach hat gestern bei Maybrit Illner ziemlich Klartext geredet. Schnelltests sind nicht genug vorhanden. Die Vorhandenen sollten in Schulen , Kitas und Betrieben eingesetzt werden aber auch das wird nicht dazu führen die dritte Welle zu brechen. Wenn immer mehr Bundesländer jetzt das anders machen muss man mit einem sehr harten Look Down dann im Frühsommer rechnen. Die derzeit steigenden Zahlen geben ihm wohl recht. Unsere Politik scheint völlig den Kopf zu verlieren und versucht Dinge die auf den ersten Blick beliebt sind aber wohl nicht funktionieren können. Sie scheinen nur noch zu hoffen irgendwie in den Juli zu kommen und das dann der Impfstoff hilft.

  18. Bertram Münzer sagt:

    Ich schrieb hier, dass das Virus die wahre Autorität in der Pandemie sei. Habe ich mich geirrt? Sind es nicht doch eher Lobbyisten, ist es die Großindustrie, sind es die Flug- und Reisegesellschaften, die hohen juristischen Hürden, fehlender Pragmatismus – Not geht über Gebot – und natürlich die Schar von Ignoranten, die jede Lücke sucht und nutzt, um die Schutzmaßnahmen zu umgehen? Die Kanzlerin entschuldigt sich für eine Fehlentscheidung, die eigentlich keine gewesen ist, die aber gegen wirtschaftliche Interessen – die wahre Autorität? – nicht durchsetzbar war. Und die Infektionszahlen steigen weiter und ich persönlich kann nicht erkennen, wer was dagegen unternimmt. Ganz im Gegenteil – die Entscheider schwadronieren unentwegt über Lockerungen mitten hinein in die 3te Welle. Wollen das Land mit Musterregionen für Öffnungen überziehen und es so zu einem riesigen Forschungslabor mit Bürgern als „Versuchsobjekten“ machen. Testen, testen, testen. Impfen, impfen, impfen. Das ist das Mantra unserer Tage. Aber wo die Tests fehlen und der Impfstoff auch, sind das doch alles hohle Sprüche. Und für die müsste sich die Kanzlerin entschuldigen und gleichzeitig klar machen, wer die Verantwortung für die krasseste Fehlleistung in der Pandemie überhaupt – den Einkauf der Impfstoffe – trägt. Ursula von der Leyen an der Spitze der EU-Bürokratie. Dieser dort verschuldete und lebensgefährliche Engpass und dazu eine überbordende Impfbürokratie hier bei uns sind Gründe für meine und die Frustration so gut wie aller Mitbürger:innen. Wenn jemand die Vertrauensfrage stellen sollte, dann Ursula von der Leyen. Ich wundere mich eh, dass noch keiner energisch ihren Rücktritt gefordert hat. Und derweil lacht sich GB-Boris ins Fäustchen und der US-Präsident Biden (und die Bürger der USA) profitierten an dieser Stelle von der Weitsicht und Entschlossenheit des Ex-Potus Donald Trump. Ich bin – ganz ehrlich – schon ein bisschen neidisch …

  19. hans sagt:

    zu @ Bertram Münzer
    Grundsätzlich haben sie recht aber das Gebot der Stunde wäre außer einem Look Down die Tests richtig einzusetzen. Man baut tausende von Testzentren, das klappt mal ausnahmsweise, aber das ist falsch. Die Tests gehören zur Cluster suche eingesetzt in Kitas, Schulen und Betrieben und für mehr reichen sie nicht.

  20. hans sagt:

    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/covid-19-die-politik-versucht-es-ohne-die-wissenschaft/ar-BB1eZvkc?ocid=msedgntp
    Eigentlich kann das doch nur zu Rücktritten führen wenn sie sehenden Auges das Land in die Katastrophe steuern. Da kann doch keiner mehr sagen sie mühten sich redlich. Gestern bei Maybrit Illner habe ich gedacht das der Regierende Bürgermeister von Berlin gebetet hat als Lauterbach gesprochen hat.

