Der neunte November

Erinnert ihr euch noch an die Debatten um das Datum unseres Nationalfeiertags? Es gab damals vor seiner Einführung viele Stimmen, die forderten, den Feiertag auf den 9. November zu legen, ein Datum, an dem sich einiges ballt, was für die deutsche Geschichte bedeutsam ist. Gegenargument war vor allem, dass an diesem Tag manches geschah, was nicht gerade Anlass zum Feiern gibt. Argument hiergegen: Dann gebt uns nicht nur einen Feier-, sondern gleichzeitig auch einen Gedenktag. Doch wir bekamen den 3. Oktober. – Die Wiederkehr des 9. November war für FR-Leserin Heide Basché aus Frankfurt Anlass, mir eine Aufstellung der Ereignisse des 9. November zu schicken. 

1799 Staatsstreich durch Napoleon, dadurch offizielles Ende der Französischen Revolution

1848 Standrechtliche Erschießung Robert Blums in Wien durch die Habsburger wegen dessen Teilnahme am Aufstand in Wien. Blum war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung (Paulskirche)

1848 Staatsstreich in Preußen, Verlegung der Nationalversammlung in die Stadt Brandenburg

1918 Novemberrevolution in Deutschland, eingeleitet durch die Kieler Matrosen nach dem militärischen Zusammenbruch. Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates in Frankfurt. Intellektuelle und Teile der Arbeiterschaft versuchen, die Revolutionsbewegung vom 9. November in Bayern (Münchner Räterepublik) zu retten, nachdem sie vorher in Berlin gescheitert waren.

Reichskanzler Prinz Max von Baden verkündet die Abdankung von Kaiser Wilhelm II.; dieser flieht in die Niederlande. Gegen 14 Uhr rief Philipp Scheidemann (SPD) vom Balkon des Reichstags die „Deutsche Republik“ aus. Gegen 16 Uhr proklamierte Karl Liebknecht vor dem Berliner Stadtschloss die „Freie Sozialistische Republik Deutschland“. Liebknecht und Rosa Luxemburg gründen die Zeitung „Die Rote Fahne“ als Organ des Spartakusbundes

1923 Hitler-Ludendorff-Putsch, Marsch mit der SA-„Sturmabteilung“ zur Feldherrnhalle in München. Wird blutig niedergeschlagen. Hitler flieht, wird aber gefangen genommen und in der Feste Landsberg interniert.

1938 Reichspogromnacht. Attentat auf Hitler durch Maurice Bavaud, einem katholischen Theologiestudenten aus der Schweiz (hingerichtet 1941)

1989 Öffnung der innerdeutschen Grenze und Fall der Berliner Mauer

Vielleicht fällt euch noch mehr ein?

37 Kommentare

  1. Werner Thiele-Schlesier sagt:

    Es ist wirklich bemerkenswert, wie sich die Regierigen um Kohl damals gegen den 9. 11. als Nationalfeiertag drückten. IMHO gibt es keinen besseren Nationalfeiertag in Deutschland. Ich fragte mich schon damals, warum der nicht benannt wurde. Ist wohl der Revolution von 1918 geschuldet. da sollte Kohl schon mal von Historikern befragt werden.

  2. BvG sagt:

    Da ja am 11.11 die Karnevalssaison beginnt, ist der 10.11 als NFT angemessen.

    Da kann man bei jeder Gelegenheit fragen, ob die Deutschen schon jeck oder noch völlig durchjedreht sin‘ und ob dat allet noch witzig oder nit mehr witzig is‘.

    Ist auch das einzige Datum , wo alle richtig senibel auf Überschreitungen reagieren,weil se sich de Spass nit verderbe lasse.

    Wär auch richtig deutschlich, daß de Spass erstmal uffhört, bevor daß er anfängt.

  3. alterbutt sagt:

    Ich war immer der Meinung,dass wir einen ganzjahres Karneval haben und bin froh mal jemanden ohne Pappnase zu treffen:—)

  4. sagt:

    In Wikipedia steht noch paar Memories.

    Mir wurscht, wann.. habe eh keinen Bezug zu diesen Feiertagen.

  5. BvG sagt:

    Ich beanspruche das Copyright für den Ausdruck „senibel“ als Synonym für „sensibel-senil“, was den Eigenschaften eines Nationalfeiertags am nächsten kommt.

