Fünf Erwachsene und ein Kind in Bethlehem

Nun ist es beschlossen: Deutschland geht zum zweiten Mal in den harten Lockdown. Das kommt alles andere als überraschend und ist trotzdem alles andere als schön. Immerhin hat die Politik es endlich geschafft, mit einer einzigen Stimme zu sprechen: Die Maßnahmen gelten bundesweit. Ab kommendem Mittwoch schließt der Einzelhandel (bis auf versorgungswichtige Einrichtungen wie Supermärkte und Apotheken), Versammlungen im Freien werden verboten, private Treffen auf fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten begrenzt (leichte Lockerung an Weihnachten), Schulen und Kitas werden geschlossen bzw. die Präsenzpflicht wird ausgesetzt, außerdem gilt ein Feuerwerks- und Alkoholverbot. So weit der grobe Überblick. Mehr Info hier. Auch Friseure müssen wieder schließen. Was hab ich für ein Glück: Ich konnte am vergangenen Mittwoch noch einen Friseurtermin am kommenden Dienstag um 17 Uhr ergattern, kurz vor Toresschluss. Als hätte ich es geahnt.

covid 19Die Maßnahmen gelten zunächst bis zum 10. Januar und sollen vor allem dazu dienen, die Intensivstationen unsererr Krankenhäuser vor dem Kollaps zu bewahren, denn die arbeiten schon jetzt teilweise dicht an der Belastungsgrenze. Damit zeichnet sich ab, dass wir den Höhepunkt der zweiten Welle ungefähr in drei Wochen sehen werden. Bis dahin werden die Zahlen der Infizierten und mehr noch die der intensivmedizinisch betreuten Patient:innen voraussichtlich steigen. Hoffentlich nicht zu stark. Dann aber sollte die Kurve zu sinken beginnen. Womit sich weiterhin abzeichnet, dass es bei diesen vier Wochen wohl nicht bleiben wird. Intensivpatient:innen verbleiben bis zu fünf Wochen auf den Stationen. Während sich die Welle also in drei Wochen (hoffentlich) abzuflachen beginnt, baut sie sich an den Zugängen zu den Intensivstationen weiter auf, denn es werden weitere Kranke eingeliefert werden, für die gesorgt werden muss. Das Problem ist dabei nicht mal die Zahl der Intensivbetten, sondern das Problem ist, dass das benötigte Personal fehlt. Warum? Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist sicherlich, dass im Gesundheitssystem „gespart“ wurde. Für diesen Euphemismus kann man auch treffender „gekürzt“ setzen. Ich hoffe daher, dass der jetzige Lockdown nicht zu spät einsetzt. (Hier die Zahlen des RKI vom 11.12.2020.)

Weihnachten 2020 wird ein seltsames, ein ungewohntes Weihnachten für uns alle. Vielleicht sollte man da wirklich so rangehen, wie Bertram Münzer es unten in seinem Leserbrief vorschlägt? In jenem Stall in Bethlehem – Sie erinnern sich gewiss alle! – waren die Eltern zugegen, drei „Weise aus dem Morgenland“ und das Kind. Als wäre es mitten in einer Pandemie passiert. Aber gab es da nicht auch noch ein paar Hirten, die zu dem Stall gegangen waren, angelockt durch eine Himmelserscheinung? Nicht zu reden von den vielen Tieren! Wir wollen nicht vergessen: Sars-CoV-2 ist ein zoonotischer Erreger, er kann vom Tier auf den Menschen überspringen und vom Menschen wiederum auf Tiere. Das ist für einige Fälle bei Hunden belegt. Und den umgekehrten Weg, also vom Tier auf den Menschen, so wie alles begann, hat es wohl von Fledermäusen ausgehend geschafft. Wie viele Fledermäuse waren eigentlich in dem Stall in Bethlehem? Das ist nicht überliefert.

fr-debatteNichts Halbes und nichts Ganzes

Die Politiker haben darüber entschieden, dass Familien sich mit bis zu zehn Personen über die Weihnachtsfeiertage versammeln dürfen. Es stellt sich die Frage, wie diese Zahl ermittelt wurde. In der Generation der heute um die Sechzigjährigen war die Einkindfamilie eher selten, drei bis fümf Kinder recht häufig. In dieser Generation leben zum Teil noch die Eltern, die Kinder sind erwachsen und können nicht mehr als Unter-14-Jährige angesehen werden. Es gibt auch in der Nachfolgegeneration bereits Partner, die in die Kernfamilie selbstverständlich mit eingerechnet werden. In meiner Herkunftsfamilie kommen wir so auf 16 Personen.
Jeder, der unsere ganze Familie bei sich zu Hause versammelt, macht sich also strafbar. Ein Ausweichen für ein Gesamtfamilienessen in einem Restaurant wird nicht möglich sein, da diese für eine Woche nicht öffnen werden, obwohl bekannt ist, dass die Virusübertragung in Restaurants bei Einhaltung der Hygienekonzepte eher unwahrscheinlich ist. Man wird sich also mit Teilmengen versammeln in kurzer zeitlicher Abfolge. Die von den Politikern und Virologen geforderte Kontaktbeschränkung wird mit diesen Teilmengentreffen konterkariert. Die Lockerungen für Weihnachten sind also nichts Halbes und nichts Ganzes.

Elisabeth Baumann, Essen

fr-debatteWas bleibt übrig für die Länder des Südens?

Aus der „Gleichung mit vielen Unbekannten“, die Pamela Dörhöfer im Zusammenhang mit der hoffentlich bald beginnenden Impfung gegen Covid 19 anspricht, möchte ich einen Aspekt herausgreifen. Haben die armen Länder ein Chance an den Impfstoff zu kommen?
Hieß es im Frühjahr noch, der Impfstoff sei ein „globales öffentliches Gut“, das „für alle Teile der Welt“ zugänglich sein müsse, so Angela Merkel, ist heute ein Wettlauf zwischen Großbritannien, den USA und der EU entstanden,wer sich die meisten Impfdosen unter den Nagel reißt. Die reichen Länder des Nordens haben inzwischen mehr als die Hälfte der zukünftigen Produktion für sich reserviert. Was bleibt da für die Länder des Südens? Brasilien und andere Länder werden als Versuchskaninchen mißbraucht. Und Afrika?
Die hehren Versprechungen vieler Staatschefs im Frühjahr sind den knallharten Gesetzen des kapitalistischen Marktes gewichen.
Dabei schreibt Pamela Dörhöfer zu recht: „Eine Pandemie lässt sich nur beenden, wenn die Krankheit überall zurückgedrängt wird“.

Gregor Böckermann, Neu-Isenburg

fr-debatteWorunter der Handel wirklich leidet

Der FDP geht es nicht um die Bewältigung der Corona-Krise, geschweige denn um die Beschäftigten – meist Frauen – im Einzelhandel. Der Schutz der Beschäftigten wird hier fahrlässig aufs Spiel gesetzt, um scheinbar ein Mittelstandklientel zu bedienen. Verdi, KAB und Kirchen tun gut daran, dagegen zu halten zum Wohle und der Gesundheit der Beschäftigten. Denn der Innenstadthandel braucht längst ganz andere Hilfen. Um Innenstädte zu beleben, bewohnbar zu machen und den stationären Handel attraktiver zu gestalten, ist die Abschaffung des freien Sonntags kein Rezept. Der Handel leidet unter nicht bezahlbaren Mieten und Nebenkosten und Einkaufszentren am Stadtrand, wofür auch die FDP mit ihrer Politik verantwortlich ist. Zusätzliche Öffnungen an Sonntagen verschärfen das Infektionsrisiko der Beschäftigten und Kunden und erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines harten Lockdown, wie ihn MP Bouvier bereits angekündigt hat. Der Gesetzesentwurf der FDP zielt insgesamt auf die Streichung des gesetzlich vorgegebenen Anlassbezugs und langfristig auf den weiteren Abbau des arbeitsfreien Sonntags, wie ihn das Grundgesetz garantiert.

Matthias Rabbe, Köln

fr-debatteDas schönste Geschenk, das man machen kann

Erst der (Weihnachts)-Kommerz und dann die Gesundheit: Das sind die aktuellen politischen Prioritäten. Bis Weihnachten sind es ab heute (8. Dezember) noch 16 Tage. Im allerschlimmsten Fall – wenn alles so bleibt, wie es ist – sterben mehr als 6 000 (16 x 400) Menschen während dieser Zeitspanne an diesem teuflischen Virus. Dieser Preis ist einfach zu hoch für Konsum- und Glühweinrausch. Ich hoffe, dass diese Einsicht auch die Entscheider erreicht, die sich noch winden. Nicht alle, aber viele. Die Berater sind sich derweil wohl einig. Es hilft nur ein harter Lockdown. Nicht in der ruhigen Phase zwischen den Jahren und danach, sondern jetzt. Die Welle muss nicht gebrochen, sie muss endlich gestoppt werden. Appelle an die Vernunft gingen und gehen ins Leere. Ich war heute in einer Kleinstadt gleich ums Eck. Dort wird darum gebeten, in einem bestimmten Bereich Masken zu tragen. Die meisten tun es. Eine erkleckliche Zahl aber nicht. Die simpelsten Maßnahmen werden ignoriert. Mögliche Folgen sind bekannt. Und jetzt? Noch predigen Politiker die Mär vom friedlichen Fest der Familie. Schwärmen vom Festmahl an der großen Tafel (Immerhin 10 Personen + unbegrenzt Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren dürfen dabei sein) und der Bescherung unterm Baum. Süßer die Glocken nie klingen. Vielleicht wäre es ja mal schön, den kleinen Rahmen zu wählen, wie damals in Bethlehem. Maria und Josef waren da. Und natürlich Jesus, das neugeborene Kind, dessen Geburtstag wir ja zum Fest feiern. Sie erinnern sich? Und selbst mit den Besuchern aus dem Morgenland wären es dann nur 5 Erwachsene und das Kind. Ein gutes Beispiel. Und JA, es wäre einsamer. Doch vielleicht schenken wir so (im wahrsten Sinne des Wortes) Gesundheit. Und das ist doch wohl das schönste Geschenk, das man machen kann.

