Grün ist der Strom schon lange nicht mehr

Die Windkraftgegner haben sich formiert. Immer häufiger bekomme ich Leserbriefe, die auffallend ähnlich klingen, sich hinsichtlich der Argumente wiederholen und oft auf einer persönlichen Ebene aggressiv sind, zum Beispiel gegen regionale Entscheider. Ich habe einige dieser Leserbriefe in leicht entschärfter Form veröffentlicht (siehe unten Dieter Jurkat). Da es immer noch Erwiderungen und Reaktionen darauf gibt, stelle ich den Leserbrief und eine Auswahl der Reaktionen hier ein, möchte aber auch auf Berichterstattung verlinken, die davon spricht, dass es mit der „Energiewende“ nicht mehr weit her ist in Deutschland. Die Klimaziele von Paris könnten verfehlt werden, wenn der Zubau neuer Ökokraftwerke tatsächlich um die Hälfte einbricht. Das fürchten Regierungskritiker für das Jahr 2017 ff., wenn die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes greift, die jetzt beschlossen wurde.

Dieter Jurkat aus Dautphetal schrieb als Reaktion auf den FR-Artikel „Sorgen um Windkraft in Hessen„:

„Verzeihung, aber den Windlobbyisten, den Landräten, Bürgermeister und kommunalen Entscheidungsträgern geht es doch gar nicht um eine Energiewende sondern ausschließlich um Subventionsgelder. Mit den Argumenten „Ökologie, CO2-Einsparung, regionale Wertschöpfung etc“ wird die mittelhessische Gebirgslandschaft und Natur verhunzt, die ihresgleichen sucht. Waren die Grünen noch vor einigen Jahren dabei ,Frösche über die Straße zu tragen, jede Schippe Dreck, die in den Wald geworfen wurde, zu sanktionieren, ein Auto, das 50 Meter zu weit hinter einem Verbotsschild im Wald parkte, mit einem Bußgeld zu belegen, so sind sie heute dabei, hunderttausende Tonnen Schotter und Beton im Wald als ökologisches Nonplusultra zu verkaufen (die grüne Landtagsabgeordnete Dorn: „Windräder lieben den Wald“) und dabei in Kauf zu nehmen, das schützenswerte Vögel reihenweise durch die Rotoren vom Himmel geholt werden, die Windradstandorte und deren 3 Kilometer Radien als Naherholungsgebiete für die nächsten 20 Jahren für die Anwohner ausscheiden. Nicht zu vergessen ist die Idiotie, Windräder in 150 Jahre alte Buchenwälder zu stellen, um 20 Jahre Wind zu ernten. Mittlerweile bedauere ich zutiefst, diese Grünen mit meiner Stimme groß gemacht zu haben.
Wenn Al-Wazir meint, dass die „Energiewende von einer großen Mehrheit getragen wird“ so kann er nur seine in Betonburgen wohnenden, jedes grüne Fleckchen bewundernde Stadtbevölkerung gemeint haben, die weitab von den sich drehenden und lärmenden Windmonstern wohnen und nur mal ab und zu da vorbei fahren. Bei der betroffenen Landbevölkerung im Vogelsberg und in der mittelhessischen Gebirgslandschaft sieht das ganz anders aus. Hier spielen demokratische Entscheidungsprozesse und Bürgerversammlungen auch keine Rolle, wenn eine Handvoll Kommunalvertreter sich ausschließlich für das Geld entscheiden. Aus einem „Landschaftsraum mit sehr hohem Potenzial für das Landschafts- und Naturerleben“ wird lächelnd eine „Konzentrationszone“ – welch schreckliches Wort – als Industriestandort im Wald. Nicht zu vergessen sind die Bürgermeister, die sich für ein paar Kröten im Gemeindesäckel breitschlagen lassen, um z.B. ein höchst defizitäres Schickimickibad in Bad Endbach zu subventionieren, aber dafür eine vollkommen verstellte Landschaft und Natur in Kauf nehmen.
Diesen Herrschaften und den zitierten Landräten, die das Wort „Energiewende“ in den Mund nehmen, müsste es doch vollkommen egal sein, ob sie ihren Strom nun am freien Markt verkaufen oder sich an Ausschreibungen beteiligen müssen, Hauptsache ist der Strom ist grün; aber das ist er schon lange nicht mehr.“

Dazu meint Bernd Best aus Mörfelden-Walldorf:

„Dieser Leserbrief zeigt so eine typische Mentalität vieler Leute. Wasch mich, aber mach mich nicht nass. Vorteile nutzen, Nachteile den Anderen überlassen. Ja keine Mülldeponie in meiner Nachbarschaft, lieber Müllexport nach Fernost.
Ich wohne in Mörfelden-Walldorf, ca. 30 Kilometer vom abgeschalteten Atomkraftwerk Biblis entfernt. Ein ständiger Begleiter über viele Jahre war auch bei uns die Angst vor einem Gau. Wir liegen an der Grenze, die abgeriegelt werden sollte, wenn der Gau eingetreten wäre. Also schnell weg, falls „es“ passiert, damit man nicht als Kollateralschaden der Atomproduktion geopfert worden wäre.
Rund um jedes Braunkohlekraftwerk hat es vor vielen Jahren massenweise kleine Kinder mit dem sogenannten Pseudokrup Husten gegeben, auch ein Kollateralschaden.
Wenn jetzt einige „Spargel“ die Landschaft verunzieren, dann kann man sich sicherlich etwas Schöneres vorstellen, aber jeder, der Strom nutzt, sollte einmal rund um ein großes Kraftwerk die Landschaft begutachten. Dort gibt es riesige Strommasten mit hässlichen, ewig langen Leitungen. Je näher man an einen Ort der Stromproduktion kommt, desto hässlicher. Dagegen fügen sich die Windkrafträder fast malerisch in die Landschaft ein. Ein relativ geringer, temporärer Eingriff in die Natur.
Und wenn sie denn einmal ausgedient haben, sind die „Hunderttausende Tonnen Schotter und Beton im Wald“ geradezu in schwindelerregendem Tempo wieder verschwunden, ohne eine Spur zu hinterlassen. Im Gegensatz zu den Mengen an radioaktivem Material, das gelagert werden muss, wenn ein AKW über einen viele Jahrzehnte duernden Zeitraum abgebaut wird. Ganz zu schweigen der Umweltzerstörung wenn der Gau eintritt, man denke an Tschernobyl und Fukushima.
Unser Strom war noch nie so grün wie derzeit, und die demokratischen Verhältnisse haben bei unseren Demonstrationen gegen AKW Biblis oder den ungezügelten Flughafenausbau auch noch nie jemand aus Nordhessen interessiert, geschweige denn jemanden aus der Politik.
Ich werde trotzdem wieder Urlaub in Windpark-Gebieten wie Nordhessen, Rheinland-Pfalz oder in Norddeutschland machen.“

Eduard Belotti aus Augsburg:

„Leser Jurkat lässt in seinem Wutausbruch gegen die Windkraft und die Grünen kein falsches Klischee aus. Die CDU, die den Windkraftausbau mitträgt, verschont er eigenartigerweise. Offenbar ist für ihn Windkraft ein größeres Übel als Müllablagerungen im Wald („Schippe Dreck“). Aber: Windkraftanlagen sind keine „lärmenden Monster“ – schließlich müssen sie genehmigt werden, also Auflagen erfüllen. Und sie holen auch nicht „schützenswerte Vögel … reihenweise vom Himmel“.  Untersuchungen zu den windkraftrelevanten Arten – unter ihnen der  Rotmilan – sind Teil des Gemehmigungsverfahrens. Und auch Windkraft und Freizeitnutzung sind vereinbar, wie Umfragen ergeben haben.
Bei den hier im Süden üblichen Windkparks mit drei bis zehn Anlagen kann man auch nicht davon sprechen, dass Natur und Landschaft „verhunzt“und“verstellt“ würden. Und die Sorgen um die Bürger-Windkraft sind angesichts der rigorosen Deckelung des Ausbaus und der Ausschreibungspflicht nur zu berechtigt. Also bitte auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und verbal abrüsten! Und vielleicht könnten Sie auch sagen, welcher Strom Ihnen denn „grün“ genug wäre.“

Schließlich noch Martin Krauß aus Fernwald:

