Die Freiheit, sich nicht blenden zu lassen

Ständig erreichen uns neue Meldungen aus Tibet und seiner Hauptstadt Lhasa, doch niemand hat ein genaues Bild der Lage. Wie steht es um den Kampf der Tibeter gegen ihre Unterdrückung? Wie viele Tote hat es bei diesem Aufstand auf dem Dach der Welt bisher gegeben? Wir wissen nur, dass etwa tausend Tibeter festgenommen wurden; nach exiltibetischen Angaben hat es bisher 140 Tote gegeben. Tibet und die angrenzenden Provinzen Sichuan und Gansu sind abgeriegelt worden; Berichterstattung von dort ist kaum möglich. Als letzte ausländische Journalisten haben die chinesischen Behörden am Donnerstag die beiden deutschen Korrespondenten Georg Blume und Kristin Kupfer aus Tibet ausgewiesen. Zugleich verschärft China dan Ton gegenüber dem Dalai Lama: Er sei ein „Wolf in der Kleidung eines Mönches, ein Teufel mit dem Gesicht eines Menschen“, sagte der kommunistische Parteichef Tibets, Zhang Qingli. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob wir nicht die Olympischen Spiele in Peking in diesem Sommer boykottieren sollten. Offiziell ist das zwar kein Thema, aber wenn der Aufstand weitergeht und die chinesische Führung blutiger zurückschlägt, wird sicher auch die Tatsache wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit rücken, dass die Situation in Sachen Menschenrechte sich nicht gebessert hat. FR-Redakteur Christoph Albrecht-Heider meint: „Lasst den Boykott!“

FR-Leser Stefan Simon aus Mainz-Kastel meint:

„Der Protest der Tibeter in Lhasa ist Ausdruck einer jahrzehntelangen Leidensgeschichte und Lehrstück der einfachen Wahrheit, dass man durch gewaltsame Unterdrückung niemals Frieden innerhalb einer Gesellschaft erreichen kann. Der Dalai Lama predigt dies beinahe ebenso lange, wie der Konflikt zwischen dem tibetischen Volk und der chinesischen Staatsführung besteht. Diese wäre gut beraten, den Dialog mit dem Dalai Lama zu suchen, so lange dies noch möglich ist. Es ist leicht auszumalen, was geschehen könnte, sollte der Dalai Lama plötzlich sterben.
Die Weltmacht China, die sich gerne als weltoffen und modern darstellt, zeigt in diesen Tagen einmal mehr ihr wahres Gesicht – das eines neurotischen und paranoiden Polizeistaates, in dem nicht etwa die kommunistische Partei, sondern Angst und Unterdrückung regieren. Als in der westlichen Welt aufgewachsener Bürger kann man sich nur schwer vorstellen, was es heißt, in China inhaftiert zu sein, wie wenig ein Menschenleben der kommunistischen Partei Chinas wert ist. Aber uns bleibt die Freiheit, uns darüber zu informieren und nicht wegzuschauen.
Es bleibt uns auch die Freiheit, uns nicht vom Glanz der olympischen Spiele blenden zu lassen: Wir in Deutschland haben Erfahrung mit Spielen unter Diktatoren und können zum Vergleich Leni Riefenstahls Filmdokument ‚Olympiade 1936 – Fest der Völker‘ heranziehen. Wir werden ähnliches im August diesen Jahres in Farbe sehen können.“

Manfred Kuda aus Göttingen:

„Neben den routinemäßigen Betroffenheitsreaktionen ist die Frage der Olympiateilnahme wohl am wichtigsten. Klar, dass IOC- Repräsentanten davor warnen, die ‚unschuldigen‘ Athleten (Rogge) zu bestrafen, auch darf der Hinweis, dass sonst ein neues Massaker wie 1989 vielleicht ungestraft bliebe, manchmal angebracht sein. Jedem Teilnehmer an den Spielen – ob mit oder ohne Dope – sollte klar sein, dass er auch Steigbügelhalter einer Diktatur ist und Menschenrechtsverletzungen unterstützt. Diese Einsicht dürfte aber unwahrscheinlich sein, solange Wirtschaft und Politik vor den Diktatoren Schlange stehen, um ihre Geschäfte zu machen.“

Manfred Römer aus Königstein:

„Was hat China in Tibet zu suchen? Dieses hässliche China! China ist nicht hässlich, weil es China ist, es ist hässlich, weil es ein kleines Volk überfallen und ihm die Freiheit geraubt hat. China ist hässlich, weil es Tibeter unterdrückt, foltert, mordet. Wir im fernen Deutschland können ein Zeichen setzen: Kein deutscher Sportler, kein deutscher Journalist nach Peking! Boykottieren wir das hässliche China, indem wir zuhause bleiben!“

Hermann Schulz aus Oberursel:

„Es wird nicht zu einem Olympiaboykott kommen. 1980 war die Sowjetunion kein Markt mit Zukunft, wie es heute China zu sein scheint. Deshalb konnte damals politisch demonstriert werden, man machte ja keine Verluste. In China geht es um Milliarden, da zählt keine Moral. Warum sollte Adidas beispielsweise auf ein solches Geschäft verzichten, nur weil ein paar Tibeter umgebracht werden? Wie China mit Andersdenkenden umgeht, war schließlich schon bei der Vergabe der Spiele bekannt.
Ich werde jetzt meine eigene Konsequenz ziehen. Ich muss das nicht Boykott nennen, und es braucht auch keinen Symbolcharakter zu haben (darüber lachen die globalen Geschäftemacher doch sowieso). Ich werde mir einfach die vielen Sendungen im August nicht ansehen. Mein ganz privater Abschied vom Fernsehsport. War die Loslösung vom faszinierenden Radsport noch schmerzhaft, fällt es nun leicht, diesen Konsumverzicht zu planen. Denn ernsthaften Sport kann man dort sowieso nicht erwarten. Es interessiert mich einfach nicht mehr, welcher hochgedopte Chinese, welche Medaille umgehängt bekommt.
Was uns allerdings interessieren sollte: Wie können wir Konsumenten dafür sorgen, das sich ein klein wenig mehr Gerechtigkeit in dieser Welt entwickelt? Da sollte man auch einmal darüber nachdenken, kein vergiftetes chinesisches Plastikspielzeug zu kaufen, nur weil es billiger erscheint. Irgendwann gibt es nämlich sonst keine Alternative mehr zu diesem Ramsch, der uns überschwemmt. Dann sind die Folgekosten nicht mehr absehbar.
Es wird zu keinem Olympiaboykott kommen, denn der ist auch gar nicht nötig. Die Idee ‚Olympia‘ hat ihre – heute noch anhaltende Agonie – begonnen , als der Amateurgedanke nur noch durch die Funktionäre verwirklicht wurde. Ich werde den August nutzen, mich selbst zu bewegen.“

Siegfried Müller-Hildebrand aus Bad Vilbel hat eine Idee:

„Trotz hinreichender Gründe werden wir keinen Boykott der Olympischen Spiele trotz der chinesischen Massaker in Tibet – und anderswo – erleben. Aber das bietet eine historische Chance für die Sportler, Funktionäre und Politiker (!), die an der Eröffnungsfeier teilnehmen: Was spricht dagegen, dass jeder Sportler ein Tibet-Fähnchen mit sich trägt und schwenkend in jede Kamera hält? Was spricht dagegen, dass jedes Staatsoberhaupt einen Pin angesteckt hat: ‚Free Tibet!‘?Wirtschaftliche und politische Interessen? Oder Feigheit?“

74 Kommentare

  1. S.i.T. sagt:

    … das muß aber dann ein Fähnchen sein, was sich wandelt, nach 10 Minuten Sauerstoffzufuhr die tibetischen Farben annimmt (Flagge der Exilregierung). Symbolträchtig wie die Idee von Siegfried Müller-Hildebrand.

    Ob Blogwelt auch dazu aufruft, wie bei Birma?

  2. Rüdiger Bleicher sagt:

    Es ist völlig klar, was zu tun ist, aber ich glaube dafür mangelt es an Intelligenz in unserer Bevölkerung.

  3. Heinz H sagt:

    Unterstützen Sie den Dalai Lama!
    Unter diesem Link kann man eine Petition an den chinesischen Präsidenten Hu Jintao unterschreiben. Es ist wichtig, dass sich viele Menschen an dieser Aktion beteiligen. Das Ziel ist es, eine Million Unterschriften zusammen zu bekommen. In 36 Stunden haben fast 370 000 Menschen diese Petition unterzeichnet. Vielen Dank an alle, die sich dort beteiligen.

  4. Fiasco sagt:

    @3. Heinz H. oder Admin

    Der Link funktioniert leider nicht, sondern fuehrt nur auf die Startseite des FR-Blogs. Deswegen gebe ich den Link unten nochmal an. Es handelt sich um einen Aufruf von avaaz.org, die weltweit bekannt wurde durch Informationen und vielfach unterzeichnete Petitionen zum Aufstand der Moenche in Birma:

    http://www.avaaz.org/en/tibet_end_the_violence/22.php/?cl=64755441

    Da die Petition zu Tibet sehr kurz ist, fuege ich sie im englischen Original bei:

    „As citizens around the world, we call on you to show restraint and respect for human rights in your response to the protests in Tibet, and to address the concerns of all Tibetans by opening meaningful dialogue with the Dalai Lama. Only dialogue and reform will bring lasting stability. China’s brightest future, and its most positive relationship with the world, lies in harmonious development, dialogue and respect.“

  5. Fiasco sagt:

    Wer sich im Rahmen des jetzt noch moeglichen ueber die aktuelle Entwicklung in Tibet informieren will, verfolge den Blog des Guardian-Journalisten Matthew Weaver, der im Stundentakt die neuesten verfuegbaren Nachrichten aus Tibet zusammenfasst und erlaeutert (inklusive der Uebersetzung ausgewaehlter chinesisch-sprachiger Blogs).

    http://blogs.guardian.co.uk/news/2008/03/china_crackdown_on_tibet.html

    Im uebrigen scheint die Nachricht der taz von gestern, dass viele Informationsquellen aus dem Web, inklusive BBC-Nachrichten, in China nicht mehr abrufbar sind, zum Glueck nicht ganz zu stimmen. Gestern konnten mithilfe der web-site:
    http://www.websitepulse.com/help/testtools.china-test.html
    mit der getestet werden kann, welche Web-Seiten in China abrufbar sind, viele Tibet-Nachrichten von BBC und Guardian verfolgt werden. So einfach scheint es doch nicht zu sein, ein Land wie China von der Aussenwelt abzuschotten.

    Ansonsten bin ich der Meinung, dass nur ein moeglichst vollstaendiger Olympia-Boykott die Moeglichkeit bietet, nachhaltig Einfluss auf die Situation in Tibet UND auf die Situation der in den Gefaengnissen eingekerkerten und vergessenen chinesischen Regime-Kritiker zu nehmen.

    Zur Begruendung in aller Kuerze: China ist ein autoritaeres kommunistisches System, dass es sich gefallen lassen muss, mit stalinistischen Exzessen verglichen zu werden. Ich als Sportler oder Sportfunktionaer koennte es mit meinem Gewissen niemals verantworten, an olympischen Scheinspielen mitzuwirken, die durchaus der Schein-Olympiade 1936 aehneln, und mit meiner Teilnahme ein stalinistisches System zu unterstuetzen.

    Voellig unverstaendlich ist mir darueber hinaus, wie deutsche Medien (wie beispielsweise auch die FR) sich gegen einen Olympia-Boykott aussprechen, letztlich also ebenso fuer die Unterstuetzung eines stalinistischen Systems sind. Es sind dies merkwuerdigerweise exakt dieselben Medien, die sich gerade noch innenpolitisch vehement gegen die regionale Regierungszusammenarbeit mit einer Partei ausgesprochen haben, die die stalinistische Vergangenheit laengstens aufgearbeitet und bewaeltigt hat.

  6. S.i.T. sagt:

    Ein Boykott sollte wohl jeder mit sich ausmachen können/dürfen. Dazu braucht es keine staatliche Fügung von oben.

    In Frankfurt fährt ja auch eine Straßenbahn mit Türkei-Werbung herum. Deswegen bereise ich das Land noch lange nicht, selbst wenn die FR mir eine Glückskecksreise dahin schenken würde. Die Straßenbahn kann dennoch weiter bunt mit Türkei-Bilder herumfahren.

    Sehen Sie Fiasko… ich bin Ihnen weit voraus. 🙂

  7. BvG sagt:

    Olympia-Boykott, überhaupt nicht!

    Lieber keine Spielzeuge und keine Elektronik kaufen, die in China hergestellt wird, und das rechtzeitig vor den Spielen (also jetzt) bekanntgeben.

    Dann werden die Weltfirmen in China schon Bescheid sagen, wie frei Tibet sein darf.

  8. BvG sagt:

    Wie so oft, werden auch hier die finanziellen Interessen über die Moral gestellt werden.
    Weil ja, nach Brecht, das Fressen zuerst kommt und dann die Moral.

    Wie würde es einem Journalisten ergehen, der eine Liste der Menschenrechtsverletzungen jeder Nation verlesen würde, deren Athlet gerade zu sehen ist?

    Wäre doch angemessen bei einer Veranstaltung, deren Inhalte vorwiegend aus der Sublimation von Kampftechniken und Siegeswillen besteht.

