Frauentag: Unangenehm berührt

Achter März. Weltfrauentag. Ein Tag, an dem Ungerechtigkeiten thematisiert werden (sollen). Ein Tag, der für etwas steht, Und was macht die sonst so brave Frankfurter Rundschau? Sie provoziert plakativ mit einer Titelseite, auf der zwölf Vulven abgebildet sind.

Titelseite 20210308Hier ist sie. Was für ein Hingucker!

Ich bin durchaus dafür, dasselbe mit Penissen zu machen, um gelegentlich auch mal die Vielfalt der Männlichkeit zu würdigen. Heute aber geht es um die Vielfalt der Weiblichkeit. Wie wäre es mit einer Bildanalyse? Was im Denken vieler (nicht aller) Männer schlicht abwertend ein „Loch“ ist, hat in Wirklichkeit ein ganz individuelles Aussehen. Innere und äußere „Schamlippen“ (merkwürdiges Wort!) sowie Klitoris – jede Vulva ist anders. Jede Frau ist anders. Auch jeder Penis ist anders. Und jeder Mann. Aber wir bleiben hier weiter bei den Frauen, denn deren primäres Geschlechtsmerkmal wird nur ganz selten mal so prominent in den Vordergrund gerückt, wie es diese FR-Titelseite tut. Erigierten Penissen hingegen begegnen wir ständig, vom steinzeitlichen Menhir über den altägyptischen Obelisken und unsere allgegenwärtigen Kirchtürme bis zu den Frankfurter Wolkenkratzern und dem 800 Meter hohen Burj Khalifa von Dubai. Penisse überall! Herrschaftszeichen des Männlichen.

Am Frauentag hingegen steht das eminent Weibliche im Mittelpunkt, die Vulva. Dabei belässt die FR es natürlich nicht. Sie spricht nicht nur über das weibliche Geschlechtsorgan,  sie fragt auch, wie weibliche Kompetenzen im Berufsleben angenommen werden, hinterfragt Schönheitsideale, geht mit der katholischen Kirche ins Gericht und zeigt Journalistinnen, die mutig waren und darum nun im Gefängnis sitzen. Es geht, typisch FR, immer um Fragen der Gerechtigkeit, der Selbstbehauptung und der Selbstbestimmung. Die Vulva ist ein Symbol für diesen Kampf.

Ich glaube daher nicht, dass die FR, wie es in manchen der unten folgenden Zuschriften heißt, durch diese Titelseite Frauen auf ihr Geschlechtsorgan reduziert. Aber es gibt ein erkennbares Unbehagen an diesem Titelbild. Nicht alle jubeln, auch nicht alle Frauen. Gesicht zu zeigen, ist etwas anderes. „Wir haben abgetrieben“ – das historische Cover des Stern aus dem Jahr 1971 war ebenfalls ein Aufreger. Kürzlich haben sich queere Menschen, die im Schauspielgewerbe arbeiten, als von der Normsexualität abweichend geoutet und über die Probleme gesprochen, die sie als Lesben, Schwule, Transsexuelle bei der Arbeit haben. Das war längst nicht mehr so aufregend für die Öffentlichkeit, hat aber seine Wirkung nicht verfehlt. Die Branche redet jetzt über diese Probleme.

Eigentlich sollte der Anblick, den dieses Titelblatt der FR bietet, das Selbstverständlichste auf der ganzen Welt sein, denn aus so etwas wie dem Abgebildeten – in welcher Gestalt auch immer – ist jede und jeder von uns einmal gekommen. Durch diese Öffnung sind wir alle in die Welt entlassen worden. Doch so viel Offenheit scheint zu provozieren. Die Vulva scheint ein Ort der Heimlichkeit zu sein. Warum eigentlich? Weil sie zugleich etwas eminent Persönliches und Intimes ist? Das Zentrum individuellen Lusterlebens, das womöglich immer noch nicht so empfunden werden darf?

fr-debatteDarauf eine zweite Tasse Kaffee!

„Viva Vagina“ rief ich meinem Mann bei der Frühstückslektüre der FR am Weltfrauentag zu. Er ist einiges gewohnt und außerdem völlig emanzipiert, nahm’s gelassen und kippte sich erstmal einen Kaffee rein. Lauttechnisch fand ich dieses „Viva Vagina“ jedenfalls viel besser als die FR-Überschrift. Schade, dass man ja erst immer im Nachhinein meckern und mit besseren Vorschlägen ankommen kann. Und wichtig (!): Man muss es laut rufen, was ich natürlich gemacht habe, bis mein Mann sich die zweite Tasse Kaffee holte. Aber auf einem FR-Cover eher schwierig, das Lautrufen.
Jetzt bin ich gespannt, wann das „Schwänze-Cover“ auftauchen wird, mit dem die nicht ganz so emanzipierten Männer ihre Gleichberechtigung einfordern werden. Ja, auch bei der FR.
Schluss mit lustig, in Lyrik kann man/frau vieles treffender und kompakter ausdrücken.
Deshalb hier mein Beitrag zum Weltfrauentag, mit Wahrheit und trotzdem Augenzwinkern und Humor, „vielleicht an einem Montag im Frühling…“

Frühlingschaos

jeder ist jemand
jede ist jefraud
niemand ist niemand
alle sind wir Sternchen

nirgendwo ist irgendwo
irgendwann ist
vielleicht ein Montag im Frühling

während
nirgendwo niemand
doch irgendwo irgendwer
auf jefraud oder jemand trifft

explodieren
die Blüten der Blutpflaume
vielleicht an einem Montag im Frühling

Hanne Strack, Rüsselsheim

fr-debatteSie reduzieren die Frauen auf ihr Geschlechtsteil!

Als ich heute Morgen zum Frühstück die FR aufschlug, blieb mir mein Brötchen fast im Halse stecken. Ihre Titelseite ist gelinde gesagt eine Unverschämtheit. Der Untertitel …….die FR würdigt die Vielfalt der Weiblichkeit“ spricht dem entgegen. Sie reduzieren die Frauen nur auf ihr Geschlechtsteil. Auch die folgenden Artikel beschäftigen sich vorwiegend mit der Größe und Beschaffenheit oder operativen Eingriffen an der Vulva. Für mich ist das sexistisch. Ist jemals über die Größe und Beschaffenheit des Penis in solcher Ausführlichkeit geschrieben worden? Ich bin zwar ein älteres Semester und habe nichts gegen ein offenes Wort. Aber das schlägt dem Fass den Boden aus.

Renate Paul, Frankfurt

fr-debatteMeine Frau blockiert die Gleichberechtigung

Nie habe ich von Bascha Mika einen einfühlsameren und gleichzeitig ironischeren Artikel gelesen. Nie hätte ich ihr so ein Juwel zugetraut. Ganz großes feministische Kino! Was sie fordert, fordere ich allerdings schon seit ca. 50 Jahren: den freien Zugang zu allen Hausarbeiten. Der wird mir jedoch von meiner Frau systematisch verwehrt. Ich spreche inzwischen von einer strukturellen Diskriminierung, die ich als Mann erlebe. Sobald ich irgendetwas im Reich meiner Frau in die Hand nehme oder auch nur Anstalten dazu mache (Putzen, Wischen, Spülen, Kochen, Kinder betreuen …) wird mir nach kurzer Zeit die Befugnis entzogen, meist mit den Worten: „Da kann ich ja gar nicht zuschauen, lass mich das mal machen!“ Wenn ich mich weigere, wird (moralischer) Druck aufgebaut, und zwar so lange, bis ich aufgebe. Auf meinen Einwand, sie blockiere damit die Gleichberechtigung, zuckt sie nur die Schultern und sagt „Phh!“ Wenn ich mich empöre, wie Frau Mika das vorschlägt, werde ich mit Verachtung gestraft. Reaktion: „Jetzt wirst du schon wieder laut.“ Ich bitte Frau Mika dringend, meiner Frau einen Brief auf Feministisch zu schreiben, der ihr die Augen öffnet. Ich kann gerne noch ein paar Adressen aus meinem Bekanntenkreis beisteuern, wo die Verhältnisse ähnlich sind.
Dass die FR die Vulva und die Vielfalt der Weiblichkeit einmal so hymnisch besingen würde, hätte ich als langjähriger Abonnent nicht zu hoffen gewagt. Viva la vulva! Es lebe die weibliche Vielfalt! Das sage ich schon seit fast 70 Jahren. Ich habe in diesem Zusammenhang eine Bitte: Machen Sie der Einäugigkeit ein Ende! So wie Sie die wunderbare Vulva-Vielfalt zeigen, sollten Sie auch die wunderbare Vielfalt der Frauen zeigen. Berichten Sie nicht immer nur von starken Frauen (Heldenerzählungen) und geschlagenen Frauen (Opfererzählungen), sondern von ganz normalen Frauen, eventuell sogar von schwachen und dummen. Das schreibe ich Ihnen im Auftrag meiner Frau, die weder stark noch geschlagen ist, sich aber zu der großen Mehrheit der normalen (nicht der dummen!) Frauen zählt. Sie sagt, dass sowohl die starken Frauen, wie auch die geschlagenen sie depressiv machen.
Mir fällt im Übrigen bei der FR eine bedauerliche Darstellungslücke (Gender-Representation-Gap) auf. Im Zuge der allgemeinen Gleichberechtigung und als Pendant zur FR vom Weltfrauentag wäre es doch angebracht, am Weltmännertag (13.5.21) den Penis und die männliche Vielfalt endlich einmal in gleicher Weise zu feiern. Dazu müssten allerdings die Mainstream-Feministen in der FR-Redaktion ihre Herzen öffnen und die Gender-Brille absetzen. Ein Blick in fremde Kulturen (z.B. die indische) könnte da helfen. Ob sie mental schon so weit sind?
PS: Werden Sie diesen Leserbrief veröffentlichen? Nein, natürlich nicht.

Paul Pfeffer, Kelkheim

fr-debatteAusgerechnet die FR!

Zur Aufmachung der heutigen Ausgabe: Wer hätte das gedacht: dass ausgerechnet die FR die Bedeutung der Frau auf deren Vulva reduziert?!