„Patrick Graichen von Agora erwähnt zum EEG 2016 nicht, dass die Akzeptanz und die Dynamik für die Energiewende in den Kommunen verloren geht.
Kommunen, Bürgergesellschaften und Energiegenossenschaften, die bisher die Energiewende vorangebracht haben, haben in den Ausschreibungsverfahren für Windenergie keine Chance, weil sie die hohen vorlaufenden Planungskosten im Ausschreibungsverfahren nicht riskieren können und kommunalrechtlich nicht dürfen. Die großen Investoren mit eigenen Stromkunden könnten sie außerdem strategisch unterbieten. Sigmar Gabriel will ja das „günstigste“ Angebot.
Ein Projektor der den Zuschlag erhalten hat, alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und sich die Flächen gesichert hat, hat einen baurechtlichen Genehmigungsanspruch. Den kann er ohne kommunale Akzeptanz durchsetzen! Den Kommunen bleiben ohne Beteiligung nur die Nachteile eines Windparks. (Also auch kein Grund zur Freude für die Windkraftgegner.) Einen Offshorewindpark kauft jetzt China.
Akzeptanz für seinen Windpark kann ein Investor nur mit Beteiligung der Kommune erreichen. Auch regionale Wertschöpfung mit Stärkung des ländlichen Raumes gibt es nur mit Beteiligung der Kommune(n), regionaler Banken und Firmen. Ein von regionalen Akteuren unter Beteiligung kommunaler Partner entwickelter Windpark stärkt die regionale Wertschöpfung acht Mal so stark wie ein von externen Projektierern realisierter Park. Das hat eine Studie des Instituts für dezentrale Energietechnologien (IdE) im Auftrag der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) jetzt berechnet. Aber werden die Investoren teilen?
Für Akzeptanz beim Übertragungsnetzausbau hat Gabriel ohne Rücksicht auf die mehrfachen Kosten die Erdverkabelung (Herrn Seehofer) zugestanden. Die Kosten gehen als Netzentgelte in den Strompreis ein.
Abgewürgt werden durch das EEG 2016 nicht nur eine neu entstandene regionale Energiewirtschaft mit Wertschöpfung im ländlichen Raum, sondern die Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie gleich mit. Warum werden die bürgerschaftlichen Akteure ausgebremst? Um die Großen, die bisher die Erneuerbaren bekämpft haben, mit dem für sie neuen Geschäft vor der Pleite zu retten.
So sehen die sieben hessischen Kommunen Ebsdorfergrund, Fronhausen, Staufenberg, Allendorf/Lumda, Buseck, Rabenau und Reiskirchen, die zur gemeinsamen Nutzung der Windenergie einen Teilfächennutzungsplan erstellt haben, nach dem EEG 2016 keine Chancen mehr zur Realisierung. Ihre Planungskosten seien verloren, sagen sie.“

55 Kommentare

  1. Der Widerstand gegen neue Windturbinen scheint inzwischen so gross zu sein, dass der grüne Umweltminister Habeck in Schleswig-Holstein die Energiewende um 10 Jahre strecken will.
    Irgendetwas scheint da schief zu laufen. Dabei erzählt uns Jürgen Trittin (und Herr Krauß in seinem Leserbrief) doch immer, dass die Energiewende von den Bürgern vor Ort mit ihren Bürgerwindparks getragen wird. In Sachsen-Anhalt stehen 10% aller Windturbinen in Deutschland (ca. 2700), aber es gibt nur einen Bürgerwindpark (Quelle: MDR).
    Seltsam.
    Es geht bei der Windenergie um sehr viel Geld, aber dies Geld landet wohl nicht in den Taschen der Leute, die aus ihrem Wohnzimmer auf 20 Windturbinen schauen. Nach MDR werden pro Windturbine und Jahr bis zu 40’000 Euro Pacht geboten. Wer kann es bei den jetzigen Milchpreisen einem Bauern verdenken, wenn er versucht, auf seinen Weiden einige Windturbinen installieren zu lassen, auch wenn es dabei nicht ganz koscher zu geht. Dass die Nachbarn dann sauer sind, weil ihre Häuser einen Wertverlust erleiden, kann man dann auch noch verkraften. In der Regionalpresse liest man von Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Ermittlungen wegen Korruption.
    Ich kann heute im Internet nachschauen, wieviel Geld mein Freund mit seinem landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb von der EU bekommt. Wo die Milliarden Euro für die Windenergie landen, ist vollkommen intransparent. Wenn man die Akzeptanz erhöhen will, könnte man es ja mal mit mehr Transparenz versuchen.

  2. Bronski sagt:

    @ Henning Flessner

    Es wäre schön, wenn Sie Ihre Informationen mit Links begleiten würden. Dann könnten andere Userinnen und User nachlesen, was Sie meinen. Sonst bleiben solche Sätze wie dieser von Ihnen doch ziemlich nebulös: „In der Regionalpresse liest man von Vorwürfen der Vetternwirtschaft und Ermittlungen wegen Korruption.“ Sie sollten das mit konkreter Berichterstattung untermauern. Machen Sie sich bewusst, dass Sie hier Tatsachen behaupten. Bitte machen Sie sich daher die Mühe.

  3. DH sagt:

    Bernd Best spricht einen sehr wichtigen Punkt an , es ist schlicht eine Frechheit , mit dem Argument der Verschandelung der Landschaft zu kommen.
    Neben dem genannten Beispiel gilt das auch für Leute , die ihre „schöne Aussicht“ erhalten wollen , aber keinerlei Hemmungen haben , mit ihrem Auto für jede Menge Dreck , Lärm und Flächenversiegelung zu sorgen , die dann aber bitteschön auf Kosten Anderer zu gehen hat.

    Auch gibt es Abermillionen von Menschen , die mit „hübschen“ Gewerbegebieten , potthässlichen Wohnkomplexen oder lärmenden Güterzugstrecken leben müssen , die sich vor ihrem Fenster erstrecken.
    Sicher ist es gut , wenn berechtigten Bedenken zugehört wird , aber gerade bei diesem Thema gibt es Argumente , denen in aller Schärfe die Grenzen aufgezeigt werden müssen , nicht alles , was laut ist , ist auch eine Meinung.

  4. hans sagt:

    @ Henning Flessner
    Ich denke das der unten stehende Link in der Hauptsache ihre Vermutung widerlegt, möchte aber auch nicht ausschließen wollen das es in D. zu Gewinnmitnahmen, im Einzelfall, in zu hohem Maße kommt. Deshalb finde ich das neue EEG wie es sich abzeichnet auch nicht nur schlecht. Die Ausschreibungen haben sich beim Thema PV auf jeden Fall bewährt. Das günstigste Angebot bei der letzten Ausschreibung war 6,94 Cent pro KW/h. Ich denke das als festgeschriebenen Preis für 20 Jahre könnte kein neues Atom, Kohle oder Gaskraftwerk erreichen. Vor der ersten Ausschreibung hat die PV Branche auch den Untergang vorausgesehen und jetzt ist sie in Wirklichkeit stark wie nie. Ich bin gespannt was bei Ausschreibungen für Windparks heraus kommt. Der jetzige Entwurf des neuen EEG ist wohl auch noch nicht das letzte Wort. Unter anderem hat der Bundesrat ich glaube einstimmig bessere Regel für Bürgergebote gefordert.
    https://www.wind-energie.de/sites/default/files/download/publication/kostensituation-der-windenergie-land-deutschland-internationaler-vergleich/20140403_kostensituation_windenergie_land_int_vergleich.pdf

  5. hans sagt:

    Ich stelle mal weil untenstehenden Link ein, weil klar ist wie die Gegner der EE weiter argumentieren
    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/energiewende-80-prozent-erneuerbare-sind-kein-problem/13688974.html

  6. @Bronski
    Ich lese die Regionalpresse nicht in elektronischer Form und werfe sie abends in den Container.
    Bitte löschen Sie die Sätze.
    @hans
    Aus dem verlinkten Interview:
    „Und wenn man nach einem Windrad in der Nachbarschaft oder einem Strommasten vor der Tür fragt, dann sinkt die Zustimmung deutlich. Damit müssen wir uns auseinandersetzen. Solche großen Infrastrukturprojekte lassen sich nicht mehr im stillen Kämmerlein umsetzen, wie das vor etlichen Jahren noch der Fall gewesen sein mag. Diese Projekte lassen sich nur dann erfolgreich umsetzen, wenn wir und die Politik es schaffen, sehr frühzeitig mit den Menschen in den betroffenen Regionen ins Gespräch zu kommen und plausibel zu erklären, wofür es diese Projekte braucht.“
    Genau.

