Auch grüne Energie muss erst erzeugt werden

Die Beharrungskräfte müssen enorm sein, die dem Umbau von der fossilen zur regenereativen Energiegewinnung im Weg stehen. Beispiel: synthetisches Kerosin. Der Hintergedanke bei diesem Energieträger ist zunächst nicht verkehrt: Angestrebt ist Klimaneutralität. Der Atmosphäre soll nicht mehr Kohlendioxid zugeführt werden, als ihr entnommen wird. Zur Erinnerung: Derzeit setzt die Menschheit solches Kohlendioxid, das der Atmosphäre in früheren Zeitaltern entzogen wurde, in Massen wieder frei, indem sie Erdöl und Erdgas verbraucht – zum Heizen, zur Fortbewegung, zum Kriegführen. Die gesamte derzeitige Lebensweise unserer Spezies beruht auf dem Verbrauch von Energie, die eigentlich dauerhaft unter der Erdoberfläche eingesperrt war. Es liegt auf der Hand und ist seit Jahrzehnten bekannt, dass die Nutzung dieser Energie Folgen für uns hat. Der plötzliche Stopp der fossilen Energien käme für die Weltwirtschaft einem kalten Entzug gleich, einem „cold turkey“. Erdöl ist die Droge, die unser Wirtschaftssystem am Laufen hält. So wie das Spice im aktuell laufenden Blockbuster „Dune“, dem SciFi-Klassiker von Frank Herbert, der endlich gelungen verfilmt wurde. Man darf das metaphorisch verstehen.

Also sucht unsere Wirtschaft nach Stoffen, die die Aufrechterhaltung des Status quo ermöglichen. Wasserstoff ist einer dieser Brennstoffe, und jetzt reden alle immer mehr von synthetischem Kerosin, damit wir weiter fliegen können. Es wird durch Energie aus der Atmosphäre generiert und ist derzeit noch so teuer – wie auch Wasserstoff -, dass es sich eigentlich als seriöser Energieträger nicht rechnet. Aber das gilt bzw. galt ebenso für die Kernkraft, und wir wissen ja aus der Vergangenheit, dass es vor allem des politischen Willens bedarf, um einer solchen Energiequelle zum Durchbruch zu verhelfen. Wenn dieser Wille da ist, dann ist es den Entscheider:innen fast egal, welche Folgekosten entstehen. Mit derselben Entschlossenheit – sprich: mit Subventionen – könnten sie auch dem synthetischen Kerosin zum Durchbruch verhelfen. Aber ist das gut? Oder ist das schlecht?

fr-debatteDas müsste die FDP eigentlich verstehen

Zu :„Grün durchstarten“ und „Klimaschutz trotz Flügen erhofft“, FR-Wirtschaft vom 5. Oktober

Da reibt man sich verwundert die Augen: Fliegen wird grün! Eine Beimischung von 0,5% (das sind 5 von 1000 Litern Kerosin) synthetischem, CO2-neutral erzeugtem Flugbenzin ab 2026 soll es richten. Selbst diese Feigenblattaktion ruft die bekannten Kritiker auf den Plan. Fraport-Chef Schulte sieht die Wettbewerbsneut-ralität gefährdet, schließlich könnten die Fluggesellschaften zum Tanken im Ausland zwischenlanden (und wegen einer Ersparnis von wenigen hundert Euro beim Sprit ein Vielfaches an Start- und Landegebühren aufwenden, vom Zeitverlust ganz zu schweigen). Der Condor-Chef mahnt eine „soziale Abfederung“ an, als ob der Flugverkehr zur staatlichen Daseinsvorsorge gehörte. Der hessische FDP-Fraktionsvorsitzende schlägt sogar vor, „in der Übergangszeit“ synthetisches Kerosin aus fossilen Energieträgern zu erzeugen – das muss ich nun wirklich nicht verstehen.
Offenbar ist man nicht bereit, das Übel an der Wurzel zu packen: es macht keinen Sinn, nur den Energie-träger zu wechseln, ohne das Volumen des Verbrauchs zu reduzieren, denn auch grüne Energie muss ir-gendwie erzeugt werden. Im Übrigen wird der Flugverkehr allein in Deutschland jährlich mit einem zweistel-ligen Milliardenbetrag subventioniert, indem der Staat das Kerosin von der Energiesteuer und internationale Flüge von der Mehrwertsteuer befreit. Eine Gleichbehandlung der Verkehrsträger könnte hier marktwirt-schaftliche Anreize schaffen, die das Luftverkehrsaufkommen auf ein umweltverträgliches Maß zurückführt; eine Politik, die gerade die FDP verstehen müsste.