  9. Fiasco sagt:

    Was schreibt die Neue Zürcher Zeitung NZZ am 19.3. mit schweizerischer Gelassenheit zum Olympia-Boykott? Auf jeden Fall differenzierteres als die tumbe deutsche Bundesregierung – die NZZ empfiehlt, den Olympia-Boykott AUF KEINEN FALL von vornherein im Grundsatz auszuschliessen und sie bescheinigt dem IOC aufgesetzte NAIVITAET:

    „Bisher hat das IOK zu diplomatisch agiert. Zum Olympiaboykott aufzurufen, was übrigens auch der Dalai Lama nicht tut, ist womöglich der falsche Weg. Diesen von vornherein im Grundsatz auszuschliessen, aber ebenso. Der IOK-Präsident Rogge darf das Druckmittel, die Spiele aufgrund des Vertragswerks kurzfristig – mit allen finanziellen Konsequenzen – zurückzuziehen, nicht aus der Hand geben. Klare Worte an die Adresse Chinas brächten jedenfalls mehr, als sich hinter Worthülsen und der Idee zu verstecken, mit Hilfe der olympischen Fackel, die auch nationalistischer Gründe wegen nach Tibet getragen werden dürfte, zur Befriedung beizutragen. Diese Haltung des IOK ist nicht Ausdruck von Diplomatie, sondern von aufgesetzter Naivität.“

  10. Uwe Theel sagt:

    @ 7. Kommentar von: BvG

    ich hoffe nur BvG, die Veranstalter und Manschaften kommen alle ohne Elektronik aus, wenn Sie dann in China Olympiade machen. Sonst hättest Du mit Deinem Aufruf doch noch die Olympiade verhindert.- Also ich ruf auch schon mal auf.

    – Ist Dein Computer eigentlich aus China?

  11. Stephan sagt:

    Wenn dann machen Sie die Olympischen Spiele und nicht die Olympiade.

  12. Eman sagt:

    Ich frage mich warum sich jeder hier mit dem völkischen Gedanken zufrieden gibt (was ist bitteschön der Unterschied zwischen einem Tibeter und einem Chinesen?!) und wie man dazu kommt sich mit einem reaktionären Theokraten wie dem DalaiLama zu solidarisieren.
    Es wird von der Unterdrückung Tibets geredet.Hat sich eigentlich mal jemand gefragt was Tibet vor der chinesischen Besetzung war?Ein feudalistischer Staat wie die Staaten des mittelalterlichen Europas (Nur mal so zum Vergleich,beging eine Ehefrau Ehebruch,so hatte der Mann das Recht sie zu töten…), wo es (sinngemäß) heißt „Beten statt Bildung, beten statt arbeiten“.
    Komisch eigentlich,dass man sich mit soetwas solidarisieren möchte.
    Ich möchte in keiner weise das chinesische Unrechtsregime verherrlichen aber dieses ständige schwarz/weiß – gut/böse denken geht mir gehörig auf den Keks.
    Wenn selbst die FR (und ihere Leser) hier nicht ansatzweise differenziert, dann ist das ein ganz schönes Armutszeugnis…

  13. Sebastian Chwala sagt:

    @Eman:
    Abosulute Zustimmung

  14. Fiasco sagt:

    @12. Eman

    Absoluter Widerspruch.

    Spaeter mehr, da jetzt fuer mich OSTERN ist.

  15. bakunix sagt:

    An alle aus dem Dalai-Lama-Fanclub!

    Tentzin Gyatsu, so heißt er ursprünglich, ist die 14. dalai-lamatische Wiedergeburt seiner 13 Vorgänger, Herrscher über das Land des Schnees und der Lordsiegelwahrer des richtigen Glaubens. Der Urvater aller 14 lebte als Affe, bestieg eine Göttin und zeugte mit ihr das tibetanische Volk.

    Sinngeber war Tentzin Gyatsu für den verantwortlichen japanischen Mörder und Mein-Kampf-Leser, den Führer der Aum-Sekte, der in den neunziger Jahren in einer U-Bahn aufgrund esoterischer Verblendung einen Giftgasanschlag initiierte. Dieser konnte deshalb so einflussreich werden, weil er in enger Verbindung zu Tentzin Gyatsu stand, der ihm mit persönlichen Empfehlungsschreiben in den Adelsstand der japanischen Esoterikszene erhob: „Meister Asahara ist ein kompetenter religiöser Lehrer und Yoga-Lehrer und ein erfahrener Meditationsausübender.“ Auch nach dem Anschlag hat er „seinen Freund“ nicht fallen lassen.

    Erinnert sei auch an Heinrich Harrer, österreichischer Nazi, den es nach Tibet verschlagen hat und der als Bergsteiger Kontakte zu dem derzeitigen Dalai Lama hatte. Er bezeichnete sich als einer der Lehrer des jungen Herrschers. Distanziert hat sich Gyatsu von dem einstigen SS-Mann nie. Es ist auch kein Zufall, dass Harrer in Tibet auftauchte, ist es doch so, dass die Nazis aus mythischen Gründen schon immer eine Begeisterung für dieses Land hegten, nicht zuletzt deshalb, weil der Ursprung der arischen Rasse dort zu finden sei.

    Parallelen dieser ewigen Dynastie lassen sich auch zu der Esoterikerin Helena Blavatskys (1831 bis 1891) herstellen. Dazu Wikipedia: „Blavatskys Lehre, die Theosophie, besteht aus einer Mischung okkultistischer Vorstellungen mit Ideen vor allen des Hinduismus, Buddhismus und der Gnosis. Aus diesen Elementen sollte das eine, universelle Prinzip einer von ihr postulierten Ur-Religion rekonstruiert werden, … Blavatskys Weltanschauung nimmt unter anderem an, dass der Mensch vor allen anderen Lebewesen entstand, dass er einen Astralkörper habe, der ursprünglicher sei als sein materieller Leib, und dass sich die Menschheit in sieben aufeinanderfolgenden ‚Wurzelrassen‘ auf sieben Kontinenten entwickele. Diese werden zwar als prinzipiell gleichwertig angesehen, innerhalb der einzelnen Wurzelrassen werden aber deutlich wertende Unterschiede gemacht, je nach dem Entwicklungsgrad, auf dem sich die Angehörigen vermeintlich befinden. Als Abkömmlinge der Arier werden auch die Semiten gezählt, allerdings seien sie entartet in Geistigkeit und vervollkommnet in Stofflichkeit. Zu diesen gehören alle Juden und Araber.“
    Esoterische Querverbindungen gibt es auch zu der Lehre Rudolf Steiners, einem deutschen Pädagogen, auf den sich die Waldorfschulbewegung stützt, dem seinerseits rassisische Elemente in seiner Lehre nachgewiesen werden können. Es überrascht auch nicht, dass die Nachfolger Blavatskys immer mal wieder als Verehrer Hitlers, Mussolinis oder Francos in Erscheinung traten.

    Und heute: Franz Alt, Petra Kelly, Roland Koch, Angela Merkel und andere, alle gehören sie zum Fanclub des Tentzin Gyatsu. Niemand fragt tatsächlich nach den politischen und transzendenten Inhalten, die der orangerotgewandeten Mönch, der Heil über seine Jünger zu bringen in der Lage scheint, vertritt. Er ist nie demokratisch gewählt worden. Zwei Warzen in den Achselhöhlen sollen es sein, die ihn erkennen ließen, dass er ein Wiedergeborener und zum Herrschen Ausersehener sei.

    Quelle neben Wikipedia: Colin Goldner: „Dalai Lama. Fall eines Gottkönigs“, Alibri Verlag, 1999

  16. I. Werner sagt:

    @ bakunix
    Ich bin irritiert. Für mich ist der Dalai-Lama ein integrer und vor allem ein sehr friedvoller Mann, der überall für Frieden in der Welt eintritt. Seine Freundschaft mit Roland Koch finde ich zwar auch befremdlich aber verzeihlich.
    Und was hat Helena Blavatsky mit dem Dalai-Lama zu tun? Ich kenne die Lehren dieser Frau nicht. Muss ich wohl auch nicht. Sie stammen aus einem völlig anderen Zeitkontext, der heute keine Bedeutung mehr hat. Die Welt heute braucht Frieden und keine Rassentheorien.

  17. BvG sagt:

    @bakunix
    Daß die Tibet nicht das Ideal ist, ist schon klar,
    aber die Besetzung durch China hat ja nun nicht den menschenrechtlichen Fortschritt gebracht.

    Ich denke, die Zeit für lokale Mächte, die ihre Region per Vereinnahmung auf den rechten Weg führen , ist vorbei. Sie haben sich auch nur in Weltmachtinteressen verlaufen.
    Es ist jetzt Zeit für die UNO, zur Weltmacht für den Frieden zu werden, bis sie sich in sich selbst verläuft.

    Dann gibt’s vielleicht wieder eine Chance für den Namesgeber, zusammen mit dem Humor des Galliers wird vielleicht die richtige Mischung draus.

  18. bakunix sagt:

    @ I. Werner und BvG

    Irritationen sind immer gut, weil sie zum Innehalten animieren.

    Kein Staat der Erde erkennt die Exilregierung des Dalai Lama als rechtmäßige Regierung an. In allen Ländern ist akzeptiert, dass Tibet Bestandteil des chinesischen Staates ist. Die offizielle Haltung Deutschlands ist eindeutig. Die Tibetinitiative Deutschland e.V. hat über Joschka Fischer geschrieben: „Bereits kurz nach seinem Amtsantritt erklärte er, die rot-grüne Bundesregierung stehe mit ihrer Chinapolitik in der Kontinuität der alten Regierung. Tibet werde als ein integraler Bestandteil Chinas betrachtet, alle Unabhängigkeitsbestrebungen würden als Separatismus angesehen und nicht unterstützt.“

    In dem Buch: Tibet und das Selbstbestimmungsrecht der Völker, De Gruyter Verlag, 1998

    macht sich Gerald Schmitz juristische Gedanken über den Völkerrechtsstatus Tibets. Er schreibt: „Bei allen Unterschieden in der Interpretation gehen sowohl die tibetische als auch die chinesische Seite davon aus, daß ihre Beziehungen seit dem 13. Jahrhundert fortbestanden haben. … Aus heutiger chinesischer Sicht bestand seinerzeit ein Vasallenverhältnis Tibets zu China. Tibet sei ein ‚feudatory’ Chinas gewesen und damit Teil des chinesischen Reiches. Damit gilt Tibet als jahrhundertelanger Bestandteil Chinas. Mit dieser Interpretation umgeht China das Problem der Anwendbarkeit heutiger westlich geprägter Völkerrechtskategorien auf die historischen Tatbestände in Asien.“ (S. 109).

    Man muss doch einen Gedanken auf folgenden Sachverhalt verschwenden dürfen: In der gesamten deutschen Presse werden einerseits die Tibetaner als das von China unterdrückte Volk dargestellt während andererseits, geht es beispielsweise um die Autonomiebestrebungen des Baskenlandes, nur von Terroristen berichtet wird, die sich aus dem spanischen Staat herausbomben wollten.

    Ob der Dalai Lama einem sympathisch ist oder nicht, spielt keine Rolle. Er legitimiert seine Position als Wiedergeborener, sonst durch nichts. Allein diese Tatsache müsste doch jedem Demokraten zu denken geben.

    Noch ein Gedanke: Man stelle sich vor, Tibet würde unabhängig und sich mit den USA verbünden, die diese Gelegenheit nutzten, auf tibetischem Staatsgebiet Waffenstützpunkte zu errichten.

  19. ka sagt:

    @12, 13, 15

    jetzt geht mir aber schon die hutschnur hoch:
    theokratie kommt aus dem griechischen und heisst soviel wie gottesherrschaft. die buddhisten glauben aber nicht an einen (schöpfer-)gott der den juden, christen oder moslems vergleichbar wäre. beim papst kann man von theokratie sprechen, den dieser glaubt er ist von gott direkt eingesetzt worden in seiner funktion.

    der dalai lama hat seine autoriät durch sein eigenes handeln erworben, in früheren leben (das ist durchaus glaubenssache) und durch seine eigene spirituelle praxis wie der meditation (die er täglich ab vier uhr morgens praktizert) und dem sich daran halten an die über 300 mönchsregeln.

    die warzen sind ja nicht der grund, dass er zum dalai lama geworden ist, sondern ein erkennungsmerkmal.

    die tibetischen buddhisten hatten mitnichten ein feudalsystem errichtet, denn es gab im gegensatz zu unserem düsteren, christlichen mittelalter weder leibeigene noch zwangsabgaben in form, der heute noch existierenden, kirchensteuer. die mönche und auch der dalai lama leben von dem was man ihnen freiwillig gibt, jeder mensch kann buddhist sein und/oder zu einer buddhistischen belehrung gehen ohne dem lama dafür geld oder ähnliches geben zu müssen.

    und unser bildungs- und gesundheitssystem als so vorbildlich hinzustellen wage ich auch zur diskussion zu stellen:
    auf der einen seite werden die kinder auch reingeknechtet, manchmal wäre es mir lieber, mein sohn dürfte bei mir ein wenig mithelfen und was vom leben mitbekommen, als dass er mit wurzelrechnen darauf vorbereitet wird ingenieur für die klimaschädliche automobilindustrie sein zu können. und das gesundheitssystem? profitgeiler lobbyismus mit narzistisch überbezahlten ärtzen, die nicht einmal mehr in der lage sind einem patienten zuzuhören. das mal nur so am rande.

  20. bakunix sagt:

    @ ka

    Damit die Hutschnur wieder an ihren Platz kommt. Der Beginn eines Gebets für Seine Heiligkeit mit Einleitung (1. Absatz), entnommen der Website des Tibetischen Zentrums Hamburg [www.tibet.de]:

    „Ein Gebet zur Anrufung des ozeangleichen Mitgefühls der Drei Höchsten [Juwelen], damit das Kronjuwel von Samsara und Nirvana, Seine Heiligkeit der Dalai Lama, der Herr der Sieger, der große Allwissende und der alles Erblickende, lange als Beschützer der Wesen und der Lehre verweilen möge und seine machtvollen Zielsetzungen spontan erfüllt werden.

    Versammlung der gütigen direkten Meister und der Meister der Überlieferung; ihr seid die vollständigen drei Geheimnisse der unzähligen Sieger, die im Tanz von magischen Formen den zu Bezähmenden in jeder angemessenen Weise erscheinen; wunscherfüllendes Juwel, Quelle des Heilsamen und der Vortrefflichkeiten im Samsara und Nirvana.