  7. Link zu drei Ermittlungsverfahren wegen Korruption in Zusammenhang mit Windenergie-Anlagen:
    http://www.nwzonline.de/wirtschaft/weser-ems/wasserverband-unter-korruptionsverdacht_a_6,1,1185555924.html

  8. VKH AK sagt:

    Es ist schon erstaunlich wie sehr das wissen um physikalische Gesetze in der Gesellschaft verlorengegangen ist und einem Wunschdenken platz gemacht hat. Wir müssen es nur wollen und am besten noch gesetzlich verordnen, dann wird es schon funktionieren. Woher nehmen wir den irrigen Glauben physikalische Gesetze durch Bundsgesetze aufheben zu können, oder das durch Anordnung Innovationen und Erfindungen entstehen?
    Auch der aktuelle Abgasskandal ist letztlich ein Ergebnis politischem Wunschdenkens und vollkommenen Realitätsferne.
    Stromspeicher die im Stromnetz nennenswerte Leistung erzielen gibt es nicht und wird es, ohne außerirische Intelligenz, absehbar auch nicht geben können. Dennoch bauen wir schon mal das Land mit Windmühlen zu, immer in der Hoffung irgendwann gibt es den Geistesblitz wie dieser Strom im Stromnetz verwertet werden kann, längere Leitungen sind es sicher nicht.
    Bei Einsatz von 25 Milliarden € jährlich (=EEG Umlage die die Stromkunden aufbringen) in Effizienz und Einsparung von Energie, hatte der Automausstieg schon vor Jahren vollzogen werden können. Durch Kaufanreize für sparsame Elektrogeräte, Preisnachlässe bei sparsamen Stromverbrauch und Förderung von Eigenverbrauchsanlagen ließe sich wirklich etwas erreichen, leider gibt’s dabei aber keine Profiteure und Investorengewinne. So wird von windigen Geschäftemachern die These von sauberem Windstrom („der Wind stellt keine Rechnung“) in die Welt gesetzt. Hauptsache ökologisch, dann haben die Bürger beim Stromverbrauchen ein gutes Gefühl und die Rechnung zahlt sich viel leichter. Ist ja für einen guten Zweck, dem Klimaschutz, kritisches hinterfragen? Fehlanzeige! Wer es dann doch tut, wird als Außenseiter und böser Atom- oder Kohlekraftbefürworter ins Abseits gestellt. Mit Angst lies sich in Deutschland schon immer gut Politik und Geschäft machen. „Wenn die da oben es so sagen, wird es schon stimmen“!
    Fakt ist und bleibt, mit Windkraft lässt sich absehbar kein Stromnetz betreiben, denn
    die Frequenz von 50 Hz ist der Takt, nach dem das Stromnetz arbeitet. Synchronisierte
    Stromerzeugungsanlagen sind fest an diese Frequenz gebunden und halten sie in einer
    Bandbreite von 49,8 bis 50,2 Hz. Steigt die Stromabnahme sinkt die Frequenz und sofort
    muss mehr Leistung ans Netz gebracht werden, sonst bricht es zusammen (Regelleistung).
    Das gilt umgekehrt bei sinkendem Strombedarf. Anlagen, die synchronisiert mit
    dem Netz Strom erzeugen, sind Wärmekraftwerke, die einen Dampfkreisprozess nutzen und
    Uran, Kohle sowie Gas als Brennstoff einsetzen.
    Wind- und PV-Anlagen sind einerseits witterungsabhängig und deswegen nicht immer
    verfügbar, andererseits werden sie ganz überwiegend nicht synchronisiert betrieben. So
    nutzt man z. B. Wechselrichter, um Wind- und PV-Anlagen ans Netz anzuschließen. Dieser,
    über eine Leistungselektronik erzeugte Wechselstrom, wird auf die
    im Netz bestehende Frequenz aufgespielt, die ausschließlich von den synchronisierten Anlagen (konventionelle Kraftwerke) erzeugt und stabil gehalten wird. Selbst wenn Windanlagen synchronisiert arbeiten würden, können sie Systemdienstleistungen nur sehr eingeschränkt erbringen, weil sie bei Flaute eben nicht zur Verfügung stehen und hinsichtlich der Leistung nur ab- aber nicht aufgeregelt werden können. Das Märchen das „irgendwo immer Wind weht“ sollten durchschnittlich gebildete Personen mit Blick auf die Wetterkarten und deren Isobaren mühelos durchschauen.
    Synchronisierte und witterungsunabhängige Stromerzeugungsanlagen sind für den stabilen
    Netzbetrieb also unverzichtbar. Damit allerdings wird die Strommenge auf wenige GW begrenzt, die aus Wind- und PV-Anlagen in das Netz eingespeist werden kann.
    Und wie halten wir dann den Klimawandel auf?
    Aktuell ist es nicht die Klimaveränderung, sondern vielmehr der ungeplante Klimaschutz, der unser Artenspektrum bedroht. So schätzt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass pro Jahr allein eine Viertelmillion streng geschätzter Fledermäuse durch Windenergieanlagen verloren geht. Der Rotmilan, eine nur in Deutschland vorkommende Art, hat einen Gesamtbestand von 13.000 Vögeln. Bei einem Jahresverlust von 1000 Individuen werden die Tage dieser Art bald gezählt sein. Der Nabu berichtet von 12.000 getöteten Bussarden an Windkraftanlagen und sieht auch diese Art dadurch als Bestandgefährdet an. Für die Reduzierung des CO2 Ausstoß ist die Windkraft wirkungslos, da wie oben beschrieben immer die gleiche Menge an Storm konventionell vorgehalten werden muss. Der meiste produzierte Windstrom ist daher Strommüll, der teuer entsorgt werden muss. Diese Entsorgung nennt die Neo-Grünkapitalistische Bewegung neudeutsch „zuschaltbare Lasten“. (z.B. das sinnlose hochfahren von Kühlhäusern bei Wind und Sonne) die Waschmaschine im Keller, die nur dann anlaufen soll wenn Wind weht und Sonne scheint, ist da nur ein Tröpfchen im Stromsee, und technisch noch lange nicht flächendeckend einsetzbar.

    Lärm ständiger Wummern begleiten die geplagten Anwohner dieser sauberen Energiequelle, Ja was sollen denn die armen Anwohner an den Bahnstrecken oder an Flughafen erst sagen, wird denen entgegengehalten die sich belästigt werden. Aber nichts ist schlimmer als ein leises dauerhaftes und immer vorhandenes Brummen im ganzen Haus, das sogar in der Matratze hörbar ist. Einmal im Ohr ist es nicht mehr auszublenden, wie entspannen kann da Verkehrslärm der mal ab- und wieder anschwillt sein. Dann stellt sich die Frage, wofür sich die dann aufgestellten Windriesen noch drehen sollen. Für ein nicht mehr lebenswertes Leben? Wir begehen Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

    Alternativen? Ja die gibt es durchaus!
    – Förderung von Effizienz und Einsparung anstelle Förderung der Stromerzeugung.
    – Förderung von effizienten Gaskraftwerken anstelle Förderung unsinnige Windkraft.
    – Forderung und Einsatz des Carbonate-Looping Verfahren der TU Darmstadt in
    Bestehenden Kohlekraftwerken.

  9. Täglich wird doch sichtbarer, dass die deutsche Energiewende, von Politikern und Lobbyverbänden geplant, eine Sackgasse ist. Klimaschutz ist das Gegenteil von Naturschutz geworden. Durch den ungebremsten Zubau der letzten Jahre ist die Kapazitätsgrenze längst überschritten. 2015 erreichten die Stromexporte mit 61 TWh (Handelsmenge), einen erneuten Rekord. Toll könnte man denken! Leider will unseren Stromüberschuss aber niemand haben. 2015 wurden 44 Mio€ dafür ausgegeben um unseren Strommüll im Ausland zu entsorgen. Die dabei vernichtete Strommenge betrug 4,77 TWh und entspricht der Jahresleistung von 782 Windkraftanlagen Enercon E115. Immer dann, wenn Wind weht, produzieren wir schon jetzt viel mehr Strom als unsere Netze und Verbraucher vertragen können. Ein totales Abschalten konventioneller Kraftwerke ist unmöglich, da das Anfahren eines Kohlekraftwerkes mehrere Tage benötigt. Was wenn der Wind nachlässt? Die Strom-Einspeisungen der Windindustrieanlagen schwanken zwischen 0 und 100 % der Nennleistung. Damit lässt sich kein sicheres Stromnetz betreiben. Von effektiven Speichertechniken sind wir noch weit entfernt. Weiterer Ausbau würde jetzt nur noch dazu führen, daß Stromspitzen noch höher werden und es letztlich zu einem Blackout kommt. 2015 wurden EEG Vergütungen in Höhe 27,2 Mrd. € an Anlagenbesitzer ausgezahlt. Der Marktwert des damit erzeugten EEG-Stromes betrug aber nur 5,3 Mrd. €. (Berechnung des BMWE in Drucksache EEG in Zahlen vom 15.10.2015). Die Differenz von 21,9 Mrd. € wird an den Stromkunden per EEG Umlage weitergegeben und schwächt in gleicher Höhe die Kaufkraft vor Ort. Hierbei von „Wertschöpfung“ zu sprechen ist entweder dummes Nachgeplapper oder gezielte Falschinformation. Das EEG ist die Größe Wertvernichtungsmaschinerie die es jemals gegeben hat. Fakt ist auch, Geld ist niemals weg, wer hat es? Die EEG Empfänger haben es jedenfalls nicht lange, sie zahlen damit die Millionen Kredite für die Windmühlen ab, die Banken kassieren die Zinsen, der Mühlenbauer die Millionen. Dann gib es da ja auch noch die Projektier, Gutachter und genehmigenden Behören, die alle, ohne jegliches Risiko, bestens Verdienen. Wenn es dann schief geht bürgt der Bürger-Energiegenosse mit seiner Einlage.
    „Rund die Hälfte aller kommerziellen Windparks an Land laufe so schlecht, dass die Anleger froh sein könnten, „wenn sie nach 20 Jahren ihr Kapital zurückbekommen haben“.90 % aller Windkraftprojekte sind defizitär “ resümierte Werder Daldorf (http://www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/windparks-anleger-mit-falschen-versprechungen-in-investitionen-gelockt-13281722.html) (http://www.energieland.hessen.de/aktion/zukunftswerkstatt/giessen/PraesentationDaldorf.pdf)
    Jeder weitere EEG Ausbau führt dazu, daß der Börsenpreis noch weiter sinkt. Im gleichen Zuge die EEG Umlage noch weiter angehoben werden muss. Abschaffung des EEG und Strompreise die sich wieder am Markt orientieren sind der richtige Weg. Basteleien am EEG-Gesetz und Angst vor den Pseudogrünen Lobbyverbänden sind fehl am Platz. Es geht um unsere Zukunft, daher EEG abschaffen, sofort! Dafür ist es wirklich 5 vor 12!