Adolfo Petrus, Frankfurt

fr-debatteDas lässt sich nicht ausgleichen

Es ist für die Frankfurter Rundschau frag- und unwürdig die Vielfalt der Weiblichkeit auf die Vielfalt der Vulgae zu reduzieren. Das lässt sich auch durch die Vielfalt der von Frauen verfassten Artikel nicht ausgleichen. oder wiedergutmachen.

Horst Adamitz, Frankfurt

fr-debatteSelbstverständlich kein Penis in Vielfachdarstellung

Viva la … Diese Bildzusammenstellung ist schamlos widerlich und die weibliche Würde in den Dreck zerrend. Ihre Edelbitterschokolade-Verzerrung sollte Ihnen im Hals steckenbleiben! Selbstverständlich wählen Sie kein Bild vom Penis in Vielfachdarstellung.
Eine weitere Meinung: Milliarden Menschen leiden Hunger und Sie wählen ein Foto auf Seite 5 der heutigen FR, wo sich eine Übergewichtige mit fetten Pfannkuchen ihre Gesundheit zerstört. Noch lacht sie. Auch diese Frau wie Ihre Redaktion hat eine Verantwortung, die Schöpfung zu bewahren. Für Fotos von Hungertoten muss ich nicht zur Gedenkstätte vom KZ Bergen-Belsen gehen. In Indien liegen diese Toten auf der Straße. Auch in unserem Wohnbereich gibt es bettelnde Hungernde.
Insgesamt schätze ich seit Jahrzehnten Ihre Informationen und danke dafür.

Dietmut Thilenius, Bad Soden

fr-debatteMutig? Abstoßend? Überflüssig?

Ein Titelbild muss pointiert wirken können. Aber dieses – provozierend? mutig? anziehend? abstoßend? überflüssig? Unter dem Vorwand „Vielfalt der Weiblichkeit“ beschäftigen Sie ihre Leserinnen und Leser mit zahllosen Bildern einer Vulva und schwärmen in Similes: „geschützt wie eine Muschel“, „fließend wie Stoff“ und „zart wie eine Blüte“. Vergleichsweise spärlich dann Ihre Darstellung der Ansichten einiger erfolgreicher Autorinnen, „Dicker Schönheiten“ und einer Betrachtung zu „High Heels und Hirn“. Fällt Ihnen zu „Weiblichkeit“ nicht mehr ein? Vielleicht ist Ihre Wahrnehmung durch allgemeine Übersexualisierung der letzten Jahrzehnte in Sprache, Werbung, Medien, und Internet einfach geschädigt. Wo bleiben bei so viel „Weiblichkeit“ Fraulichkeit und Menschlichkeit? Das Weibliche, die Mutter und die Partnerin des Mannes? Sind die beglückenden Erfahrungen des jungen Mannes mit der Andersartigkeit der Frau, die aus dem Umgang mit ihr in Begegnung und Gleichklang der Gefühle, nicht der Besichtigung ihrer Vulva erwachsen, völlig verloren gegangen? Kann Mann Frau nur noch als Sexerfahrung, nicht mehr als beglückende Person und erweiterte, bereichernde Menschlichkeit erfahren? – Übrigens: Sitzen Ihre „mutigen Journaistinnen“ wegen ihrer Vulva ein?
Sicher werden Sie am nächsten Vatertag mit einem Titelbild mit einer Vielfalt von Penissen aufmachen, dann ohne rosa Hintergrund. Glückwunsch!

Philipp Bockenheimer, Linden

fr-debatteUnangenehm berührt

Ich muss sagen, dass mich die Titelseite sowie die folgenden ersten Seiten der heutigen Rundschau unangenehm berührt haben und mich nachhaltig beschäftigen. Gestern noch freute ich mich auf den Internationalen Frauentag, heute bin ich sehr irritiert. Wie kommt es, dass die FR die vielfache Abbildung des weiblichen Geschlechts und die vielen Analogien hierzu so in den Vordergrund rückt? Ich stelle mir vor, wie die Frauen, die diesen Tag seinerzeit erkämpften, dies empfinden würden. Gibt es sonst so wenig zu sagen, klarzustellen, hervorzuheben aus dem Leben einer Frau in heutiger Zeit? Ich jedenfalls fühle mich von dieser Zeitung an „unserem Tag“ nicht gesehen.

Jutta Biebricher, Oberursel

fr-debatteIn einer Gaststätte mit Stundenhotel

Die Grafik auf der FR-Titelseite zum Internationalen Frauentag weist eine frappierende Ähnlichkeit mit einer Wandtapete auf, die vor ca. 60 Jahren meine jugendliche Neugier hervorrief und unterschwellig meine männlichen Triebe stimulierte. Sie war allerdings schenkelrosa, nicht pink, und schmückte das Treppenhaus des Lokals „Am Broadway bei Don Ellis“ in Dortmund. Das war eine Gaststätte mit Stundenhotel an der Ecke Steinstraße/Linienstraße. Sie stellte faktisch das Tor zum Bordell dar, das sich über die gesamte Linienstraße erstreckte. Ich habe damals häufiger einen Klassenkameraden dorthin begleitet, der eine Warensendung aus der benachbarten väterlichen Pferdemetzgerei in der Küche dieser Kneipe abzuliefern hatte.
Wie sich die Zeiten ändern. Aus dem geschmacklosen Puff-Motiv von einst wurde ein Agitationsplakat des militanten Feminismus.

Klaus Philipp Mertens, Frankfurt

fr-debatteGut, dass die FR abseits ausgetretener Pfade geht

Es braucht Mut, Abdrücke von zwölf Vulven auf der ersten Seite einer Tageszeitung abzubilden. Doch genau das erwarte ich von einer guten Zeitung. Sie sollte nicht lediglich die Tagesnachrichten übermitteln, nicht einfach ausgetretene Pfade gehen. Im Gegenteil sollte sie sich auf kritischer, innovativer und anregender Weise mit aktuellen und wie in diesem Falle mit vernachlässigten Themen auseinandersetzen. Erst dann kann sie eingefrorene Einstellungen durchbrechen oder aber auch Anstöße zu gesellschaftlichen Erneuerungen geben. Kurzum, die Ausgabe zum Weltfrauentag war ein Beispiel für eine gelungene und originelle Auseinandersetzung mit dem Thema Geschlechterrollen und Diskriminierung.

Susan Kreuter, Frankfurt

fr-debatteEin echter Hingucker

Die Titelseite der Frankfurter Rundschau vom 8.3. ist ein echter Hingucker. Was zunächst aussieht wie eine Auswahl trockener Brötchen entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Bildreihe weiblicher Geschlechtsteile. Ein Vorgehen, dass vor einigen Jahrzehnten die Presselandschaft noch in Aufruhr gebracht hätte. Stellt sich die Frage, was will die Rundschau am internationalen Frauentag mit dieser Botschaft sagen. Sollen die Frauen wieder auf ihre Sexualität reduziert werden?
Gottseidank ist mir die Lösung doch eingefallen. Das Ganze ist Teil eines Gewinnspiels. In einer der nächsten Ausgaben werden die Bilder der Frauen veröffentlicht und es ist zu erraten, welches Teil zu welcher Frau gehört. Wer die meisten richtigen Antworten findet, gewinnt eine Karibik-Luxus-Kreuzfahrt auf der Andrea Doria.

Christoph Kruppa, Riederich

fr-debatteBitterer Beigeschmack

Ich bin entsetzt: Da kämpfen Frauen weltweit gegen Gewalt, Unterdrückung, Vergewaltigung, Beschneidung, Kinderehe, Hass und Femizide, Verschärfung der Abtreibungsmodalitäten, gegen ungleiche Bezahlung, Unterrepräsentanz in allen Führungspositionen, Machtmissbrauch usw. und Ihnen fällt nichts anderes ein als eine Reduktion auf die Vulva. Das mag ein wichtiges Thema für den Sexualunterricht an Schulen sein, aber nicht für den Weltfrauentag! Auch die Thematiken der folgenden beiden Artikel folgen dem üblichen männlichen Muster: dem Blick auf das Äußere von Frauen – wenn auch die Autorinnen wohlmeinende pädagogische Ermutigungen im Sinne von „Sei ganz Du selbst“ formulieren.
Eine Vulva aus Edelschokolade zum Reinbeissen: Das löst bei mir einen bitteren Beigeschmack aus und welche Verhöhnung der Frauen, die für die Gleichberechtigung ihr Leben lassen. Diesen Heldinnen sollte der Weltfrauentag gewidmet werden! Ihnen sollte unsere Solidarität und Unterstützung gelten.

Angelika Ehrhardt, Frankfurt

fr-debatteDie Sichtbarkeit der Frauen

Ein kleiner Denkanstoß für Ihre Sportredaktion: FR-Ausgabe 8. März 20121, prominentes Thema Weltfrauentag, sieben Seiten Sport, illustriert mit 20 Männern, einer Frau … Soviel zur Sichtbarkeit der Frauen!

Dietrich Meyer-Ebrecht, Aachen

fr-debatteDa geht Frau das Herz auf

Wow….. meine Rundschau, meine FR mit diesem Titelbild zum Frauentag. Da geht Frau doch das Herz auf. Ist doch die frauenbewegteste Tageszeitung im Land.

Ingrid Oberfeuer, Frankfurt

fr-debatteMit der Bitte um Gleichberechtigung

Die Abbildungen der Vulven auf der Titelseite finde ich unmöglich, diskriminierend, die Intimsphäre der Frauen verletzend! Das ist die Reduzierung der Frau auf ihr Geschlechtsteil! Ich möchte gerne morgen auf Ihrer Titelseite die gleiche Anzahl Penisse sehen – allein schon aus Gleichberechtigung!

