Der Gastbeitrag von Oliver Kaczmarek „In Lernlandschaften investieren“ hat den Widerspruch von FR-Leserin Maike Gafert aus Stade hervorgerufen. Ihren Leserinbrief habe ich gekürzt im Print-Leserforum veröffentlicht; hier folgt die ungekürzte Fassung als Gastbeitrag.

KaczmarekDer Text von Oliver Kaczmarek ist auf FR-online nicht zu bekommen. Ich setze ihn daher hier als Screenshot bzw. als pdf-Dokument zum Download.

Schulen müssen nicht nur saniert werden, meint Kadzmarek, sondern die modernen Gebäude müssen anregende Lernorte werden. Frau Gafert widerspricht im Grundsatz nicht, hat aber noch ein paar andere Vorschläge, wo hinein investiert werden sollte.

Auf Verschleiß gearbeitet

Von Maike Gafert



Ich stimme Ihnen, Herr Kaczmarek, bei Ihren einführenden Sätzen zu, dass Schulen nicht nur saniert, sondern zu anregenden, modernen Gebäuden gemacht werden müssen, auch und vor allem vor dem Hintergrund der Digitalisierung und einer sich rasant verändernden Arbeitswelt Richtung Wirtschaft 4.0.

Dies ist aber nicht so entscheidend für Unterrichtsqualität und das „Wohlgefühl“ der Schüler (und Lehrer???). Viel wichtiger ist hier ein Personalschlüssel, der es den Beschäftigten auch erlaubt, sich in angemessener Weise um jeden einzelnen und die immer größer werdenden Aufgaben, die Politik und Gesellschaft den Lehrkräften abverlangt, zu kümmern. Beispielsweise in einem Kunstunterricht mit 27 Schülern, wovon lediglich zwei Kinder zwei deutsche Elternteile haben und der Rest aus der Türkei, Polen, Russland, Bulgarien, Syrien, dem Libanon etc. kommt, vier „Inklusionskindern“ (sprich Kinder mit „erhöhten pädagogischen Förderbedarf“ im Bereich „Lernen“ oder im „sozial-emotionalen Bereich“, also früher einmal Förderschulkinder mit einem Anrecht auf spezielle Lehrkräfte und Förderstunden), zwei Kindern, die so gut wie kein Deutsch sprechen und wo alle Schüler ein unterschiedliches Lernniveau aufweisen, ist es nicht so entscheidend, ob die Zimmer frisch gestrichen und die Toiletten saniert sind. Zugegebenermaßen ist das schon sehr wünschenswert. Wie da Unterricht laufen soll, bei dem sich jeder wohlfühlt, adäquat gefördert wird sowie eine angenehme Lernatmosphäre herrscht, ist mir schleierhaft.

Bei der Teilung eines solchen Kurses, weil die Teilungsgrenze erreicht sowie Arbeiten so fast unmöglich ist und man niemandem wirklich gerecht wird, kann das Fach jedoch nur epochal unterrichtet werden, weil nicht genug Lehrkräfte da sind, um den zweiten Kurs zu übernehmen. Also fallen wieder einmal Stunden aus, auf die die Schüler aber eigentlich ein Anrecht haben.

Genau wie in vielen anderen Teilen des Öffentlichen Dienstes, bei Ämtern, Polizei (siehe hierzu den Artikel „Gewalt gegen Polizisten soll strenger bestraft werden“ von Herrn Markus Decker), Hochschulen (auch gerade gelesen)… hat man aber jahrzehntelang auf Kosten der Beschäftigten gespart und auf Verschleiß gearbeitet, genau wie bei der öffentlichen Infrastruktur (das bleibt unbenommen). Zudem hat man den Beschäftigten immer mehr Arbeit aufgebrummt (u.a. die viel gelobte Inklusion, Sprachlernklassen, Ganztagsschule … Gleichzeitig wurde das Ansehen von Lehrern in der Öffentlichkeit systematisch kaputt geredet (ich erinnere z.B. an Herrn Kanzler Schröder und seine „faulen Säcke“), was dazu führt, dass Eltern und die breite Öffentlichkeit der Meinung sind, dass die faulen, unfähigen, fortbildungsunwilligen (auch gerade wieder bei Peter Struck gelesen!) Lehrer an allem Schuld sind.