    Zu euch beten wir inständig und flehentlich: Gewährt eure Segenskraft, damit der Beschützer des Schneelandes, Tenzin Gyatso, ohne dass sein Leben verlischt, hundert Zeitalter fest verweilen möge und seine Zielsetzungen spontan erfüllt werden.“

  21. bakunix sagt:

    Nachtrag

    ka schreibt:

    „die tibetischen buddhisten hatten mitnichten ein feudalsystem errichtet, denn es gab im gegensatz zu unserem düsteren, christlichen mittelalter weder leibeigene noch zwangsabgaben in form, der heute noch existierenden, kirchensteuer.“

    In Wikipedia steht es anders:

    „Das Land war in drei unterschiedliche Besitzformen unterteilt: freier Grundbesitz, Ländereien der adligen Familien und Ländereien unter der Verwaltung verschiedener buddhistischer Klöster. Diese Form bestand bis in die 1950er, wobei zu diesem Zeitpunkt mehr als 700.000 der 1,25 Millionen starken Bevölkerung als vom Adel oder den Klöstern abhängige Bauern tätig waren.“

  22. Ein paar Empfehlungen für die hier zusammengeklaubte Halbwahrheiten verbreiten.

    Literatur:
    Die Regeln des Glücks; Dalai Lama, Howard C. Cutler.
    Destructive Emotions – A Scientific Dialogue With the Dalai Lama; Daniel Goleman.

    Sowie ein interessantes umfangreiches Portal von Alexander Berzin, einem amerikanischen Buddhismus-Gelehrten und Anhänger des Dalai Lama:
    http://www.berzinarchives.com/web/en/index.html

    Es ist leicht sein Heiligkeit als reaktionären Theokraten zu diffamieren, ohne sich ehrlich mit der buddhistischen Lehre auseinandergesetzt zu haben. Der Buddha der Barmherzigkeit war und ist im tibetischen Staat seit Jahrhunderten das weltliche und religiöse Oberhaupt und so weit ich weiss war das auch so lange kein Problem, bis die Chinesen einmarschiert sind.

    Dass die sogenannte Exilregierung von anderen Staaten nicht anerkannt ist, ist in meinen Augen ohne Bedeutung. Da dies wieder mal ein Beleg ist, in welcher Weise wir mit unseren westlichen, ach so demokratischen, Werten die Massstäbe für den Rest der Welt diktieren wollen.

    Von Asahara hat er sich meines Wissens später distanziert.
    Und verehrter bakunix: Ihr „Gedanke“ des amerikanischen Militärstützpunktes in Tibet ist einfach nur abstrus und dumm.

    Ich für meinen Teil werde die olympischen Spiele auf jeden Fall boykottieren, was jedoch ein Beschluss ist, den ich bereits gefasst hatte als sie nach Peking vergeben wurden. Nicht nur, aber zu grossen Teilen, weil dieser Staat andere Völker unterdrückt.

  23. Save Tibet sagt:

    Tibetische Flaggen werden wahrscheinlich im Vorfeld durch Verträge verboten werden, aber wenn ein Sportler erst mal auf dem Siegertreppchen steht und die Kameras auf Ihn gerichtet sind – das wäre der Zeitpunkt, Flagge zu zeigen. Diese Bilder würden um die Welt gehen- man denke an die Faust der ‚black power‘ Bewegung.

  24. bakunix sagt:

    @ Boris Wachowiak 22

    schreibt an mich: „Ihr “Gedanke” des amerikanischen Militärstützpunktes in Tibet ist einfach nur abstrus und dumm.“

    Danke für den freundlichen Hinweis!

  25. I. Werner sagt:

    @ bakunix
    So, jetzt habe ich mal im Internet gewühlt und bin auf folgenden Artikel gestoßen:

    http://www.secarts.org/journal/index.php?show=article&id=445.

    Jetzt würde ich alle bitten, mir weitere Quellen zu Tibet und dem Dalai Lamba zu nennen.

    Pardon: allen natürlich friedliche Festtage.

  26. ka sagt:

    @ bakunix

    ich kenne diese gebete, genau deswegen ist mir ja die hutschnur geplatzt
    und zu wikipedia gibt es nur folgendes zu sagen:
    z.b. wurde lange zeit beim rüstungsunternehmer verschwiegen, dass er im dritten reich zwangsarbeiter beschäftigte, in der nasdap war uzsw.
    bei adenauer wurde seine haltung zum fall globke, demjenigen, der die rassengesetze kommentiert und dann im bundeskanzleramt tätig war unterdrückt usw.
    wer heutzutage noch unkritischer, undiffernzierter wikipedia-gläubiger ist, ist selber schuld.

  27. @bakunix, #24:
    Ja. Ich finde ihn entsprechend, auch wenn meine „Freundlichkeit“ nicht ganz buddhistisch ist, so viel sei eingestanden. Nur gehe ich eigentlich davon aus, dass der Dalai Lama als wieder eingesetztes, weil rechtmässiges, tibetisches Staatsoberhaupt jeglicher Militärpräsenz in seinem Land mit Sicherheit nicht zustimmen würde.

    Sein ganzes Wirken legt diesen Gedanken mehr als nur nahe.

  28. I. Werner sagt:

    Ich versuch´s noch mal

  29. I. Werner sagt:

    Ja, jetzt müsste der Link eigentlich klappen.
    Lest das doch mal und äußert Euch dazu. Ist mir sehr wichtig, hier andere Meinungen zu hören.

  30. BvG sagt:

    @I.Werner

    Daß in der Welt kein Stecken mehr sauber ist, ist schon klar. Wem soll man glauben, wem nicht?

    Es wäre gut, wenn Sie zu dem Link etwas mehr Informationen geben könnten.
    Wer ist secarts.org, was tun die und was wollen die?

    China und Tibet täten gut daran, den Korrespondenten freien Zugang zu allen Informationen zu geben.

    Ansonsten sind die Olympischen Spiele sinnnlos, denn zum Gedanken der Völkerverständigung gehören Information und Verstehen.

  31. I. Werner sagt:

    @ BvG

    Ich weiß auch nicht, „wer die sind“. Deswegen frage ich hier ja nach. „Sie“ klingen sachlich, informiert, aber das muss ja nicht heißen, dass sie nicht manipulieren. Sie bezeichnen sich als linkes Sammelsumrium aus Gewerkschaftlern, Studenten, Sozialdemokraten, Sozialisten…Was kann man heute noch unhinterfragt hinnehmen? Wir werden mit widersprüchlichen Informationen überflutet. Ich in total verunsichert. Das Internet bietet ja einen unendlichen Raum für Meinungsbeeinflussung.
    Und klar wäre es gut, wenn die Korrespondenten im Tibet weiterhin freien Zugang hätten. Vertrauenswürdige Korrespondenten, versteht sich.

    .

  32. BvG sagt:

    @I.Werner

    Ich habe es, glaube ich, schon mal hier angeregt, daß die FR unsere (der Blogger) Quellenangaben überprüft und Empfehlungen abgibt. Ich bin selbst einmal in’s Fettnäpfchen getappt und haben vorschnell einer Quelle vertraut. Die Quellen zu prüfen übersteigt wohl weitgehend unsere Möglichkeiten.

    Aber dies hier ist ja nur ein Meinungsaustausch, und da wird man wohl Rücksicht darauf nehmen, daß wir keine Profis sind.

    Ich fand die Informationen des Artikels sehr erschütternd und mir bleibt nur ein grundlegender Mittelweg:
    Freiheit der Information, Abkehr von regionalen Supermächten, Einwirken der weltweiten Staatengemeinschaft auf Menschenrechtsfragen in einzelnen Staaten.

    Aber das ist ein langsamer, bürokratischer und schwieriger Weg. Letztlich ergibt sich aber eine Reihe verläßlicher Schritte, so hoffe ich.

  33. Fiasco sagt:

    @29. I. Werner

    Liebe Frau Werner, leider habe ich augenblicklich wenig Zeit, Ihre Fragen zu beantworten. Aber Ihren Link habe ich mehr oder minder schmunzelnd zur Kenntnis genommen. Und ich will Sie jetzt gar nicht in irgendeine Richtung beeinflussen, sondern Sie einfach mal ermuntern, die secarta.org home-page aufzurufen, und mal versuchsweise einige Buttons auf der linken Seite anzuklicken: „Uebersicht“, „wir ueber uns“ (da insbesondere den Link unter dem Video: Mehr aus der Videothek), „aus der BRD“, „Weltanschauung“.

    Vielleicht stimmen Sie mir dann zu, dass es bei dieser web-site darum geht, einen strikt marxistisch-leninistisch-stalinistischen Kurs zu vertreten, der in klassischer Vor-Perestroika-Manier Positionen der UdSSR und der VR-China vertritt (Beispiel-Videos: die ersten 11 Paraden zum Jahrestag der Gründung der VR China, in kurzen Ausschnitten. Oder: Stalin spricht).

    Der Tibet-Konflikt wird hier rigoros aus der Sicht der chinesischen Nachrichtenagentur bzw. des chinesischen Ministerpraesidenten beleuchtet und die Person und die Politik des Dalai Lama unter dem Gesichtspunkt des „Klassenfeindes“ – meiner Meinung nach nicht einmal ansatzweise objektiv.

    Auch die von bakunix, dessen profunde Kommentare ich sonst sehr schaetze, angegebene Quelle Colin Goldner ist ein extrem einseitiger Text. Buecher, in denen eine bestimmte Glaubensrichtung ohne jegliches Verstaendnis total verrissen wird, sind mir seit jeher suspekt gewesen. Lesen Sie vielleicht hierzu mal folgendes zu einem von Colin Goldner angestrengten Prozess gegen den Verfasser einer Renzension zu seinem Buch:

    http://de.nntp2http.com/soc/menschenrechte/2002/10/b7b58a11e78ee71d062eab7312f1d978.html

    Jetzt ist es leider nach Mitternacht und mein Flieger geht morgen frueh. Aber ich moechte Ihnen als konstruktive Gute-Nacht-Lektuere doch noch einen Text zukommen lassen, der meinen eigenen Ansichten zu Tibet sehr nahe kommt. Dass dieser Text nun ausgerechnet von der Landesvorsitzenden der Linken in Hessen, einer ausgewiesenen China- und Tibet-Expertin, stammt, zeigt nur einmal mehr die bewiesene Sachkompetenz und Regierungsfaehigkeit der Linken in Hessen 😉 Von secarta.org wuerde dieser Standpunkt allerdings als „revisionistisch-reaktionaerer neuer Sozialdemokratismus, der ebenso zu zerschlagen ist wie der monopol-kapitalistische BRD-Imperialismus“ beschimpft werden:

    http://www.die-linke-hessen.de/cms2/index.php?menuid=14&reporeid=431&PHPSESSID=db2d25fb669fa85400681da4873c82d6

    Zu den gegen den Dalai-Lama erhobenen Vorwuerfen (es gibt uebrigens noch weitaus schaerfere beispielsweise von einem lieben 68-er Genossen, der dann samt seinem renommierten Verlag in die Esoterik-Richtung abdriftete), empfehle ich auch die Alexander-Berzin-Archive unter den Stichworten „Die Nazi-Verbindung mit Shambhala und Tibet“, sowie „Kalachakra im Ueberblick“ (letzterer Text ist aber ‚heavy‘).

    Beste Gruesse und gute Nacht
    Fiasco

  34. bakunix sagt:

    Es ist immer so: Wenn Positionen unvereinbar nebeneinanderstehen, die das eigene Weltbild infrage stellen, werden die Quellen, auf die sich die andere Seite beruft, als unseriös eingestuft. So wurde und wird auch hier in diesem Blog verfahren. Zitat an mich: „wer heutzutage noch unkritischer, undiffernzierter wikipedia-gläubiger ist, ist selber schuld.“ Natürlich ist klar, dass Quellen aus Wikipedia nicht ungeprüft übernommen werden dürfen, jedoch ist auch evident, dass dort hervorragende Darstellungen, die den allgemeinen wissenschaftlichen Kriterien standhalten, zu finden sind. Einen Artikel, den ich aus Wikipedia herangezogen habe, der eine ganze Menge statistische Daten aufbereitet und der nicht intendiert, gegen die dalaimatische Position zu schreiben, sondern nach meiner Einschätzung nach faktisch informieren will, halte ich für seriös.

    Das Buch von Gerald Schmitz, aus dem ich zitiert habe, ist eine rechtswissenschaftliche Untersuchung und erschienen in dem renommierten Wissenschaftsbuchverlag De Gruyter. Auch hier hatte der Autor kein Interesse daran, dem Dali Lama eins auszuwischen.

    Weitere Zitate, die ich hier eingebracht habe, wie z.B. das Gebet an Seine Heiligkeit, sind von Verehrern des Dalai Lama. Diese haben meiner Einschätzung nach einen ungewollten eigenaufklärerischen Charakter und machen das vordemokratische Denken der Dalailamaisten deutlich.