Sigrid Diestelkamp, Recklinghausen

fr-debatteEigenartige Prioritätenliste

29 Journalistinnen aus unterschiedlichen Ländern vegetieren in übelsten Kerkern dahin, werden furchtbar mißhandelt, wahrscheinlich vergewaltigt oder wurden längst umgebracht. Warum? Weil sie ihrer aufklärenden Arbeit nachgegangen sind! Höchst bewegend und verstörend, zumal unsere Bundesregierung mit vielen dieser Staaten, aus denen diese Frauen stammen, gute (Wirtschafts-) Beziehungen pflegt.
Aber anstatt die Gesichter dieser Frauen auf der Titelseite der FR zu zeigen und lautstark deren Schicksale anzuprangern und Aufklärung einzufordern, werden sie in der Mitte der Zeitung versteckt. Stattdessen sehen wir am internationalen Frauentag zwölf Gipsabdrücke weiblicher Vulven!?
Für diese Prioritätenliste der FR im Jahr 2021 fehlt mir jegliches Verständnis!

Bernd Helm, Gießen

fr-debatte

36 Kommentare

  1. Jürgen Pfeil sagt:

    Zu meiner Zeit war der Begriff Schamgefühl noch positiv besetzt. Heute überbietet man sich im Tabubruch. Also, liebe FR, was sollen diese Vulven wie Fleischfetzen auf der Metzgertheke? Eine entsprechende Aufklärung wie im Interview ist sicher nötig. Aber gleich auf der ersten Seite? Wozu? Daß auch Frauen verschieden gebaut sind, weiß man. Dazu hätte man auch Ohrmuscheln oder Nasenformen heranziehen können. Wenn ich mich aufklären möchte, in Wikipedia sind die gleichen Bilder viel klarer, bunter und noch beschriftet. Die FR könnte auch Broschüren an Interessierte verteilen. Soll das der Freiheitskampf der Frauen sein? Also wozu? Unpassend.

  2. Doris Schuchardt sagt:

    Selten habe ich mich so fremdgeschämt wie für diese Ausgabe Ihrer Zeitung.
    Beim Titelblatt kann man ja noch künstlerische Freiheit geltend machen, obwohl ich mich ernsthaft frage, ob Sie auch eine Titelseite mit 12 Penissen gestalten würden.
    Da das mehr als unwahrscheinlich ist, muss man schon schlucken und feststellen, dass Teile des weiblichen Körpers auch von Ihnen als Hingucker schamlos vermarktet werden, und das unter dem vorgeblichen Aspekt, Positives zum Frauentag zu bringen.
    Aber im Heft es geht ja noch weiter. Immer wieder werden mehr oder weniger gekonnte Darstellungen der Vulva eingestreut und als Frau fragt man sich, was das soll?
    Welche Lesergruppe wollen Sie damit vergnügen? Frauen bestimmt nicht.
    Ich schlage vor, Sie entschuldigen sich für diesen Missgriff an prominenter Stelle Ihres Blattes und verpflichten sich, zum nächsten Frauentag eine Abblidung von zwölf Gehirnen zu veröffentlichen.

  3. Jürgen Malyssek sagt:

    Auf breiter Ebene verschwinden allmählich alle Hemmschwellen und auch Schamgrenzen, nur um sich noch prägnanter in Szene zu setzen. So auch jetzt in der Journalistik zum Weltfrauentag.
    Nicht bezogen auf die Rollenproblematik von Frau und Mann gemeint, aber doch irgendwie, etwas altmodisch zu empfinden, das hätte auch noch so seinen Platz.

  4. Achim Frowein sagt:

    Danke für die Montag-Ausgabe!! Tadellos, großartig!

  5. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Achim Frowein

    Hm?

  6. Ilse Lüdke sagt:

    die geschmacklose Titelseite der FR vom 08.03.2021 zeigt mir, was mich als Frau definieren soll: das Geschlechtsteil. Das ist in elaborierterer Form nichts anderes, als wenn bestimmte Männer, die wissen, worauf es ankommt, eine Frau als „Fotze“ bezeichnen. Hier wie dort die Reduzierung der Frau auf das Geschlechtliche, das Genital als pars pro toto. Haben wir Frauen nicht genau dagegen gekämpft? Und das in der FR!

  7. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Ilse Lüdke

    Neige dazu, Ihnen sehr zuzustimmen!

  8. Die FR-Titelgrafik zum Internationalen Frauentag sowie die Beiträge auf den Sonderseiten signalisieren mir, dass für arrivierte Frauen, die sich zudem publikumswirksam zu Wort melden können, die Welt in Ordnung zu sein scheint. Mit großer Ernsthaftigkeit erörtern die neuen Ideologinnen des Feminismus Form und Funktion des weiblichen Geschlechtsteils. Alleinerziehende Frauen, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren können, stören solche Überlegungen. Ebenso wie jene Frauen, die zu spät entdecken, dass sie einen Schläger geheiratet haben.

    Die frühere FR-Chefredakteurin Bascha Mika ist bereits vor etwa zehn Jahren in ihrem Buch „Die Feigheit der Frauen. Rollenfallen und Geiselmentalität. Eine Streitschrift wider den Selbstbetrug“ nicht zimperlich mit ihren Geschlechtsgenossinnen umgegangen. Ihre Kritik kumulierte in den Vorwürfen, die Frauen seien zu feige, zu faul oder zu doof. Und dass es darum kein Wunder sei, dass sie nicht nach oben kämen (wobei „oben“ nicht eindeutig definiert wurde, möglicherweise war die Stellung als Erst- oder Zweitfrau eines promiskuitiven Mannes gemeint). Oder sie hätten zu viele Kinder und sich für die falschen Rollenmodelle entschieden. Manche fühlten sich in der Rolle der Dienerin und Magd sogar sehr wohl.

    Wie bereits in meiner oben wiedergegebenen Leserzuschrift erwähnt, bin ich als Schüler regelmäßig Prostituierten auf der Straße begegnet, weil das Gymnasium unweit des Rotlichtviertels lag. Ein Jahrzehnt später absolvierte ich meinen zivilen Ersatzdienst in einer Klinik desselben Stadtteils, wo zwangsläufig auch Huren und Zuhälter behandelt wurden. Nach meinem Eindruck war den Frauen die Abhängigkeit, in die sie leichtfertig oder wegen widriger Umstände geraten waren, sehr bewusst. Und die meisten dieser „leichten Mädchen“ sehnten sich nach bürgerlicher Normalität, was bei einigen auch Ehemann und Kinder hätte bedeuten können. Ob sie den Absprung aus dem Milieu jemals geschafft haben, weiß ich nicht. Im Rückblick und im Vergleich zu den Beiträgen von Alexandra-Katharina Kütemeyer oder Lina Lätitia Blatt erscheinen mir diese Frauen heute als viel typischer für das ursprüngliche Anliegen des Weltfrauentags zu sein als die Symbolik, mit der die FR aufwartete.

  9. Jürgen H.Winter sagt:

    Und ich alter Naivling denke seit über 80 Jahren, wir wären Menschen, Weiblein wie Männlein. Es scheint doch zu stimmen, dass Einsteins Glosse, 2 Dinge seien grenzenlos, das Universum und die menschliche Dummheit. Also, wir sind MENSCHEN und wie in der Säugetierwelt üblich in zwei Geschlechter aufgeteilt, zumindest was die Fortpflanzung angeht. Derzeit haben wir ein paar echte Probleme, eine Klimakrise wie auch ein Aussterben der Arten. Beides gefährdet unser weiteres Bestehen auf dieser Welt.
    Mein Eindruck ist, dass dies weitgehend vergessen wird. Ach richtig, eine kleine Pandemie haben wir ja auch noch.

  10. Doris Starzinger-Kühl sagt:

    Billy Lawgen sagte neulich mir:
    mir genügt ein kleiner Teil von ihr…“
    (Dreigroschenoper: Hochzeitslied)
    ließ singen schon der alte Berthold Brecht.
    Im Jahre 20-20-1 zum Internationalen Frauentag
    die RUNDSCHAU in diese Fußstapfen trat.
    Was nutzen über 100 Jahre Kampf der Frauen,
    für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und gerechten Lohn.
    Doch, liebe Frauen, habet acht,
    am 19. November 2021 ist INTERNATIONALER MÄNNERTAG,
    ob dazu die FR die passende Titelseite wagt….

  11. Marion Müllerschön sagt:

    Ich bin fassungslos über Ihren heutigen Titel. Was haben Sie nicht verstanden? Wo sind die Frauen in Ihrer Redaktion. Wie kann es sein, dass wenn überhaupt welche an diesem Artikel, außer Frau Kütemeyer, mit“gearbeitet“ haben, sich so reduzieren lassen. Und da nutzt auch der Inhalt des Artikels nicht. Es gibt Errungenschaften der Frauen, die erwähnenswert gewesen wären, aber nicht die Größe der Vulva im Vergleich zum Penis, um es mal auf das Blödeste in dem Artikel zu reduzieren. Was ist nur mit der FR los? An die katastrophal (dieses Wort wäre schon wieder eine Herausforderung für Ihre „Redakteure und -innen“) orthographischen (und dieses auch) Verfehlungen haben wir uns schon gewöhnt, wie auch die täglichen Sorrys. Das Niveau allerdings verkommt zunehmend zu dem der BILDzeitung. Die linke FR aus den 70, 80 iger Jahren mit kritischen Stellungnahmen zur Lokal- und Weltpolitik gibt es schon lange nicht mehr. Stellen Sie sich einfach vor, Sie hätten diesen Titel in den 70igern veröffentlicht. Das Rundschauhaus hätte gewackelt. Und auch heute will keine der Leserinnen, die ich kenne, in dieser Form reduziert werden. Wir sind gestandene Frauen, die ein beruflich und privat erfülltes Leben mit u.a. Führungspositionen inne haben und hatten und sich immer streitbar für Frauenrechte eingesetzt haben. Sie beschädigen mit diesem Artikel unser Ansehen. Ich denke ich kündige mein jahrzehntelanges Abo. Und noch eines, ich möchte noch zu denken geben, was ein solches titelbild bei beschnittenen und verstümmelten Frauen auslöst. Sie leben übrigens u.a. auch unter uns.

