Wasserstoff: Fossilfrei oder gar nicht

Wie viele technologische Innovationen, wie viele Patente verschwanden in Schubladen, weil es nicht im Interesse marktbeherrschender Konzerne war, dass diesen Innovationen der Durchbruch gelang? Darüber kann man nur spekulieren. Als Fakt dürfte unbestritten gelten, dass die Konzerne der fossilen Energiewirtschaft eine solche marktbeherrschende Position hatten. Derzeit müssen sie Rückzugsgefechte führen, was zum Beispiel im Zusammenhang mit RWE und dem Hambacher Forst zu erleben war. Aber auch das Beharren der Autobauer auf der Verbrennertechnologie gehört in diese Kategorie der Rückzugsgefechte. Und so kommt eine ganze Menge zusammen – ohne dies, das sei der Klarheit halber hinzugefügt, im Detail belegen zu können -, was dazu beigetragen haben könnte, dass andere, zukunftsträchtigere Technologien nicht hochkamen, nicht angemessen gefördert wurden, nicht im Fokus der Politik waren. Dazu gehört auch die Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellentechnologie.

WasserstoffDabei handelt es sich um eine wahrhaft smarte Technologie. Wer bei Wasserstoff immer noch an das „Hindenburg“-Unglück in Lakehurst denkt, ist komplett auf dem falschen Dampfer. Auf deutschen Straßen fahren derzeit zwar nur rund 400 H2-Autos – aber sie machen dabei nicht von sich reden. Der Alltagsbetrieb ist nicht von katastrophalen Explosionen und Unfällen geprägt, sondern weitgehend unspektakulär: Die Autos laufen. Sie sind allerdings teuer in der Anschaffung. Und dass es in Deutschland kaum 80 Tankstellen für diese 400 Autos gibt, dürfte ein weiteres Argument dafür sein, dass diese Technologie keine größere Verbreitung findet. Hinzu kommt das Problem mit dem Wirkungsgrad. Derzeit muss einfach zu viel Energie aufgewendet werden, um Wasserstoff emissionsfrei zu produzieren, so dass das Gas nicht zu einem marktkompatiblen Preis angeboten werden kann.

Die Welt und mit ihr die Bundesrepublik ist weit davon entfernt, auf Wasserstoffwirtschaft umgestellt werden zu können, denn wie die Energie-Expertin Claudia Kemfert im FR-Interview sagt: Wasserstoff macht nur dann Sinn, wenn er ohne Einsatz fossiler Energien erzeugt wird. Das leuchtet wohl jedem ein. Aber die Ressourcen existieren. In Nordafrika gibt es riesige Gebiete, weithin bekannt als Sahara, in denen fast unbegrenzt Solarstrom und damit per Elektrolyse Wasserstoff produziert werden könnte. Der ließe sich leicht in verflüssigter Form gen Europa verschiffen. Wasserstoff könnte Erdöl als Treibstoff der Weltwirtschaft ersetzen, wenn die Rahmenbedingungen entsprechend gesetzt würden. Das ist Zukunftsmusik, aber die Bundesregierung hat sich entschlossen, mit ihrer Wasserstoffstrategie in diese Richtung zu gehen. Das ist mittelfristig möglicherweise nachhaltiger als Elektromobilität.

