Maskenträger schützen andere, nicht sich selbst

Wie sinnvoll ist es, Mund- bzw. Atemschutz zu tragen? Das Robert-Koch-Institut, das die Bundesregierung berät, sagt, es könne sinnvoll sein, eine Maske zu tragen – und zwar um andere Menschen zu schützen. Zum Schutz vor Infektion taugen Atem- und Mundmasken nicht, obwohl dieser Glaube derzeit kursiert. Das Gefühl von Sicherheit, das viele Menschen damit zu verbinden scheinen, kann trügerisch und sogar gefährlich sein, falls es dazu führt, dass andere Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt werden.

MundschutzHier ein Bild von einem Mundschutz, der praktisch nutzlos für den Selbstschutz ist. Weder ist das Material dicht genug, um Partikel effizient aus der angesaugten Atemluft herauszufiltern, noch schließt die Maske um die Nase und an den Seiten stramm genug ab. Der einzige Dienst, den sie leisten kann: Sie kann Tröpfchen aus den Atemwegen abfangen, die man aushustet oder ausniest. Man schützt also andere Menschen. Das ist allerdings ein sinnvolles Argument für das Tragen eines Mundschutzes. Wer eine solche Maske tragen will, sollte weitere Hygienemaßnahmen einführen und die Masken regelmäßig waschen und/oder desinfizieren.

Die Bundesregierung will derzeit nichts von einer Schutzmaskenpflicht wissen. Vermutlich denken unsere Politiker dabei vor allem an den Mangel an Schutzmasken und -kleidung, wie er derzeit so gut wie überall in den Krankenhäusern und bei den Ärzten zu beobachten ist. Völlig klar: Das medizinische Personal, das an vorderster Front im Kampf gegen Sars-CoV-2 steht, verdient und braucht diesen Schutz zuallererst. Es wäre niemandem damit gedient, würden die Menschen unserem Krankenhauspersonal jetzt die Masken wegkaufen. Also: Wenn Maske, dann selber nähen! Warum es diesen Mangel an Schutzkleidung überhaupt gibt, das ist allerdings noch einmal eine andere und sehr berechtigte Frage.

Comic KoehlerHier ein Comic von der Frankfurter Zeichnerei Susanne Köhler zu diesem Thema. So kann man sich eine Maske nähen.

Das hier sagen Experten zu diesem Thema, und so kommentiert die FR die aufgeregte Diskussion.

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Die Coronavirus-Pandemie – Eine Übersicht

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Balken 4Das Virus lacht sich tot

Am effektivsten sind die einfachen und selbstgemachten. Warum? Weil die Viren sich darüber totlachen!

Horst Pollak, Hannover

fr-debatteKein Schutz vor Infektion

Sehr geehrte Damen und Herren, die überall abgebildeten Atemschutzmasken schützen nicht den Träger, sondern andere Personen vor einer Tröpfcheninfektion, falls der Maskenträger selber infiziert sein sollte! Ein Selbstschutz des Maskenträgers ist nicht gegeben! Schutz vor Tröpfcheninfektion bieten nur vollständig undurchlässige, das ganze Gesicht abdeckende Visiere, wie sie auch häufig von Klinikmitarbeitern getragen werden! Die in den Medien kursierenden Bastelanleitungen führen zu keinem Schutz vor Infektion! Natürlich würden Infektionen verhindert, wenn alle eine Mundmaske tragen würden, da ja die Abgabe von Viren von Infizierten an Nichtinfizierte stark unterdrückt werde würde! Eine Selbstbauanleitung, die zu einer wirksamen einem wirksamen Schutz führt, ist unter maskeauf.de zu finden. Informieren sie ihre Leser, sie werden ihnen dankbar sein.

Edgar Treber, Eltville

fr-debatteJetzt ist Kreativität doppelt gefragt

„Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Dieses geflügelte Wort sollte gerade jetzt jeder im Ohr haben. Ein Mundschutz muss her – egal welcher Couleur. Dazu braucht es keine Wissenschaft, keine Politik, und erst recht nicht jeden Tag eine neue Erkenntnis der sogenannten „Experten“, wem er denn nun nütze. Jedem Einzelnen in unserer Gesellschaft sollte dies eigentlich immer schon klar gewesen sein – auch dem Arzt, Zahnarzt, Priester, Lehrer, Pfleger, der Krankenschwester und vielen mehr – es sei denn, er nenne Vernunft nicht sein eigen.
Mundschutz ist nicht mehr lieferbar? Phantasie und Kreativität sind gefragt, ein doppeltes Stück festen Stoffes, vielleicht mit einem auswechselbaren Filtertütchen, bewirkt da schon einiges. N u r so gelangen die sichtbare wie unsichtbaren Tröpfchen beim Sprechen nicht mehr in die Schleimhäute unseres Gegenüber.
Jedem vernunftbegabten Wesen, für das wir uns doch alle halten, sollte klar sein, dass n u r so der eigene Schutz möglich wird. Erst aus der Distanz lernen wir die Nähe wieder zu schätzen! Und das tut diesmal richtig weh.

Sylvia Heger, Dortmund

fr-debatte

46 Kommentare

  1. hans sagt:

    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=320926&link=https%3A%2F%2Foekonews.at%2F%3Fmdoc_id%3D1159727
    Ich möchte China und dem Unternehmen dass das auf die Beine gestellt hat gratulieren während die deutsche Industrie sich in Kurzarbeit zurück zieht und hofft das der Kelch an ihnen vorbei geht. Es wird nicht nur der Kelch sein sondern auch die Zukunft. Man kann das ja auch an der Energiepolitik sehen.

  2. Das Robert-Koch-Institut vollzieht in Sachen selbstgefertigter Atemschutzmasken eine besondere Form der Echternacher Springprozession. Zum Anfang der Kontaktverbote erfolgte eine Warnung vor diesem Schutz, denn dieser sei medizinisch wirkungslos und könnte die erfolgversprechenderen Maßnahmen wie 1,5 Meter-Mindestabstand und regelmäßiges Händewaschen als überflüssig erscheinen lassen. Dann, am 2. April, erging die Empfehlung, Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten sich vorsorglich eines solchen Schutzes bedienen. Am folgenden Tag, dem 3. April, distanziert sich Professor Wieler teilweise von der Erkenntnis des Vortags. Das Tragen „textiler Behelfsmasken“ könnte dazu beitragen, Tröpfchen beim Husten oder Sprechen zurückzuhalten. Diese Masken könnten dabei helfen, andere zu schützen (mutmaßlich vor dem kontaminierten Atem von Infizieren). Aber sie würden nicht dabei helfen, den Maskenträger selbst zu schützen (?!). Diese Konklusion verstehe, wer kann und will. Das Orakel von Delphi äußerte sich konkreter. Wieler begründete die neue Einsicht mit dem Nichtvorhandensein wissenschaftlicher Evidenz.