  12. Rafaela Del Rosso sagt:

    Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für diese FR-Ausgabe am 08.März! Als ich sie aus dem Briefkasten holte dachte ich mir nur „WOW“! Mit großer Freude las ich dann die tollen Beiträge und war begeistert, daß es endlich mal um andere Themen ging und nicht die, die Frauen leider nach so vielen Jahren immer noch beackern müssen.
    Als nächster Gedanke kam dann meine Neugier, wie sich wohl die Leserschaft zu diesem nun wirklich eher ungewöhnlichen Titelbild äußern wird.
    Und heute hab ich sie schwarz auf weiß und es zeigt sich mir in aller Deutlichkeit, daß es genau richtig gewesen ist, dieses Thema aufzugreifen und zwar in dieser Deutlichkeit! WOW, was für eine Vielfalt!
    Und keine Sorge werte Herren der Schöpfung: ICH fühlte mich als Frau in keiner Weise „reduziert“, ganz zu schweigen kamen mit die von Ihnen abwertenden Zuschreibungen in den Sinn!!
    Die „beglückenden“ Erfahrungen mit der Andersartigkeit und Vielfältigkeit dürfen durchaus im täglichen Miteinander und vor allen Dingen mit Respekt gelebt werden. Nur zu meine Herren!
    Einige Männerphantasien wurden wohl durch diese „provokanten“ Bilder und Worte geweckt, doch dafür ist der Betrachter selbst verantwortlich.
    In einer Ausgabe dem Penis eine ebensolche Aufmerksamkeit, wie von einigen gewünscht, zu schenken, kann ich nun absolut nicht nachvoll ziehen. Sie sehen Ihren Freund doch täglich, haben ihn in der Hand und finden überall Phallussymbole, da bedarf es doch keiner Sonderausgabe zum „Weltmännertag“ (wird der eigentlich organisiert und thematisch behandelt?). Außerdem kennt und beschäftigt sich doch mit ihrem Freund die gleichberechtigte Partnerin, oder?
    Also egal wie die Antworten ausfallen es gibt wohl auch weiterhin noch einiges zu tun! Übrigens für Mann und Frau!
    In diesem Sinne, hoffe ich auf weitere tolle Beiträge in meiner FR! „Viva la Vulva“!

  13. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Frau Del Rosso,
    merkt eigentlich niemand, dass in dieser Situation die rechte Hand auf die Linke haut und die Linke auf die Rechte ? Welche tut jetzt mehr weh ? Die Welt ist natürlich voller Phallussymbole, wenn man alles was irgendwie in die Höhe ragt als solches empfindet, aber warum tut das jemand ?
    Wenn wir Menschen nicht langsam unsere Probleme ( die echten !) in den Griff bekommen, werden wir keine Gelegenheit bekommen uns weiter über Männlein und Weiblein zu unterhalten !

  14. Markus Grass sagt:

    zu dem Artikel „Vielfalt der Weiblichkeit“ vom Montag 8. März 2021 Seite 6

    Es fällt mir schwer, Kritisches zu dem Artikel zu schreiben. Nicht weil ich von den Argumenten überwältigt bin, nein – sondern weil ich diese nicht gefunden habe.
    Man verzeihe mir, aber bis auf wenige Sätze besteht der Artikel nur aus inhaltleeren Phrasen und Widersprüchen. Er hat mit der Vielfalt der Weiblichkeit, vor allem mit Feminismus in der katholischen Kirche aber auch gar nichts zu tun.
    Dass die Jugendverbände ihre Verantwortlichen demokratisch wählen – wie nett, aber das tangiert den strukturellen Chauvinismus in der Kirche überhaupt nicht.
    Frau Ordowski schreibt: „…die Unfähigkeit, ernsthaft Aufarbeitung zu betreiben…“ „…wie Machtmissbrauch und Diskriminierung fortgeführt werden…“
    Ich füge hinzu, dass die klerikalen Machthaber nicht ernsthaft aufarbeiten wollen. Seit Jahren bewegt sich nichts merklich im Missbrauchsskandal.
    Kinderschänder und Vertuscher sind Verbrecher, keine Falschparker und gehören vor ein ordentliches Gericht. Da gibt es den verharmlosenden synodalen Weg zur Aufarbeitung (man stelle sich mal vor, die Mafia dürfte ihre Verbrechen selbst aufarbeiten) mit den ach so diskussionsbereiten Bischöfen. („…auf Augenhöhe, aber am Ende liegt es bei den Bischöfen…“ Wo bitte ist da Augenhöhe?) Dann lieber der Leserbrief von R. Richter (26. 02. 2012) „Einem Verein, dessen Vorstand sich versündigt hat, kehrt man den Rücken und zahlt nicht weiter Beiträge…“
    Der Klerus braucht Frauen wie Frau Ordowski: engagiert, kämpferisch aber keine Konsequenzen ziehend. Wenn gläubige Frauen kämpfen, aber ihre Kirchensteuer zahlen, nützen sie den Machos in der Kirche. Sie gefährden ja nicht ihren Machtanspruch, sie mucken halt auf – was soll`s?
    Sie sind aber das Feigenblatt für die ach so tolerante katholische Kirche.
    „Menschenrechte dürfen nicht an den Kirchenmauern abprallen.“ Tun sie doch schon! Die katholische Kirche erkennt die Menschenrechte nicht an.
    „… bedeutet, die Kirche von der Welt zu trennen“. Der Umgang mit den Verbrechen, der Mord an den irischen Babys durch Nonnen, ihre Sexualmoral, der Zölibat und die intrinsische Diskriminierung der Frau, hat sie doch schon weit von der Welt getrennt. Wie katholisch muss man eigentlich sein, um zu glauben, dass diese chauvinistischen Betonköpfe, jemals etwas gegen die „gottgewollte“ Diskriminierung der Frau tun werden?
    Zitat Woelki sinngemäß: „Jesus hatte nur männliche Apostel. Ich verstehe die Diskussion nicht.“
    Feministisch und katholisch – ist auch auf den zweiten Blick ein Widerspruch.

  15. karl-fritz schmidt sagt:

    seit über 50 jahren lese ich die fr, habe noch nie einen leserbrief geschrieben…., aber ich habe in dieser zeit auch noch n i e so ein deplaziertes titelbild dieser herrvorragenden zeitung gesehen, es trifft inhaltlich und bildlich überhaupt nicht das thema „internationaler frauentag“. sie sind meistens sehr informativ am und im thema. der 08.03. steht für den kampf der frauen auf gleichberechtigung und emanzipation. mit ihren vulva-abdrücken haben sie den tag auf eine sexualisierte ebene gebracht. ich habe die fr immer als ein blatt erlebt, das sich gegen die sexualisierung der frauen und der gesellschaft wendet.

  16. Rüdiger Erdmann sagt:

    was für ein aufregender „Aufmacher“ auf der Titelseite der FR und wie enttäuschend dann das Interview. Da wird überall von Gleichberechtigung gesprochen (nicht nur gesellschaftlich auch im Interview: Frau soll stolz sein auf die Vulva, es ist nicht nur der Penis) aber das Thema Vulva wird ausschließlich von Frauen vertreten. Es wird ausgeführt, dass 99 Prozent der Frauen ihre Vulva Vagina nennen, dabei wird aber an anderer Stelle erwähnt, dass bereits „in den 70er Jahren…Klitoriskalender“ aufgehängt worden seine. 50 Jahre vertan? Die Begründung für die fortbestehende Unwissenheit läge so Frau de Liz „natürlich im Patriarchat“. Was ist am Patriarchat natürlich? Frau de Liz gibt an, dass 70 Prozent ihrer gynäkologischen Kolleg:innen thematisch unwissend seien, dies würde im Studium nicht vermittelt. Soll das heißen, dass praktizierende Ärzte „davon“ keine Ahnung haben, obwohl sie täglich „damit“ beschäftigt sind? Bilden die sich nicht fort? Frau de Liz hat bezgl. des Studiums aber durchaus Recht, wobei es sich aber anders verhält, als sie vermutlich meint. 1980 (!) erschien in der Zeitschrift Psyche ein Artikel von Harriet E. Lerner mit dem Titel „Elterliche Fehlbenennung der weiblichen Genitalien als Faktor bei der Erzeugung von „Penisneid“ und Lernhemmungen. Als wissenschaftliche Hilfskraft und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter versuchte ich anhand des Artikels den Student:innen (Kurs Psychiatrie) aufzuzeigen, was eine Fehlbenennung oder Nicht-Benennung für Konsequenzen haben kann. Ich stieß überwiegend auf Desinteresse (kein prüfungsrevelanter Lernstoff), wer von den Student:innen hat schon Interesse an dem „Psycho-Schei…“? Die Ausrichtung der Student:innen war (ist?) überwiegend organmedizinisch. Ich hoffe, dass wenigstens die Psychotherapeut:innen (die typischerweise bei dem Interview nicht vertreten waren) bei diesem Themenkomplex weiter sind als die Organmediziner.

  17. Eine Frau sagt:

    Als ich am 8. März die Zeitung aus dem Briefkasten nahm, dachte ich: wow, das ist mutig! Und: Das gibt Ärger!
    Die Leser:innenbriefe in der Ausgabe vom 12. März hingegen lassen mich verzweifeln. So verletzend und boshaft hatte ich mir die Kritik nicht vorgestellt, und ich finde Inhalt und Ton einzelner Schreiben schwer erträglich. Ich schreibe Ihnen nun, um Sie zu ermutigen, weiter offenbar heikle Themen aufzugreifen.
    Das Argument, die Darstellungen weiblicher Geschlechtsorgane sei sexistisch, finde ich persönlich völlig abwegig. Ich finde, es geht um Information, um das Sichtbarwerden weiblicher Sexualität. Frauen sind verschieden! Sie entsprechen nicht den gängigen Schönheitsidealen! (Werbung ist immer noch größtenteils sexistisch!) Frauen haben selbstbestimmt großartigen und lustvollen Sex, und das dürfen sie auch! Frauen haben wunderbare Organe dafür!
    Die Darstellung von Penissen in der FR vermisse ich hingegen nicht, denn die darf ich mir in aller Vielfalt bereits seit meiner Kindheit in Schultoiletten, auf öffentlichen Toiletten, an Hauswänden und Plakaten usw. anschauen, gekritzelt, gezeichnet, gesprüht, mit „stacheligen“ Hoden, nun ja. Aber wer weiß, vielleicht gibt es da ja auch noch ästhetischeres… Immerhin zeigt die heftige und polemische Diskussion, dass Sie ein wichtiges Thema aufgegriffen haben. Das allein zeigt, dass Sie auf dem richtigen Weg sind!