Bertram Münzer, Gütersloh

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51 Kommentare

  1. Friedrich Gehring sagt:

    RKI-Chef Wielers „große Sorgen“ um Pflegebedürftige irritieren zum jetzigen Zeitpunkt. Schon im Frühjahr war bekannt, dass etwa im Bezirk Tirschenreuth die vierfache Todesrate gegenüber dem schwedischen Durchschnitt auf dem fehlenden Schutz in Pflegeheimen beruhte. Am 1.9.2020 besuchte ich meinen Onkel (87 Jahre, Dialysepatient) im Pflegeheim und trug eine apothekenfrische FFP2-Maske, er nicht, denn den Gepflegten wurden keine Masken auferlegt oder angeboten. Dass dies wohl keine Ausnahme war, entnahm ich der Äußerung von Hendrik Streek, für Barrieren zugunsten besonders zu schützender Personen sei der „Sommer nicht genutzt“ worden (FR vom 28.10.2020, S. 3). Nun im Dezember ist das RKI immer noch besorgt, denn der Schutz in den Heimen „gelinge … weniger gut“. Es werden keine Verbesserungen für die Heime empfohlen, sondern man empfiehlt der Allgemeinheit weiter die lumpigen Alltagsmasken, mit denen die Fallzahlen trotz Teillockdown nicht wirklich sinken. Statt die wirksameren FFP2-Masken zu verteilen, die in riesiger Zahl vom Gesundheitsminister aus Steuergeldern überteuert beschafft wurden, werden diese irgendwo gelagert und sind in Apotheken zu kaufen um ein vielfaches der realen Fertigungskosten. Hier bleibt die Glaubwürdigkeit von RKI und Regierung auf der Strecke, was Verschwörungstheorien fördert. Wenn im Freien bei geringerer Ansteckungsgefahr polizeilich kontrolliert wird, ob Masken korrekt getragen werden, dann muss erst recht in Heimen überwacht werden, ob dort die Pflegebedürftigen geschützt werden. Gerade ein CDU-Gesundheitsmister müsste dafür sorgen gemäß dem biblischen 4. Gebot (2. Mose 20, 12 “ … auf dass du lange lebest“).

  2. Peter Boettel sagt:

    Wie verschiedentlich kritisiert, hat die Regierung im Sommer, wissend um die zweite Welle im Herbst, wichtige Maßnahmen verschlafen. So z.B. die Voraussetzungen zur Novemberhilfe für Kleinunternehmen wie Gastronomie, Kultur u.a., die sich in den Januar (oder sogar später) retten müssen.

    Zum anderen hätte man viel früher, als die Infektionszahlen bereits seit August wieder gestiegen sind, einen stärkeren Lockdown statt einer Salamitaktik verhängen müssen.

    Ebenso war es fatal, die Ignoranten, Falsch-, Schräg- oder Nichtdenker in diesem Umfang gewähren zu lassen. Denn diese sind durch ihr schädliches Verhalten ohne Maske und ohne Abstand nunmehr Mitverursacher der zunehmenden Infektionszahlen. Dies wird viel zu wenig publiziert und diesen Grundrechts-Falsch-Interpreten (denn sie gefährden das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit der Mitmenschen) entgegen gehalten.

  3. Hermann Roth sagt:

    „Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht“, musste bereits Karl Valentin vor langer Zeit feststellen. Diese Aussage trifft leider auch weitgehend auf die mediale Auseinandersetzung mit der Corona-Politik der Bundesregierung zu. Glücklicherweise gibt es einzelne Stimmen, die fundierte und konstruktive Kritik an bestimmten Maßnahmen und an fragwürdigen Entscheidungen äußern, ohne dass sie die grundsätzliche Notwendigkeit von Maske und Abstand in Frage stellen. Stephan Hebel fasst in seinem Leitartikel die wesentlichen Kritikpunkte an den aktuellen Entscheidungen und am geplanten Infektionsschutzgesetz zusammen und macht deutlich, dass die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte auch das deutsche Gesundheitswesen vorwiegend auf Profit getrimmt hat und dass damit auch negative Folgen für die Pandemiebekämpfung verbunden sind. Wie notwendig eine vernünftige und abwägende Auseindersetzung mit den Corona-Maßnahmen ist, zeigt auch der lesenswerte Gastbeitrag von Susanne Gölitzer „Was Kinder in Krisenzeiten besonders brauchen“. Dieser Beitrag macht deutlich, wie wichtig Präsenz in einer freundlichen und wohlwollenden Atmosphäre für viele Kinder ist, und dass es für diese Bedürfnisse keine „digitalen Lösungen“ gibt. Wer nur die verengte Sicht mancher VirologInnen für absolut richtig ansieht, blendet alle anderen Aspekte der Pandemie völlig aus. Ich bin der FR dankbar für die Weitung des Blicks auf andere Aspekte und Sichtweisen dieser Pandemie.

  4. Die Tagesschau vermeldete gestern 23679 Fälle mit Covid-19-Nachweis für den 10.12., auf der RKI-Website finde ich aber heute für den gleichen Tag nur 14059 gemeldete Fälle. Woher beziehen Herr Wieler und die Tagesschau ihre Zahlen, wenn nicht vom RKI?
    Gerne wüsste ich auch, ob nach wie vor nur das SARS-Cov-2 Familiengen beim Test betimmt wird oder auch das spezifische Covid-19-gen. Das bedeutete eine riesigen Unterschied hinsichtlich der Beurteilung.

  5. Klaus Schnell sagt:

    Da hat der Kommentator wohl Ursache und Wirkung völlig falsch verstanden. Hätten Bürger:innen im Vorfeld neuer Einschränkungen besonnen agiert, und sich gegenüber ihren nicht so „partyaffinen“ Mitmenschen sozial, solidarisch, und weniger egoistisch an die bis dato geltenden Regeln gehalten, hätte es dieser neuerlichen Maßnahmen nicht bedurft. Leider war dies nicht der Fall, sodass jetzt wieder Alle mit den verschärften Vorgaben leben müssen. Statt die Regierungsverantwortlichen mit anklagendem Lamento zu überziehen, hätte P.v.B. sein Forum besser nutzen sollen, um die Mitbürger:innen zur Solidarität in schwierigen Zeiten zu ermuntern.

  6. Dr. Andreas Fischer sagt:

    Sehr geehrter Herr von Bebenburg, Sie haben sich gegen Ausgangssperren als Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgesprochen. Sie empfinden die Maßnahme als unbesonnene Einschränkung unserer bürgerlichen Freiheiten und bezweifeln, dass Partywillige dadurch von ihren Aktivitäten abgehalten werden können.
    Ich bin Arzt in einem Frankfurter Krankenhaus. Wir haben die dritte Intensivstation zur Behandlung von Patienten aufgemacht, damit sowohl Covid-Kranke, als auch andere Intensivpatienten behandelt werden können. Als mündige Bürger haben wir es nicht geschafft, uns so zu verhalten, dass die Infektionen sich in Grenzen halten.
    Unsere verantwortlichen Politiker haben sich zu vorsichtigen Maßnahmen entschieden in der Hoffnung ohne zu viel Missmut, wirtschaftlichen Schaden und Nachteile bei der Entwicklung unser Kinder die Anstiegswelle zu bremsen. Es ist ihnen nicht gelungen. Von daher ist es dringend erforderlich, drastische Maßnahmen zu ergreifen, weil in Studien nachgewiesen ist, dass Kontaktbeschränkungen, die schnell eingeführt werden, am schnellsten dazu führen, die Infektionszahlen nach unten zu drücken.
    Die effektivste Methode wäre ein kompletter Lockdown. Wenn man sich dazu nicht entscheiden will, ist es logisch, den Lockdown auf das Freizeitverhalten zu beschränken. Ihre Bedenken, dass ausgeliehene Hunde, private Ganznachtfeiern und Ähnliches die Ausgangssperre umgehen, ist kein Argument gegen die Wirksamkeit der Maßnahme, sondern ein Hinweis, was getan werden muss, um verständlich zu machen, was jeder von uns dazu beitragen kann, dass die Infektionszahlen wieder sinken. Da unsere Einsicht offensichtlich nicht ausreicht, braucht es die ordnende Hand der Obrigkeit.
    Ich würde mir von Ihnen wünschen, dass Sie zu mehr Besonnenheit bei uns Bürgern aufrufen: Trage ich mit dem, was ich gerade mache, mit wem ich mich gerade treffe, zu mehr oder weniger Corona-Verbreitung bei?

  7. Fritz Hahnkamp sagt:

    Herr von Bebenburg schreibt, dass eine Ausgangssperre die Grenzen des Zumutbaren überschreitet. Dazu drei Anmerkungen: Wo liegt und wer bestimmt die „Grenze des Zumutbaren“? Nicht die politischen Anordnungen sind eine Zumutung, sondern das Corona-Virus und die Menschen, die das Virus durch Egoismus und Rücksichtslosigkeit weiter verbreiten. Unsere Eltern und Großeltern haben im Krieg und auf der Flucht noch ganz andere Einschränkungen und Zumutungen ertragen müssen.

  8. Peter Boettel sagt:

    @ Fritz Hahnkamp:

    Ganz genau, dem ist nichts hinzuzufügen.

  9. Jürgen Malyssek sagt:

    Weihnachten ist für die Menschen von ganz unterschiedlicher Bedeutung, was das Erreichen ihres Seelenfriedens angeht. Das kann jeder für sich ausmachen und entsprechend begehen.
    Aber den Kommerz, den dieses Fest entfacht und entfachen soll, das ist doch an Verlogenheit und Gewissensdruck durch nichts mehr zu überbieten. Neben des auferlegten Geschenkezwangs, überfordert und vereinsamt es viele Menschen noch zusätzlich, durch die Bedeutungserhöhung. Der Druck wächst, der Mensch ist manipulierbar, die Heiligsprechung des Weihnachtsfestes hält dem wirklichen Leben nicht stand.
    So ist auch die Politik in diese Falle der Bedeutungserhöhung getappt und hat Ausnahmen für die Festtage verkündet, die sowas von kontraproduktiv im Hinblick auch die notwendigen Kontaktreduzierungen sind, dass inzwischen berechtigte Zweifel an diesen Lockerungen aufgekommen sind.

    Die Einsamkeit, das Einsamkeitsgefühl von Menschen ist eine Realität. Das ist menschlich und darüber hinaus ganz unterschiedlich angelegt. Nur, so, wie heute Weihnachten hochgepuscht wird, muss man verdammt gute Nerven haben und selbstbewusst sein, um nicht in diesen Sog der tiefen Depression oder seelischer Überforderung, einschließlich des Geschenkedrucks zu geraten. Es wird ein Familienbild suggeriert, das es so nicht gibt und wahrscheinlich auch nie gegeben hat.

    Die biblische Schrift und Jesus können nichts dafür, dass es so ist, wie es geworden ist: Kommerz, kostspielige Lichtermeere, Harmoniezwang, Idealisierung, Druck ohne Ende.

    Die Weihnachtsgeschichte muss man gar nicht in Frage stellen. Geschichten braucht der Mensch. Auch der Glaube ist Ordnung. Jeder, wie er’s empfindet. Aber so, wie Weihnachten hochgepuscht worden ist, so vergrößert es nur das seelische Elend vieler Menschen, die dem Druck nicht standhalten oder die erst gar nicht die Möglichkeit haben Freunde, Familie, ein richtiges Zuhause zu haben.
    Weihnachten: Mal einfach stille halten. Das wäre was!