  21. hans sagt:

    Was soll es für eine Alternative zum nächsten Look Down geben? Mir ist bisher noch nirgends eine aufgefallen von der man denken könnte sie könnte die dritte Welle noch brechen. Um so länger wir warten um so schlimmer wird es werden. Eine digitale Kontaktnachverfolgung werden wir so schnell nicht aufbauen können. Bei der Warn App haben wir es jetzt auf 28 Millionen Nutzer gebracht mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Eine flächendeckende digitale Kontaktnachverfolgung an Weihnachten wäre schon den Schweiß der Edlen wert denke ich. Die Schnelltests können es auch nicht richten weil sie in Wirklichkeit eh so knapp sind wie Impfstoff. Da es davon in Europa wohl nach Aussage von Herr Lauterbach keine Fertigungskapazitäten gibt wird sich daran auch substanziell nichts ändern. Der hessische Ministerpräsident hat ja die Tage gemeint ab April wird in den hessischen Schulen jede Woche einmal jedes Kind getestet. Ob er schon einmal mit Frau Merkel gesprochen hat? Die sagt nämlich das Schulen in denen nicht mindesten zwei mal pro Woche Alle getestet werden können geschlossen bleiben sollen. Heute konnte man ich glaube in der FR eine Meldung über eine IHK Umfrage lesen das 80% der Betriebe zu wenig testen. Also ist es wohl reines Wunschdenken das man durch testen die dritte Welle beeinflussen kann und Karl Lauterbach hat recht wenn er inzwischen fordert das die Einzeltests aufhören müssen um die vorhandenen Tests zielgerichtet einzusetzen. Dann würde noch die Möglichkeit um die dritte Welle zu brechen eine Massenimpfung sein. Warum das nicht geht dürfte inzwischen jedem klar sein. Deshalb ist es zwar peinlich das man keine andere Möglichkeit hat als wieder alles zu zumachen aber nicht mehr zu ändern. Das hätte man anfangen müssen als feststand das die zweite Welle außer Kontrolle ist in dem man z. B. nach Japan oder Süd Korea geschaut hätte was da an Richtigem übernehmbar ist. Das sollte man übrigens immer noch tun falls es eine vierte Welle geben sollte.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/corona-an-ostern-forscher-warnen-vor-fahrlaessigen-familientreffen-a-ab1cb44b-5c05-4726-8e7e-f17aadbc6a04

  22. Anonyma sagt:

    Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass die Hausärzte jetzt in die Impfungen gegen Corona einbezogen werden. Vielleicht geht es dann endlich voran. Eine Frage treibt mich als gesetzlich Krankenversicherte jedoch um, und eventuell könnten Sie dieser ja mal nachgehen: Wer kontrolliert oder verhindert denn, das in den Hausarztpraxen nach Privat- und Kassenpatient priorisiert wird? Dass Mann/Frau als gesetzlich Versicherter wie ein Zweiter-Klasse-Patient behandelt wird, gehört ja inzwischen leider zum Alltag. So bekommen Privatpatienten z.B. schneller Termine und haben kaum Wartezeit.
    Und nachdem der große Vorsitzende der Hausärzte so vehement und lautstark für eine Impfung durch die Hausärzte eingetreten ist, beschleicht mich das Gefühl, dass es hier in erster Linie auch um die finanzielle Seite des Ganzen geht, schließlich kann bei Privatpatienten jede Impfung (die Impfleistung an sich) einzeln abgerechnet werden, während bei den gesetzlich Versicherten die Leistung in der Quartalspauschale enthalten ist. Also ich habe die große Befürchtung, dass es wieder nach bewährtem Muster abläuft, zuerst die Privatpatienten und das Geld und dann der große Rest. Leider.