  18. Erdmann, Gerd-Rüdiger sagt:

    Ich kann mich daran erinnern, dass der Stern vor vielen Jahren/ Jahrzehnten Frauenbrüste auf dem Titelblatt abbildete. Das Thema war, glaube ich, Frauen sprechen über ihre Brust. War damals die Aufregung auch so gross wie jetzt? Ist die aktuelle Aufregung als Fortschritt oder als Rückschritt in moralinsaure Zeiten zu begreifen? Wie würden denn heute die Vagina-Monologe (E. Ensler) wahrgenommen? Wie verhält es sich mit den Bildern von Georgia O‘ Keefe? Der Schritt der FR war mutig und provokant, aber so kommen Diskussionen zustande.

  19. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Gerd-Rüdiger Erdmann

    Ist ja toll! So kommen Diskussionen zustande. Ja, die Frage ist nur, welchen Stellenwert hat eine solche Diskussion? Fördert sie ein wirkliches Fortkommen in der Geschlechterfrage. Wem dient das letztlich und welche ganz anderen Probleme stecken hinter der Geschlechtergerechtigkeitsfrage?

    Von Rollenproblematiken von Mann und Frau in unserer hypermodernen Gesellschaft und viele Menschen überfordernden Lebensrollen im heutigen Alltag, da wird wenig gesprochen. Aber sowas wie jetzt mit Vaginas und dann irgendwann vielleicht Penisse (und überragenden Sex), dass provoziert natürlich die Debatte. Aber das hatten wir doch schon in den 1960er/70er Jahren und den bekannten Entwicklungen. Sicher ist das mutig und provokant, was die FR getitelt hat. Und sicher hat sie auch ein Publikum beglückt. Aber ich zweifle an dem gesellschaftlichen Nutzen dieser Form der Darstellungen.
    Und diese Weltfrauentag hat ja eigentlich viel mehr eine Geschichte der wirklichen Frauenemanzipation von Mitspracherechten im Abeits- und politischen Leben als historischen Hintergrund, die außerdem wirklich spannend und wissenswert sind. Aber gut, wenn man nicht mehr so ganz zum jungen dynamischen Teil der Gesellschaft gehört, dann ist das wahrscheinlich nur eine Glosse, sowas hier einzubringen.

    Jedenfalls habe ich doch bei einigen Frauen bei Leserbriefen und hier im Blog wahrgenommen, dass sie not very amused waren. Und ich hatte den Eindruck, dass sie a)lebenserfahren, b) kritisch waren und c) sich mit dieser FR-Aufmachung in ihren Rollenverständnis nicht ernst genommen gefühlt sahen.

  20. Dieter Reitz sagt:

    „Die „Viva la Vulva Ausgabe der FR“ zum 8. März sei der Redaktion nur verziehen wegen der seitherigen Qualität der Zeitung im gesellschaftlich politischen Bereich.
    Man kann sich nur wundern, dass die Genderfront die Redaktion nicht mit massenhaften Protesten überzieht. Alle mühsam erzielten Lernprozesse werden in einer einzigen Tagesausgabe zurückgespult auf den rein anatomischen Befund. Aber, vielleicht hält ja die Redaktion die Reaktionen unter Verschluss.
    Wer immer in der Redaktion für diesen Rückfall verantwortlich ist, dem sei die Erzählung von Denis Diderot „Die indiskreten Kleinode“ zur Lektüre empfohlen. Da könnte er lernen, wie man mit Eleganz, Geist und Witz, und noch galant das Thema behandeln kann. Man muss dazu nicht Frauen auf ihr primäres Geschlechtsteil reduzieren. Nein, das so beschaffene Wesen kann Erfahrungen sammeln, darüber reden und räsonnieren, Wahrheiten in der allgemeinen Heuchelei aufdecken und manchmal versteht es die Männerwelt besser als diese sich selber. „Voilà, les femmes“.
    Was da so scheinbar frei und tabulos sich geriert, ist nur peinlich und entbehrt jedes Respekts vor dem menschlichen Dasein. Wie sagte schon Nestroy: „Und überhaupt ist der Fortschritt viel geringer als er daher kommt.“ Manchmal ist er der reine Rückzug auf die Bäume.“

  21. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Dieter Reitz

    Danke für den Diderot-Lesehinweis und für das Nestroy-Zitat! Ansonsten bin ich inhaltlich ganz bei Ihnen.

  22. Gerhard Bayer sagt:

    Das Titelbild der FR zum Weltfrauentag war eine einzige Peinlichkeit. Frauen auf ihren Uro-Genitaltrakt zu reduzieren ist ziemlich dämlich. Das machen die Macho-Prols hierzulande täglich. Glauben die linksliberalen Feministinnen allen Ernstes, für die Frauen etwas zu erreichen? Das ist Sektierertum auf hohem Niveau. Mindestens 90 Prozent der Frauen haben für solcherlei Feminismus nichts übrig. Schade, dass ich nicht weiß, was Clara Zetkin und Rosa Luxemburg dazu sagen würden.

  23. Rüdiger Erdmann sagt:

    Was für ein aufregender „Aufmacher“ auf der Titelseite der FR und wie enttäuschend dann das Interview. Da wird überall von Gleichberechtigung gesprochen (nicht nur gesellschaftlich auch im Interview: Frau soll stolz sein auf die Vulva, es ist nicht nur der Penis) aber das Thema Vulva wird ausschließlich von Frauen vertreten. Es wird ausgeführt, dass 99 Prozent der Frauen ihre Vulva Vagina nennen, dabei wird aber an anderer Stelle erwähnt, dass bereits „in den 70er Jahren…Klitoriskalender“ aufgehängt worden seine. 50 Jahre vertan? Die Begründung für die fortbestehende Unwissenheit läge so Frau de Liz „natürlich im Patriarchat“. Was ist am Patriarchat natürlich? Frau de Liz gibt an, dass 70 Prozent ihrer gynäkologischen Kolleg:innen thematisch unwissend seien, dies würde im Studium nicht vermittelt. Soll das heißen, dass praktizierende Ärzte „davon“ keine Ahnung haben, obwohl sie täglich „damit“ beschäftigt sind? Bilden die sich nicht fort? Frau de Liz hat bezgl. des Studiums aber durchaus Recht, wobei es sich aber anders verhält, als sie vermutlich meint. 1980 (!) erschien in der Zeitschrift Psyche ein Artikel von Harriet E. Lerner mit dem Titel „Elterliche Fehlbenennung der weiblichen Genitalien als Faktor bei der Erzeugung von „Penisneid“ und Lernhemmungen. Als wissenschaftliche Hilfskraft und später als wissenschaftlicher Mitarbeiter versuchte ich anhand des Artikels den Student:innen (Kurs Psychiatrie) aufzuzeigen, was eine Fehlbenennung oder Nicht-Benennung für Konsequenzen haben kann. Ich stieß überwiegend auf Desinteresse (kein prüfungsrevelanter Lernstoff), wer von den Student:innen hat schon Interesse an dem „Psycho-Schei…“? Die Ausrichtung der Student:innen war (ist?) überwiegend organmedizinisch. Ich hoffe, dass wenigstens die Psychotherapeut:innen (die typischerweise bei dem Interview nicht vertreten waren) bei diesem Themenkomplex weiter sind als die Organmediziner.

  24. Anna Hartl sagt:

    Ich verstehe die ganze Aufregung nicht und betrachte genau diese eher als Rückschritt. Wenn Frau sich durch die Abbildung verschiedener Vulven (mich hat es amüsiert und interessant fand ich es auch) auf ihre weiblichen Geschlechtsmerkmale reduziert fühlen soll, dann wird doch völlig übersehen, wo Frau heute steht.
    Weshalb sollte mich diese Abbildung unangenehm berühren? Phallussymbole kommen wesentlich häufiger vor. Mir scheint, Männer haben es nötiger und definieren sich wohl auch häufiger als Frauen über ihre geschlechtsspezifischen Merkmale.

  25. Marleen sagt:

    Klasse Titelbild und Artikel / Unverständnis über die vielen empörten Leserbriefe

    Ich habe mich sehr über die Aufmachung, Titelbild und Inhalt am

    internationalen Frauentag gefreut. Leider braucht es dafür heute immer noch Mut

    und es wird weiterhin im besten Falle als Provokation wahrgenommen, wie die vielen meist negativen Leserbriefe zeigen, woran man sieht, dass es erst recht nötig ist.

    Warum so ein Aufruhr im 21. Jahrhundert?

    Wie eine Leserin schon teilweise schrieb, erwarte auch ich von einer guten Zeitung u.a.

    Innovation, Mut, Provokation und Vielfalt.

    Ich möchte hier auf die vielen empörten Leserbriefe eingehen.

    Zunächst einmal heißt es mit Absicht „Viva la Vulva“ und eben nicht Vagina,

    wie bemängelt wurde.( Dies wird auf S. 1-3 der FR vom 8. März 21 auch erklärt.)

    Wie viele Leser:innen bereits sicher wissen und manch andere eventuell auch noch nicht,

    ist die Vagina nur der innere Schlauch, ein Muskel, den man nicht von aussen sehen kann, das Sichtbare nennt sich Vulva.

    Dies ist wichtig, da die Vulva und die dazugehörige Frau lange Zeit Unterdrückung, Verachtung, Diskriminierung, nicht Benennung und nicht Sichtbarkeit hinter sich haben.

    Etwas was man nicht sehen oder benennen kann, existiert schlichtweg nicht.

    Um dem entgegenzutreten, ist die richtige Bezeichnung ein richtiger und wichtiger Schritt.

    Die Bilder der Vulva sind auch keine Reduzierung der Frau, wie nicht wenige bemängelten.