fr-debatteWertvolle Zeit wurde vergeudet

Den Aussagen zur künftigen Rolle von Wasserstoff in Deutschland stimme ich in vielen Passagen zu. Dennoch muss ich ergänzen und in manchem aus meiner Sicht widersprechen.
Die Einschätzung zur E-Mobilität mit Wasserstoff darf nicht vernachlässigen, dass die Li-Ionenbatterien für Fahrzeuge in den nächsten Jahren in China produziert werden und zwar mit Hilfe von zahlreichen neuen Kohlekraftwerken. Die starke Belastung durch CO2 wird aber nicht den deutschen Emissionen zugerechnet, sondern stattdessen positiv die scheinbar „eingesparten“ Emissionen im Vergleich zu Verbrennungsmotoren. Da aber die Jahre bis 2030 entscheidend für eine notwendige Emissions-Wende zum 1,5 °-Ziel sind, werden in der Bundesrepublik wertvolle Jahre für die Welt vergeudet („dann ist es zu spät, das kann nicht mehr aufgeholt werden“)
Frau Kemfert vernachlässigt vielleicht, dass auch die Fahrzeuge mit Akkumulatoren nur nutzbringend betrieben werden können, wenn überschüssige Energie aus regenerativen Quellen zur Verfügung steht. Denn sonst muss ein entsprechender Teil der notwendigen Energie in Gewerbe und privatem Bereich aus nicht erneuerbaren Quellen erzeugt werden.
Wie die Bundesregierung nun (überfällig!!) beginnt, muss neben heimischem Zubau regenerative Energie importiert werden aus sonnen- oder windreichen Ländern, die bei diesem Export nun endlich auch gerecht verdienen können (vgl. das Projekt Desertec der späten 80er Jahre). Inzwischen ist deutlich, dass die notwendige Energiemenge relativ kurzfristig in Form von Wasserstoff transportiert werden kann, ehe etwa eine Gleichstrom-Hochspannungsleitung von Nordafrika bis Deutschland projektiert, durchgesetzt und gebaut werden könnte. Der deutsche Maschinenbau bekäme gleichzeitig mittels notwendiger Elektrolyse-Anlagen (auch in den ostdeutschen Ländern!) eine neue Aufgabe.
Das Verbraucherverhalten spielt beim notwendigen Umbau des Kfz-Verkehrs eine große Rolle: Soll und will ich als Verbraucher ein Kfz kaufen, das erklärtermaßen für den Regionalverkehr geeignet ist? Dafür ist aber politisch sinnvoll der ÖPNV gedacht. Für Fernreisen ist teilweise die Bahn sinnvoll, doch nicht alle Urlaubsziele sind erreichbar. Auch andere Gründe wie Gepäck und Mobilität lassen die meisten Urlauber zum Auto greifen.
Dafür alle 300 km längere Zeit für Suche nach Ladesäule und Aufladen einplanen?
Ganz absurd wird es für die vielen, vielen mit Wohnwagen und vor allem Wohnmobilen. Ein Wasserstoff-Fahrzeug würde bei An und Abreise in der Regel einmal zur Wasserstoff-Tankstelle fahren und in 3-6 min tanken! Wieso boomt denn der Wohnmobilverkauf mit Dieselmotoren sogar heute bei Corona und bei bekannterweise immer höher steigenden Steuern und Dieselpreisen. Den Campern gehen doch erhebliche Zuschüsse für „Batteriefahrzeuge“ verloren! Die realen Zahlen: Reisemobilverkauf im Mai 2020: über 10.000 Fahrzeuge = + 31,7 Prozent gegenüber Mai 2019! von Januar bis 1. Juni insgesamt knapp 30.500 Reisemobile (mit Dieselmotoren, nicht Elektrofahrzeuge!) . Die Transporterklasse als Basisfahrzeug hätte Raum für Tanks und Brennstoffzelle und ist sowieso für Leichttransporte auch im internationalen Gütertransport mit Brennstoffzellen notwendig.
Insgesamt aber ist Frau Kemfert eine realistische Darstellung der Energiesituation gelungen. Hier wird deutlich, dass Politik und Wirtschaft heute mindestens 10 Jahre zu spät sind mit Entscheidungen und Entwicklungen. Zu wenig Hinhören auf die Sachaussagen von wirklichen Fachleuten und zu wenig über den kurzfristigen Zeithorizont der Legislaturen gedacht; keine wirkliche Meinungsbildung durch verantwortliche Gesellschaftsgruppen hat der Bevölkerung andauernd die drohende Gefahr der Klimakatastrophe wirklich nahe gebracht!
Da ist es eigentlich müßig, über die Rolle des Wasserstoffs für uns zu streiten. Frau Kemfert hat recht: Das größte Problem ist die fehlende Kapazität für regenerative Energie! Und „Wasserstoff muss jetzt oder später zwingend ‚fossilfrei‘, also grün hergestellt werden -oder lieber gar nicht.“ Er ist „der Champagner“ unter den (Sekundär-!) Energieformen!

