Klima: Wir tun das Gegenteil von dem, was nötig wäre

Das Klimathema sollte im Wahlkampf eigentlich des wichtigste Thema sein. Machen wir es dazu – mit Hilfe von vier Zuschriften und einem Kommentar von Ihnen, die auch zeigen, wie viele verschiedene Facetten dieses Thema hat. Das Forum der Frankfurter Rundschau vom 16.7.2021 rückt mal wieder das Klimathema ins Zentrum. Hier gibt es die Seite als pdf-Dokument. (Anmerkung für alle, die hier eventuell neu sind: Rot unterlegte Textstellen kann man anklicken.)

Screenshot Forum 20210716Kinder in der Garten-AG der Schule am Ried in Frankfurt/Bergen-Enkheim haben eine Wiese mit Wildblumen für Bienen und andere Insekten angelegt. Ihre Lehrerin hat mir dieses Bild geschickt. Insekten leiden unter dem Klimawandel wie wir Menschen, aber noch mehr leiden sie unter dem Menschen und seiner Lebensweise, die für den Klimawandel verantwortlich ist. Es ist gut und wichtig, dass Kinder diese Zusammenhänge entdecken. Ein schönes Projekt der Schule am Ried und der Biologielehrerin Eva Abt, die dieses Bild gemacht hat. Sie zeigt damit auch, dass es viele Menschen gibt, die etwas für Insekten tun wollen, so wie ich mit meinem Projekt der Insektenoase in der Innenstadtwüste. Hier geht es zum neuesten Blog-Beitrag von mir zum Insektenprojekt mit weiteren Bildern, die mir Leserinnen und Leser geschickt haben.

Eigentlich tun wir das Gegenteil von dem, was getan werden müsste, konstatiert Conrad Fink in seinem Leserbrief: Wir bauen, denn wir wollen wohnen, und wir versiegeln die Landschaft. Wir machen alles immer noch schlimmer. So, wie es derzeit läuft, werden wir das 1,5-Grad-Ziel nicht erreichen, schreibt Jürgen H. Winter in seinem Kommentar hier im FR-Blog. (Für die Forum-Seite habe ich einen Auszug aus dem Kommentar genommen; den vollständigen Text finden Sie hier.)  Ein anderer Aspekt der Klimapolitik ist der Verkehr und die dringend nötige Verkehrswende. Doch hier tobt ein Meinungsstreit zur Frage, ob Elektromobilität wirklich der richtige Weg ist. Ralf Krug rechnet in seinem Leserbrief vor, dass die Stromer immerhin eine bessere CO2-Bilanz aufzuweisen haben als die Stinker.

Und nun wird’s global: Der Milliardär Richard Branson hat sich seinen privaten Luxustraum erfüllt und hat für ein paar Augenblicke Schwerelosigkeit erlebt: Er ist in den Weltraum geflogen. Eigentlich hat er ja nur die Erdatmosphäre gerade so weit verlassen, dass er die Grenze zum Weltraum passierte, aber wir wollen nicht pingelig sein. Jan Großbach nennt das eine armselige Protzerei und fragt nach der CO2-Bilanz dieses narzisstischen Unternehmens. Zugleich nämlich wächst die Not in Afrika, worauf Wilfried Lietzau in seinem Leserbrief hinweist. Und daran seien wir Menschen des Westens mitschuldig.

Man sieht: Alles hängt mit allem zusammen. Klimapolitik ist ein komplexes Feld. Vielleicht ist das einer der Gründe dafür, dass dieses Thema im Wahlkampf nicht so richtig zündet, obwohl die aktuellen Wetterereignisse – vor allem im Westen Deutschlands und in den angrenzenden Ländern Belgien, Niederlande und Luxemburg – deutlich zeigen, dass wir alle direkt davon betroffen sind.

fr-debatteDas Gegenteil von dem, was nötig wäre

Zu: „Machen wir Europa fit für das 1,5 Grad-Ziel!“, FR-Meinung vom 13. Juli

Wie bekannt und derzeit vielerorts erlebbar trägt die Aufheizung des Klimas zu Wetterextremen und infolge zu schwersten Schäden bei. So laufen Keller und Unterführungen mit Wasser voll, Hagelkörner in der Größe von Tennisbällen hinterlassen Dellen in Karosserien oder zer-schmettern Fenster, Dächer werden abgedeckt und es kommt zu Schlammfluten und Überschwemmungen. Die Landwirte klagen über Totalausfälle der Ernte und die Übersterblichkeit aufgrund der Hitze-wellen nimmt zu.
Diese Folgen des menschengemachten Klimawandels sind an sich schon bedrohlich und das Problem verschärft sich, je länger die Politik wirksame Maßnahmen aufschiebt.
Gravierend hinzu kommt, dass die politischen Entscheider aktiv dazu beitragen, die Klimakrise zu verstärken. So rollt eine Versiegelungswelle über uns hinweg, die alles in den Schatten stellt was wir aus der Vergangenheit kennen. In der Folge werden Grünflächen wie Parks, Wälder, Gärten, Wiesen und Äcker mit Beton und Asphalt überbaut. Dies verstärkt die Aufheizung der Städte und fördert die beschriebene katastrophale Entwicklung wie die Häufung von Starkregen, Überschwemmungen oder die Absenkung des Grundwassers. Wir tun also gerade das Gegenteil von dem was vernünftigerweise erforderlich wäre: Grünflächen zu erhalten und zu si-chern bzw. ihren Anteil auszudehnen. Das bezahlten die Menschen oft mit ihrem Leben oder durch exorbitante Schäden, welche die Volkswirtschaften und die Steuerzahler immer stärker belasten.
Leider traut sich wie bei der Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern niemand zu sagen, dass die Politik hier auf dem falschen Dampfer fährt.

Conrad Fink, Freiberg a. N.

fr-debatteSo wie es heute läuft, können wir das 1,5-Grad-Ziel vergessen

Altmaier und auch Laschet sind reine Lobbyisten für das fossile Energiekapital. Photovoltaik ab nach China, Barrieren aufgebaut in Form von Bürokratie und Widerständen aller Art. Windkraft mit allen Mitteln des Staates wie Abstandsregeln, Funkfeuer, Naturschützer mit entsprechenden Gesetzen, Verschleppung von Baugenehmigungen, Verhinderung von Neubauten statt Altbauten usw.
Förderung von E-Autos mit Staatszuschüssen bis zu Eu 6000 Euro, wobei man genau weiß, dass kein grüner Strom dafür da ist. Aber Kohlestrom ist da! Mit anderen Worten: Es wurde über Jahre alles dafür getan, dass viel Strom gebraucht wird, aber nicht genug grüner Strom da sein durfte. Das Programm ist voll gelungen.
Im Gastbeitrag in der FR „Machen wir Europa fit“ wird zum zigsten Mal darauf hingewiesen, wie es gehen könnte, aber auch wie immer zu mutlos. In diesem Blog ist Hans derjenige, der seit Jahren auf die vielen Möglichkeiten hingewiesen hat, die sich anbieten. Wenn es nach ihm gegangen wäre – wer weiß, wo wir schon wären.
Bis heute ist völlig unklar, wie das mit dem E-Auto klappen soll. In besagtem Artikel steht: „damit von 2030 an nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden“. Dazu muss man mir erst mal sagen, wie denn solch ein Auto aussehen soll. E-Autos heutigen Zuschnitts sind es jedenfalls nicht, die Batterien fallen nicht vom Himmel. Und durch Kauf von Zertifikaten wird kein CO2 eingespart. Das ist die Lüge mit Klimaneutral, das braucht auch keiner. Es bleibt also nur ein entsprechend hoher Preis für CO2-Emission. Kleine Autos für den Stadtverkehr, dann hätte man das CO2-Problem schon mal stark verkleinert. So wie heute alles läuft, wird nie etwas daraus.

Jürgen H. Winter via FR-Blog

fr-debatteWeniger CO2 als bei Diesel

Erwiderung auf: „Damit es im Stinker warm ist“, FR-Forum vom 10. Juli

Als Organisator eines kleinen Firmenfuhrpark kann ich zum Professorenstreit über den richtigen Antrieb Folgendes berichten: Kompakte Elektroautos brauchen ab Stromzähler im Jahresmittel je 100 Kilometer rund 20 kWh. Primärenergetisch korrekt umgerechnet entspricht dies fünf Litern Diesel, also etwa so viel wie bei vergleichbaren Fahrzeuge. Bei Zugrundelegen des deutschen Strommix (500 g/kWh) setzen Stromer weniger CO2 frei als Diesel.
Die Kraftstoffkosten von Stromern liegen unter denen von Dieseln, außer wenn fremde Ladesäulen benutzt werden.
Ausschlaggebend ist aus meiner Sicht die Möglichkeit, Elektroautos mit Grünstrom zu laden, am besten aus der eigenen Solaranlage.
Fazit: Für regionale Nutzung passen Elektroautos sehr gut. Nebenbei bemerkt: Mit Wärmepumpe statt Heizstab hält sich der winterliche Mehrverbrauch in Grenzen.

Ralf Krug, Pohlheim

fr-debatteArmselige Protzerei

Raumfahrt: „Branson erfüllt sich seinen Traum“, FR-Panorama vom 12. Juli

Milliardäre im Weltraum – was für eine Meldung ist das denn? Verglichen mit diesen Milliardärs-Hopsern hatte der erste Weltraumflug von Juri Gagarin 1961 wahrhaft galaktische Dimensionen. Was bedeutet dagegen die armselige Protzerei von zwei reichen alten Männern 60 Jahre später? Da ist es doch einfach nur schade für jedes Kilogramm CO2, das bei diesem Unfug in die Atmosphäre gepustet wird.

Jan Großbach, Frankfurt

fr-debatteWachsende Not in Afrika

Zu: „Das Hungervirus“, FR-Tagesthema vom 7. Juli

Die Frankfurter Rundschau berichtet von der drohenden Hungersnot in Madagaskar und Afrika durch den Klimawandel und beklagt im Wirtschaftsteil („Er steigt und steigt und steigt“, ebenfalls 7. Juli, Anm. d. Red.) gleichzeitig den hohen Benzinpreis, solange die Förderländer die Ölförderung nicht erhöhen. Aber die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas sind die Ursache des Klimawandels, auch das gewohnte Tanken ist Teil des Problems. Die Zukunft gehört der nicht fossil angetriebenen Mobilität, Fuß- und Radverkehr, elektrische Bahnen.

Wilfried Lietzau, Bremen

fr-debatte

76 Kommentare

  1. hans sagt:

    zu @ Ralf Krug
    Sie haben sicher recht bis auf das Thema Wärmepumpe. Das was sie da geschrieben haben gilt nur für den Neubau. Im Gebäudebestand wird es leider schwierig.

  2. hans sagt:

    https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/fossile-energie-verbrauch-von-kohle-und-gas-hat-h%C3%B6hepunkt-bereits-%C3%BCberschritten/ar-AAM8pDQ?ocid=msedgntp
    Bevor wieder der eine oder die andere davon anfängt das mit den 2% die D. zu den CO 2 Emissionen beiträgt man die Welt nicht verändern kann stelle ich den oben stehenden Link ein. Das Gerücht das es keinen Sinn macht das D. alleine voran geht ist zwar nicht tot zu kriegen aber darauf hinweisen das wir nicht voran gehen sondern derzeit hinterher laufen kann ich ja mal.

  3. Gerhard Schuster sagt:

    Wenn Altmaier erst ein neues Gutachten erstellen lassen muss, um zu erkennen, dass man mehr erneuerbaren Strom braucht, dann spricht das nicht für ihn. Diese Erkentniss wäre längst kostenfrei zu haben gewesen, hätte er sich z.B. beim BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.), beim ISE (Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme) oder beim DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) informiert.
    Oder hat es ihm plötzlich Angst gemacht, dass Laschet e-Autos mit über 130km/h über die Autobahnen scheuchen will?
    Vielleicht geht es ihm aber auch gar nicht um die Sache, wenn er jetzt kurz vor der Wahl ein paar klimafreundliche Sätze ausposaunt, um danach mit bürokratischen Hürden sinnvolle Projekte wie z.B. solaren Mieterstrom oder agri-Photovoltaik wieder auszubremsen.
    Egal ob Altmaier tatsächlich erst so spät ein Licht aufging, oder er bewusst Wählertäuschung betreibt – das Attest: REGIERUNGSTAUGLICH bekommt er nicht!
    Es ist unverantwortlich wie diese Regierung die Zeit ungenutzt verstreichen ließ, statt endlich wirksame Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel zu ergreifen.

  4. hans sagt:

    zu @ Gerhard Schuster
    Das neue Gutachten hat doch als Basis immer noch den Kohleausstieg 2038 und ist damit immer noch falsch.
    Richtig wäre das.
    https://www.sueddeutsche.de/meinung/windraeder-kohle-erdoel-erdgas-altmaier-1.5350853

  5. hans sagt:

    BMWi (alt): 580 TWh
    BMWi (neu): 645 bis 665 TWh
    BEE: 740 TWh
    EWI: 748 TWh
    dena: 745 bis 886 TWh
    Fraunhofer ISE: 780 TWh
    DIW: 875 TWh
    Das sind die Zahlen mit denen die genannten Forschungsinstitute rechen beim Strombedarf 2030. Wer sich die ansieht und noch damit rechnet das eine Regierung mit Beteiligung der Union eine ambitionierte Energiewende oder Klimapolitik macht muss ein sehr gläubiger Mensch sein.

