Frankfurt als Vorreiter mit Hochbahnen

Deutschland ringt mit der Verkehrswende. Es ist klar, dass etwas passieren muss, vor allem aus ökologischen Gründen, aber auch, um die Lebensqualität in den Innenstädten wieder zu heben. Ein gangbarer Weg: Runter mit den Preisen im ÖPNV. Das hat Oberbürgermeister Peter Feldmann für Frankfurt gerade durchgesetzt, aber das allein wird nicht genügen. Wir brauchen offensichtlich ein anderes Verkehrskonzept. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung wäre es, wenn die Menschen häufiger das Rad benutzen würden. Nicht nur in Frankfurt wird heftig über Rad-Schnellwege diskutiert, die sonderbarerweise immer wieder als „Autobahnen für Radler“ bezeichnet werden, vermutlich um zu verdeutlichen, dass man auf diesen Schnellwegen besonders schnell vorankommt. In der Bundesregierung ist man schon so weit, dass man dafür ganze 25 Millionen Euro lockermachen will. Das nennt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zu Recht „unterdimensioniert“. Anregungen für „neues Denken“ kommen aus China, wo BMW zusammen mit Wissenschaftlern eine radgestützte Mobilitätsrevolution entworfen hat. Ob so was in Deutschland durchsetzbar wäre?

fr-debatteVerbessert endlich die Radwege!

Wie toll das klingt: „Radschnellweg nach Frankfurt“. Ich fahre sehr oft mit dem Rad nach Frankfurt und erlaube mir daher einige Anmerkungen zum „Radschnellweg“ in die Metropole. Seit der Geburt dieser Idee steht fest, dass der Schnellweg in Fechenheim endet. Hier habe ich dann die Wahl, auf der Hanauer Landstraße oder durch den Riederwald in die Innenstadt zu gelangen. Beides kommt einem Selbstmordversuch gleich!
Beide Radwege im Riederwald und entlang der Hanauer Landstraße sind in einem so erbärmlichen Zustand, dass viele Radfahrer sie erst gar nicht benutzen. Wenn der umweltbewusste Radler die unzähligen Schlaglöcher und Wurzelerhebungen nicht fürchtet, so sind es die gefährlichen Ausfahrten der Baumärkte und Einkaufscenter sowie die auf den Radwegen parkenden Fahrzeuge, die ihn abhalten, diese gefährlichen Torturen auf uns zu nehmen.
In die Innenstadt Frankfurts komme ich am besten über Steinheim, Mühlheim und Offenbach und dann weiter am Main entlang. Ich muss hier ein paar Biegungen des Mains abfahren, aber diese Fahrt ist sicher und meist sogar abseits des Verkehrslärms. Mein Plädoyer ist daher ganz klar: Liebe Planer und Politiker, spart das Geld für eine neue Radwegetrasse und verbessert endlich die Radwege in den Städten (auch in Hanau sind viele Radwege in einem schlechten Zustand)! Es bedarf hier einer abgestimmten Planung aller Städte: Hanau – Offenbach – Frankfurt! Ob ich nun 17 oder 20 Kilometer nach Frankfurt fahre, ist mir egal – Hauptsache, ich erreiche mein Ziel sicher“

Michael Schröder, Hanau

fr-debatteVorreiter mit Hochbahnen für Radfahrer

„Mein Vorschlag: Radschnellwege als Hochbahnen über ausgewählte Straßen (z. B. über Oberleitungen der Straßenbahnschienen) zu bauen. Es geht doch darum, Menschen zügig und möglichst umweltfreundlich von A nach B zu bringen. Wir müssen begreifen, dass ein Mensch auf dem Fahrrad genauso viel „wert“ ist wie ein Mensch im Auto.
In den 60er Jahren gab es Überlegungen, Hochbahnen in Frankfurt zu bauen, ähnlich der S- und U-Bahnen in Berlin und Hamburg. Dies wurde verworfen zugunsten der U-Bahnen, was wohl auch die richtige Entscheidung war.
Angesichts der Verkehrsprobleme, die uns heute beschäftigen (Staus, Abgase, Parkplätze…), sollte man die Idee vielleicht wieder aufgreifen, doch diesmal um den Fahrradverkehr zu fördern, was auch den Straßenverkehr entlasten würde. Hierzu braucht es eine gewaltige Anstrengung, die aber eine sinnvolle Investition wäre und sicher preiswerter als das damals geplante Hochbahnnetz.
Radwege im Obergeschoss bedeuten keine zusätzliche Geräuschbelastung sowie keine Abgas- / Umweltbelastung, sondern jeweils eine Entlastung. Parallel dazu werden dann natürlich auch mehr Fahrradparkplätze, vermietbare Parkboxen und Fahrradparkhäuser gebraucht, wie es sie schon in anderen Städten, z.B. Freiburg oder Münster gibt.
Der Bau mit weitgehend vorgefertigten Teilen z.B. Fertigstützen oder Platten sollte relativ preiswert und zügig durchzuführen sein. Man müsste nur die Fundamente vor Ort herstellen. Ästhetisch leichte, elegante Architektur wird sicher auch gerne akzeptiert (siehe Kopenhagen). Wenn die Infrastruktur geschaffen ist, werden sicher viele Pendler das Auto stehenlassen und bevorzugt mit dem Fahrrad fahren. Kreuzungs- und ampelfrei in wenigen Minuten aus den Vororten in die Innenstadt. Z.B. von Eschersheim zur Hauptwache sind es rund fünf Kilometer, die wären locker in 15 Minuten zu schaffen. Auf- und Abfahrten jeweils an großen Straßenkreuzungen. Der Fahrrad-Boom der letzten Jahre muss unterstützt werden. Geschickt vermarktet kann das doch nur ein Erfolg werden. „Bike-Highways“ in Frankfurt – Vorreiter in Deutschland – mustergültig!“

Ulrich Altmann, Friedrichsdorf

 

 

2 Kommentare

  1. Anna Hartl sagt:

    @ Ulrich Altmann
    Den von ihnen beschriebenen Hochweg kann ich mir schwer vorstellen. Über der Oberleitung?
    Bin mir nicht sicher, ob ich da fahren möchte.
    Wichtig fände ich die farbliche Kennzeichnung der Fahrradwege wie in Kopenhagen. Die aufgemalten Fahrräder alle wie viel Kilometer? sind ein Witz. Fußgänger kapieren oft nicht, dass sie sich auf dem Radweg bewegen und reagieren teilweise unflaetig wenn sie durch klingeln darauf aufmerksam gemacht werden. In Darmstadt sind innerhalb einer Woche zwei Radler überfahren worden weil die abbiegenden Autofahrer sie übersehen haben. Ein farbliches Abheben macht den Autofahrern deutlich, dass sie aufpassen müssen und den Fussgängern klar, wo sie sich befinden.
    Außerdem muss auf vielen Straßen der Belag dringend erneuert werden. Die Löcher mit denen ein Auto noch klarkommt, sind für Radler lebensgefährlich.

  2. Brigitte Ernst sagt:

    Mir ist jeder Weg recht, mit dem Radfahrern meinetwegen so viele Vorrechte wie möglich eingeräumt werden. Nur bitte nicht ständig auf Kosten der Füssgänger. Dass rasende Radler in den ursprünglich mal „Fussgängerzonen“ genannten Bereichen mittlerweile ihr Unwesen treiben dürfen, ist schon schlimm genug. Dass ich mich aber heute sogar auf Fusswegen, Fussgängerüberwegen und Bahnsteigen nicht mehr sicher fühlen kann, ist ein Skandal.

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