    Das Buch von Colin Goldner mag umstritten sein. Es ist jedoch nach wie vor auf dem Markt, mittlerweile in einer erweiterten Auflage. Und im August dieses Jahres wird eine weitere erscheinen. Colin Goldner ist Klinischer Psychologe und Wissenschaftsjournalist, Leiter des Forums Kritische Psychologie (München), einer Beratungseinrichtung für Therapie-Geschädigte. Als Therapeut ist Goldner ständig mit den Folgen befasst, die der Einsatz fragwürdiger Psycho-Techniken bei rat- und hilfesuchenden Menschen auslöst. Er ist also mitnichten jemand, der seine Positionen aus ideologischer Verblendung geschrieben hat. Es kann sein, dass Goldner an der einen oder anderen Stelle übers Ziel hinausgeschossen hat, doch scheinen mir seine Grundaussagen berechtigt.
    Dazu ein Zitat vom Versandhaus bol.de über den Inhalt des Buches:

    „… die Lebensverhältnisse unter der Diktatur der ‚Gelbmützen‘-Mönche waren erbärmlich, durch die Geschichte des Lamaismus zieht sich eine Blutspur, in den Klöstern werden vierjährige Jungen aberwitzigen Übungen unterzogen, tantrische Rituale haben als Bestandteil den sexuellen Missbrauchs minderjähriger Mädchen. Die Doktrin des tibetischen Buddhismus ist geprägt von menschenverachtenden Vorstellungen über „Karma“ und eine angeblich höhere „Gerechtigkeit“ alles Seienden (wem es heute schlecht geht, wer krank ist, ausgebeutet und gequält wird, habe dies durch seine vorherigen Leben selbst herbeigeführt) und beherrscht von einem abstrusen Dämonenglauben; die Äußerungen des Dalai Lama zeugen von absolutem Unverständnis für die am Ende des 20. Jahrhunderts anstehenden Fragen, seine ‚Weisheiten‘ entpuppen sich als nichtssagende, teilweise sogar peinliche Allgemeinplätze; vielfach sind die Äußerungen ‚Seiner Heiligkeit‘ durchzogen von bedenklich rechtslastigem Gedankengut. Nach der Lektüre des Buches werden viele Menschen ihr Bild vom Dalai Lama und dem durch ihn verkörperten Buddhismus revidieren müssen.“

    Auch die Quelle, die I. Werner aufgetan hat, mag, wie Fiasco sinngemäß schreibt, von kommunistischen Vorstellungen beeinflusst sein, jedoch scheinen mir die genannten Fakten, das Zusammenwirken des Dalai Lama mit den Faschisten des Nazi-Reiches, nicht aus der Luft gegriffen zu sein, da ich diese auch an anderer Stelle, nur nicht so detailliert, gelesen habe. Äußerst interessant finde ich den ideologischen Überbau, den die Lehrer des arischen Gedankenguts schon im vorletzten Jahrhundert in Tibet gefunden zu haben glaubten, dazu auch mein Hinweis auf Helena Blavatskys (1831 bis 1891).

    Desweiteren möchte ich auf das Buch von Jutta Ditfurth verweisen [Entspannt in die Barbarei, Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus], die auch deutlich den Zusammenhang der Lehren von religiösen Vereinigungen, denen sich die gestressten Mitteleuropäer gerne widmen, und den rassistischen Grundtendenzen, die diesen innewohnen, herausarbeitet.

  35. @bakunix:
    „… menschenverachtenden Vorstellungen über “Karma” … wer krank ist, ausgebeutet und gequält wird, habe dies durch seine vorherigen Leben selbst herbeigeführt) …“

    Widerspruch.
    Die Vorstellung von Karma ist nichts spezifisch tibetisches, sie taucht z.B. ebenso im Hinduismus oder etwa alten germanischen Traditionen auf (kenn mich da aber nicht so aus). Auch sagt die damit verbundene Vorstellung zu aktuellen Lebensbedingungen als Folge vorheriger Leben nichts darüber aus, dass sie als solche nun gerechtfertigt seien; es geht ausschliesslich darum, dem Kreis der Wiedergeburten Rechnung zu tragen.

    Zu den „am Ende des 20. Jahrhunderts anstehenden Fragen“ noch mal die Empfehlung des Goleman Buches, eine Art Proceedings von regelmässig stattfindenden Treffen des Dalai Lamas mit westlichen Wissenschaftlern jeglicher Couleur. Die sog. Mind and Life Konferenzen.

    @I. Werner:
    Danke für den Link. Ich finde die Seite äusserst fragwürdig, alleine schon Hammer und Sichel als Icon verbürgt sich für des Geistes Kinder. Von Befreiung Tibets zu sprechen wo die chinesische Armee wieder mal wie schon am Platz des himmlischen Friedens die wirklichen Massaker an der Bevölkerung zu begehen scheint ist bestenfalls noch als zynisch zu bezeichnen.

    Man kann dem Dalai Lama manches nachsagen, auch dass er in seiner Jugend nicht immer das rechte Urteil hat finden können. Sein Eintreten für Frieden und Austausch der Kulturen kann jedoch als unbestritten gelten.

    @bakunix nochmal:
    Sie waren verständlicherweise ein wenig vor den Kopf gestossen ob meiner Reaktion auf die Militärpräsenz, was ehrlich nicht meine Absicht war.
    Vielleicht könnten Sie mir erklären wie Sie darauf kamen, es könnte derlei passieren.
    (sorry für meine Unfreundlichkeit, das Thema erhitzt gelegentlich mein Gemüt)

  36. bakunix sagt:

    @ Boris Wachowiak

    Man versetze sich in die geopolitische Situation von China. Ein Teil seines Staatsgebiets würde unabhängig werden, ein souveräner Staat. Von der chinesischen Führung
    aus gedacht, könnte das der worst case sein. Warum sollte nicht möglich sein, dass die USA Interesse daran hätten, dort einen militärischen Stützpunkt zu errichten? Ich erinnere an Russland, das sich augenblicklich gegen weitere Militärposten der USA in Richtung seiner Grenze wehrt. Die USA nutzen die Erweiterung der Nato und der EU militärstrategisch aus.

    Man denke an das Vereinigte Königreich von England, das eine ganze Menge von sogenannten Überseegebieten besitzt, die zusammen mit den USA als Militärstützpunkte genutzt werden.

    Einige Beispiele:

    Das Britische Territorium im Indischen Ozean – die Insel Diego Garcia beherbergt einen großen Marine- und Luftstützpunkt, der von Großbritannien an die USA verpachtet ist.
    oder
    Ascension – der Stützpunkt der Royal Air Force wird sowohl von der Royal Air Force als auch von der United States Air Force genutzt.
    oder
    Die Falklandinseln – Das Militär der Falklandinseln umfasst Einheiten sowohl der British Army als auch der Royal Air Force und der Royal Navy.

    Ich erinnere aber auch an die umgekehrte Situation, als die UdSSR in den 60er Jahren auf Kuba Raketen stationieren wollte, direkt vor der Haustür der USA. Hätte die Sowjetunion nicht eingelenkt, wäre es höchstwahrscheinlich zum Krieg gekommen.

  37. Ok. I see. Es gibt nur einen Haken bei der Geschichte. China hat Tibet annektiert. Der Unterschied zu anderen Annexionen der letzten zwanzig Jahre (Irak -> Kuweit etwa) ist nur der, dass Tibet nicht rechtzeitig an Aufnahme in UNO gedacht hatte.

    Dass die Amerikaner Stützpunkte in China beabsichtigten ist eigentlich auch gar nicht in Zweifel zu stellen. Was ich bezweifel ist, dass der Dalai Lama dies zuliesse.

  38. Korrektur:
    „Stützpunkte in Tibet“

  39. Michael Jäckel sagt:

    Hi there,
    Ich möchte mal drauf hinweisen, dass bei den ganzen Diskussionen um Tibet/China sich viele parteitreue Chinesen in die Foren (und auch bei Wikipedia) einklinken, um die Diskussionen hin zum chinesischen Propagandavokabular und zur Sicht der chinesischen Partei zu lenken.

    Davon würde ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

    Im Osten (DDR) haben wir die Leute von der Partei und ihre Anhänger „Betonköpfe“ genannt, weil sie einfach nur ein Repertoire von starren und einseitigen Argumentationen hatten, die im Kern aussagten: „Die Partei hat immer Recht“ und wer die Dinge nicht sieht wie die Partei, ist halt falsch (oder ein potentieller Staatsfeind und gehört hinter Gitter).

    In Wikipedia haben die Aktivitäten der chinatreuen Anhänger dazu geführt, dass seit Monaten darüber diskutiert wird (ohne Ergebnis) ob man das Kloster „Tashi Lhunpo“ nicht nach einer chinesischen Schreibung (die außerhalb Chinas nicht angewandt wird) als „Zhaxilhünbo“ schreiben sollte. Losang Chökyi Gyaltsen soll als „Losang Qoigyi Gyaincain“ geschrieben werden – natürlich werden diese Schreibungen nicht in der westlich-wissenschaftlichen (außer-China Gebiet) Literatur verwendet. Trotzdem hat all das dazu geführt, dass es wenigstens keine Einigung gab. näheres: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Namenskonventionen/Tibetisch

    Für Demokratien ist es sicher eine Herausforderung mit Diktaturen umzugehen und das rechte Maß und Geschick zu finden.

    Immerhin hat der Spiegel dem Phänomen mal kurz auf den Zahn gefühlt:

    „Lügen, Propaganda, Augenzeugenberichte: Die Tibet-Krise provoziert im Internet einen einzigartigen Meinungskrieg zwischen Chinesen und ihren Gegnern – und eine erstaunliche neue Debattenkultur, die binnen Tagen die ganze Welt vernetzt.“

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,542545,00.html

    Ich denke wer den Dalai Lama als „reaktionären Theokraten“ bezeichnet, hat sicher eine recht einseitige Sicht der Dinge. Na ja er/sie muss halt damit leben.

  40. Michael Jäckel sagt:

    Hi there,
    Ich möchte mal drauf hinweisen, dass bei den ganzen Diskussionen um Tibet/China sich viele parteitreue Chinesen in die Foren (und auch bei Wikipedia) einklinken, um die Diskussionen hin zum chinesischen Propagandavokabular und zur Sicht der chinesischen Partei zu lenken.

    Davon würde ich mich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

    Im Osten (DDR) haben wir die Leute von der Partei und ihre Anhänger „Betonköpfe“ genannt, weil sie einfach nur ein Repertoire von starren und einseitigen Argumentationen hatten, die im Kern aussagten: „Die Partei hat immer Recht“ und wer die Dinge nicht sieht wie die Partei, ist halt falsch (oder ein potentieller Staatsfeind und gehört hinter Gitter).

    In Wikipedia haben die Aktivitäten der chinatreuen Anhänger dazu geführt, dass seit Monaten darüber diskutiert wird (ohne Ergebnis) ob man das Kloster „Tashi Lhunpo“ nicht nach einer chinesischen Schreibung (die außerhalb Chinas nicht angewandt wird) als „Zhaxilhünbo“ schreiben sollte. Losang Chökyi Gyaltsen soll als „Losang Qoigyi Gyaincain“ geschrieben werden – natürlich werden diese Schreibungen nicht in der westlich-wissenschaftlichen (außer-China Gebiet) Literatur verwendet. Trotzdem hat all das dazu geführt, dass es wenigstens keine Einigung gab. näheres: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Namenskonventionen/Tibetisch

    Für Demokratien ist es sicher eine Herausforderung mit Diktaturen umzugehen und das rechte Maß und Geschick zu finden.

    Immerhin hat der Spiegel dem Phänomen mal kurz auf den Zahn gefühlt:

    „Lügen, Propaganda, Augenzeugenberichte: Die Tibet-Krise provoziert im Internet einen einzigartigen Meinungskrieg zwischen Chinesen und ihren Gegnern – und eine erstaunliche neue Debattenkultur, die binnen Tagen die ganze Welt vernetzt.“

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,542545,00.html

    Ich denke wer den Dalai Lama als „reaktionären Theokraten“ bezeichnet, hat sicher eine recht einseitige Sicht der Dinge. Na ja er/sie muss halt damit leben.

  41. I. Werner sagt:

    @ Michael Jäckel
    Danke für die aufschlussreichen Links. Die Frage bleibt, wie man sich bei der Fülle der Informationen noch informieren kann.

  42. I. Werner sagt:

    Und schwierig finde ich es auch zu beurteilen und zu unterscheiden, wer hier sachliche Informationen reingibt und wer manipuliert. Früher hieß es, wenn du fünf Tageszeitungen liest, kannst du dir ein Urteil bilden. Das ist doch lange vorbei.

  43. off_topic sagt:

    Ich mach mal ein off

    Bei der mangelhaften Nachrichtenlage den organisierten Meinungsbildnern und der Welle im Internet geht mir eins durch den Kopf:

    „Lea-Sophie“.

    Ich würde lieber hier bei uns auf Verletzungen der Menschenrechte reagieren und diskutieren, als mich wirkungslos und weltpolitisch zu Dingen zu äußern, die kaum einschätzbar sind.

    Wir haben ganz nahe bei uns Familien, die gezwungenermaßen Spielzeug und Spiele boykottieren, bloß weil das Geld fehlt.
    Manchmal sterben bei uns Kinder so nebenbei, während im Fernseher Olympische Spiele vorüberflackern.

  44. I. Werner sagt:

    Nichts gegen ein Off, ich gehe jezt schlafen und schaue mir das morgen noch einmal an, wenn es mir die Zeit erlaubt.
    Gute Nacht,

  45. Michael Jäckel sagt:

    „Danke für die aufschlussreichen Links. Die Frage bleibt, wie man sich bei der Fülle der Informationen noch informieren kann.“

    @ I. Werner

    Das geht leichter wenn man unseriöse Quellen von seriösen Quellen unterscheiden kann und sich auf seriöse Quellen stützt. Viele Publikationen arbeiten mit Halbwahrheiten oder stellen Fakten in einem anderen Zusammenhang dar (verbiegen Zusammenhänge oder Fakten) um eine bestimmte gewünschte Sicht zu etablieren.(*)

    Da durchzusehen ist prinzipiell eine große Herausforderung.

    Ein erster Anhaltspunkt für unseriöse Quellen ist m.E. eine aggressive Sprache, die Wörter verwendet, die andere herabsetzt oder verdammt, die sich keine Mühe macht, die andere Seite zu verstehen oder auch positive Aspekte zu sehen und die sich nicht bemüht, die komplexen Zusammenhänge aufzuzeigen, die jedem Konflikt oder Struktur zugrunde liegt.

    Ich bevorzuge wissenschaftliche Literatur, weil sie dem neutralen Gesichtspunkt und der Belegung mit Fakten verpflichtet ist. Leider gibt es aber auch Quellen die den Namen „wissenschaftlich“ verwenden ohne wissenschaftlichen Prinzipien zu folgen oder wirklich neutral zu sein.

    Das Alexander-Berzin Archive kann ich persönlich auch als seriöse Quelle zum Thema Tibet, Islam und tibetischer Buddhismus empfehlen. Aber prüfen Sie das am besten selbst.

    (*)
    als grobe Richtschnur:
    seröse Quellen fördern eher das Verstehen, unseriöse Quellen fördern eher Feindbilder.