Eberhard Just, Achim

fr-debatteWie wird die nächste Generation über uns urteilen?

Warum haben wir mit der Wasserstoffoffensive nicht schon vor 30 Jahren begonnen, obwohl wir dazu in der Lage waren? Warum haben wir damals Asbest verboten, aber nicht die Freisetzung von fossilem CO2, obwohl wir die Gefahren berechnet und gekannt haben (1989: Weltklimarat-IPCC)? Das eine betrifft einzelne Menschen, das andere zerstört Ökosysteme und bedroht die Menschheit. Lächerliche CO2-Abgaben für Spritfresser und eine spürbare MWSt.-Absenkung setzen uns Anreize, das Klima mit Vollgas gegen die Wand fahren. Neben der rasant zunehmenden Schmelze von Permafrost und Polkappen wird mit europäischer, besonders deutscher Duldung, mittels „Rindfleischabkommen“ (EU-Mercosur-Abkommen) kritiklos die grüne Lunge zerstört. Bis zum Ende des Jahrzehnts dürften auch weite Teile Afrikas klimatisch unbewohnbar werden. Auf diesem Kontinent leben dann 1,5 Mrd. Menschen und im klimatisch gemäßigteren Europa 0,7 Mrd. Zudem steigt der Meeresspiegel unaufhörlich, bei vollständiger Eisschmelze um 66 m. Wie wird wohl die nächste Generation, die die Folgen unserer derzeitigen Politik und die der letzten 30 Jahre empfindlich zu spüren bekommt, darüber urteilen?

Rainer Wild, Wunsiedel

fr-debatteDer eigentliche Knackpunkt

Prof. Kemfert hat, wie immer, Recht in ihren Einschätzungen zur Wasserstofftechnik. Es ist völlig klar, dass nur „grüner“ Wasserstoff infrage kommt. Natürlich muss der Ausbau erneuerbarer Energie mit aller Kraft gefördert werden. Es muss ein Ende haben, den Ausbau erneuerbarer Energie, wie bisher, nach Kräften zu behindern. Der Satz “man wird Wasserstoff deshalb vernünftigerweise nur dort einsetzen, wo es keine andere Möglichkeit gibt “ zeigt jedoch auf den eigentlichen Knackpunkt. Es gibt keine andere Möglichkeit als Wasserstoff, E-Mobilität ist nicht die Antwort. Man lese den Artikel in der Frankfurt Ausgabe über Schnelllademöglichkeiten in Ffm. Der Bürger hat erkannt, dass das Modell „Strom“ wohl keine Zukunft hat. Es bleibt also nur der Weg für die allgemeine Mobilität über Wasserstoff. Das Argument „zu teuer“ zieht nicht, bedeutet es doch , dass die Autos der Zukunft klein zu sein haben, die Zeit der SUVs ist vorbei. Die jetzige Praxis der Hybrid SUVs ist eine Lüge, wer fährt denn da mit Strom ? Für die langen Fahrten gibt es in Zukunft die Bahn und den Bus.
Es darf jedoch bezweifelt werden, ob es gelingt, genügend Druck zu erzeugen um erneuerbare Energie in genügender Menge zu erzeugen. Bis jetzt ist das nicht zu erkennen.Das ganze ist eine konzertierte Aktion der fossilen Energiewirtschaft mit der Kfz Industrie mit dem Ziel : Wenn nicht genug Grünstrom da ist, muss eben Kohlestrom benutzt werden. Siehe Datteln 4 . Man muss sich doch fragen, was in den Köpfen der Industrie und des Staats vor sich geht. Wofür dann Milliarden investieren, wenn man doch Wasserstoff eigentlich gar nicht will ? Eine völlig verfahrene Kiste.