    Ansonsten bin ich dafür, einen Tag zu suchen, wo mal nichts Blödes passiert ist, weil das allein ein Grund zum Feiern wäre.

    Im Falle des Falles könnte man diesen ja erschaffen.

  6. alterbutt sagt:

    oder wir einigen uns über alles bekloppte zu lachen!
    Dann wäre jeder Tag ein Feiertag zum Gedenken an die Vernunft!
    TäTäTä Tä

  7. maderholz sagt:

    …wunderbar, auf diesem Niveau kann ja wirklich jeder mitmachen !

    Seit ich im Ruhestand bin, kann ich jeden Tag zu „meinem“ Feiertag machen – ein wahrhaft schönes Gefühl…

    maderholz.

  8. BvG sagt:

    So ein Tag, an dem alle mal die Klappe halten, besinnlich sind,keinen Scheiß anstellen, niemandem die Laune verderben und diesen Tag auch nicht für die eigene Religion oder sonst einen ambitionierten Kram vereinnahmen.

    Nennen wir ihn „Maderholzens Feiertag“, damit fangen wir an.

  9. […] Debatte in der Frankfurter Rundschau Meinung vom Staatsoberhaupt in spe Blog-Beiträge von der FR und […]

  10. sagt:

    Das wäre ein Eingriff in die persönliche freiheitliche Entfaltung… der Kreativität der Atem genommen… naja, und was du als Laune verderbend betrachtest, ist auf der anderen Seite der 1 kg-Ramabecher. Miesepeter bist dann. Und schon der Ansatz dieser BcG’schen Gedanken ruft dazu auf, genau dies nicht zu machen 🙂

  11. heinrich sagt:

    „Vielleicht fällt euch noch mehr ein?“ Ja natürlich!

    Dem Lob über das volkstümliche Niveau, das hier erreicht ist, kann man sich ja nur anschließen.

    Die FR darf sich einer geschichtsbewussten Leserin erfreuen, als welche Heide Basché sich erweist, und diese darf sich glücklich schätzen über ein Blog, in dem ihre Anregung, sich mit unserer Geschichte auseinanderzusetzen, in einer solch kreativen und geistreichen Weise aufgegriffen und umgesetzt wird.

    So sind sie eben, die Netzdetektive. statt den „öffentlichen Raum, der von anderen mitgelesen wird“, als ihre „persönliche Spielwiese“ zum Austoben zu benützen, sind sie sich ihrer Verantwortung und Außenwirkung durchaus bewusst und setzen hier ganz neue Maßstäbe für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte anhand der vielfältigen, von Heide Basché aufgeführten Ereignisse.

    Die traditionelle Rollenteilung „Bürger-Journalisten – das war einmal. Jetzt gibt es die Netz-Detektive.“ Sie geben den Profis der FR entscheidende „Anstöße für weitergehende Berichterstattung“. Die BBC ist dagegen kalter Kaffee.

    Und Guido Knopp kann sowieso einpacken. Die Geschichte der Deutschen, lehrreich und zugleich kurzweilig und unterhaltsam vorgetragen, das ist hier!

    Selten so amüsiert!

  12. sagt:

    Ach Heinrich weißt, der öffentliche Raum läßt viel Freiraum für die persönliche Entfaltung. Deutschlands Zukunft weiß was DSDS bedeutet, DDR aber nicht. Das hat der hr (Hesssiche Rundfunk) aufgedeckt. Und dann kommt man daher, liest den Aufguß als Diskussionsgrundlage aus dem Wikipedia-Meinungswissenlexicon, schaust auf den Kalender, dann nach Wiesbaden, dann kratzt dich verlegen den Kopf, naja, ist wieder mal soweit…

    Was verlangst Du eigentlich?

    Und für den Fall, es gibt auch so Abreißkalender, wo jeder Tag ein Ereignis von früher auf der Rückseite aufzuweisen hat. Manchmal auch mehreree. Nur für den Fall, falls die Tage des Humors mal ausgehen sollten.

    Guten Morgen aus der Bertramstraße 8.

