European Newspaper Award für Bronski

Ich freue mich sehr: Das Konzept der neuen Leserbrief-Seite der FR, die meinen Namen trägt, hat einen Preis bekommen. Aber nicht irgendeinen Preis, sondern den European Newspaper Award. Wie gesagt, ich freue mich – weiß aber zugleich, dass es da draußen in der Blogosphäre genügend kritische Geister gibt, die dazu was zu sagen haben. Würde mich freuen, wenn ihr das hier tut, ihr kritischen Geister! Wobei Geister von Geist kommt. Das ist eindeutig doppeldeutig, aber ich verstehe das gerade genau so, wie auch ihr es versteht. Verstehen wir uns?

Ich hatte – und habe – mit dieser Seite vor allem im Sinn, eine Verzahnung von Print mit Online zu versuchen. Themen der FR, die Leserbriefe erregen, offenbaren Diskussionspotenzial. Solche Leserbriefe, online eingetroffen, im Print veröffentlicht, erregen online im Blog Diskussionen, aus denen Auszüge wiederum im Prinz veröffentlicht werden. So die Ausgangsidee, die sich, wie jede Idee, im Alltag bewähren muss. Das gelingt ihr mal richtig gut und mal überhaupt nicht.

Ich bin für Kritik und Anregungen an diesem Konzept und meiner Herangehensweise offen. Sagt mir, was in euren Augen Sache ist!

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24 Kommentare zu “European Newspaper Award für Bronski

  1. Die Seite ist immer die Erste, die ich lese.
    Mir gefällt das Konzept und die Durchführung gut, wiewohl auf der einen Seite im Print wirklich zuwenig Platz ist.
    Bei Blogzitaten wäre es glaube ich spannender, einen Kommentar und die Antwort darauf abzudrucken. Hat es glaub‘ ich noch nicht so oft gegeben.

    Das „Schattenmann“logo könnte nun etwas kleiner werden, es hat seinen Signalcharakter erreicht.

  2. @Bronski
    Tja,Bronski, das is’ja man gediegen,
    alle reden über Dich, mit Dir,für und gegen Dich,
    aber keiner schreit hier
    „Wir lieben den Blog und seine Printessenz“.

    Ist fast wie damals, als Schülerzeitungsredakteur, oder?

  3. Lieber BvG,
    na schön, ich war auch nie Schülerzeitungsredakteurin, aber wenn wir schon beim Outen sind (tusch): Natürlich mag ich dieses Blog hier, einschließlich unseres Leserverstehers, der nun – wohlbegründet- ja kein Leserversteher mehr ist , sondern ein Mittler. Ohne Bindung an Blog und Bronski hätte ich mein FR-Abo längst gekündigt, soviel steht fest.
    Das Konzept der Verzahnung mit der Printausgabe finde ich grundsätzlich gut. Meines Erachtens sollte die Seite auch nicht umfangreicher werden, da sonst noch weniger Platz für den redaktionellen Teil bleibt. In der Natur der Sache liegt es, dass sich Themen im Blog wiederholen oder zumindest so sinnverwandt sind, dass ich oft nicht motiviert bin, das Thema noch mal durchzukauen. Die Leserbriefe, die als Ausgangspunkt genommen werden für einen Thread, polarisieren zwar- mir fehlt aber oft die Lust darauf zu antworten, weil das Thema so offen gehalten ist, dass man jedes Mal bei „Adam und Eva“ anfangen könnte. Als Gastautoren mitgewirkt haben, war daher für mich der Reiz größer, etwas zu schreiben.

  4. Hallo Susanne

    ich bin grundsaetzlich offen fuer Anregungen, wie das Blog weiterentwickelt bzw. erweitert werden kann. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass Gastautoren aus dem Kreis der Redaktion nur schwer zu gewinnen sind. Die haben mit der Print-FR schon genug zu tun. Aber wie ich an anderer Stelle schon gezeigt hab, sind mir auch Gastautoren aus dem Kreis der Leserinnen und Leser willkommen, solange sie kein Honorar verlangen.

  5. Herr Bronski, das Konzept einer Verzahnung von FR-Blog mit der FR-Druckausgabe über eine Transmission „Bronski-Seite“ ist ein Konzept, dass aller Ehren Wert ist, aber in seiner Durchführung als solches längst noch nicht preiswürdig war.