    Deshalb, jetzt in dieser wichtigen Zeit der Pandenemie, runterzufahren, das öffentliche Leben kurz zu halten, Kontaktreduzierung und nachzudenken (vor allem darüber, wie beispielsweise Menschen in den Kliniken arbeiten wie die Berserker, um Menschenleben zu retten!).

    Vieles Treffende hat Bertram Münzer (oben) geschrieben: „Das schönste Geschenk, das man machen kann …“

  10. Rotraut Lommel sagt:

    Gerade als selbsternanntes Sprachrohr für die die sog. „Abgehängten“ sollte sich dieser Punk Philipp Tägert Gedanken darüber machen, dass ausgerechnet sein Klientel, so frech und lustig seine proletarischen Helden auch „rüberkommen“, genau diejenigen sind, die durch die Pandemie am meisten leiden werden: Mindestlöhner in prekären Wohnverhältnissen. Und hier kommt in seinen Statements, hoffentlich nicht beabsichtigt,eine Form von Sozialdarwinismus zur Geltung, s.a. Amerika, wo offensichtlich durch Unterlassung in Kauf genommen wird, dass die Seuche ganz bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders stark betrifft. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse soziologischer Forschung zum Thema: Erkrankungs – und Sterbehäufigkeit in definierten Bevölkerungsgruppen. In diesem Sinne verweise ich auf das Interview mit Herrn Žižek und das Zitat von Jared Kushner: Trump hat Covid von den Ärzten bekommen und es den Menschen zurückgegeben. Zynischer kann man eine Revolution von oben nicht beschreiben: Die Menschen, die durch Covid verloren gehen, sind den Aufwand staatlicher Vorsorge nicht wert! Auch durch Grippe können viele Menschen dahingerafft werden, dieses Virus jedoch sorgt bei demjenigen, der die Akutsituation überlebt, aber in Folge davon an schweren Organschädigungen leidet, für ein langes Gedenken.

  11. Jürgen Malyssek sagt:

    Slavoj Žižek spricht unter anderem von den Menschen, die in der Situation der Pandemie die soziale Isolation beklagen. Dem entgegnet er, dass wir sozial so verbunden wie schon lange nicht mehr und damit total überreizt seien. Damit ist nicht alleine das digitale Wachstum gemeint. Wir sollten unterscheiden zwischen einer realen sozialen Isolation von Menschen, die ausgeschlossen, abgehängt oder wirklich einsam leben und der einer vorübergehenden reduzierten Kontaktsituation durch die Pandemie. In einer großen Breite der Bevölkerung sind wir doch alles andere als kontaktarm. Die Erreichbarkeit ist doch durch die technologische sich ständig steigernde Optimierung von Kontaktmöglichkeiten immer einfacher geworden, mit dem Preis des zeitweiligen Fehlens der (authentischen) körperlichen Nähe. Das war bereits vor Covid-19 so.
    Ein anderer wichtiger Punkt in den Überlegungen von Žižek, ist das, was die Überschrift sagt: Die Pandemie ist nur eine Probe für die wirkliche Krise!
    Die wirklichen Herausforderungen kommen erst noch: Lebensstile und -gewohnheiten müssen auf den Prüfstand, die Ungerechtigkeit der Verteilung von materiellen Ressourcen ist schier unerträglich geworden. Wie wird der Mensch in Zukunft mit Katastrophen, Plagen und Kriegen umgehen? Wenn wir den Planeten und damit uns retten wollen, ist eine Epochenbilanz des kapitalistischen Systems, das auf Ausbeutung und Vernichtung von Lebensgrundlagen aufgebaut ist, überfällig.
    In der „Pest“ von Albert Camus finden wir diese Grundgedanken vor allem im Schlussteil des Romans: “…dass der Pestbazillus nie stirbt und nie verschwindet, dass er jahrzehntelang in den Möbeln und in der Wäsche schlummern kann, dass er in Zimmern, Kellern, Koffern … geduldig wartet und vielleicht der Tag kommen würde, an dem die Pest zum Unglück und zur Belehrung der Menschen ihre Ratten wecken und zum Sterben in eine glückliche Stadt schicken würde“.
    Die Pest sei die Seuche zugleich Plage und Offenbarung. Sie bringe die verborgene Wahrheit einer korrupten Welt ans Licht, schreibt Jacqueline Rose in Lettre International (Sommer 2020): Es geht ums Ganze!
    Und Slavoj Žižek: „Es wird entweder sehr viel schlimmer oder sehr viel besser werden. Das liegt an uns. Covid-19 wird nicht einfach verschwinden.“

  12. Thomas Ewald-Wehner sagt:

    Nicht das erste Mal hat sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier als erster Regierungs-Gesundbeter betätigt. Im FR-Interview orakelt der CDU-Minister und betont das Funktionieren der „Selbstheilungskräfte“ der Wirtschaft. Meint der Minister die vielen zum 31.12.2020 anstehenden Betriebsschließungen und Betriebsaufgaben? Nimmt er die zahlreich anstehenden Insolvenzen vorweg, die als Ergebnis der massiven „Einschränkungen“ der Pandemie zu werten sind? Für das dritte Quartal 2020 sah er sogar einen „Bilderbuchaufschwung“ der Wirtschaft …
    Ist Peter Altmaier jetzt der erste „Regierungs-Querdenker“ oder hat er dem „Wahnsinn“ die Pforten geöffnet? Wo lebt der Mann, der sich als Wirtschaftsminister betätigt?
    Wer so redet, verhöhnt die vielen Verlierer und verharmlost die existenzvernichtenden „Einschränkungen“. Da helfen dann auch nicht die massiven Personalaufstockungen für 2021 der „Bundeszentrale für politische Bildung“, die dem politischem „Extremismus“ Einhalt gebieten sollen.

  13. Helga Günther-Wüstenfeld sagt:

    Sie schreiben: „Menschen über 80 sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sollen nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zuerst gegen Corona geimpft werden. Danach sollen u.a. Menschen mit geistigen Behinderungen oder Demenz geimpft werden, die in Heimen leben.“
    Zunächst erscheint es sinnvoll, zuerst diejenigen zu impfen, die stärker gefährdet sind an Covid 19 zu sterben: Die Alten in Heimen. Dann aber kommen Bedenken: Was ist, wenn dieser neue mRNA-Impfstoff Nebenwirkungen hat? Sind Nebenwirkungen schon bekannt? Ist es richtig, alte Menschen, die oft chronische Erkrankungen haben, die i.d.R. Medikamente einnehmen und möglicherweise schon ein Leben lang Toxine in ihrem Körper angehäuft haben, zu impfen mit einem Impfstoff, der in der Kürze der Zeit toxikologisch nicht untersucht wurde? Wird vor dem Impfen bei jedem alten Menschen eine Anamnese gemacht? Werden die Alten nach dem Impfen auf Symptome hin untersucht, die mit dem Impfstoff in Verbindung stehen können? Werden auch jüngere Menschen vor dem Impfen anamnestisch untersucht? Sind der Zwang und die Eile in Zeiten einer Pandemie so groß, dass Vorsichtsmaßnahmen nicht getroffen werden?
    Besonders verunsichert mich die Entscheidung, Demente, geistig Behinderte und Asylbewerber vorrangig zu impfen, also Menschen, die sich i.d.R. nicht wehren können und nicht über Symptome möglicher Nebenwirkungen genau Auskunft geben können. Glücklicherweise ist meine 99-jährige demente Mutter mit Corona schnell gestorben und hat sich diesem Experiment somit rechtzeitig entzogen. Für mich bleibt die Frage, ob eine Patientenverfügung mich vor einer Impfung in dementem Zustand bewahren kann. Die Nebenwirkungen eines Impfstoffes, der mich vor achtzehn Jahren in gesundheitlich belastetem Zustand getroffen hat, wirken noch heute nach.

  14. Jörg Kempfer sagt:

    Ich stimme völlig zu: Wenn Ausgangssperren nicht mehr einen „Reflex“ der Verteidigung unseres Sinns bürgerlicher Freiheiten auslösen, dann sähe es schlimm aus um diese Republik – bzw. sieht es wohl. Wenn ich die Leserbriefe zu von Bebenburgs Kommentar lese. Natürlich sollte dieser Reflex gleichzeitig das Grübeln der Vernunft aktivieren: Und die sagt, dass das Virus seine „Aufgabe“ erfüllt, uns alle ansteckt, solange wir in irgendeiner Weise gesellschaftlich leben, und seien wir dabei noch so besonnen. Auf die bösen Uneinsichtigen zu schimpfen, ist völlig daneben. Wenn die „Ansteckung“ durch Impfung erfolgt: besser. Gezielter Schutz all derer (ich gehöre dazu), die ein erhöhtes Risiko tragen, an dem Virus erheblich zu erkranken, tut schon seit Monaten not – die Politik hat versagt. Ein Herunterfahren sozialer Institutionen hat es im März/April gebracht, jetzt nicht mehr. Nun ja, vielleicht ein verzweifelt-unzulängliches Lockdownen, aber bitte auch ein Hochfahren des politischen Scharfsinns für eine künftige Sozial- und Gesundheitspolitik.

  15. Heidrun Wilker-Wirk sagt:

    Ein Gewebe besteht aus Kette und Schuss. Die Längsfäden ergeben die Kette, der Schuss sind die Querfäden. Diese machen das Gewebe stabil, sonst gäb’s Gelapper. Vergleichbar das Meinungsgewebe: Die Längsfäden sind der Mainstream, die „quergeschossenen“ Fäden stabilisieren und runden die Meinung ab, sonst gäb’s Gelaber.
    Quer ist sowas von systemrelevant, dass es den Namensgebern einer „neuen Denkrichtung“ eigentlich peinlich sein müsste, diese Silbe gekapert und besetzt zu haben. Sie heften sie sich quasi als Orden auf die Brust und tun so, als seien sie die einzigen, denen etwas auffällt. Nein, quer ist ganz was anderes.
    Quer-Fäden sind die Oppositionellen in den Parlamenten, die Glaubensgemeinschaften in einer nahezu säkularisierten Welt, die Widerspruchsgeister im Klassenverband. Quer-Faden ist die Bürgerinitiative, die auf ein vergessenes Detail hinweist. Quer-Faden ist hoffentlich jeder mal, zumíndest in der Pubertät.
    Holen wir uns also die missbrauchte Vokabel zurück! Für die Fremdnutzer wird sich schon auch eine Bezeichnung finden. Wenn ein Gericht z.B. eine Veranstaltung der Quirl-Denker zulassen muss; wenn die Tagesschau über eine Quirl-Denker-Kundgebung mit 2000 Teilnehmenden berichtet; wenn der Verfassungs-schutz die Quirl-Denker unter die Lupe nimmt und auch so benennt oder wenn Soziologen die Ziele der Quirl-Denker anaysieren und die Auswertung veröffentlichen – dann wird jeder wissen, wer und was gemeint ist. Und die Silbe quer bezeichnet dann wieder ein legitimes Element der Meinungsbildung: Man kann längsargumentieren und querdiskutieren, längsschreiben, querschießen, querhandeln, längs- und querdenken, ohne sich in eine ungewollte Ecke gestellt zu sehen.