Kombiniert mit einem immer weiter um sich greifenden Werte- und Normenverlust (vgl. Decker), bei dem es völlig in Ordnung ist, wenn man Lehrern droht, ihre Aussagen und pädagogische Arbeit anzweifelt oder gar körperlich angeht, macht dies jedem noch so engagierten Lehrer den Job sehr schwer und führt im Extremfall zu Burn-out. Nicht nur an Haupt- und Gesamtschulen wächst die Zahl der „verhaltensoriginellen“ Schüler, sondern auch an den Gymnasien sieht es nicht anders aus. Hiermit werden Lehrer aber alleingelassen. So eine Situation ist einer angenehmen Lernatmophäre wohl auch abträglich.
Dies alles hat sich herumgesprochen und ein Mangel an Beschäftigten bzw. Bewerbern ist die Folge, zumal man die Bezahlung ja auch immer weiter heruntergefahren hat, ganz anderes als es in der öffentlichen Meinung immer noch jeder zu wissen glaubt. Man hat bei alldem auch völlig aus den Augen verloren, dass Menschen irgendwann in den Ruhestand gehen, was die Personaldecke in den nächsten Jahren noch weiter ausdünnen wird (Das kommt, wie Weihnachten, immer total überraschend – Wozu haben wir eigentliche ein Statistisches Bundesamt?). All die geschilderten Situationen sollten, zusätzlich zur Sanierung, unbedingt von der Politik und Gesellschaft angegangen werden, denn wir sind ein Land ohne Rohstoffe und wenn wir so weitermachen bald auch eins ohne Knowhow, wenn nicht auch in das Bildungspersonal wieder mehr investiert wird.

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12 Kommentare zu “Auf Verschleiß gearbeitet

  1. Fast hat man den Eindruck, Herr Kaczmarek schriebe einen Bericht über Landschaftsgärtnerei. Denn ‚Landschaft‘ ist wohl sein Lieblingswort. Es lässt sich immer wieder einsetzen, wenn Gegensätze eingehegt werden sollen. Man kennt das auch von der Parteienlandschaft. Alle ziehen vermeintlich an selben Strang. Herr Kaczmarek ist parlamentarischer Bildungsexperte und damit zuständig für die, wie er es nennt: Lernlandschaft. Schließlich hat er ein Studium mit dem 1. Staatsexamen für das Lehramt abgeschlossen, um dann – etwas später – als Referent den Weg ins NRW-Bildungsministerium zu finden. Da drängt sich die Vermutung auf, dass er in der Pflege politischer Landschaften ganz gut war.

    Kaczmareks Text ist kaum mehr als ein PR-Text. Zu stark klopft er sich auf die Schulter und lobt im Hinblick auf die kommenden Landtags- und Bundestagswahlen sein Bundesland, das er in Berlin vertritt. („In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung bereits erkannt…“.) Klar, so eine SPD-geführte Regierung erkennt stets früh. Allerdings steckt in seiner blütenreichen Beschreibung der „Initiativen zur sozialen Landschaft“ überschüssige Phantasie. Nichts scheuen Schulträger mehr als den An- oder Umbau eines Schulgebäudes, weil die dafür entstehenden Kosten samt Planverfahren ein exponentielles Wachstum zur Folge haben. Da nützen den klammen Kommunen und Landreisen auch Bundes- oder Landeszuschüsse wenig. Diese Baumaßnahmen wären jedoch erforderlich, um, wie Herr Kaczmarek schreibt, die Schulen in Ganztagsschulen umzuwandeln, die „multifunktionale Gruppenräume genauso enthalten, wie Orte für stilles selbstorganisiertes Lernen oder Begegnungs- und Entspannungszonen.“ Das ist Flugblatt-Rhetorik auf Vierfarbendruck.