    Die Leserbriefseite (jetzt: Bronski-Seite) bringt zwar seit einiger Zeit in Form der klassischen Leserbriefe, die Sie direkt auf einen FR-Artikel hin erreichen, die mit Abstand kritischsten Beiträge der jeweils gesamten FR-Druckexemplare (Hier findet in honorarfreier Gastautorenarbeit die alte, linksliberale Tradition der FR ihre wohl letzte Ablage), aber die Art und Weise, wie Blog-Beiträge auf dieser Druckseite abgebildet werden ist allenfalls erratisch zu nennen.

    Ich will gerne zugestehen, dass jeweils ein gutes Stück Arbeit daranhinge, eine lebendige Blogdiskussion, repräsentativ abzubilden. Wenn man dies aber will, dann muss man die Arbeit hineinstecken. Ich habe regelmäßig den Eindruck, dass nicht der Tenor der Blog-Diskussion selbst abgebildet werden soll, sondern besonders plakative, provozierende Einzelbeiträge aus dem Zusammenhang des Blogs genommen werden und als Beispiel für — ja wofür eigentlich? — in der Druckausgabe eingestellt werden. Da hat man dann immer nur den Eindruck, dass der abgedruckte Beitrag selbst wieder nur zur gutgemeinten Provokation „Lies die FR, hier wird provokant diskutiert“ eingesetzt wird, nicht aber fundierte, inhaltlich getreue Dokumentation der Reaktion der Leserschaft im Blog-Auf die FR-Lektüre insgesamt sein soll.

    – Übrigens: Sie schrieben schon im März/April 2007 vom Ende der Druckausgaben von Zeitungen. Warum dann also der für mich bisher nur vorgeblich eingelöste Anspruch der „Verzahnung“? Ihrem Konzept nach wäre das Blog eine eigenständige Form des „neuen“ Journalismus. Sollte sich die Druckausgabe mit dieser beschäftigen, sie mit der eigenen Präsentation verzahnen, so brauchte sie dazu gerade Ihrer anschauung zufolge redaktionelle, inhaltliche Artikel echten Journalismus´, aber nicht erratischen Abdruck einzelner imposanter „Findlinge“ aus den Blogbeiträgen.

    Ihr angekündigter Bericht zu den – hoffentlich allen drei – FR-Kritik-Blogs, inkl. belegter statistischee Auswertungen, wäre ein Beitrag in der Druckausgabe, den ich als aktive Verzahnung begreifen könnte.

    In Erwartung

    kritiker

  6. @ kritiker

    So, Sie finden das Konzept nicht preiswürdig. Da bin ich aber froh, dass die Jury anderer Meinung war 😉

    Nee, ich bin nicht Ihrer Meinung, was die Wiedergabe von Blog-Diskussionen im Print angeht. Die Diskussionen sind ja bereits öffentlich und veröffentlicht – hier im Blog. Mehr davon würde eine Benachteiligung der Leserinnen und Leser bedeuten, die klassische Leserbriefe schreiben. Davon erreichen mich täglich so viele, die interessant sind, dass ich die Gewichtung völlig okay finde. Bedenken Sie auch, dass der Kreis der Blog-KommentatorInnen alles in allem bisher doch überschaubar ist. Das würde bedeuten, dass einzelne KommentatorInnen unverhältnismäßig häufig auf die Print-Seite kämen, während viele andere Leserstimmen unberücksichtigt bleiben würden.

    Jeder kann die Blogdiskussionen online nachlesen. Auf der Bronski-Seite beschränke ich mich daher auf die Wiedergabe von Auszügen, die Lust auf weitere Diskussion machen könnten. Das gelingt keineswegs immer täglich, denn am liebsten möchte ich ja Rede und Gegenrede abbilden; aber je mehr Leser sich beteiligen, angeregt durch die Bronski-Seite, desto lebendiger wird die Diskussion, und desto leichter wird das ganze.

    Das Bronski-Blog ist bisher weitgehend unjournalistisch, das ist ja offensichtlich.

    Übrigens, es würde mich freuen, wenn Sie sich mal namentlich bekannt machen würden, so wie die meisten anderen hier auch.

  7. Es ist sehr freundlich von Ihnen, Herr Bronski, mir zu antworten.

    Im Grunde bestätigten Sie mir, wie ich meine, meine Position zur Behandlung des Blogs in der Druckausgabe: Dort sollten nicht einfach nur Teile wiedergegben werden, sondern dies mit einem bestimmten Zweck verbunden sein, der durch die Veröffentlichung im Blog nicht automatisch erreicht wird. Sie beschreiben sehr richtig, welche Nachteile es hätte, einfach mehr Beiträge vom Blog in die Druckausgabe zu kopieren, ich hatte schon andere genannt. Gerade darum schlug ich einen, wenn auch arbeitsintensive redaktionelle Bearbeitung durch die FR vor, die dann einen substantiellen Dialog in Leserbeitrag und Redaktionsantwort entstehen ließe, insbesondere, da sich die Redaktion im Blog nicht selbst engagiert – warum eigentlich nicht?