  6. Hans-Werner Müller-Jording sagt:

    Hans-Werner Müller-Jording 17.07.2021

    „Wehe, wenn sie losgelassen, wachsend ohne Widerstand …“
    Wir brauchen ganz dringend mehr Schiller, um zu begreifen, dass die „Normalität“, zu der wir unbedingt zurückwollen, der Plusquamperfekt all unserer Fehler ist, die wir sehenden Auges begangen haben, um dann wissentlich nichts daraus zu lernen. Dissozialität und abweichendes Verhalten sind Termini der auf mehr Wachstum und Wohlstand ausgerichteten Weltwirtschaft. Armut und Reichtum sind die Polarisation zweier Magneten, die sich anziehen oder abstoßen und sind qua Definition als Anreiz für die gesamte Menschheit gedacht, mehr aus ihrem Leben zu machen, während ihnen, bis in ihre Grundbedürfnisse hinein, Essen, Trinken und Heimat nicht etwa bloß vorenthalten, sondern wissentlich entzogen wird. 2,2 Milliarden Menschen plus Dunkelziffer kommen an kein sauberes Trinkwasser, noch mehr haben nicht einmal eine Toilette. Es gibt Firmen, die verpflichten ihre Mitarbeiter, Windeln zu tragen, damit sie während der Arbeit nicht auf die Toilette müssen. Der Hunger in der Welt nähert sich der Marke von einer Milliarde. Fast 300 Millionen Kinder haben keinen Zugang zur Bildung. In 106 Staaten gibt es massive Konflikte, die sich gleichermaßen gegen Stämme, Ethnien und Politiker richten und 36 Konflikte sind weltweit als Kriege zu bezeichnen.
    Über uns brauen sich die schwersten Unwetter seit Menschengedenken zusammen, brechen sich riesige Brände Bahn und Überschwemmungen stürzen die Menschen in fast nicht mehr von Versicherungen gedecktes Elend. Urwälder werden für Ölpalmen, Soja und Erdnüsse radikal dezimiert. Fossile Brennstoffe werden gegen jede Vernunft, gegen die Natur und gegen unser Überleben gnadenlos verheizt. Mit noch mehr Energie wollen wir neues Wachstum generieren, wollen neuen Wohlstand initiieren und die Menschen daran teilhaben lassen.
    Während vorne ein Bundespräsident die Hochwasserkatastrophe bedauert, lacht sich der potentielle Bundeskanzler im Hintergrund scheckig. Die gleichen Straßen werden wieder hergerichtet, die Häuser an gleichen Standorten wieder aufgebaut. Brücken werden erneuert und Geleise wieder in ein Schotterbett gelegt. Neue Richtfunkmasten werden die Netze wieder in Betrieb bringen und die Wasserversorgung wird zügig voranschreiten. Am gleichen Fluss und gleichen Stausee, in der gleichen Kurve und wieder dicht am Wasser wird man hoffen, dass eine solche Katastrophe nicht ein zweites Mal passiert.
    Es muss Schluss sein mit den in der Vergangenheit gelernten Strukturen einer eingelebten Sozialisation aus Ansprüchen und Wegsehen, sonst lautet der Befund unserer Verhaltensweisen: Pathologisch!

  7. Rainer Kirmse , Altenburg sagt:

    FÜR EINE BESSERE WELT

    Der Mensch des Anthropozän hat es in der Hand, seinen Planeten zu gestalten. Er sollte es tun mit Bedacht und nicht die Erde entwalden. Der exzessive Kapitalismus und die exorbitante Ressourcennutzung geraten an Grenzen, in einer endlichen Welt gibt es kein unendliches Wachstum. Es ist an der Zeit, für eine weltweite Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen. Das menschliche Eingreifen in fragile Ökosysteme bleibt nicht ohne Folgen, die Natur schlägt zurück. Sehen wir das Coronavirus als Warnschuss, machen mit dem Umweltfrevel Schluss!

    FÜR DEN BLAUEN PLANETEN

    Der Mensch, dieses kluge Wesen
    Kann im Gesicht der Erde lesen.
    Er sieht die drohende Gefahr,
    Spürt die Erwärmung Jahr für Jahr.
    Homo sapiens muss aufwachen,
    Seine Hausaufgaben machen.

    Der Handel mit Emissionen
    Wird unser Klima nicht schonen.
    We vom ewigen Wachstumswahn,
    Braucht es einen weltweiten Plan.
    Das oberste Gebot der Zeit
    Muss heißen Nachhaltigkeit.

    Kämpfen wir für Mutter Erde,
    Dass sie nicht zur Wüste werde.
    Retten wir den herrlichen Wald,
    Bewahren die Artenvielfalt.
    Statt nur nach Profit zu streben,
    Im Einklang mit der Natur leben.

    Für die Zukunft des Planeten,
    Weg mit den Atomraketen.
    Ende der Waffenexporte,
    Abrüstung an jedem Orte.
    Lasst die weißen Tauben fliegen,
    Aggression und Hass besiegen.

    Keiner ist des Anderen Knecht,
    Für alle gilt das Menschenrecht.
    Fromme und Heiden sind vereint,
    Uns’re Sonne für alle scheint.
    Jeder kann glauben, was er will,
    Frieden und Freiheit unser Ziel.

    POEM FOR MOTHER EARTH

    The earth is our mother,
    We will not have another.
    There’s no better place to find
    For animals, plants, mankind.

    Green woods, beautiful lakes,
    Nature has got what it takes.
    We have to keep clean the air,
    As environment everywhere.

    Put an end to coal mining,
    Nuclear power and fracking.
    Climate concerns all nations,
    Just as plastic in the oceans.

    For good living day and night
    Must change darkness and light.
    Our planet, so wonderful blue,
    We will always protect, We do!

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

  8. Riggi Schwarz sagt:

    Angela Merkel ist auf Abschiedstour und lässt sich in „Übersee“ ganz groß feiern, und in „Good Old Germany“, da saufen ganze Landstriche einfach ab. Die von uns Menschen schwer geschundene Natur schlägt jetzt erbarmungslos zurück und flutet fast alles platt. Gelten eigentlich in diesem Katastrophenfall, für all diese betroffenen Menschen, die Corona-Pflicht-Maßnahmen weiterhin?

  9. Jörg Harraschain sagt:

    Jetzt haben wir den Salat! Ein Zyniker würde sagen: „Endlich erfahren wir Deutsche den Klimawandel am eigenen Leibe!“ Endlich können wir nicht mehr sagen, der Klimawandel betrifft nur die anderen in den nichteuropäischen Ländern. Die Wet-terkatastrophen in Südostasien, die Hitze mit den verheerenden Bränden in Austra-lien und Amerika, die Dürre in Afrika, die Wirbelstürme usw, usw.
    Was tut oder tat die „große Koalition“ aus CDU, CSU und SPD dagegen? Viel zu wenig! Immer wieder trat insbesondere die CDU/CSU auf die Bremse, wenn es galt entscheidende Schritte gegen den Klimawandel einzuleiten. Die SPD kann sich auch nicht aus der Verantwortung stehlen, denn „mit gefangen – mitgehangen!“ Viel zu zaghaft hat sie den einen oder anderen Vorschlag gemacht, um ihn dann zurück zuziehen, wenn es ernst wurde.
    Es wird richtig teuer, wenn wir die Industrie, unsere Gesellschaft umbauen wollen – nein müssen! Aber es wird viel teurer, je länger wir warten. Mit Sicherheit werden diese jetzt erlebten Katastrophen sich in Deutschland und anderswo wiederholen. Die GRÜNEN werden als Verbotspartei verhöhnt, wenn sie ordnungspolitische Vor-schläge machen, um der Wirtschaft Richtlinien an die Hand zu geben. Aber ohne langfristige Richtlinien geht es in der Wirtschaft nicht. Viele Wrtschaftsentschei-der*innen haben es begriffen. Die CDU/CSU trägt seit Jahrzehnten die politische Verantwortung in unserem Lande. Das Motto unseres laschen Wohlfühlonkels aus NRW war und ist immer: „Wasch mir den Pelz – aber mach mich nicht nass!“ Und wir Wähler*innen und die Journaille zerreißen uns das Maul über Petitessen der GRÜNEN Kandidatin anstatt sich ernsthaft mit ihren Vorschlägen auseinander zu setzen. Ihr Buch ist ein Angebot an die Wählerschaft, die Wirtschaft, die Politik sich zusammenzusetzen, um die immensen Zukunftsaufgaben zu bewältigen. Klima-schutz, Digitalisierung, Erhalt der Natur und die Folgen von Corona sind nur einige Stichworte der immensen Aufgaben, die auf uns zu kommen.
    Wann begreifen wir Wähler*innen endlich, dass am 26. Sept. eine entscheidende Richtungswahl zur Debatte steht. Weiterso wurschteln wie bisher oder die Weichen für eine sozial-ökologische, nachhaltige Gesellschaft stellen. Unverschämt finde ich die Aufforderung des Moderators von der ARD-Katastrophen-Sondersendung ja nicht die erlebte Katastrophe in den Wahlkampf zu ziehen. Verdammtnochmal – wofür sind denn Wahlen da!

  10. Hans Contier sagt:

    In einer Sache muss man der Afd zustimmen: Die Geschichts-bücher sind „voll von verheerenden Katastrophen im letzten Jahrtausend“. Einige Dinge verschweigt sie allerdings:
    Die meisten dieser Katastrophen sind menschengemacht. Man denke nur an den Dreißigjährigen Krieg oder, nicht ganz so weit zurück, die beiden Weltkriege. Auch die gegenwärtigen Bürgerkriege fallen unter diese Kategorie. Die „Kolonialisierun-gen“ hatten, wie die Kriege auch, Epidemien im Gefolge, welche die Menschheit zusätzlich dezimierten. Nicht zu vergessen: Die derzeitige Pandemie ist das Ergebnis von Globalisierung und Massentourismus. Alles von Menschen gemachte Katastrophen!
    Aber wahrscheinlich meinte die Afd „Naturkatastrophen“, und da müssen wir darauf hinweisen: Der Vesuv ist schon vor 2.000 Jahren ausgebrochen und hat die Städte Pompeji und Herculaneum unter seiner Asche begraben. Die Insel Santorin ist vor 3.500 Jahren im Meer versunken. Der „Untergang von Atlantis“ steht symbolhaft für diese und all die anderen, noch früheren Katastrophen: Der Untergang der minoischen Kultur auf der Insel Kreta durch ein Erdbeben, zum Beispiel.
    Die Afd verschweigt, dass die Menschen mit den Naturgewalten leben, sich auf sie einstellen müssen. Zum Beispiel durch eine Lebensweise, die deren Folgen abmildert. Da haben wir in den vergangenen Jahrzehnten schwer „gesündigt“ und gelebt nach dem Motto: Die Natur hat sich nach uns zu richten, nicht wir nach ihr. Man könnte auch Ludwig XV. (leicht abgewandelt) zitieren: „Nach uns die Sintflut!“
    Das liegt natürlich auch daran, dass uns das Wissen über natürliche Zusammenhänge zum großen Teil abhanden-gekommen ist. Nun müssen wir zwangsweise einiges neu lernen. Das verlangt von uns allerdings einiges an Anstrengungen. Die Politiker tun jedoch alles, um den Anschein zu erwecken, als blieben uns die Mühen des Umdenkens erspart.

  11. Winfried Beinsen sagt:

    Neben all dem Leid wird bei vielen Betroffenen auch noch die bittere Nachricht kommen, dass viele Schäden nicht durch die Versicherung übernommen werden, wenn in den Policen keine Elementarschadensversicherung mit eingeschlossen ist.

  12. Hermann Roth sagt:

    Die Klimakrise ist längst da und nur eine mutige und konsequente Klimaschutzpolitik kann die weiteren Folgen des Klimawandels noch abmildern. Joachim Wille fordert zurecht mehr Mut der politisch Verantwortlichen und vor allem eine raschere Umsetzung der Klimaschutzziele mit konkreten Maßnahmen. Im Bundestagswahlkampf gilt bisher die Parole „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“! Abgesehen von der rechtsradikalen AfD sind plötzlich alle anderen Parteien engagiert für den Klimaschutz und Herr Laschet inszeniert sich jetzt sogar so, als wäre NRW unter seiner Regierung ein leuchtendes Vorbild im Klimaschutz. Gleichzeitig werden alle ernsthaften Ansätze einer notwendigen Veränderung hin zu weniger Energie- und Ressourcenverbrauch insbesondere von CDU und FDP mit medialer Unterstützung mancher „Qualitätsmedien“ als „Verzichts- und Verbotspolitik“ diskreditiert. Selbst die Grünen setzen jetzt vorwiegend auf technische Lösungen, vermutlich auch aus Angst, als „Verbotspartei“ noch weiter an Zuspruch zu verlieren. Angesichts der Bilder aus den Überflutungsgebieten stellt sich aber die Frage, ob weniger nicht manchmal mehr ist und was es wirklich für ein gutes Leben braucht. Braucht es den Flug nach New York zum Weekend-Shopping, braucht es den überdimensionierten Stadtpanzer, braucht es den täglichen Fleischkonsum, braucht es den Mähroboter für den Reihenhausgarten, braucht es tausende E-Roller als Spielzeuge für „Halbstarke“ in unseren Städten, braucht es immer mehr Streaming-Dienste oder gibt es ein Leben ohne Hyperkonsum? Ich versuche mir vorzustellen, wir könnten einen gesellschaftlichen Konsens darüber herstellen, dass es mit unserer Art zu leben, so nicht weitergehen kann (auch in Hinblick auf die Folgen für die Menschen des globalen Südens) und wir würden eine wirklich moderne Umwelt- und Klimapolitik zügig vorantreiben. Eine solche Politik erfordert ein radikales Umdenken in Richtung Postwachstumsökonomie mit einem am Gemeinwohl orientierten Wirtschaftsmodell und mehr soziale und globale Gerechtigkeit. Angesichts der derzeitigen Wahlprognosen sieht es leider eher nach der Fortführung der bisherigen Politik mit Ökonomisierungswahn und rücksichtslosem Profitstreben aus, auch wenn diesmal die Grünen diese neoliberale CDU-Politik stützen werden.