  10. @Andreas Knoll
    Dass eine Dekarbonisierung mit Windenergie und Sonnenenergie nicht funktioniert, weiss fast jeder Ingenieur. Aber hier geht es um Politik.
    Man kann den Menschen nicht mit fast religiösem Eifer 30 Jahre lang erzählen, dass wir diesmal die Welt retten und dann plötzlich sagen: «Tut uns leid, Leute. Funktioniert leider nicht, was sich die Volkswirte und Juristen da ausgedacht haben.» So funktioniert Politik nicht. Der Zug fährt jetzt nun mal mit Höchstgeschwindigkeit. Da kann man nicht einfach eine Vollbremsung machen. Man muss die Geschwindigkeit so langsam verringern, dass die «Mitfahrer» es kaum merken und genau das passiert jetzt. Der Strom aus Biomasse, der ja die genannten Nachteile nicht hat und 10% unseres Stromes liefert, wird interessanterweise als erstes abgebaut.

  11. hans sagt:

    So,so die Herren Ingenieure erklären uns die Welt.
    Leider will unseren Stromüberschuss aber niemand haben. 2015 wurden 44 Mio€ dafür ausgegeben um unseren Strommüll im Ausland zu entsorgen.
    Ich habe die Deutsche Handelsbilanz für Strom unten eingestellt. Es ist schon erstaunlich wie viel das Ausland bereit ist für unseren Strommüll zu bezahlen. D. ist ein Stromexportland mit hohen Überschüssen auch wenn man in Euro das darstellt. Da es bei dem Stromexport aber fast nur um Kohlestrom handelt gingt es keinen Grund darauf besonders stolz zu sein.
    Ich habe oben ein Gespräch mit Boris Schucht, Chef des Netzbetreibers 50Hertz eingestellt. Ob
    dieser Mann Ingenieur ist weiß ich nicht. Er ist aber Chef einer der 4 großen Netzbetreiber in D. und kann die Probleme die nach ihren Aussagen unlösbar sind selbst am Horizont nicht erkennen. Selbiges konnte man vor ein paar Tagen in der FR in einem Gespräch mit dem Chef des Forschungsinstitutes Agora erfahren. Wenn ich mir das Argument Strommüll in Erinnerung rufe glaube ich lieber diesen beiden Leute. Besonders weil der eine in seiner Firma das macht was angeblich nicht geht.

    http://phasenpruefer.info/deutschlands-stromexporte-bricht-rekorde/

  12. Katja Wolf sagt:

    @ DH:
    glauben Sie im Ernst, die Anzahl der Windkraftbefürworter versiegeln weniger Dreck und Lärm mit ihren Autos als die Gegner?

    Beim Bio-Supermarkt bei mir um die Ecke parken überproportional viele SUVs.
    Ich habe übrigens – ähnlich wie Bernd Best 1,5 Jahrzehnte zwischen einem sich im Betrieb befindenden KKW (VAK Kahl) und einem sich im Betrieb befindenden Kohlekraftwerk (Staudinger)gelebt.
    UND – neben einer Güterzugstrecke.
    Und wissen Sie was:
    Es hat mich (bis auf manchmal nachts die Güterzüge) überhaupt nicht gestört.

    Die Wochenenden habe ich übrigens mit meinen Eltern meisten in der Natur (im Spessart)verbracht, die damals noch einen beruhigenden, schönen Anblick bot.

    Ich glaube übrigens kaum, dass die Bewohner potthässlicher Wohnkomplexe sich besonders am Anblick von Windrädern erfreuen.

  13. @hans
    Sie haben missverstanden, was nicht funktioniert. B. Schucht hat gesagt, dass er Wind- und Solarstrom verarbeiten kann, wenn es welchen gibt. Das ist aber nicht das Problem. Das Problem ist, dass es manchmal weder Wind- und Sonnenstrom gibt und dann braucht man doch Kohle, wenn man kein Uran will.

  14. DH sagt:

    @Katja Wolf

    Immer so „argumentieren“ , wie gerade paßt….
    Ich kann Ihren Argumenten nichts entnehmen , was diskutierfähig wäre.

  15. Katja Wolf sagt:

    @DH:
    ich argumentiere mitnichten, wie’s gerade passt. Ich plädiere völlig ersichtlich für die weitere Nutzung der Kernenergie. Sie werden von mir nie etwas anderes gelesen haben.
    Und wenn’s denn nicht sein soll, dann für Kohle- und Gasverstromung.
    Ob das für Sie eine Diskussionsgrundlage ist, steht auf einem völlig anderen Blatt.

  16. Heute ist in der FR ein interessanter Artikel zur Windkraft im Hunsrück erschienen.
    Wie es scheint, wird bei der Windkraft hauptsächlich Geld durch die Pacht verdient.

  17. @Henning Felssner
    Ja leider, aber warum muss das in der Politik so sein? Politik sollte aufklären und ehrlich sein, wenn sie das nicht mehr ist, ist´s um Demokratie und Freiheit geschehen. Warum lassen wir uns das gefallen? Schade, denn die Quittung bekommen die Bürger, die verblendet und teilweise gezielt medial dessinformiert wurden. Ein schönes Beispiel ist hier das uralte Märchen vom einsenhaltigen Spinat, das teilweise immer noch geglaubt und verbreitet wird, nur weil es Popeye und die Werbung mal so gedacht haben. Dadurch ist eine kaum aufzuhaltende Medianlawine von Nachplapperern, Ghostwritern und selbsternannten Experten entstanden, genau wie beim Thema Energiewende. Wer was negatives gegen die Energiewende sagt, gilt dadurch gleich als Außenseiter. Dadurch wird aber die schweigende Mehrheit immer größer und damit auch die Politikverdrossenheit. Bei existentiellen Dingen (nicht Spinat) ist es daher, meiner Auffassung nach, die Pflicht der Politik aufzuklären, Beim Flüchtlingsdrama, wenn es gegen rechte Spinner geht, versucht sie es (glücklicherweise) ja auch.
    Beim neuen EEG sehe ich keine wirkliche Bremse des Ausbaues. Um die Überproduktion zu reduzieren sollen nun nach dem vorliegenden EEG Entwurf zwei Maßnahmen ergriffen werden:
    1: Zur Verminderung von Abregelungen soll ein neues noch auszuhandelndes Förderinstrument eingeführt werden, um Strom in Wärme umzuwandeln à d.h. es wird neue Subventionen für die Verwertung von elektrischer Energie geben, deren Erzeugung wird bereits mit Subventionen bezahlte haben!
    2: Begrenzung der Zubaumenge in Gebieten mit Netzengpässen, Die Bundesnetzagentur definiert das Gebiet mit Netzengpässen als Netzausbaugebiet in diesen Gebieten, soll der Zubau auf 58 % des durchschnittlichen Zubaus in den Jahren 2013-2015 begrenzt werden, gesteuert durch entsprechende Regelungen in den Ausschreibungen. Die gesamt Ausschreibungsmenge bleibt aber stabil, so das eben in den nicht Netzengpassgebieten deutlich mehr ausgebaut werden kann, damit dies auch passiert bleibt es bei einem einstufigen Referenzertragsmodell, wodurch windschwache Standorte noch höher subventioniert werden wie bisher- Nämlich bei 70 Prozent Standortqualität mit dem 1,29 fachen des Normalwertes. (bis zu 9,03 Cent je kWh).

