Der Unfug der Gerüchtemacher und Realitätsverweigerer

Wie kommt es eigentlich, dass manche Menschen offenbar bereit sind, jeden Unfug zu glauben? Nein, die Rede ist hier nicht von Religiösem, jedenfalls nicht auf den ersten Blick, sondern von Verschwörungstheorien. Die haben gerade mal wieder Hochkonjunktur. Mit ihnen ist es wie mit Grippeviren: Sie brechen aus und versetzen in großen Wellen die Communities in Hirnlähmung, in deren Verlauf menschliche Fähigkeiten wie Vernunft merklich herabgesetzt, in Einzelfällen auch ausgesetzt sind. Dann geht irgendwie der Anlass verloren, zum Beispiel weil er eigentlich nie existiert hat. Stichwort „Umvolkung“. Eine der großen Verschwörungstheorien unserer Zeit: Unsere politische Elite, verkörpert in Kanzlerin Angela Merkel (CDU), will Deutschland zu einem islamischen Land machen. Gaga? Es gibt genug Leute, die das wirklich glauben.

GatesAber dieses Thema ist in Zeiten der Corona-Pandemie nicht mehr der Reißer. Die Muslime sind zwar noch da, aber so eine „Umvolkung“ geht nun mal nicht in zwei, drei Wochen oder Monaten vonstatten. Darüber kann man sich vielleicht später wieder aufregen. Jetzt ist Corona das große Thema bei den Verschwörungsfans. Aber das Narrativ ist ähnlich: Die Pandemie wird von den Mächtigen genutzt, um uns der Grundrechte zu berauben. Und dann wäre da noch die Sache mit der Weltregierung, also mit Bill Gates. Ja, so einfach kann man es sich machen. Unterschwellig ist Antisemitismus im Spiel, denn Weltregierung hatte schon immer viel mit Finanzkraft und Judentum zu tun, und über Finanzkraft verfügt Mister Gates unverkennbar. Also ist er wohl ein Jude? Und klar: Er will uns Chips einimpfen. Hat er je was anderes gemacht?

Das Netz ist vielfältig, das Netz ist bunt – und voller Unfug. Manchmal ist es wirklich erschütternd zu beobachten, was Menschen dort von sich geben. Einer wie Ken Jebsen muss nur ein paar Millionen Mal geklickt werden, und schon ist er jemand, durch den sich Tausende informiert fühlen. Oder ist das Wort falsch – informiert? Geht es nicht doch eher um Glauben? Um das, was man glauben will und woran man dann um alles in der Welt festhält – bis das Thema sich erledigt und man wieder zwei, drei Jahre warten muss, bis der nächste Aufreger kommt?

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass die Rechtsextremen derzeit mit aller Macht versuchen, am Corona-Thema anzudocken. „Umvolkung“ ist gerade nicht en vogue. Das muss nicht so bleiben, die nächste Welle kommt bestimmt, aber bis dahin muss man sehen, wo man bleibt. Sonst geht man in den Wellen unter.