  23. Hermann Schorge sagt:

    „Jeder Tag zählt. Die dritte Corona-Welle schwillt an. Es wird Zeit für die angekündigte Notbremse“, schreiben Sie. Das mag sein. Aber nicht in dem Sinn, dass man wieder auf pauschale Schließungen, deren Wirksamkeit durch keine Untersuchung, durch keine Studie belegt ist, zurückfällt.
    Ich kann nur auf die Empfehlungen von Prof. Christiane Woopen, Vorsitzende des Europäischen Ethikrats, verweisen. Sie schlägt vor, Öffnungsstrategien nicht nach Branchen und Inzidenzen zu definieren: „Erst dort, wo es die Schnelltests und die Infektionskettennachverfolgung wirklich gibt, kann man aufmachen.“
    Es braucht eine geeignete digitale Plattform, die praktikabel für den Nutzer sein sollte und auf der die Gesundheitsämter alle Kontakte ohne übergroßen Aufwand nachverfolgen könnten. Dadurch könnte auch differenzierter verstanden werden, wo und unter welchen Bedingungen die Corona-Infektionen vermehrt stattfanden. Für einen Notfallplan in diesem Sinne hätten viele Verständnis. Aber bitte nicht so, wie seit Anfang November praktiziert!
    Eine wirksame und verhältnismäßige Strategie im von Frau Woopen skizzierten Sinn hätte im Oktober 2020 in die Wege geleitet werden müssen. Es ist verpatzt! Jetzt aber muss ein Ruck unter den Verantwortlichen entstehen, diese Dinge wirklich anzugehen und der genervten Bevölkerung eine echte Perspektive zu geben; hier müssen kurzfristig digitale Lösungen umgesetzt werden. Wahrscheinlich wäre die Luca-App auf breiter Basis ein Teil dieser Möglichkeiten, aber nur ein erster Anfang. Ich habe Zweifel, dass unsere jetzige Regierung das noch hinkriegt.

  24. Cordula Band sagt:

    So sehr ich auch begrüße, dass nach den Osterferien verpflichtende Selbsttests an den Frankfurter Schulen durchgeführt werden sollen, erscheint mir die Beschreibung eines reibungslosen Ablaufs doch etwas blauäugig zu sein.
    1. „Elterneinwilligungen müssen vorliegen.“
    Als an meiner Schule kürzlich eine freiwillige Reihentestung eines Jahrgangs durchgeführt wurde, konnten nicht alle SchülerInnen getestet werden, weil die Einwilligung fehlte. Möglicherweise sind nun einige SchülerInnen positiv, ohne es zu wissen.
    2. „…hält die Tests auch für die 5.Klassen unproblematisch.“
    Das ist eine Aussage, die ich nach über 30 Jahren Berufserfahrung stark bezweifle. „Pitt, du sollst das Stäbchen nicht in die Nase deines Nachbarn stecken.“ – „Nein, du sollst nicht in das Röhrchen spucken.“ „Helene, wirf das Teströhrchen nicht weg, bevor du getestet hast.“ – „4 Tropfen auf das Testgerät, ja, aber nicht mit Cola mischen.“
    3. „Testen wird wie ein Begrüßungsritual.“
    Es könnte eher so aussehen, dass nach diesem „Begrüßungsritual“ nicht mehr viel an Unterricht erfolgt:
    „Frau B., sind das nun 2 Striche auf dem Testgerät?“ – „Wann ist denn die Zeit um?“ – „Uhh, ich bin positiv, Frau B.! Ich muss ganz schnell weg!“
    Besser, aber wohl eher utopisch in diesen unorganisierten Zeiten, wäre es natürlich, wenn Fachpersonal diese Tests anleiten und durchführen würde. Aber Lehrkräfte können ja vieles – warum also nicht Corona-Selbsttests anleiten und dann den Müll aufsammeln?
    Da fällt mir etwas für ein neues Pilotprojekt ein: LehrerInnen testen nicht nur ihre SchülerInnen, sie impfen sie auch…..