    An diesen Aussagen fällt ihre mangelhafte Evidenz (Eindeutigkeit) bzw. ihre fehlende Logik auf. Denn wenn eine einfache Maske die Übertragung von Viren durch infizierte Personen auf andere zumindest hemmt (weil Virenpartikel vom Textil aufgefangen werden), warum dann nicht auch den Empfang von Viren beim maskentragenden Gegenüber? Könnte das Tragen einer solchen Maske von jedermann (jederfrau) nicht ein wirkungsvoller zusätzlicher Schutz vor Infizierung sein? Vor allem dort, wo der geforderte Sicherheitsabstands immer wieder zwangsläufig oder leichtfertig nicht eingehalten wird? Beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Supermärkten, Apotheken oder beim Abholen von bestelltem Essen vor Restaurants?
    Möglicherweise ermöglichte ein verbindliches Dreiergebot aus (zunächst noch behelfsmäßiger) Maske, Mindestabstand und Händewaschen einen behutsamen Neustart in Produktion und Verwaltung zu Ende April?

    Wir dürfen angesichts von Corona nicht nur unsere Gesundheit fahrlässig aufs Spiel setzen, wir müssten auch alles daran setzen, unseren Verstand nicht zu verlieren.

  3. Jürgen Malyssek sagt:

    Das Experten-Hin-und-Her zwischen Nutzen der Schutzmaske oder nicht, ist nicht gerade sehr hilfreich.
    Etwas mehr Kompetenz hätte ich da schon erwartet. Mindestabstand und Händewaschen bleiben für mich Prioritäten.
    Immer mehr sind Achtsamkeit und Verstand gefragt. So und so vielen Menschen scheinen die Unsicherheiten mental nicht gut zu bekommen.

  4. Tilbert sagt:

    Zum gerade heiß diskutierten Thema ‚Mundschutz gegen Corona‘ wird immer wieder darauf hingewiesen, dass eine (einfache) Atemschutzmaske in 1. Linie die ANDEREN vor einer Ansteckung schützt, nicht unbedingt uns selbst. ABER: in dem Moment, wo WIR ALLE eine Maske tragen und also niemand niemanden mehr anstecken kann (oder die Gefahr dafür doch deutlich sinkt), wird aus dem ‚Fremdschutz‘ auch ein ‚Eigenschutz‘: auch ich, also der Einzelne, kann sich dann nicht mehr anstecken! Wir produzieren die ausgetüfteltste Geräte-Medizin – es leuchtet nicht ein, dass eine Produktion eines solch‘ einfachen Utensils wie der einfachen Atemschutzmaske hier nicht in Gang gebracht wird bzw. Masken verstärkt importiert werden. Es wird sehr viel getan, um die Kapazitäten in den Krankenhäusern hochzufahren: Intensivbetten, Beatmungsgeräte etc. werden in hohem Umfang aufgestockt bzw. neu produziert – all das mit dem erklärten Ziel, die Pandemie zu verlangsamen. Ein – vergleichsweise einfaches – Mittel wie der ‚MUNDSCHUTZ FÜR ALLE‘ könnte entscheidend dazu beitragen, das Virus einzudämmen!

  5. hans sagt:

    https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article228890923/Melitta-stellt-Corona-Schutzmasken-her-in-Filtertueten-Form.html
    Endlich ein Lichtblick bei dem blamablen Bild das die deutsche Industrie bei der Maskenfertigung ab gibt. Glückwunsch und danke an Melitta und hoffentlich geht das Vormaterial nicht aus. Ich für meinen Teil habe mich heute zum ersten mal dafür interessiert von wem die Kaffeefilter sind die wir zu hause haben.

  6. Inge Tilbert sagt:

    Zum gerade heiß diskutierten Thema „Mundschutz gegen Corona“ wird immer wieder darauf hingewiesen, dass eine (einfache) Atemschutzmaske in 1. Linie die ANDEREN vor einer Ansteckung schützt, nicht unbedingt uns selbst. ABER: in dem Moment, wo WIR ALLE eine Maske tragen und also niemand niemanden mehr anstecken kann (oder die Gefahr dafür doch deutlich sinkt), wird aus dem ‚Fremdschutz‘ auch ein ‚Eigenschutz‘: auch ich, also der Einzelne, kann sich dann nicht mehr anstecken! Wir produzieren die ausgetüfteltste Geräte-Medizin – es leuchtet nicht ein, dass eine Produktion eines solch‘ einfachen Utensils wie der einfachen Atemschutzmaske hier nicht in Gang gebracht wird bzw. Masken verstärkt importiert werden. Es wird sehr viel getan, um die Kapazitäten in den Krankenhäusern hochzufahren: Intensivbetten, Beatmungsgeräte etc. werden in hohem Umfang aufgestockt bzw. neu produziert – all das mit dem erklärten Ziel, die Pandemie zu verlangsamen. Ein – vergleichsweise einfaches – Mittel wie der ‚MUNDSCHUTZ FÜR ALLE‘ könnte entscheidend dazu beitragen, das Virus einzudämmen!

  7. Kornelia Kania sagt:

    Zunächst möchte ich allen Personen meine größte Hochachtung aussprechen, die in diesen doch schwierigen Zeiten gezwungen sind, Entscheidungen zu treffen, die für eine große Anzahl von Menschen von herausragender Bedeutung sind. Eben weil die Entscheidungen so wichtig sind und man, wenn man erst einmal in einem Entscheidungsmuster gefangen ist, muss man selbst sich immer wieder darin erinnern, für jeden Einzelfall zu entscheiden, ob unter Berücksichtigung der Belange aller Menschen und bestehender Persönlichkeits- und Freiheitsrechte, eine Weisung/Anordnung erforderlich ist.
    Bezogen auf die überall diskutierte Maskenpflicht möchte ich darauf hinweisen, dass noch bis vor ganz kurzer Zeit sowohl die offiziellen Ratschläge auf der Seite des Robert Koch Institutes als auch die Ausführungen des Prof. Droste dahin gingen, dass ein Maskentragen von Privatpersonen nicht nur nicht erforderlich, sondern nicht einmal hilfreich ist. Wenn ich aber als Einzelperson dann (unter Androhung von Strafen !) gezwungen werden soll, eine solche zu tragen, müsste doch erst einmal belegt sein, dass ich ansonsten eine konkrete Gefahr darstellen würde. Wie kann ich das, wenn ich gesund bin, sollte ich Krankheitanzeichen bemerken, zu Hause bleibe, ohnehin nie jemanden anniese, weiterhin Abstandspflichten, die icb immer beachte, unterliege und auch ansonsten Hygienevorschriften beachte? Abgesehen davon habe ich bisher fast niemanden gesehen, der diese Masken vernünftig trägt, ständig wird daran rumgeruckelt, zurechtgezupft, auf- und abgesetzt. Dass das ein Ansteckungsrikiso minimiert bezweifele ich. Der trügerische Glaube, es reiche eine Maske zu tragen, kann dadurch aber gefördet werden und zu Leichtsinn im Übrigen verleiten. Mir persönlich vermittelt es im Übrigen überhaupt kein Sicherheitsgefühl, wenn mein Gegenüber eine Maske trägt; eher fürchte ich gerade dann, dass diese Person wohl erkrankt ist und einen 100%igen Schutz bietet eine Maske ja nun einmal unstreitig nicht.
    Dagegen steht, dass eine Freiheitseinschränkung vorliegt, die mich auch psychisch beeinträchtigt, da man mich persönlich – ohne zwingenden Grund – zwingt, mit meinem Körper etwas zu tun, was ich gar nicht will. Auch vermittelt doch eine Umwelt, in der alle eine Maske tragen, das permanente Gefühl, dass man stets und ständig von einer allumnfassenden Krankheitsgefährdung umgeben ist. Das hat auch Auswirkungen auf die Widerstandsfähigkeit eines Menschen und trägt zur Gesunderhaltung nicht eben bei. Eine gewissen positive Grundhaltung gegenüber den Gegebenheiten ist eher wünschenswert, damit die im Übrigen erforderlichen Maßnahmen auch weiterhin von allen Menschen mitgetragen werden. Auch ist schwer vermittelbar, wieso immer neue, weitere Einschränkungen angordnet werden, obwohl die Gesamtsituation sich bessert.
    Ein Mensch ist mehr als ein „Virentransportbehälter“, als solcher möchte ich nicht behandelt werden. Denjenigen, die sich besser damit fühlen, eine Maske zu tragen, ist es ja unbenommen dies zu tun. Menschen, bei denen dieses nicht der Fall ist, sollte es aber nicht aufgezwungen werden. Daher hoffe ich sehr, dass eine solche Maskenpflicht nicht angeordnet wird.