  13. sagt:

    Tschuldige lieber Bronski, aber ein Nachtrag der ernsteren Art ist noch nötig:

    Ich überfliege gerade so fr-online, steht da:

    Vergessene Gräber
    Diener des Gedenkens

    Ich war zwei Mal in Verdun in den Sommerferien, Kriegsgräberpflege für 14 Tage – freiwillig. Das war ein jährliches Angebot an die Jugend – früher.

    Wer von den geschichtsbewußten Blogscheibern auch?

    Ab und wann verlieren sich ein paar ältere Besucher auf den niederländischen Teil des Oberräder Waldfriedhof.

    Wer von den FR-Schreiberlingen (aus Frankfurt) schon dort gewesen, weiß wer dort liegt?

    Das Bewußtsein um die Geschichte der Deutschen fängt wie so vieles vor der eigenen Haustüre an, nicht erst wenn es 19:30 Uhr im ZDF ist oder gar der 9. November sich jährt.

    Nachträglich eine Entschuldigung für die Flapsigkeit meiner vornangegangenen Beiträge.

  14. BvG sagt:

    Wenn man denn mal ein Niveau erreichte bei den Gedenktagen, an denen wirklich jeder mitmachen kann, statt von selbsternannten Eliten „volkstümlich“ genannt zu werden. Soll wohl ein Synonym für Dummheit sein.
    Na dann weiß man ja, wem die Thematik gehört.
    Die echt ernsthaften Menschen nähen dann den Knopp an, ganz volksnah, für Cash.

  15. Gesine Juncker sagt:

    Ich verfolge das hier schon seit längerem und will mich jetzt zum erstenmal zu Wort melden. Ich gebe Heinrich nämlich in einem Punkt Recht: Das Niveau dieser Diskussion ist bisher unterirdisch. Wenn das nicht Politikverdrossenheit ist, dann ist es Defätismus, was hier bisher angebracht worden ist. Ich halte das Thema für zu Ernst als dass es derart karnevalesk angefasst werden sollte. Schleißlich geht es um die Einheit, und damit um uns alle, auch wenn die Karnevalisten, die sich vor mir geäußert haben, sich davon offenbar nicht angesprochen fühlen.

    Aber Heinrich, Ihr Beitrag ist eigentlich nicht viel besser. Warum granteln Sie so? Weil Sie vor Zeiten mit Ihren selbstrefenziellen und wortreichen Beiträgen hier rausgeekelt wurden? War dies Blog denn nicht auch Ihre persönliche Spielwiese? Also, inhaltlich haben Sie auch was beizutragen?

    Ich persönlich halte den 9. November für politisch zu aufgeladen als dass man ihn zum Nationalfeiertag hätte machen können. Das hätte eine ganz neue Form des Feierns bzw. Gedenkens erfordert, um all diesen unterschiedlichen Ereignissen gleichermaßen gerecht zu werden. So ein Feiertag hat weitgehend ideologiefrei zu sein. Das ändert aber nichts daran, dass der 9. November sowas wie der heimliche Nationalfeiertag ist, auch wenn er nie in einen öffentlichen Status gehoben wurde.

    Mich würde auch mal interessieren, welche Ereignisse denn auf den 3. Oktober fallen.

  16. alterbutt sagt:

    Wenn es darum geht die Vergangenheit zu beurteilen ,sind Fachleute bzw. Historiker“gut positioniert,jedoch durch ihre eigene Arbeit aufgezwungenen Beschränkung sehr behindert die Zukunft zu bewerten.
    Da wir aber nach vorne leben müssen,würde ich eher einem Arbeiter oder Dichter das Wort erteilen wenn es um Zukunftsproknosen geht.
    „Beide haben noch Träume und Pantasie“
    Aber so ist das mit den alten Männern,sie geben gute Lehren,weil sie nicht mehr imstande sind schlechte Beispiele zu geben.
    In diesem Sinne lieber Heinrich etwas weniger Arroganz wäre auch angemessen in Anbetracht Ihrer Leistungen in diesem Blog.
    So gut waren sie nun auch nicht,dass alle vor Ehrfurcht niederkniehn müssen.

  17. BvG sagt:

    Politikverdrossenheit, durchaus.