  2. Ich möchte gerne die wirklich revolutionäre Info des Artikels kommentieren, nämlich die Lockerung des Kooperationsverbotes im Schulbereich. Konkret bedeutet das, dass die „heilige Kuh“ Bildungspolitik künftig nicht mehr alleinige Ländersache ist. Diese Maßnahme ist meines Erachtens längst überfällig, birgt aber Zündstoff, da die Bildungspolitiker der Länder auf diese Weise ihren Machtanspruch verlieren und darüber nicht amüsiert sind.
    Vor einigen Monaten kündigte der Bund eine Finanzspritze für die maroden Schulgebäude der Kommunen an, die auf Länderebene als Affront bezüglich der Bildungshoheit aufgefasst wurde, nach dem Motto: „Das Geld nehmen wir, aber gegen die drohende Entmachtung durch die Hintertür wehren wir uns vehement.“

    Bleibt zu hoffen, dass mittelfristig Bildungspolitik Bundesangelegenheit wird – das ist in Anbetracht der unübersichtlichen Bildungslandschaft und der diversen Säue, die in schöner Unregelmäßigkeit durchs pädagogische Dorf getrieben werden, längst überfällig.

    @Maike Gafert: natürlich haben Sie Recht, wenn Sie die verfehlte Personalpolitik im Bildungswesen anprangern. Trotzdem sind bauliche Maßnahmen dringend notwendig, z.B. in Form von Differenzierungsräumen, oder auch in Form von Betreuungsräumen, die für Kinder attraktiv sind – schließlich halten sich Kinder, die eine Ganztagsschule besuchen, unter der Woche länger in der Schule auf als im heimischen Wohn- oder Kinderzimmer.
    Das alles ersetzt keine engagierte Lehrkraft oder kleine Lerngruppen – aber es trägt nicht unerheblich zum guten Klima, zum Stressabbau und zu guten Schülerleistungen bei.

    @Rudi: warum die Häme? Man kann auch ohne zweites Staatsexamen was „Vernünftiges“ werden. Und Herr Kaczmarek hat Recht – ich unterrichte seit zwei Jahren in Containern, ich weiß also, wovon ich rede.