    Ihrer Einschätzung, dass der Blog doch „unjournalistisch“ sei, kann ich nichts, die Diskussion weiterführend, abgewinnen. Leser sind manchmal – auch hier – journalistischer als mancher Zeitungsredakteur, aber ob sie es sind oder nicht, sie müssen es nicht sein. Die Redakteure der FR aber müssen es sein, wenn sie hier oder im Blatt auftreten. – Ich wünsche meiner FR noch viele Preise dafür.

    P.S.: Übrigens: Nomen est omen

  8. Ich würde mir viel mehr Kontakte dieser Art wünschen. Leider finde ich nur selten die Muße, so direkt auf Postings eingehen zu können.

    Nun, ich brauche Ihnen sicher nicht zu erzählen, dass das ganze auch ein Platzproblem ist. Hier im Blog haben wir unendlich viel Platz, was sich in teils sehr langen Postings wiederspiegelt. Die ließen sich ohnehin nur auszugsweise im Print veröffentlichen. Fakt ist aber, dass ich im Print nur eine einzige Seite zur Verfügung habe. Da stößt man ganz zwangsläufig an Grenzen.

    Mir liegt vor allem daran, die Vielfalt der Lesermeinungen abzubilden. Hier im Blog werden viele Argumente von relativ wenigen KommentatorInnen zusammengetragen. In den Leserzuschriften per Mail und Post finden sich noch viel mehr verschiedene, einander ergänzende Ansätze, die meiner Meinung nach viel mehr Platz im Print rechtfertigen würden. Dem kann ich schon nicht gerecht werden, da ich nun mal ganz einfach nicht mehr Platz habe. Da muss ich immer eine Balance finden. Was glauben Sie, wie vielen Leserinnen und Lesern ich täglich schreiben muss, die enttäuscht sind, weil ihre Mail /ihr Brief nicht veröffentlicht wurde …

  9. @Bronski
    Ja ich war Schülerzeitungsredakteur und sogar Schülerzeitungschefredakteur!
    (Unwort des nächsten Jahres?)
    Daher ja auch das Interesse an Zeitung, Druck und Layout etc.

    Zur Seite: Ich finde auch, daß der Blog etwas mehr Raum in der Zeitung verdient hätte. Die Beiträge sind oft so gut und gut formuliert,daß es wirklich Spaß macht mitzulesen.

    Es wäre natürlich ’ne Menge Auswahlarbeit, aber eine Beilage hin und wieder mit pointierten Ausschnitten wär schon was.

  10. Zu Links und Informationen

    Da dies ein Meinungsblog ist, sind die vielen Informationen und Links nicht immer sinnvoll.
    Vieles weiß man schon, vieles wiederholt sich, manches ist zu lang, um es sofort zu lesen.
    Ein Ausweg wäre, vom Administrator wohl zu bewerkstelligen, eine Abteilung „Hintergrund und Links“ zu erstellen, worin Teilnehmer ihre Bezüge einstellen können. Das ergäbe eine gute Linksammlung, in der man sich besser orientieren könnte.

    Ich würde vorschlagen, dies als Tabelle einzurichten, mit den Spalten
    ID,Link,Autor,Kurzbeschreibung,Datum,Quelle

    Vielleicht noch eine Such-und Sortierfunktion, das wäre sehr bequem.

    Mein Tip: Mit MYSQL und PHP ist das gut zu machen.
    Es wäre auch leichter, Quellen anzugeben und Irrtümer zu korrigieren, Bezüge einzufügen usw.

  11. „Soll das Werk den Meister loben,
    Doch der Segen kommt von oben.“
    – Friedrich Schiller,

    Ich bin mit dem Werk zufrieden und sag es, damit es „oben“ ankommt.

  12. Ähm BvG, alles in Ordnung?
    Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Fühl dich jetzt bitte nicht von mir in irgendeiner vermeintlichen Psycho-Ecke verortet.

  13. Ja, alles ok, Test war erfolgreich,
    habe nur meinen Newsreader getestet,
    und dazu war der FR-Blog das richtige Forum…(Scherz)

    (Ich programmiere nämlich auch noch, so nebenbei)

  14. Oh, danke jetzt gehts wieder. Ich meinte übrigens mit FR-Forum das richtige FR-Forum. Du meinst hingegen mit richtigem Forum das FR-Blog.

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