    Diese Bilder sind wichtig, da es um (Ent) Tabuisierung und das Aufbrechen hiervon, um Scham, Beschämung, „Sünde und Schuld“ und die „Heilung“ dessen, sowie die Benennung, das Zeigen, das Sichtbarmachen und die Vielfalt der Vulven geht. Wir alle haben als Kinder dieser Gesellschaft Werte, Normen und Tabus verinnerlicht. Menschen, die das Titelbild als „schamlos, widerlich und die weibliche Würde in den Dreck ziehend oder gar als abstoßend“ empfunden haben, haben wahrscheinlich diese Werte, Normen und Tabus, durchaus unbewusst, zutiefst verinnerlicht. Vermutlich gab es da kein Prozess der Auseinandersetzung, kein Bewusstmachen.

    Der Penisvergleich, der in vielen Leserbriefen zum Ausdruck kam, ist mir unverständlich.

    Es handelt sich hier um den Weltfrauentag, der nur einmal im Jahr stattfindet, es war nicht

    der Männertag oder ähnliches. Warum überhaupt die Gleichsetzung?

    Der Penis ist ein allgemein akzeptiertes und bekanntes Potenz-, Sex-, Stärke- und Machtsymbol/ Instrument. Auch an Sichtbarkeit mangelt es ( im Gegensatz zu Vulven und deren Unkenntlichkeitsmachung wie bei Barbies, Baby Borns und Statuen …) nicht. Penisse sind u.a.. popkulturell (Toilettenzeichnung, Graffities, Lollies und Kunst …) und historisch (Statuen und Kirchen …) überall vorhanden.

    Der Penis wurde historisch und wird auch heute nicht unterdrückt, ganz im Gegenteil.

    Abgesehen davon erzeugt der Penis bzw. dessen Besitzer in manchen Fällen durch sexuelle Gewalt viel Leid, die Vulva und deren Besitzerin hingegen nicht, s. Kriminalstatistik.

    Trotzdem hätte ich persönlich mit Penissen in der FR kein Problem, geschenkt.

    Aber wieso wird das ausgerechnet von vielen Leser:innen am Weltfrauentag gefordert?

    Hätte es bei Bildern der Gipsabdrücke von Penissen auch so ein Echo gegeben?

    Ich verstehe nicht, wieso manche Menschen ein Problem mit dem Vulva-Titelbild haben. Wem wird damit geschadet oder etwas weggenommen? Oder geht es um Macht und Deutungshoheit?

    Aber nein, beleidigte Männer am Weltfrauentag!

    Ein befreundeter Mann hingegen freute sich über die Vielfalt der Vulven und meinte, man(n) könne dabei ja noch viel lernen. Ein gewisses Unbehagen beim Erblicken des Titelbildes, kann ich zunächst emotional sogar durchaus noch nachvollziehen, aber gerade die Vielfalt der Vulven kann für Frauen

    Erleichterung, Bestätigung, Selbstliebe und „Heilung“ bedeuten.

    Dass sich viele über das Titelbild aufregen anstatt auch auf die interessanten Texte und Inhalte einzugehen, finde ich sehr schade!

    Ist das Titelbild „mutig“? Ja, traurigerweise immer noch. „Überflüssig“? Kein bisschen! „Abstoßend“? Sicher nicht!

  26. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Marleen

    Auch im 21. Jahrhundert ist nicht alles super!

    Und Penisse in der FR brauche ich auch nicht!

    Männer am Weltfrauentag sind nicht nur beleidigt, sie können auch nachdenken!

    Gute „Heilung“!

  27. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Anna Hartl

    Schade, dass Sie den Widerspruch gegen die FR-Aufmachung so relativieren.

    Und schon wieder werden die Männer gegen die Frauen ausgespielt, wer nun mehr Phallus als Vulva braucht!

  28. Marleen sagt:

    @ Jürgen Malyssek:
    Das im 21 Jahrhundert nicht alles Gut ist, ist mir wohl klar (Corona, Klimawandel, Rechtsruck u vieles mehr)!In meinem Leserbrief ging es allerdings um den Weltfrauentag (um nichts anderes) u die rückschrittlichen Leserbriefe!Das mit den Penisen in der FR schrieb ich, weil sehr viele Leser sowohl Print, als auch Online genau dies forderten (einfach mal alle Online Leserbriefe plus alle Print Veröffentlichungen durchsehen/lesen), dies war das meist genannteste (nicht)-Argument u darauf bezog ich mich, um Sie ging es hier ja überhaupt nicht! Nachdenken können wohl hoffentlich die meisten Menschen, was dies hiermit zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht, u grade bei dem Nachdenken scheint es ja bei den emotional getragenen u an sachlichen Argumenten mangelten Leserbriefen/Kommentaren (Print wie Online) zu mangeln, sonst würde man sich seine unbewussten Emotionen ja mal bewusst machen u eben sachlich Argumentieren u nicht emotional („abstossend“ ist zb kein Fakt u nichts auf Sach Ebene, sondern ein rein emotionaler Reflex! Was das Thema nachdenken angeht, scheint mir ja dies grade völlig zu kurz gekommen zu sein, sonst hätte man ja nicht so emotional reagiert u Argumente gehabt, desweiteren habe ich ja grade angesprochen das es sehr gute Artikel/Texte,mit wichtigen Infos (für die es noch nicht wussten) gab,weswegen ich es ja ua auch schade finde das sich viele nur am titelbild aufhängten, so viel zum Thema nachdenken! Vielen Dank für ihren Heilungswunsch, der zwar sehr Frech daher kommt, aber sie haben eben null verstanden worum es geht, erstens ist „Heilung“ hier in einem Metaphysischen, höheren, metaphorischen Sinne gemeint (deswegen auch die Anführungszeichen) desweiteren hatte ich ua. ausdrücklich von sexueller Gewalt gesprochen, wo es dann keine Metapher mehr ist, sondern etwas sehr Praktisches/ Lebensnahes (leider) (mit dem Sie sich ja nicht ausseinander setzen müssen nehme ich an)! Sie haben hier die allermeisten Kommentare verfasst, zu diesem Thema (u zu vielen anderen) (das die Statistik besagt, das weit aus mehr Männer Leserbriefe schreiben vergessen wir jetzt mal) Wiso müssen sie eigentlich überhaupt so eifrig über ein Thema schreiben,was Sie ja überhaupt nicht betrifft? Wiso fühlen Sie sich persönlich davon angegriffen? Ist doch äussert merkwürdig! Ich zb würde mich über Penise (als hetero frau) niemals aufregen o es gar als abstossend,eckelhaft,würdelos,schamlos usw bezeichnen u das obwohl Phalluse extrem in der Mehrheit sind u Frauentag war u Gleichberechtigung nicht erreicht ist u Penis Besitzer weitaus mehr Unheil anrichten, als Vulven Besitzerinnen (sexuelle Gewalt usw) u trotzdem hätte ich mich nicht aufregegt u vermutlich auch sonst keiner! was ist denn das konkrete Problem mit den Vulven? Diejenigen die sich darüber beschwerren es wäre etwas sexuelles o schmutziges machen es doch dazu, die jenigen die sagen die Frau würde reduziert, reduzieren doch die Frau, es ist ein Organ wie jedes andere, was über die Hälfte der Welt Bevölkerung hat, was ist daran schamlos,würdelos,schmutzig,abstossend,ekelhaft usw? Die Leute die so argumentieren haben ja wohl anscheinend ein Problem mit diesem Organ u sehen es als schmutzig o rein sexuell? Sie (diese Menschen) sind diejenigen die reduzieren!!!! und ob Frauen (es gibt viele verschiedene) ein Problem dammit haben oder nicht, o sich reduziert fühlen, sollte man ihnen vielleicht selber überlassen!
    Ja beleidigt kommt es nunmal bei vielen rüber, weswegen ich ja vermute das es um Macht u Deutungshoheit geht! (o eben pure Emotion, aufgrund von verinnerlichten, aber nicht Bewusst gemachten Normen,Werten u Tabus,dies wird dann oft auf sich u andere übertragen/abgewehrt)