  16. Jürgen Hempel sagt:

    Der Lockdown light ist gescheitert. Und schon machen große Teile der Bevölkerung die Politiker dafür verantwortlich. Sind wirklich die Ministerpräsidenten und die Kanzlerin dafür verantwortlich? Das glaube ich nicht. Der erste Lockdown hat nur funktioniert, weil kein Bürger wusste, was auf ihn zukommt. Und alle Menschen haben sich größten Teils an die Auflagen gehalten. Doch jetzt zur zweiten Welle glauben viele Menschen aus dem ersten Lockdown gelernt zu haben, mitnichten. Wenn es heißt, max. 5 Personen aus zwei Haushalten, dann können nicht vier Personen aus vier Haushalten sich in der eigenen Wohnung, bzw. in einem Pkw sitzen. Oder, wenn Kontaktdaten aufzuschreiben sind , dann hat man dem auch zu folgen. Mit falschen Daten lassen sich keine Rückverfolgung erledigen. In schwierigen Zeiten wird der Datenschutz ausgeklammert. Es dient dem Wohle aller Bewohner Deutschlands. Doch die Hauptverantwortlichen für die Zunahme der Infektionszahlen sind die Querdenker und Covididioten. Überall waren Großdemo’s, von den Teilnehmern trugen kaum jemand einen Mund- Nasenschutz. Und von Mindestabstand ganz zu schweigen. Aus allen Bundesländer waren Bürger aus ganz Deutschland nach Berlin angereist. Wer sich dort infiziert nimmt das Virus auch mit nach hause. Bei einer Ansteckungsrate von 1 zu 1 könne es in sieben Tagen zu mehr als eine Million Infizierte sein. Das beste Beispiel kommt aus Sachsen, das Bundesland hat die höchste Corona – Dichte. Und warum ?: In Leipzig gab es eine Demo mit mehreren Zehntausend Menschen, selten hatte einer eine Mund – Nasenbedeckung. Und Mindestabstand gab es auch nicht. Und nun ist die Bescherung da.

  17. Wielant J. Hoffmann sagt:

    Gegen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Leipzig, Frankfurt usw. demonstrieren, mit dem Risiko der vielfachen Infektion der Teilnehmer und der Weitergabe der Viren an Menschen, die auch den sog. „Querdenkern“ am nächsten stehen? Ist das Querdenken oder ist das absolute Rücksichtslosigkeit? Sehr gut wäre es, wenn alle Demonstranten danach freiwillig für 14 Tage in Quarantäne gingen, um niemanden zu infizieren! Brauchen wir ein Gesetz für Menschen, die mutwillig sich und andere in Gefahr einer Infektion bringen, damit sie danach sofort in Quarantäne kommen? Wir wollen alle nicht unnötig gefährdet werden!
    Die jetzigen Maßnahmen sind abgewogen und kein absoluter Schutz des Lebens und kein absoluter Stopp der Wirtschaft. Jeder sollte sagen: Ich halte mich an die Maßnahmen, wenn diese von unseren Volksvertretern so beschlossen wurden, auch wenn ich nicht alles als richtig empfinde! Zwei Meter Abstand bei Demos! Abstand im Freien von Anderen hilft gegen jede Infektion!

  18. Peter Boettel sagt:

    @ Wielant J. Hoffmann:

    Sie fragen zu Recht: “ Ist das Querdenken oder ist das absolute Rücksichtslosigkeit?“ Der Begriff „Querdenken“ wird schon seit Jahren von anderen Institutionen besetzt.

    Diesen Begriff zu verwenden, ist daher eine Anmaßung von Leuten, die zusammen mit Neonazis gegen eine angebliche Einschränkung von Grundrechten demonstrieren, während sie selbst das Grundrecht ihrer Mitmenschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit durch ihr Verhalten völlig missachten.

    Sie stecken – man kann schon behaupten – vorsätzlich die anderen an und nehmen dann noch für sich eine Behandlung in den ohnehin überfüllten Kliniken in Anspruch.

    Daher ist es m.E. sowohl Falsch- oder Nichtdenken als auch absolute Rücksichtslosigkeit.

    Ihr Leserbrief in der Printausgabe vom 15.12.2020 findet daher meine volle Zustimmung.

  19. Josef F. Draxinger sagt:

    Gerade in dieser Zeit der Corona-Pandemie muss die Diskussion über die ökonomisch-soziale Situation der armen Staaten verstärkt werden, um das Politik-Establishment mit größtem Nachdruck auf dessen ethisch-moralische Verantwortung hinzuweisen. Die ärmeren Bevölkerungsschichten müssen den Impfstoff gegen das Corona- Virus – sobald vorrätig – kostenlos erhalten. Die Vertreter aller Religionen müssen sich für diese humane Forderung einsetzen!
    Die überwiegende Mehrheit der Menschen z. B. Afrikas gilt als arm. Die Menschen sind arm, weil die überreichlich vorhandenen Rohstoffe den Kontostand der unverfroren-korrupten afrikanischen Herrscher auf ausländischen Banken, nicht aber den Lebensstandard der breiten Bevölkerung erhöhen, die vielfach von zwei Dollar am Tag leben muss. Über diese Potentaten kann man sich u.a. beim britischen Statistikbüro „Afrika Ranking“ allein hinsichtlich der acht reichsten Präsidenten etc., von Ministern, sonstigen Funktionären und Ausbeutern der Systeme gar nicht zu reden, kundig machen wie z. B. über:
    1. Jose Eduardo Dos Santos, Angola, Vermögen von mehr als 20 Milliarden Dollar. Das Land wird wie ein Familienbetrieb geführt, alle Schlüsselpositionen sind mit Angehörigen besetzt, eine Tochter wird bei Forbes mit einem Privatvermögen von 4 Milliarden gelistet.
    2. König Mohammad VI. von Marokko, 5 – 7 Milliarden Dollar.
    3. Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, Äquatorialafrika, Vermögen ca. 3 Milliarden Dollar (nach einem Militärputsch gegen seinen Onkel – den er töten ließ – an die Macht gekommen).
    4. Uhuru Kenyatta, Kenia, Vermögen ca. 3 Milliarden Dollar (Sohn des ersten Staatschefs Kenias , Yomo Kenyatta, nach Ende der Kolonialzeit, mit weiterem Milliarden-Vermögen der restlichen Familienmitglieder.
    So ließe sich die Liste fortführen. Wie sollen sich diese Länder wirtschaftlich entwickeln, wie soll Armutsbekämpfung möglich sein, wenn die Finanzmittel nicht im Land investiert, sondern zu den Schweizer Banken transferiert und insgesamt jährlich Dutzende Milliarden Dollar außer Landes geschleust werden, wozu wesentlich das Ausmaß des unvorstellbaren Korruptionssumpfes beiträgt.

  20. Carmen Horstmann sagt:

    Mir hat die Bezeichnung Quirldenker sehr gut gefallen, weil für mich das Wort Querdenker positiv besetzt ist und leider von diesen Pandemieleugner missbraucht wird. Für diese „Denker“ habe ich folgende Vorschlag. Unter der Leitung von Herrn Höcke und Co. werden in den AFD – Hochburgen und Coronabetroffenen Hotspots Hallen angemietet und als evtl. Lazarette für Gleichgesinnte eingerichtet. Frau Weidel und Frau von Storch fungieren als Oberinnen und unterweisen die sich zahlreichenden meldenden Helferinnen in der Betreuung . Die zahlreichen Mediziner die bei den Demonstrationen und Internetauftritten Covid19 leugneten garantieren beste medizinische Versorgung. Dies würde unsere Krankenhäuser entlasten und die im Lazarett Versorgten können sich darauf verlassen das nur gleichgesinnte Deutsche behandelt werden. Es erinnert zwar an vergangenen Zeiten, aber für die ewig Gestrigen ist es wohl ein probates Mittel.

  21. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Josef F. Draxinger

    Guter Hinweis („Afrikas Reichtum“) und bemerkenswerte Herrscher-Beispiele!

    @ Carmen Horstmann

    Sagen wir mal so: Strafe muss sein! Und: Die überforderten Gesundheitsämter bekämen wirkungsvolle Entlastung bei der Verfolgung der Infektionsketten. Da käme schon was zusammen.

    Eine diesbezügliche Petition würde ich mitunterzeichnen.

  22. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Peter Boettel

    Hallo Herr Boettel,

    „Querdenker“ ist nicht nur eine Anmaßung, es ist eine von vielen „feindlichen Übernahmen“ von Begriffen, die mal eine ‚fortschrittliche‘ Bedeutung hatten.
    Die Agenda 2010 hatte seinerzeit diese Vorgehensweise mit der Übernahme von Konzepten und Begrifflichkeiten aus der Sozialarbeit und deren so seit den 1980ern qualitative Entwicklung.
    Da tauchten dann: Eigenverantwortlichkeit, Selbstbestimmung, Aktivierung, Fördern und Fordern, usw. auf und sie wurden mit ihrem neoliberalen Politikverständnis besetzt: Keine Leistung ohne Gegenleistung, Arbeit(en) um jeden Preis usw. Dieser ganze Schmodder … Das hat zeitweise zu einer Ent-Professionalisierung der Sozialen Arbeit geführt, zumindest in den Denkansätzen, usw. usw.
    Diese aus dem Nähkästchen geplaudert.

  23. Peter Boettel sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    Hallo Herr Malyssek,

    Vielen Dank für den Hinweis, den ich mit Ihnen auch in diesem Fall voll und ganz teile.

    In meinem Wohnort Göppingen veranstaltet ein Gymnasium seit Jahren Diskussionsveranstaltungen unter dem Leitwort „Querdenken“ mit Experten wie z.B. dem früheren Mitglied des Sachverständigenrates Peter Bofinger zu unterschiedlichen Themen wie EU, Freihandelsabkommen etc., zu denen auch die Bevölkerung eingeladen ist.

    Auch deshalb habe ich mich über diese feindliche Übernahme, wie Sie es treffend ausdrücken, dieses Begriffes geärgert.

    Den Vorschlag von Frau Horstmann würde ich auch unterstützen.

  24. Harald Krause sagt:

    Hallo, ich tue mich ja selten äußern, aber diesmal mach ich’s. Wieso gibt es Gottesdienste an Weihnachten und sämtlich Coronabestimmungen werden über den Haufen geworfen, nur damit einige Leute in die Kirche gehen können? Auf der anderen Seite werden die strengen Regulierungen weiter eingehalten gegen Gaststättenbetrieben etc. Was ich merkwürdig finde ist, dass das nie von Reportern und sogenannten Experten an unsere Politiker gefragt wird. Und natürlich ist es wichtig in Regierungserklärungen auf die Weihnachtsbäume hinzuweisen.