Leo Paulheim, Immenhausen

fr-debatteWer Naturgesetze nicht kennt oder ignoriert

Ist unser Schulsystem daran schuld, dass Politiker, Journalisten und Wissenschaftler nicht einmal Grundkennisse in Chemie, Physik und Kostenrechnung haben? Wie sonst kann man daran glauben, dass man auf absehbare Zeit genügend synthetisches Kerosin für den Flugverkehr herstellen kann? Um fürs Fliegen synthetische Kraftstoffe mit Hilfe von Strom zu erzeugen, gingen 40% des gesamten deutschen Stromverbrauchs drauf, sagt der Hessische Wirtschaftsminister Tarik Al Wazir. Diese Elektrizität wird auch noch zu 60% aus fossilen Brennstoffen wie z.B. dreckiger Braunkohle generiert. Eine Anlage, die am Tag gerade mal so viel Kerosin herstellt, dass ein Flugzeug zehn Minuten in der Luft bleibt, ist sündhaft teuer und wird wie vieles in der Luftfahrtindustrie letztlich von den Steuerzahlern finanziert. In den darüber entfachten Jubel kann doch nur einstimmen, wer Naturgesetze nicht kennt oder bewusst ignoriert.
Der Subkontext ist klar, die Flugindustrie möchte sich ein grünes Mäntelchen verpassen und die öffentliche Meinung für das umweltschädlichste und höchstsubventionierte Verkehrsmittel positiv beeinflussen. Nach dem Motto: Die blöden Bürger werden ja auch keine Ahnung von den naturwissenschaftlichen und ökonomischen Gesetzen haben und dann wird da schon etwas zum Vorteil der Fliegerei und unserer Boni hängen bleiben.

Friedhilde Scholl, Frankfurt

fr-debatteDie Lösung des Problems: Weniger fliegen!

„Grün durchstarten“ meldet die FR am 05. Oktober, weil in diesen Tagen die weltweit erste Pilotanlage für die Produktion von C02-neutralem Kerosin im Emsland das Fliegen umweltfreundlich machen soll. Natürlich kann man stolz sein, dass eine so anspruchsvolle Technologie in Deutschland entwickelt wurde. Aber noch ist der Weg weit vom Labor bis zur Marktreife. denn nicht alles, was technisch in Demonstrationsanlagen funktioniert, ist am Ende auch wirtschaftlich und in industriellem Maßstab machbar. Zudem ist der Energieaufwand für „grünes“ Kerosin gigantisch und konkurriert mit Energie fressenden Internetknoten, der E-Mobilität, der umfassenden Digitalisierung unserer Gesellschaft und nicht zuletzt mit der angestrebten Entkarbonisierung von Produktion, Stromerzeugung und Heizung. Ebenso gigantisch ist allerdings auch der Bedarf an Flächen für Windkraftanlagen, die in Deutschland bereits heute nicht ausreichend zur Verfügung stehen. Hierzu bedarf es internationaler Kooperationen mit Regionen, in denen Land und Sonne im Überfluss vorhanden sind. Allerdings scheiterte mit dem Projekt DESERTEC schon einmal eine Idee, den in riesigen Solarfeldern Nordafrikas erzeugten Strom über Kabel nach Europa zu exportieren. Vielleicht wäre es da viel sinnvoller, neue Giga-Hubs gleich bei den Produktionsanlagen zu bauen, statt grünes Kerosin umweltschädlich erst über die Weltmeere nach Europa zu schippern? Bis 2030 will Deutschland jährlich 200.000 Tonnen klimafreundliches Kerosin produzieren. Dabei vertankte in Vor Coronazeiten bereits der Frankfurter Flughafen allein pro Jahr 4,38 Mio. Tonnen. Zudem fliegen ja bislang erst circa 3 bis 5 Prozent der Weltbevölkerung. Das zeigt die Dimensionen, um die es hier geht. Es könnte aber einst auch ganz anders kommen, wenn die Menschheit umweltfreundlich zu fernen Galaxien aufbricht, weil der Planet Erde unbewohnbar geworden ist. Übrigens sollte der internationale Flugverkehr auf der Basis des globalen marktbasierten Klimaschutzinstruments CORSIA bereits ab 2020 CO2-neutral wachsen und nicht erst ab 2050. Das zeigt, wie hier in der Luftverkehrswirtschaft interessengeleitet Erwartungen geweckt und Zeithorizonte einfach mal so um 30 Jahre verschoben werden. Die Problemlösung kann nur lauten: Weniger fliegen!