  25. hans sagt:

    zu @ Hermann Schorge
    Keine Ahnung ob man in Irland, GB oder Portugal Studien gemacht hat, aber man hat den britischen Mutanten erfolgreich unterdrückt. Das wurde bisher nur in diesen Ländern erfolgreich praktiziert. Das wird auch bei uns so sein. Erst die Infektionen hochlaufen lassen und dann einen Look Down wie er hier noch nicht war. Es kann ja sein das wir mit einer ausgetüftelten Teststrategie und einer seit Monaten laufenden digitalen Kontaktnachverfolgung in der Lage wären das dumme Zumachen zu vermeiden, aber wir haben weder genug Daten gesammelt um sie auszuwerten noch genug Tests um das zu machen.

    https://www.msn.com/de-de/nachrichten/welt/vom-hotspot-zum-vorbild-so-gelang-portugal-die-corona-kehrtwende/ar-BB1f4Ysz?ocid=msedgntp

  26. Herbert G. Just sagt:

    So langsam zweifele ich an der Kompetenz der Verantwortlichen, die die Corona-Krise zu managen versuchen. Das Einzige, das wirklich helfen kann, diese Krise in den Griff zu kriegen, sind Impfungen, Impfungen und nochmals Impfungen. Fast alle in Deutschland verwendeten Arzneien müssten sofort vom Markt genommen werden, wenn man die gleichen Kriterien anwendete wie kürzlich bei Astrazeneca.
    Jeder Patient entscheidet nach Lesen des Beipackzettels, ob er dieses Medikament nimmt oder eben nicht, er trifft für sich eine Entscheidung über die Risiken der Einnahme. Warum ist dies bei Astrazeneca anders? Warum erdreisten sich Jens Spahn und andere mir vorzuschreiben, welchen Impfstoff ich verabreicht bekomme? Warum werden Männer und Frauen bei unterschiedlichem Thromboserisiko gleich behandelt?
    Spahn ist übrigens der Bundesminister, der das Urteil des Verfassungsgerichts zur Sterbehilfe ignoriert und nach wie vor die Abgabe von Pentobarbital verweigert. Ein klarer Gesetzesverstoß. Vielleicht ist der Mann einfach überfordert, er sollte gebremst werden. In Österreich wird übrigens weiter mit Astrazeneca geimpft.

  27. Andrea Krug sagt:

    Heute im Impfzentrum Heusenstamm. Da steht die Security vor dem Empfangszelt: Einer raucht, der andere ist ohne Maske. Beide halten höchstens einen Meter Abstand. Beim Warten beobachte ich den Schichtwechsel der Security: Wieder kein Abstand, von fünf Männern wieder einer ohne Maske. Im Wartebereich nach der Impfung stehen die Stühle nur 50 Zentimeter nebeneinander. Der Kugelschreiber bei der Anmeldung ging von Hand zu Hand. Nichts wurde desinfiziert. Geimpft fahre ich nach Hause und frage mich, warum sich das Impfzentrum nicht an die grundlegenden Regeln hält. Hier muss dringend nachgearbeitet werden.

  28. Hermann Schorge sagt:

    Text zum Kommentar von Markus Decker, FR vom 30.3.2021: „Verharren in Ratlosigkeit“.

    Grundsätzlich kann ich Herrn Decker in seiner Forderung, für Klarheit in der Pandemiebekämpfung zu sorgen, nur zustimmen. Seine Kritik an Ministerpräsident:innen, die nicht so wollen, wie die Kanzlerin will, kann ich nicht teilen. Gemeint sind vermutlich die Modellversuche in Saarland, Nordrhein-Westfalen und Berlin und in einigen Städten.
    In einem ländlichen Testzentrum habe ich erfahren, dass etwa ein Prozent der Schnelltests positiv sind; in Ballungszentren wird dieser Wert vermutlich höher ausfallen. Wenn man das auf die berühmten 100.000 des RKI hoch rechnet, wäre das eine Infiziertenzahl von 1.000 Fällen. Für Hessen lautet die von den Gesundheitsämtern erfasste Zahl an Infizierten in sieben Tagen etwa 140, die berühmte sogenannte „7-Tage-Inzidenz“.
    Was bedeutet das? Ungefähr 860 infizierte Frauen und Männer pro 100.000 Personen laufen unentdeckt herum und sind potentielle Gefährder:innen! Hochgerechnet auf die etwa 6 Millionen Hessinnen und Hessen sind dies etwa 51.600 Menschen, die möglicherweise unerkannt und unwissend im Land unterwegs sind und andere anstecken können.
    So gesehen ist jede, aber auch jede Maßnahme, die Menschen in Testzentren bringt, wünschenswert, zumal dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Infektionen verursacht werden. Testen und Teilhaben könnte sich zu einer äußerst wirksamen Methode entwickeln, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Selbstverständlich steigen mit vermehrtem Testen die Fallzahlen – aber nicht durch Infektionen, die sind so oder so bereits erfolgt, sondern durch Feststellen und Erfassen.
    Was wäre, wenn die Bundesregierung auf die Idee käme, nach Ostern eine „Woche der Selbsttests“ auszurufen und jeder Bürgerin und jedem Bürger 5 Tests zur Selbstanwendung zu schicken? Dies mit der Maßgabe versehen, jeden zweiten Tag einen Test durchzuführen und im Falle eines Positiv-Tests sich unverzüglich zu isolieren und einen offiziellen PCR-Test machen zu lassen.
    Antwort auf meine Frage: Mit einem Schlag wüssten wir bescheid über das tatsächliche Infektionsgeschehen, hätten dieses auch ohne harten Lockdown im Griff. Und dann würde irgendwann auch das Impfen Wirkung zeigen.
    So gesehen kann man Tobias Hans im Saarland, Michael Müller in Berlin und alle anderen, die kreative Ideen umsetzen, nur loben und ihnen den Rücken stärken, weil ihre Maßnahmen vermutlich zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitragen.