  25. Robert Maxeiner sagt:

    Auf einen solchen Beitrag wie den von Stephan Hebel warte ich seit Monaten. Der Begriff „Querdenken“ gehört eigentlich seit meiner Schulzeit zu meinem selbstverständlichen Sprachgebrauch. In den letzten Monaten habe ich ihn nicht mehr verwendet, um nicht noch mehr missverstanden, -interpretiert oder in die Schublade der sog Querdenker gesteckt zu werden. Es fängt schon mit Begriffen wie ,Wachstum‘ oder ,Stresstest‘ an. Es verbietet sich mir geradezu, solche Begriffe in ihrer üblichen Definition und Anwendung nicht anzuzweifeln. Selbst in seriösen Nachrichten ist von Stresstest, auch in Bezug auf gesellschaftliche und zwischenmenschliche Bereiche, die Rede. Dabei sollte es doch darum gehen, in einer Welt zu leben und dafür einzutreten, in der produzierter Stress erst gar nicht entstehen muss.
    Nicht nur ein Schwarz-Weiß-Denken läßt sich zunehmend beobachten, sondern auch eine Verrohung. Ich werde es nicht müde, seit Beginn des ersten Lockdowns auf die sozialen Folgen solcher Eingriffe hinzuweisen.
    Natürlich habe ich immer wieder beteuert, nicht gegen den Lockdown selber zu sein, sondern, dass es mir um eine kritische Auseinandersetzung mit der mangelnden Prävention und der sozialen Abfederung der Folgen geht. Hebel erläutert dies ausführlich. Aber sowohl die Parteilichkeit, als auch die Angst erwiesen sich bei diesem ersten Lockdown als hartnäckig, und ich wurde oft missverstanden, manchmal auch beschimpft, ich würde wie die AfD argumentieren. Eine öffentliche Auseinandersetzung war in dieser Zeit nur sehr bedingt möglich. Eine professionelle – ich arbeite seit über 40 Jahren als Erzieher, Pädagoge und Supervisor – wurde kaum abgerufen. Selbst Leserbriefe in der FR fanden oft, sobald sie etwas vom Mainstream der Meinungen abwichen, keinen Platz. Sicher, im Blog hätte ich mich austoben können.
    Inzwischen hat sich die Situation geändert und ich finde wieder die Meinungsvielfalt und die kritischen Töne wie früher. Womöglich hätte ich mich nach Freud auf ,Die Wiederkehr des Verdrängten‘ besinnen und etwas mehr Geduld üben sollen.

  26. Manfred Kirsch sagt:

    Bei der Beurteilung der Notwendigkeit einer Beobachtung der „Querdenker“-Bewegung durch den Verfassungsschutz, wie sie jetzt in Baden-Württemberg geplant ist, möchte ich mich der Meinung von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil anschließen, der im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zu Recht von einer „immer größeren Gefahr durch Verschwörungsideologen“ und der Notwendigkeit, Angriffe auf die Demokratie abzuwehren, sprach. Es geht hierbei selbstverständlich nicht darum, missliebige Meinungen der auch wie immer sich darstellenden „besorgten Bürger“ zu verunmöglichen, sondern es geht vielmehr darum, die sogenannte Querdenker-Bewegung als das zu entlarven, was sie ist. Und da bin ich mir schon ziemlich sicher, dass Verschwörungsideologen rechtsradikale braune Demokratiefeinde, Reichsbürger und nicht zuletzt AfD-Parteigänger sind, die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung und der Länder zum Anlass nehmen, um gegen diesen Staat zu hetzen und ihr widerliches politisches Süppchen zu kochen. 25 Prozent der Deutschen sind anfällig für derartige braun gefärbte Ideologien und daher muss der Staat diese Republik auch unter Einsatz des Verfassungsschutzes gegen die Corona-Rechte verteidigen. Wer an der Seite von Nazis oder anderen Staatsfeinden gegen die Corona-Politik marschiert, sollte lieber so ehrlich sein und sagen, dass es ihm nicht um Einschränkungen gewisser Rechte in Corona-Zeiten geht, sondern dass er diese Republik abschaffen will. Keine andere Aussage verbirgt sich hinter den Auftritten von den „Querdenkern“ und anderen rechten Fantasten. Es kommt darauf an, deutlich zu machen, dass diejenigen, die sich als Querdenker bezeichnen, eigentlich quertreibende Staatsfeinde sind, gegen die der demokratische Staat Flagge zeigen muss.

  27. Klaus Philipp Mertens sagt:

    Im Sommer, nach dem Abflachen der ersten „Corona-Welle“, hatte ich mir die Stunde des Parlaments gewünscht. Zur eingehenden Beschäftigung mit der Pandemie. Insbesondere über die zu diesem Zeitpunkt bereits nachweisbaren Formen der Übertragung (durch Kontakte in vielen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens), die besonders gefährdeten Personenkreise, mögliche Langzeitfolgen trotz vorläufiger Genesung und die Verabschiedung von jeglicher riskanten Herdenimmunität. Und selbstverständlich über die notwendige Anpassung einzelner Teile des Infektionsschutzgesetzes.
    Eine Einschränkung der Grundrechte, wie sie vor allem von jenen beklagt wurden und werden, die gemäß ihren politischen Programmen mit der Annullierung der Verfassung liebäugeln, habe ich nie gesehen. Denn die Grundrechte tragen ihre Grenzen stets mit sich herum; man muss sie lediglich vollständig lesen.
    Kein Verständnis konnte ich aufbringen für Oppositionspolitiker, die publikumswirksam nach dem Parlament bzw. nach parlamentarischen Beschlüssen riefen. Sie hätten ja die Möglichkeit besessen, die Einberufung des Parlaments zu beantragen. Als Feierwütige und Urlaubsrückkehrer die Infektionen wieder nach oben trieben, verspürte offensichtlich auch dann niemand (Christian Lindner von der FDP eingeschlossen, der sich ansonsten mit wohlgekämmtem Haar gern in Szene setzt) den Drang, den Bundestag aus den Ferien zurückzurufen.
    Tatsächlich wurde zwischen Juli und September der Parlamentarismus etwas heruntergefahren, ohne allerdings dadurch das freiheitliche System der Republik außer Kraft gesetzt zu haben. Dann wurde einiges im Schnellverfahren nachgeholt, vor allem die Aktualisierung des Infektionsschutzgesetzes. Möglicherweise muss dieses, abhängig von der Entwicklung der Seuche, noch weiter angepasst werden. Aber der deutsche Parlamentarismus hat keineswegs ein Stück Demokratie aufgegeben, wie Stephan Hebel meinte.
    Vielmehr sehe ich die Gefahr, dass sich auch im Bundestag eine bestimmte Art von „Corona-Sprech“ durchsetzt, dessen Akzente auf seine Urheber verweisen. Nämlich auf AfD, „Querdenker“-Querulanten und Verschwörungsideologen.

  28. Thomas Bartsch-Hauschild sagt:

    Europa muss noch warten auf den erlösenden Impfstoff, gerade wo jetzt der zweite Lockdown alle ein wenig überrascht hat. Doch ausreichende Testverfahren um gravierende langfristige Nebenwirkungen auszuschließen gibt es nicht. Ein Restrisiko bleibt, doch eine alternative, ergänzende Lösung, z.B. Medikamente, lässt noch auf sich warten. Der Härtetest bleibt mit den bekannten Hygiene Regeln, es kommt immer auf den einzelnen an. Eines ist sicher: Corona bleibt und seine Folgen auch, auf unbestimmte Zeit.

  29. Heike Kuntze-Engemann sagt:

    Alle reden von Corona, aber was sind die Ursachen? Viele glauben, dass es nach Überwindung der Corona-Pandemie so weitergehen kann wie vorher. Aber Wissenschaftler haben schon die nächsten Pandemien vorausgesagt. Warum?
    Viren werden von Tieren auf Menschen übertragen. Wenn wir immer weiter in die Lebensräume der Wildtiere eindringen und ihre Lebensräume zerstören, kommen sie zu uns. Auch die Massentierhaltung trägt dazu bei. Man denke an BSE oder die dänischen, mit einem neuen Corona-Virus infizierten Nerze. Also produzieren die Menschen ihre Krankheiten und ihre ökologischen Krisen selbst. Warum? Weil es um immer mehr Wachstum geht. Mehr Wachstum in dieser Gesellschaft bedeutet mehr Gewinn. Aber letztlich für wen? Diejenigen, die die Werte durch ihre Arbeitskraft schaffen, haben wenig davon. Sie müssen damit rechnen, dass sie ihre Arbeitsplätze verlieren, z.B. bei Conti in Babenhausen, bei Opel, Haribo etc. Nur wegen der Pandemie? Nein, die wirtschaftliche Krise hat sich schon vorher angekündigt. Arbeitsplätze werden verlagert, weil es anderswo billiger ist zu produzieren. Prekäre Arbeitsplätze werden mehr und mehr geschaffen, das ist kostengünstiger und man kann die Arbeitenden leichter loswerden. Also den „bösen“ Kapitalisten das Handwerk legen? Der Wachstumszwang und das Streben nach Gewinn sind durch die Konkurrenz systembedingt, bei Strafe des Untergangs. Die Lösung? Die Gesundheitskrise, die ökologische Krise und die ökonomische Krise hängen zusammen und müssen gemeinschaftlich gelöst werden. Das heißt gemeinschaftliche Kontrolle der Produktion ohne Privateigentum an Produktionsmitteln mit ökologischer Orientierung und sozialer Ausrichtung. Die Grenzen des Wachstums sind schon lange erreicht. Kein Weiter so!

  30. Klaus Auls sagt:

    Als zwei zuliebst befreundete Rentnerpaare machen wir uns Sorgen, wie wir am Neujahrsmorgen, ohne um zwei Mal 200 Euro leichter zu sein, nach Hause gelangen. Zu den Weihnachtsfeiertagen sind die Begegnungsauflagen erfreulich gelockert worden. Die Ausgangsverbote zwischen 21 und 5 Uhr geben aber zur Sorge Anlass. Schön ist, dass wir (konkret) mit 4 Personen zusammenkommen und zum Neuen Jahr unter Dach anstoßen dürfen. Gedanklich spielen wir folgende Szenarien durch:
    a) Da wir aber schon über 60 und 70 Jahre alt sind, trauen wir uns nicht mehr zu, bis morgens um fünf Uhr durchzufeiern und dann unbehelligt 20 Minuten lang zu Fuß nach Hause gehen zu können.
    Luftmatratzen haben wir auch keine mehr, die wir zu den Freunden mitnehmen und darauf bis fünf Uhr vorschlafen können.
    Der Geldbeutel lässt es auch nicht zu, dass wir uns zu viert in einem Hotel über die Silvesternacht einquartieren.
    Ob vielleicht noch Ausführungsbestimmungen folgen, die den friedlichen Heimgang am Neujahrsmorgen auch zwischen Mitternacht und fünf Uhr ausnahmsweise ungestraft geschehen lassen? Das ist unsere große Hoffnung! Denn dann könnte man mit gutem Vorsatz sportlich ambitioniert zu Fuß den Heimweg antreten und hoffentlich einen schönen Sternenhimmel dabei bewundern.