fr-debatteVerschwörungsfanatiker und Realitätsverweigerer

Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen „Corona-Krise“ und ihrer Bewältigung durch unsere politischen und medizinischen Institutionen sowie durch deren handelnde Personen treten nun erneut Bewegungen auf den Plan, die einerseits versuchen, die Realität dieser Pandemie zu leugnen und den wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen über Entstehung und Folgen zu widersprechen, andererseits sich und dem Rest der Welt weismachen, ursächlich dahinter würden dunkle Mächte stecken, denen alles mögliche Schlimme unterstellt wird und die schlimmsten Falls auf unsere Regierenden einwirkten, um dem Volk die gewohnten Freiheiten dauerhaft zu nehmen. Welch ein Unsinn!
Diese Menschen und ihre Bewegungen werden landauf, landab von allen Medien völlig unkritisch mit dem Attribut bedacht, sie würden sog. „Verschwörungstheorien“ verbreiten, wobei dem Wortteil „Theorie“ eine Anerkennung zuteil wird, die wahrlich nicht verdient ist. Es handelt sich sich weder im Theorien noch um Theoretiker.
Nach allen Wortinterpretationen ist eine Theorie ein System wissenschaftlich begründeter Aussagen zur Erklärung bestimmter Tatsachen und der ihnen zugrundeliegenden Gesetzlichkeiten. Als Theorie wird auch die Lehre über allgemeine Begriffe, Gesetze oder Prinzipien eines bestimmten Bereichs der Wissenschaft, Kunst oder Technik bezeichnet. Entscheidend sind also jedenfalls wissenschaftliche Belegbarkeit und ggfs. zugleich gerichtsfeste Nachweisbarkeit. Von diesen unverrückbaren Kriterien ist doch der Unfug, den die Gerüchtemacher und Fantasten nur auf der Straße und in den sog. „sozialen“ Medien verbreiten so weit entfernt wie das letzte schwarze Loch im unergründlichen Weltall von der Erde. Sie bzw. ihre kruden Parolen mit „echten“ (wissenschaftlichen) Theoretikern bzw. Theorien gleichzusetzen, bedeutet die Hebung auf ein Podest, auf das sie schlicht nicht gehören, zugleich aber die Abwertung der verdienten, wissenschaftlich gerade auch an dieser pandemischen Erkrankung gesichert arbeitenden Theoretiker und Praktiker gerade auch hierzulande. Begrifflich kann man die Parolen dieser sektiererischen Erscheinungen allenfalls als „Verschwörungsfantasten“, „Verschwörungsgaukler“ oder einfach als Realitätsverweigerer bezeichnen, aber bitte nicht mehr – auch nicht zu Verkürzungszwecken – als „Theoretiker“ und ihre Sprechblasen nicht mehr als „Theorien“.

Thilo Krause-Palfner, Frankfurt

fr-debatteDie berechtigten Interessen der Betroffenen

In den letzten Tagen las und hörte ich etliche Meinungsäußerungen darüber, wie man mit Teilnehmer*innen von Demonstrationen gegen Corona-Einschränkungen umgehen soll. Ich selbst bin ein überzeugter Befürworter der Corona-Schutzmaßnahmen. Einleuchtend erscheint mir aber der Gedanke, mit Demonstrant*innen zu diskutieren, die tatsächlich zu Diskussionen bereit sind. Sie nehmen für sich in Anspruch, sich auf Argumente zu berufen, im Gegensatz zu Verschwörungstheoretikern und anderen Spinnern. Dann müssen sie auch bereit sein, sich mit meinen Argumenten auseinanderzusetzen. Ich möchte wissen, was geschehen müsste, damit sie ihre Forderungen als erfüllt ansehen. Widerstand gegen eine allgemeine Impfpflicht? Damit habe ich keine Probleme. Weitergehende Lockerungen? Ja, aber Schritt für Schritt, mit sorgfältiger Beobachtung des Infektionsgeschehens. Es gibt vermutlich noch weitere Forderungen, bei denen ich Möglichkeiten für Kompromisse sehe. Das gilt aber nicht für die sofortige Aufhebung aller Schutzmaßnahmen. Ein Kompromiss muss ja die berechtigten Interessen aller Betroffenen berücksichtigen. Dazu gehören auch die Sorgen derjenigen Menschen, die vor Infektionsrisiken geschützt werden wollen. Wer wirklich zu Diskussionen bereit ist, kann sich nicht über diese Sorgen hinwegsetzen.