Jürgen H.Winter, Schöneck

fr-debatte

12 Kommentare

  1. hans sagt:

    Frau Kemfert hat in vielem recht was sie gesagt hat, aber es gibt auch einiges das ich nicht wirklich nachvollziehen kann. Mit Überschussstrom wird Wasserstofferzeugung nicht wirtschaftlich möglich sein. Man geht zu recht davon aus das man für eine Elektrolyseanlage 4000 Volllaststunden im Jahr benötigt. Mir ist nicht klar wie Frau Kemfert darauf kommt das man diese Zahl erreichen kann wenn so eine Anlage nur läuft wenn Überschüsse und die oft nur kurzzeitig vorhanden sind. Eines was sie gesagt hat sollte man noch mal heraus heben. Wasserstoff ist immer eine Lösung aber es ist auch immer die teuerste. Sie sollte nur eingesetzt werden wenn es keine andere gibt. Da fällt mir als erstes Regelenergie und dann Flugzeuge und Schwerlastverkehr ein. Das es Anwendungen in der Chemie gibt die jetzt schon mit Wasserstoff laufen ist wohl klar. Alle die wieder einmal meinen das Thema PKW ins Spiel bringen zu müssen liegen vollkommen daneben. Ich stelle einen Link ein der zeigt wie solche Autos schon bald aussehen werden. Er zeigt aber auch auf wie bedenklich weit die deutsche Autoindustrie zurück ist.
    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=322479&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1160409
    Zum Thema Wasserstoff und wo er her kommen soll vielleicht auch erst mal ein Link
    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=322681&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1160528
    Wenn wir in D. Wasserstoff erzeugen wollen müssen Offshore Windparks gebaut werden die nichts anderes machen. Das ist aber solange Unsinn wie AKW , Kohle oder Gaskraftwerke laufen. Solange die noch laufen sollten sie von Windstrom direkt ersetzt werden. Den Wasserstoff den wir für Regelenergie brauchen sollten wir einführen. Nahezu alle Forschungsinstitute gehen von ca 10% Wasserstoff am deutschen Primärenergiebedarf nach Vollendung der Energiewende aus. Das bedeutet das es sicher sinnvoll ist über eine Wasserstoffstrategie 10 GW aufzubauen. Sie werden aber erst ab ca 2040 wirklich benötigt besonders wenn man Kohle bis 2038 nutzen will.

  2. hans sagt:

    https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-das-ende-der-energiewende-102.html
    Wer sich eine halbe Stunde Zeit nehmen will um zu erfahren wie sich die Situation derzeit wirklich darstellt und welchen Unsinn ein Mann mit dem Namen Altmeier auch beim Thema Wasserstoff erzählt sollte sich diesen Film ansehen. Es ist mit das Beste was ich bei den öffentlich rechtlichen dazu je gesehen habe.

  3. hans sagt:

    https://www.photovoltaikforum.com/core/attachment/116923-8af68-jpg/
    Dieses Bild ist jetzt schon Jahrzehnte alt und war damals überall so zu sehen. Jahre späte erzählte uns Roland Koch das im Rhein-Main Gebiet die Lichter ausgehen wenn Block 6 in Groß Krotzenburg nicht gebaut wird und die AKW in Biblis abgeschaltet werden. Jetzt erzählt der Bundesenergieminister Altmeier von 70% Energieimporten mit Wasserstoff vom Primärenergiebedarf nach Vollenddung der Energiewende. Wer sich den Film angesehen hat den ich gestern als Link eingestellt habe weiß das es so nie kommen wird. Das bedeutet bei dem Thema wird das Volk seit Jahrzehnten ohne Pause belogen und damit auch betrogen. Ich kann mir nicht vorstellen das Herr Altmeier das nicht weiß. Über Wasserstoff in PKW haben wir hier schon oft geredet, aber jetzt kommt das Thema Wasserstoff als Erdgasersatz hoch. Das kann doch nicht wahr sein. Das ist ähnlich wie bei PKW oder sogar noch ein größerer Unsinn. Eine KWh Strom erzeugt über eine Wärmepumpe zwischen 3 und 5 KWh Wärme. Je nach dem ob es eine Luft oder Erdwärmepumpe ist. Eine KWh Strom erzeugt über Wasserstoff grob überschlagen 0,4 KWh Wärme positiv gerechnet. Das muss der zuständige Minister doch wissen? Dann stellt sich die Frage warum erzählt er so etwas was sicher nie kommen wird. Ich denke es geht nur um die Bundestagswahl. Das Europawahlergebnis hat sie so geschockt mit dem hohen Prozentsatz für die Grünen das sie sich ein neues Märchen ausgedacht haben um die Wähler zu beruhigen. Da weiß man wo Trump in die lehre gegangen ist. Wobei es schon klar ist das es Anwendungen gibt bei denen Wasserstoff seine Berechtigung hat.