    Durch Ausschreibung wird dann weiterhin ein einheitlicher Vergütungssatz über 20 Jahre ermittelt. Ein Preiskampf oder Reduzierung der Vergütungen ist daher m. E. nicht zu erwarten. Eher eine Absprache der Investoren, immer den Maximalpreis anzulegen. Weiterhin wir es nun bis zu Jahresende noch einen Genehmigungsboom geben. Die RP´s sind angehalten alle eingehenden Genehmigungsanträge bis Dezember abzuarbeiten und stellen schon mal Überstundenanträge.

  18. @ Hans,
    Sie haben da etwas missverstanden, ich schrieb von den Kosten für die Stromabnahme aus Negativpreisen, Sie von den Handlesüberschüssen. Negativpreise stellen sich einen wenn Deutschland Überkapazitäten produziert und keiner in Europa diese abnehmen kann. Noch werden dafür nur Entschädigungszahlen verlangt, eben die 44 Millionen €. Zukünftig werden einige Länder Phasenschieber verbaut, Polen hat sie in diesem Jahr schon in Betrieb genommen, Tschechien wird auch in diesen Jahr seinen Strommarkt gegenüber Deutschland abschotten, Dann wird es nicht mehr möglich Überkapazitäten abzuführen. http://stefanschroeter.com/1114-phasenschieber-regeln-grenzueberschreitende-stromfluesse.html#.V2QxPRLLLiQ
    Um dem entgegen zu wirken müssen zukünftig noch mehr Windkraftanlagen abgeregelt werden. Hierfür sind Entschädigungszahlungen (für Strom den man hätte produzieren können) fällig, die im Netzentgelt / Strompreis umgelegt werden. (https://www.next-kraftwerke.de/wissen/direktvermarktung/einspeisemanagement)

    Sie schreiben das der Überproduktion Hauptsächlich aus Kohlekraft resultieren würde, Können Sie sich vorstellen wie man das berechen kann? Sind die Elektronen aus Kohle etwa schwarz und aus Atom gelb gekennzeichnet? Überproduktion entsteht, wenn zu viel produziert wird. Die Frage ist wer kann technisch seine Produktion, wie weit, drosseln?

    Kohlekraftwerke weisen Kaltstartzeiten von 9 bis 15 Stunden auf , sind schlecht regelbar und können nicht unter 50 % Leistung gedrosselt werden, da sonst die Kesseltemperatur zu stark absinken würde. Aber ohne diese Kraftwerke geht es nicht. Kraftwerksturbienen laufen Drehzahlgeregelt und liefern daher eine gleichbleibende Frequenz (50 Herz = 50 x pro Sekunde Wechsel der Polarität).

    Windkraftanlagen liefern zunächst einen Drehstrom der durch die unterschiedlichen Frequenzeben (Herz) für das Stromnetz unbrauchbaren ist. Im Stromnetz müssen 50 Herz anliegen Nur mit dieser Frequenz funktionieren die elektrischen Endgeräte. Deshalb muss der Strom zunächst gleichgerichtet und dann mit Wechselrichtern der Netzfrequenz angepasst werden. Also ohne vorhandenen Netzfrequenz die ausschließlich von konventionellen Kraftwerken bereitgestellt wird, keine Einspeisung von Wind und Sonnenstrom.

    Selbst wenn konventionelle Kraftwerke zu 100 % abgeregelt werden könnten, wäre dies nicht möglich, bzw. würde es dann bei drehenden Windrädern trotzdem Dunkel im Kühlschrank.

    Wegen des daraus resultierenden Stromüberschuss bei Wind und Sonne sind die Börsenpreise für Strom auf historischen Tiefststand. Wegen diesen niedrigen Preisen werden Investitionen in Kraftwerke mit Gasturbinen nicht getätigt. Relevante Speichertechnologie/Möglichkeit gibt es nicht.
    Es ist also vollkommen unerheblich ob nun Kohlestrom oder Windstrom exportiert wird, (hinzu kommt das dies gar unterscheiden werden kann).
    Die Überproduktion entsteht weil

    1. Konventionelle Kraftwerke unverzichtbar sind nur teilweise heuuntergeregelt werden können, dies aber wegen dem enormen Zubau der Windkraft immer öfter nicht ausreicht.
    2. Wind und Sonnenstrom gesetzlich privilegierten Abnahmevorrang besitzen und bei Abregelung Entschädigungszahlungen (2016 vermutlich 1 Milliarde €) an die Windanlagenbesitzer geleistet werden müssen.
    3. Die vielen Wind und Sonnenstromanlagen immer schwerer zentral beherrsch und regelbar sind.
    4. Investitionen in besser regelbare Gaskraftwerke nicht lohnen und getätigt werden, da durch die Überproduktion/ Nichtabschaltung der WKA der Börsenpreis für die Energiekonzerne/Kraftwerksbetreiber Ruinös ist.

    Also wer ist schuld an der Überproduktion? Die böse Kohle oder der gute Ökostrom?
    Oder noch mehr Subventionen, diesmal für Gas, Kohle, Stromspeicher und Leitungen?
    Glaube und politisches Taktieren hilft jedenfalls in diesem Dilemma nicht weiter.

  19. @Andreas Knoll
    Sie haben ja recht (und S. Gabriel weiss das wahrscheinlich auch). Aber wenn sie sich als Politiker heute gegen die Energiewende stellen, haben sie die vermutlich finanzstärksten Lobby-Organisationen der Welt und den grössten Teil der Presse gegen sich. Damit brauchen sie bei der nächsten Wahl gar nicht mehr antreten. Wenn der Mensch erst mal glaubt, will er nicht mehr wissen. Mir sagte mal ein Student: «Ich muss nicht wissen, wie es funktioniert, um zu wissen, dass ich dagegen bin.»
    Es wird vermutlich noch eine Weile so weiterlaufen (vielleicht 10, vielleicht 20 Jahre) und dann reduziert die Macht des Faktischen alles auf ein vernünftiges Mass. Deutschland wird auch damit ohne Probleme fertig. Wir sind reich genug.

  20. DH sagt:

    @Katja Wolf

    Klar , „völlig ersichtlich“.

  21. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner, Andreas Knoll
    Eigentlich beantwortet Boris Schucht in dem von mir oben eingestellten Link die Fragen die sie aufgeworfen haben. z. B.
    Und wie ist das mit der Regelenergie?
    Wir sind sehr stolz darauf, dass wir es im Februar geschafft haben, zum ersten Mal Windenergieanlagen für die Erbringung von Regelenergieleistung zu qualifizieren. Das hat allerdings auch einige Jahre gedauert. Immer dann, wenn Nachfrage und Angebot durch den Markt nicht genau zusammengebracht werden können, müssen wir als Übertragungsnetzbetreiber die Systembalance herstellen. Da können auch erneuerbare Energien zunehmend die dafür notwendige Leistung erbringen. Es müssen nur die richtigen Regeln und Prozesse dafür entwickelt werden. Da sind wir in unserer Regelzone schon Vorreiter. Wir haben deshalb auch viel internationale Gäste zu Besuch, die sich das anschauen wollen.
    Die negativ Preise sind im Moment vorhanden weil der Netzausbau hinterher hinkt, sind aber Teil der Handelsbilanz.
    Die Überschussmengen an Strom müssen langfristig zum Teil nach Norwegen geleitet werden. Auch dazu wurde in dem Link alles gesagt. Außerdem steht da das bis 70-80% im durchschnitt EE im Netz die derzeit vorhandene Technologie ausreichend Flexibilität bereitstellt.
    Wenn man die Energiewende will dann muss man den Wärmemarkt und den Verkehr stärker auf Strom umstellen. Da die staatlichen Belastungen bei Öl und Gas aber nicht so hoch sind wie bei Strom muss das angeglichen werden um Vergleichbarkeit herzustellen. Das sollte aber kostenneutral erfolgen. Ob das die Politik hin bekommt ist wieder eine andere Frage.
    Woher weiß ich ob Kohle oder Ökostrom exportiert wird? Es gibt ein Niederspannungsnetz, ein Mittelspannungsnetz und ein Hochspannungsnetz. EE sind im Hochspannungsnetz deutlich geringer vertreten als in den Anderen aber aus diesem wird exportiert. PV Strom z. B. gibt es da fast gar nicht.
    Ich habe vor einiger Zeit hier im Bloog beim Thema Afrika verlinkt das es PV Strom in Nordafrika inzwischen für 2,6 Cent pro KW/h zu kaufen gibt. Ab Kraftwerk natürlich in einer Ausschreibung. Bei diesen Preisen sollte man wieder über Desertec nachdenken. Die geplanten 4 Stromtrassen müssen also bis 2040/50 von Norwegen bis Nordafrika gehen und von Ost nach West um die von ihnen beschriebenen Probleme zu vermeiden. Zusätzlich muss aber die Stromerzeugung vor Ort möglichst hoch gehalten werden um eine möglichst hohe Wertschöpfung zu erzeugen und nicht wieder in die Abhängigkeit von Wenigen zu geraden.

