Zitat des Tages: 17.9.10

„Mein Vater sagte immer: Es gibt viele Wege zu Gott, es ist nicht wichtig, welcher Religion man angehört. Diese Tradition lebe ich weiter.“

Die gebürtige Iranerin und Wahl-Berlinerin Jasmin Tabatabai im FR-Interview

7 Kommentare

  1. Paganus sagt:

    wenn man sich als Laie etwas mit Genetik, also der untersten(?)Ebene des Lebens beschäfigt, kommt man zu der Überzeugung, dass nicht das männliche Prinzip das primäre ist, sondern das weibliche. Tatsache ist u.a., dass alle Embryonen die ersten sechs Wochen ihres Lebens weiblich sind und das männliche Prinzip sich auf einer Schiene befindet, die zum Aussterben führt.(B. Sykes). Ich halte eine Göttin für wahrscheinlicher.
    „Gott“scheint der männlichn Hybris geschuldet wie z.B. männliche Erbfolge oder männliche Namenfolge.

  2. Schnippsel sagt:

    Passen Sie bloß auf – Sie haben das G-Wort verwendet! Das ist zur Zeit ja nicht ganz unproblematisch. 😉

    Sie sollten sich besser an wahrscheinlichere Variante halten: also das mit dem Lehmklumpen namens Adam, dem eine Rippe entfernt wurde, aus welcher eine Frau namens Eva geschnitzt wurde, die später so blöd war, sich von einer sprechenden Schlange einen Apfel von einem Wunderbaum andrehen zu lassen.

    Und damit hätte ich, im Gegensatz zu Ihnen, auch die Kurve zur Religion gekriegt.

  3. Schnippsel sagt:

    Der letzte Satz wurde von mir fälschlicherweise „rüberkopiert“. Streichen Sie ihn einfach.

  4. Paganus sagt:

    das mit dem Lehmklumpen und der Rippe des Adam (Mensch) woraus die Frau entstehen durfte, zähle ich zu der schon oben erwähnten männlichen Hybris. Im Gegensatz zu Ihnen finde ich es von „Eva“ ausgesprochen klug, vom Baum der Erkennntnis den Apfel zu pflücken. Denn welche Frau möchte sich schon von Erkenntnis ausschließen lassen. Es gab lange Zeiten, da waren Frauen von jeder Bildung ausgeschlossen. Diese galt als „unweiblich“ Es war ein langer und mühsamer Weg, bis die Frauen auf den heutigen Stand der Kenntnisse gelangen konnten.Die „Stolpersteine“ begannen schon im „Paradies“ und setzen sich bis heute fort.
    Die Schlange symbolisiert schon seit Urzeiten das weibliche Prinzip und wer, wenn nicht die Schlange hilft „Eva“ bei ihrer, für alle Zeiten klugen Entscheidung?

  5. Tenma sagt:

    Ob es klug oder unklug ist, das Paradies gegen die „Erkenntnis“ zu tauschen, darüber lässt sich streiten.
    Was das Ganze mit dem Ausschluss der Frauen von Bildung zu tun hat, verstehe ich allerdings nicht. Immerhin wurde in der Bibel nicht der Frau das Wissen von Mann vorenthalten, sondern sowohl Mann als auch Frau wurde die „Erkenntnis“ von Gott verboten.
    Außerdem ist es gerade diese Bibel-Stelle, die lange Zeit zur Rechtfertigung der Unterdrückung der Frau genommen wurde (unter anderem), daher finde ich die von Ihnen genannte Interpretation etwas paradox.
    Die Schlange an sich symbolisiert für mich eher die „Sünde“ oder die „Versuchung“ – nicht sehr schmeichelhaft für mein Geschlecht, wenn das die Weiblichkeit sein soll.
    Was Gottes Geschlecht angeht, gibt es nicht wenige Hinweise in der Bibel selbst: Gott schuf den Menschen nach seinem Abbild, als Mann UND Frau. Zudem bedeutet „Jahwe“ (der „Name“ Gottes im Original): „Ich bin der ich bin“ – männliche Worte wie „Herr“ oder „Vater“ wurden ihm erst in der Übersetzung zugedacht.
    Daraus leite ich ab, dass Gott kein Geschlecht hat, bezieungsweise sowohl das Weibliche als auch das Männliche beinhaltet.
    Die „Vermännlichung“ Gottes geht also tatsächlich auf die männliche Hybris zurück, aber eine „Verweiblichung“ wäre meiner Meinung nach dasselbe in grün, wie man so schön sagt.

  6. Abraham sagt:

    @ Tenma
    Ich schließe mich Ihren Ausführungen an. Gott ist keine Person, also weder männlich noch weiblich. Da Gott nicht ein Teil der materiellen, beschreibbaren Welt ist, ist alles „Reden über Gott“ mit grundsätzlichen Schwierigkeiten verbunden. Die jüdische Tradition versucht es auch durch das Verbot zu verdeutlichen, Gott mit einem Namen zu benennen. Das Tetragram „JHWH“ ist für Juden unaussprechbar, es wird durch „Adonei“ (der „Herr“ oder nach Moses Mendelssohn der „Ewige“) oder HaSchem (der Name) umschrieben. Dass zu Gott weibliche Aspekte gehören, druckt sich in dem (femininen) Wort Schechina, das als „Gottes Gegenwart“ übersetzt werden kann.

  7. Paganus sagt:

    „Gott ist keine Person, also weder männlich noch weiblich“
    Das ist Ihre Meinung und meine auch. Darum geht es mir aber nicht. Was ich meine, drückt sich in folgenden Wahrheiten aus: „Wer die Sprache beherrscht, beherrscht das Denken“ oder „Die Sprache bestimmt das Bewußtsein“
    Niemand wird doch leugnen wollen, dass nach 2000 Jahren DER Gott, DER Vater,DER Hirte,DER Sohn, DER Allwissende: DER Erbarmer, DER,DER,DER……….!sich ein vollständig männliches Bild, ein Glaube an das einzig männlich Göttliche entwickelt hat. Welche/r PriesterIn hat es schon einmal öffentlich gewagt „MUTTER unser “ zu beten? Der weibliche Aspekt wurde doch in das tiefste „Verließ“ gesperrt.(in Gesellschaft von Schechina, Ruah und Sophia u.v.a.) Fragen sie doch mal die Menschen auf der Strasse nach ihrem Gottesbild. Die, für Frauen, verheehrende Wirkung eines fast vollkommen männlichen Gottesbildes, muss ich nicht beschreiben. Wir sehen sie täglich.