Axel Raue, Bad Homburg

fr-debatteZu viele James-Bond-Filme gesehen

Liebe Verschwörungstheoretiker, die ganze Welt wartet auf einen Impfstoff und in einigen Teilen der Welt womöglich vergeblich, aber ihr verzichtet ganz freiwillig darauf. Ihr müsst auch keine Angst haben, denn das Virus gibt es in Wahrheit ja gar nicht. Die vielen schwerkranken Patienten auf den Intensivstationen natürlich auch nicht. Das wird euch doch nur von der Lügenpresse vorgegaukelt. Wenn es euch dann aber doch erwischen solltet, ist das für euch ja sicher kein Problem. Oder wollt ihr euch etwa von Ärzten, die ja nur Handlanger von Bill G. sind und nur darauf warten euch endlich, statt zu helfen, nur einen chip zu implantieren , traktieren lassen? Sicher wollt ihr auch nicht, dass die anderen naiv-gläubigen Mitglieder der Solidargemeinschaft des totalitären Gesundheitssystem eure Behandlung mitfinanzieren, sondern macht das unter euch aus. Irgendwie muss man ja auch zu seinen Überzeugungen stehen. So viel Altruismus ist heute ausgesprochen selten. Herzlichen Dank dafür. Eine Frage hätte ich noch: Kann es sein, dass einige von euch zu viele James Bond-Filme gesehen haben?

Dr. Harald Reinemer, Bad Vilbel

fr-debatteSolidarität impliziert Verzicht auf Freiheiten

Manche auf kritisch gepolte Menschen wittern bei jeder aufgedeckten Widersprüchlichkeit oder zumindest Nicht-Nachvollziehbarkeit gleich eine Böswilligkeit oder gar Verschwörung der Regierung. Als ob sich ausgerechnet jetzt 200 Staaten gegen ihre eigene Bevölkerung verschworen hätten, wo sie sich bis heute nicht einmal in der Geschichte bei einer einzigen Sache einig geworden sind! Ich muss nicht mit jeder Maßnahme der Regierung übereinstimmen, aber bei jeder Korrektur oder U-Turn gleich von böser Absicht zu schwafeln, offenbart nur die eigene Unreife dieser Menschen, die nur auf der Lauer zu sitzen scheinen, wann sie wieder mal mit dem Freiheitsbegriff aus dem GG herumwedeln können. Dass bei solch einem Präzedenzfall trial and error dazugehören, sollte man der Regierung zugestehen, anstatt aus reiner Geltungssucht ständig als Querulant herausstechen zu müssen! Solidarität impliziert auch bereitwilligen Verzicht auf eigene Freiheiten.

Rehana Akhtar, Düsseldorf

fr-debatteObskure Ideen wurden öffentlich präsentiert

Ich bin entsetzt über meine Mitbürger/innen in Frankfurt, die am Samstag glaubten, gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie demonstrieren zu müssen. Bis jetzt dachte ich, dass Frankfurts Bürger/innen grundsätzlich verantwortlich und problembewusst sind. Jetzt muss ich daran zweifeln. ‚Heinsberg‘ geschah zu einer Zeit, als noch relativ wenig über den Verbreitungsweg des Virus bekannt war. Heute weiß jeder bedeutend mehr. Dass Rechte, Xenophobe, Verschwörungstheoretiker und andere „Dumpfbacken“ diesen ‚Spaziergang‘ zum Anlass nahmen, ihre obskuren Ideen öffentlich zu präsentieren, ist geradezu absurd.
Ich hoffe, dass im Falle einer Infizierung wegen Nicht-Einhaltens der Distanz- und Schutzregeln der/die Betroffene die Solidarleistung der Krankenkasse ebenso vehement zurückweist wie die politischen Entscheidungen der gewählten Parlamentarier und der Regierungen.

Gisela Evenson, Frankfurt

fr-debatte

5 Kommentare

  1. hans sagt:

    Ich denke man sollte das sich nicht so einfach machen. Es gibt viele Millionen Menschen in D. die derzeit erleben das ihr Lebensmodell aufhört zu funktionieren. Ob das Soloselbstständige sind oder Menschen in Kurzarbeit. Es sind sehr viele die das sehr hart trifft, die aber noch nie einen Coronakranken getroffen haben. Wenn da jemand mit Verschwörungstheorien um die Ecke kommt ist es leicht unter dem Vorwand die Freiheit zu verteidigen in Wirklichkeit einen Grund zu haben die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu versuchen durchzusetzen. Das ist zwar Egoismus pur aber erwartet in diesem Land wirklich jemand was anderes?