  22. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner, Andreas Knoll
    Ich habe gerade nochmal ihre Beiträge gelesen.
    Es ist schon komisch. Die Leute die in dieser Frage für die alte Energiewirtschaft argumentieren scheinen überhaupt nichts von Marktwirtschaft und technologischem Fortschritt zu halten. Wenn es derzeit Überförderung von Windrädern gibt ( siehe FR Bericht von gestern)dann muss diese natürlich abgebaut werden. Da scheinen mir Ausschreibungen ein Weg den man dann auch gehen sollte. Das es dann als erstes zu einem Marktversagen wegen Preisabsprachen kommt würde ich nicht erwarten zumal solche Ausschreibungen, wie von mir oben beschrieben , ja beim Thema PV gerade zu massiven Preisrückgängen geführt haben. Beim Thema Stromspeicherung und Regelenergie steht die technische Entwicklung doch erst am Anfang. ich nenne mal die Stichworte: Power to Gas, Wasserstoff, Netzausbau, chemische Speicher u.s.w. Wie man derzeit an E Autos sehen kann sind die Fortschritte sehr groß, aber wenn das alles doch nicht funktionieren sollte hindert uns doch keiner daran bei einer Energiewende 80% stehen zu bleiben bis es eine Lösung gibt. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg.

  23. @hans
    Energiewende heisst alle, wirklich alle Kern-, Kohle- und Gaskraftwerke abschalten. Wo kommt dann der Strom her, wenn es bewölkt ist und kein Wind weht?
    Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Sie keinen Solarstrom bekommen, wenn Sie Ökostrom beziehen? Selbst die Ökostromverkäufer wollen ihren PV-Strom nicht.

  24. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner

    https://www.remix-energie.de/oekostrom/eigenverbrauch-von-photovoltaik/

    Da muss man nicht wirklich lange nach suchen. Warum sollten Ökostromanbieter keine PV mit reinnehmen bei Spitzenlaststrom 7 Cent pro KW/h? Das da kein PV Strom dabei ist war vielleicht vor 2 Jahren noch so. Das ist inzwischen Geschichte. Zur Frage wo der Strom herkommen soll wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht gibt der Link oben doch auch Auskunft. Wir brauchen ein europaweites Netz Speicher jeder Art und die nächsten 20 Jahre Gasturbinen.Außerdem muss man gesteuerte Last in das System einbringen. Inzwischen zeigt sich immer deutlicher das es so gehen wird. In China denkt man schon über ein weltumspannendes Stromnetz nach und in den USA sind derzeit 63% der neuen Kraftwerksleistung PV. Wenn wir in D. die Energiewende versemeln wird es mit dem Industriestandort D. schwierig. Was glauben sie denn was 2,6 Cent KW/h für PV Strom in den USA mit AKW Kohle und Gaskraftwerken anstellen. In diesem Land werden auch Banken verstaatlicht oder geschlossen. Die Energiewende ist doch kein Deutsches Thema mehr sondern ein Weltthema.

  25. BvG sagt:

    Ich verstehe nicht viel von dem Thema, aber eine Frage möchte ich stellen:

    Geht es nicht darum, Überkapazitäten abzupuffern?
    Da wären doch die Pumpspeicherwerke eine Lösung.

    Infolge des Klimawandels sind die natürlichen Pumpspeicherwerke, also die Gletscher, ausser Funktion geraten. Wie wäre es nun, wenn jeder Haushalt mit Batterien ausgestattet würde, die den Bedarf decken, jeweils aufzuladen aus dem Stromangebot. Die Überlasten könnten abgeführt werden, indem man Pumpspeicherstrecken betreibt, die das Wasser in höhergelegene Speicherbecken transportieren, die je nach Bedarf die Gewässer speisen und gleichzeitig Wasserkraftwerke betreiben, um Spitzenlasten zu bedienen?

    Ein abgeschmolzener Gletscher hinterlässt eine natürliche Rinne, die zur Speicherung geeignet ist, notwendig ist nur eine Sperrmauer, oder, ökologischer, mehrere Staustufen.

    Ich glaube, es ist noch nicht verstanden, daß wir die Gletscher ersetzen müssen.

    Ein Problem ist der Temperaturtransport, der aber eventuell durch technischen Temperaturentzug oder durch energieverbrauchende Produktionsprozesse abgefangen werden könnte.

  26. @BvG
    Sie bräuchten nur den gesamten Bodensee (der ist 200 m tief und verdammt gross) 1000 m hoch pumpen. Dann hätten Sie das benötigte Pumpspeicherkraftwerk.

  27. hans sagt:

    Eine Frage möchte ich dann schon mal stellen. Was ist denn die Alternative zur Weltenergiewende? Die nächsten 100 Jahre den Rest des Kohlenstoffes verbrennen und dann alle die da zufällig leben zurück in die Steinzeit? Dazu kommen vorher die Verteilungskämpfe die ja jetzt schon angefangen haben mit ihren Folgen für die Menschen die auch hier schon diskutiert wurden. Allerdings meiner Meinung nach überhaupt nicht lösungsorientiert. Ob es einen Klimawandel gibt durch die massive Verbrennung von Kohlenstoff oder nicht ist eigentlich Nebensache. Wir müssen aufhören ihn zu verbrennen weil er sich nicht annähernd so schnell nachbildet wie wir ihn verbrauchen.
    Als Alternative zeichnet sich die Weltenergiewende ab die in ihrer Dimension die Möglichkeit hat den Lebensstandard der Menschheit anzuheben mit den zu erwartenden positiven Folgen bei den Themen Krieg und Kriegsfolgen. Dazu unten der Link. Es sind nur Lobbygruppen die aus kurzfristigem Denken Hartz 4 für Kohlekraftwerke durchsetzen.
    Und damit komme ich wieder auf meine Eingangsfrage zurück.

    http://www.messerschmid-energiesysteme.de/warum-sonnenenergie.php

  28. hans sagt:

    zu @ BvG
    Hennig Flessner hat mit seiner Antwort recht, aber den großen See gibt es schon den wir als Speicher benötigen. Es sind mehrere und sie sind in Norwegen. Deshalb brauchen wir das große europäische Netz. Ich habe letzt gelesen das ein mehrere GW HGÜ Kabel ca 1,7 Millionen Euro/Km kostet. Also wenn man sich in Erinnerung ruft was es den deutschen Steuerzahler kostet und gekostet hat die Bank in München zu retten dann wäre auch eine HGÜ Leitung in die USA ein Schnäpchen. Das Ganze geht, so einfach ist das nur gibt es Selbstbeharrungskräfte die es nicht wollen. Ob die Politik es schafft so etwas zu organisieren ist eine andere Frage.

  29. Stefan Briem sagt:

    Bravo hans. Sie haben absolut recht. Endlich spricht es mal jemand aus!
    Es ist zwar Unsinn, den Klimawandel zu leugnen, denn er findet erkennbar statt. Meines Erachtens ist er zweifelsfrei vom Menschen gemacht. Aber selbst wenn man das nicht glauben oder akzeptieren möchte spricht alles, aber wirklich alles dafür, die Energiewende zu wagen und durchzuziehen. Der Sinn und der Nutzen ist so offensichtlich, dass ich mich wirklich wundere, wie intelligente Menschen ernsthaft dagegen streiten können. Eigentlich kann ich mir nur einen einzigen Grund dafür vorstellen: Sie arbeiten für die Energie-Dinosaurier oder ihre Verbände.
    Die Vorteile der Energiewende liegen auf der Hand. Wir bekommen saubere Energie, die so gut wie emissionsfrei gewonnen wird. Wir machen uns rechtzeitig unabhängig von Energie- und Rohstoffimporten, bevor die Rohstoffe ausgehen. Wir schaffen einen Wirtschaftszweig mit hunderttausenden von neuen Arbeitsplätzen.
    Die Energiewende ist eine ingenieurstechnische Großtat. Natürlich kommt es bei einer solchen Umstellung zu Problemen, wie Herr Knoll sie beschrieben hat, aber das sind schließlich alles Dinge, für die sich Lösungen finden lassen. Voraussetzung ist natürlich, und da hat Herr Flessner recht, dass der politische Wille vorhanden sein muss. Unser Wirtschaftsminister hatte die Dimensionen und die Chancen der Energiewende eigentlich erkannt, dachte ich.