  8. Ralph Wohlfarth sagt:

    Bei der Debatte um das Tragen von Mundschutzmasken fehlt mir ein wichtiger Aspekt. In Zeiten erzwungener Reduzierung sozialer Kontakte verschlimmert es möglicherweise deren Folgen, wenn wir auf der Straße oder im Laden nicht einmal ein Lächeln beim Gegenüber erkennen können und uns wie unter gesichtslosen Zombies bewegen müssen.

  9. Hans-Christoph Otto sagt:

    Sehr geehrter Herr Burmeister, nicht der Umgang mit einer Maskenpflicht in Deutschland ist ein Skandal, sondern eher Ihr Kommentar. Es stimmt nicht, dass kein Land öffentliches Leben ohne Maskenpflicht wiederhergestellt hat. Blicken Sie mal nach Schweden oder nach Dänemark. In der FAZ können Sie lesen, dass kaum jemand in Dänemark Masken trägt und trotzdem die Schulen wieder geöffnet werden. Auch die WHO fordert nach wie vor keine Maskenpflicht.
    Sie behaupten, das Argument, Masken würden dazu verleiten, Hygieneregeln weniger zu befolgen, sei nur vorgeschoben.
    Vielleicht erinnern Sie sich an das (wirklich) skandalöse Bild aus der Uniklinik Gießen, als sich führende Politiker in einen Aufzug quetschten und damit die von Ihnen geforderten Abstandsregeln lächerlich machten. Wie wurde dies entschuldigt? Sie hätten ja alle Masken getragen!
    Zum Schluss noch ein Hinweis: Das letzte Mal, dass in Deutschland der Staat Zivilisten eine bestimmte Kleidung vorgeschrieben hat, fand 1941 statt: der Judenstern!

  10. Jörg Kempfer sagt:

    Eine Maskenpflicht kann es erst geben, wenn es Masken höherer Qualität jederzeit in jeder Apotheke und anderswo zu kaufen gibt. Die epidemiologisch gebotene Prävention ist seit 20 Jahren versäumt worden, Lebensrettung über diesen Weg erst einmal verunmöglicht. Pollenallergiker, Hausstaubmilbenallergiker, Asthmatiker bekommen mit den an jeder Ecke feilgbotenen Stoffmasken noch mehr Atemprobleme . Die Keule der wechselseitigen moralischen Verpflichtung ist nicht angebracht, ist zweifelhaft.

  11. bellumiustum sagt:

    Meinem hoffentlich trotz „Altersrisikogruppe“ noch ausreichend funtionierenden Menschenverstand leuchtet das „schütz nicht“ Argument nicht ein. Immerhin sind zwischen Hautoberfläche und „eintreffendem“ Virus mehrere Textilschichten, die das Virus erstmal „durchwandern“ muss. Und zwar sowohl bei mir passiv als auch beim Ausatmen des Infitierten aktiv. Das verringert MINDESTENS den Infektionsraum um Infizierte und verlängert die Zeit, bis ein Virus in meine Schleimhaut gelangt sowie die Anzahl der Viren, die das schaffen. Um das zu erkennen, dafür benötige ich keine „evidenzbasierte“ Untersuchung! Plastisch vermiitelt hat das auch das vor Wochen von den TV-Nachrichten verbreitete Video der BAUHAUS-Universität, die mit ihrem „Schlierenspiegel“ sichtbar gemacht haben, was beim Atmen und Husten/Niesen um uns herum geschieht!

  12. Hanne Strack sagt:

    Ein langer Weg vom Ich zum Wir, das wurde mir bewusst bei den Leserbriefen vom 22.4.2020 zum Thema „Maskenpflicht“. Diese wird von vielen abgelehnt mit der Begründung, die Gesichtsmaske schütze nicht einem selbst. Und dazu sei sie noch unangenehm, kein gegenseitiges Anlächeln mehr möglich, vor kurzem noch Wirksamkeit überhaupt in Frage gestellt, außerdem nicht genügend vorhanden und und und…
    Alles richtig. Man kann viele Argumente anführen gegen die Wirksamkeit und den Sinn dieses Maskenschutzes. Er kann auch nur ein kleines Steinchen sein, um dem Virus den Weg in unsere Atemregionen zu erschweren.
    Aber ein Argument müsste doch eigentlich jeden überzeugen: Wenn ich diesen Schutz trage, schütze ich nicht mich selbst, sondern die anderen, und wenn alle ihn tragen, bin auch ich selbst auf diesem Weg geschützt. Bin dann eben mal nicht Ich, sondern die Andere. Und die Sache mit dem Lächeln. Wer fragt auf der Intensivstation noch nach Lächeln, wenn es um die Frage geht, wem das Beatmungsgerät aufgesetzt werden soll? Spätestens dann wird lächeln uns vergehen und wir werden uns wünschen, das Lächeln über die Augen mit Herz für die Mitmenschen, das im Endeffekt auch unser eigenes Wohlergehen schützt, praktiziert und den Sinn und Zweck eines – ja ganz sicher unangenehmen, aber notwendigen „Anderen-Schutzes“ – beachtet zu haben.