    In Bezug auf den China/Tibet Konflikt muss man auch den Hintergrund betrachten, um Quellen besser einordnen zu können.

    Die Chinesen sind im Zugzwang ihre gewaltsame Besetzung und den Tod vom ca. 1,2 Mio Tibetern zu rechtfertigen, die Tibter haben die Chinesen nicht um die Besetzung gebeten. Also verkauft man diese Gewaltmaßnahme als „Befreiung von einem feudalen Regime“. Nun ist es so, dass man wohl das alte Tibet als feudal darstellen oder bezeichnen kann, man muss aber auch gucken, dass die Tibeter mit ihrem System nicht unbedingt unglücklich waren, aber sehr wohl unter der sogennannten „Befreiung“ und dem Morden und Foltern leiden, die Wut richtet sich ja nicht gegen den Dalai Lama, sondern die chinesischen Besatzer.

    Die Spiegel-Reihe zum Konflikt finde ich sehr gut, objektiv und neutral (auch wenn ich nicht allen Punkten inhaltlich zustimme). Der nachfolgende Artikel hier zeigt m.E. was ich mit seriöser Quelle meine:

    „Tibet ist Chinas Gaza-Streifen“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541758,00.html

  46. Michael Jäckel sagt:

    „Danke für die aufschlussreichen Links. Die Frage bleibt, wie man sich bei der Fülle der Informationen noch informieren kann.“

    @ I. Werner

    Das geht leichter wenn man unseriöse Quellen von seriösen Quellen unterscheiden kann und sich auf seriöse Quellen stützt. Viele Publikationen arbeiten mit Halbwahrheiten oder stellen Fakten in einem anderen Zusammenhang dar (verbiegen Zusammenhänge oder Fakten) um eine bestimmte gewünschte Sicht zu etablieren.(*)

    Da durchzusehen ist prinzipiell eine große Herausforderung.

    Ein erster Anhaltspunkt für unseriöse Quellen ist m.E. eine aggressive Sprache, die Wörter verwendet, die andere herabsetzt oder verdammt, die sich keine Mühe macht, die andere Seite zu verstehen oder auch positive Aspekte zu sehen und die sich nicht bemüht, die komplexen Zusammenhänge aufzuzeigen, die jedem Konflikt oder Struktur zugrunde liegt.

    Ich bevorzuge wissenschaftliche Literatur, weil sie dem neutralen Gesichtspunkt und der Belegung mit Fakten verpflichtet ist. Leider gibt es aber auch Quellen die den Namen „wissenschaftlich“ verwenden ohne wissenschaftlichen Prinzipien zu folgen oder wirklich neutral zu sein.

    Das Alexander-Berzin Archive kann ich persönlich auch als seriöse Quelle zum Thema Tibet, Islam und tibetischer Buddhismus empfehlen. Aber prüfen Sie das am besten selbst.

    (*)
    als grobe Richtschnur:
    seröse Quellen fördern eher das Verstehen, unseriöse Quellen fördern eher Feindbilder.

    In Bezug auf den China/Tibet Konflikt muss man auch den Hintergrund betrachten, um Quellen besser einordnen zu können.

    Die Chinesen sind im Zugzwang ihre gewaltsame Besetzung und den Tod vom ca. 1,2 Mio Tibetern zu rechtfertigen, die Tibter haben die Chinesen nicht um die Besetzung gebeten. Also verkauft man diese Gewaltmaßnahme als „Befreiung von einem feudalen Regime“. Nun ist es so, dass man wohl das alte Tibet als feudal darstellen oder bezeichnen kann, man muss aber auch gucken, dass die Tibeter mit ihrem System nicht unbedingt unglücklich waren, aber sehr wohl unter der sogennannten „Befreiung“ und dem Morden und Foltern leiden, die Wut richtet sich ja nicht gegen den Dalai Lama, sondern die chinesischen Besatzer.

    Die Spiegel-Reihe zum Konflikt finde ich sehr gut, objektiv und neutral (auch wenn ich nicht allen Punkten inhaltlich zustimme). Der nachfolgende Artikel hier zeigt m.E. was ich mit seriöser Quelle meine:

    „Tibet ist Chinas Gaza-Streifen“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,541758,00.html

  47. Michael Jäckel sagt:

    „Ich würde lieber hier bei uns auf Verletzungen der Menschenrechte reagieren und diskutieren, als mich wirkungslos und weltpolitisch zu Dingen zu äußern, die kaum einschätzbar sind.

    Wir haben ganz nahe bei uns Familien, die gezwungenermaßen Spielzeug und Spiele boykottieren, bloß weil das Geld fehlt.
    Manchmal sterben bei uns Kinder so nebenbei, während im Fernseher Olympische Spiele vorüberflackern.“

    @ off-topic
    dem stimme ich prinzipiell zu, sich mit den Problemen anderer zu beschäftigen kann eine perfekte Methode sein, vor den eigenen wegzurennen, ohne sie zu lösen.

    andererseits kann man auch nicht die augen verschließen, wenn es anderen schlecht geht und sie der hilfe bedürfen und sie auch hilfe möchten.

  48. Michael Jäckel sagt:

    „Ich würde lieber hier bei uns auf Verletzungen der Menschenrechte reagieren und diskutieren, als mich wirkungslos und weltpolitisch zu Dingen zu äußern, die kaum einschätzbar sind.

    Wir haben ganz nahe bei uns Familien, die gezwungenermaßen Spielzeug und Spiele boykottieren, bloß weil das Geld fehlt.
    Manchmal sterben bei uns Kinder so nebenbei, während im Fernseher Olympische Spiele vorüberflackern.“

    @ off-topic
    dem stimme ich prinzipiell zu, sich mit den Problemen anderer zu beschäftigen kann eine perfekte Methode sein, vor den eigenen wegzurennen, ohne sie zu lösen.

    andererseits kann man auch nicht die augen verschließen, wenn es anderen schlecht geht und sie der hilfe bedürfen und sie auch hilfe möchten.

  49. Michael Jäckel sagt:

    @bukanix

    —Langlebensgebet—
    es hilft m.e. nicht weiter ein langlebensgebet des dalai lama zu zitieren, ohne dieses in den kontext religöser ausübung zu stellen und sinn und zweck der übung aufzuzeigen.

    diese lanbglebensgebet sind so völlig üblich und drücken mehr den geist des verfassers oder übenden aus, die qualitäten im lehrer zu sehen. ziel dieser übung ist, die eigenen inneren qualitäten zu wecken. so wenn man also das mitgefühl von jemandem sieht und preist, ist das auch eine übung, sich zu erinnern, dass in sich selbst hervorzubringen. (sieht ein Journalist die journalistischen und menschlichen Qualitäten eines KollegenIn, kann ihn/sie das auch inspirieren, diese in sich zu entwickeln)

    diese langlebensgebete existieren so gut wie für jeden tibetischen lama, der schüler unterrichtet. nix exclusives also rein für den dalai lama.

    ob der lehrer dann solche qualitäten hat oder nicht, muss der übende selbst prüfen. entscheidend ist, ob er/sie dabei inspiration empfindet. für tibeter scheint das so zu sein.

    —AUM Sekte—-
    in bezug auf AUM empfehle ich mal den Artikel
    „From Mysticism to Murder“ Lawrence Shainberg Interviews Robert Jay Lifton on Aum Shinri Kyo“

    http://www.tricycle.com/issues/tricycle/7_2/interview/1399-1.html

    Lifton stellt die Beziehung zu Asahara/Dalai Lama da ganz anders (differenzierter) dar, als Sie es tun, auch Liftons Text (Lifton ist ein anerkannter Wissenschaftler) „Terror für die Unsterblichkeit. Erlösungssekten proben den Weltuntergang“ zeigt auf, dass Asahara einfach bekannte Persönlichkeiten missbbrauchte, sich mit ihnen traf und sich mit ihnen fotografieren und von ihnen „anerkennen“ ließ.

    Lifton gibt den Dalai Lama wieder und sagt, der Dalai Lama habe Asahara nicht anerkannt.

    Wie auch immer; nur weil Helmut Kohl und andere Größen den talentierten – aber wohl etwas größenwahnsinnigen – Jungunternehmer Lars Windhorst protegierten, heißt das ja nicht dass sie selbst Betrüger oder größenwanhsinnig sind. Sie fielen einfach auf den jungen Mann herein. Sicherlich ein Fehler!

    —Goldner—
    Genauso ist es absurd den Erfolg von Goldners einseitiger und „vulgär vereinfachend“er(OLG) Tibetdarstellung als Zeichen zu deuten, dass der Inhalt faktisch korrekt ist…

    —Dalai Lama—
    Meines Erachtens ist der Dalai Lama ein enorm offener Mensch, das mag in manchen Fällen eben auch schief gehen, wenn jemand die Offenheit missbraucht. Man könnte genauso gut argumentieren, der Dalai Lama sei ein chineischer Kommunist, weil er sich mit Mao Tze Tung traf und auch von ihm beeindruckt war – und halten Sie sich fest, er spricht auch über ihn positiv. Das heißt aber nicht, dass er seine zerstörerischen Handlungen gut heißt, oder dass er Asaharas möderischen Handlungen billigt; in anderen auch das Gute zu sehen ist m.E. ein Aspekt seiner Sicht auf die Menschen.

    —Resüme—
    Meines Erachtens ist es wirklich wichtig die Hintergünde und Zusammenhänge sorgfältig und nicht einseitig zu beleuchten und in ihrer Komplexität zu erfassen und zu würdigen, das gilt hier für die chinesische und tibetische Situation.

    Keep your chin up!
    🙂

  50. Michael Jäckel sagt:

    @bukanix

    —Langlebensgebet—
    es hilft m.e. nicht weiter ein langlebensgebet des dalai lama zu zitieren, ohne dieses in den kontext religöser ausübung zu stellen und sinn und zweck der übung aufzuzeigen.

    diese lanbglebensgebet sind so völlig üblich und drücken mehr den geist des verfassers oder übenden aus, die qualitäten im lehrer zu sehen. ziel dieser übung ist, die eigenen inneren qualitäten zu wecken. so wenn man also das mitgefühl von jemandem sieht und preist, ist das auch eine übung, sich zu erinnern, dass in sich selbst hervorzubringen. (sieht ein Journalist die journalistischen und menschlichen Qualitäten eines KollegenIn, kann ihn/sie das auch inspirieren, diese in sich zu entwickeln)

    diese langlebensgebete existieren so gut wie für jeden tibetischen lama, der schüler unterrichtet. nix exclusives also rein für den dalai lama.

    ob der lehrer dann solche qualitäten hat oder nicht, muss der übende selbst prüfen. entscheidend ist, ob er/sie dabei inspiration empfindet. für tibeter scheint das so zu sein.

    —AUM Sekte—-
    in bezug auf AUM empfehle ich mal den Artikel
    „From Mysticism to Murder“ Lawrence Shainberg Interviews Robert Jay Lifton on Aum Shinri Kyo“

    http://www.tricycle.com/issues/tricycle/7_2/interview/1399-1.html

    Lifton stellt die Beziehung zu Asahara/Dalai Lama da ganz anders (differenzierter) dar, als Sie es tun, auch Liftons Text (Lifton ist ein anerkannter Wissenschaftler) „Terror für die Unsterblichkeit. Erlösungssekten proben den Weltuntergang“ zeigt auf, dass Asahara einfach bekannte Persönlichkeiten missbbrauchte, sich mit ihnen traf und sich mit ihnen fotografieren und von ihnen „anerkennen“ ließ.

    Lifton gibt den Dalai Lama wieder und sagt, der Dalai Lama habe Asahara nicht anerkannt.

    Wie auch immer; nur weil Helmut Kohl und andere Größen den talentierten – aber wohl etwas größenwahnsinnigen – Jungunternehmer Lars Windhorst protegierten, heißt das ja nicht dass sie selbst Betrüger oder größenwanhsinnig sind. Sie fielen einfach auf den jungen Mann herein. Sicherlich ein Fehler!

    —Goldner—
    Genauso ist es absurd den Erfolg von Goldners einseitiger und „vulgär vereinfachend“er(OLG) Tibetdarstellung als Zeichen zu deuten, dass der Inhalt faktisch korrekt ist…

    —Dalai Lama—
    Meines Erachtens ist der Dalai Lama ein enorm offener Mensch, das mag in manchen Fällen eben auch schief gehen, wenn jemand die Offenheit missbraucht. Man könnte genauso gut argumentieren, der Dalai Lama sei ein chineischer Kommunist, weil er sich mit Mao Tze Tung traf und auch von ihm beeindruckt war – und halten Sie sich fest, er spricht auch über ihn positiv. Das heißt aber nicht, dass er seine zerstörerischen Handlungen gut heißt, oder dass er Asaharas möderischen Handlungen billigt; in anderen auch das Gute zu sehen ist m.E. ein Aspekt seiner Sicht auf die Menschen.

    —Resüme—
    Meines Erachtens ist es wirklich wichtig die Hintergünde und Zusammenhänge sorgfältig und nicht einseitig zu beleuchten und in ihrer Komplexität zu erfassen und zu würdigen, das gilt hier für die chinesische und tibetische Situation.

    Keep your chin up!
    🙂

  51. Abraham sagt:

    @ Michael Jäckel

    Danke für Ihren Link zum Spiegel-Artikel “Tibet ist Chinas Gaza-Streifen”. Schade nur, dass der Autor für seine ausgewogene und differenzierte Darstellung einen völlig undifferenzierten Vergleich wählt. Bekanntlich hat sich Israel aus Gaza vollständig zurückgezogen (China aus Tibet nicht), die in Gaza herrschende Hamas anerkennt das Existenzrecht Israels nicht an und ist an Terrorakten gegen die Zivilbevölkerung in Israel, wie dem ständigen Beschuss israelischer Grenzorte mit Kassam-Raketen, aktiv beteiligt (nicht so die Tibeter gegenüber China). Auch werden Demonstranten in Gaza nicht von israelischen Sicherheitsbehörden, sondern (wenn sie für die PLO auftreten) von der Hamas-Polizei verhaftet und gefoltert. Eine kulturelle Unterdrückung geht in Gaza ebenfalls nicht von Israel aus, sondern von der Hamas, die alles „unislamische“ bekämpft.