  29. hans sagt:

    zu @ Hermann Schorge
    Es spricht nichts dafür das es in D. genügend Tests gibt um ihren Vorschlag umzusetzen. Die Tests werden auch nicht in Europa hergestellt sondern komplett importiert. Derzeit soll es wohl ca 200 Millionen davon in D. geben und wir schaffen es nicht die Schulen stabil mit 2 Tests pro Kind und Woche auszustatten. Es wird wohl eher gelingen alle zu impfen als die von ihnen vorgeschlagene Woche des Testens umzusetzen.

  30. hans sagt:

    Die Sache mit den Massentests in Tübingen war ein netter Versuch ist aber leider gescheitert. Der Vorteil ist das die Leute beschäftigt sind und meinen sie würden sich ein Stück Freiheit erarbeiten. Leider ist das aber nicht so und Herr Lauterbach hat wieder einmal recht wenn er sagt das die vorhandenen Tests zielgerichtet zur Cluster suche eingesetzt werden sollten. Das ist in Schulen und Betrieben. Wenn dann noch welche übrig sind kann man damit auch Volkstests machen.

    https://www.zeit.de/news/2021-03/31/weiter-steigende-corona-fallzahlen-in-tuebingen

  31. Jürgen H.Winter sagt:

    Offensichtlich ist Impfen das einzige, was hilft. Unsere Politiker sind erklärtermaßen unfähig das Problem Covid 19 in den Griff zu bekommen .Ein Herr Spahn sinniert darüber, ob den paar Geimpften ein Sonderstatus zukomme. Irgend jemand sage doch bitte diesem Herrn, dass erst wenn alle die wollen geimpft sind, dieser Sonderstatus möglich ist. Gleiches Recht für alle ! Wie planlos, hilflos das ganze ist stellt man fest, wenn man versucht herauszubekommen, wann eine 73jährige Person, die seit ca. 6 Wochen im System steckt. Seit 6 Wochen die gleiche Mitteilung : in ein bis 2 Wochen, sie bekommen eine Mitteilung. Wenn man beharrt kommt man eine Station weiter, aber die weiß auch nichts, außer das ganze ist ein automatisches System. Nein die Hausärzte impfen nicht ( was nicht stimmt) in Hessen würden auch die ab 60jährigen noch nicht registriert, geschweige denn geimpft, nein, man könne da nichts machen. Wenn man weiter beharrt hört man noch eine Weile Musik und wird dann abgewürgt. Wenn man will kann man sich eine Weile Unsinn über die August Schärttner Halle anhören usw usw. Es ist nicht nur hilflos, es ist eine Frechheit. Wenn man sich dann die öffentlichen Sprüche in den Medien anhört, egal ob Landes- oder Bundesfürsten, das hat mit dem was den Bürgern angetan wird nichts zu tun. Affenzirkus ist noch zu milde gesagt. Wenn man nicht genug Impfstoff hat bringt es doch überhaupt nichts, das bisschen immer weiter zu verteilen, gleichzeitig über die Qualität eines Impfstoffs zu räsonieren und jeden Tag etwas Neues zu verbreiten. Tatsache scheint zu sein, dass der Astra impfstoff relativ preiswert ist gegenüber den andren Impfstoffen und der deutsche Impfstoff deshalb nicht genug Profit machen kann und deshalb überall Register gezogen werden um dem Astra das Geschäft zu verhageln – es hat den Anschein, dass es so ist. Wer also glaubt, für eine Person, die seit ca 6 Wochen registriert ist so etwas wie einen Impftermin zu bekommen, der irrt. Wir werden von einem Impfautomaten regiert, man weiß nicht, was herauskommt. Der Schwachsinn feiert Triumphe.