  13. Joachim Reinhardt sagt:

    Das Drehbuch ist hinlänglich bekannt: Die Böcke, die durch ihre jahrzehnte lange Politik entscheidend zu der Katastrophe beigetragen haben, knüpfen ihre Betroffenheit sogleich an die Chance, sich als Gärtner zu gerieren. Seehofer und Laschet tönen unisono: Das sind die Folgen des Klimawandels. Wir tun jetzt alles, um den Menschen zu helfen.
    Was kann es anders sein als kaltblütige Heuchelei, dass diejenigen, die im Interesse mächtiger Kapitalfraktionen jede vernünftige Weitsicht in der Frage des Klimawandels verweigert haben, jetzt vollmundig eine Verschärfung des Tempos einfordern, als wären sie bei fridays for future.
    Der Klimawandel ist schuld – nicht das kapitalistische Wirtschaftssystem des grenzenlosen Wachstums und Raubbaus, nicht die Politik, die ihn im Dienste dieses Systems forciert hat, anstatt ihn einzudämmen. Die kommenden Wahlen werden es richten: Es steht zu befürchten, dass das Spiel der Heuchler aufgeht, zu wenige durchschauen diese Masche. Der Laden läuft wie geschmiert und leider sind auch die Grünen gewillt – so wie seither die SPD – das Spiel mitzuspielen, um ein bisschen Einfluss nehmen zu können. Sodass wir ein wenig später in den Abgrund rutschen.

  14. Friedhilde Scholl sagt:

    Armin Laschet der designierte CDU-Kanzler entdeckt sein Mitgefühl für arme Menschen, denen er den Mallorca –Flug erhalten will. Wollte er das wirklich, würde er die 12 Milliarden Euro, mit denen der Luftverkehr jedes Jahr subventioniert wird, den Harz IV Empfängern und Geringverdienern zur Verfügung stellen. Die könnten sich dann mit dem Geld tatsächlich einen Urlaub auf Mallorca leisten oder einen Schrebergarten pachten, sich ein E-Bike anschaffen oder ihren Kindern eine bessere Bildung ermöglichen. Das möchte der CDU-Politiker aber genauso wenig wie eine Erhöhung des Mindestlohnes. Die 12 Milliarden Euro sollen weiter dazu verwendet werden, dass Besserverdiener mit hoch subventionierten Flugtickets das Klima verpesten dürfen. Die Ungenauigkeiten, die man der Grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wegen ihres Buches vorwirft, sind angesichts der bewussten Rosstäuscherei des CDU-Kandidaten geradezu lächerlich.

  15. Peter Boettel sagt:

    Ich lese soeben unter https://www.swrfernsehen.de/landesschau-rp/echtershausen-eifel-durch-hochwasser-abgeschnitten-100.html, aber die zuständige Kreisverwaltung Bitburg-Prüm hat vor einigen Tagen den Katastrophenalrm bereits aufgehoben.

    In gleicher Weise wird unter https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/nach-hochwasser-existenzen-in-irrel-bedroht-100.html auf weitere Probleme hingewiesen.

    Wie in der heutigen Printausgabe in einem Leserbrief stand, reden jetzt plötzlich alle (mit Ausnahme der AfD) vom Klimawandel, die vorher entsprechende Initiativen und Bewegungen ausgelacht haben.

    Und es wird bei weitem nicht die letzte Katastrophe gewesen sein.

  16. Peter Boettel sagt:

    Nachtrag:

    Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang ist folgender Beitrag von Michael Müller, dem Vorsitzenden der Naturfreunde und Ex-Mdb: https://www.klimareporter.de/deutschland/das-versagen-beim-hochwasserschutz

    Ich erinnere mich an eine Ausstellung in Dresden ein Jahr nach der dortigen Hochwasserkatastrophe. Hier wurde deutlich gemacht, dass bereits nach einem Hochwasser im 19. Jhdt. verschiedene Warnungen, insbesondere vor zu starker Versiegelung, erfolgt sind, die aber, wie so oft, nicht beachtet wurden.

  17. hans sagt:

    Das Gespräch mit Claudia Kemfert heute in der FR würde ich jedem empfehlen, einschließlich unserem Moderator, gründlich zu lesen. Ich finde mich in dem was sie gesagt hat zu 100% wieder. Sie hat gesagt das es bei der Energiewende um wirtschaftliche Chancen geht. Dazu möchte ich ein Beispiel geben . Im Juni waren ca 500 MW PV ausgeschrieben. Es wurde ein Durchschnittspreis von 5 Cent/ KWh erreicht. Das ist die Einspeisevergütung für 20 Jahre. Das bedeutet das im Jahr 2040 auch keine höhere gezahlt wird. Das kann für diesen Preis weder ein Atom, Kohle oder Gaskraftwerk anbieten. Die Kohlekraftwerke mit aller Gewalt, weil die Kohlenstoffbesitzer es wollen, bis 2038 weiter zu betreiben ist teurer als auf EE umzustellen. Das ist bei Wind inzwischen nicht anders. Da von Kosten oder Einschränkungen zu reden ist Unsinn außer man schmeißt den Kohlenstoffbesitzern bewusst für den Ausstieg Geld hinterher. Wenn man es dem Markt überlässt ist der Ausgang klar. Genauso hat Frau Kemfert darauf hingewiesen das über 190 Länder Paris unterschrieben haben und schon viel weiter sind als D. Das sollten auch alle Reporter mal endlich zur Kenntnis nehmen egal was die alten Männer der Union sagen. In dem unten stehendem Link kann man das gut sehen wenn man die einzelnen Länder aufruft. Wir werden da ohne Pause falsch informiert.

    https://www.energiefirmen.de/energie/erzeugung/strom-europa

  18. hans sagt:

    Mir wird ein bisschen zu viel über Hochwasserschutz und ähnlichem geredet. Das muss sicher sein und wenn bei der Feuerwehr vor Ort der Funk wirklich genauso ausgefallen ist wie die Handys in der Region ist da sicher Handlungsbedarf, aber wer wissen wollte das große Regenmengen am kommen sind hat das auch gewusst. Bei den Mengen die dann gekommen sind hat es nur nichts genutzt. Wenn die Atmosphäre zu solchen Regenmengen inzwischen in der Lage ist sollte man auch nicht vergessen das dann auch ganz andere Stürme wahrscheinlich werden als wir sie bisher erlebt haben und bei beidem Tendenz steigend. Es gibt also eigentlich nur ein Hauptthema nämlich die Erwärmung zum stehen zu bringen.

  19. Reinhard Schemionek sagt:

    Lieber Richard Branson, lieber Jeff Bezos, in diesen Tagen machen Sie für Millionen von Dollar Ihre Träume wahr. Schauen auf die Erde und sind gerührt, wenn Sie auf diesen empfindlichen Planeten schauen. Nun konnten Sie leider aus dieser Höhe die hungernden Menschen auf Madagaskar, in Syrien und Jemen nicht sehen. Denn sonst hätten Sie sicher Ihre Millionen nicht in den ballistischen Weltraumhüpf versenkt, sondern diesen Menschen in Not geholfen.
    Mit Ihren Millionen Dollar könnten Sie dafür sorgen, dass die armen Ländern ausreichend mit Impfstoff gegen die Covid-19-Pandemie versorgt werden. Ach ja, Sie wissen nicht, wohin mit den Millionen Dollar? Wie wäre es mit gerechter Entlohnung Ihrer Mitarbeiter:innen? Sollten Sie weitere Tipps benötigen, erkundigen Sie sich bei den vielen humanitären Hilfsorganisationen.

  20. Jörg Kramer sagt:

    Wer angesichts von über 150 Toten und unvorstellbaren Verwüstungen in weiten Teilen von Rheinland Pfalz und Nordrhein Westfalen viele Sekunden lacht, während der Bundespräsident die Hochwasserkatastrophe beschreibt, den Menschen Trost spendet etc. sollte sich als Ministerpräsident von NRW schämen, die Konsequenzen ziehen und von der Kandidatur zum Bundeskanzler zurücktreten.
    Was muss in den Menschen vorgehen, die Angehörige oder Freunde zu beklagen haben, deren Existenz vernichtet wurde und die fassungslos vor ihrem zerstörten Hab und Gut stehen, wenn ihr Repräsentant im Hintergrund 20 Sekunden lacht, vorher und hinterher aber wieder den ersten und betroffenen Staatsmann spielt. Ich kann mir keine Gesprächssituation im Kontext der Präsidentenrede vorstellen, in der ich angesichts des Grauens lachen könnte. Herr Laschet wird sich hüten, diese zum Lachen animierende Gesprächssituation wiederzugeben. Die Menschen in NRW, vor allem die vom Hochwasser Betroffenen, werden Herrn Laschet nichts mehr glauben. So ein Mann kann sie nicht repräsentieren.

  21. Josef Hartmann sagt:

    Die halbe Republik geht in Wassermassen unter, in anderen Erdteilen herrschen Temperaturen, die ein organisches Leben nicht mehr möglich machen. Und dann taucht der Laschet auf und erklärt, er habe alles getan, um das Klima zu schützen. Dazu gehört:
    1. Die Verhinderung der Windkraftanlagen Abgeschriebene Anlagen dürfen nicht einfach ersetzt werden, sondern müssen neu beantragt werden. Dann gelten die neuen Abstandsregelungen zu bebauten Gebieten. In Summe ergibt dies einen Abbau der Windenergie.)
    2. Das Verprügeln von Demonstrant:innen und Waldbesetzer:innen durch die Polizei, beispielsweise im Hambacher Forst, die hier immer wieder von ihren Dienstherren missbraucht wird. Teile der hessischen Polizei dürften damit auch sehr einverstanden sein.
    3. Beibehaltung von „Freie Fahrt für freie Bürger:innen“; einer der letzten Gegner eines Tempolimits mit seinen Freunden Maut Scheuer und Mitarbeiter:innen der Bild. Ach ja, Maut-Scheuer baut auch gerne weitere Autobahnen, Gegner:innen werden … (siehe oben)
    4. Klimaschutz nur mit „marktwirtschaftlichen Methoden“. Letzteres äußerte Laschet mehrfach bei Interviews, auch stehend vor den Trümmern in unserer Stadt, erzeugt durch Marktwirtschaft und Gier.
    5. Die Liste können Sie sich selbst fortsetzen, beispielsweise mit dem von der NRW Landesregierung geplanten neuen Versammlungsgesetz.
    Die Toten in Deutschland, USA, Kanada, Australien klagen uns an, denn wir haben zu wenig oder das Falsche getan, um solche Figuren wie Laschet und Co. zu verhindern. Mit Empörung wurde die Aussage des Grünen Politikers Oliver Krischer kommentiert, der Laschet in Verantwortung nahm für die tödlichen Folgen unter anderem seiner Politik. Der Grüne hatte Recht, diese klimazerstörende Politik tötet Menschen. Andere Menschen, zum Teil sicher jede*r von uns, tragen dafür die Verantwortung!!!
    Dieser vom Opus Dei (vielen Dank für die Kolumne von Katja Thorwarth vom 15. Juli) gesteuerte Laschet darf nicht Kanzler werden!!!
    Das sind wir uns und unseren Nachkommen schuldig.
    Daher lassen Sie jeden Wahlkampfauftritt von Laschet besuchen; Trillerpfeifen und laute Stimmen müssen ihn und seine Lügen unhörbar machen. Lassen Sie uns Kampagnen starten, die Laschet verhindern und einen wirklichen Politikwechsel einfordern.
    Fragen Sie mich bitte nicht nach möglichen Alternativen bei der Wahl im September, fragen Sie mich bitte nicht, ob ich mit meiner Polemik nicht direkt die Grünen unterstütze. Diese Fragen müssen Sie sich bitte selber beantworten, aber ein Phrasen-Laschet geht gar nicht.

  22. Bernd Bremen sagt:

    Vor einigen Wochen brachte Herr Laschet im FR-Interview die Essenz seines Politikvorhabens, d.h. seine Vorstellung zur Lösung der drängendsten Probleme auf diesen Punkt: Förderung technischer Innovationen kombiniert mit Wachstum, Wachstum, Wachstum!
    Nach dem furchtbaren, deutschen FuKlimaShima der letzten Woche wird deutlich, was das für die Zukunft bedeutet: Die Katastrophe!
    Weil es übersetzt nichts anderes heißt als: Wir brauchen NICHTS zu ändern, sondern können WEITERMACHEN wie bisher. Dieser Mann darf nicht der nächste Kanzler werden; seine Partei nicht mit in der nächsten Regierung sitzen!

  23. Gottfried Ahrendt sagt:

    Die FR titelt am 19.07.2021 mit „Fassungslos“. Ein in unserer hiesigen Geschichte noch nie dagewesenes Naturereignis zerstört Leben, Häuser, Existenzen und bringt sehr viel Leid über das Land. Der Präsident der Bundesrepublik Deutschland erscheint vor Ort und wendet sich voller Mitgefühl an die Betroffenen während Armin Laschet, der überflüssigerweise mitgereiste, von der CDU ins Rennen um die Kanzlerschaft geschickte Kandidat, mit seiner Entourage im Hintergrund herumalbert. Schlimmer geht es nicht. Wollen wir tatsächlich von einem Menschen mit derartig für seine Bürger empathielosem Profil einmal regiert und international vertreten werden? Herr Laschet hat sich damit selbst als untauglich entlarvt. Hoffentlich wissen die Wähler am 26.09.2021, wofür sie sich entscheiden.

