Wenn Geschwindigkeit zu einem Faktor wird, der über Reichweite mitentscheidet

Die FR-Leserinnen und -Leser sind sich in vielen Punkten auffallend einig. Das merkt man deutlich an den Leserbriefen. Doch kürzlich Leser Thilo Krause-Palfner eine Perspektive in Sachen „Tempolimit ist überflüssig“ beigesteuert, die sofort Widerspruch seitens anderer Leser nach sich gezogen hat. Auch Blog-User argumentierten gegen Thilo Krause-Palfners Position. Ich kopple den Leserbrief und die Reaktionen daher aus und eröffne das Thema (nochmals) hier in einem gesonderten Thread. HIntergrund ist der Umstand, dass die SPD-Vorsitzende Saskia Esken einen neuen Vorstoß zum Tempo 130 auf Autobahnen gemacht hat. Prompt kam das Njet der Bundesregierung. Kürzlich sprach sich auch Verkehrsminister Andreas Scheuer im FR-Interview nochmals gegen ein Tempolimit aus.

Ich leite die Diskussion ein, indem ich noch einmal den Leserbrief von Thilo Krause-Palfner veröffentliche. Ihm folgen die Reaktionen, die im FR-Blog gepostet wurden (Auszüge) und die als Leserbriefe hereinkamen.

Balken 4Tempolimit ist überflüssig

Die SPD hat offenbar nichts Wesentliches mehr zu den wirklich drängenden Gegenwartsfragen in diesem Land zu bieten. Da holt die neue Co-Vorsitzende, ermutigt wohl durch ihre jetzige Spitzenposition, ausgerechnet zur sonst nachrichtenschwachen Weihnachtszeit das Tempolimit auf Autobahnen aus der Klamotten-Verbotskiste. Als würde der Bundestag nach dem gerade im Oktober auch SPD-Stimmen beschlossenen „Contra“ jetzt „schlau“ werden und kurzfristig „Pro“ stimmen. Sollten deutlich mehrheitlich gefasste Parlamentsbeschlüsse inzwischen derart kurze „Halbwertzeiten“ haben? Die Rechtssicherheit wäre wieder einmal angeknickt.
Die ganz überwiegende Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle – mehr als 60 % – geschieht bekanntlich auf unseren tempolimitierten Bundes- und sonstigen Nebenstrassen, mithin eine deutlich geringere Anzahl mit weiter abnehmender Tendenz auf den dagegen sehr viel sicheren Autobahnen. Zudem gibt es keine belastbare Untersuchung, wieviel rasende Automobilisten gerade auch in den Tempolimit-Zonen auf Autobahnen tödlich verunglücken und/oder andere in den Tod reissen oder wieviel übermüdete LKW-Fahrer die Verursacher sind. Und wer hat eigentlich „gerichtsfest“ gemessen, dass die immer wieder beweislos hingeworfenen angeblich bis zu zwei Tonnen CO2 über Limit von 130 km/h tatsächlich in die Luft geblasen werden? Das ist doch reine ideologische Fantasie, naturwissenschaftlich durch nichts belegt. Es gibt doch wichtigere Themen für die Politik! Und der wirklich törichte Vergleich von Esken mit Nordkorea oder Afghanistan war nicht mal im Ansatz witzig. Auf deutschen Autobahnen wird nach meiner jahrzehntelangen Erfahrung ganz allgemein nicht gerast! Da ist jedenfalls tagsüber überall dermassen dichter Verkehr, dass im Mittel kaum mehr als 120 bis 130 km/h drin sind. Einzelne Raser wird es immer geben, die sich um ein Tempolimit nicht scheren – siehe die mehrheitlichen Verkehrstoten auf den Landstrassen. Wenn wir in Europa evtl. noch die einzige Nation ohne generelles Tempolimit auf unseren Autobahnen sind, dann liegt das wohl auch und ganz wesentlich an unserer liberalen Staatsform, deren Parlamente und Regierungen den Menschen bisher zugetraut haben, mit diesem Teil Freiheit verantwortungsvoll umzugehen. Vielleicht trauen diese anderen Länder ihren Bürgern – traditionell? – nicht so viel Eigenverantwortung zu.