    Sicherlich litten die Einwohner von Gaza lange unter israelischer Besatzung und leiden weiter unter der Abriegelung und den militärischen Angriffen der Israelis gegen die Militanten, nur sind die Kinder Gazas, anders als die Kinder Tibets, kaum „die Geschöpfe sozialer Ausgrenzung und kultureller Unterdrückung“, wie es im Spiegel-Artikel steht.

    Der Unterschied zwischen Tibet und Gaza besteht außerdem darin, dass sich die UN ständig mit den Menschenrechtsverletzungen durch Israel in den palästinensischen Gebieten beschäftigt, nie aber mit den Menschenrechtsverletzungen durch China in Tibet. Selbst die letzten blutigen Ereignisse waren kein Thema für den UN-Sicherheitsrat.

  52. bakunix sagt:

    Man sollte bei dieser Diskussion mehrere Ebenen unterscheiden:

    Da ist einmal der spirituelle Geist, der von den Lamaisten und ihrem Führer für manche Mitmenschen einwirkt. Das sind die inhaltlichen Darbietungen, die mit den jeweiligen Fachbegriffen belegt werden: Karma, Samsara und Nirvana und ähnliches. Wenn Nichteingeweihte sich dazu äußern, werden sie u.a. belehrt, dass man die Texte nicht einfach auslegen könne, wenn man deren Funktion im Gesamtzusammenhang der religiösen Bewegung nicht sehe. Das ist eine weitverbreitete Immunsierungsstrategie jeglicher Art von Gemeindevertretern.

    Zum anderen gibt es die Ebene der Betrachter, quasi von außen, die dieses religiöse Geschehen als soziologische Erscheinung betrachten und versuchen, dieses Phänomen politisch einzuordnen. Auch die esoterischen „Einsichten“ der nazistischen Rassenlehre, die wohl Affinitäten zu den Lehren aus Tibet hat, können da eine Rolle spielen. Das wäre für die westliche Sichtweise auf den Buddhismus von Interesse.

    Auch die Frage, ob es Sinn macht, die im Sommer stattfindende Kommerzveranstaltung, die sich Olympiade nennt, zu boykottieren, ist eine Frage der politischen Sichtweise. Niemand kann bisher vorhersagen, ob es den Chinesen gelingen wird, sich in der Weltöffentlichkeit positiv darzustellen oder ob die Teilnahmeverweigerung den Tibetern eine Veränderung der Lage in deren Sinne mit sich brächte.

    Eine weitere Sichtweise, die diskutiert werden müsste, ist, inwiefern völkerrechtlich eine mögliche Kooperation zwischen Tibet und China aussehen könnte, mit der beide Seiten leben könnten. Dazu gehört auch die Interpretation der gemeinsamen Geschichte und nicht nur die Sicht ab dem Jahre 1950, als China, wie allgemein westlich formuliert wird, in Tibet einmarschiert sei.

    Der Korrespondent der FR, Harald Maass, hat in seinem historischen Rückblick angedeutet, dass die Sichtweise auf die Vorgänge um Tibet nicht nur nach dem Märchenprinzip „Hier die Guten, dort die Bösen“ beschränkt bleiben darf, indem er darauf hinwies, dass es sich bei den Vorgängen in Tibet nicht nur um eine Unterdrückung durch die Mehrheit der Han-Chinesen handele, sondern auch um rassistische Aktivitäten, die von den Tibetern ausgingen: „In den vergangenen Jahren gab es in Tibet immer wieder Anfeindungen und gewaltsame Ausschreitungen gegen die Hui, die von den Tibetern als Helfer der Han und Wegbereiter der chinesischen Kultur gesehen werden. Bei den Protesten in Lhasa kam es nun zu ersten pogromartigen Rassenunruhen.“ [FR 25.3.08]

    Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten. Der dt. Innenminister hat auch mal laut darüber nachgedacht, entführte Passagierflugzeuge abschießen zu lassn.

  53. ams sagt:

    Es hat doch jeder die Möglickeit seines eigenen Olympiaboykotts. Ich sehe keine einzige Sportsendung aus einem Land, das seine Menschenrechte mit Füßen tritt. Sollen unsere Sportler versuchen, ihre Medaillen zu erreichen.
    Es geht hier nicht um Politik, es geht um Menschenleben, welches in diesem Land vernichtet wird. Unter diesen Gesichtspunkten klingt, WEITER, HÖHER, SCHNELLER etwas zynisch…..

  54. Michael Jäckel sagt:

    „Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten. Der dt. Innenminister hat auch mal laut darüber nachgedacht, entführte Passagierflugzeuge abschießen zu lassn.“

    very interesting, diese Logik und, ich finde, ein bisschen außerhalb des Rahmens der Tatsachen, um was es im Tibet-China Konflikt geht.

    Die Tibeter sehen sich nicht als Volk der Chinesen (oder besser der KP Chinas), auch wenn die KP Chinas Tibeter als „ihr Volk“ behandelt. Der völkerrechtliche Status Tibets ist zudem umstritten.

    Der wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestages stellte 1987 fest:

    „Die Staatengemeinschaft geht zwar davon aus, dass Tibet Teil des chinesischen Staatsverbandes ist, doch wurde der Status Tibets nicht geklärt. Zum Zeitpunkt der gewaltsamen Einverleibung in den chinesischen Staatsverband war es ein eigenständiger Staat. China hat keinen wirksamen Gebietstitel erworben, weil es dem Grundprinzip des aus dem Gewaltverbot hervorgehenden Annexionsverbots entgegensteht. Die Effektivität tatsächlicher Herrschaftsgewalt über ein Gebiet vermag keinen Gebietserwerb zu bewirken.“

    Der Deutsche Bundestag stellte im Jahr 1996 mit einer sehr großen Mehrheit die gewaltsame Unterdrückung Tibets und Repressionspolitik Chinas fest:

    „Beginnend mit den unmenschlichen Militäraktionen seit dem Einmarsch Chinas im Jahr 1950, dauert die gewaltsame Unterdrückung Tibets und seines Strebens nach politischer, ethnischer, kultureller und religiöser Selbstbestimmung bis heute an. Die fortgesetzte Repressionspolitik Chinas in Tibet hat schwere Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen sowie massive wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Benachteiligungen der tibetischen Bevölkerung und letztlich die Sinisierung Tibets zur Folge.“

    (Wikipedia, die Quellen sind ebsnos dort zu finden.)

    Wechseln Sie doch mal die Perspektive:

    Die Tibeter sind aus ihrer Sicht von den Chinesen überfallen worden und haben enormes Leid erfahren – und erfahren es aktuell, ihre ganze Kultur und Lebensweise wird systematisch ausgelöscht.

    Wenn die KP CHinas systematisch die tib. Kultur zerstört, u.a. durch Gewalt, Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Ansiedlung von Chinesen und durch die Unterdrückung der Tibeter (Sprache, Arbeit etc.), werden sich die daraus resultierenden Spannungen der Tibeter auf die angesiedelten Chinesen und die Machthaber richten. Dann kann man das als Rassenunruhen bezeichnen, aber der Zusammenhang bleibt in den komplexen Hintergrund der Tibet-Annexion und die Unterschiede beider Kulturen/Systeme eingebettet.

    Hätte die SED die Nationale Volksarmee in die BRD einmarchieren lassen, um die armen Westler, die das Leid des Kapitalismus ertragen müssen, „in’s Mutterland zurzrückzuholen“, dabei 1,2 Mio Feinde der Partei ermordet, zahllose gefoltert und einer kommunistischen Schulung unterzogen, wo die Menschen dann schön „Ja“ zur Partei sagen und „Böser“ Kapitalismus (hier eben „böser Dalai Lama“) und die Menschen wehren sich dann dagegen und es kommt zu Unruhen, die brutal von der SED niedergeschlagen werden, dann würde ich das mehr als zynisch finden, wenn das jemand wie Sie kommentiert:

    „Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten.“

    Zynisch oder eben schöne Parteipropganda.

    Ich sehe in den Konflikt keine Rassenunruhen, wohl aber ein Ausbruch der Unzufriedenheit derer, die seit fast 50 Jahren erbarmusnglos unterdrückt werden.

    Wobei ich keine der Gewaltanwendungen, egal von welcher Seite, gut heiße.

    Chinesen und Tibter sind beide sehr reiche und großartige Kulturen und Nationen. Jede Unterdrückung schadet sowohl dem Unterdrückten, als auch dem Unterdrücker selbst.

    Es wäre für alle besser, beide Nationen finden zum Dialog und der 50jährige Konflikt findet ein Ende. Viel ist dazu nicht nötig, die KP Chinas müsste mal ihr Feinbild zum Dalai Lama lockern und die int. Staatengemeinschaft konsequenter handeln und den Dialog fördern und begleiten.

    Am Ende haben beide Völker, beide Nationen, beide Kulturen etwas davon, wenn sie aufeinanderzugehen – und die Welt erst recht.

    @Abraham
    I agree. Der Titel ist unpassend, mindert aber nicht die m.E. seriöse und auf den Punkt gebrachte Kommentierung des komplexen Zusammenhanges.

  55. Michael Jäckel sagt:

    „Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten. Der dt. Innenminister hat auch mal laut darüber nachgedacht, entführte Passagierflugzeuge abschießen zu lassn.“

    very interesting, diese Logik und, ich finde, ein bisschen außerhalb des Rahmens der Tatsachen, um was es im Tibet-China Konflikt geht.

    Die Tibeter sehen sich nicht als Volk der Chinesen (oder besser der KP Chinas), auch wenn die KP Chinas Tibeter als „ihr Volk“ behandelt. Der völkerrechtliche Status Tibets ist zudem umstritten.

    Der wissenschaftliche Dienst des deutschen Bundestages stellte 1987 fest:

    „Die Staatengemeinschaft geht zwar davon aus, dass Tibet Teil des chinesischen Staatsverbandes ist, doch wurde der Status Tibets nicht geklärt. Zum Zeitpunkt der gewaltsamen Einverleibung in den chinesischen Staatsverband war es ein eigenständiger Staat. China hat keinen wirksamen Gebietstitel erworben, weil es dem Grundprinzip des aus dem Gewaltverbot hervorgehenden Annexionsverbots entgegensteht. Die Effektivität tatsächlicher Herrschaftsgewalt über ein Gebiet vermag keinen Gebietserwerb zu bewirken.“

    Der Deutsche Bundestag stellte im Jahr 1996 mit einer sehr großen Mehrheit die gewaltsame Unterdrückung Tibets und Repressionspolitik Chinas fest:

    „Beginnend mit den unmenschlichen Militäraktionen seit dem Einmarsch Chinas im Jahr 1950, dauert die gewaltsame Unterdrückung Tibets und seines Strebens nach politischer, ethnischer, kultureller und religiöser Selbstbestimmung bis heute an. Die fortgesetzte Repressionspolitik Chinas in Tibet hat schwere Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen sowie massive wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Benachteiligungen der tibetischen Bevölkerung und letztlich die Sinisierung Tibets zur Folge.“

    (Wikipedia, die Quellen sind ebsnos dort zu finden.)

    Wechseln Sie doch mal die Perspektive:

    Die Tibeter sind aus ihrer Sicht von den Chinesen überfallen worden und haben enormes Leid erfahren – und erfahren es aktuell, ihre ganze Kultur und Lebensweise wird systematisch ausgelöscht.

    Wenn die KP CHinas systematisch die tib. Kultur zerstört, u.a. durch Gewalt, Einschränkung der Meinungsfreiheit, die Ansiedlung von Chinesen und durch die Unterdrückung der Tibeter (Sprache, Arbeit etc.), werden sich die daraus resultierenden Spannungen der Tibeter auf die angesiedelten Chinesen und die Machthaber richten. Dann kann man das als Rassenunruhen bezeichnen, aber der Zusammenhang bleibt in den komplexen Hintergrund der Tibet-Annexion und die Unterschiede beider Kulturen/Systeme eingebettet.

    Hätte die SED die Nationale Volksarmee in die BRD einmarchieren lassen, um die armen Westler, die das Leid des Kapitalismus ertragen müssen, „in’s Mutterland zurzrückzuholen“, dabei 1,2 Mio Feinde der Partei ermordet, zahllose gefoltert und einer kommunistischen Schulung unterzogen, wo die Menschen dann schön „Ja“ zur Partei sagen und „Böser“ Kapitalismus (hier eben „böser Dalai Lama“) und die Menschen wehren sich dann dagegen und es kommt zu Unruhen, die brutal von der SED niedergeschlagen werden, dann würde ich das mehr als zynisch finden, wenn das jemand wie Sie kommentiert:

    „Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten.“

    Zynisch oder eben schöne Parteipropganda.

    Ich sehe in den Konflikt keine Rassenunruhen, wohl aber ein Ausbruch der Unzufriedenheit derer, die seit fast 50 Jahren erbarmusnglos unterdrückt werden.

    Wobei ich keine der Gewaltanwendungen, egal von welcher Seite, gut heiße.

    Chinesen und Tibter sind beide sehr reiche und großartige Kulturen und Nationen. Jede Unterdrückung schadet sowohl dem Unterdrückten, als auch dem Unterdrücker selbst.

    Es wäre für alle besser, beide Nationen finden zum Dialog und der 50jährige Konflikt findet ein Ende. Viel ist dazu nicht nötig, die KP Chinas müsste mal ihr Feinbild zum Dalai Lama lockern und die int. Staatengemeinschaft konsequenter handeln und den Dialog fördern und begleiten.

    Am Ende haben beide Völker, beide Nationen, beide Kulturen etwas davon, wenn sie aufeinanderzugehen – und die Welt erst recht.

    @Abraham
    I agree. Der Titel ist unpassend, mindert aber nicht die m.E. seriöse und auf den Punkt gebrachte Kommentierung des komplexen Zusammenhanges.