  24. hans sagt:

    Markus Söder heute in seiner Regierungserklärung. Er will den Kohleausstieg bis 2030. Zur Begründung sagte er 2038 ist unambitioniert und wirtschaftlicher Unsinn. Das stimmt zwar aber erstens ist es nicht neu und außerdem glaube ich dem Mann kein Wort.

  25. Jürgen Malyssek sagt:

    Man muss nicht mit Vorurteilen gegen den Landesvater Armin Laschet behaftet sein, um zu sehen, dass dieser Kanzlerkandidat der Union überfordert und fahrig in Wahlkampfzeiten agiert und sich selber im Wege steht. Wenn es eines weiteren Imageschadens bedurfte, dann der Lacher während einer Rede von Bundespräsident Steinmeier im von der Flut hart betroffenen Erftstadt.
    Wie Stephan Hebel sagt, hat Laschet damit in seiner Funktion als „Staatsmann“ in dieser besonderen öffentlichen Situation versagt, bei der es um das Zeigen des „kollektiven Mitgefühls“ als Politiker gehen muss, nicht um irgendwelche Randereignisse oder Privatheiten.
    Wie es in unserer Lokalzeitung treffend stand, war es ein Charaktertest des Kandidaten Laschet. Und diesen Test hat er in keinster Weise bestanden. Da kann er sich zehnmal dafür entschuldigen. Diese Nummer ging vollends daneben! Ganz anders die Ernsthaftigkeit der anderen Kandidaten Scholz und Baerbock bei ihren Ortsauftritten. Ganz anders die glaubhafte Betroffenheit von Angela Merkel zusammen mit Malu Dreyer bei ihrem Rundgang im Hochwassergebiet durch die Eifelgemeinde Schuld. Und als Malu Dreyer sagte: „Da könnte man nur noch weinen“, zeigte sie ganz deutlich, wie tief sie als Mensch getroffen war. Gleichzeitig war spürbar, wie schwer sie auch als Ministerpräsidentin litt.
    Nichts von alledem bei Armin Laschet! Eine rheinische Frohnatur im falschen Film. Ein Mann ohne Statur.

  26. Almut Gwiasda sagt:

    Unsere Gegenwart – leider auch in Europa Starkregen-Katastrophen, verheerende Waldbrände, Gluthitze, tauender Permafrostboden, geplünderter Regenwald, Landraub. Rasantes Artensterben. Krieg. Hunger. Verletzte Menschenrechte. Ertrinkende Flüchtlinge. Politische Morde. Eingeschränkte Pressefreiheit. Demokratieabbau. Missbrauchte Justiz. Verrückt gewordene, korrupte, geldgierige Machthaber. Pandemien…
    Es soll immer noch Menschen geben, die davon nichts bemerkt haben. Und für die Tempo 130 auf der Autobahn und der Blick auf Windräder schon eine ungeheure Einschränkung bedeuten… Der Mensch ist nur eine Art auf diesem Planeten. Wie schwach, hilflos und verletzlich wir sind, bekommen wir Menschen gerade zu spüren. Wir haben nicht mehr viel Zeit, daraus zu lernen.

  27. Herbert Terhag sagt:

    Diese Katastrophe kostet viele Milliarden, so wie die vorhergehenden Sintfluten in der BRD. Diese enormen Kosten werden noch steigen, wenn im Vorfeld zu wenig Geld in den Klimaschutz fließt. Statt stetigem Wachstum bedarf es stetiger Sicherung. Wir versinken im Wasser, den Amerikanern brennt die halbe Westküste ab. Es geht also um globale Strategien. Deutschland, d. h. unsere neue Regierung, muss seinen Beitrag leisten. Nehmen wir die Parteien mit ihren Wahlprogrammen beim Wort.

  28. Nikolaus Jöckel sagt:

    Über Nacht und vor verwüsteten Ansiedlungen stehend verwandeln sich gewisse Politiker plötzlich und völlig unerwartet vom Umweltschutzverweigerungs-Saulus zum Klimaschutz-Paulus. Für soviel Unverfrorenheit muss man wohl Politiker sein. Ausgerechnet einer, der gestern noch seine Polizei auf Protestler im Hambacher Forst gehetzt hat, spielt sich heute auf einmal als Klimaguru auf. Wie verlogen ist das denn und wer soll denn das für glaubhaft halten? Wenn die Grünen all denen mit dem Kopf im Sand deren jahrelange Verweigerungshaltung und Versagen jetzt nicht Tag für Tag deutlich vor die Nase halten, haben sie ihren Zweck verfehlt und können ihren Laden schließen.

  29. Sabine Reif sagt:

    Hat das Zusammenspiel von Bund und Ländern gänzlich versagt in der Flutkatastrophe? Wie viele hochbezahlte Beamte, die nur den „Flaschenhals“ im Moment der Flutkatastrophe beim Informationsfluss behindert haben, könnte sich der Staat und der Steuerzahler über Jahre sparen (?!) und besser in die Operativen Kräfte (THW, Feuerwehren, Rettungsdienste, Medikamentöse Basislager etc.) investieren?
    Ein Skandal: noch Tage nach der Flutkatastrophe sind Menschen immer noch ohne Medikamentöse Versorgung, ohne Trinkwasser und ohne Toiletten!!
    Wieviele Menschen sterben infolge dieser Verhältnisse an Schlaganfällen, Herzinfarkten, Zuckerschocks oder medikamentöser Unterversorgung??!!
    Warum kommt nicht mehr Hilfe von der Bundeswehr??

  30. Fritz Brehm sagt:

    Es wäre natürlich interessant zu erfahren, was es in dieser Situation so Lustiges zum Besten zu geben gab, dass so herzhaft gelacht wurde. Wird danach gefragt? Ob es jemand der Beteiligten ausplaudert?

  31. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Fritz Brehm

    Ist doch egal, worüber sie herzhaft gelacht haben. Was sie damit offenbaren, das ist es.

  32. Peter Boettel sagt:

    Nachstehend ein interessanter Beitrag, in dem Laschets „Klimapolitik“ entlarvt wird:https://taz.de/Fragwuerdige-Zahlen-von-Armin-Laschet/!5787534/

  33. Claudia Möller sagt:

    In der Folge der schweren Unwetter der letzten Tage geht das Wort vom Versagen und den Versäumnissen der Politik durch die Medien (unter anderem im Kommentar von Joachim Wille). Der Fakt ist unbestreitbar, jedoch der Zusammenhang fehlt. Der Vorwurf an ‚die Politik‘ greift mir zu kurz.
    Konservative Parteien wie die CDU werden gewählt, um den Status quo zu erhalten, damit alles schön so bleibt wie es ist und wie wir es gewohnt sind. Sie müssen ihren Wählern garantieren, dass sich nichts Wesentliches ändert, das liebgewonnene Gewohnheiten erschüttern könnte. Parteien, die ernstzunehmende Veränderungen vorschlagen, werden von Wählern und Presse unisono abgestraft. Die Grünen können ein Lied davon singen: Sei es ein höherer Benzinpreis, sei es der Veggieday, sei es Begrenzung der Flächenversiegelung durch riesige Einfamilienhaussiedlungen – jedes Mal kochte die Empörung hoch. Einfache und klimapolitisch wirksame Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbegrenzungen im Straßenverkehr scheitern nicht allein an der Auto-Lobby (wobei deren enorme Macht nicht bestritten werden soll), sondern eben auch an deutschen Autofahrern (jedenfalls an einem großen Teil derselben).
    Das Versagen, das uns immer weiter in die Klimakrise treibt, ist keineswegs nur eins ‚der Politik‘, sondern eins einer Gesellschaft, die zu satt und zu feige ist, um ihr besseres Wissen in Praxis umzusetzen. Die Schuldzuweisung an „die Politik“ ist nur eine bequeme Ausrede!

  34. Stefan Ziegler sagt:

    Dass es im Katastrophenschutz gewaltig knirscht, ist doch schon seit den letzten Hochwässern 2002 / 2013 hinlänglich bekannt. Ich bin seit fast 40 Jahren im aktiven Feuerwehrdienst einer freiwilligen Feuerwehr und seit der deutschen Wiedervereinigung wurde der Katastrophenschutz gegen die Wand gefahren. Bis 1990 war die Katastrophenvorsorge eigentlich eine Länderangelegenheit wurde aber im Rahmen des weiterten Kats-Schutz durch den Bund wahrgenommen. Es gab ein einheitliches Konzept eine Einheitliche Ausstattung und es gab übergreifende Einheiten. Mit der Wiedervereinigung wurde das alles durch die Kohlregierung in die Tonne getreten. Jedes Bundesland musste nun den eigenen Katastrophenschutz aufbauen. Das Bundesamt für Zivilschutz wurde aufgelöst, die Warnämter wurden geschlossen. Das THW wurde verkleinert. Beim THW wurden über 30.000 Helferstellen gestrichen. Alles unter dem Motto „Es gibt keine Bedrohungslage mehr, das brauchen wir nicht mehr“. Erste Probleme gab es schon 1998 in der Hochwasserlage am Rhein. Da konnte noch das Material, Fahrzeuge, Boote etc., von den Sammelstellen der VEBEG zurück geholt werden. 2002 war davon nicht mehr da, was dann passierte ist hinlänglich bekannt. Erste Stimmen wurden laut was alles wieder benötigt wird. Warneinrichtungen für die Bevölkerung aber auch für die Katastrophenschutzstäbe, automatische Sensoren auch für Atomare Gefahren. Ausrüstung für die Daseinsvorsorge, Notküchen, Notwasserversorgung, Lebensmittel etc. . Geschehen ist nur wenig das meiste auf dem Papier. 2013 das nächste Hochwasser, wieder ging es um Material für den Hochwasserschutz, mobile Dammsysteme, Warneinrichtungen, Boote und vieles mehr. Zwischen durch gab es das Problem der Vogelgrippe, mit Absperrungen ganzer Landstriche, Dekontamination von Fahrzeugen etc., Stichwort Tierseuchenbekämpfung. Mittlerweile haben wir eine Entsprechend Seuche bei uns Menschen und eine weitere Tierseuche, Afrikanische Schweinepest (ASP), steht vor der Tür. Auch hier ist wieder aktuell, Verschleppung des Virus durch den Menschen, Eindämmung des Virus, Verhinderung des Sprunges auf den Menschen etc. . Im Rahmen des erweiterten Kats-Schutzes gab in den staatlichen Einrichtungen der Daseinsversorgung Regieeinheiten die sich um die Infrastruktur kümmern sollten. Im Zuge der Privatisierung von Energieversorgung, Bahn und Post, wurde diese Einheiten aufgelöst. Fernmeldeeinheiten brauchen wir nicht. Notkrankenhäuser wurden aufgelöst, Krankenhäuser privatisiert. Ich frage mich welche Kompetenz haben hier Personen die solche Entscheidungen treffen. In der Stadt Frankfurt haben wir vor Jahren ähnliche Ereignisse (Niedererlenbach, Starkregen mit starken Erosion von Ackerflächen) wie jetzt hier in der Eifel schon gehabt. In Niederursel wird seit den letzten zwei / drei Jahren wiederholt die Spielsgasse geflutet. Die Flächenversiegelung in Oberursel trägt Ihre Früchte nach Frankfurt. Die seit 1975 geplanten Rückhaltebecken im Bereich der Krebsmühle stehen nur auf dem Papier. Ein Starkregenereignis im Vordertaunus würde in den Nördlichen Stadtteilen zu einem ähnlichen Ergebnis führen wie in der Eifel. Die Anfänge waren ja schon mehrmals da, Überflutung in der Bernadotte Straße, Spielgasse, Sossenheimer Unterfeld etc. . Wann werden endlich Konsequenzen gezogen.

  35. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    @ hans:

    „Es gibt also eigentlich nur ein Hauptthema nämlich die Erwärmung zum stehen zu bringen.“

    Habe ich in der Printversion gelesen. Sehr sehr wahr!

  36. hans sagt:

    zu @ Claudia Möller
    Sie haben leider sowas von recht. Das schimpfen auf Politiker ist scheinheilig. Sie werden von Menschen gewählt die eine Erwartungshaltung haben und die müssen sie erfüllen. Deshalb wird es auch keine ambitionierte Klimapolitik mit einer Regierung an der die Union beteiligt ist geben. Frau Merkel hat ihre Partei ja dafür bis an die Grenze was sie sagen darf kritisiert. Ich glaube ihr sogar das sie gerne mehr gemacht hätte. Sie konnte das aber in ihrer Fraktion nicht durchsetzen und das wird so bleiben. Dabei hat sogar Söder recht wenn er sagt das der Kohleausstieg 2038 wirtschaftlicher Unsinn ist. Das weiß nur der normale Unionswähler nicht weil man ihn jahrelang belogen hat. Übrigens sollte man auch bis 2038 in irgendwas einsteigen sonst geht auch das nicht.

  37. hans sagt:

    https://www.eia.gov/todayinenergy/detail.php?id=47636

    Wenn mal wieder ein CDU Kandidat erzählt das es nichts nutzt wenn wir alleine in EE einsteigen. Die hören mit ihren Märchen ja nicht auf.

  38. Gerhard Schuster sagt:

    Wenn Altmaier erst ein neues Gutachten erstellen lassen muss, um zu erkennen, dass man mehr erneuerbaren Strom braucht, dann spricht das nicht für ihn. Diese Erkentniss wäre längst kostenfrei zu haben gewesen, hätte er sich z.B. beim BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.), beim ISE (Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme) oder beim DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) informiert.
    Oder hat es ihm plötzlich Angst gemacht, dass Laschet e-Autos mit über 130km/h über die Autobahnen scheuchen will? Vielleicht geht es ihm aber auch gar nicht um die Sache, wenn er jetzt kurz vor der Wahl ein paar klimafreundliche Sätze ausposaunt, um danach mit bürokratischen Hürden sinnvolle Projekte wie z.B. solaren Mieterstrom oder agri-Photovoltaik wieder auszubremsen.
    Egal ob Altmaier tatsächlich erst so spät ein Licht aufging, oder er bewusst Wählertäuschung betreibt – das Attest „regierungstauglich“ bekommt er nicht!
    Es ist unverantwortlich wie diese Regierung die Zeit ungenutzt verstreichen ließ, statt endlich wirksame Maßnahmen gegen den fortschreitenden Klimawandel zu ergreifen.