  2. Susanne Merz sagt:

    @ hans

    Dass viele Menschen Angst haben und um ihre Existenz fürchten, kann ich absolut nachvollziehen. Ich habe solche Fälle in meiner Bekanntschaft. Es ist aber völlig klar, dass ich helfe, z.B. indem ich ihnen Geld zur Überbrückung leihe, wenn das nötig wird. So was wird sicher auch in vielen anderen Fällen möglich sein, dass die Menschen sich auch innerhalb der Familien helfen. Aber diese Angst ist keine gute Ausrede dafür, dass man anfängt, Unsinn zu verbreiten oder Stimmung gegen die Maßnahmen zu machen, denen wir verdanken, dass die Kurve sich abflacht. Viele Menschen werden jetzt zu einem Leben gezwungen, das viel einfacher und weniger komfortabel ist und das ihnen Konsumverzicht auferlegt. Das will natürlich niemand. Also wird gejammert. Darin sind wir Deutschen ja auch recht gut. Aber die Schuld für die ganze Misere allein Bill Gates in die Schuhe zu schieben, damit man einen Sündenbock hat, das ist kompletter Unsinn und muss als Unsinn klar benannt werden.

  3. Jürgen Malyssek sagt:

    Es ist ein großer Unterschied ob ich die Sorgen und Ängste der Menschen in der Coronazeit ausdrücke und ernst nehme oder ob ich daraus einen weiteren Popanz aufbaue und eben mir diese Falschmeldungen reinziehe und den Verschwörungstheorien nachrenne. Bei aller Liebe zum Protest und Widerstand, wer jetzt diesen Virus und seine Gefahren für Leib und Leben nicht ernst nimmt als auch an den politischen Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie grundsätzlich zweifelt, der bietet auch eine kräftige Vorlage für weitere Rücksichtslosigkeiten und Desinteressen gegenüber den erkrankten und gefährdeten (auch existenziell)Mitmenschen.

    Es grenzt an sehr problematischen Wahrnehmungsstörungen derjenigen, die nicht erkennen (wollen), dass unsere Regierung die Lage wirklich ernst nimmt. Über die schweren wirtschaftlichen Folgen müssen wir nicht lange streiten. Die sind da und die bleiben lange.

    Aber was denn jetzt? Bewältigung oder Linderung der Pandemie oder ins blanke Elend stürzen, wie es etwa die Bilder und Fakten aus den USA zeigen?
    Neben den kaum aus der Welt zu schaffenden Verschörungstheorien, die auch noch durch das Internet und die Foren ein Wahnsinns-Tempo aufnehmen, geht es doch auch darüber nachzudenken, mit welch einer Anspruchshaltung die wütenden Bürger eigentlich zu Werke gehen! Schon überhaupt mal von Notstand und Krise (vgl. z.B. Nachkriegszeit) was gehört?
    Da reißen wohl gerade die Richtigen den Mund auf, die dem Staat unterstellen, auf dem Weg zu einer Diktatur zu sein!
    Wenn man in Deutschland gewohnt ist in andere Länder zu reisen, als braver Urlauber von aller Not und allem Elend weit ferngehalten, dann kann man freilich nicht erkennen, in welch einem stabilen demokratischen Land wir hier leben. Im Übrigen waren all die Probleme, die sich jetzt durch die Corona aufzeigen, schon weit vor der Pandemie existent. Sie werden nur wie durch ein Brennglas noch deutlicher, von den Schlachthöfen bis zur ungerechten Verteilung der gesellschaftlichen Güter, usw.

  4. hans sagt:

    zu @ Susanne Merz
    Ich kann und will ihnen ja gar nicht grundsätzlich widersprechen. Den meisten Menschen die da auf die Straße gehen ist auch klar das Bill Gates nicht Corona erfunden hat. Da geht es darum das sie die Einschränkungen nicht hin nehmen wollen obwohl sie nötig sind wie man in anderen Ländern ja sehen kann. Das wollen sie aber nicht zugeben.