  3. Also, habe ich das richtig verstanden, dass an der der Schule von Frau Gafert wirklich der KUNSTunterricht entfällt für die Hälfte der Schüler, weil es nicht möglich ist alle 27 Kinder gemeinsam zu unterrichten? Ich würde doch gerne mal wissen, um was für eine Brennpunkt-Schule es sich dabei handelt? 27 Schüler in Kunst zu unterrichten, ist normaler Weise kein Problem. Sicher gibt es Klassen, die einen sehr fordern. Warum sind nun ausgerechnet die Schulkinder von Frau Gafert so ein Problem? Sie schrieb über die Klasse: „(…) wovon lediglich zwei Kinder zwei deutsche Elternteile haben und der Rest aus der Türkei, Polen, Russland, Bulgarien, Syrien, dem Libanon etc. kommt,(…)“ Abgesehen davon, dass ich die Formulierung mit dem „Rest“ und dem „etc.“ alles andere als freundlich und respektvoll finde, frage ich mich, wieso Frau Gafert diesen Umstand bemerkenswert findet? Was will sie uns damit sagen? Ist sie der Meinung, dass Kinder, die polnische Elternteile haben, einen besonderen Förderbedarf in Bildender Kunst hätten oder dass die Kinder, deren Eltern aus „etcetera“-Ländern kommen Schwierigkeiten haben „Komplementärfarbenkontrast“ richtig zu schreiben, weswegen sie sich als Lehrerin nicht um die anderen ausreichend kümmern kann? Ich weiß es nicht. So richtig verstehe ich auch nicht, wieso zwei Kinder, die „so gut wie kein Deutsch“ sprechen, nicht beschwingt und fröhlich etwas in Ton modellieren können. Gut es könnte passieren, dass es Missverständnisse gibt: Man denke sich die Aufgabe, einen Dinosaurier zu modellieren. Das Kind, das „so gut wie kein Deutsch spricht“ hätte vielleicht das Wort „Dinosaurier“ noch nicht gelernt und stattdessen ein Nilpferd geknetet. Denkbar wäre auch, dass das Kind, das „so gut wie kein Deutsch spricht“ seine Lehrerin richtig verstanden hat, der Dinosaurier folglich nur aussieht wie ein Nilpferd, weil dieses Kind zufälliger Weise auch noch ein „unterschiedliches Lernniveau“ hat. Was soll ich dazu sagen? Für manche Kollegen ist das schlimm, richtig schlimm. Nun, jetzt hat Frau Graef noch vier „Inklusionskinder“ in der Klasse. Normalerweise haben diese Kinder ein Anrecht darauf nach §35a unterstützt zu werden, z.B. in Form einer Lernbegleiterin. Ich habe immer wieder Inklusionskinder, die auf diese Weise begleitet werden. Mich wundert, dass dies in der Klasse von Frau Gafert nicht der Fall ist. Allerdings würde ich aus der Erfahrung heraus sagen, dass für die Inklusionskinder in der Schule das Fach Kunst nicht das größte Problem darstellt.
    Mir sind auch die weiteren Äußerungen von Frau Gafert fremd. Ich finde, dass ich sehr gut für meine Arbeit bezahlt werde. Klar, ist der Beruf anstrengend und manchmal rege ich mich auch auf, aber ich habe immer viel zu lachen und über die Kunstwerke meiner Schüler freue ich mich wie eine Schneekönigin. Da ist es mir doch total egal, was Schröder vor ichweißnichtwievielenJahren über Lehrer gesagt hat.

  4. @ Anne Rumpf

    „Und Herr Kaczmarek hat Recht…“. Hab ich etwa geschrieben, er hätte Unrecht? Dass eine große Zahl von Schulgebäuden marode ist, dürfte niemand bestreiten. Was ich Herrn Kaczmarek vorhalte, ist seine rosafarbene Schilderung, seine nicht realitätsgerechte Darstellung, die Verniedlichung des Problems. Er tut so, als sei die Zukunft der Schulen in bester Hand. Zahlen helfen oft, das Problem auf den Punkt zu bringen: Der Bund gibt 3,5 Milliarden für die Sanierung von Schulgebäuden. Das Land Berlin mit seinen nicht mal 4 Millionen Einwohnern sieht einen Investitionsbedarf in seine Schulen von 4,2 Milliarden Euro. Das sagt die Bildungssenatorin Sandra Scheres (SPD). Daran kann man ersehen, welche Dimension diese Spende des Bundes hat, bzw. wie weit der Verfall der öffentlichen Infrastruktur fortgeschritten ist, dass allein das nötige Investitionsvolumen der größten deutschen Stadt höher ist als Zusagen der Bundesregierung für die gesamte Republik.

    Allerdings: Der Deutsche Landkreistag sträubt sich gegen diese Hilfe. Dessen Vorsitzender spricht von „süßem Gift“, das der Bund verabreichen wolle, denn erstens blieben die Folgekosten an den Kommunen hängen, und zweitens seien die Schulträger zur Mitfinanzierung der Maßnahmen verpflichtet.

    Zusammengefasst: Diese relativ kleine Summe, die der Bund offeriert, wird ihm nicht zur Mitbestimmung im Schulwesen reichen, wenn die Gehälter der Lehrkräfte weiterhin an den Ländern, Gebäudeunterhalt und Neubau an den Kreisen und Kommunen hängen bleiben. Die Summen, die jährlich aufgebracht werden müssen, lassen die Finanzspritze gering erscheinen, wenn man sich etwa vergegenwärtigt, dass NRW im vergangenen Jahr für seine Bildungsausgaben 17,05 Milliarden Euro ansetzte und die Personalausgaben einen Anteil von 87 Prozent (14,8 Milliarden Euro) hatten.