  39. Hartwig Cordts sagt:

    Lieber Joachim Wille! Ja, es stimmt alles; so hab’ ich’s auch erlebt. Nur, können wir wirklich von einem „Versagen“ der Politiker sprechen? Versagen bedeutet doch, dass man Ziele, die man sich selbst gesetzt hat, nicht erreicht. Das ist traurig. Aber ein solches „Versagen“ über 30 Jahre am Stück? Das hieße doch, dass die Nach-Kohl-Riege um Schröder, Merkel, Scholz, Altmaier usw. zu blöd gewesen wäre, aus den Fehlern ihrer Vorgänger zu lernen? Kann das sein?
    Ich habe das ein bisschen anders erlebt. Ich habe mich seit 1990 fast 20 Jahre für den Klimaschutz in Hamburgs Schulen eingesetzt, und ich habe irgendwann begriffen, dass die Knüppel, die uns (dem fifty/fifty-Team) seitens der Verwaltung immer wieder in die Beine geworfen wurden, kein „Versagen“ waren; sie wurden geworfen, weil der Senat mit Klimaschutz im Grunde nichts am Hut hatte. Das ist gewiss nur eine Kleinigkeit. Aber, um das zu verallgemeinern, wer im Wissen um die katastrophalen Folgen der Erderwärmung SUVs auf die Straßen bringt, der „versagt“ nicht – der verfolgt doch einfach andere Interessen! Der will eben solche Autos verkaufen, damit der Export boomt, damit die Wirtschaft wächst, damit wir reicher werden etc. Und Klimaschutz mit SUVs? Das geht einfach gar nicht. (Außer für A. Laschet). Also musste eines weg. Und so gesehen haben unsere Regierungen nicht versagt, sondern sie waren sehr erfolgreich.
    Das heißt aber, dass sich das Klima mitnichten „wandelt“. Die haarige Raupe wandelt sich zum bunten Schmetterling und das hässliche Entlein zum schönen Schwan; das ist eine schöne Sache. Aber das Klima – das global gesehen stabile Klima der letzten Jahrtausende -, das „wandelt sich“ nicht! Es wird vielmehr bewusst – für die SUVs und anderen nutzlosen Blödsinn – zerstört. Ob das jetzt aus blanker Dummheit geschieht wie bei Trump und Bolsonaro oder aus schnödem Desinteresse an den Lebenschancen unserer Kinder und Enkel wie bei Merkel, Scholz etc (s. Urteil des BVG), ist unterm Strich völlig gleichgültig. Moralisch betrachtet ist diese Zerstörung des Weltklimas für mich ein Verbrechen an den uns folgenden Generationen.
    Dafür gibt es natürlich keinen Richter. Aber das könnten wir doch tun: Endlich Klartext sprechen: Nicht mehr „Klimawandel“, sondern „Klimazerstörung“.

  40. Dieter Murmann sagt:

    Wenn ich mir das Wahlprogramm der CDU/CSU anschaue, und die Kommentare von Laschet höre, wird mir Angst und Bange. Nicht dass ich noch große Hoffnung hätte, dass es der zerrütteten, nur auf eigene Vorteile bedachten „Weltgemeinschaft“ (siehe Diskussion um Impfstoff und Patente) gelingen würde die Klimakatastrophe, und noch wichtiger, das Artensterben, aufzuhalten. So wie die CDU/CSU sich den Herausforderungen „stellt“ bzw. nicht stellt, wird alles nur noch viel schneller gehen, als von der Wissenschaft berechnet. Es gibt schon viele Anzeichen, dass es eher fünf nach als fünf vor zwölf ist (beschleunigtes Abschmelzen der Pole, Hitzerekorde in Nordamerika. Kannada und Sibirien, Unwetter nicht bekannten Ausmasses usw.). Herr Laschet mit seiner CDU/CSU setzt auf ein weiter so. Wirtschaftswachstum (hauptsächlich auf Kosten des globalen Südens), Steuersenkungen für Unternehmen, Verzicht auf Vermögenssteuer und Steuererhöhung, usw. Das Thema Steuerflucht vermisse ich völlig. Damit ist die weitere Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich vorprogrammiert. Der Glauben an den technischen Fortschritt zur Beseitigung aller Probleme, ohne Verzicht üben zu müssen, steht im Vordergrund. Er spricht sich gegen ein Tempolimit aus, weil ja zukünftig alle Fahrzeuge elektrisch betrieben werden und somit kein CO2 anfällt. Von was träumt Laschet wohl nachts? Für seine potentielle Wählerschaft, wohl eher der ältere Teil der Bevölkerung (ich gehöre dazu), die gern am alten festhält und Angst vor Veränderungen hat, ist dieses Wahlprogramm gemacht. Die Jungen (bis 30 Jahre), die mehrheitlich erkennen, dass ein weiter so ihre Zukunft zerstört, haben schon, da sie nur ca. 13% der Wahlberechtigten stellen, kaum eine Chance das Drama aufzuhalten. Aber auch die meisten der über 60-jährigen (38 % der Wahlberechtigten) werden die Konsequenzen dieser Politik noch mittragen müssen. Es ist unverantwortlich den Bürgern einzureden dass, ohne drastische Einschnitte in unser Leben und Konsumverhalten, schon alles gut wird. Die Realität wird uns einholen und wir werden merken, dass die Kosten die auf uns zukommen und die Einschnitte die wir dann ertragen müssen, wesentlich heftiger sind als das, was eine vernünftige Politik von uns erfordert hätte (Glückwunsch für das passende Cartoon vom 7.Juli). Wir haben es in der Hand, ob die rückwärts gewandte, phantasielose, zerstörerische Politik weiter geführt wird, oder ob wir uns den Problemen stellen und entsprechend handeln.

  41. Peter Boettel sagt:

    Spätestens jetzt, wo Milliarden Euro dringend benötigt werden, um den Menschen in den Hochwassergebieten zu helfen und die zerstörte Infrastruktur wieder herzustellen, müssten die Alarmglocken bei den Verantwortlichen läuten. Denn die Corona-Pandemie scheint bei vielen Politikern, ob Drohnengrete oder Laschet u.a. keine Besinnung hinterlassen zu haben, ob das Geld für das Leben der Menschen oder deren Vernichtung zur Verfügung gestellt werden soll.

    Die Gelder, die für die Rüstung geplant waren, sollten schleunigst für die Hilfen in den Hochwassergebieten umgeleitet werden, womit auch den für den Wiederaufbau beauftragten Firmen geholfen würde.

    Zum anderen sollte der Klimawandel nicht nur, wie in den vergangenen Tagen, so etwa von Grinser-Laschet, plötzlich in den Mund genommen und dann wieder vergessen werden, sondern wirksam angegangen werden. Dazu gehören auch Tempolimits, Abkehr von der Herstellung von SUV’s, die Verhinderung der Versiegelung der Böden u.v.a.m.

  42. Torsten Warnecke sagt:

    Die Fähigkeit des bayerischen Ministerpräsidenten von Versäumnissen seiner CSU, wie auch der von ihm geführten Landesregierung abzulenken, ist Legende. Dieses Muster bewährt sich auch beim neuen Thema „Klimaruck-Söder“.
    Fakt ist, daß in Bayern eine Bruttostromerzeugung von gut 75 Terrawattstunden auf einen derzeit um mehr als 10 Terrawattstunden (twh) höheren Verbrauch stößt. – Und niemand bezweifelt, daß elektrische Energie zusätzlich für den Verkehr, die Industrie aber auch die Immobilien benötigt werden wird Auch um fossile Energieträger zu ersetzen.
    Hatte der Freistaat Bayern noch zwischen 2006 und 2014 gut 90 twh Strom produziert, damit eine ausgeglichene Bilanz vorzuweisen, ist dies CSU-politisch beendet worden. Wie macht MP Söder dies? Bruttogesamtstromproduktion runterfahren. Die absurde Folge, der relative Anteil an regenerativer elektrischer Energie nimmt zu. Das muß nicht die Produktionsmenge sein. So steigt der Anteil der Wasserkraft prozentual von alleine, gleichwohl dieser seit Jahren um die 10 twh verbleibt. Wie sichert CSU-Chef Söder jedoch die elektrische Energieversorgung des Freistaates? Nun offenbar zudem mit warmen Worten zum Ausstieg aus der Kohleverstromung. Da macht es nichts, wenn „Kohlestrom“ aus anderen Ländern Bayerns Energieversorgung sicherstellt. Denn in Bayern spielt Kohlestrom mit gut 3 Prozent keine überragende Rolle. Da sind die Atomkraftwerke, die noch bis Ende 2022 laufen werden, deutlich gewichtiger. Die produzieren noch gut 22,5 twh oder fast 30 Prozent der Gesamtstrommenge. Wie sollen die ersetzt werden? Durch die umstrittene Suedlink-Trasse, die mit 2 GW-Kapazität im Jahr rund 23 twh Strom liefern wird können. Und zwar beständig, grundlastfähig. Denn Nordlink lieferte anstelle von eventuell ausfallendem norddeutschen Windstrom dann elektrische Energie aus norwegischer Wasserkraft. Und dafür minimiert der bayerische Windmacher eben jene Energie „Windkraft“ mit seiner 10H-Abstandsregel. Somit wird der Eigenstromanteil Bayerns weiter sinken, allerdings der relative Anteil aus regenerativen Quellen steigen. Und die steigende fehlende elektrische Energiemenge kommt aus der Fremde, gar dem Ausland – auch aus Kohle- und Atomkraftwerken. Das zeugt nicht von einer Politik, die die Probleme anzupacken gedenkt. Aber dies hat Tradition. Und im übrigen tröstet sich der CSU-Ministerpräsident vermutlich mit der Erkenntnis, daß die elektrische Energie bei den Verbrauchenden gemeinhin sicher aus der Steckdose kommt. So, so.

  43. Otto Gebhardt sagt:

    Da hat der Politprofi Markus Söder schnellstens seine CSU-ParteistrategInnen und Politik-BeraterInnen zusammengetrommelt: „Hey Leute, wir müssen dringend etwas zum Thema ‚Klimaschutz‘ raushauen! Die Inhalte können wir von den WissenschaftlerInnen, Umwelt-/Naturschutz-Organisationen/-Verbänden/-BürgerInneninitiativen und unserer politischen Konkurrenz übernehmen! Nachdem das alles seit Jahren öffentlich bekannt ist, wird es auch keine Plagiats-Vorwürfe geben! Und wir können uns schon mal Erklärungen zurechtlegen, weshalb wir das alles nach der Wahl im September nicht umsetzen können. Diese Erklärungen haben wir dann auch exklusiv für uns!“

  44. hans sagt:

    zu @ Torsten Warnecke
    Sie begründen in ihrem Beitrag eigentlich richtig und exakt warum der AKW Ausstieg zum Ende nächsten Jahres wahrscheinlich in Frage stehen wird. Die AKW die 30% des Stroms erzeugen in einem Bundesland das eh viel zu wenig selbst erzeugt sollen durch Südlink ersetzt werden. Aber Südlink ist bis Ende 2022 gar nicht fertig. Stellt sich die Frage wie es möglich sein soll dann die letzten AKW abzuschalten. Ich denke das ist Absicht um das einfach nicht zu können. Es bleibt spannend.

  45. Heinz-A. Hetschold sagt:

    Welch einfältige Zuweisung! „Isoliertes Versagen“ gibt es nicht. Das gibt es nur gegenüber anderen Personen, oder gegenüber Anforderungen, die aus der gesellschaftlich organisierten Existenz der Anderen abzuleitenden und umazusetzen sind, unabhängig von Systemfragen.
    So wird das „Gegenüber“ ebenso in die Pflicht genommen, wie derjenige der als „gewählter Vertreter“ seinen „Wählern“ Rechenschaft ablegen muss.
    Dies vorausgeschickt, ist es damit nicht getan -wenn auch so schön einfach und bequem – die Schuldigen an den Missständen oder Katastrophen in der Gruppe der Politiker auszumachen. Dieses Fragmentieren hilft keinem, schon gar nicht zur Auflösung komplexer Zusammenhänge, dient nur zur Rechtfertigung eigener Belanglosigkeit.
    Die „NGO“s haben das schon vor vielen Jahren erkannt und helfen dem „Wahlvolk“ mehr oder weniger auf die Sprünge. Sie werden immer mehr gehört und wertgeschätzt. Hören wir (die Wähler) auf sie, dann hören die gewählten Politiker auch über die Wahlperioden hinaus uns zu.
    Dann könnte es besseren und faireren Gesellschaftsdisput wahrscheinlicher machen.