  5. Klaus Philipp Mertens sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    Jürgen Malyssek weist mit Recht darauf hin, dass die meisten der jetzt beklagten Probleme bereits vor dem Corona-Ausbruch vorhanden waren. Ich denke an die Auslagerung der Daseinsvorsorge, einer primär staatlichen Aufgabe, hin zu kommerziellen Anbietern, so im Gesundheitswesen und in der Altenpflege.
    Ähnlich unerträglich ist die belegbare Befürchtung, dass Kinder, wenn sie ihren Alltag mehrere Wochen ausschließlich in der elterlichen Wohnung verbringen müssen, dort stärker bedroht sind als draußen. Ja, dass Schulen offensichtlich immer mehr zu Fluchtburgen vor gewalttätigen Vätern (und gelegentlich auch Müttern) geworden sind. Zudem scheinen Grundschulen und Kindertagesstätten die Funktion von Abstellplätzen angenommen zu haben, damit das Erwerbsleben der Eltern ungestört verläuft.
    Selbst die normalen Risiken des Alltags werden von vornherein ausgeblendet. Ganz zu schweigen von Pandemien. Die normalbürgerliche Welt offenbart sich als Kartenhaus – da ist die Katastrophe vorprogrammiert.
    Ich rede damit nicht einer reaktionären Hausfrauenideologie das Wort. Vielmehr wehre ich mich gegen die totale Kommerzialisierung unserer Gesellschaft, in der man arbeitet, um leben zu können. Und in der alle anderen Beziehungen den Anforderungen der Profitwirtschaft (inklusive der Produktion von verzichtbaren Gütern) untergeordnet werden.
    Die Geringschätzung der inländischen Bevölkerung setzt sich fort in der Ausbeutung von Arbeitenden, die in autoritär regierten Staaten um ihr tägliches Brot kämpfen müssen und denen es daran allzu häufig mangelt.
    Wenn Globalisierung lediglich die Optimierung der verlängerten Werkbänke nach China oder Indien bedeutet, dann sind die Menschen, hier wie dort, endgültig am Ende ihrer Lebensperspektiven angelangt. Der Multikonzern Volkswagen, um nur einen der Großen zu nennen, die sich als Corona-Opfer bejammern, lässt Teile in Asien produzieren, die in einem Just-in-Time-Verfahren punktgenau in Europa zur Weiterverarbeitung verfügbar sein müssen. Die sozialen Systeme in den Entwicklungs- und Schwellenländern werden dadurch nicht stabilisiert. Stattdessen läuft die weltweite Energie- und Ressourcenverschwendung auf Hochtouren. Und in ihrem Gefolge die Zerstörung des Weltklimas, die neben Kriegen die wesentlichen Auslöser von Fluchtbewegungen sind.
    Jetzt haben wir uns im Zuge der internationalen Naturzerstörung ein Virus eingehandelt, das exakt den Just-in-Time-Pfaden gefolgt ist. Ein Virus, das die Widersprüche unserer Lebensart offenlegt. Und allen Anlass zur Reflexion unserer Situation und zum Umdenken geben sollte.
    Doch anstatt unhaltbare Positionen infrage zu stellen, beklagen Zeitgenossen, die mitmenschliche Solidarität nie gelernt haben und sich als nicht betroffen fühlen, auf Hygiene-Demos und in dissozialen Netzen den Verlust der Grundrechte – als ob die ersten 19 Artikel des Grundgesetzes (die Grundrechte) wegen Corona von der Großen Koalition gestrichen worden wären. Oder bezichtigen geheime Mächte (vorzugsweise Freimaurer, Illuminaten, Juden, Plutokraten – so wie einst die Nazis) einer Verschwörung. Bestreiten gar die Gefahren, die von Covid-19 ausgehen. Falls sie außer ihrem Wahn zumindest Mut besäßen, sollten sie in einer Patientenverfügung festlegen, dass sie auf lebenserhaltende Behandlungsmaßnahmen verzichten.
    Soll der bewusstere Teil der Bevölkerung für die „Sorgen“ dieser Sorglosen Verständnis aufbringen, wie einige Politiker äußern? Nein!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Um Spam zu vermeiden, füllen Sie bitte das Captchafeld aus. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.