  31. Peter Koswig sagt:

    Ganz Deutschland wartet auf die Impfstoffzulassung und einen schnellen Beginn der Impfungen. Während andere Länder seit bereits intensiv ihre besonders Gefährdeten impfen, müssen wir noch warten. Denn Minister Spahn will erst beginnen, wenn eine reguläre Zulassung für die EU vorliegt. Währenddessen aber sterben täglich Menschen und die Situation in Kliniken und Altenheimen ist vielfach dramatisch. Längst hätte Kanzlerin Merkel in diesen Bereichen mittels Notfallzulassung für einen Impfstart sorgen können. So verlieren wir zwei bis drei Wochen, wo doch jeder einzelne Tag zählt!
    Unsolidarisch gegenüber den europäischen Partnern wäre solch ein Vorgehen auch nicht, denn am deutschen Impfmengenanteil zu Beginn würde sich nichts ändern.

  32. Klaus Philipp Mertens sagt:

    am ersten Tag des neuerlichen Lockdowns, am 16. Dezember, wurden vom RKI 27.728 Neuinfizierte und 952 Tote gemeldet. Am Folgetag waren es 26.923 bzw. 698. Heute Morgen, 18. Dezember, werden 33.777 Infizierte und 813 Tote gemeldet. In einigen Kliniken wird angesichts der Überlastung der Intensivpflege laut über eine Triage nachgedacht.
    Vor diesem Hintergrund und eingedenk zahlreicher persönlicher Erfahrungen mit Unbelehrbaren sehe ich keinen Grund für eine Diskussion mit Menschen, welche die Corona-Schutzmaßnahmen, grundsätzlich oder deren Umfang, anzweifeln. Denn medizinisch sind die wesentlichen Sachfragen geklärt. Das Virus verbreitet sich, wo es das kann; das ist seine natürliche Eigenschaft. Nur durch Abstand, Maske, Hygiene und wirksame Be- sowie Entlüftung von Innenräumen ist man in der Lage, sich vor ihm zu schützen. Seit zehn Monaten versuchen seriöse Wissenschaftler diese Tatsachenlage der Bevölkerung klar zu machen. Selbst die unterschiedliche Akzentuierung von Einzelbewertungen ist dabei nicht als Einspruch misszuverstehen.
    Die notwendigen Verhaltensregeln wirken sich auf das soziale Leben aus; denn es geht um die Vermeidung unnötiger Kontakte. Läden, Gaststätten, Kultur- und Sporteinrichtungen sowie Schulen sind zumindest zeitweilig geschlossen. Alten- und Pflegeheime unterliegen einer mehr oder minder konsequenten Isolation.
    Es melden sich immer wieder Zeitgenossen zu Wort, die mehr die sozialen Folgen einer Pandemie fürchten als diese selbst. Allerdings höre und lese ich aus dieser Ecke keine Vorschläge für andere, der medizinischen Situation angemessene, Lösungen. Vielmehr scheint es sich um Bedenkenträger zu handeln, denen die Bedenken die Perspektive verbauen. Vor allem den Blick auf längst bekannte gesellschaftliche Defizite, die in keinem Zusammenhang mit Corona stehen. Hier ist vor allem die Beschneidung der staatlichen Daseinsvorsorge zu Gunsten privatwirtschaftlicher Interessen zu nennen. Dazu gehört auch die seit Jahrzehnten nicht verwirklichte volle Chancengleichheit bei der Bildung. Letztere verursacht Folgen, welche die selbstbestimmte Lebensgestaltung von Millionen Menschen verhindern.
    Noch lautstärker melden sich jene Mitbürger zu Wort, die ansonsten die Missachtung von Grundrechten oder entsprechende Versuche eher gelassen hinnehmen (ich denke an das Asylrecht für Flüchtlinge oder die Datensucht der Social-Media-Konzerne). Die sich jedoch auf Demonstrationen über die Beschneidung ihrer verfassungsmäßigen Rechte beklagen. Manche halten dabei sogar Textausgaben des Grundgesetzes hoch, die sie aber kaum gelesen bzw. verstanden haben dürften, wie ich bei (misslungenen) Gesprächsversuchen feststellen musste. Denn die Artikel unseres Grundgesetzes garantieren Rechte bis zu einer Grenze, wo sie Rechte anderer beschneiden würden. Daher ist es unerlässlich, immer sämtliche Absätze zu lesen.
    Solche Unterlassungen sind sogar bei Juristen zu beobachten. Stephan Hebel erwähnt den Rechtsanwalt Rolf Gössner, dessen diverse Einlassungen über vermeintliche Grundrechtseinschränkungen ich gelesen habe. Dabei fiel mir auf, dass er die Rechtsentwicklung der letzten 70 Jahre, die in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zum Ausdruck kommt, gar nicht oder nicht ausreichend zur Kenntnis nimmt. Deswegen empfehle ich Herrn Gössner, die maßgebenden Kommentare zum Grundgesetz (Maunz / Dürig: Grundgesetz, Loseblattwerk in 7 Leinenordnern; v. Mangoldt / Klein / Starck: Kommentar zum Grundgesetz in 3 Bänden) zumindest hinsichtlich der Grundrechte auswendig zu lernen. Denn Anwälte sind als Teil der Rechtspflege dazu verpflichtet, sich stets auf aktuellem Wissensstand zu halten. Und nur diesen sollten sie an ihre Mandanten bzw. an die Öffentlichkeit weitergeben.
    Und ich widerspreche dem Verschwörungskritiker Mirko Bode hinsichtlich der Gesprächsfähigkeit des rechten Rands und seiner Mitläufer ausdrücklich. Denn es gibt keine, wirklich keine Rechtfertigung dafür, an so genannten „Querdenker“-Demonstrationen interessenshalber teilzunehmen. Diese plumpen Nichtdenker bieten eben keine Fakten und erst recht keine staatsbürgerlichen Schnupperkurse an. Politische Bildung ist jenseits der allgemeinbildenden Schulen nach wie vor nur in einer Kombination aus Information per Qualitätsmedien plus Dialog mit seriösen meinungsbildenden Institutionen zu haben. Wer Corona-Leugner, Verschwörungsideologen, Querfront-Nazis, Volkstümler und Rassisten eskortiert, wertet diese auf und macht deren Sache zu seiner eigenen.

  33. hans sagt:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-hochrangige-wissenschaftler-fordern-richtwert-von-maximal-zehn-neuinfektionen-fuer-europa-a-588598e8-7533-4193-b4cd-c9c01f7aeaf8
    Ich denke hier steht relativ klar wie falsch die derzeitige Coronapolitik ist. Man muss sich schnellstens an den Maßnahmen orientieren die im außereuropäischem Ausland erfolgreich angewandt werden. Ich habe vor ein paar Wochen hier die Frage gestellt ob wir in einer Gesellschaft leben wollen in der vorübergehend mehr kontrolliert oder mehr beerdigt wird. Sie ist aktueller denn je.

  34. hans sagt:

    Wenn man die heutigen Infektionszahlen sich ansieht in Hessen dann ist klar das es zumindest mir unbekannte Einflussgrößen geben muss. Frankfurt hat als Pendlerstadt eigentlich unverständlich gute Zahlen im Vergleich zu anderen Kreisen. Es muss doch für Fachleute erkennbar sein an was das liegt? Der Zustand ist jetzt schon Wochen so und verstärkt sich noch. Mit Zufall hat so etwas nach Monaten der Pandemie mit Sicherheit nichts zu tun. Die Gesundheitsämter müssten doch durch unterschiedliches Vorgehen mit offensichtlich auch unterschiedlichen Ergebnissen in der Lage sein inzwischen eine Strategie zu entwickeln.

  35. Stefan Briem sagt:

    @ hans

    Zu den Einflussgrößen: Da gab es doch den Leserbrief des Dr. Szep, siehe oben:

    http://frblog.de/autoritaer/#comment-60457

    Der Doktor schreibt, dass die wirkliche Zahl der Neuinfektionen von den Testergebnissen nicht mehr abgebildet werden kann. Weil die Labore und Tester am Limit sind, werden nicht mehr alle Patient*innen getestet, auch nicht bei Verdacht auf eine Infektion mit Sars-CoV-2. Ich kenne einen ähnlichen Fall aus meinem Bekanntenkreis. Der Mann wollte zum Arzt, aber nachdem er seine Symptome am Telefon beschrieben hatte, wurde ihm gesagt, dass er sich in häusliche Quarantäne begeben und die Entwicklung beobachten soll. Wird der Zustand schlechter, soll er sich melden. Das ist nicht eingetreten. Es geht ihm heute einwandfrei, aber er weiß nicht, ob er das Virus hatte. Also ist er auch nicht in der Statistik enthalten. Trotzdem hat er das Virus vielleicht weitergegeben.
    Ich traue den Zahlen aus Frankfurt nicht. Ich glaube nicht, dass sie die Realität wiedergeben. Ringsherum ändert sich wenig an der Tendenz, aber ausgerechnet in Frankfurt sinkt die Inzidenz so auffällig? Falls da manipuliert wird, wird sich das noch rächen.

  36. hans sagt:

    zu @ Stefan Briem
    Das war bei mir das genau so aber im März. Ich habe gesagt bekommen das es vielleicht keine gute Idee ist mich in eine Warteschlange beim Testen zu stellen. Das hat es also immer gegeben
    Das die Zahlen nur in Frankfurt nach unten gehen stimmt nicht. Zumindest Offenbach ist auch stark nach unten gegangen.