  13. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Kornelia Kania und zur Maskenpflicht

    Ich sehe das auch so, dass über den Nutzen der Masken von wissenschaftlicher Seite sehr widersprüchliche Argumente für und wider Konjunktur hatten. Aber ich sehe auch, dass wir insgesamt in einem Lernprozess befinden, der weiterhin zu neuen Ergebnissen und Erkenntnissen führen wird. Das halte ich beim Thema der Pandemie nicht für destruktiv.
    Von daher bin ich etwa überhaupt nicht der Meinung, dass es sich beim Maskengebot oder bei einer Maskenpflicht um eine Freiheitsbeschränkung im eigentlichen Sinne handelt, sondern immer noch um Vorsicht und Rücksicht in der Öffentlichkeit geht.
    Wenn Sie. Frau Kania, mit dem Unsicherheitsgefühl argumentieren, so kann ich ebensso von einem Sicherheitsgefühl sprechen. Oder anders ausgedrückt: Ich nehme eine gegenseitige Achtsamkeit wahr. Natürlich möchte ich das nicht auf Dauer so haben, weil ich, wie Sie es sagen, „ein allumfassendes Krankheitsgefühl“ meiner Gesundheit nicht zuträglich wäre. Aber für eine gebotene Dauer ist das zumutbar, auch so lange wir nicht wissen, wie der Stand der Dinge wirklich ist.

    Was heißt hier „weitere Einschränkungen bei Besserung der Gesamtsituation“?
    Statt Einschränkungen erlebe ich eher ein trügerisches Öffnungsszenarium, in vielen Bereichen, nach dem Motto: Wirtschaft – übernehmen Sie!
    Noch immer beobachte ich bei meinen spärlichen Ausgängen, dass es eine Reihe von Menschen gibt, die sich wohl von nichts mehr abschrecken lassen und auch von Abstandsgeboten nichts gehört und gelesen haben. Ich denke, der Öffnungsjubel kommt zu früh.
    Aber vielleicht gewinnen doch die Schweden mit ihrem Herdensystem??

  14. Marina Hellmig sagt:

    Diese ewige Diskussion um Mundschutz nervt. Klar ist doch – und das geht aus den vielen Kommentaren auch hervor – dass es alle schützt, wenn alle Masken tragen. Natürlich wäre es besser, FFP2- oder gar FFP3-Masken zu haben. Da es die für alle Bürger derzeit nicht gibt, tragen wir wenigstens unsere selbstgenähten Stoffmasken. Und – liebe Frau Kania – sie haben es erfasst! Ich trage sie tatsächlich nicht nur, aber auch aus dem Grund, den Sie beschrieben haben: Damit man fürchtet, ich sei erkrankt und endlich genügend Abstand hält. Denn vom Abstandhalten halten die wenigsten etwas. Ich hatte das bereits in einem Leserbrief zu Anfang der Krise beklagt. Beim Einkaufen rücken mir die Leute auf die Pelle. Die laufen rum wie Traumtänzer und denken gar nicht daran, Rücksicht zu nehmen. Nicht auf sich, nicht auf andere. Nun, wenn die dann krank unter der Beatmung liegen, haben sie viel Zeit, darüber nachzudenken, was sie versäumt haben. Wahrscheinlich mit dem üblichen Satzbeginn: „Hätte ich doch …“.

  15. Jürgen Beudt sagt:

    In einigen Kommentaren wird auch hier schon davon geredet, dass ja alles nicht so schlimm sei. Z.B. wenn Frau Kania sagt, dass man das Gefühl habe, zu „unsinnigen“ Handlungen gezwungen zu werden. Wir müssen endlich erkennen, dass sich die Situation nur gebessert hat (wenn man das überhaupt sagen kann). weil die bisherigen Maßnahmen ergriffen wurden. Wenn jetzt alles zurückgefahren wird, auch um die Wirtschaft zu befriedigen, dann kann man sich sicher sein, dass wir wieder in die Situation kommen, wo es mit Beatmungsbetten eng wird und noch schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Oder es gibt ein Wunder und das Virus ist weg. Aber man darf Hr. Trump auch nicht alles glauben. Und was bei so viel Ignoranz wie in den USA praktiziert herauskommt, kann man an den vollen Kühl-LKW vor den Krankenhäusern in NY und anderswo erkennen.

  16. Chris Tender sagt:

    Zu Frau Kania: Wenn alle oder viele eine Maske tragen, dann entfällt Ihr Problem, dass Sie Maskenträger als wahrscheinlich Infizierte ansehen. Und wie jemand an seiner Maske rumzuppelt, ist auch nur dann ein Problem, wenn ihn zuvor ein Masken-Freiheits-Kämpfer angeniest hat.
    Viel wichtiger: Liebe FR, Zensur ist nicht gut, aber da eh nicht alle Briefe abgedruckt werden, muss man nicht ohne jede Not einen Leserbrief drucken, der sicher nicht nur mir den Tag verdorben hat. Zum Vergleich von Mundschutz und Judenstern fehlen mir die Worte. Das ist menschenverachtend.

  17. Chris Tender sagt:

    Natürlich stammt der Vergleich nicht aus dem Leserbrief von Frau Kania. Nicht, dass dieser Eindruck entsteht.

  18. Stefan Briem sagt:

    Ich verstehe nicht, warum so viele es nicht verstehen: Die Masken sind ein Placebo! Bronski hat es in seinem Homeoffice-Tagebuch ausgerechnet. Wir haben im Moment etwa 50.000 Infizierte in Deutschland. Flächendeckende Maskenpflicht ist daher völlig überzogen! Wir sind 82 Millionen Einwohner. Wir sollten lieber noch zwei oder drei Wochen mit der Abstandspflicht weitermachen. Das wäre wirkunsgvoller als jeder Mundschutz. Aber beim Mundschutz hat natürlich jeder das Gefühl, selbst was zu unternehmen, und das macht ihn wohl zu einer Maßnahme, der alle was abgewinnen können, auch wenn sie nichts bringt.

  19. Bronski sagt:

    @ Chris Tender

    Der Thread zum Thema Maskenpflicht ist seit dem 3. April hier im FR-Blog online. Ich habe im Print-Leserforum mehrfach durch Links darauf hingewiesen. Es hätte auch Ihnen freigestanden, jederzeit Ihre Meinung zu diesem Thema hier zu veröffentlichen. Es steht Ihnen darüber hinaus auch frei, alle Leserbriefe hier zu veröffentlichen, die Sie einsenden wollen. Dafür ist dieses Blog da. Nutzen Sie diese Möglichkeit, anstatt dieser Webseite und der FR Zensur vorzuwerfen – kaum eine Zeitung bietet ein solches Forum an!
    Zum Thema Recht auf freie Meinungsäußerung verweise ich auch auf meine Tagebuch-Einträge von Mittwoch und Dienstag.

  20. Chris Tender sagt:

    Lieber Bronski, ein Missverständnis. Meine Kritik bezog sich darauf, dass der Leserbrief mit dem Judenstern-Vergleich gestern in der FR abgedruckt wurde. Das mit der Zensur sollte nur heißen, dass ich einer solchen nicht (!) das Wort reden will (und sie erst recht niemandem vorwerfe), sondern nur dafür werben will, dass bei der Entscheidung über die Verbreitung solcher Aussagen in der gedruckten Zeitung (im Internet hat man sich an sowas schon gewöhnt leider) nicht nur die Grenzen des Strafrechts (denn Volksverhetzung ist es nicht) sondern auch die des Anstands bedacht werden.