Thilo Krause-Palfner Frankfurt

fr-debatteGleichbleibendes Tempo führt zu weniger Unfällen

Der Blog von Herrn Thilo Krause-Palfner zur Diskussion um das leidige Tempolimit auf den Autobahnen hat mir sehr gut gefallen, sachlich, ohne Emotion und Übertreibung. Zu ergänzen sind vielleicht folgende Aspekte.
Die Autobahnen sind ja überhaupt nicht frei von Tempolimits (den genauen Anteil von tempo-gegelten Strecken kenne ich nicht). Das verminderte Unfallaufkommen ist zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, dass auf Autobahnen eine homogenere Geschwindigkeit (sprich: mit weniger unterschiedlichen Geschwindigkeiten) gefahren wird. Mit der Einführung von Assistenzsystemen wird sich das zukünftig noch weiter verbessern, so dass der Verkehr situativ gesteuert werden kann.
Ich denke, hier sollten wir nicht ängstlich über Verbote diskutieren, sondern eher innovativ planen. Langsam habe ich das Gefühl, dass man in der Politik immer weniger unserem Wissen und der Wissenschaft zutraut und lieber irgendwelche populistischen Ansätze verfolgt.

Hans-Jürgen Koblitz

fr-debatteAltbekannte Argumentationsmuster

Der Tenor des Leserbriefs lässt die Frage legitim erscheinen, ob der Leserbriefschreiber hier im Auftrag des ADAC und der Autolobby gehandelt hat.
Nicht ein Aspekt, der nicht längst sattsam bekannt wäre. Garniert freilich mit Unterstellung von „ideologischer Fantasie“, analog zu den Ausfällen eines Herrn Scheuer, der Menschen, die nicht seiner pubertären „Freiheits“-Ideologie frönen, den „gesunden Menschenverstand“ aberkannte.
Da darf dann natürlich auch die Breitseite gegen die neuen SPD-Vorsitzenden nicht fehlen. Wobei unterschlagen wird, dass dies ein schon sehr alter SPD-Parteitagsbeschluss ist.
Dem Fass schlägt er aber den Boden aus, wenn er am Schluss die Sonderstellung der BRD als einziges Land mit grenzenloser „Freiheit“ für Geschwindigkeitsfanatiker – neben Nordkorea – mit „unserer liberalen Staatsform“ begründet und der Fähigkeit, mit „Freiheit verantwortungsvoll umzugehen“.
Mit anderen Worten: Außerhalb unseres einzigartigen Landes und Nordkorea herrscht nur Totalitarismus und Verantwortungslosigkeit.

Werner Engelmann

fr-debatteFreiwillig langsamer  ist gut für den Klimaschutz

Ich bin kein Wissenschaftler! Ich möchte auf eine ganz unideologische Tatsache, fern jeder Fantasterei, hinweisen. Es sind die Strömungsgesetze von Bernoulli, unumstößlich! Sie besagen, dass bei einem in einem Gas oder einer Flüssigkeit bewegten Körper die bewegende Kraft sich mit dem Quadrat der Geschwindigkeit des bewegten Körpers ändert. Wenn also ein PKW seine Geschwindigkeit von 90 km/h auf 100 km/h (etwa 10%), erhöht, erhöht sich der Verbrauch( der CO2 Ausstoß) um mehr als 10%, das muss wegen dem quadratischen Zusammenhang in den Strömungsgesetzen so sein, und lässt sich anhand von Verbrauchstabellen für PKW auch nachweisen.
Wenn also alle Pkw auf Deutschlands Straßen ihre Geschwindigkeit um 10% verringern würden, würden etwas mehr als 10% des CO2 auf Deutschlands Straßen eingespart werden können. Bei einer Gesamtbelastung von 150 Millionen Tonnen im Jahr wären das mindestens 15 Millionen Tonnen CO2 Einsparung. An diesem Zusammenhang können weder der Verkehrsminister noch der Vorsitzende der FDP rütteln! Also liebe Leserinnen und Leser, fahrt freiwillig langsamer, das ist gut für den Klimaschutz!