  56. ams sagt:

    Selbst hier schafft Abraham es, den Schwenk auf das unterdrückte Volk Israels zu schwenken.
    Ich ziehe meinen Hut.
    Irgendwoher einen Link zu zitieren und daher die Verbindung von Tibet nach Israel herzustellen ist eine gelungene kreative Leistung.

    Schaffen sie es einmal, nicht dorthin zu verweisen ? Vielleicht beim Thema Alice im Wunderland ? Oder bekommen sie das auch hin ?

  57. bakunix sagt:

    # 50 Michael Jäckel,

    ich gestehe Dir zu, den tibetischen Buddhismus zu verteidigen, so wie alle Deine Beiträge dies belegen. Die von Dir eingebrachten Zitate, der Beschluss des Bundestages und die Feststellungen des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, sind die eine Seite. Dahinter mögen sich hehre politische Haltungen verbergen, die fürs Volk produziert sich gut anhören. Die andere Seite ist die reale, nämlich die offizielle Haltung, die von der Bundesregierung vertreten wird. Ich habe weiter oben den ehemaligen Außenminister Fischer zitiert, und dessen Position gilt nach wie vor uneingeschränkt fort: Tibet werde als ein integraler Bestandteil Chinas betrachtet, alle Unabhängigkeitsbestrebungen würden als Separatismus angesehen und nicht unterstützt. So. Das sind die Fakten! Völkererchtlich betrachtet ist Tibet Teil Chinas. Genauso wie Bayern Teil der Bundesrepubklik ist. Deshalb halte ich meine Feststellung „Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten.“ nicht für zynisch, wie von dir unterstellt, sondern für realistisch, und da ist Tibet kein Sonderfall in der Weltgeschichte.

    Würden die Politiker sich tatsächlich für die Tibeter einsetzen, wie sie es vorgeben zu tun, müssten sie die völkerrechtliche Position, wie ich sie nochmals beschrieben habe, in Frage stellen. Bisher habe ich noch nicht vernommen, dass diese weltweit geltende Haltung auch nur angetastet werden sollte. Was ist Dein konkreter Vorschlag für einen Modus vivendi?

  58. Uwe Theel sagt:

    @ 51. etc., ams

    Könnten Sie einmal sagen, ams, „welchen“ Hut Sie da eigentlich aufhaben, dass Sie ihn immer an derselben Stelle „ziehen“ müssen, und welches Problem Sie damit dokumentieren wollen?

    Das wäre nett!

  59. ams sagt:

    Ich habe ein Problem damit, bei egal welchem Thema auch immer auf die Israelfrage kommen zu müssen. Das war hier nicht Thema. Trotzdem Kommentar hierzu.
    Es gibt auch noch andere Völker, die leiden.

    Ich kapier einfach nicht, warum man von Tibet nach Israel kommt. Oder von sonstwo.

  60. BvG sagt:

    @ams #51

    Unterdrückung hat mit Unterdrückung zu tun. Auch bei „Alice im Wunderland“.

    Ein Befreiter kann nicht wirklich frei sein, solange andere noch gefangen sind.

    Das ist der moralische Unterschied zwischen den Freien und den Unterdrückern.

  61. ams sagt:

    und wo ist dann der ewig wiederkehrende Hinweis auf andere unterdrückte Völker ?

    Und daß das Volk Israel im Moment eher die Rolle des Unterdrückers spielt ist auch nicht von der Hand zu weisen.

    Aber wir schweifen ab. Dies zu verhindern war ja meine eigentliche Intension.

  62. Abraham sagt:

    @ ams
    Auch wenn Sie das von Ihrem Vorurteil nicht abbringt, ich würde jeder Diskussion auf Israel bringen (an anderen Stelle unterstellen Sie mir, ich würde immer mit der Shoa argumentieren): Michael Jäckel http://www.frblog.de/tibet/#comment-20499 hat hier auf den Spiegel-Artikel “Tibet ist Chinas Gaza-Streifen” verwiesen, nicht ich. Ich habe lediglich auf die Verknüpfung Tibet/Gaza (und somit China/Israel) reagiert und kritisiert, „dass der Autor für seine ausgewogene und differenzierte Darstellung einen völlig undifferenzierten Vergleich“ gewählt hat.

  63. Michael Jäckel sagt:

    # 50 bukanix
    Danke für die Antwort!

    Die Blog-Überschrift heißt ja: „Die Freiheit sich nicht blenden zu lassen.“ Das gilt auch für die Blog-Beiträge.

    Mir ist bekannt, dass Deutschland Tibet als integralen Bestandteil Chinas betrachtet. Für eine differenzierte Sicht auf den Tibet-Status sei auf Wikipedia verwiesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Tibet#Tibets_Status

    Mit meinen Beiträgen ging es mir nicht um eine Verteidigung des Tib Buddhismus oder des Dalai Lama. Mir ging es mehr darum, Ihre in post # 15 und nachfolgend eingebrachten Quellen bzw. Argumente (z.B. Golnder, Ashara) auszubalancieren, die, wie ich finde, recht einseitig, undifferenziert und fragwürdig sind. Manche Passagen Ihrer Beiträge führen m.E. schlicht in die Irre.

    Dass Sie Goldner als Quelle anführen, wirkt auf mich so, dass Ihnen nicht so sehr an seriösen Informationen gelegen ist. Goldner ist als Quelle bei Wikipedia nicht zugelassen: Goldners Text und seine Person gelten als viel zu unseriös. (In Bezug auf den Text, hat sich ja auch das OLG Wien mehr als kritisch geäußert.) Ein Wikipedia-Admin zu Goldner als mögliche Quelle für Wikipedia:

    “Goldners Text hat auch aus inhaltlichen Gründen nichts in einer sachlichen Enzyklopädie zu suchen. Er besteht im Wesentlichen aus unbelegbaren Verleumdungen und grenzt an Volksverhetzung. Auch der Autor Goldner ist eine höchst zwielichtige Gestalt aus der Sekte der Sektenbekämpfer. Er firmiert als Chef des “Forum Kritische Psychologie”, einem Mitglied der AGPF. Damit vertritt er ein erklärt gegnerisches Anliegen und kann in keinem Fall als Informationsquelle dienen, es sei denn in einem Artikel über Sektenbekämpfer zur Darstellung der einschlägigen Umtriebe. –Kursch 00:40, 7. Dez. 2006 (CET)”
    http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Dalai_Lama#Link_zu_Goldner-Text

    In Bezug auf Tibet/Dalai Lama verweise ich deshalb lieber auf die neutralen Artikel von Wikipedia:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Tibet
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dalai_Lama

    Ihre Bemerkung:
    „Ich denke, jeder Staat der Welt würde bei Unruhen im Volk, egal ob man sie als gerechtfertigt betrachtet oder nicht, einschreiten.“ halte ich nach wie vor für zynisch, wenn man nämlich bedenkt, mit welchen Methoden gegen “die Unruhen” eingeschritten wird. Man stelle sich vor, die deutsche Regierung geht so in Bayern vor…

    Inwieweit die Unruhen sogar noch von der chinesischen Regierung angestachelt wurden, wäre auch noch mal der Untersuchung wert. Ich habe heute ein Foto erhalten, auf dem chin. Militärs zu sehen sind, die Mönchsroben in ihren Händen halten. Ob sie die nun angezogen haben oder einkassiert haben, ist dem Foto nicht zu entnehmen. In einem Beitrag heißt es dazu:

    “Britain’s GCHQ, the government communications agency that electronically monitors half the world from space, has confirmed the claim by the Dalai Lama that agents of the Chinese People’s Liberation Army, the PLA, posing as monks, triggered the riots that have left hundreds of Tibetans dead or injured.”

    http://buddhism.kalachakranet.org/chinese-orchestrating-riots-tibet.htm

    Allerdings kann ich hier nicht sagen, ob die Quelle oder Information verlässlich ist.

    Wie auch immer, mein Vorschlag ist, die China-Tibet-Situation als nun so gegeben hinzunehmen und alles zu tun, zu unterstützen, dass die Tibeter in Tibet in Freiheit und Autonomie leben können und jede Gewalt und Unterdrückung endet.

    Ein Vertrag für ein autonomes Tibet liegt ja vor, die Chinesen brauchen ihn nur einzuhalten. Autonomie: in religöser, kultureller und ökonomischer Hinsicht. Dazu bedarf es vor allem des Dialogs und der gegenseitigen Achtung, diese beiden Faktoren sollte Dt und die Weltgemeinschaft fördern und einfordern.

    Dass der Dalai Lama bei der Lösungssuche der Vertreter eines flexiblen, gewaltfreien und progressiven Standpunbktes ist, der die Sache friedlich und zum Vorteil beider Nationen lösen will, muss ich sicher nicht betonen, ebenso, dass es seinem Einfluss zu verdanken ist, dass die Tibeter – bisher – kaum gewalttätig versucht haben, sich von der Macht der chinesischen Unterdrückung zu befreien.

    Dass das so ist, haben Politiker und integere Persönlichkeiten der Weltpolitik und Religionen aller Lager erkannt (incl. das Nobelpreis Komitee) – auch wenn Sie diese herabsetzend dem “Dalai Lama Fanclub” zuordnen wollen – und genau aus diesem Grund erhält der Dalai Lama halt so viel Unterstützung.

    Es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, das ganz anders zu sehen.

  64. Michael Jäckel sagt:

    Ich klinke mich hier aus und korrigiere mich in dem Punkt zu der Aussage:

    „Ich habe heute ein Foto erhalten, auf dem chin. Militärs zu sehen sind, die Mönchsroben in ihren Händen halten. Ob sie die nun angezogen haben oder einkassiert haben, ist dem Foto nicht zu entnehmen.“

    Das Foto ist ein Fake, bin ich schön drauf reingefallen, ob die Aussagen in dem Beitrag, den ich danach zitiere stimmen, ziehe ich nun selbst in Zweifel.

    Das lehrt mich, mich eben nur auf verlässliche Quellen zu stützen. In dem Fall China-Tibet ist das allerdings nicht ganz so einfach.

    Ich stütze mich in diesem Fall lieber wieder weiter auf Spiegel – Online und Wikipedia.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,k-7309,00.html

    Good Bye.

  65. bakunix sagt:

    # Michael Jäckel 58

    Es geht wieder mal um die Quellen. Man bezichtigt die Gegenseite, sich unlauterer Quellen bedient zu haben, um damit die Kritik zu desavouieren.

    Im SWR-Fernsehen wurde Colin Goldner in einer Diskussionsrunde vom Moderator so vorgestellt:

    „’Ich kann Engel, Geister, Verstorbene und Naturwesen sehen’, behauptet Jana Haas so selbstverständlich, als handle es sich um ihre Nachbarn. Colin Goldner hält das für bewusste Verblödung. Im boomenden Esoterikmarkt sieht er reine Geldmacherei.“

    So habe ich Goldner ebenfalls interpretiert. Du beziehst Dich bei Deiner von Dir angeblich festgestellten Unredlichkeit Goldners auf eine Diskussion in Wikipedia. Auf der selben Seite wird die Position, die Goldners Erkenntnisse kritisiert, von einem Mitdiskutanten mit folgender Begründung zurückgewiesen:

    „Das kann ich nicht nachvollziehen, er führt ganz sachlich eine Reihe historisch belegter Quellen an, Heinrich Harrer etc. und dokumentiert über das Leben der Tibeter unter dem Dalai Lama, über die Sklaverei, die feudale Ordnung unter den Priestern, dem Elend und der Not der Massen, den Menschenraub für die Tempel, den Stellenwert der Frau und die drakonischen Strafen für Ungehorsam und den Einfluss des Geldes.“

    Natürlich ist es so, dass viele an Goldners wissenschaftlicher Reputation sägen. Die Gründe sind immer die gleichen. Er wendet sich gegen Religion, er benennt auch die christlichen Kirchen als Sekten, weil sie die selben Argumentationsfiguren benutzten wie jene, die sonst im allgemeinen Sprachgebrauch als Sekten bezeichnet werden. Dadurch schafft er sich viele Gegner. Das heißt aber nicht, dass jemand, der den Mainstream gegen sich hat, Unrecht haben muss.

    P.S.: Die anderen von Dir angegebenen Wikipedia-Quellen sind mir ebenfalls bekannt, und beide sind für mich akzeptabel.