  21. Chris Tender sagt:

    Ich habe übrigens erst jetzt die verlinkten Seiten gelesen, sorry. Mein Post dient nur der Klarstellung zum Thema Zensur, ich wollte keine weitere Diskussion aufmachen.

  22. hans sagt:

    Beim ÖPNV und beim Einkaufen kann ich nachvollziehen das es sinnvoll ist das fast alle Masken tragen. Von der Maskenpflicht sollten, spätestens wenn ein positiver Antikörpertest vorgelegt werden kann, die befreit sein die eine Corona Infektion hinter sich haben. Das sind derzeit wohl mehr als 1 Million Menschen nicht zuletzt in Pflegeheimen. Dort gab es zwar auch schon viele Menschen die gestorben sind aber auch unter den Infizierten die älter sind ist die Sterberate maximal bei irgendwo in der Nähe von 30%. Das bedeutet in den Heimen gibt es für alle Besuchsverbote aber bei vielen ist das eigentlich völlig überflüssig. Es braucht dringend ein Regelwerk für Menschen die bei Corona keine Gefahr mehr darstellen und auch selbst nicht mehr gefährdet sind.

  23. Karl Wolf sagt:

    Zum Thema „Corona“ wäre innerhalb der Bevölkerung nichts wichtiger als Akzeptanz und Vertrauern zu unseren Politikern.
    Ohne diese Akzeptanz sind Entscheidungen der Politik im demokratischen Sinne nicht durchsetzbar. Leider gibt es offensichtlich immer noch Menschen, die Empfehlungen seitens der Politik in geradezu unverantwortlicher Weise ignorieren. Immer nach dem Motto: „I am first“ – and no think „we go together“!
    Wer, wie jüngst in einem Leserbrief den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky dahingehend angreift, mit seinem Mundschutzgebot eine rechtliche Grundlage verletzt zu sehen glaubt und seine eigenen Freiheitsrechte massiv eingeschränkt sieht, denkt in Zeiten Corona absolut egoistisch und somit verantwortungslos.
    Als Corona-Betroffener, lag ich wochenlang in der Klinik, sogar eine Zeit lang auch auf der Intensivstation. Ich weiß also sehr genau, wovon ich schreibe. Wer und wo ich mich infiziert habe, war leider nicht mehr nachvollziehbar. Jedoch geschah das in einer Zeit, als dieses Virus schon eine weltweite Tragödie wurde.
    Viel zu lange wurde meines Erachtens das Thema „Maskenpflicht“ ignoriert. Beigetragen haben hierzu leider auch die Wissenschaftler und deren unterschiedlichen Meinungen. Da wurden nicht nur die Menschen, vielmehr auch Politiker absolut verunsichert. Die Wissenschaft sagt jedoch – wir geben nur Empfehlungen, zu entscheiden hat die Politik. Was macht die Politik in einer solchen Situation? Sie muss also eine Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen. Ich mag verantwortungsvoll handelnde Politiker und zu dieser Kategorie gehört Hanaus Oberbürgermeister allemal. Binnen sehr kurzer Zeit musste er beweisen, dass er kraftvoll und souverän und somit verantwortungsvoll handelt. In den Tagen und Wochen nach dem schrecklichen Attentaten in Hanau, hat Claus Kaminsky, in einem absoluten Ausnahmezustand, sein Verantwortungsbewusstsein mit bemerkenswerter Empathie und Einfühlungsvermögen deutlich gemacht. Noch waren die schrecklichen Ereignisse aus dieser Zeit nicht überwunden, als Corona begann die Welt in Atem zu halten.
    Nun musste Herr Kaminsky wiederum unter Beweis stellen, dass er Format hat und unmittelbar wieder für Dinge einstehen und seinen Kopf hinhalten. Politiker brauchen kein Mitleid, sondern Verständnis von uns Bürgern, vor allem in diesen schweren Zeiten.
    Mutig schritt der OB voran, und verordnete Hanau als zweite Stadt Deutschlands – nach Jena – eine Pflicht zum Mund- und Nasenschutz. Bravo kann ich da nur rufen – und Danke Claus Kaminsky!
    Meine Bitte an die Bevölkerung, seid genauso mutig und handelt gewissenhaft. Tragt die Masken im öffentlichen Raum.
    Nach meiner schwierigen Erfahrung als Corona-Betroffener trage ich auch einen solchen Schutz im häuslichen Bereich.
    Das praktiziere ich auch hinsichtlich der Verantwortung gegenüber meiner Frau, die ich bedauerlicherweise ebenfalls infiziert habe. Dies hätte ich ganz sicherlich verhindern können, wenn ich die Bedeutung und den Schutz der Masken von Beginn an ernst genommen hätte.
    Mittlerweile ist die Einsicht zu diesem Schutz auch bei den Länderchefs angekommen. Den Vorreitern aus Jena und Hanau sei Dank.
    Wir haben Claus Kaminsky für seine mutigen Schritte zu danken. Er hat Menschen in einem Krisenstab um sich geschart, die ihn bei der Bewältigung seiner schwierigen Aufgabe unterstützen. Das klappt aber nur mit einem mutigen und kreativen Kopf. Es liegt jedoch an uns allen, Verantwortung zu übernehmen. Für uns selbst, aber insbesondere für unsere Mitmenschen.
    Nach Corona wird vieles nicht mehr so sein, wie es einmal war. Es liegt jedoch an uns allen, diese schreckliche Pandemie so schnell es geht zu bewältigen.Das Tragen einer Gesichtsmaske ist kein Allheilmittel, jedoch eine wichtige eigene Handlung zum Schutz für alle.

  24. bellumiustum sagt:

    Das Problem mit dem „Regelwerk für Gesenesene“ besteht u.a. darin, dass bislang keiner sagen kann, wie lange eine Immunität überhaupt besteht. Da gibt m.W. es nur Analogie-Schätzungen…
    Und wie unterscheiden wir beim Einkaufen den „Genesenen“ vom „Maskenverweigerer“? Müsste man einen „Genesungsausweis“ einführen? Das ist der umgekehrte Fall zum „Quarantäneflüchtling“.
    Das ist nicht einfach zu lösen. Und das Maskentragen ist nun wirklich reine Gewöhnungssache.
    Ich bin übrigens froh, dass hier wenigstens nicht die Münchener Dissertation hochgepusht wird, die gerade in den öffnenden Schulen manche Eltern erregt. Und wenn hier Leser sich doch Sorgen um CO2 aus der eigenen Atemluft machen: Denken Sie mal dran, was an CO2 und CO aus dem Kaminofen im Wohnzimmer kommt!!