Winfried Jankowski

fr-debatteDer Faktor Geschwindigkeit als Unfallursache

FR-Leser Thilo Krause-Palfner hat offensichtlich schlecht recherchiert und sich auf der Basis von unzureichendem Material zu widersprüchlichen bis eindeutig falschen Aussagen hinreißen lassen. Allem Anschein nach hängt er einer politischen Ideologie an, die sich weder von Fakten noch von ethischen Erwägungen beeinflussen lässt.
Die Gesamtlänge des deutschen Straßennetzes betrug im Jahr 2008 ca. 644.000 KM. Der Anteil der Autobahnen lag bei ca. 13.000 KM (= 2,01 Prozent), der der Bundesstraßen bei ca. 38.000 KM (= 5,9 Prozent). Der Rest entfällt auf Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen (zitiert aus einer Veröffentlichung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur von 2011). Die Zunahme zwischen 2008 und 2019 ist statistisch nicht signifikant, sodass man weiterhin von den o.g. Zahlen ausgehen muss.
Im Jahr 2018 ereigneten sich gemäß den Angaben des Statistischen Bundesamts insgesamt 308.721 Straßenverkehrsunfälle mit Personenschäden. Auf Autobahnen waren es 20.537 (= 6,7 Prozent), auf allen anderen Straßen außerorts 75,060 (= 24,3 Prozent), innerorts 213.124 (= 69 Prozent).
Obwohl die Autobahnen in jeder Fahrtrichtung mindestens zwei Spuren aufweisen, kreuzungsfrei sind und über die denkbar beste Infrastruktur (Sicherheitsstreifen, Park- und Rastplätze etc.) verfügen, liegt ihr Anteil an Personenschäden prozentual deutlich über ihrem Anteil an der Streckenlänge. 424 Menschen kamen dort im Jahr 2018 ums Leben, das entspricht 12,9 Prozent aller Toten im Straßenverkehr. Wenn auf den Schnellstraßen trotz relativ optimaler Voraussetzungen überproportional viele Unfälle geschehen und diese oft tödlich enden, kommt der Faktor Geschwindigkeit als Ursache in Betracht.

Klaus Philipp Mertens

fr-debatteDeprimierende Erfahrungen mit rasenden Rüpeln

Sehr geehrter Herr Krause-Palfner, Ihr obiger Beitrag in der gestrigen FR hat mich ziemlich in „Wallung“ gebracht!
Zum einen weil er einen Zeitgeist ausdrückt, den ich bereits für überholt halte weil er vom Glauben an die Zukunkt des Verbrennungsmotor getragen wird und zum anderen, weil Sie unseren autofahrenden Zeitgenossen und wahrscheinlich auch der beteiligten Autoindustrie generell einen verantwortungsvollen Umgang mit dem „Fetisch Auto“ zugestehen.
Als ehemaliger Vielfahrer auf deutschen Autobahnen muss ich Ihnen hinsichtlich des letzten Punktes vehement widersprechen. Meine dabei gemachten Erfahrungen mit schnellerfahrenden Verkehrsrüpeln sind derartig deprimierend, dass ich nicht verstehen kann, dass immer noch ernsthaft gegen eine Reglementierung bzw. Beschränkung der zulässigen Geschwindigkeit auf Autobahnen argumentiert wird. Dass sich immer mehr Verkehrsteilnehmern einen schweren, hochmotorisierten SUV von der Autoindustrie „unterjubeln“ lassen, halte ich ebenfalls für bedenklich. Die deutsche Autoindustrie und die sie unterstützende Politik würde ich ebenfalls an den Pranger stellen. Dort wurde über viele Jahre viel (kriminelle) Energie in die Entwicklung und Produktion der falschen –weil nicht zukunftsfähigen- Produkte gesteckt. Die sich schon länger abzeichnenden disruptiven Entwicklungen mit Tendenz zu neuen Mobilitätskonzepten wurde zugunsten kurzfristiger Umsatzziele nur halbherzig verfolgt oder komplett verpennt.
Bei der zukünftig erwartbaren E-Mobilität wird sich wird die gefahrene Geschwindigkeit zu einer Funktion der Reichweite. Dann werden nur noch Leute rasen, die eine kurze Reichweite mit langen Wartezeiten an der Stromtankstelle akzeptieren können. Damit erledigt sich das Schnellfahren für vernünftige Zeitgenossen zukünftig ohnehin.
Jeder, der schon einmal die wohltuende, recourcen- und nervenschonende, geschwindigkeitsbegrenzte Fahrweise auf US-Autobahnen erlebt hat, wird den Unterschied zu unseren irrationalen Verkehrsverhältnissen bemerkt haben. Mit Ihrem Hinweis auf die grössere Anzahl von Verkehrstoten auf Landstrassen haben Sie natürlich recht.
Das ist aber kein Argument gegen eine Geschwindigeitsbegrenzung, sondern akzeptiert fatalistisch eine grössere Anzahl von Verkehrstoten auf Autobahnen aufgrund der zugelassenen Raserei, die nachweislich einen Einfluss auf die absolute Opferzahl hat.
Ein weiterer wichtiger Punkt in meiner Argumentation ist die Ökologie. Wenn schon unter den gegebenen Umständen (mit der vorhandene Fahrzeugflotte) durch eine generelle Geschwindigkeitsregelung die von Ihnen genannte CO2 Reduzierung möglich ist, welche Vorteile stellen sich erst ein, wenn die Autos der neusten Generation, die deutlich leichter, verbrauchsärmer und damit umweltfreundlicher sein können, daherkommen?
Zu Beginn des neuen Jahrzehntes sehe ich weder die deutsche Politik noch die Wirtschaft (insbesondere die Autoindustrie) gerüstet für die dramatischen Herausforderungen des nächsten Jahrzehnts, die uns allen massive Veränderungen unserer Lebensgewohnheiten abverlangen werden.
Deshalb sollte ein derartig zweitrangiges Thema keine so grosse Rolle in der öffentlichen Diskussion spielen, womit ich wieder bei meiner Einleitung angekommen bin.