  29. Marleen sagt:

    Man(n) sollte auch mal zur Kentniss nehmen, das wir Alle (auch Männer) aus diesem Organ u schliesslich aus der Vulva kommen, Wir alle kommen bei unserer Geburt hier heraus, es ist ein Wunder (o auch eine biologische Tatsache, je nachdem) aber ohne dies wären wir alle nicht auf der Welt, evw sollte man sich das mal klar machen, dh wir sollten sie achten, ehren, würdigen, dankbar sein, loben ,lieben, wertschätzen, u es zelebrieren, etwas mehr Respekt bitte! Es erschliesst sich mir auch nicht was man (als hetero Mann) eig dagegen hat? schliesslich müsste es doch Interesse wecken (o falls man queer/LGBT+ ist Gleichgültigkeit) aber warum Abscheu? Ist ja auch Bildung/Information u zwar sehr wichtige! Den Penis kann man(n) übrigens sehen,auch von aussen u selbst, die Vulva kann man selber nicht sehen, so viel ua auch zur Sichtbarkeit! Der Penis Vergleich ist zwar äusserst unpassend (weil es ein riesen Unterschied gibt in Sichtbarkeit, Bennenung uvm, siehe oben) aber ich als (hetero) Frau hätte mich doch über Penise sogar gefreut, trotz des Macht Unterschiedes. Auch mich entsetzten manche Leserbriefe sehr, nicht nur weil man dachte wir wären weitaus weiter u es keine Sach Argumente gab, sondern ua auch weil wirklich verletzende u bösartige Dinge geschrieben wurden, über ein Organ was viele Menschen (ua auch ich) besitzen (über die hälfte der Welt Bevölkerung) wie fühlt es sich wohl an, wenn dies so verächtlich gemacht wird? Um was füchten sich nicht betroffene Männer denn? Es ist doch der Wahnsinn, das man Vulven ernsthaft heutzutage öffentlich als „Abstossend“, „Eckelhaft“, „Wiederlich“, „die weibliche Würde in den Dreck ziehend“, „Schamlos“ „Würdelos“ usw bezeichnet…bis hin zu einem Mann der ernsthaft schrieb, die Vulven würden aussehen wie „Fleisch Fetzen am Metzgershaken“, das ist ja wohl unglaublich, würde es jemand wagen so über Phalluse (u deren symbole) zu sprechen? Was sagt das über einen aus, wenn man so etwas (öffentlich!) schreibt? Ist es nicht höchst merkwürdig, das dies (sicherlich auch viele hetero) Männer schreiben? Wiso lehnen sie etwas so stark ab, was sie eigentlich veehren (o begeheren) sollten? Was ist denn da los? Ausserdem hat es ja auf keinen Fall nur einen sexuellen „nutzen“, es ist ja auch ein ganz normales Organ zum Wasser lassen, Kinder griegen und und und…meistens lebt es wie jedes andere Organ halt so vor sich hin…ein Mann der sich beschwerte es sei sexuell o gar sexistisch u die Frau würde reduziert schreibt mehrfach von Puff besuchen, was ein Wiederspruch,wer reduziert denn hier?u sieht es offensichtlich rein sexuell u auch noch in die nähe von Puffs…ein anderer der die Bilder der Gibsabdrücke von Vulven als sexistisch brandmarkte, wollte dann aber die Gesichter der dazugehörigen Frauen veröffentlicht wissen, schon Interessant wie man so seine eigenen Wiedersprüche überhaupt nicht wahrnimmt, wie unbewusst kann man den sein? Auch einige Frauen (weniger u eher am anfang, aber immerhin, leider) haben sehr beleidigende u verletzende Dinge geschrieben, über ihr eigenes Organ? Was wurde denn da verinnerlicht? Es erschliesst sich mir nicht wiso man sein eigenes Organ (was ja durchaus grossartiges Leisten muss/kann, zb Geburt) so ablehnen kann? Also ich vestehe natürlich schon wie es dazu kommt, denn auch ich hatte diese gesellschaftlichen Normen,Werte,Tabus mal verinnerlicht, wie wir Alle, gerade daran sieht man das es aufgebrochen werden muss! Ich empfehle zb mal das Buch: „vulva
    die enthüllung des unsichtbaren geschlechts von mithu m sanyal “ (ich kenne sie nicht u habe davon nichts,es ist nur ein Beispiel, man kann hier aber viel lernen). Die Reaktionen zeigen doch gerade das es wohl anscheinend immer noch ein Tabu ist, auch wenn dies zuweilen geleugnet wird, weswegen es umso notwendiger ist so etwas auch mal zu zeigen! (es war ein einziges mal u das am Weltfrauentag, wird man wohl verkraften können) die (zum teil) niederträchtigen Kommentare die ein Organ was man selbst besitzt u/o evw auch die eigene Ehefrau,Freundin,Tochter,Schwester,Mutter etc beleidigen kann man wohl eher nicht so ignorieren, es ist viel im argen u es ist noch sehr viel Aufklärung nötig, dies war ja leider mehr als sichtbar u obwohl ich wirklich pessimistisch bin was Gleichberechtigung angeht, (die Berechnung sagt mehr als 100 Jahre noch, aber durch Corona wurde wir ja weit zurück geworfen) zeigt das es ist noch viel schlimmer ist als man dachte u es muss noch viel mehr getan werden! Eine schlimme u traurige Bestandsaufnahme! Achja u es wurden überhaupt keine echten Vulven gezeigt, sondern Bilder von Gibsabrücken von Vulven!

  30. Anna Hartl sagt:

    @Juergen Malyssek
    Hallo Herr Malyssek,
    ich bin einfach anderer Meinung und dies ändert sich auch nicht, wenn es mehr Kritik als Zustimmung gibt.
    Es war nur sehr vorhersehbar, dass es Kritik hageln wird.

    Ich möchte den Vergleich nicht noch Mal aufmachen, habe aber den Eindruck, dass Sie alles, was nur im entferntesten mit einer Kritik Männern gegenüber zu tun hat, ablehnen.
    Das ist ein wenig einseitig.

  31. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Anna Hartl

    Hallo Frau Hartl,
    Sie unterstellen mir Einseitigkeit und bringen es auch noch fertig es so weit zu behaupten, dass ich jegliche Kritik an Männern ablehne.

    Ich will dieser Beleidigtsein-Welle, die zur Zeit über uns einzubrechen scheint, sobald jemand tatsächlich anderer Meinung ist als es der Trend in einer Sache vorzugeben scheint, nicht aufsitzen und sage bloß: Dann sind Sie halt anderer Meinung, aber stellen Sie mich bitte nicht in eine Ecke, wo es zum Schluß nur noch die Chance hätte, gleichermaßen zu reagieren.
    Das tue ich nicht. Ich bin nicht Ihrer Meinung, aber ich sage auch nicht, dass Sie alles ablehnen, was Kritik an Frauen betrifft.

    Wenn Sie die Vulven in der FR nur amüsieren, dann kann ich Ihnen gerne sagen, dass mich Penisse in der FR nicht amüsieren würden.
    Es reicht auch einfach mit dieser verlogenen Offenheit, die mit den gesellschaftlichen Bedingungen fast nichts mehr zu tun haben.

    Das weitere habe ich Ihnen schon heute morgen geantwortet (11:00)

  32. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Marleen

    Es ist nicht wirklich ausgemacht, wessen Aussagen hier mehr von Emotionalität als von Rationalität getragen sind. Was Sie oben sagen, ist eher eine Behauptung aus vielleicht Ihren Gefühlen heraus, aber nicht einfach auf die (männlichen) Leserbrief- oder Kommentare-Schreiber, die Sie aufzählen.
    Ansonsten habe ich die Aufmachung mit den Vulven/Vaginas in der FR-Ausgabe nicht „abstoßend“ empfunden. Aber ich fand es nicht sehr angenehm, wie ein Weltfrauentag (den ich historisch wichtig erachte) mit Geschlechtsteilmustern auf Werbelinie abfährt, statt etwa die Verdienste und die mutigen Bewegungen von Frauen in der bisherigen Sozialgeschichte ins Licht zu stellen (eine Idee).

    In einem Punkt neige ich inzwischen dazu, Ihnen zuzustimmern: Was zum Teufel hat mich geritten, mich auch noch zum Weltfrauentag zu außern? Habe ich doch eben, wie Sie glatt behaupten, „null verstanden, worum es eben geht.“

    Zum nächsten Weltfrauentag werde ich – versprochen! – mich in Enthaltsamkeit üben.

  33. Marleen sagt:

    @Jürgen Malyssek

    Doch, Ich bin auf die Argumente (teilweise auch nicht Argumente) der Leser (u teils Leserinnen) eingegangen, u das waren alles Zitate, auch „abstoßend“ war ein Zitat (Ich habe nie behauptet das es von Ihnen persönlich stammt, im Gegenteil habe ich mehrfach zb. in Klammern geschrieben das ich mit Sie nicht Sie persönlich sondern die Leserbriefe bzw deren Schreiber/innen meinte die ich zitiere! Alle Beleidigungen o Verschmähungen waren Zitate u darauf bin Ich eingegangen! Da ich viele Bücher zum Thema gelesen habe u mich seit Jahren damit beschäftige hab ich nicht nur Argumente sondern auch Fakten aufgezählt (Dinge wozu es Studien gibt usw), aber es passt natürlich vermutlich in ihr Weltbild das die Frau eher emotional sein muss, während die Herren der Schöpfung natürlich eher rational sind, nur das ihre (ich meine alle diese) Empörung sich komplett emotional darstellte u ich keine Fakten o Argumente las, stattdessen „widerlich“ „abstoßend“ „vertrocknete Brötchen“ „ekelhaft“ „würdelos“ „schamlos“ „weibliche würde in den Dreck ziehend“ „fleischfetzen in der Metzgers Theke“ das sind ALLES Zitate, hab ich mir nicht ausgedacht u wo sind das bitte sachliche Argumente? Pure Emotion, weil es einem selbst nicht gefällt u Wieso gefällt es einem nicht? hat man da ein paar Argumente? Auch Sie haben ja nicht ein Argument, außer dass es ihnen irgendwie nicht behagt, warum auch immer. Weil sie männliche Lesebriefe-oder Kommentare-schreiber schreiben, Ich habe nie behauptet das alle Leserbriefe von Männern kamen, im Gegenteil, Ich habe sogar geschrieben das auch Frauen sich negativ geäußert haben, darauf bin ich mehrfach eingegangen. Allerdings waren die von Männern alle negativ und von Frauen nicht alle, es gab paar positive u die waren alle von Frauen, aber diese Gräben will der moderne Feminismus ja eben gerade nicht, es sind halt viele Menschen die dafür noch nicht so das Bewusstsein haben! Das Sie den Weltfrauentag als historisch wichtig erachten finde ich ja schön, allerdings ist er nicht nur historisch wichtig, sondern auch heute noch, aus sehr vielen Gründen! Also Werbung war es ja nicht, gegen sexistische Werbung bin Ich auch, aber dies war weder Werbung noch sexistisch, wenn es Werbung wäre, würde man ja sich davon erhoffen viel zu verkaufen, dies ist ja der Sinn von Werbung, nun kam es aber eben grade nicht unbedingt bei jedem gut an, was ja vorher zu erahnen war, dies wäre dann völlig missglückte Werbung, die FR wollte nicht werben, sondern aufmerksam, sichtbar machen, Bennen, Bewusst machen und informieren und evw provozieren, was ihr ja ganz gut gelang (va letzteres). Ich verstehe das Sie es als Reduzierung wahrnehmen, ist ein Bedenken was man haben kann, aber man kann dies auch ganz anders sehen (wozu Ich genug Argumente geliefert habe). Wieso sich ausgerechnet so viele Männer über die Reduzierung „sorgen“, erschließt sich mir nicht u ich nehme da ganz andere „sorgen“ wahr, eher in Richtung Macht u Deutungshoheit uvm! Das Sie selber keine Penisse in der FR brauchen, wie Sie behaupten, ist ja schön u gut, dies war aber das Haupt Argument aller Männer (u ja auch von Frauen) u ich hätte mit Penissen trotz der Macht unterschiede wie gesagt überhaupt kein Problem u ich würde mich auch nicht „sorgen“ dass die Männer reduziert werden, diese Debatte würde es dann ja auch kaum geben u Ich glaube nicht einer würde sich reduziert fühlen! Mit den Verdiensten u den mutigen Bewegungen von Frauen (in der bisherigen Sozialgeschichte) (aber nicht nur geschichtlich auch heute) haben Sie ja recht, genau dies habe ich mehrfach betont, ich finde es ja auch schade das es nur um das Titelbild geht, aber Sie regen sich ja auch darüber auf! Ansonsten gab es in der FR an diesem Tag (auch an anderen Tagen natürlich) ja auch Artikel über mutige Frauen u Themen diesbezüglich, ja es ging in den ersten 2 Seiten um Biologie, aber die ist auch wichtig, da davon ja viel abhängt, wie ich als Frau u körperlich schwer erkrankter Mensch selber Weiß (die Biologie ist ja der Ursprung der Unterdrückung u dies geht dann ins soziale u politische u psychische u kulturelle usw über) aber die FR hat an diesem Tag auch über Frauen und Business, Fat Aceptance, Body Positivity, Religion u Frauen, Hausarbeit, Journalistinnen die aufgrund von Zivilcourage irgendwo im Gefängnis gelandet sind usw usw berichtet, gut ich hätte mir evw auch noch mehr gewünscht u paar andere Themen noch, aber es gab viele andere Themen, natürlich wurde nicht alles besprochen, aber das kann man eben auch nicht alles in eine Ausgabe stecken u ansonsten berichtet die FR ja viel über diese Themen!