  32. hans sagt:

    Bayern hat 2,5 Millionen Dosen Sputnik V für Juli vorbehaltlich Freigabe durch die EU bestellt. Warum das erst im April 21 geschieht und nicht Bundesweit gehört zu den Dingen die man wohl nicht wirklich verstehen muss ist aber sicher richtig.

  33. Siegfried Kowallek sagt:

    Das Corona/Impf-Chaos in Deutschland hat auch eine nicht unmittelbar sichtbare positive, nämlich durchaus beruhigende Seite. Diese Deutschen wären dann ja auch mit einem völlig Durchgeknallten an der Spitze definitiv nicht mehr in der Lage, einen weiteren Weltkrieg anzuzetteln.

  34. Bertram Münzer sagt:

    Die Entscheider – 16 Ministerpräsident:innen (zumindest viele davon) und eine Bundeskanzlerin (sicher nicht) verweigern sich in Sachen Corona der Wahrheit. Sie ignorieren Wissenschaft und das Offensichtliche. Alles dreht sich um sie und nichts um das Virus. Als ob sie der Mittelpunkt des Universums wären. Sie handeln obendrein gegen die Mehrheit der Bürger, die ja durchaus bereit wäre, noch einmal härtere Maßnahmen zu akzeptieren. Gut 38 % halten den IST-Stand für angemessen, 32 % fordern eine härtere Gangart. (März 2021/Quelle: Infratest dimap / Internet) Was tut sich? Nichts. Wir erleben die elitäre Arroganz einer winzigen Gruppe von Frauen und Männern, die ungeahnt und völlig planlos in diese kompliziert-komplexen Entscheidungen gezwungen wurden und den Herausforderungen en Detail vielleicht, en Gros aber nicht gewachsen sind. Sollte es einen Weg geben – etwa über ein Bundesgesetz – die Entscheidungen zu zentralisieren, so ist j e t z t der Zeitpunkt gekommen, Frau Merkel, bevor diese Pandemie endgültig in eine Katastrophe mündet. Das 16+1-Format hatte seine Chance und hat sie vertan. Jetzt gerät die globale Bedrohung durch das Virus auch noch in den eitlen Wahlkampf um die Kanzlerkandidatur der CDU/CSU. Und natürlich will auch die SPD keinem der möglichen Kanzleraspiranten der anderen Seite einen Erfolg gönnen. Die Mehrzahl der Bürger wartet – zunehmend unwillig – weiter auf zielführende und nachhaltige Entscheidungen, auf Tests und auf Impftermine. Und die 3te Welle rollt!