  37. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Herr Mertens,
    man sollte meinen ,dass ein Diskussion über die Gefährlichkeit von Covid 19 überflüssig ist. Wie ein Mensch der Meinung sein kann, es gäbe die Krankheit nicht, ist nur schwer nachzuvollziehen. Und doch gibt es diese Menschen, sie gehen sogar auf die Straße und demonstrieren .Wofür ? Sie sagen, die Einschränkungen für das soziale Leben seien gefährlicher als die Krankheit selbst, Grundrechte würden missachtet usw. Für Gegenargumente wie, die Lage in den Krankenhäusern, die Zahl der Toten, hat man keine Antwort, außer diverse wilde Anschuldigungen, die kaum einen Sinn machen.
    Für mich gibt es eine Erklärung, die aber nicht jedem vermittelt werden kann. Dazu muss ich etwas weiter ausholen.
    Das Denken des Menschen setzt sich aus zwei Ebenen zusammen. Die erste Ebene produziert „Gedanken“ automatisch, es ist ein vorgefasstes Meinungsbild, es fußt auf den Erfahrungen der Menschen über hunderttausende Jahre. Dieser Block produziert unentwegt Meinungen zu allen Fragen, die so auftauchen, auf allen Gebieten, es lässt sich überhaupt nicht verhindern. Das ist natürlich kein richtiges Denken , da ja eigentlich keine richtigen Denkprozesse ablaufen, sondern es geht um Erfahrungen, die zum großen Teil aus Erfahrungen aus der nahen und fernen Vergangenheit resultieren und sich quasi automatisch bilden. Erfahrungen aus einer Zeit, die mit der heutigen nichts zu tun haben. Dazu kommt ein gewisses Maß Wunschdenken. Dies wird zu einer Meinung zusammengefasst, automatisch. Es geht also nicht um einen eigenen Denkprozess sondern es ergibt sich von allein. Ich nenne das vorgefertigtes Denken, da ja der Mensch meint, es habe überlegt. Hat er aber nicht.
    Richtiges Denken setzt voraus, dass man sich über diese Automatik im Klaren ist und hinterfragt in wie weit dass eigene eigentliche Denken davon beeinflusst ist. Das ist schwierig und kann meist nur bis zu einem gewissen Maß geleistet werden. Es ist aber Voraussetzung dieser vorgefassten Meinung zu entkommen. Diese Demonstranten, die den Begriff Querdenker okkupiert haben, leisten diesen Denkprozess natürlich nicht. Dies ist nur eine These und wohl kaum zu beweisen. Ich will deshalb ein Beispiel geben :
    Ein Mensch betritt einen Raum, in dem ein anderer Mensch sich aufhält. Der Mensch im Raum sieht den Eintretenden und ES macht sich ein Bild vom Eintretenden, vage zwar, aber doch ziemlich weitgehend. Das ist ein automatischer Prozess, durch nichts zu verhindern, hat mit Denken nichts zu tun. Man nennt es“ der erste Eindruck“. Später kann man mit sich diskutieren, in wie weit dieser Eindruck stimmt. Dieser automatische Prozess gilt für alles, das auf eine zukommt, das eigentliche Denken kommt erst später und je besser es gelingt, die vorgefertigte Meinung zu hinterfragen ,um so objektiver das Ergebnis.
    Hallo Herr Briem,
    Die Beobachtung, dass die RKI Zahlen häufig nicht richtig sind sehe ich auch so. Ja besser das Gesundheitsamt aufgestellt ist, um so besser die Zahlen. Trotzdem glaube ich, dass eine Tendenz aus den Zahlen abzulesen ist nach dem dann die Maßnahmen sich orientieren sollten. Schon das Testen zeigt doch, dass in vielen Fällen Infektionen nicht erfasst werden. Bei Vielen werden Infektionen gar nicht bemerkt, also die Dunkelziffer ist sehr hoch. Zu sehen ist aber trotzdem, dass das Virus sich weiter ausbreitet. Zu sehen ist weiter, dass die Bürger in meinem Umfeld sich besser auf die Bedrohung einstellen. Mal sehen wie die Impferei wird, eine Riesenaufgabe. Wünschenswert wäre, den Spruch „wir müssen die Alten schützen“ nicht als Heilsaufgabe den Alten gegenüber zu verkaufen, sondern man muss das machen, weil die Alten als schwere Fälle die Krankenhäuser verstopfen und das gilt es zu verhindern, ist also keine humane Maßnahme den Alten gegenüber, sondern ein MUSS.

  38. Stefan Briem sagt:

    „Das die Zahlen nur in Frankfurt nach unten gehen stimmt nicht.“

    Es stimmt jedenfalls, dass die Zahlen in Frankfurt nach unten gegangen sind. Der Höhepunkt der gemeldeten Covid-Fälle war in Kalenderwoche 45. Fünf Wochen später gibt es zwar wieder einen Anstieg, aber der bleibt hinter den Zahlen von Kalenderwoche 45 zurück.

    https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/gesundheitsamt/informationen-zum-neuartigen-coronavirus-sars-cov-2/aktuelle-lage

    Im Übrigen waren Sie es selbst, der die Entwicklung in Frankfurt quasi als singulär hingestellt hat: „Frankfurt hat als Pendlerstadt eigentlich unverständlich gute Zahlen im Vergleich zu anderen Kreisen.“ Dr. Szep hat dafür die Erklärung geliefert: Es wird weniger getestet. Die Zahlen spiegeln nicht die wirkliche Entwicklung wider. Die „unbekannte Einflussgröße“, nach der Sie gefragt haben, ist nicht unbekannt.

    Übrigens war der Fall, den ich in meinem Kommentar beschrieben habe, ein klarer Covid-Verdachtsfall und nicht zu vergleichen mit einem Test, wie Sie ihn offenbar haben wollten, ohne jede Symptome. Dieser Verdachtsfall taucht in keiner Statistik auf. Nichts Neues, sagen Sie und glauben zugleich den offiziellen Frankfurter Zahlen? Diese Logik muss man erstmal nachvollziehen. Dafür werde ich eine Weile brauchen.

  39. hans sagt:

    zu @ Stefan Briem
    Es stimmt auch das die Zahlen in Offenbach und im Kreis Offenbach nach unten gegangen sind.
    Wie kommen sie denn darauf das ich einen Test ohne Symptome wollte. Das war eher das Gegenteil. Die dafür zuständige 116117 war der Meinung das sich ein Test erübrigt weil eh sehr wahrscheinlich war das ich positiv bin und ich schon in Quarantäne war. Bei mir war Mutter und Schwester positiv im Krankenhaus und ich hatte Kontakt und Symptome wurde aber nicht getestet.
    Das in Frankfurt oder Offenbach weniger getestet wird als z.B. im Odenwaldkreis möchte ich erst mal bezweifeln. Besonders wenn man sich die Entwicklung ansieht. Warum sollte man das machen? Um Leute wie uns zu verwirren? Das gäbe doch null Sinn

  40. hans sagt:

    zu @ Stefan Briem
    Ich habe mir jetzt mal angesehen was sie als Link eingestellt haben. Sorry das erklärt mal genau gar nichts. Am 11.11. hat das RKI die Teststrategie geändert für ganz D. nicht nur für Frankfurt. Außerdem hat außer Frankfurt auch Darmstadt niedrige Zahlen. Was sich aber auch geändert hat im November ist das Millionen von Schnelltests gemacht werden und nur die positiv!! Getesteten an das Gesundheitsamt gemeldet werden. Deshalb kann man wohl mit Sicherheit behaupten das die Anzahl an Tests die durchgeführt werden noch nie so hoch war wie derzeit. Allerdings kann ich immer noch nicht erkennen was das damit zu tun haben sollte das es Städte gibt mit niedrigen und sinken den Zahlen und Kreise mit Verdopplung der Zahlen. Das mit der Anzahl der Tests zu erklären erscheint mir wenig glaubhaft und wohl auch völlig unsinnig.

  41. hans sagt:

    https://www.phoenix.de/sendungen/gespraeche/internationaler-fruehschoppen-s-121537.html
    Die letzten 25 Minuten der heutigen Sendung haben sich mit dem beschäftigt was wir von Asien lernen können. Sehr empfehlenswert.

  42. Bronski sagt:

    off topic

    @ Robert Maxeiner

    „Selbst Leserbriefe in der FR fanden oft, sobald sie etwas vom Mainstream der Meinungen abwichen, keinen Platz. Sicher, im Blog hätte ich mich austoben können.“

    Das tut ehrlich gesagt sogar ein bisschen weh (mir). Darum möchte ich hier dazu öffentlich Stellung beziehen.

    Lieber Herr Maxeiner, ich habe im Lauf des Jahres 2020 25 (!) Leserbriefe von Ihnen veröffentlicht, die alle vom Mainstream abwichen. Dafür ist im FR-Forum immer Platz. Also rund gerechnet alle zwei Wochen einen Maxeiner. Das ist mehr als Mertens (21) oder Malyssek (24). Tatsächlich sind Sie in dieser Liste der „Top Scorer“ des FR-Forums auf Platz 2 nach Manfred Kirsch.
    Die Auswahl von Leserbriefen ist eine heikle Sache, weil sich immer jemand übergangen fühlen wird. Mir geht es einzig und allein darum, möglichst viele Stimmen – ja, auch und gerade kritische Stimmen – ins Blatt zu bringen. Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wurde ich im Frühjahr von Hunderten von Zuschriften überrollt. Zur Einordnung für Sie: Ich mache diese Arbeit ganz allein. Ich habe keinerlei Hilfe und auch kein Sekretariat. In dieser Schwemme gab es zunächst kaum Zuschriften, die sich kritisch mit der Corona-Politik auseinandergesetzt hätten. Die meisten von denen, die das taten, habe ich veröffentlicht (etwa Elke Metke-Dippel am 30. März oder Kornelia Kania am 22. April, 19.10., 24.11.). Sie, Herr Maxeiner, haben sich immer wieder kritisch auch mit anderen Themen als diesem alles überwölbenden befasst, und darum habe ich zugunsten der Themenvielfalt lieber diese anderen Zuschriften veröffentlicht zu ebenfalls wichtigen Themen wie dem Lieferkettengesetz (veröffentlicht am 1.9.), Pflege-Dilemma (22.7.), rechte Tendenzen in der Bundeswehr (3.7.), Dobrindt (13.6.) und weiteren. Aber auch zum Corona-Thema waren Sie dabei (16.3., 23.3., 20.4., 18.5., 27.5., 4.6., 25.6., 20.8., 21.12.). Alle diese Forum-Seiten mit Ihren Zuschriften sind hier im FR-Blog als pdfs hinterlegt. Sie können meine Angaben überprüfen. Und: Ja, Sie haben völlig recht – Sie hätten sich mit weiteren Zuschriften, die ich nicht veröffentlicht habe, hier im FR-Blog beteiligen können.
    Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich die Corona-Debatte in den Verhältnissen abzubilden versucht habe, in denen sie stattgefunden hat, gemessen an den Zuschriften und ihrer Tonalität. Es stimmt nicht, dass keine kritischen Stimmen zu Wort gekommen wären. Diese Kritik hat sich schon im April in Zuschriften und damit auch hier im FR-Blog niedergeschlagen (siehe z.B. „Welche Gefahr für die Demokratie ergibt sich aus der Pandemie? „). Aber die weit überwiegende Zahl der Zuschriften befasste sich mit der Gefahr, welche die Pandemie selbst bedeutet. Die – in Ihrem Sinn – kritischen Stimmen habe ich sogar über das Verhältnis hinaus berücksichtigt, in dem sie zu anderen Stimmen standen. In welchem eigentlich unverhältnismäßigen Ausmaß, das erkenne ich allerdings selbst erst jetzt in der Rückschau, da ich mich mit Ihrer Kritik auseinandersetze.
    Hunderte von Zuschriften konnten nicht im FR-Forum der gedruckten Zeitung veröffentlicht werden, davon viele von Menschen, die vorher noch nie an die FR geschrieben hatten. Das ist unfair, aber es geht nicht anders, denn der Platz in der gedruckten Zeitung ist knapp. Daher wiederhole ich meinen Aufruf: Nehmen Sie, liebe Leserinnen und Leser, die Dinge selbst in die Hand und nutzen Sie das FR-Blog, um Ihre Positionen zu veröffentlichen. Dafür ist dieses Blog da.
    So, und jetzt habe ich Urlaub!
    Gruß, Bronski

    off topic Ende

  43. I. Werner sagt:

    Ich wünsche allen eine gute Ruhepause, allen Schreibern, Lesern und natürlich vor allem Bronski. Möge uns das neue Jahr ein besseres sein.