  4. hans sagt:

    Es gibt ja immer wieder hauptsächlich aus den Reihen der Union das Märchen das es nicht sein kann das D. als einziges Land Klimaschutz betreibt. Seit ich ihn gefunden habe schaue ich immer mal wieder in den unten stehenden Link hinein der Ist aber auch Vergleichsdaten zeigt von den EU Ländern. Wenn man sich die ansieht ist relativ klar das es in vielen Ländern 2038 schon lange kein AKW und/oder Kohlekraftwerk mehr am Netz geben wird. Besonders gut ist das in Portugal Schweden Österreich Dänemark Spanien und noch anderen zu sehen. Es ist schon erstaunlich über wie wenig Informationen Bundestagsabgeordnete verfügen. Die Entwicklung ist nicht erstaunlich weil EE inzwischen wirtschaftlich sinnvoll sind. Es gibt nur Leute die das offensichtlich nicht merken.

    https://www.energiefirmen.de/energie/erzeugung

  5. hans sagt:

    Noch eine Bemerkung zu dem Link. Wasserstoff nutzt da niemand. Erst recht keine 70% wie Altmeier vorgeschlagen hat. Auch nicht Länder die bei der Stromwende schon viel weiter sind als D.. Eigentlich ist das der absolute Beweis das wir wieder ein Märchen aufgetischt bekommen sollen. Wenn man wirklich eine Wasserstoffwirtschaft wollte würde der Aufbau Jahrzehnte dauern und der Betrieb von Kohlekraftwerken bis 2038 hätte sogar irgendwo Sinn. Das will man aber gar nicht weil viel zu teuer und auch nicht nötig.

  6. hans sagt:

    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=323026&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1160652
    Wenn das stimmt verliert Wasserstoff einen Großteil seiner Berechtigung

  7. hans sagt:

    Es schreibt hier zwar niemand außer mir zum Thema aber vielleicht liest ja auch der eine oder andere mit. Ich habe einen interessanten Link gefunden. Ob das alles genau so kommt wie da beschrieben wird man sehen. Es ist aber klar zu erkennen wo der Widerstand gegen die Energiewende her kommt.

    https://www.godmode-trader.de/artikel/das-ende-des-oelzeitalters,8458692

  8. hans sagt:

    Heute ist in der FR auf Seite 12 eine Kolumne zum Thema Wasserstoff. Ich bin jemand der sich mehr Zahlen wünschen würde um zu belegen was da steht. Es ist aber in der Sache einfach nur absolut richtig und zeigt halt leider wieder auf wie unverständlich die Energiepolitik unserer Regierung ist. Mir ist während ich die Kolumne gelesen habe der Gedanke gekommen ob es nicht vielleicht besser wäre die Mengen von Solar und Windstrom aus Nordafrika die man braucht um in D. eine Wasserstoffwirtschaft zu installieren besser für Meerwasserentsalzung nutzt um die Sahara zu begrünen. Das würde ja auch erhebliche Mengen an CO 2 binden und Fluchtursachen beseitigen. Auf den ersten Blick scheint mir das ähnlich vernünftig zu sein, mindestens.