  35. Werner Dörr sagt:

    @Bertram Münzer
    Ich muss gestehen, ich war noch nie so angewidert von der Verantwortungslosigkeit der großen Mehrheit deutscher aktiver Politiker und der Brutalität, mit der die Gesundheit vieler Bürger mißachtet wird! Dies geschieht zugunsten einer Selbstbeschäftigung der politischen Kaste mit dem alleinigen Ziel des Machterhalts. Ziel ist, „die Wirtschaft“ (und darunter scheint nur die produzierende (Export-)Wirtschaft und ein Teil der Landwirtschaft sowie Konsumgüterproduktion und -verteilung zu fallen) „am Laufen“ zu halten und deren Interessen nicht durch „Lockdown“, „Homeofficepflicht“ oder „Testpflicht“ zu stören.
    Man hat sich mit täglichen Neuinfektionsraten zwischen 20- und 30.000 sozusagen „arrangiert“: „Das Gesundheitssystem“ hat ja seit der zweiten Welle bewiesen, dass das zu „verkraften“ ist, die Intensivbetten reichen dazu aus, regionale Engpässe konnte man durch Verlagerung in schwächere Infektionsgebiete ausgleichen. „Fatalerweise“ ist bislang keine besonders herausragende „Übersterblichkeit“ festzustellen, was damit zusammenhängt, dass die coronabedingten Hygienemassnahmen auch sehr gut gegen andere Infektionen (Grippe, Lungenentzündung) wirken.
    Es scheint mir, die politisch Verantwortlichen sehen keine Veranlassung, über weitere Massnahmen, die zur Verringerung der Infektionszahlen beitragen können, nachzudenken. Die Impfung in den nächsten 6-9 Monaten soll die Lösung sein. Wer sich bis dahin noch infiziert, hat halt Pech gehabt. Dass dies nun vermehrt die Jüngeren, welche „das System am Laufen halten“ sein werden, ist noch nicht im politischen Bewußtsein angekommen. Stattdessen wird als „Erfolg“ verkauft, dass nur noch wenige , weil ungeimpfte, Ältere beatmet werden müssen. Dass deren Plätze nun von voll im Arbeitsleben stehenden Personen eingenommen werden, weil die Intensivbetten schon wieder knapp werden, hat m.W. noch kein „verantwortlicher“ Politiker kommentiert. Kommt das vielleicht, wenn die Bänder bei Porsche oder in anderen „systemrelevanten“ Firmen still stehen?
    Ich bezeichne es als „politische Selbstverliebtheit“, wenn jetzt in ein Gesetz gegossen werden soll, dass das, was mit den Folgen einer „Inzidenz>100“ zwischen Bund und Ländern vereinbart worden ist, künftig vom Bund „angeordnet“ werden kann. Unnötige Selbstdarstellung und Beschäftigungstherapie von Gremien zur Vorspiegelung politischen Handelns nenne ich das. Es geht ja nicht darum, dass -viele- Länder das nicht umsetzen konnten, was sie gemäß Vereinbarung umsetzen sollten – sie wollten es nicht, um den Bürgern angeblich „Freiheiten“ weiterhin zu erlauben. Das Verschieben des „schwarzen Anordnungspeters“ entlastet also die „beschränkungsunwilligen“ Länder. Und genauso die Bundesregierung, die sich nun auf ein „Gesetz“ berufen kann, also den Bundestag in die „Mithaftung“ für vermeintlich den Bürgern unangenehme Beschränkungen nimmt. Die Inzidenzgrenze mit Faktor 100 (und 200 für Schließung des Präsenzunterrichts an Schulen) ist so hoch gesetzt, dass das bedeutet, dass wir so weitermachen können, wie bisher. Ich ziehe daraus den Schluß, dass eine weitere Senkung der Infektionszahlen nicht mehr Ziel politisch aktiver Massnahmen ist, sondern der „status quo“ akzeptiert bleibt. Impfgestützte Herdenimmunität mit tolerierter Inzidenz zwischen 100 bis 200 ist also das Ziel, das wir -mit großartiger Leistung fürs Budget der Kassenärzte- bis zur Bundestagswahl oder bis Weihnachten vielleicht gerade so erreichen werden.
    So gesehen, wird das „Infektionsschutzgesetz“ mehr und mehr zum „Schutzgesetz für Politiker vor Entscheidungen, die Wählerstimmen kosten können“!
    Ich sehe derzeit KEINE Partei, die erkennbar andere Ziele verfolgt und dem Gesundheitsschutz der Bürger wirkliche Priorität einräumt.