    Ihre Hoffnung Anne Rumpf, „dass mittelfristig Bildungspolitik Bundesangelegenheit wird“, würde erst dann neu genährt, wenn der Bund richtig Geld in die Hand nähme, und zwar dauerhaft. – Aber jetzt ist erst mal Rüstung angesagt.

  5. Lieber Rudi, um Ihre Frage zu beantworten: Nein, haben Sie nicht.
    Aber der Unterton Ihres Beitrages war so deutlich negativ, dass ich mir diese polemische Aussage erlaubt habe.
    Wir treffen uns doch auf der Sachebene, ich stimme Ihren Ausführungen in dem an mich gerichteten Post zu – wozu dann Ihr erster Beitrag?
    Ich mag sowas (wie Ihren ersten Beitrag)nicht, daher meine Bemerkung. Nichts für ungut.
    Und dass meine Hoffnung auf eine bundesweit koordinierte Bildungspolitik sich in den nächsten Jahren nicht erfüllen wird, weiß ich auch. Aber ein erster Schritt ist gemacht, den finde ich wichtig und beachtenswert. In der Bildungspolitik wurden schon immer die dicksten Bretter gebohrt.

  6. Auch nur ein echter Spezialdemokrat wie er im Buche steht…
    Natürlich kann man sich als Lösung des auf Parteiebene selbst über Jahrzehnte verschuldeten Elends anbieten, nur wer will diesen Weg als Wähler noch gehen? Wer darauf hereinfällt ist selbst schuld und hat weitere 12 Jahre Mindeststrafe in Form von Parteiendilettantismus verdient.

    Auch Herr Kaczmarek ist Teil des Problems, sicher nicht der Lösung.

  7. Lieber Herr Müller, es ist nicht ganz so einfach, wie es scheint.
    Für die maroden Schulbauten sind nicht die Bundestagsfraktionen verantwortlich, sondern hier in Frankfurt das Schuldzernat, aktuell also Frau Weber, die jedoch an der katastrophalen Situation keine Schuld trägt.
    In der Zeit von Frau Ebeling als Schuldzernentin hätte bereits die Planung für neue Schulbauten bzw. Renovierung maroder Schulen in die Wege geleitet werden müssen, das ist aber nicht passiert. Die Schuldzernenten vor Frau Ebeling waren in dieser Hinsicht auch keine Aktivposten.
    Bereits in den 70ern wurden für die geburtenstarken Jahrgänge provisorische Schulgebäude („IPI-Bauten“) errichtet, die hochgradig asbestverseucht waren und kurze Zeit später saniert werden mussten. Die sanierten Provisorien wurden stillschweigend als Dauerlösung genutzt und begannen zu schimmeln, es wurde weiter „saniert“, bis sich z.T. Handwerker aus Gesundheitsgründen weigerten, vor Schimmel tief schwarze Deckenplatten auszutauschen.
    Es werden momentan also zum Teil Schulen neu gebaut bzw. saniert, die seit ca. 40 Jahre als Provisorien existierten – ich gehe mal davon aus, dass in dieser Zeit alle Parteien in Frankfurt Kenntnis von dieser Lage bekommen haben.
    Herr Kaczmarek als MdB kann objektiv gesehen nicht Teil des Problems sein, der Bundestag hat den Schulämtern nicht reinzureden.

  8. Sehr geehrte Frau Rumpf,
    die Zusammenhänge sind mir bekannt,und ja, es ist so einfach. Zumindest was die jeweils vorausgegangenen verantwortlichen politischen Entscheidungen angeht. Ganz gleich ob Kommunal, Landes- oder Bundesebene; es sind immer die gleichen Organisationen Träger der Fehlentscheidungen. Ob Herr K. dabei nun MdB oder MdL ist, ist nahezu irrelevant solange er qua Parteibuch für eine ungesunde Kontinuität steht die sich nicht nur auf den Bildungssektor erstreckt.
    Und ist dieser Zustand organisierter Verantwortungslosigkeit, wenn immer einfach nur auf die Vorgänger verwiesen wird. Das kann nicht gewollt sein.