  25. hans sagt:

    zu @ Karl Wolf
    Nach meiner schwierigen Erfahrung als Corona-Betroffener trage ich auch einen solchen Schutz im häuslichen Bereich.
    Das praktiziere ich auch hinsichtlich der Verantwortung gegenüber meiner Frau, die ich bedauerlicherweise ebenfalls infiziert habe. Dies hätte ich ganz sicherlich verhindern können, wenn ich die Bedeutung und den Schutz der Masken von Beginn an ernst genommen hätte
    Sorry , der Sinn dieser Maßnahme erschließt sich mir jetzt nicht wirklich. Sie sind jetzt wahrscheinlich vollgepumpt mit Antikörpern. Wollen sie mit ihrem Mundschutz zu Hause das Übertragen dieser Antikörper verhindern? Das auch noch wenn ihre Frau Corona hat? Dem Rest ihres Beitrags stimme ich weitgehend zu mit der Einschränkung das es mir schon zweifelhaft erscheint ob es nötig ist Mundschutz im Freien zu tragen.

  26. hans sagt:

    zu @ bellumiustum
    In England hat man soweit ich gelesen habe für Genesene Armbänder eingeführt. Das Thema Masken beim Einkaufen ist da noch das kleinste Problem. Da kann man als Genesener sagen ok das mache ich mit. Besuchsregeln im Pflegeheim sind ein anderes Thema bei dem es Wert ist klare Regel zu schaffen.

  27. Es ist zar nur ein alberner Lappen … aber diese aufgezwungene Maske lässt bei mir das Geduldsfass mit all den Verordnungen überlaufen. Wie unsinnig das Tragen ist, ist hier mehrfach erläutert worden. Was mich am meisten wirklich auf die Palme bringt ist der moralische Hinweis, dass frau ja die ANDEREN schützt, und sich sich selbst. Wie verantwortungslos doch all diese Kritiker*innen sind, wie wenig solidarisch!

    Wenn es nach mir ginge, würde ich SOFORT die Massentierhaltung verbieten, Billigklamotten verbrennen und nur noch fair gehandelte Ware anbieten lassen – sei es Kleidung, Schuhe, Kaffee etc., nur noch Ökostrom herstellen lassen, Riesenkraftmeierautos verschrotten … und sämtliches Zuwiderhandeln gegen faire und nachhaltiges Konsumieren unter Strafe stellen.

    Weshalb? Weil es solidarisch ist mit all den unter mehr als unwürdigen Bedinungen für die Wohlstandsgesellschaften Arbeitenden, weil der ausgebrannten Umwelt wohltut, weil es durch den wegfallen übermäßigen Fleischkonsum der Gesundheit zuträglich ist …

    Aber frau kann ja die Menschen nicht dazu zwingen, solidarisch zu sein und umsichtig zu handeln … nein, also soweit kommt es noch, dass die Gesellschaft auf die ANDEREN achtet!

  28. Daniel Pfeifer sagt:

    Nun ist die nächste bundesweite Maßnahme da, Mundschutzpflicht in Geschäften und dem ÖPNV für alle. Jedoch ist die medizinische Sinnhaftigkeit sehr umstritten, teils sogar ablehnend. Ich denke, dass eine Mundschutzpflicht für Risikopatienten und ältere Menschen befürwortet werden kann. Aber hier ist der Knackpunkt: befürwortet bzw. empfohlen. Sehr bedauerlich finde ich den Umstand, wie schnell aus einer Empfehlung, welche durchaus umstritten ist, eine verbindliche Maßnahme wird. Es fehlt insbesondere hier an einer wissenschaftlichen und medizinischen Grundlage, diese öffentlich zu diskutieren und abzuwägen. So sind ja auch einzelne Bundesländer zu dem Schluss gekommen, eine Empfehlung auszusprechen und keine Verbindlichkeit. Es wäre wünschenswert gewesen, dass hier einzelne Landesregierungen gerade nicht eingeknickt wären. Es ist offenkundig, dass dies nur durchgesetzt wurde, um einen bundeseinheitlichen Kurs zu fahren, im Sinne der Bundeskanzlerin. Gleichwohl welchen Standpunkt man hier bezieht, es erweckt wenig Zutrauen darüber, wie die Landesregierungen mit noch eventuell kommenden (unsinnigen) Vorschlägen umgehen werden. Meines Erachtens ist hier mehr Mut zum eigenen Denken und Standfestigkeit gefragt. Um sich eine eigene Meinung zu bilden (was mitunter gefühlt immer weniger in Bezug auf Corona geschieht) benötigen die Menschen Transparenz, diese wurde hier mit Füßen getreten.

  29. Roland Benz sagt:

    Daß Masken uns gesichtlos machen würden, kann ich nicht bestätigen.
    Vor einigen Jahren war ich in Marrakech. In der Stadt waren Baustellen, die Gehsteige waren nur auf eher schmalen Planken passierbar. Eine Frau im Nikab kam mir entgegen (Nikab ist, zumindest für Westeuropäer, völlig anonym und abweisend). Ich deutete an: „Bitte nach Ihnen“. Ich erhielt einen wunderbar freundlichen Blick zurück, das war sehr schön und hat mich sehr gefreut.
    Um Missverständnisse zu Vermeiden: Ich bin kein Freund der Verhüllung. Und: Ich bin der Ansicht, daß Masken die Gefahr der Ansteckung verringern.
    Bleiben Sie gesund und waschen Sie sich die Hände.

  30. Christian Karsten sagt:

    Als Arzt bin ich Christian Burmeister ausgesprochen dankbar für seine Beitrag: „Gemeinsam Leben retten.“ In der FR vom 20.4.2020, und ich bin froh, dass sich jetzt alle Bundesländer zu einer Maskenpflicht entschlossen haben. Ich bin entsetzt über die Bösartigkeit- Vergleich mit dem Judenstern, Mensch als Virentransportbehälter- hier teilweise formuliert wird und die mitunter unkritische Expertengläubigkeit. RKI und Prof. Drosten taugen nicht zur Orientierung, dazu mussten sie schon zu oft ihre Meinung revidieren. Die nächste Revision steht bevor, wenn die Reproduktionszahl des Virus nach oben korrigiert werden muss, da das RKI den Warnungen der Statistiker zum Trotz das Problem der Dunkelziffer ignoriert hat. Eine WHO, die viel zu spät den Pandemiezustand ausgerufen hat und die Gefahr von Chinareisenden heruntergespielt hat, ist alle andere als Glaubwürdig, zumal Taiwan frühzeitig warnte. Der Vergleich mit Dänemark und Schweden spricht für die Maskenpflicht angesichts deren horrender Todesziffern in Relation zur Einwohnerzahl. Eine Maskenpflicht kann man meinetwegen gern als Freiheitseinschränkung ansehen. Ein zwingender Grund liegt schon vor, kann man doch überall beobachten, dass die Abstandsregeln nur unzureichend eingehalten werden. Dass die Maske jemandes Gegenüber schützt und sich Maskenträger damit gegenseitig schützen, ist unstrittig. Das ist Fakt und wiegt schwerer als die Gefühle einer Leserbriefschreiberin. Beim Verordnen einer Maskenpflicht kann man angesichts einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen nicht zwischen Gesunden und Kranken unterscheiden. Die Maske als psychische Beeinträchtigung mit negativen Auswirkungen auf die Widerstandskraft anzusehen, wirkt auf mich doch arg gekünstelt, dramatisierend und weinerlich. Als Bürger ist man verpflichtet, andere vor Schaden zu bewahren, und ebenso muss der Staat seine Bürger schützen, notfalls mit Zwang gegenüber Egoisten.