  9. Jürgen Eiselt sagt:

    Die sogenannte Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist ein Subventionspaket für Thyssen, Salzgitter AG und RWE. Irgendwann, in einigen Jahren, sollen 5 GW bunter RWE-Wasserstoff in den Konzernen für Prozesswärme sorgen. Der Weg dahin ist mehr Wunsch als konkrete Auflistung der notwendigen Maßnahmen, inklusive eines Masterplans mit Ausbauraten und CO2-Minderungspotentialen – pro Jahr!
    Auf der Bundespressekonferenz zur Vorstellung des Wasserstoffsubventionskonzepts konnte der Vertreter vom Wirtschaftsministerium nicht darlegen, ob und wieviel grüner Wasserstoff zu welchem Zeitpunkt zur Verfügung steht.
    Auch in den Bereichen Landwirtschaft, Mobilität und dem jetzt verabschiedeten Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) fehlt der Bundesregierung eine vernünftige und nachvollziehbare CO2-Reduzierungsstrategie. Sie versagt komplett im Klimaschutz und zeigt der Bevölkerung deutlich, dass CDU/CSU und SPD den Schuss immer noch nicht gehört haben.
    Die wissenschaftlich abgesicherte Leitplanke liegt darin, dass die Weltwirtschaft in der nächsten Dekade, spätestens bis 2035, komplett auf erneuerbare Energien umgestellt sein muss. Für Deutschland bedeutet dies jedes Jahr einen Zubau von mindestens 15 GW Solarstrom und 11 GW Windstrom.
    Wer ein Kohleausstiegsgesetz verabschiedet, in dem neue Kohlekraftwerke in Betrieb gehen und ein Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) ohne brauchbare Integration von Erneuerbare-Energien vorlegt, braucht sich nicht über negative Zubauraten zu wundern.
    Gigantische Gletscherschmelze, Hitzerekorde, flächendeckende Verdurstung oder Auffraß der Wälder vom Borkenkäfer zeugen von der bedrohlichen Erderwärmung. Die CO2-Werte sinken trotz Corona nicht unter das notwendigen Reduktionslevel.
    Doch diese Bundesregierung erlaubt sich immer noch, keine Klimaschutzrettungsstrategie zu erarbeiten und vorzulegen.
    Angesichts der lebensgefährlichen Bedrohung gerade der nächsten Generationen kann dies nur als Politikverweigerung bewertet werden.
    Mindestens die zuständigen Minister müssen zurücktreten und die SPD sollte sich überlegen, ob sie weiter im sinkenden Boot verbleiben will.

  10. hans sagt:

    Es ist immer wieder zu beobachten das Wasserstoff wie er in frühestens 10 bis 20 Jahren zur Verfügung steht in der Umweltbilanz mit heutigen Batterien verglichen wird. Die Entwicklung von Batterien steht auch noch ganz am Anfang und wird wahrscheinlich wesentlich schneller voranschreiten als der Aufbau von Wasserstofflösungen. Wobei bei Wasserstoff der mögliche technische Fortschritt auch noch sehr überschaubar ist weil Elektrolyse keine neue Technologie ist. Ich stelle einen Link ein wie die Batterie der Zukunft aussehen könnte. Über die zukünftige Batterieendwicklung wird nach meiner Meinung zu wenig berichtet. Zumal das eine der wenigen Chancen der deutschen Autohersteller ist zu überleben.

    https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-36648-forscher-entwickeln-fertigung-fr-aluminium-batterien

  11. hans sagt:

    Heute wird ja das deutsche Kohlebestandsschutzgesetz verabschiedet. In den Nachrichten konnte man Stimmen dazu hören. Da sehen sich Leute als Vorbild dem die anderen nacheifern können wenn D. es erfolgreich vor macht. Sorry, welche Tabletten haben denn solche Leute genommen das sie zu solchen Einschätzungen kommen.

    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=323455&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1160820

  12. hans sagt:

    https://photovoltaiksolarstrom.com/einspeiseverguetung/aktuell/
    Ich war die ganze Zeit der Meinung gestern hätte der Bundesrat den 52 GW Solardeckel abgeschafft. Das ist aber offensichtlich keiner Zeitung eine Meldung wert.
    Vielleicht ist es auch nicht so und ich habe es nicht mit bekommen?
    Eigentlich ist das auch nicht mehr so wichtig wie noch letztes Jahr gedacht. Dadurch das man die Absenkung der Einspeisevergütung jeden Monat an dem jährlichen Ausbau angeknüpft hat und das so festgelegt hat das die Vergütung ab einem Zubau von 2 GW/ Jahr sinkt ist sie inzwischen so stark gefallen das nächstes Jahr es im Einfamilienhausbereich eh kaum noch Zubau geben wird. Den Deckel können sie also beruhigt abschaffen ohne Änderung des EEG ist der PV Ausbau auch so erfolgreich bekämpft worden. Wo der Strom für massenhaft Wasserstoff her kommen soll bleibt das Geheimnis dieser Regierung.