  44. Uwe Thoms sagt:

    Es ist unglaublich, wenn tatsächlich Gottesdienste stattfinden dürfen. Dies sind genauso öffentliche Veranstaltungen wie z. B. Theater, Konzerte oder sogar Kabarett. Auch bei großräumigen Restaurants sind die Hygieneregeln (Lüften, Masken, Abstand pp.) einzuhalten. Sicher nicht bei Bistros oder Pilsstuben, ok. Weiß man doch, wie eng es in den meisten Moscheen ist, wenn die Freitagsgebete stattfinden. Wer soll das denn kontrollieren? Immer wieder werden bei den Religionen Ausnahmen gemacht. Mehr als 50 % der Bevölkerung gehören inzwischen nicht mehr den monotheistischen Religionen an. Gottesdienste welcher Art auch immer verstoßen hier gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 GG. Jeder Gläubige kann auch zu Hause beten, das ist niemanden genommen. Wie sagt doch Kant: Wer es braucht zu Haus im kleinen Kämmerlein, da bist du Gott, da kannst Du’s sein. Es kommen auch wieder bessere Zeiten, dann aber für alle.

  45. Sylvia Heger sagt:

    Die evangelische Kirche sieht der Gefahr ins Auge, will die Weihnachtsgottesdienste nur noch digital. Die katholische ist einmal mehr auf beiden Augen blind, stellt ihre Stärke zur Schau, und die Politik hält sich vornehm zurück.
    Wie hoch müssen die Infektionszahlen denn noch steigen, bevor man auch dort bereit ist, auf den traditionellen Weihnachtsgottesdienst zu verzichten?
    Wie hoch noch, bevor endlich auch ein Zusammenhang zwischen den infektiologisch grenzwertigen Ritualen wie z.B. der Verteilung der heiligen Kommunion und der Ausbreitung von Viren gesehen wird?
    Kirchenobere denken selbstverständlich an das Risiko, nämlich an ihre „Risiko-Mitglieder“: Die sollen nämlich einfach zu Hause bleiben.
    Wir können und dürfen es uns nicht leisten, Intensivbetten für diejenigen freizuhalten, die unbedingt persönlich am Weihnachtsgottesdienst teilnehmen wollen und das dortige Risiko aus welchen Gründen auch immer verharmlosen und sich gerade dort dann doch infizieren.
    Der Glaube allein versetzt keine Berge, erst Recht keine Coronazahlen- Gebirgskette…

  46. Joachim Heirich sagt:

    So weit mir bekannt lebe ich in einem säkularen Staat. Der hat zur Zeit Corona und versucht mit einem Lockdown dieser Pandemie Herr zu werden, wofür jeder einzelne Bürger seinen Beitrag zu leisten hat. Ich kann deshalb auch – trotz Hygienekonzepten – nicht im Fitnessstudio meinem Bestreben nach körperlicher Gesundheit nachgehen, sondern muss zu Hause improvisieren. Im Interesse der Allgemeinheit ist das für mich auch eine Selbstverständlichkeit.
    Warum aber um „Herrgottswillen“ (gibt’s den überhaupt?) wird von den Gläubigen nicht verlangt (schon aus reiner Nächstenliebe) ihrem „seelischen Fitnessstudio“ fernzubleiben und zu Hause zu beten?

  47. Martin Gülzow sagt:

    Seit Wochen wurde von den hessischen Schulbehörden die Ansteckungsgefahr für Covid 19 an Schulen geleugnet und heruntergespielt – und es wurde stur am Präsenzunterricht mit voller Klassenstärke als Regelmodell festgehalten. Dies widersprach eklatant den Fakten: Es ist die Gruppe der 15- bis 20-Jährigen, die überproportional mit Corona infiziert wurde und die Corona-Inzidenz nach oben zieht. Es ist mittlerweile wissenschaftlicher Konsens, dass auch Schulen am Infektionsgeschehen in relevantem Ausmaß beteiligt sind – weshalb ja im Appell der Leopoldina die Aufhebung der Schulpflicht ab 14.12. und zusätzlich die Einführung von intelligent organisiertem Wechsel- und Fernunterricht für ältere Schüler gefordert wurde.
    Besonders ärgerlich war, wie seitens von Schul- und Gesundheitsämtern versucht wurde, die Infektionszahlen durch eine restriktive Testung von Verdachtspersonen zu drücken, Kontaktpersonen nicht ernst zu nehmen und Informationen zum realen Infektionsgeschehen an Schulen zurück zu halten. Mein Eindruck ist, dass hier geschönt, getrickst und gelogen wurde, um sich irgendwie in die Weihnachtsferien zu retten und dann zu hoffen, dass die Situation von allein besser wird! (Nebenbemerkung: Was machen eigentlich die Grünen in der Landesregierung? Haben die noch eine eigene Meinung in der Schulpolitik – oder haben sie sich völlig der CDU unterworfen?) Kultusminister Lorz hat Vertrauen in die notwendige und wichtige Arbeit der staatlichen Institutionen verspielt und damit indirekt unsachlichen Corona-Leugnern in die Hände gespielt. Gerade jetzt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme notwendig, um dann konstruktiv darüber zu streiten, was die besten Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung sind. Das krampfhafte Festhalten an Dogmen um jeden Preis hilft dabei nicht.

  48. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Bronski,
    leider sind bei ihnen die Themen Klima, Umwelt und Artenschutz unter der Pandemiewelle untergegangen. An dem bisschen Pandemie wird die Welt nicht untergehen, an den genannten Sachverhalten schon.
    Die Kritik am Interview mit Prof. Loske wäre vielleicht doch der Veröffentlichung wert gewesen. Es gibt natürlich unterschiedliche Arten von Kritik, der Bremer würde sagen sone und solche.
    Genießen sie die Pause , frohes Fest und einen guten Rutsch.

  49. Bronski sagt:

    Na, dann veröffentlichen Sie die Kritik doch! Mensch, der Weg steht Ihnen hier frei!

    Update: Noch ein Wort zu diesem Statement: „Leider sind bei ihnen die Themen Klima, Umwelt und Artenschutz unter der Pandemiewelle untergegangen“

    Das ist schlicht falsch. Ich habe permanent Zuschriften veröffentlicht, die diese Themen berühren, das ganze Jahr über, zuletzt von Kritik an SUV über die A49 und den Dannenröder Forst und die Kritik an den Grünen, an der auch Sie sich beteiligt haben. Ich habe die Forum-Seiten der letzten zwei Monate noch einmal durchgesehen, extra für Sie. Klima-, Umwelt- und Zukunftsthemen wurden in Leserbriefen ansgesprochen, die im Forum am 18., 17., 16., 5., 4. u. 2.12. veröffentlicht wurden, außerdem am 30., 23., 21., 16., 15., 9.11., 4. und 2.11., außerdem am 30., 28., 20., 27., 20. Oktober. Diese Themen sind im FR-Forum also ständig präsent. Überzeugen Sie sich selbst, indem Sie diese Liste und hier insbesondere die pdf-Dokumente von den veröffentlichten Forum-Seiten durchsehen.

    Auch dieser Beitrag war off topic.

    Weitere Zuschriften, die das Thema dieses Threads, also den Lockdown wegen Corona, nicht thematisieren, werden hier nicht mehr veröffentlicht. Da ich zudem im Urlaub bin, nehme ich mir heraus, weitere Kritik erst nach meiner Rückkehr in die Arbeit zu registrieren. Vielleicht führt das ja dazu, das wir das FR-Blog einstellen. Ich habe ohnehin den Eindruck, gerade nach den letzten Invektiven, dass es nicht viel Sinn hat, heute noch ein solches Forum anzubieten, wo doch sonst alles auf Facebook, Instagramm usw. abläuft. Wer braucht ein seriöses Diskussionsforum, wenn es doch überall nur um die Behauptung von Meinung geht?

    Kommen Sie gut ins neue Jahr! Hier ist mit diesem Thema jetzt Schluss.

  50. hans sagt:

    Mein Neffe ist über Weihnachten aus Barcelona heim gekommen und wundert sich darüber das sich in D. offensichtlich niemand dafür interessiert wie er sich hier verhält. Nächste Woche fliegt er wieder zurück und kümmert sich gerade um einen Test weil es davon aus geht das er in Barcelona überwacht wird und ihn vorlegen muss um eine hohe Strafe zu vermeiden. Ich frage mich was eine Regierung in D. denkt. Sie machen Schulen, Läden, u.s.w. zu aber überwachen überhaupt nicht ob Leute die Quarantänevorschriften einhalten. Es ist nicht zu fassen und auch sehr fraglich ob man so im Januar irgendeinen Erfolg erreichen kann.

  51. Jeffrey Myers sagt:

    Es gibt weit und breit keinen Weihnachtsmarkt, auch keine Weihnachtsfeiern finden statt. Kein Großes Stadtgeläut erklingt, „O Tannenbaum“ ertönt nicht auf den Marktplätzen. Es duftet auch nicht nach Zimt oder Lebkuchen, und da ist ringsum kein Lichterglanz, um der tiefen Finsternis etwas entgegenzusetzen. Man trägt sich in Listen ein und richtet sich nach den aktuellen Verordnungen, so gut es geht. Und an Heiligabend wird sich schließlich ein kleiner Kreis zusammenfinden, um sich über die Ankunft Gottes in der Welt zu freuen.
    Deshalb erscheint das Weihnachtswunder so groß, die Freude über Gott-mit-uns so tief, der Himmel so nah, der Stern so hell und die frohe Botschaft der Engel so überwältigend…wie an jenem ersten Weihnachten in Bethlehem vor 2000 Jahren:
    Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.