    Ein Feiertag wäre es, einmal nicht die Geltungssucht von irgendjemandem unterstreichen zu müssen.
    Die herausgehobene Funktion des „Nationalfeiertag“ und von Gedenktagen ist längst im politischen PR-Geschäft korrumpiert worden.
    Die verständliche Entrüstung über meinen karnevalesken Stil trifft den Falschen. Es steigen an solchen Tagen ganz andere in die Bütt, mit mehr Schlitzen im Ohr als ich.
    Gedenktage sind schon beinahe eine Einladung an den Terror, sich mit Unglaublichkeiten in’s kollektive Gedächtnis einzugraben und Daten zur eigenen Berühmtheit zu beschädigen. Selbst Opfergedenken werden dazu mißbraucht.

    Ich finde, der Nationalfeiertag Deutschlands gehört ausgewürfelt . Dann würde eine ernsthafte Reflexion der Geschichte dieses Tages beginnen, die nicht durch Meinungsmacher vorgefertigt wird.

  18. sagt:

    @ Gesine Junker: Wer 03. Oktober hat… 🙂

  19. heinrich sagt:

    Vielen Dank für den vielseitigen Zuspruch! Ein immer wieder gern gepflegtes Missverständnis: Eine Kritik entkräftet man inhaltlich nicht dadurch, dass man den Kritiker kritisiert.

    Dabei war mein Gastbeitrag voll des Lobes für die Kommentare der Netzdetektive. Ich war fasziniert von der, wenn schon nicht historischen, so doch philosophischen Durchdringung des Themas. Sie werden es mir also nachsehen, werte Frau Juncker, dass ich, wiewohl am Thema interessiert, auf diesem Anspruchsniveau inhaltlich leider tatsächlich nichts beizutragen habe.

    Mit umso größerem Interesse werde ich also die weitere Diskussion hier bloß passiv verfolgen und Bronskis umfangreiche Zusammenfassung in der Print-Ausgabe mit Spannung erwarten. Oder habe ich das mit den Netz-Detektiven falsch verstanden?

  20. Bronski sagt:

    Hast du, Heinrich, jedenfalls wenn du glaubst, dass jedes Thema, das ich hier für die Netz-Detektive setze, zwangsläufig zu einer Veröffentlichung in der Print-FR führt. Da muss schon was Substanzielles zustandekommen, und das sehe ich hier bisher nicht, genau wie du. Aber das ist eigentlich nicht weiter schlimm, denn es gab schon vorher Themen, die ich für die Netz-Detektive aufgemacht habe und die nicht gut genug waren und/oder nicht den für eine Veröffentlichung in der Print-FR nötigen Widerhall hatten.

  21. sagt:

    Die Steil-Vorlagen müssen ja auch Netz-Detektiv-würdig sein. Das da oben… nun ja, eine bessere Flanke zum 9.November hätte vielleicht ein „raunen“ in der (H)ecke ausgelöst.

  22. Bronski sagt:

    @ rü

    Dann schieß doch deine Flanke zum 9. November einfach mal.

  23. sagt:

    Ach lieber Bronski, bin doch nicht so der Datumskicker 🙂 Ich versuche dir eine Flanke am Wochenende zum Asyldingens vorzulegen, so nach Grabowski-Art, schee krumm und für den Gegner uneinschätzbar 😉

  24. thomas sagt:

    hihi

    rü, hast du es gemerkt? der 3. oktober fällt auf den tag, an dem der notruf „come quickly danger“ durch „sos“ ersetz wurde. den 3. oktober 1906

    das ist sehr schade hatte doch die fr erst kürzlich das titelbild von der ypsilanti am bug der titanic

    die titanic sandte noch „cqd“

    inzwischen sendet die hessen-spd „sos“

    o sorry bronski, hoffentlich wertest du das nicht als regelverstoß

  25. sagt:

    Guten morgen Thomas 🙂

    nein, für solche Feinheiten im Detail reicht es nachts selten, und ob der Tag es bei mir ans Licht gebrracht hätte? Wohl kaum. 😉

    Der 03. Oktober klebt bei mir deshalb, weil sich immer paar Leute aufregen, wenn deutsche Muslime an dem Tag ihre Moscheen für alle öffnen. Symbolischer kann der Tag der deutschen Einheit nicht begangen werden, aber nein… DE-Politwelt ist einfach nur gaga.

  26. BvG sagt:

    Die Haare sträuben sich ja schon beim Titel:

    „Tag der deutschen Einheit“
    Warum wird das nicht hinterfragt?