Hans Schinke, Offenbach

fr-debatte

17 Kommentare

  1. hans sagt:

    Wo in Zukunft Energie herkommen soll wäre eine Frage für den Wahlkampf gewesen. Sie ist da aber nicht wirklich gestellt worden jetzt muss man abwarten was die neue Regierung dazu sagt. Die alte hat alles getan um D. an die Wand zu fahren. Das man der Union hat durchgehen lassen das sie einen Kohleausstieg 2038 beschließt ohne spätestens 4 Wochen später zu sagen in was man wann dafür einsteigen will ist mir unverständlich. Genau so unverständlich ist nach dem Stand der Dinge jetzt das die Grünen einen Kohleausstieg 2030 fordern. Wo soll denn dann der Strom herkommen? Wir können doch 2030 nicht einfach aufhören Strom zu verbrauchen. Derzeit braucht ein Windpark 7 Jahre Genehmigungszeit und das nach dem x ten Verfahren Beschleunigungsgesetz. Ich habe schon vor langem hier geschrieben das jede Art von Ausstieg am Ende in Frage stehen wird und die Maßnahmen der Regierung genau so ausgerichtet sind dass das passiert. Es wird auch noch eine Diskussion über den AKW Ausstieg geben. Wir haben einfach zu wenig Strom. Die alte Regierung hat ganze Arbeit geleistet wahrscheinlich gesteuert von den entsprechenden Lobbygruppen. Ich bin gespannt wie die Neue die Ausstiege hin bekommen will ohne das die Lichter ausgehen und würde 2038 noch nicht als gesetzt ansehen. Da wird Kerosin nicht das größte Problem sein.

  2. hans sagt:

    Wenn man über Stromversorgung redet sollte man als erstes zur Kenntnis nehmen das in 15 Monaten 12% der deutschen Stromversorgung abgeschaltet werden in dem die AKW stillgelegt werden. Außerdem werden Kohlekraftwerke zur Stilllegung ausgeschrieben. Deshalb finde ich es auch schon fast lustig jetzt auch noch Kerosin aus Strom erzeugen zu wollen. Wasserstoff für die Industrie soll ja auch noch gemacht werden. Sorry das ist alles Volksverdummung. Das wird so nicht funktionieren. Aber mal sehen was die neue Regierung dazu sagt. Es gibt ja einige die meinen man könnte den fehlenden Strom importieren. Ich stelle mal einen Link ein in dem man sehen kann wie klein die Mengen sind die über die Grenzen gehen. D. braucht zwischen 30 und 80 GW