  46. Tahsin Albayrak sagt:

    Das deutsche Volk ist ein Volk, das die Gräuel des Faschismus, die Teilung Deutschlands sowie tief einschneidende Wirtschaftskrisen durchlebt hat. Und ich habe vollstes Vertrauen, dass wir die Wunden der gegenwärtigen Naturkatastrophe, mit der wir konfrontiert sind, so gut und so schnell wie möglich verschließen werden.
    Als jemand, der seit etwa 45 Jahren mit euch lebt, als jemand, der sich in politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bereichen für die Stadt und das Land, in der und in dem ich lebe, eingesetzt hat, als ein Teil von euch, ist der Schmerz, der durch den Verlust unserer MitbürgerInnen aufgrund der Naturkatastrophe entstanden ist, auch mein Schmerz. Den hinterbliebenen Ehepartnern, Kindern und Angehörigen spreche ich mein Beileid aus und teile ihnen mit, dass sie fest in meinen Gedanken sind.
    Deutschland ist ein starker Staat und das deutsche Volk ist im Besitz eines großen Solidaritätsgefühls. Und ich glaube fest daran, dass die Menschen, die bei dieser Naturkatastrophe ihre Angehörigen verloren haben, deren Häuser oder Wohnungen zerstört wurden, die keinen Arbeitsplatz mehr haben, an den sie zurückkehren können, in wirtschaftlicher, sozialer und menschlicher Hinsicht von eben diesen Hilfe erfahren werden.
    Ich wünsche mir, dass diese Naturkatastrophe eine Lehre für alle Staaten ist. Denn mit der Natur ist nicht zu spaßen! Und ich denke, dass die Zeit gekommen ist, in der jeder Mensch verstehen muss, dass der Verrat an der Natur mit einem zu zahlenden Preis daherkommt.
    Im Türkischen gibt es ein Sprichwort: „Die Schlange, die mich nicht beißt, soll 1000 Jahre leben.“ Dieser Spruch ist durch und durch falsch.
    Denn die Schlange, die dich heute nicht beißt, kann dich dennoch in der Zukunft anfallen und beißen.
    Daher müssen wir von dieser Katastrophe lernend nicht nur mit der Zerstörung der Natur aufhören, sondern auch größere Finanzmittel zum bestmöglichen Schutz der Natur, die nun einmal die Grundlage für menschliches Leben ist, bereitstellen. Hätten wir bisher schon für den Schutz der Natur und für die Verringerung von Risiken, die von ihr ausgehen können, einen Etat in Höhe des Verteidigungshaushalts eingeplant, so wäre uns diese Katastrophe oder aber ihr Ausmaß vielleicht erspart geblieben.
    Noch einmal drücke ich meinen Schmerz aus, den ich mit Menschen, die ihre Angehörigen verloren haben, sowie meinen MitbürgerInnen teile; in der Hoffnung, dass das geteilte Leid den Schmerz lindert.

  47. Rainer Prosik sagt:

    Ob heftige Regenfaelle fuer Menschen gefaehrlich werden, haengt von vielen Faktoren ab: Lage der Bebauung in gefaehrdeten Niederungen, Flussbegradigung, fehlende Ueberschwemmungsflaechen, Bodenversiegelung und Drainage. Wasser, das nicht versickern kann, fehlt dem Grundwasser, fuehrt zu trockeneren Boeden, beguenstigt Bodenerosion und schwillt zur oberirdischen Flut, die sich in eng bebauten Strassen und Taelern zu reissenden Stroemen formiert.
    Die aktuelle Flutkatastrophe zeigt ueberdeutlich, was es fuer ein Irrsinn ist, unsere Waldboeden mit zehntausenden, riesigen Betonfundamenten zu zerstoeren und Millionen von Baeumen abzuholzen fuer unnuetze, teure und dazu noch toedliche Windindustrieanlagen. Um uns vor Ueberschwemmungen zu schuetzen, duerfen wir wertvolle Waldboeden nicht versiegeln. Durch ueber Zigtausend Windkraftanlagen und deren Zuwegungen sind hochverdichtete Boeden entstanden, die kein Wasser mehr aufnehmen.
    Der dadurch entstehende Boden-und Flaechenfrass wirkt sich katastrophal aus. Die angerichtenden Schaeden durch Versiegelung sind irrversibel.
    Nur wenn wir unsere Wiesen, Waelder und Naturraeume intakt und unversehrt halten, koennen die Boeden auch grosse Wassermengen aufnehmen, zwischenspeichern und zeitverzoegert abgeben. Sollte es wirklich so sein, dass das aktuelle Wetterphaenomen mit dem Klimawandel zu tun hat, dann hat offenbar der weltweit groesste Zubau in Deutschland an Windkraftanlagen und Photovoltaik nichts bewirkt.
    Wir sollten vor allem nachdenken und nicht allzu schnell einfache Loesungen in ueberbordenden Gesetzeswerken zum Klimawandel suchen, die groesstenteils unwirksam sind. Wenn wir die Boeden weiter massiv versiegeln, ist die naechste Flutkatastrophe nur eine Frage der Zeit.
    Dann ist bestimmt nicht der Klimawandel schuld.

  48. Hans Schinke sagt:

    Tief sitzt der Schock über die Hochwasserkatastrophen. Ebenso groß ist das Mitleid mit den Überlebenden, die jetzt traumatisiert vor den Trümmern ihrer Existenz stehen und nicht wissen, wie es weiter geht. Tief sitzt allerdings auch die Kränkung des Menschen, der sich bislang für die Krönung der Schöpfung hielt, die Natur gedankenlos nutzte, nicht selten übernutzte, sie oft rücksichtslos ausbeutete und sich an ihr wie an einer Lagerstätte bediente, die ihm wie selbstverständlich zur freien Verfügung steht. Laut NABU werden in Deutschland täglich 56 Hektar Boden – macht im Jahr 204,4 Mio. Quadratmeter oder 30.000 Fußballfelder – der Natur entzogen und verschwinden unter Asphalt, Beton oder Pflastersteinen. Ein artenreicher Lebensraum wird so begraben. Gebaut wird zudem bedenkenlos in engen Flussläufen und in hochwassergefährdeten Gebieten. Das Selbstbild vom „master of the universe“ ist jetzt ernsthaft beschädigt. Die Fridays for Future Generation hat doch recht: Mit der Natur kann man nicht verhandeln. Wenn es ihr zuviel wird, schlägt sie zurück und holt sich, was man ihr genommen hat. Da man die Natur aber nicht ändern kann, bleibt nichts anderes übrig: Wir Menschen müssen uns ändern, unser Verhalten, unsere Art zu leben und unseren Umgang mit der Natur. Das ist langfristig der beste vorbeugende Katastrophenschutz, den es gibt.

  49. Wolfgang Christien sagt:

    Die kritische Haltung der FR zum privaten Wett“lauf“ von Milliardären begrüße ich nachdrücklich. Mit dem Titel „Abgehobener Kommerz“ überschreiten Sie darüber hinaus den moralischen Grundton, der dieser Tage vielfach zu hören ist: Die Superreichen sollten ihr vieles Geld für Sinnvolleres ausgeben als sich im Weltraum untereinander Konkurrenz zu machen. Mt dem Begriff „Kommerz“ deuten Sie nämlich an, worum es hinter der spektakulären Oberfläche wirklich geht, es ist die unglaubliche Anhäufung von Kapital und die ihm innewohnende Konkurrenz untereinander.
    Der überbordende Reichtum kommt ja nicht durch Intelligenz und Fleiß eines Einzelnen zusammen. Er ist nämlich das Resultat der Leistungen zahlloser Anderer, die viel arbeiten und wenig verdienen. Diese stehen untereinander in Konkurrenz um ihre Arbeitsplätze, während Millionäre und Milliardäre unter sich um den größtmöglichen Profit konkurrieren.
    Bevor man diese reichen Weltraumreisenden bejubelt, sollte man an die Milliarden Arme denken, deren Arbeit und Not das Abheben der Bezos & Co. ewrste ermöglichen.

  50. hans sagt:

    zu @ Rainer Prosik
    Vor 2 Jahren hätte ich ihren Beitrag zu PV und Windräder noch für Ironie gehalten aber seit es Menschen gibt die meinen sich als Querdenker treffend zu bezeichnen kann man so etwas ja nicht mehr so einfach sagen. Nach meiner Meinung ist das völlig frei sein von Wissen eine wichtige Voraussetzung um zu dieser Gruppe zu gehören. Auf ihre angeblichen Argumente zum Thema Windräder möchte ich im Einzeln gar nicht eingehen. Ich stelle hier zwei Link ein . Einmal was der BUND zu dem sagt was sie meinen thematisieren zu sollen und was beim Thema Windräder heute möglich wäre. Ich gehen nicht davon aus das sie das lesen. Fakten können wohl nur stören.

    https://www.bund-nrw.de/fileadmin/nrw/dokumente/Energie_und_Klima/2015_12_BUND_Faktencheck_Windenergie.pdf

    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=331639&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1166249

    Um beim Thema PV den Flächenverbrauch zu kritisieren muss man wohl davon ausgehen das alle Dächer potentiell begrünt werden können.
    Übrigens Strom kommt nicht nur aus der Steckdose. Er muss da auch irgendwie rein.

  51. Jürgen Malyssek sagt:

    Die Weltraumspielereien von den Bezos und Bransons sind schlicht und einfach indiskutabel. Meine Zustimmung für die Worte von Wolfgang Christien!

  52. Peter Boettel sagt:

    @ Wolfgang Christien:

    Ich kann Ihren Kommentar nur voll und ganz unterstützen.

    Ausgerechnet Bezos, der als Amazon-Boss seine Beschäftigten ausnimmt, keine oder zumindest kaum Steuern zahlt, Läden vernichten lässt etc., nutzt die dadurch gezogenen Profite, um sich dann für einen völlig unnützen, die Umwelt zerstörenden Weltraumtrip bejubeln zu lassen.

    Dies ist doch völlig pervers.

    In der Sendung „Nachtcafé“ vom 23.07.2021
    https://www.ardmediathek.de/video/nachtcafe/die-natur-schlaegt-zurueck-weckruf-oder-weiter-so/swr-fernsehen/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE1MDE4MDk/ wurde deutlich erklärt, wie seit vielen Jahren die Klimaproblematik vernachlässigt wurde.

    Bereits vor nahezu 50 Jahren hat der frühere Bundestagsabgeordnete Herbert Gruhl in seinem Buch „Der Planet wird geplündert“ auf die Problematik und Folgen ungebremsten Wachstums aufmerksam gemacht und wurde dafür ausgelacht.

  53. Jürgen Winter sagt:

    Dem Leserbrief von Rainer Prosik muss man entnehmen, dass er von Photovoltaik und Windkraft nichts hält. Er schreibt aber auch, wir sollten „ vor allem nachdenken“. Den weiteren Text muss man nicht kommentieren, es sei denn man hat nicht nachgedacht. Wie Herr Herl heute in der FR schreibt, „Denken ist wichtig“. Dass die Ergebnisse dieses Tuns unterschiedlich sind liegt in der Natur der Sache. Beispiel : Herr Laschet, ein in diesem Zusammenhang bekannter Täter, der sich zu Zeiten der Kontroverse im Hambacher Forst hervorgetan hat als Kämpfer gegen die „Terroristen auf den Bäumen“, die aus Klimaschutzgründen die Bäume retten und vor allem die Braunkohle darunter sichern wollten. Ich sehe ihn vor mir, er schäumte ! Dieser Herr will also die Klimakrise bekämpfen durch Innovationen und finanziell durch Wirtschaftswachstum. Dieser Mann hat nichts begriffen, denn es ist eben dieses Wachstum, dass es zu bekämpfen gilt. Dieses Wachstum, erzeugt durch fossilen Brennstoff, ist die Grundlage der heutigen Misere auf dem Gebiet Klima, Umwelt und vieler anderer Probleme weltweit. Je mehr Wachstum desto mehr Probleme. Auf diesem Auge ist die Union blind, die SPD leider auch, von der FDP ganz zu schweigen. Was mit den Grünen wird muss man abwarten, aber auch da sieht es mau aus. Wenige nur scheinen zu begreifen, dass es unser Lebenswandel insgesamt ist, der die herrschenden Zustände bewirkt. Man muss kein Prophet sein, um dies zu erkennen. Wir brauchen Denkprozesse statt Katastrophenschutz.
    Jeder, der an einem Fließgewässer wohnt, sei es noch so klein, muss mit einer Katastrophe rechnen, jeder. Es kann überall stattfinden und der beste Klimaschutz wird daran nichts mehr ändern. Wenn also dann kurz vorher die Sirene heult, kann er noch sich selbst retten, sonst eher nichts.
    Das gleiche gilt übrigens auch im umgekehrten Fall, kein Wasser aber Dürre und Hitze, dafür bedarf es aber keiner Sirene. Es ist nur eine andere Facette des gleichen Problems.
    Denken, Leute, nachdenken !

  54. Manfred Bonson sagt:

    @ Hartwig Cordts

    Immer wieder freue ich mich über die kritischen Leserbriefe im FR-Forum. Sie sind eine wichtige Ergänzung zum guten redaktionellen Teil. Hartwig Cordts hat völlig recht, wenn er die häufige Verwendung des Begriffs „Versagen“ aufspießt. „Versagen“ unterstellt einen guten Willen, einen ehrlichen Versuch, ein Problem zu lösen. Das können wir aber leider nicht unbedingt bei allen Politikern voraussetzen.
    Ein nicht zufällig ähnlich klingender Begriff stößt mir seit langem auf: „Verzicht“. In keiner anderen Sprache, die ich kenne, wird die entsprechende Vokabel verwendet, wenn es darum geht, das Verhalten angesichts der Umwelt- und Klimazerstörung zu ändern. Wenn man bei uns zum Beispiel so gerne sagt: „Wir sollten aufs Auto öfter verzichten“, würde man in England nicht etwa sagen „We have to renounce the frequent use of the car“ o.ä., sondern z B. „We should not use the car as often“. Das gibt schlicht und einfach den Sachverhalt wider. Im pathetischen „Verzicht“ schwingt immer eine Vorstellung von „Opfer“ mit. Als wäre ein umweltgerechterer Lebensstil ein großes Opfer. Verwenden wir weiter inflationär den Begriff „Verzicht“ mit seinem religiösen Beigeschmack, können wir nicht auf viel Erfolg bei der Masse der Menschen hoffen. Sie möchten keine unzumutbaren Lasten. Stattdessen schlicht und einfach sagen, dass weniger Auto fahren, weniger Fleisch essen, weniger Kohle verstromen in Wirklichkeit ein „mehr“ ist, ein Gewinn an Lebensqualität. Verzichten wir also auf den negativ konnotierten Begriff „Verzicht“. Denn damit machen wir es uns unnötig schwer, die Menschen zu überzeugen, und liefern der Gegenpropaganda gratis Munition.