    Also das ich geschrieben habe das Sie nicht verstanden haben worum es geht, war nicht allgemein zu verstehen ( o geschrieben) u auch nicht allgemein auf das Frauentage Thema o das Titelbild sondern ich schrieb dies nur zu dem Wort „Heilung“ das sie dies wohl nicht ganz verstanden haben, sonst hätten sie mir nicht gute Heilung gewünscht, die kann ich zwar in der Tat (im körperlichen sinne) gut gebrauchen, aber das konnten sie ja nicht wissen, da fragt man sich wofür Sie mir dann gute Heilung wünschten, das fand ich in der Tat etwas frech u deswegen hab ich dann diesen Begriff bzw was ich damit meinte erklärt, wenn sie mehr in der Thematik diesbezüglich wären, wüssten Sie das ja auch, ein Buch hatte ich empfohlen, es gibt viele weitere!

    Sie können sich natürlich äußern wozu sie wollen, auch zum Welt Frauentag, aber Sie können ja nicht für einen sprechen u sagen die Frauen fühlen sich reduziert, kennen sie jede? Ich fühle mich nun mal nicht reduziert, da muss man es einem ja auch nicht einreden! Ich habe nur dafür plädiert, das den Leuten doch bitte selbst zu überlassen.

    Wegen mir müssen sie sich nicht in Enthaltsamkeit üben, zumal ich was Corona o Obdachlosigkeit usw angeht ja ihre Meinung auch schätze, bei diesem Thema sind wir eben unterschiedlicher Meinung u das ist doch auch ok! Also kommentieren Sie so viel Sie wollen, von mir aus auch zum nächsten Weltfrauentag, mal sehen, ist ja noch lange hin….

  34. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Marleen

    Durch die Dichte Ihres Textes war für mich nicht ganz einfach den Faden zu halten. Aber ich glaube, Sie jetzt besser vestanden zu haben.
    Sicher habe ich an den Stellen, die Sie jetzt nochmal angesprochen haben, Sie irgendwie mißverstanden. Sie haben mich gewiss auch etwas mißverstanden, weil zugegebenerweise eine gewisse Polemik in meiner Reaktion drinsteckte.

    Das mit der „Heilung“ war etwas frech, ja. Ironisch war es gemeint. Wenn ich mit der „Heilung“ etwas berührt habe, was Sie verletzt haben sollte (so höre ich es raus), dann tut es mir leid. Dann entschuldige ich mich gerne dafür!

    Ich glaube Ihnen auch, dass Sie sich nicht „reduziert“ fühlen. Dabei habe ich mich mit meiner Kritik auf die Behandlung des Frauentages bezogen, so wie die FR-Ausgabe das Thema präsentierte.

    Trotz Ihres „Angebotes“, möchte ich mich aus freien Stücken zum nächsten Weltfrauentag nicht nochmal äußern. Es ist für mich eher so ein Versprechen an mich selbst, mich da mal einfach rauszuhalten. Ein Vertrag mit mir selber, den Verlockungen des (spannenden) Themas mal zu widerstehen (vgl. Odysseus ließ sich von seinen Gefährten an den Schiffsmast binden, mit Wachs in den Ohren, um den (ver)lockenden Stimmen der Sirenen zu widerstehen).

    Ich habe übrigens bei meiner häufigen Lektüre von Frauen über Frauen viel Interessantes gelesen, zu den streitbaren Feminismus-Themen, weil mich Lebenswirklichkeit und Ideologie immer interessiert haben. Und ich fand z.B. das Buch von LAURIE PENNY „Unsagbare Dinge“ (aus dem Engl.) unglaublich erfrischend! Sie schreibt u.a. gegen die Humorlosigleit des zeitgenössischen Feminismus. Lässt aber auch die Männer nicht einfach so in Ruhe weiter vor sich her werkeln.

    Alles Gute für Sie!

  35. Marleen sagt:

    @ Jürgen Malyssek:

    Sie haben bestimmt nicht mehr mit einer Antwort gerechnet, da ich mich über die Entschuldigung doch gefreut habe u ein bisschen gerührt war u wir mehr zusammengekommen sind, will ich doch nochmal antworten, es war mir aufgrund meiner Gesundheit bisher nicht möglich

    ja Dichte, also ich schreibe meistens eher ausführlich! Es freut mich, dass sie mich jetzt etwas besser verstanden haben! Ja oft stehen hinter so etwas auch Missverständnisse! Doch die Polemik habe ich schon verstanden u auch Ironie!

    Das mit der „Heilung“ war für mich aus verschiedenen Gründen etwas schwierig, haben sie recht, etwas frech ja, Ich wusste schon das es ironisch gemeint war, es kam bei mir etwas zynisch an! Sie schreiben: “ Wenn ich mit der „Heilung“ etwas berührt habe, was Sie verletzt haben sollte (so höre ich es raus), dann tut es mir leid. Dann entschuldige ich mich gerne dafür!“ Damit hätte ich jetzt gar nicht gerechnet, ja evw haben sie es etwas richtig rausgehört (was mir selbst nicht so ganz bewusst war) ok, danke, Entschuldigung angenommen, hat mich gefreut! Hier bei frblog.de ist ja trotz unterschiedlicher Meinung (u evw etwas Polemik u Ironie ;)) immer noch ein höheres Niveau, als anderswo (bsp YouTube, wo es ja unterirdisch zugeht)

    Sie schreiben: “ Ich glaube Ihnen auch, dass Sie sich nicht „reduziert“ fühlen“ dann ist ja gut, es kam erst etwas anders rüber u viele Menschen meinten das ja! wenn Menschen da von sich sprechen, ist das ja auch ok, aber für andere sprechen ist immer etwas schwierig! Aber dann ist ja gut! Außerdem schreiben Sie: “ Dabei habe ich mich mit meiner Kritik auf die Behandlung des Frauentages bezogen, so wie die FR-Ausgabe das Thema präsentierte.“ verstehe, wobei es wie gesagt ja schon MEHR Themen gab! Aber sicher auch einiges was man noch hätte berichten können, was Menschen interessieren hätte können, das stimmt, aber eine Ausgabe ist halt nicht ewig lange u sie wollten sicher noch mehr rein tun u Corona ist ja momentan auch sehr drängend u präsent u muss unter gebracht werden usw, zum Glück hat die FR ja oft viele verschiedene auch „Frauen Themen“ ist auch viel Interessantes dabei!

    Sie schreiben: „Trotz Ihres „Angebotes“, möchte ich mich aus freien Stücken zum nächsten Weltfrauentag nicht nochmal äußern. Es ist für mich eher so ein Versprechen an mich selbst, mich da mal einfach rauszuhalten. Ein Vertrag mit mir selber, den Verlockungen des (spannenden) Themas mal zu widerstehen“ ok, klar, ist manchmal besser so! Habe ich auch schon bei anderen Plattformen feststellen müssen!

    Ist ja Interessant das Sie auch häufig Lektüre zum Thema „Frauen“ usw gelesen haben, Ich kenne u schätze LAURIE PENNY auch, hab aber bisher noch kein Buch von ihr lesen können, das kommt evw noch, hab sie auf meiner Lese Liste! Manchmal müssen die Kämpfe aufgrund der Ernsthaftigkeit humorlos sein, evw kommt das aber auch nur so rüber, ich denke es gibt auch viele humorvolle Feministinnen 😉 na schön, wenn LAURIE PENNY da so ausgewogen drüberschreibt, bin gespannt!

    Vielen Dank, kann ich gebrauchen, ebenfalls Alles Gute! Liebe Grüße Marleen

  36. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Marleen

    Ihre Antwort hat mich, ganz ehrlich, auch sehr gefreut.
    Es wäre schade gewesen, wenn wir bei den sog. Missverständnissen stecken geblieben wären.
    Streitgespräche gehen ja nicht immer gut aus. Aber mir liegt es schon daran, fair zu bleiben.

    Der FR-Blog ist der einzige, in dem ich mich in den
    digitalen Medien bewege. Mit den anderen habe ich nichts am Hut. Die irdischen Debatten sind schon anstrengend genug, da kann ich gerne auf das Unterirdische auf Youtube oder Facebook u.a. verzichten.

    Für Ihre Gesundheit, die Sie ja in bestimmter Weise belastet, drücke ich Ihnen sehr die Daumen.

    Eine Atempause beim Thema Weltfrauentag und Medienverarbeitung tut erst einmal gut.

    Nur noch ein Lektürehinweis aus dem Jahre 2017 bei Fischer: Chimamanda Ngozi ADICHE (aus Nigeria stammend) „LIEBE IJEAWELE, Wie unsere Töchter selbst bestimmte Frauen werden“, ein Büchlein von 80 Seiten, mit wirklich klugen und unaufgeregten (feministischen) Erziehungstipps.

    Dann sage ich nochmals: Alles Gute für Sie und hoffentlich auch die gewisse Geduld in der Corona-Zeit. Ebenfalls liebe Grüße aus Wiesbaden.
    J. Malyssek