    https://www.electricitymap.org/ranking

  3. Karl-Heinz Peil sagt:

    Der Traum vom klimaneutralen Fliegen wird in dem Bericht vom 25.9. mit dem Titel „Airbus fliegt auf Wasserstoff“ und dem Zwischentitel „Boeing setzt auf Biosprit“ dargestellt.
    Träumerisch ist in jedem Fall eine massenhafte H2-Produktion im afrikanischen Wüstensand, denn die Gesetze der Physik sagen: Für eine wirtschaftliche Erzeugung von H2 aus Solar- und Windkraftstrom braucht man (Süß-)Wasser als Ausgangsstoff. Dieser ist aber in den Wunschländern mehr als knapp und könnte dort nachhaltig allenfalls zur Aufforstung gegen die durch den Klimawandel voran schreitende Wüstenbildung eingesetzt werden.
    Es macht deshalb prinzipiell keinen großen Unterschied, ob man H2 durch Elektrolyse von Naturstrom direkt verwendet unter Einsatz sehr aufwändiger neuer Flugzeugtechnologien oder mit drastischen Wirkungsgradverlusten auf „den einfacheren, aber auch sicheren Weg des Biosprits“. Beides stellt eine gigantische Ressourcenverschwendung dar.
    Klimaneutralität fungiert hierbei als unscharfer und verschleiernder Begriff. Die Wahrheit ist, dass nur eine drastische Einschränkung des Flugverkehrs klimafreundlich ist.
    Stephan Hebel hat es in seinem Kommentar vom 27.9. zum zurück liegenden Bundestagswahlkampf hervorragend auf den Punkt gebracht: Die Spitzenkandidaten machten die Leute glauben, „Strom aus Wasserstoff sei eine Art Zaubertrank für industrielle Klimafreundlichkeit“. Wasserstoff wird bei einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien aus regionaler Produktion und autonomen Wirtschaftskreisläufen sicher eine wesentliche Rolle spielen. Eine Fixierung auf Import-Export-Wertschöpfungsketten
    (mit künftigen Wasserstofftechnologien), die nur eine auf Wachstum und Profit ausgerichtete Großindustrie bedient, wird sich hingegen auch mit dem Etikett Klimaschutz als desaströs erweisen.

  4. hans sagt:

    zu @ Karl-Heinz Peil
    Grundsätzlich stimme ich ihnen zu und möchte mich bedanken das sie dazu beitragen das Wasserstoffmärchen zu entzaubern. Es gibt aber auch Überlegungen das fehlende Süßwasser an der Küste durch Meerwasserentsalzung zu beschaffen. Nur das mit billig wird dann wohl nicht mehr funktionieren.

    https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/presseinformationen/2020/0420_ISE_PI_Wasserstoff_Roadmap.pdf

  5. Niemand scheint zu begreifen, dass es NUR darum geht, entweder gar nicht oder höchstens sehr selten und dann teuer zu fliegen. Nur das sind die Alternativen, oder man gibt den Planeten auf.

  6. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Das ist zum Glück nicht so. In der Raumfahrt werden schon seit Jahrzehnten Alternativen eingesetzt. Man muss aber den grünen Strom in entsprechender Menge erzeugen. Das geht und ist auch bezahlbar. Nur gibt es starke Kräfte die das bisher erfolgreich verhindern.

  7. @ Hans
    Also geht es nicht. Wird aber trotzdem geflogen und alles andere auch. Die dämliche Menschheit fährt das Ding an die Wand. Ich bin mal gespannt, wo die tollen Reichen sich verstecken werden, Neu Seeland ist ein heißer Tipp.Mit dem Weltall hat ja nicht so geklappt auch wenn es versucht wurde. Dabei müsste man nur von allem viel weniger machen und von manchen gar nichts, aber das lässt die Gier nicht zu. Bin mal gespannt, wie viel Gier die FDP durchbekommt, ob das klappt mit dem Maserati.