  55. @ all
    Zum Wettlauf der Milliardäre. Für so etwas ist Disney zuständig, mit der Duck Familie. Die beiden, Bezos und Branson sind Mitglieder im Milliardärsclub und haben nun eine Stunde im All vorgelegt. Dagobert wird nun zeigen, dass man das auch umsonst haben kann und eine entsprechende Wette abschließen. Wer den Part des Dagobert einnehmen wird ? Denkbar wäre Mr. Trump oder eine ähnliche Kaliber. Merken die eigentlich noch was ?

  56. Sehr gut heute Bascha Mikas Interview mit Michael Müller/Naturfreunde Deutschland. Endlich einmal jemand, der die Fakten kennt und nicht um den Brei herumredet und auch seine Partei nicht schont (SPD). Und auch endlich mal die unsägliche Frau Merkel da einordnet, wo sie hingehört, bei den Versagern. Das heißt, der Ausdruck ist falsch, wie ich vor kurzem hier im blog gelesen habe, sie hat aktiv den Zustand herbeigeführt in dem sie alles wesentliche verhinderte.
    Herr Müller nun sagt deutlich , was Sache ist. Die Zustände werden selbst dann noch erheblich schlechter, wenn wir sofort aufhören CO2 in die Atmosphäre zu blasen. Das werden wir aber nicht tun, schon gar nicht weltweit, ja nicht einmal in der EU, also was soll all das Gerede über ein 1,5 Grad Ziel, wenn es 3 Grad werden hat die Menschheit Glück gehabt und muss ab sofort harte Maßnahmen ergreifen. Werden sie aber nicht tun und ergo ist das mit den 3 Grad auch nur eine Illusion. Wo werden wir enden ?

  57. Peter Boettel sagt:

    @ Jürgen H.Winter:

    Ich fand das Interview mit Michael Müller auch sehr gut. Er hat schon in den siebziger Jahren als Mitglied des Juso-Bundesvorstandes klare Positionen in der Wirtschaftspolitik bezogen.

    Bezüglich der aktuellen Ereignisse kann ich auf seine Kolumne https://www.klimareporter.de/deutschland/das-versagen-beim-hochwasserschutz verweisen, das sehr lesenswert ist wie auch die Position des Meteorologen Jens Plöger in der von mir oben erwähnten Nachtcafé-Sendung.

    Da ich ursprünglich aus der Eifel komme und die vom Hochwasser betroffenen Orte kenne, merke ich besonders, dass Klimawandel und politische Fehler und Versäumnisse uns alle treffen können.

  58. Robert Maxeiner sagt:

    Das Interview mit Herrn Grieshammer bringt noch einmal deutlich auf den Punkt, wie unzureichend die Regierungspolitik, vor allem von CDU/CSU im Hinblick auf zukünftige Klimakatastrophen aussieht. An erster Stelle der Kanzlerkandidat der CDU, Armin Laschet, scheint weder das Ausmass der Krise, noch eine der zentralen Ursachen, nämlich ein neoliberales Wirtschaftssystem, welches gnadenlos Ressourcen ausbeutet und im Sinne eines immer größeren Profits somit verschwendet, verstanden zu haben.
    Damit macht er nicht nur eine unsachgemässe Politik, sondern diese zeichnet sich dadurch aus, dass sie Realitäten leugnet. (Ein immer wieder angewendeter Trick der Neoliberalen besteht darin, das eigene Handeln stereotyp als das von der Vernunft geprägte zu bezeichnen.) Dies führt folgerichtig zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft:
    CDU-Wähler erscheinen gemässigt, indem sie sich des Kleinredens und der Realitätsverweigung Laschets anschließen, während Menschen, die eine Klimapolitik, die diesen Namen verdient, fordern, als radikal, wenn nicht gar extremistisch angesehen werden oder aus taktischen Gründen so eingeordnet werden sollen. Diese Gemengelage nutzen extremistische Parteien wie die AfD, oder wenn nicht diese selbst, so Teile von deren Anhängern, um Hass und Hetze zu säen. Eine so gespaltene Gesellschaft führt zu weiterer Radikalisierung und schreit in der Folge nach größerer Polizeipräsenz. Je mehr die Polizeigewalt zunimmt, auch staatlich legitimierte, um so mehr radikalisiert sich die Polizei selber, erfahrungsgemäss nach rechts. Man rufe sich nur Demonstrationen der jüngeren Vergangenheit gegen Wirtschaftsgipfel ins Gedächtnis. Man kann auch zu dem Schluß kommen, die Polizei wird missbraucht, um ein Wirtschaftssystem zu schützen, das in wesentlichen Teilen die Klimakrise mit verursacht hat. Nachher ist die Verwunderung dann groß, und die geschundene Demokratie muss von namentlicher Seite wieder verbal aufgeblasen werden, indem ihre Wehrhaftigkeit betont wird. Gemeint ist die Radikalisierung der Ordnungskräfte. Ein Weiter-So wird das Gegenteil von dem bewirken, was es vorgibt, das Klima wie das soziale Gefüge betreffend, nämlich eine Zunahme des Extremen.

  59. hans sagt:

    Ich weiß das ich der Einzige hier im Blog bin der die Meinung vertritt. Gestern habe ich aber Verstärkung bekommen. Der VW Vorstandsvorsitzende Diess war bei Markus Lanz zu Gast und sagte einiges dem ich nur zustimmen kann. Er sagte das Mobilität und da besonders PKW und LKW elektrisch sein muss in Zukunft. LKW deshalb weil wohl niemand eine zweite Infrastruktur für Wasserstoff aufbauen wird. Außerdem wird das fahren mit E-Autos schon die nächsten Jahre billiger als mit Verbrennern sein wird. Außerdem nannte er noch ein paar Zahlen in dem er Schweden mit D. verglichen. Das Land hat einen vergleichbaren Lebensstandart wie D. auch was Flüge oder Ernährung betrifft. Sie stellen derzeit schneller auf E- Autos um als wir und das wahrscheinlich auch weil dort der CO 2 Preis bei 110 Euro die Tonne liegt. D. hat dabei einen CO 2 Verbrauch pro Person von 10 Tonnen, Schweden einen von 4 Tonnen pro Person. Wenn da die Mobilität auf Elektrisch umgestellt ist wird sie noch deutlich kleiner sein. Schweden wird dann nicht mehr weit von den 2 Tonnen die als Ziel ja vorgegeben sind weg sein und das Ganze ohne Einschränkungen und Verzicht bei hohem Lebensstandard.
    Leute die das sich weigern das zur Kenntnis zu nehmen betreiben das Spiel der Energiewendegegner. Mit freiwilligem Verzicht wird kein Land die Zahlen von Schweden erreichen. Schweden wird übrigens Rot/Grün regiert und die EE haben bei der Stromerzeugung einen Anteil zwischen 70 und 80%.
    Das ging alles hier auch.

  60. @ Peter Boettel ,
    vielen Dank für Rückmeldung. Habe den eingestellten Link gelesen. Der Mann weiß, wovon er spricht, nur, es hört keiner zu. Zu Sven Plöger kann ich auch sein Buch „Zieht euch warm an, es wird heiss“ empfehlen.
    Im übrigen wird es wohl weitergehen wie bisher. Absichtserklärungen wann wir wie gut sein werden, aber wie es gehen soll wird keiner sagen. Könnte ja Wählerstimmen kosten. Was denken sich diese Leute eigentlich ?

  61. @ Hans,
    Hallo Hans, zur Richtigstellung. Ich habe nichts gegen e-Autos, aber ich habe sehr viel gegen Strom aus Braunkohle.
    Was soll Herr Diess denn sagen ? Er will doch e-Autos verkaufen, der Strom kommt eben aus der Steckdose. Wie das alles gehen soll ? Keine Ahnung, Kupfer ist schon wieder 2o%teurer geworden und die Mengen, die da weltweit gebraucht werden, wenn alle mit Strom fahren sollen, und das in wenigen Jahren ?? Heizen sollen wir ja dann auch alle mit Wärmepumpen, die ja auch Strom brauchen. Selbst wenn wir vor 30 Jahren anfangen hätten wären wir jetzt noch nicht durch. Haben wir aber nicht. Und wenn ich mir die Truppe ansehe, die es richten soll, mit Laschet an der Spitze, der die Problematik ganz offensichtlich nicht begriffen hat, das kann nicht gut gehen. Wenn es noch irgendeinen Sinn haben soll, dann müssen wir schnellstens das ganze wirtschaftliche Tun komplett runterfahren auf so wenig wie möglich, und das weltweit ! Wie wahrscheinlich das ist kann sich wohl jeder vorstellen. Was soll denn noch passieren ? Affenheiß überall außer bei uns (welch ein Glück) brennen tut es auch schon, Hier und da Überschwemmung, einschließlich der Wüste Irgendwann wird es so unerträglich werden, dass die Erdgemeinschaft wohl doch so weit kommt, Maßnahmen zu ergreifen, aber bis es so weit kommt werden wir die Apokalypse erleben.

  62. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Die Frage die sie aufwerfen wurde Herrn Diess auch gestellt. Er sagte sinngemäß das es richtig ist das D. derzeit zu wenig EE hat aber das es auch in der EU einige Länder gibt bei denen mit 70- 90 % EE im Strommix auch jetzt schon E Autos wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll machen. Ihre Zweifel ob D. den Anschluss verlieren wird habe ich auch.

  63. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Noch mal zu ihrer Aussage “ Was soll der Vorstandsvorsitzende von VW anders sagen“ Ich möchte nur daran erinnern das VW noch vor 2 Jahren von Diesel und Schummelsoftware geredet hat. Inzwischen will sich der Konzern an die Spitze der E Mobilität stellen. Kann der Unterschied größer sein? Ob sie es schaffen sich gegen China zu behaupten ist denke ich eine offene Frage aber mit Diesel wäre sie jetzt schon entschieden.

  64. Nein, ich werde nicht aufgeben, auch wenn es niemand mehr hören will. Der Beitrag heute in der FR, Interview mit Eckart von Hirschhausen, alles toll, wir müssen endlich etwas tun, sonst geht alles den Bach runter (sinngemäß). Ja, das ist jetzt hinlänglich bekannt ! Aber was soll geschehen ? Kein Wort dazu.
    Auf Seite 14, kleiner Artikel. „Leere Flieger im Winter“- Die EU möchte, dass die Fluggesellschaften im Winter mindestens 50% ihrer Spots bedienen, sonst verlieren sie die im Sommer, wo sie sie brauchen. Wie das mit dem Green Deal von Frau v.d.Leyen zusammenpasst möchte ich gern wissen. Nutzlose, subventionierte Fliegerei. Merke, jeder Flieger, der nicht fliegt, is klimatechnisch ein guter Flieger.
    Herr v. Hirschhausen hätte sagen können : Wir brauchen echte Kosten für das was wir tun. Bei der Fliegerei keine Subventionen mehr und Berechnung der vollen CO2 Kosten, d.h. mindestens 200 Euro pro Tonne. Das sollte die Billigfliegerei unmöglich machen. So lange wir nicht CO 2 frei fliegen können sollten wir es lassen. Das gleiche gilt für den Straßenverkehr. Auf jeden Liter Benzin/Diesel die vollen 200 Euro CO2 Abgabe, das gilt übrigens auch für die E-Autos,die ja zu über 5o% mit Kohlestrom fahren und anteilig auch die Batterie berücksichtigt werden muss. — Auf die Gefahr hin, dass sie mich zum Idioten erklären, unter dem wird es nicht gehen und das ist nur der Anfang, für alle anderen Industrien gilt das gleiche. Wenn wir es nicht tun können wir das Gejammer über Klimaschäden gleich einstellen, wegen Sinnlosigkeit.Über die Wichtigkeit dieser Maßnahmen muss wohl kaum diskutiert werden. Zu sagen, das geht doch so nicht zeigt doch nur, dass man das Problem nicht verstanden hat, was übrigens für alle Kanzlerkandidaten einschließlich Parteien auch gilt.
    Es gilt zu bedenken, dass selbst wenn man diese Vorschläge befolgt, es noch mindesten 10 Jahr weiter wärmer werden wird, bis endlich irgendwann in der Zukunft eine Balance zwischen CO2 Gehalt und Erwärmung angetreten sein wird. Wenn man es nicht befolgt geht der Prozess der Erwärmung zunehmend schneller, mit allen Folgen und Katastrophen. Was ist schlechter ? Es ist das Spiel mit Pest und Cholera. Darüber müssen wir uns doch endlich mal klar werden und dabei wird uns das hilflose Gestammel der Politik nicht nur hier sondern weltweit nicht helfen. Und die Lügen über das 1,5 Grad Ziel können wir auch einstellen. Merke : Es sind 10Grad in der Arktis, gemessen auf der Polarstern.
    So, das musste ich einmal los werden.

  65. Hallo Bronski, wo ist mein Beitrag ??

  66. Hallo Bronski,
    ja, da ist er, vielen Dank, bei mir war er nach Knopfdruck einfach weg. Übrigens muss es bei der Fliegerei natürlich „Slots“ heißen, nicht Spots.Später dann eingetreten, nicht angetreten.
    Das war’s.