  31. hans sagt:

    Also ich habe in meiner Quarantänezeit ohne Maske aber mit Abstand mehrmals täglich im Freien mit meinen Nachbarn gesprochen. Da das Ganze heute vor 5 Wochen angefangen hat kann man wohl inzwischen sagen das es folgenlos geblieben ist. Das habe ich auch so erwartet sonst hätte ich das nicht gemacht. Das Mittel der Wahl im Freien ist klar Abstand. Da halte ich die Masken eher für gefährlich weil sie dazu führen können den Abstand zu vernachlässigen. Beim Einkaufen sind 3 Meter Abstand z.B. unrealistisch deshalb kann es schon Sinn machen wenn da alle eine Maske tragen.

  32. Stefan Briem sagt:

    Ganz genau. Applaus für hans!!! Gelassenheit statt Aktionismus, aber ohne unvorsichtig zu werden. So schaffen wir das.

  33. Anna Hartl sagt:

    @Christian Karsten
    „Als Bürger ist man verpflichtet,andere vor Schaden zu bewahren“.
    Mit Verlaub, da wird mir schlecht.
    Jetzt, wo das Handeln bzw nicht Handeln direkte Folgen zeigen kann, ist man plötzlich verpflichtet. Vorher wurde geflogen, Auto gefahren und gekreuzfahrtet auf Teufel komm raus und die allermeisten haben sich wohl einen Dreck darum gekümmert, welchen Schaden sie anderen und der Umwelt damit zufügen. Wo war da die Verpflichtung anderen keinen Schaden zuzufügen? Und Sie können sicher sein, wenn diese Krise beherrschbar vorbei ist, geht dieses Spiel von vorne los. Also erklären Sie der Welt doch bitte auch, dass das Klima in der Krise ist und die Verpflichtung zum abwenden von Schaden auch hier gilt.

  34. Marina Hellmig sagt:

    Ich hoffe, liebe Frau Hartl, Sie haben sich ausgekotzt und es geht Ihnen wieder besser. Warum versuchen Sie nicht, auf Corona als Beginn einer Veränderung zu hoffen? Warum verhalten sich so viele Menschen destruktiv und wissen heute schon, wie wir uns überübermorgen verhalten werden? Natürlich ändert sich dann nie etwas. Und dass es niemanden gekümmert hat und keiner gegen die Monsterautos, Vielflieger oder Kreuzfahrer demonstriert hätte, können Sie nun wirklich nicht behaupten. Es ist nur so: Der Mensch ist nunmal eher bereit etwas zu verändern, wenn es ihm direkt ans Fell geht. Dass es dem Klima schlecht geht – pah – was geht uns das an? So denken viele. Erst wenn auch hier einmal nachgewiesen werden kann (und zwar gerichtsfest), dass der Monsterautofahrer, Monsterschiffseigner oder Spaßvielflieger eine Krankheit bzw. den Tod eines Menschen verursacht hat oder besser noch er selbst krank geworden ist, wird sich (vielleicht) ganz langsam etwas verändern. Auch jetzt in Zeiten von Corona sind viele uneinsichtig – wie dieser Blog beweist. Danke übrigens an Hans für seine Offenheit. Ich hoffe, sein Bericht regt eben diese Uneinsichtigen zum Nachdenken an.

  35. Anna Hartl sagt:

    @Marina Hellmig

    Das Thema Klima existiert ja nicht seit gestern und man kann wirklich nicht mehr sagen, dass wir die Auswirkungen unseres Handelns nicht schon jetzt deutlich spüren. Auch hierzu haben sich Wissenschaftler geäußert, nur hatte dies nicht den gleichen Effekt, den die Virologen heute erzielen. Es macht mich einfach fassungslos und ich reagiere verärgert auf eine Aufforderung zur Verpflichtung zum Schutz der anderen, während der letztendliche Schutz des Lebens auf diesem Planeten diskutiert wird, bis es zu spät ist.

  36. Nachdem nun alles über Masken gesagt worden ist und immer noch niemand eine schlüssige Erklärung dafür gefunden hat, wieso die Masken erst schlecht, dann egal und jetzt vorgeschrieben worden sind, kann man das Thema wohl zu den Akten legen, denn es sieht nicht so aus, als könne man dieses Problem lösen. Weitaus dringendere Probleme werden dafür jetzt seit einiger Zeit schlicht unter den Teppich gekehrt, es ist ja auch alle Welt mit Corona beschäftigt. Glyphosat zum Beispiel. Und Neonikotinoide aller Art. Und das Blühstreifenproblem, das zur Erholung der Insekten gedacht war. Alles vom Tisch. Klima kam auch dabei vor. Es darf dabei erwartet werden, dass die Welt nach Corona für längere Zeit eine andere sein wird. Es wird aber das einzige Thema sein, das Beachtung finden wird. Mit anderen Worten, diese ganzen Themen sind vom Tisch, wichtig ist nur die Wirtschaft und das der Rubel wieder rollt. Man wird dabei die alten Fehler wiederholen mit der Begründung, jetzt gelte es erst einmal , die Wirtschaft in Schwung zu bringen, da kann man auf Kleinigkeiten keine Rücksicht nehmen. Die Autoindustrie ist schon dabei, Kaufanreize sollen her, der Staat soll zahlen, dabei will Daimler trotz allem Dividende zahlen, für die armen Aktionäre, die ja auch arg gebeutelt sind. Zu überlegen ist natürlich auch, so richtig viel Geld kann man heute eigentlich gar nicht gebrauchen, was soll man damit machen? Weltreisen, tolle Klamotten, super Autos, alles sehr kompliziert, kaum zu gebrauchen. Das ganze Szenario wirft doch völlig neue Ausblicke auf. Also warten wir doch am besten einmal ab, was die nächsten Wochen in punkto Überleben so bringen.Vielleicht bleibt es ja so trocken, das wäre auch schlecht, der Wald brennt auch schon hier und da, ob das wohl so weiter geht? Hängt das nun am Klima oder ist es nur Wetter, in den vergangenen Jahren war es ähnlich, oder ? Da macht man sich doch seine Gedanken.