  9. Sorry, Herr Müller, ich kann Ihnen nicht folgen. Sie haben offensichtlich ein anderes Verständnis von politischen Strukturen als ich.
    Was wäre denn Ihr Lösungsvorschlag? Politiker aller Parlamente ins Gefängnis und Karl Müller als König?

  10. Lösung? Eine sozialverträgliche ist mir bisher nicht untergekommen. Aus dem beruflichen Erleben allerdings wiederholt der Gedanke an einschneidende Maßnahmen eines „Wohlfahrtsausschusses“.
    Tasächlich kann ich auf eine verstärkte Kontrolle der Parlamente durch die Bürger hinweisen und eine Veränderung zum imperativen Mandat vorschlagen sowie eine harte Antikorruptionspolitik.

  11. @ Anne Rumpf,

    erstmals scheint mir Ihrer Vorstellungswelt nur sehr bedingt mit der Realität in Übereinstimmung zu stehen, oder oder profitieren Sie persönlich von den Entscheidungen entsprechender Parteien?
    Sonst ist eine solche Negation kaum erklärbar.
    Sollten Sie noch ein wenig jünger sein, so darf Ihnen vielleicht die organisierte Verantwortungslosigkeit beim Bau von „BER“ ein Anhalt sein, wie fatal die Unfähigkeit politischer Entscheider samt Entourage zum Nachteil des Steuerzahlers wirkte und noch wirkt. Diese Beispiele fanden und finden sich seit Jahrzehnten in der ganzen Republik. Bund und Länder geben sich da wenig.
    Aus persönlicher Erfahrung , ich bin schon etwas älter und habe auf zwei ganz unterschiedlichen Feldern gearbeitet (Umwelt und später Gefahrenabwehr) kann ich Ihre Wertschätzung der Problemverursacher nur naiv finden.

    Der, fast Bundesweite, desolate Zustand von Schulgebäuden ist ja nur ein auffälliger Punkt. Auch die eigentlich dem Unterricht förderlichen Sammlungen haben, wenn noch vorhanden eher musealen Charakter. Zudem sind die Vorschriften für den Umgang mit Chemikalien mittlerweile weit jenseits jeden praktikablen Maßes. Das hat schon etwas von „Theoretisch (ER)Leben 1-4″. ist aber auch im Bund nicht anders…
    Da wurde nach 9/11 die Zentrale Unterstützungsgruppe des Bundes“ aufgestellt und als daraus ganz plötzlich unangenehmen Aktenlage sowie absehbare Folgekosten im Betrieb und Ausbildung entstanden, wurde alles durch rein politisch motivierte Intervention abgewürgt. auch ganz clever gemacht, denn natürlich hat sich niemand damit exponiert: „Wir machen den Laden zu“, sondern durch wilde kurzfristige Versetzungen und Verschleppen von Ersatzbeschaffungen/Verschleißteile usw. schlicht ausgehungert und demotiviert. So macht „Politik“ unliebsame Strukturen kaputt, oder schlicht durch Lügen und Instrumentalisierter Verwendung „politischer Beamter“ wie dem Polizeipräsidenten von Köln, der als medialer Prellbock und Erfüllungsgehilfe des Dauerversagers IM Jäger das Kommando 3 vom SEK-Köln mit nachweislich falschen, an die Medien gezielt gestreuten, Behauptungen erst suspendierte und dann das ihm unbotmäßig erscheinde K 3 schlicht durch Versetzungen auflösen ließ. So geht „innere Sicherheit“! Davon hab ich so viele Beispiele aus den Ländern kennenlernen „dürfen“ dass es mir ausreicht diese Parteien als Minderleisterorganisationen zu begreifen die sich weit von der Vorgabe: „.. die Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit..“ entfernt haben. Daher begegne ich solchen Auftritten nur noch mit größter Skepsis.

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