  30. Ich habe nichts gegen die Energiewende, die ja eigentlich nur eine Stromwende ist.
    Ich habe genauso wenig etwas gegen ein Perpetuum mobile oder das Schlaraffenland.
    Der «Ghostwriter des Papstes» und seine Mitarbeiter im PIK schätzen die Kosten der Weltenergiewende auf 68’000 Milliarden Euro. Zusätzlich muss unsere Gesellschaft transformiert werden und zwar in einer Weise, die unser Grundgesetz nicht zulässt. Das halte ich für genauso unrealistisch, wie die Suche nach geeigneten Speichern für elektrische Energie.
    Ich vermute, dass wir die Folgen des Klimawandels mit weniger Geld in den Griff bekommen und vor allem können wir dabei unsere Gesellschaftsordnung behalten.
    @Stefan Briem
    Ihre Unterstellung ist ärgerlich. Es bringt doch nichts, wenn ich ebenso antworte:
    „Der Unsinn und der fehlende Nutzen sind so offensichtlich, dass ich mich wirklich wundere, wie intelligente Menschen ernsthaft dafür streiten können. Eigentlich kann ich mir nur einen einzigen Grund dafür vorstellen: Sie arbeiten für die Windenergie-Erzeuger oder ihre Verbände.“

  31. Die Energiewende schafft Arbeitsplätze, aber ist das automatisch positiv?
    Dazu aus einem amerikanischen Buch über Programmieren:
    Zwei Arbeiter stehen auf ihre Schaufel gestützt und sehen einem Bagger zu. Sagt der eine: «Wenn der blöde Bagger nicht wäre, hätten 50 Kollegen Arbeit mit der Schaufel.» Antwortet der andere: «und wenn es unsere Schaufeln nicht gäbe, hätten 5000 Kollegen Arbeit mit dem Teelöffel.»

  32. BvG sagt:

    @Stefan Briem

    „Es ist zwar Unsinn, den Klimawandel zu leugnen, denn er findet erkennbar statt. Meines Erachtens ist er zweifelsfrei vom Menschen gemacht.“

    Es gibt sehr gute Hinweise darauf, daß der Klimawandel auf einem Mangel an Luftverschmutzung beruht. Es besteht seit langem ein Mythos der (Luft-) Reinheit, der noch längst nicht nachgewiesen ist.
    Gleichermaßen besteht ein Mythos der Gewässerreinheit, dessen Nutzen auch nicht nachgewiesen ist. „Menschengemacht“ mag der Klimawandel wohl sein, aber er ist vielleicht auch auf fehlerhafte Interpretationen der „Reinheit“ zurückzuführen.

    In alledem drückt sich die begrenzte Erkenntnis aus, daß man überhaupt noch nicht weiß, ob „Reinheit“ überhaupt biologisch sinnvoll ist.

    Ist schon etwas mystisch, dieses Verlangen nach Reinheit. Umgrenzen kann man dies vielleicht mit der Defintion von Giftstoffen, die biotoxisch sind, aber auch da fehlt es an Kenntnissen.

    Letztlich sind die allermeisten Abfallstoffe irgendwessen Nahrung, und für Giftstoffe findet die Natur stets angemessene Lösungen.

    „Die Dosis macht das Gift“ gilt vermutlich in den meisten Fällen, und „kommt Zeit, kommt Rat“ gilt auch.

    Es kommt biologisch wohl nicht auf Reinheit, sondern auf die Zeit zur Anpassung und die biologische Vielfalt an.

    Im ganzen ist das Problem eher der Mensch:
    Er glaubt, die Systeme zu verstehen und zu beherrschen. Er tut damit aber weder im positiven, noch im negativen Sinne ein gutes Werk. Er versteht es einfach noch nicht.

    Wo ist er Mittelweg?

  33. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Es wird sich eh am Schluss auf eine Stromwende reduzieren. Bei den Autos sind die beiden Modelle die Tesla und Opel dieses Jahr auf den Markt bringen der Anfang vom Ende der Verbrenner.
    Bei der Wärme ist bei Neubauten die Wärmepumpe jetzt schon erste Wahl. Wenn man noch die Belastung von ÖL, Gas und Strom angleicht wird die Wärmepumpe wohl immer die Nase vorne haben. Die Energiewende ist letztlich das Umstellen von allen Anwendungen von Energie auf Strom.

  34. hans sagt:

    http://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=267056&link=http%3A%2F%2Fwww.pv-magazine.de%2Fnachrichten%2Fdetails%2Fbeitrag%2Fgnstige-rahmenbedingungen-fr-photovoltaik-diesel-hybrid-microgrids-in-sambia_100023501%2F
    Ein Beispiel was in der Zukunft die Regel sein kann wenn die Weltenergiewende weiter fahrt aufnimmt. Auch Fluchtursachenbekämpfung wird nur erfolgreich sein wenn man des menschen eine Zukunft bietet vor Ort

  35. Stefan Briem sagt:

    @ Henning Flessner, 19. Juni um 23:59 Uhr

    „Es bringt doch nichts, wenn ich ebenso antworte:
    „Der Unsinn und der fehlende Nutzen sind so offensichtlich, dass ich mich wirklich wundere, wie intelligente Menschen ernsthaft dafür streiten können. Eigentlich kann ich mir nur einen einzigen Grund dafür vorstellen: Sie arbeiten für die Windenergie-Erzeuger oder ihre Verbände.“

    Es ist Ihr Recht, so zu reden. Aber wenn ich für die Erneuerbaren Energien arbeiten würde, würde ich meine Ansichten sicher nicht anders formulieren. Ich habe jedes Wort so gemeint. Die Energiewende ist gut und richtig. Wissen Sie, Ihre Haltung erinnert mich an Diskussionen wie die über bemannte Raumfahrt. Wenn man so an ein solches Projekt herangeht wie Sie an die Energiewende, dann wäre bis heute kein Mensch zum Mond geflogen.

  36. @Stefan Briem
    Sie setzen sich leider mit keinem Argument auseinander. Ihre Lösung ist, dass man schon eine Lösung finden wird.

  37. Herr Wille interviewt in der heutigen Ausgabe Frau Kemfert. Sie fordert mittelfristig effektive Speicherlösungen. Da hätte man doch mal fragen können, an was für Speicher sie denn denkt. Na ja, vielleicht beim nächsten Interview.

  38. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Sie haben zwar recht das hätte man fragen können, aber wahrscheinlich hat man das nicht gemacht weil die Antwort klar ist. Es gibt nicht den einen Speicher sondern mehrere die in ihrem Bereich ihren Teil beitragen müssen. Außerdem unterschätzen sie das Netz. das ist die Hauptlösung für das Problem.

  39. Katja Wolf sagt:

    @ Henning Flessner:
    „Zusätzlich muss unsere Gesellschaft transformiert werden und zwar in einer Weise, die unser Grundgesetz nicht zulässt.“

    Meinen Sie damit die „Große Transformation“
    ( http://www.wbgu.de/fileadmin/templates/dateien/veroeffentlichungen/hauptgutachten/jg2011/wbgu_jg2011_ZfE.pdf )
    ?

  40. hans sagt:

    Eigentlich haben wir das Thema das Bronski vorgegeben hat ein Stück weit verloren. Die Frage ob Windräder vor Ort akzeptiert werden oder nicht? Für Leute wie mich aus dem Rhein Main Gebiet ist das schwer zu sagen. Wenn ich aber sehe das in Schleswig Holstein, nach Jahren des Windkraftausbau, ein Grüner Windkraftbefürworter genug Stimmen bekommen hat um Umweltminister zu werden scheint es so als ob die Vorteile die Nachteile überwiegen können. Vor einigen Tagen war ja ein Artikel in der FR der ganz gut aufgezeigt hat worauf es ankommt. Die Rahmenbedingungen müssen stimmen dann gibt es auch Akzeptanz. Das bedeutet es muss möglichst viel der Wertschöpfung vor Ort bleiben und dann da den Menschen zu gute kommen. Ob unsere Regierung dafür gerade die richtigen Weichen stellt muss man leider bezweifeln. Was mir aber bei den Argumenten die da immer ausgetauscht werden zu kurz kommt ist der Fakt das Windkraft die Luft die ich atme , das Wasser das ich trinke und den Boden auf dem ich lebe nicht verschmutzt. Das gilt natürlich nicht nur für mich. Das man die Grenzwerte von Quecksilber für Seefisch letztes Jahr einfach verdoppelt hat weil Kohlekraftwerke zu viel davon ausstoßen halte ich nicht für einen auf Dauer gangbaren Weg.