  37. Wei Wu sagt:

    Der Herr Kultusminister hat am Donnerstag Abend in der Hessenschau ein Interview gegeben. Der Reporter fragte ihn: „Wenn Sie die Schulen wieder öffnen wollen, haben Sie denn genügend Schutzmasken?“ Antwort von Herrn Dr. Lorz (sinngemäß): Es wäre in der Schule atmosphärisch nicht schön, wenn man Masken tragen würde. Und man könne sich ja auch mit einfachen Mitteln, Community-Masken und z.B. auch Schals behelfen. Das nenne ich einen unverantwortlichen Umgang mit der Gesundheit der Bevölkerung! Solange man nicht genügend Masken für alle Schülerinnen und Schüler hat, müssen die Schule zu bleiben! Und dann dazu dieses berühmte Bild, wo Herr Spahn und Herr Bouffier das Klinikum in Gießen besuchen und sich mit Reportern und Ärzten in einen riesigen Aufzug hinein quetschen. Ein fatales Zeichen dafür, dass eben nicht alles funktioniert. Die Herren können das nicht, aber sicher können das sehr junge Schüler, geistig behinderte Schüler etc. sehr viel besser. Wir hören sinngemäß immer nur: „Die Schulen sind sicher!“ so wie früher „Die Renten sind sicher!“ Immer wieder sagen die Kultusminister, sie müssten früh aufmachen, wegen der frühen Sommerferien, z.B. in Hessen und NRW. Und wenn alle Bundesländer ihre Sommerferientermine auf den von Bayern legen würden? Oder wenn man einfach jetzt Sommerferien hätte, nicht später, genau jetzt für sechs Wochen? Dann könnte man auf genügend Masken und genügend Tests und vor allem weniger Infektionen warten und dann die Schulen nach sechs Wochen öffnen. Dann wäre der Halbjahreswechsel eben mal ohne Ferien. So what? Es wird sowieso niemand reisen oder gar ins Ausland reisen. Die Sommerferien sind einfach weitere Zeit mit der Familie, keine Möglichkeit, irgendwohin zu fahren. Daher: Sommerferien jetzt! Schulstart, wenn die Lage besser im Griff ist, es richtige Masken für alle und Test für alle gibt!

  38. Helmut Betz sagt:

    Wäre es, statt auf die Schulen und Schulämter zu schimpfen, nicht naheliegender, einmal an die Eigenverantwortung der Schüler und Eltern zu appellieren? Warum bringt nicht jeder Schüler selbst ein Stück Seife und sein eigenes Handtuch mit und schon ist das Problem gelöst? Wir sollten aus Corona eines zu allererst lernen:Eigeninitiative ist wieder gefragt und nicht immer das Rufen nach dem Staat. Der hat gerade alle Hände voll zu tun mit Wichtigerem als Seife in Schulen zur Verfügung zu stellen. Das kann jeder ganz einfach selbst regeln, man muss nur wollen!

  39. Manfred Alberti sagt:

    Zahlen lügen nicht, aber sie sagen nie die ganze Wahrheit. Täglich rund 2400 Neuinfektionen bei 83 Mio. Bundesbürgern: Da steckt sich einer (!) von 35 000 Menschen an, ein einziger in einer ganzen Mittelstadt. Wenn man noch die Zahl der schwer Vorerkrankten in Pflegeheimen berücksichtigt, ist die normale Ansteckungsgefahr verschwindend gering. Täglich 240 Tote: Da normalerweise bei 83 Mio. Bundesbürgern jährlich eine Million und täglich demnach ca. 3000 Menschen sterben, spielt nicht einmal bei einem Zehntel aller Todesfälle Corona überhaupt eine Rolle: Und viele dieser Toten hatten schwerste Vorerkrankungen. Die Zahl von 147 000 Infizierten kann erschrecken. Aber bezogen auf 83 Mio. ist das nicht einmal jeder 500. Einwohner. Davon ist mehr als die Hälfte wieder genesen. (Zahlen vom 21.04.2020) Vorsicht ist angesagt, aber bitte keine Panik zur Kürzung von Grundrechten!“

  40. hans sagt:

    zu @ Manfred Alberti
    Dass das Ganze in Ländern in denen das Gesundheitssystem zusammengebrochen ist ganz anders aussieht gehört aber auch zu der Wahrheit. Ob zu ihrer weiß ich nicht.

  41. Birgitt sagt:

    zu @Daniel Pfeifer aus Mainz
    Sie befürworten eine Mundschutzpflicht für Risikopatienten und ältere Menschen und finden es anscheinend völlig in Ordnung, dass genau diese Rsikogruppe durch das Tragen eines Mundschutzes zwar Sie schützt, Sie jedoch am Schutz dieser Menschen kein Interesse haben. Traurig.

  42. hans sagt:

    zu @ Birgitt
    Sie haben zwar recht, aber es scheint jede Menge Leute zu geben die das immer noch nicht kapiert haben.

  43. Birgitt sagt:

    zu @hans
    Obwohl jeden Tag darüber in den unterschiedlichsten Medien darüber berichtet wird. Warum das nur so schwierig ist?

  44. hans sagt:

    zu @ Birgitt
    Warum das nur so schwierig ist?
    Eine äußerst schwierige Frage. Es gibt Menschen die schauen oder hören nie Nachrichten. Diese Menschen würden aber wohl auch keinen Leserbrief schreiben. Ich denke in dem Fall geht es darum zuerst einmal Verantwortung abschieben und dann vielleicht nachdenken oder auch nicht. Also eigener Vorteil um jeden Preis auch wenn es unsinnig ist.

  45. Birgitt sagt:

    zu@hans
    Ja, so wird es wohl sein 🙁

  46. Elena Ezeani sagt:

    Sicherheitsabstände einzuhalten reicht; es brauche keinen zusätzlichen Maskenschutz, meinen I. Kohl und U. Degler-Lintz. Stimmt, – klappt aber eben nicht immer! Simples Beispiel: Lange, korrekt abstandhaltende Schlange vor einer Kasse im Supermarkt. Eine zweite Kasse öffnet – und mindestens drei Leute drängen sich gleichzeitig zum neuen „Kassenportal“. Abstand? Vergessen!
    Was ist eigentlich so schlimm an der „Maskenpflicht“ in Geschäften und im ÖPNV, oder am Maskentragen überhaupt?
    Geschäftsinhaber wollen sich vor – nicht nur nervenaufreibenden – Prozessen schützen, in denen Covid 19-Infizierte sie beschuldigen könnten, sich aufgrund unzureichender Schutzvorkehrungen in ihren Läden angesteckt zu haben. Das ist doch nachvollziehbar. Der Öffentliche Personennahverkehr könnte eingestellt werden müssen, falls höhere Infektionszahlen in Bussen oder Bahnen nachgewiesen werden. Das wollen wir ja wohl alle nicht.
    Was mir auffällt: Bei manchen Ehepaaren tragen Frauen im Freien Masken, – evtl. zusätzlich zu Schleiern -, Männer aber nicht: “Ham wa nich nötig!“ Ähnliches gilt wohl auch für viele Radfahrer. Und für alle Jogger: Entgegenkommende hemmungs- und abstandslos anzupusten ist ja nicht verboten. Diese Beobachtungen habe ich auf den langen Spaziergängen gemacht, die ich als Seniorin täglich unternehme, um trotz des vorschriftsbedingten Wegfalls all meiner üblichen sportlichen Betätigungen (Aquafitness, Line Dance, Lungensport, Seniorentanz) einigermaßen fit zu bleiben.
    Übrigens: Millionen Masken zu nähen schafft und erhält Arbeitsplätze in notleidenden Regionen der ganzen Welt.

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