    Deutsche Einheit gibt es nicht, hat es nicht gegeben und sollte es auch nicht geben.

    Was soll so ein Titel aussagen? 12 Stunden mal unter einer nationalen Idee zusammenstehen? Einfach nur deutsch sein und alle fünfe gerade sein lassen? Alles Unrühmliche vergessen und trotzdem stolz sein, bloß wegen dem Gemeinschaftgefühl??

    Die Feierlaune ist längst verdorben, durch alles, was geschehen ist. Es gibt kein reines Datum mehr. es sei denn , man hat ein ausgeprägtes Talent zur Verdrängung. Die Menschen haben sich den Spaß verdorben.

    Gibt es darauf eine Antwort, heinrich?

    Meine Antwort ist die reale Karikatur:

    „Auf der Mauer , auf der Lauer..“ muß Nationalhymne werden.
    Das ausgewürfelte Datum „Nationalfeiertag“ muß „Tag der Vielfalt“ heißen.

    Einen Feiertag kann es nur geben, wenn alle Grund zum Feiern haben.

    Solcherlei zu definieren wäre eine Aufgabe für eine Historiker: Alle auf einen Augenblick des Friedens zu fokussieren.

  27. maderholz sagt:

    @ zu 8.BvG :

    …wo alle mal die Klappe halten…

    Wahrlich keine so schlechte Idee !

    Keine Interviews von Politikern, keine Talkshows, keine Sportübertragung, kein Wort zum Sonntag – einfach nur Stille überall.
    Kein „Bild am Sonntag“, und auch kein Bild am
    Fernsehschirm…

    Ob wir das aushalten könnten ?

    Der FR-Blog würde jedenfalls davon profitieren…(:-)

    maderholz

    (der Feiertag dürfte aber keinesfalls so heißen…)

  28. alterbutt sagt:

    Sinn und Unsinn von Feiertagen:
    Im Grundgedanken hatten alle Feiertage einen Sinn!
    In der Ausführung besteht Konsumzwang dem sich alle gern unterwerfen.
    Die Besinnung beginnt im Blumengeschäft und endet vieleicht bei z.B. Karstadt oder in Brückentage.
    Da kann Papa ja auch mal mit!:-(
    Vom Sinn verfehlt,aber Volkswirtschaftlich noch Sinnvoll.
    „Familie“ da wäre was möglich,aber da wären wir ja wieder bei einem ganz anderem Thema“Gesellschaftpolitik-Erziehung-Werte-Rückbesinnung-……………….

  29. maderholz sagt:

    Hallo, alterbutt,

    zur „Werte-Rückbesinnung“ müßten wir klären, welche Werte da gemeint sind.

    Ich bin da eher für Suche und Definition von Neuen Werten und Regeln, die in die Zeit passen.
    So schön die „Gute alte Zeit“ gewesen sein mag, sie kommt nicht mehr…

    maderholz

  30. alterbutt sagt:

    Familie würde reichen mit allen positiven Wirkungen.
    Das hätte nichts mit der guten alten Zeit zu tun oder muß nicht.
    Werte werden nun mal in intakten Familien vermittelt und intakte Familien entstehen so glaube ich in einem guten sozialem Umfeld.
    „positiver Kreislauf!“

  31. maderholz sagt:

    Familie…Ein schönes Wort. Was ist Famlie ?

    Da fällt mir ein Gedicht aus einem alten Lesebuch ein :

    „Urahne, Großmutter, Mutter und Kind,
    in dumpfer Stube versammelt sind…“

    Die ist sicher nicht gemeint.

    Eine moderne Familie : Muss flexibel sein,
    ein Verdienst reicht lange nicht mehr,
    Ein Beruf auch nicht, Arbeitsplatzwechsel mitunter mit Wohnortwechsel verbunden…

    Das kann es auch nicht sein…

    Suchen wir also nach der „intakten Familie in einem guten sozialen Umfeld.“

    Es wird immer schwerer, welche zu finden.

    Also : Tag der Familie – hilft nicht weiter.

    maderholz

  32. BvG sagt:

    Ich bin für den Ijon-Tichy-Gedenktag,
    da im Zuge der BdG (Bereinigung der Geschichte) sehr intensiv daran gearbeitet wird, einen von 365 Tagen so reinzuwaschen, daß nun wirklich nichts an diesem geschehen gewesen sein wird.