  8. @all
    Man sollte meinen, die Politik sei angetreten, das Klima bzw. die Welt zu retten. Weit gefehlt, man tut nur so.
    Es begann damit, dass sowohl CDU,SPD, FDP und auch die Grünen dem Wahlvolk predigten, wie das Klima zu retten sei, nämlich vor allem mit hocheffizienter Technik, Wirtschaftswachstum und evtl. etwas grünen Strom. Selbst bei rudimentärem Verständnis der Fakten sollte klar sein, dass das nicht stimmt. Das war der Politik wohl auch bekannt, aber man wollte gewählt werden. Niemand schenkte dem Wähler reinen Wein ein. Der Wähler nimmt also an, dass das alles leicht machbar ist und wählt entsprechend. Dann sagte man auch noch, dass die Grünen alles verbieten würden, was überhaupt nicht stimmte, aber dazu führte, dass auch von den Grünen keine Fakten kamen.
    Ich frage mich, wie lange es noch dauern wird, bis unsere Politiker endlich mal auf die Wissenschaft hören und das Zukunftsszenario zur Kenntnis nehmen. David Wallace-Wells hat ein Buch veröffentlicht, da hat er alles zusammengetragen, was bisher so veröffentlich wurde. Er beginnt sein Resümee mit den Worten: Es ist schlimm, viel schlimmer als sie denken. Die Langsamkeit der Klimaumstellung ist ein Märchen, es geht rasend schnell.Der bekannteste ähnliche Fall fand vor 25o Mio Jahren statt. CO2 wärmte den Planeten um 5Grad, weiter erwärmt durch Methan führte es zu einem Massenaussterben. 95% allen Lebens verschwand.
    Gegenwärtig läuft dasselbe ab, nur etwa mindestens 10 mal so schnell. Damals war der Meeresspiegel etwa 30 Meter höher als heute und der CO2 Gehalt der Atmosphäre heute ist ein Drittel höher als damals. Soviel zum Meeresspiegel.
    Ich kann einfach nicht verstehen, wieso man aus diesen Fakten nicht die richtigen Schlüsse zieht. Da stellt sich ein Laschet hin und behauptet, mehr Technik, mehr Wachstum und alles wird gut. Warum wird so etwas nicht bestraft, wegen Irreführung des Wählers. Aus rein Markttechnischen Gründen wird fossile Energie verteuert, was passiert ? Der Wähler fängt an zu schreien, das geht so nicht. Dabei muss noch viel mehr gehen. Wir dürfen kein CO2 mehr emittieren, ob es uns passt oder nicht. Denn wenn wir es weiter tun ist es vermutlich unser Ende. Nicht der Planet, die Menschheit ist am Ende. Das liegt offen auf der Hand, offen ist nur noch, ob wir noch eine Chance haben das zu verändern oder ob es schon zu spät ist. Wenn ich mir dann die Politik anschaue, unfähig auch nur die Höchstgeschwindigkeit auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren, was ist los mit diesen Hirnlosen ?
    Nobelpreisträger William Nordhaus kam zu dem Schluss, dass je höher das Wirtschaftswachstum in Zukunft sein wird, um so höher wird die Temperatur sein, was bedeutet 5Grad oder mehr…Für nächstes Jahr wird D. ein Wachstum von 4,8% anpeilen ! Mir fällt dazu nichts mehr ein.

  9. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Selbst wenn sie mit allem recht haben kann die neue Regierung nicht den Kohleausstieg einfach auf 2030 vorziehen. Die letzten 15 Jahre wurden im EE Bereich 130000 Arbeitsplätze abgebaut und wir hatten auch als sie noch vorhanden waren nicht das Ausbautempo das benötigt wird um den Kohleausstieg bis dahin zu schaffen. Ich denke kein Mensch weiß derzeit wie lange es dauert eine solche Industrie aufzubauen und die nötigen Facharbeiter auszubilden und zu gewinnen. Wir können nicht einfach abschalten und hoffen das der Strom aus dem Ausland kommt. Das wird er zumindest stabil nämlich nicht. Man kann nicht einen Ausstieg nach dem anderen beschließen ohne in etwas Neues einzusteigen und das dauert. Ich glaube nicht das ich beurteilen kann wie lange aber 8 Jahre scheinen mir nicht viel. Besonders wenn auch noch E Autos zum fahren und Wärmepumpen zum Heizen benutzt werden sollen. Die alten Männer der Union haben ganze Arbeit geleistet. Zum Glück scheinen sie aber jetzt weg zu sein vielleicht sogar in der Union.