Gerhard Kohlberg, Neu-Anspach

7 Kommentare

  1. Achim Reh sagt:

    Richtgeschwindigkeit einhalten !

    Es gibt schon lange die sehr gute
    Verordnung über eine allgemeine Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen und ähnlichen Straßen:
    § 1 Autobahn-Richtgeschwindigkeit
    Den Führern von Personenkraftwagen sowie von anderen Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t wird empfohlen, auch bei günstigen Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen auf Autobahnen [… und anderen autobahnähnlichen Straßen]
    nicht schneller als 130 km/h zu fahren (Autobahn-Richtgeschwindigkeit). …

    Die offensichtlichen Vorteile einer Geschwindigkeitsbeschränkung möchte ich hier nicht wiederholen.
    Alle, die sich, andere und die Umwelt schützen wollen, brauchen sich also nur an diese Verordnung zu halten – und zwar völlig legitim, ohne als „Bremser“ oder „Behinderer“ zu gelten. Nur Mut!

  2. Peter Boettel sagt:

    Den Leserbriefen zu dem von Scheuer oder den Automobilherstellern gesteuerten „Erguss“ von Thilo Krause-Palfner muss vollinhaltlich zugestimmt werden.

    Es wird allerhöchste Zeit, dass die Politik hier endlich eine Kehrtwende schafft und der SPD in der Koalition die Umwelt, die Verkehrssicherheit, die Menschenleben, die Vermeidung von Staus sowie auch die Vermeidung von durch die Raserei enstehenden volkswirtschaftlichen Schäden wichtiger sind als die starre Koalitionstreue.

  3. Erich Langholf sagt:

    Vielen Dank an Herrn Winfried Jankowski für seinen Leserbrief in der FR vom 13.1.2020. Er bietet einen Dritten Weg(der Tat) an, die die Diskussion zwischen Befürwortern und Gegner des Tempolimits auf eine andere Kommunikationsebene hebt. Wenn sowohl Gegner wie Befürworter, jeder der beiden Parteien hat ja das Recht auf eine eigene Sichtweise, mit ihren Argumenten sich verheddern und außer dicker Luft sich nichts mehr bewegt, ist die Frage erlaubt wie es denn nun verhaltensmäßig weitergehen soll? Vielleicht einfach mit den klugen Worten aufhören und in kleinen Schritten im eigenen Alltagsleben Taten folgen zu lassen.

    Die „Friday-for-Future“-Bewegung hat mir den Impuls gegeben, u.a. meinen zu großen CO2-Fußabdruck beim Autofahren zu reduzieren. Das lässt sich am Besten in kleiner Runde im persönlichen Umfeld realisieren. Zur Verstärkung unseres Vorsatzes haben wir uns beim Autofahren ein eingängiges Motto gewählt: I like Spain: 50/90/110. Das positive Motto, verbunden mit den guten Erinnerungen an den Spanienurlaub, hilft bei der Dekonditionierung.

    Mit unserem Handeln versuchen wir nun Tag für Tag unser Fahrverhalten in diese Richtung zu verändern. Auf geht’s für Alle, die mit machen wollen! Für die noch Unschlüssigen, die sich (noch) in der Wissens,-/ Kommunikationsfalle bewegen sei gesagt: Zurück in die Zukunft: Weniger (beim Reden) ist mehr (beim Handeln).

  4. Jürgen Hempel sagt:

    Unfälle mit tödlichem Ausgang auf Autobahnen sind auf zu dichtes Auffahren begründet. Daran haben Lkws einen erheblichen Anteil daran. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen würde eher auf noch dichteres Auffahren auf den Vordermann verursachen ! Sinnvoll wäre ein Überholverbot für Lkws.