  67. Dieter Murmann sagt:

    Nach der Unwetterkatastrophe wissen wieder einmal alle Politiker und Parteien, die schon jahrelang in der Verantwortung stehen, dass wir „noch mehr“ für den Klimaschutz tun müssen. Laut Herrn Laschet wurde ja schon, speziell in NRW, viel getan. Aber jetzt müssen wir halt noch mehr tun. Den Vogel in der verlogenen Diskussion schiesst die Präsidentin des CDU-nahen Wirtschaftsrats, Astrid Hamker ab. Sie verlangt, dass die Politik den raschen Wiederaufbau der Infrastruktur sicherstellen müsse. „Es gilt auch bürokratische Hemmnisse zu beseitigen, sodass wir künftig schnell und flexibel auf Katastrophen reagieren können.“

    Dieser Satz zeigt genau die Denkweise dieses Verbands auf, von dem wir erst seit kurzem wissen, dass er nicht Teil der CDU und Regierung ist, sondern ein CDU-naher Lobbyverband (mit privilegiertem Zugang zur Spitze der CDU). Diesen Leuten (übrigens; Friedrich Merz ist Vizepräsident) geht es nicht darum alles zu tun den Klimawandel zu stoppen. Sie wollen die Gelegenheit nutzen, um noch schneller und „unbürokratischer“ ihre, der Wachstumsideologie entsprungenen Profitinteressen, zu realisieren. Genau diese, nur auf wirtschaftliche Interessen abgestellte Einstellung, die speziell in CDU/CSU und FDP beheimatet ist, hat dazu geführt, dass der Klimaschutz vernachlässigt wurde. Dass solche Katastrophen kommen war schon lange bekannt. Aber der Wirtschaftsrat sieht wahrscheinlich auch die „positive“ Seite. Durch den Wiederaufbau steigt unser BIP (Bruttoinlandsprodukt), und jede Wette, viele Mitglieder des Wirtschaftsrats werden gut daran verdienen.

  68. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Jürgen H. Winter

    Eckart von Hirschhausen muss uns nicht weiter erzählen, was zu tun ist. Eigentlich ist die Lage doch klar. So lange wir weiter von Wachstum und gar von grünem Wachstum reden, wird das eh nichts mit der Verhinderung der Klimakatastrophe. Mit dem existierenden Wirtschaftssystem und der damit verbundenen Mobilität, der nicht endenwollenden Autoproduktion, einer unbeschreiblichen Verkehrsdichte, des unaufhaltsamen Energieverbrauchs (auch durch die Digitalisierung). Die Radikalität der notwendigen Veränderungen macht die Gesellschaft sowieso nicht mit. Wir müssen uns da nichts vormachen.
    Während wir uns mit Dingen wie Identitätspolitik, Genderdebatte oder Schwarzfahren herumschlagen, nehmen die Dinge ihren Lauf, ohne Rücksicht auf unsere Wohlfühlansprüche und unsere Endlos- Empfindsamkeiten.

  69. hans sagt:

    Heute in der FR ist ein Gespräch mit Dirk Messner vom Umweltbundesamt, vor ein paar Wochen ein Gespräch mit Claudia Kemfert, detaillierte Pläne von unter anderem Agora und Fraunhofer die alle das gleiche sagen. Sie sagen was passiert wenn wir nichts machen und das wird ohne Pause zitiert. Sie sagen aber auch was gemacht werden müsste und das liest offensichtlich keiner. Ich zitiere mal Herr Messner: Die meisten Berechnungen gehen davon aus das wir zwei bis drei Prozent des Bruttosozialprodukt in den Klimaschutz investieren müssten. Während der Wiedervereinigung wurden deutlich höhere Anteile des deutschen Bruttosozialprodukts für die neuen Bundesländer investiert. Es war ein Kraftakt aber ruiniert hat es uns nicht.
    Wenn das derzeit nicht passiert hat das auch mit den Untergangspropheten zu tun die die Realität die die Wissenschaft predigt nicht zur Kenntnis nehmen wollen weil sie sich offensichtlich wohl dabei fühlen den Menschen Angst zu machen und den Untergang damit herbei reden. Dabei steht langfristig das Gegengeil an. Durch die Energiewende werden jedes Jahr hunderte von Milliarden Euro die derzeit für fossile Brennstoffe ausgegeben werden gespart die dann neu verteilt werden können.

  70. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Ihr Wort in Gottes Ohr!

  71. Hallo Hans,
    sie müssen schon genau lesen, der Artikel heute: alles nur Absichtserklärungen und Dinge, die passieren müssten „müssen wir beschleunigt ambitionierte Ziele umsetzen“ er sagt auch wo, aber nicht wie und wann. Den Ausbau der erneuerbaren Energien drastisch forcieren. Ja richtig, aber warum passiert nicht nur nichts sondern das Gegenteil?? Den Verkehrsbereich elektrifizieren, na klar, aber ja wohl nur mit grünem Strom, oder ? Der ist aber nicht da und wird immer noch mit allen Regeln der Kunst verhindert. Die Zahl der Autos reduzieren, Na klar, aber wie ?? Verbieten oder was ? Dann der Klimataugliche Umbau der Gebäude, aber wie ??
    Getoppt wird das Ganze dann, ich zitiere:
    „Mindestens ebenso wichtig ist es jedoch, Lösungen zu finden, die zugleich auch die Lebensqualität der Menschen verbessern. Wir überzeugen nur, wenn klar ist, dass vor allen Dingen die Menschen geschützt und ihre Lebensqualität steigen werden. Durch grüne, lebenswerte Städte, Reduzierung von Umweltrisiken, Stabilisierung der Schönheiten unserer Natur.“ Zitat Ende
    Die gegenwärtige Regierung tut alles gegen Klima und Umwelt, was in ihrer Macht steht. Die Katastrophe im Westen nimmt man dabei in kauf. Die Hitze, die zur Zeit im Süden von uns wabert ist nicht weit entfernt und nur ein günstiges Geschick hat uns bis jetzt davor bewahrt, auch vor den Feuern. Haben sie eigentlich keine Fantasie ? Natürlich hätte man schon vor 4o Jahren mit vernünftigen Massnahmen anfangen können und müssen, hat. aber nicht, und seit 2017 steht man voll auf der Bremse und alles nur um die Scheiss fossile Energie zu fördern. Das ist nicht nur Kapitalismus, dass ist schon … mir fehlen die Worte. Und so etwas verteidigen, sie. Geht`s noch ?? So in etwa hätte sich Herr Messner äussern müssen, das hätte ihn zwar den Job gekostet, aber dann hätte er etwas deutlich gemacht. So ist das ganze doch nur hinhaltend, im Sinne von, Still Bürger, es wird alles gut, bis zur Wahl muss alles unter den Teppich. Und der Bürger schläft weiter. Es ist eben nicht so, dass die jetzt erforderlichen Maßnahmen für ein paar Taler zu haben wären, auch wenn der Bürger das gern hätte, das zu sagen ist Teil des Problems, es ist verlogen und die Altmaiers und Klöckners dieser Welt wissen das ganz genau. Und, Hans, es ist nicht so, dass man den Menschen keine Angst machen darf, das Gegenteil ist richtig, denn das, was da auf uns alle zukommt, davor muss man gehörig Angst haben. Nur die Dummen haben keine Angst, denn sie leben im Wolkenkuckucksheim.

  72. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Ich habe mit keinem Wort die Leistung der derzeitigen und aller vorher agierenden Regierungen gut geheißen, aber es ist für zukünftige Regierungen noch klar möglich die Situation in den Griff zu bekommen. Das sagen fast alle Wissenschaftler. Wir leben zum Glück in einer Demokratie und müssen Mehrheiten hin bekommen die die richtigen Maßnahmen in die Wege leiten. Dazu muss man den Menschen keine Angst machen sondern Perspektiven aufzeigen sonst wird das mit der Mehrheit nichts. Für den Klimaschutz ist die nächste Bundestagswahl wahrscheinlich schon verloren. Natürlich ist das Hauptproblem möglichst schnell die EE auszubauen. Als zweites ist es sie Sanierung des Gebäudebestands. Das sagen ja alles die Wissenschaftler und wir diskutieren das Frau Baerbock auch bei Agora abgeschrieben hat aber nicht was sie abgeschrieben hat. Angst machen und eine Horrorzukunft aufzuzeigen geht gerade wieder einmal schief.

  73. Ralf Krug sagt:

    Man kann der Windkraft vieles vorwerfen: Geräusche, Schattenwurf, störende Optik, Einschränkung anderer Nutzungen. Aber nicht, dass sie einen nennenswerten Beitrag an der Flächenversiegelung hat. Das machen Straßen, Gebäude und andere Bebauungen. Windkraft ist auch nicht unnütz, vielmehr ist sie inzwischen in Deutschland die größte Stromquelle mit einem Anteil von 26% (Quelle: Statistisches Bundesamt).
    Das vermeidet die Freisetzung von 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid oder rund zehn Prozent des Gesamtausstoßes.
    Teuer ist sie auch nicht, denn die Strompreise aktueller Ausschreibungen liegen bei sechs Cent je Kilowattstunde, etwa so viel wie der Börsenstrompreis.
    Fazit: Windenergie ist kostengünstiger Klimaschutz.

  74. Achim Wolf sagt:

    Alles im Universum – und so auch auf der Erde – beruht auf dem Kausalitätsgesetz von Ursache und Wirkung. Somit gilt das auch für die Klimaveränderung bzw. Klimakatastrophe, die auf dem Treibhauseffekt beruht, der durch uns Menschen verursacht wurde. Es wurden Unmengen FCKW und andere schädliche Giftgase und Giftstoffe in die Atmosphäre gebracht (Ursache), die die Atmosphäre immer mehr verschmutzen und zerstören (Wirkung resp. Fügung). Durch die Erderwärmung wird immer mehr Sonnenenergie in der irdischen Atmosphäre gespeichert, wodurch diese aufgeheizt wird. Diese Energie wird immer gewaltiger und dementsprechend immer gewaltiger und auch gewaltvoller freigesetzt, wie z.B. durch urtümliche, urgewaltige Stürme und sonstige Unwetter und Naturkatastrophen, die sich zusehends immer verschlimmern. Die allem zugrundeliegende Haupt-Ursache ist das gewaltige Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte, infolge dessen immer mehr Menschen immer mehr Ressourcen verbrauchen und weiter die Atmosphäre und die ganze Umwelt schädigen und zerstören. Und dem wäre ursächlich nur dadurch beizukommen, dass die Menschheit durch friedliche und humane Maßnahmen auf ein gesundes, naturverträgliches Mass reduziert würde, und zwar durch einen globalen Geburtenstopp mit nachfolgenden konsequenten Geburtenregelungen. Wir haben die Wahl, das in die Wege zu leiten oder zuzusehen, wie die Naturkatastrophen immer gewaltiger werden und immer mehr Menschen treffen und verheerender werden.
    Unterschreiben, Teilen und Fördern Sie die Kampagne für weltweite Geburtenregelungen:
    https://www.change.org/p/f%C3%BChren-sie-weltweite-geburtenregelungen-ein-introduce-worldwide-birth-regulations/u/24115873

  75. Hallo Hans,
    ist ihnen eigentlich schon einmal aufgefallen, dass Herr Laschet und, ich glaube, auch Herr Lindner immer wieder sagen, “ man muss die Menschen mitnehmen “ wenn sie glauben, begründen zu müssen, dass nicht nur nichts sondern das Gegenteil dessen passiert, was gemacht werden müsste. Es ist genau ihr Argument. Es hat aber nicht die von ihnen gewünschte Wirkung, wobei ich unterstelle, dass sie der Meinung sind, dass eine weitere Zuspitzung in Klimafragen verhindert werden muss. Also raus aus der fossilen Energie. Genau dies wird aber mit dem Argument “ man muss die Menschen mitnehmen “ verhindert, weil den Menschen gleichzeitig immer gesagt wird, “ wir können das alles noch gut in den Griff kriegen“ . Genau das stimmt aber nicht. Die Zustände, die zu der Katastrophe im Ahrtal wie auch im Mittelmeerraum geführt haben sind nach gegenwärtigem Stand der Technik nicht mehr zu ändern, sie können sich jederzeit überall wiederholen. Lesen sie das Interview mit Antje Boetius, die sagt in etwa dasselbe. Der Interviewer, Joachim Franke vertritt dabei eher die Klimaskeptiker Meinung, der Fragestellung nach, sonst würde er so Fragen wie „… dass der vom Menschen verursachte CO2 Ausstoss nur ein ganz geringen Anteil des Eintrags von Treibhausgasen in die Atmosphäre ausmache “ gar nicht erst stellen.
    Frau Boetius sagt : All diese Erkenntnisse müssen unter die Leute !Indem wir das, was wir wissen, schnell teilen, anhand von Bildern und Grafiken, von Augenzeugenberichten, tun wir wenigstens, was wir können……Ihre Methode, immer nur zu schreiben und zu verlinken, was geschehen könnte und daraus abzuleiten, alles halb so wild, machte sie doch nur zu einem nützlichen …, der den Laschets dieser Welt in die Hände spielt. Die vermitteln damit dass die Lage doch gut ist, ging uns noch nie so gut und täuschen über die eigentliche Lage hinweg. Fragen sie doch mal die Leute im Ahrtal, oder die in Antalya, ob die glauben, dass alles gut ist. Hans, Denken !

  76. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Wohin Herr Laschet oder Lindner die Leute hin mitnehmen will ist denke ich klar. Auf jeden Fall nicht in eine andere Energiezukunft. Das sind Vertreter der Kohlenstoffbesitzer. Das beutet aber natürlich nicht das man die Leute nicht mit nehmen muss. Weiter oben hat Ralf Krug in seinem Beitrag das Richtige kurz und klar gesagt. Dahin muss man die Leute mit nehmen. Eine Ökodiktatur wird es nur vom Klima geben wenn es zu spät ist.