  10. @ Hans
    wir hängen immer am gleichen Punkt fest. Wir haben nicht die Wahl. Jede Tonne CO2 die noch emittiert wird bringt uns dem Untergang näher. Mit anderen Worten eigentlich müssten wir sofort aufhören noch CO2 zu emittieren, egal was das in der Realität bedeutet. Alles ist besser, als noch eine Tonne CO2 rauszulassen. Das ist die Lage, die dem Bürger einfach nicht klar gemacht werden kann. Die Politik tut ja auch so als könnten wir noch sonst was machen und hätten noch Zeit bis 2050. Das ist eine Lüge.
    Daseigentliche Problem ist doch, dass niemand weiß , ob überhaupt noch etwas gerettet werden kann oder ob es schon zu spät ist und es an der Zeit wäre Maßnahmen zu ergreifen um den kommenden Entwicklungen noch etwas entgegen zu setzen, wobei das Problem ist, dass man nicht genau weiß, was tun. Können sie sich vorstellen, dass innerhalb von 10 Jahren der Meeresspiegel um 2 Meter steigt ? Die Weizenernte weltweit um 50% abnimmt ? Die Trockenheit in Europa 10 Jahr lang anhält, die Wälder in dieser Zeit verschwinden, die Temperatur im Sommer über Wochen über 40 Grad beträgt und das innerhalb der nächsten Jahre ? Und und und. Das so. etwas eintritt ist nicht sehr wahrscheinlich, aber unmöglich ist es nicht. Was ist dann mit Kohleausstieg 2030. Auch 10 Ahrtalszenarien sind möglich, innerhalb eines Jahres, vielleicht schon nächstes Jahr, was meinen sie ?? Wir haben nicht die Wahl, wir müssen aufhören CO2 zu produzieren oder WIR MÜSSEN DIE FOLGEN TRAGEN !

  11. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Es ist doch ganz einfach. Wenn mehr gemacht werden müsste als gemacht werden kann dann ist es halt so und wir müssen die Folgen tragen.

  12. @ Hans
    Sie sagen das so locker dahin, ich hoffe, sie haben eine Vorstellung davon, was das bedeutet. Eine solche Entwicklung hat es auf diesem Planeten noch nie gegeben, man kann nur spekulieren. Sicher ist nur eines, es wird grauenvoll und es ist nicht sicher, ob die Spezies Mensch das überlebt. Vielleicht sollte man deshalb doch erst einmal alles versuchen, um dieses Schicksal noch zumindest erträglich zu gestalten.

  13. hans sagt:

    Heute steht ein Bericht von Joachim Wille in der FR über den Ressourcen Bedarf bei einem starken weltweitem PV Ausbau. Das Positive ist das es machbar ist. Er hat eine Ressource aber vergessen zu erwähnen Das ist der Mensch. Es braucht alleine in D. sicher 200000 oder mehr Facharbeiter um den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen und es kann sein dass das auch nichts bringen wird. Derzeit kann man über Strommangel in China lesen. Die am schnellsten wirkende Maßnahme dagegen wäre das China die Export von PV Modulen reduziert oder sogar einstellt um sie selbst zu nutzen, dann wird die neue Regierung keine Steigerung des PV Ausbaues sehen weil es keine zu kaufen gibt. Die Welt ist bei diesen Teilen fast komplett von China abhängig. Das zu ändern würde wohl alleine bis 2030 brauchen. Wer unter solchen Rahmenbedingungen feste Ausstiegstermine bei Kohle fordert? Weiter schreibe ich jetzt nicht.

  14. hans sagt:

    Heute steht ein Gespräch mit Michael Vassiliadis in der FR. Alle die auf einen Kohleausstieg 2030 hoffen würde ich empfehlen es zu lesen. Es ist Stand jetzt sehr zweifelhalt ob es überhaupt möglich ist das zu schaffen. Die Selbstverständlichkeit das man nur abschalten kann wenn man es hin bekommt das etwas anders eingeschaltet wird scheint doch nicht so weit verbreitet wie man annehmen möchte. Es ist schon eine seltsame Zeit. Das ist beim Thema Wohnen oder Impfen ja nicht wirklich anders. Beim Thema Strom sei noch einmal deutlich gesagt . Er kommt nicht von selbst aus der Steckdose.

  15. hans sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=TUkwNv8NJKU
    Die alten Herren von der Union haben schon ganze Arbeit geleistet die letzten Jahre in dem sie die EE ausgebremst haben. Es wird Jahre dauern das zu korrigieren. Über den Inhalt des Beitrags kann man sicher an der ein oder anderen Stelle einiges in Frage stellen aber die Richtung stimmt.

  16. hans sagt:

    RWE will Atomkraftwerke nicht weiter betreiben – Erneuerbare Energien wirtschaftlich attraktiver

    Es schreibt hier außer mir zwar keiner mehr aber vielleicht sind die Zusammenhänge die ich mit dem einen oder anderem Link einstelle doch für manche interessant. Die Tage bei N-TV hatte ich den Eindruck die suchen verzweifelt einen Befürworter für den Weiterbetrieb von deutschen AKW.

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