  41. #hans
    Der von Ihnen genannte Umweltminister hat gerade erklärt, dass er den Windkraftausbau in Schleswig-Holstein um 10 Jahre strecken muss, da die Akzeptanz in der Bevölkerung fehlt und er nicht neben jede Windturbine ein paar Polizisten stellen kann.
    http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Habeck-will-Windenergie-langsamer-ausbauen,windkraft736.html

  42. hans sagt:

    zu @ Henning Flessner
    Und was ändert das an dem was ich geschrieben habe? Ob SH wirklich 300% seines Bedarfs produzieren soll erscheint mir ohne davon allzu viel Ahnung zu haben eh recht hoch.
    Viele Windräder stehen da aber nicht erst seit gestern.

  43. @hans
    Sie hatten den Eindruck, dass die Windturbinen akzeptiert sind. Herr Habeck hat zumindestens in Sh einen anderen Eindruck.

  44. Es sieht so aus, dass die Initiativen gegen Windturbinen immer aus den direkt Betroffenen kommen. Die grossen, bekannten Verbände wie BUND scheinen in der Regel keine Bedenken zu haben. In einem Beitrag des MDR kam der Vorwurf, dass die Funktionäre der Naturschutzverbände gleichzeitig im Windenergiegeschäft engagiert seien und deshalb nicht tätig würden.
    Die Argumente der Gegner kommen eigentlich immer aus dem Bereich des Tier- bzw. Vogelschutzes. Inwieweit dies nicht nur vorgeschoben ist, lässt sich natürlich nur schwer beurteilen.

  45. hans sagt:

    http://www.fachagentur-windenergie.de/fileadmin/files/Veroeffentlichungen/FA_Wind_Umfrageergebnisse_Herbst2015.pdf
    Ich habe jetzt nur das auf die schnelle gefunden. Sieht aber gar nicht so schlecht aus Das es eine lautstarke Minderheit gibt ist bekannt und das man das ganze mit Augenmaß betreiben sollte ist auch klar. Nach über 10 Jahren Windkraftausbau kann ich aber keinen Grund erkennen warum man die Sache jetzt in den Mittelgebirgen nicht voran treiben sollte.

  46. Warum machen wir das eigentlich mit der Energiewende? Doch um den Klima-Wandel aufzuhalten.
    Was die Einhaltung des Klimavertrages für Deutschland bedeutet, hat GreenPeace-Energy jetzt mal berechnen lassen:
    http://pvspeicher.htw-berlin.de/wp-content/uploads/2016/05/HTW-2016-Sektorkopplungsstudie.pdf
    Es kann doch niemand ernsthaft glauben, dass das geforderte Szenario machbar und bezahlt ist und dabei emittiert Deutschland nur 1% des CO2 der Welt.

  47. hans sagt:

    @ Henning Flessner
    Wenn es das Klimaproblem tatsächlich so gibt das diese Maßnahmen nötig wären die in dem Link beschrieben sind, dann habe ich jetzt schon Mitleid mit unseren Nachkommen. So radikal wird es niemals umgesetzt. Das kann aber nicht bedeuten das wir nicht versuchen sollten so schnell wie es geht voran zu kommen.

  48. @hans
    Ein Mann stand bei Windstärke 12 am Deich und pustete mit voller Kraft gegen den Sturm. Kommt ein zweiter Mann vorbei und sagt: «Das bringt doch nichts.» Darauf der erste: «Ich weiss, aber immerhin besser als nichts zu tun.»

  49. hans sagt:

    @ Hennig Flessner
    Wenn ich wüsste, das morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.

  50. Marie sagt:

    Gut gesprochen, hans.

  51. hans sagt:

    Das ist nicht von mir. Das Zitat geht auf Martin Luther zurück. Ob Wort wörtlich weiß ich nicht.

  52. Frank Wohlgemuth sagt:

    @ Henning Flessner
    „Die Argumente der Gegner kommen eigentlich immer aus dem Bereich des Tier- bzw. Vogelschutzes. Inwieweit dies nicht nur vorgeschoben ist, lässt sich natürlich nur schwer beurteilen.“ (Henning Flessner)

    Die Schwierigkeit besteht darin, die realen Fundzahlen, die bei unterschiedlichen Begehungstechniken und -Rhythmen in unterschiedlichem Gelände erhalten wurden, einigermaßen zuverlässig auf die realen Opferzahlen hochzurechnen. Was man ziemlich sicher sagen kann, ist, dass die Windenergieanlagen erheblich weniger Vogelverluste nach sich ziehen als die bereits existierenden Überlandleitungen für Hoch- und Höchstspannungen: Für die 76 000 Km Leitung im Gebiet der damaligen BRD hatten wir Zahlen im 10 Millionen-Maßstab hochgerechnet.

    Was bei den Windkraftanlagen erheblich hässlicher ist, ist eine besondere Gefährdung einzelner Arten wie z.B. dem Rotmilan, und was die Sache für den Außenstehenden verwirrend macht, ist, dass die Informationen anscheinend das ganze Spektrum vom Alarmismus bis hin zur Abwiegelei abdecken. Hier mal ein Versuch der Einordnung der Daten zum Rotmilan:
    https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/wind/160406-nabu-faktencheck-rotmilan-und-windenergie.pdf

    Aber wie man es dreht und wendet: Je länger man mit Mäßnahmen wartet, desto teurer werden sie. Entweder in Mark und Pfennig oder in Leben bzw. Lebensqualität.

  53. hans sagt:

    Das Problem ist das Strom halt nicht nur einfach aus der Steckdose kommt. Ich habe weiter oben schon geschrieben das wir die vorhandenen Kohlenstoffvorräte für unsere Nachkommen schützen sollten und das dieses für mich der Hauptgrund ist für die Energiewende. Bei dem Thema Klima hoffe ich das es nicht so schlimm wie vorhergesehen kommt. Sonst führen wir hier alle falsche Diskussionen. Die Frage ist ob man das erreichen kann ohne jemanden weh zu tun. Ich denke nein und das die Energiewende dann die beste Lösung ist.

  54. @Frank Wohlgemuth
    Haben Sie die GreenPeace-Studie gelesen? Glauben Sie, dass es durchsetzbar ist, dass in 4 Jahren keine Gasheizungen und auch die viel gelobten Blockheizkraftwerke nicht mehr verkauft werden dürfen. In neun Jahren dürfen nur noch Elektro-Autos verkauft werden und alle Autobahnen und Bundesstrassen haben elektrische Oberleitungen und das ganze natürlich nicht nur in Deutschland, sondern auch in China, den USA, Indonesien, Brasilien, etc. Wenn nicht, dann heisst das, das mit der Dekarbonisierung der Klimawandel nicht aufgehalten werden kann. Man könnte dann auf die Idee kommen, die Klimaforschung in eine andere Richtung zu lenken. Nämlich was machen wir, wenn das Klima sich ändert. Die Ostfriesen, wie sie sicher wissen ein weitsichtiges Volk, erhöht schon mal die Deiche (damit hans Apfelbaum nicht ersäuft).

  55. Frank Wohlgemuth sagt:

    @ Henning Flessner
    „Glauben Sie, dass es durchsetzbar ist, dass in 4 Jahren keine Gasheizungen und auch die viel gelobten Blockheizkraftwerke nicht mehr verkauft werden dürfen.“ (Henning Flessner)

    Nein, das glaube ich nicht. Und weil Sie danach fragen, hier ein kurzes, nicht weiter begründetes Glaubensbekenntnis:

    Wir wären einigermaßen glimpflich weggekommen, wenn wir (d.h. alle auf diesem Globus, die wirtschaftlich starken vorneweg) vor dreißig Jahren angefangen hätten zu reagieren.
    Der Zug ist aber abgefahren und die Zeche werden unsere Nachfahren bezahlen, wobei unsere hier noch relativ gut dran sein werden.
    Ansonsten halte ich wenig von diesen relativ schlichten Trendverlängerungen und hoffe einfach, dass so ein Druck auch zu anderen Lösungen führt als sie hier skizziert wurden. Es muss z.B. nicht sein, dass der Transportbedarf sowohl an Waren als auch an Menschen so bleibt wie er heute ist – sowohl die Gesellschaften wie auch die Wirtschaften werden nicht umhinkommen, sich umzuorganisieren.
    Das heißt aber nicht: „Alles wird gut.“ sondern nur „Alles wird anders kommen.“.