  5. Napez sagt:

    Wir sind in Europa das einzige Land ohne Tempolimit. Weltweit konkurrieren wir mit diesem „liberalen“ Modell mit Ländern wie Afghanistan, Nepal und Nord-Korea. Toll. Freie Fahrt für freie Bürger steht zwar nicht im Grundgesetz, scheint aber einen ähnlichen Satus zu haben wie das Recht auf Schusswaffen in den USA. Wo ist eigentlich das Problem? Tendenziell stellen wir doch – zumindest mittelfristig – auf E-Autos um, die meist auf max. ca. 150 km/h abgeriegelt werden. Hochmotorisierte Karrossen haben doch eh ihre Zukunft hinter sich. Und vielleicht, zumindest hoffe ich das, würde ein generelles Tempolimit kurzfristig zu eine Fahrzeuge Entwicklung weg vom übermotorisierten Kleinwagen führen. Und wenn durch ein Limit auch nur drei Menschenleben pro Jahr gerettet würden, wäre es allein dadurch gerechtfertigt. Lassen wir doch hier endlich einmal das Volk direkt entscheiden.

  6. Rudolf M. Petersen sagt:

    Wer die Reduktion von CO2-Emissionen ernsthaft will, muss für Tempo-Reduzierungen sein. Richtgeschwindigkeit 130 ist nicht mehr als nett; um Wirkung zu erzielen, müssten T100 auf BAB und T80 auf Anderen Ausserortsstrassen eingeführt werden. (Zu Letzterem: Dass man 100 auf zweispurigen Landstrassen fahren darf, ist ohnehin wegen der Unfallgefahren unverständlich.)

    Überschreitungen von T100/80 sollten mit technischen Einrichtungen (- an Navi/GPS gekoppelt) unterbunden werden, um wirklich 100% Einhaltung zu erreichen. Denn was helfen Gesetze und Verortdnungen, wenn sie nicht befolgt werden?

    Tempo-Rduzierungen würden nicht nur Batterie-Autos sowie die Bahn relativ attraktiver machen, sondern in längerer Frist auch die Reisedistanzen beeinflussen. (Stichwort: Konstantes Reisezeit-Budget; je schneller die Mobilität, desto länger die Reisestrecken.)

    Zur Diskussion innerorts: Eine Senkung unterhalb 50 erhöht den CO2-Ausstoss; auf grossen Stadtstrassen ist T30 schädlich. (In Wohnstrassen ist das anders, dort kann 30 noch zu schnell sein. Mit Navi/GPS-Kopplung kann lokal differenziert begrenzt werden.

    Schliesslich würde mit techn. Begrenzern die Raserei bestimmter Typen junger Männer unterbunden, die schon etliche Tote gefordert haben.

  7. Reinhold Strank sagt:

    Statistiken führen oft in die Irre. So ist es auch, wenn FR-Leser Klaus Philipp Mertens in seinem Beitrag behauptet, daß auf Autobahnen, bezogen auf die Streckenlänge, anteilmäßig mehr Straßenverkehrsunfälle mit Personenschäden passieren, als auf anderen Straßen. Dabei wird leider vergessen, daß Autobahnen viel stärker belastet werden. Wenn ich unterwegs bin, bevorzuge ich daher – trotz der häufigen Staus – immer die Autobahn. Meines Erachtens werden die schwersten Unfälle durch Lastwagenfahrer verursacht. Diese sind oftmals übermüdet, fahren zu dicht aufeinander, überholen im ungünstigen Augenblick oder verstauen ihre Last unsachgemäß. Gewiß würde es weniger Unfälle geben, wenn die Autofahrer auf Autobahnen im Durchschnitt langsamer führen.
    Wenn man aber eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung bei z.B. 120 km/h einführt, wird es immer wieder Politiker geben, die aus Profilierungssucht eine weitere Senkung befürworten. Unbestritten ist, daß die Anzahl der Straßenunfälle mit jedem Senkungsschritt weiter verringert würden, wo aber sollte man denn aufhören? Bei 80 km/h? Es muß daher ein Kompromiß gefunden werden zwischen Unfallhäufigkeit und einer gerade noch akzeptierten Geschwindigkeitsbegrenzung.
    Was nun den CO2-Verbrauch betrifft, ist nicht alleine die Geschwindigkeit maßgebend. Wichtig sind u.a. auch die Masse des Fahrzeugs (SUV!), der Betrieb einer Klimaanlage sowie die Fahrweise des Fahrers (Raser, die ständig bremsen und beschleunigen), von den langen und häufigen Staus mal ganz abgesehen.

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