  36. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Re. „Sputnik V: Wir sollten nicht vergessen, dass Sputnik V ebenfalls (siehe das „V“) ein Vektorimpfstoff ist, wie AstraZeneca und Johnson und Johnson. Bei letzterem tauchen nun ähnlich Thrombosereaktionen wie bei Astrazeneca auf, nachdem er im Einsatz in den USA ist. Über Sputnik wissen wir hingegen dazu noch GAR NICHTS. Ich weiß nicht, wem ich mehr misstraue, der profitorientierten „westlichen“ Pharmaindustrie oder der politikabhängigen russischen…
    Übrigens, warum hat eigentlich noch niemand in China bestellt? Die Impfstoffe sind am längsten im Einsatz und zum Teil ganz „traditionelle“ Totimpfstoffe, mit denen man ja vom Aufbau her lange Erfahrungen hat…?

  37. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Bei mir rennen sie da offene Türen ein. Natürlich gehört auch chinesischer Impfstoff geprüft und wenn er gut ist zugelassen. Warum das nicht passiert ist doch eigentlich völlig klar. Man will die Impfstoffgeldströme im Griff behalten. Mir fällt da kein anderer Grund ein. Ich habe vor einigen Wochen schon über Ungarn hier geschrieben. Ich weiß das dort Impfstoff aus China verimpft wird und auch von den dortigen Ärzten empfohlen wird.
    Ihre Zahlen wie lange es dauert bis wir mit dem Impfen halbwegs durch sind sehe ich aber positiver als sie. Ich denke da wird im Juli und August sich das Ende abzeichnen. Ich habe ja oben als Link eingestellt welche Impfstofflieferungen zu erwarten sind.

  38. Werner Dörr sagt:

    @hans Wenn pro Werktag 700.000 bis 1Mio. verimpft werden können, könnte die etwa 60 prozentige Durchimpfung bis zum Wahltag tatsächlich geschafft werden,rein rechnerisch.Das wäre aber m.e. der erste gehaltene Termin in der ganzen Pandemie. Daran vermag ich nicht mehr zu glauben!

  39. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Das wären 5 Millionen die Woche. Wenn die Impfzentren 2,25 Millionen die Woche derzeit machen und noch steigern können und wenn 50000 Haus, Fach und Betriebsärzte 20 Impfungen am Tag machen dann sollte man schon auf 8-10 Millionen in der Woche kommen können. Derzeit ist man mit 36000 Hausärzten am Start. Ich denke man wird über die 50000 kommen können. Manche Hausärzte haben gesagt das sie bei der Grippeschutzimpfung bis zu 50 Impfungen am Tag machen. Ich denke die Impfstoffbeschaffung wird der Engpass bleiben. Für 8-10 Millionen Impfungen in der Woche werden wir nicht vor Juni / Juli genug Impfstoff haben. Deshalb kurzfristig auch Sputnik V wenn er freigegeben ist beischaffen. Eigentlich völlig klar und eher konservativ gerechnet.

  40. Roland Prinzinger sagt:

    Zurzeit wird intensiv und kontrovers über die strengen und einschneidenden Notwendigkeiten zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus diskutiert. Hauptforderung ist die Vermeidung von persönlichen Kontakten, um den Austausch von virusbelasteten Aerosolen zu verhindern. Was passiert zur gleichen Zeit im augenblicklich aktuellen Fußballgeschehen: Da rotzen und spucken viele Spieler ungehemmt ins Spielfeld – notfalls auch ins Gesicht des Schiedsrichters! Zur Erinnerung: Das Virus wird in Spucke und Nasenschleimhaut nachgewiesen! Beim Spiel der U21 gegen Ungarn vergangene Woche umarmten sich total verschwitzte Akteure bei gelungenen Toren und einer gab dem erfolgreichen Schützen sogar einen Kuss mitten ins Gesicht. Und das im Blickfeld von zig Millionen von Fernsehzuschauern. Kein Wunder, dass es mehrere Coronafälle unter den Fußballern gibt. Von der Vorbildfunktion der bewunderten Idole vor allem für die Jugend ganz zu schweigen. Viele glauben, dass dieses Verhalten zum coolen Outfit eines Ballkünstlers dazugehört und ahmen es begeistert nach.

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