    Es ist allerdings, nachdem die Bereinigungstechnik an G.Klitterer verscherbelt wurde, zu so extremen Scharmützeln zwischen Historikern und Bereinigern gekommen, daß dieses Projekt zu scheitern droht.

    Man wirft den Bereinigern vor, durch die Verhinderung von Untaten in der Vergangenheit das Mahnen und Erinnern in der Gegenwart an ebendiese zu verhindern und so solcherlei Untaten in der Zukunft geradezu zu provozieren.

    Die Bereiniger hingegen werfen den Historikern vor, in ihrer Verliebtheit in das Unerhörte und ihrer Sucht nach dem historischen Ereignis dummsinnige Despoten geradezu dazu anzustacheln, jungfräuliche Jahrestage zu beflecken.

    Eine Einigung scheint sich insofern abzuzeichnen, indem man das Unerhörte in abgelegenen Weltgegenden weiterhin geschehen läßt,im eigenen Lande jedoch eindringlich vor Vergangenem und dessen Wiederholung warnt.

    Der eingangs angesprochenen Ijon-Tichy-Tag würde das Problem lösen, da die Protagonisten und Entscheider zu einer Zeitreise eingeladen würden, in der sie das Für und Wider ihres Ansatzes zu diskutieren hätten.

    Da Zeitreisen bekanntlich außerhalb der normalen Zeit stattfinden, hätten diese widerstreitenden Parteien einfach keine Zeit, das friedliche Zusammenleben der Menschen zu stören.
    Sie kämen nur da an, wo sie gestartet sind, wie alle anderen Historiker auch.

  33. Werner Thiele-Schlesier sagt:

    @ BVG # 26
    Deutsch sein, heißt eine Sache um ihrer selbst Willen zu tun! (IMHO Tucholsky)

  34. alterbutt sagt:

    Ein Tag ,wie immer genannt werden soll hilft überhaubt nicht weiter,aber man sollte es auch nicht völlig unterschätzen.
    Wenn die erste Seite einer Zeitung mit den guten Nachrichten anfängt und sich dann auch noch gut verkauft ,wären wir auf einem guten Weg.
    Wenn wir uns an das Leid anderer nicht erfreuen,weil es uns nicht getroffen hat,wären wir auf einen guten Weg.
    Man könnte die Liste unendlich erweitern und benötigen dann keine extra Tage um Nett zu sein.
    Ich nehme es vorweg ,dass es sehr Naiv ist aber was soll;s

  35. sagt:

    Wenn der Hund net geschisse hätt‘, hätt‘ er den Has‘ gekrischt.

    „Die gute alte Zeit“ … welche dann? Die FR führt ja auch so ein Geschichtsbuch als Blog – sehr interessant, lese ich gerne dort -, wie arm soll’s dann noch werden? Leibeigene, an die Königsteiner Ritter abgegeben, da Krieg verloren? Vielleicht die Zeit wo Frau die Klappe halten mußte? Wo Behinderte Krüppel waren?

    Irgendwo klemmts, sind rosarote Woken bei Media Markt als Verpackung verwendet worden.

    Am Sonntag war Volkstrauertag.

  36. sagt:

    Ich weiß ja net… ich glaube wir Deutschen sind für sowas net geboren.

    „Familie“… das hatten wir es auch mal hier und irgendwie ist die „Familie“ heute auch nicht mehr das, was sie mal war. Man muß nur den „Muttertag“ (2. Sonntag im Mai)nehmen. Und wenn die alten noch älter werden, naja, wie das so ist…
    Und nicht mal der „Wäldchestag“, der ja ein Familientag auf Frankfurter Ebene ist, ist irgendwie noch familienbezogen.

    Ich habe bei mir ja auch mal darüber siniert, bin dann auf so etwas „europäisches“ gekommen, wo ganz Europa an einem Tag feiert, aber irgendwie bin ich davon auch wieder weg.

  37. maderholz sagt:

    …einen „Europatag“ wird es dann geben, wenn
    die erste frei gewählte Europaregierung ihr Amt antritt.
    Dauert aber noch ein Weilchen.