  66. Helmut Deckert sagt:

    die derzeitige Debatte um einen möglichen Olympiaboykott ist an Unehrlichkeit nicht mehr zu überbieten.Der,wenn überhaupt das sportlich so gesehen werden darf, Sündenfall war nämlich dann schon die Vergabe der Olympiade nach China. Schließlich ist die Tibetfrage nicht neu: China ist seit vielen Jahrzehnten völkerrechtswidrig Besatzungsmacht in dem einst unabhängigen Staat.
    Wer heute jammert, beweist nur sein schlechtes Gedächtnis. Auch darüber, dass China seinen Nachbarn Taiwan offen mit Krieg bedroht, wenn der sich für unabhängig erklären sollte. Ganz nebenbei: Taiwan saß als demokratisches National-China lange Zeit als einziger China-Vertreter in den UN, bis es aus offen wirtschaftlichen Gründen zugunsten Rot-Chinas herausgeboxt wurde.
    Schlimm ist eben, dass solche Tatsachen – wie die Besatzung Tibets – eben doch nur die Weltöffentlichkeit interessieren, wenn die Unterdrückten Gewalt anwenden. Darüber darf man sich aber angesichts der langen Jahre des Schweigens nicht wundern. Es genügt eben nicht, den Dalai-Lama bei Besuchen zu feiern, man muss dann auch die Konsequenzen ziehen. Das aber steht nicht zu erwarten, weil China wirtschaftlich zu interessant ist. Und deshalb soll man dem Sport nicht aufbürden, was man selber versaubeutelt hat. Daher sind alle Tränen der Politik derzeit unerträgliche Krokodilstränen …

  67. Jürgen Beudt sagt:

    Es geht nicht nur um vergessene Versprechen, dass ist ja mittlerweile politischer Alltag. Schlimmer ist, dass die chinesischen Diktatoren immer mehr Länder und Institutionen als Geiseln nehmen. Dies sieht man in Griechenland, wo die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit aufgrund der Einsprüche der Chinesen bei der Fackelentzündung auf der Strecke blieb oder auch bei der Aktion am Tibettag, wo die Stadtregierung Frankfurt sich nicht traute, die Tibetflagge zu hissen.
    Mittlerweile „gewöhnt“ man sich auch daran, dass eine Berichterstattung von unabhängigen Medien aus China unterbunden wird. Aber Herr Bach wird uns weiterhin verkaufen, dass die Olympiade China verändert. Mir stellt sich dies aber so dar, dass China das Verhältnis freier Staaten zu ihrer eigenen Freiheit alleine durch seine vermeintliche Wirtschaftskraft dahin verändert, dass wirschaftlicher Gewinn wichtiger ist als Menschenrechte. Man kann jetzt nur hoffen, dass es noch verantwortliche Sportler gibt, die, wenn sie denn eine haben, ihre Meinung in den Stadien klar machen.
    Damit das offizielle Motto der Olympiade nicht geändert werden muss in „One World, one nightmare“

  68. Martin Obst sagt:

    Die Leserbriefe unter „Die Freiheit, sich nicht blenden zu lassen“ sind voll zu unterstützen. Ich werde es genauso halten wie Herr Schulz. Und die Vorschläge von S. Müller-Hildebrand sind hervorragend und wären sicher wirkungsvoll, wenn, ja wenn unsere Politiker und Funktionäre nicht zu feige dazu wären. Leider haben die olympischen Spiele mit dem ursprünglichen Geist, in dem sie einmal ausgetragen wurden, nicht mehr viel zu tun. Sie sind zum großen Teil zu einem Spektakel aus Werbung, Geschäftemacherei und mehr oder weniger geheimem Doping verkommen. Wenn die Sportler beim Einmarsch Tibet-Fähnchen und Anstecknadeln trügen, würde das sicher für Aufsehen sorgen. Von unseren Politikern und Funktionären ist ein solch mutiges Verhalten leider nicht zu erwarten. Hauptsache der Kommerz brummt, und damit das so bleibt, kommt es auf ein paar Menschenleben nicht an. Der ganze Raubtierkapitalismus, dem Anstand, Moral und Ehre untergeordnet wird, ist nachgerade zum K…

  69. Michael Jäckel sagt:

    So ganz lässt mich das Thema nun doch nicht mehr los…

    Olympia Boykott?
    —————-

    Ich fand einen sehr hilfreichen Artikel im Time Magazin vom 31.03.2008, der sich differenzierend gegen das Boykott ausspricht und die Begründungen, die der Autor anführt, sind für mich sehr nachvollziehbar.

    http://www.time.com/time/nation/article/0,8599,1724021,00.html

    Auch ich bin eigentlich nicht für ein Boykott, statt dessen, sollte der Wunsch Chinas, international als Macht respektiert zu werden (in asiatischen Ländern bedeutet Ansehen sehr viel), genutzt werden, um zu Verbesserungen in Sachen Menschenrechte sowohl in China als auch in Tibet zu kommen. Ein Boykott bringt m.E. nichts, außer eine weitere Verhärtung auf chin. Regierungsseite.

    Was ich aber sehr hilfreich finde, sind Absagen des Fackellaufes, Absagen für die Eröffnungsfeier und das Einfordern und vor allem das Begleiten eines Dialogs zw. China und der tib. Exilregierung. Letzteres muss von den mächtigen Staaten und der UNO kommen, dass diese das halbherzig oder gar nicht betreiben, ist eine Schande, finde ich.

    Ermutigend hingegen finde ich die Sportler, die ihre privaten Möglichkeiten nutzen, Fackelläufe abzusagen, die TN an der Eröffnungsfeier abzusagen oder sich offen zur Problematik äußern. Dass auch die chinesische Bevölkerung ausdrücklich gelobt wird, wie es der dt. Tischtennisspieler, Timo Boll http://www.stern.de/sport-motor/sportwelt/:Timo-Boll-Sexiest-Europ%E4er-Olympia-Boykott/615727.html tut, finde ich ebenso wichtig, denn einerseits ist einseitige Parteinahme (Feindseligkeit) eine kurzsichtige Perspektive und andererseits muss man auch zw. kommunistischer Partei, ihrer (kranken) Ideologie, und dem chinesischen Volk im Allgemeinen unterscheiden.

    KP China & Politik
    ——————

    Aber selbst in der chin. komm. Partei ist es hilfreich, feiner zu unterscheiden, nicht jeder Parteigänger ist Tibet/DL feindlich, so hat z.B. der 1989 verstorbene Hu Yaobang in den achtziger Jahren um Verzeihung gebeten, dafür, dass die Rotgardisten während der Kulturrevolution so viele Klöster und Kulturgüter zerstörten. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,542990-2,00.html

    Ja und da kommt man wohl beim eigentlichen Problem an, der Machtgier, Ideologie und dem Postengerangel innerhalb der KP Chinas.

    Ich hatte oben angedeutet, dass es Zweifel gibt, ob die gewalttätigen Unruhen wirklich von den Mönchen ausgegangen sind. Die Eindrücke, dass das nicht so war, sondern die gewalttätigen Unruhen von der chin. Regierung in Tibet inszeniert wurden, dass sich Soldaten als Mönche verkleideten, scheinen sich zu verdichten.

    OutlookIndia.Com, hat diesen Punkt aufgegriffen und in einem Meinungsartikel den (spekulativen) Standpunkt vertreten, dass hinter den Entwicklungen in Tibet durchaus auch innerchinesische Machtkämpfe stecken können.
    http://outlookindia.com/full.asp?fodname=20080403&fname=puri&sid=1

    Hilfreich ist es auf alle Fälle demokratische Kräfte in China zu stärken und zu unterstützen. Von den 29 Intellektuellen, die die chin. Regierung aufforderten, ihre einseitige Propaganda zu beenden, Beweise vorzulegen und den Dialog zu suchen, hat man eigentlich viel zu wenig in westl. Medien berichtet und das nachverfolgt. (vielleicht nicht spektakulär genug)
    http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video294322.html

    Die positiven Veränderungen im Ostblock (auch der DDR) sind inneren, demokratischen und freiheitlich denkenden, mutigen und engagierten Menschen zu verdanken UND auch einer differenzierteren Politik von westlicher Seite her, maßgeblich von Willi Brandt.

    Eine Holzhammermethode (dazu zähle ich auch einen Olympia Boykott) wird nicht viel bringen außer einen Moment Ruhe, aber keine wirkliche Lösung. Lösungen bedürfen gemeinsamer und konsequenter Anstrengung, Diplomatie, Mut und einer langfristigen Perspektive. Eine China-Boykott erscheint mir eher wie eine Beruhigungspille fürs Gewissen.

    Portrait zum Dalai Lama
    ———————–

    Bei der aktuellen Presseschlacht der KP China wird natürlich gezielt versucht, den Dalai Lama zu diskreditieren, umsomehr habe ich mich über einen Artikel im Time Magazin gefreut, der mehr aus einer einfühlenden Perspektive ein Portrait seiner Person und Aktivitäten aufzeigt:

    http://www.time.com/time/world/article/0,8599,1723922,00.html

    Deutschlands Rolle
    ——————
    Würde mir wünschen Frau Merkel nutzt ihre Macht, Geschick und Osterfahrungen, um konsequent auf Veränderungen und Verbesserungen zu drängen. Meinen Respekt hat sie für ihr couragiertes, konsequentes Auftreten in Bezug auf Russland, in Bezug auf den Empfang des Dalai Lama und kürzlich auch ihr Auftreten in der NATO. (eigentlich bin ich SPD/Grünen Wähler…)

  70. Michael Jäckel sagt:

    schöne Sache:

    Ein Interview im Spiegel Online mit dem PEN Vorsitzenden in Tibet, der mit 28 anderen Intellektuellen einen Aufruf (Manifest) an die chin. Regierung verfasste und sie zur Aufklärung der Vorfälle durch eine unabhängige neutrale Instanz, zum konstruktiven Dialog mit dem Dalai Lama und zum Einstellen ihrer einseitigen Propaganda auffordert.

    Sehr ermutigender Artikel finde ich.

    Was können wir tun? (incl. Politik und Presse):

    „Es hilft, wenn wir Aufmerksamkeit bekommen und Druck auf die Regierung in Peking ausgeübt wird. Es ist gut, wenn bestimmte Menschen an die Öffentlichkeit treten – man muss sie aber auch schützen und darf nicht zu viel Aufmerksamkeit auf sie lenken. Je mehr Druck von der internationalen Gemeinschaft kommt, desto mehr Veränderungen können im Land passieren.“

    „Wir fordern unabhängige, glaubwürdige Ermittlungen in Tibet“

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,545700,00.html

    In dem Sinne könnten auch die aktuellen Proteste beim Fackellauf in London ganz hilfreich sein, aber eigentlich denke ich, müssten Regierung(en)/UNO handeln.

    Amnesty International Italien bemüht sich, nach Aussage des Vorsitzenden, eine unabhängige Kommission zur Untersuchung der Vorkommnisse nach Tibet zu entsenden, ich denke das sollte von allen Seiten unterstützt und eingefordert werden.

    Zum Fackellauf in London:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,545701,00.html

  71. Michael Jäckel sagt:

    Korrektur: Das Interview wurde mit dem Bürgerrechtler Wen Kejian geführt, er ist Mitglied des PEN China („Independent Chinese PEN“), nicht Vorsitzender und auch nicht des PEN Tibet.

    Auf jeden Fall sehr lesenswerter und ermutigender Artikel.

    Hier dann noch ein Artikel aus dem Guardian, der den Fackellauf in London ausführlicher schildert.

    http://sport.guardian.co.uk/news/story/0,,2271457,00.html

  72. Anna Marcus sagt:

    Ich kann den Ruf nach Boykott gut verstehen, jeglichen Kontakt vermeiden und sei es der indirekte: ‚unsere Sportler fahren dahin‘.

    Aber ich habe große Angst vor einem Boykott. Nicht weil die chinesischen Menschen dann vielleicht enttäuscht und wütend wären. Das wäre schade, müssten wir um wichtiger Ziele Willen aber wagen zu riskieren. Nazi-Konzerte müssen ja auch verhindert werden, obwohl die Nazis dann enttäuscht und sauer sind.
    Nein, Angst habe ich, dass die chinesische FührerMacht ohne Gäste und ohne Presse im Land die Tibeter und andere bedrohte Bevölkerungsgruppen dann vollends ausradiert, ermordet, noch skrupelloser.

    Als dieses reiche, satte und weiter gierige IOC (denn natürlich geht es vor allem um Millionen Gewinne bestimmter Kreise) die Spiele nach China gegeben hat, offenbar mit pflaumenweichen Verträgen, Menschenrechte betreffend, hat es politisch eine Situation geschaffen, die nicht durch Sportler gelöst werden kann. Eine Lösung kann es wohl nur durch Druck von Politik und Wirtschaft geben.
    Die Sportler ‚aufzufordern‘, durch Wegbleiben etwas für die Menschenrechte zu tun, geht, glaube ich, an einigen Problemen vorbei, gelinde gesagt.
    Ich wünsche mir, wir finden schnell Möglichkeiten, das IOC als Organisation und seine ‚Würdenträger‘ persönlich (diese Arroganz der leitenden Herren…) mit Nachdruck aufzufordern, Einfluss, Vertragstexte und vor allem auch Geld dazu einzusetzen, China – zu überzeugen.
    Und ich wünsche mir die Möglichkeit der Menschenrechtsäußerung der Sportler und Besucher in China, tibetische Flaggen auf die T-Shirts, etc.. Massenhaft, überall.

    Die olympischen Spiele nach China zu geben, war ein politischer Akt. Durch Tibet die Fackel laufen zu lassen, ist ein politischer Akt. Da sollte jetzt verdummmich noch mal niemand den Sportlern, Besuchern und Presse verbieten können, sich zu Menschenrechten zu äußern.

  73. Elke Pfister sagt:

    Mich kotzt dieses Anti-China Programm, iniziert
    vom Dalai Lama mächtig an. Wer ist der überhaupt, ein Mensch wie du und ich und spielt sich als Heiligkeit auf. Nicht zu vergessen, dass die Mönche in Tibet sich als Feudalherren einsetzten. Am liebsten wäre dem Lama wohl, wenn Tibet zu Indien gehörte,
    Dann könnte er in Tibet als König thronen und alle würden ihm die Füsse küssen, der Buddhismus kam ja aus Indien. Religion spielt
    dort auch heute noch eine Riesenrolle, deswegen kommen die Inder aus ihrer Armmut nie heraus.
    Die Chinesen werden als blutdrünstige tibeterfressenden Ungeheuer dargestellt.
    (z. Z. Maos möchte es wohl stimmen).
    Ich war schon oft in China, die Tibeter leben heute friedlich und ziemlich gut vom Tourismus, sie haben angefangen, Chinesen abzumetzeln. Die Regierung hatte gar keine andere Wahl, als mit Gewalt zu antworten.
    China muss sich unbedingt Stabilität bewahren, es ist alles noch sehr fragil, wie man sieht.
    Stellen sie sich mal vor, der Freistaaat Bayern wollte mit Gewalt wieder autonom werden?

  74. ams sagt:

    Kann es sein, daß sie vergessen haben, das China Tibet gewaltsam annektiert hat ? Das China Studenten mit Panzern überrollen ließ ?

    Sicher wird man die Situation nicht so explizit aus der Ferne beurteilen können, aber ihre Meinung finde ich reichlich indifferent und von Chinesischer Propaganda motiviert.

    Es kann niemals richtig sein, Demonstranten zu erschießen ! Wo wurden denn Chinesen gemetzelt ? Vom wem ? Den Mönchen ? Wer soll das denn glauben ?