Mischt euch ein!

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Mischt Euch ein!

Von Bascha Mika


Warum halten sich Frauen noch immer auffallend oft mit ihrer Meinung zurück, statt in die Öffentlichkeit zu gehen? Das fragte sich Bronski, Ihr Mann in der FR-Redaktion, auf der Leserbriefseite. Er spekulierte, ob Frauen weniger als Männer in den Vordergrund drängen und mehr Sorge haben, als Selbstdarstellerin daherzukommen.

Mit beiden Vermutungen liegt Bronski gar nicht so falsch. Es gibt viele Gründe, warum Frauen öffentlich weniger auftauchen, ihre eigene Zurückhaltung spielt dabei aber durchaus eine Rolle. Ich kenne viele Frauen, die sich in gemischten Gruppen nicht äußern, weil sie keine Lust haben, die typisch männlichen Hähnchen-Spiele mitzumachen: das Krähen und Gockeln, das Mit-den-Flügeln-schlagen, das Konkurrenzgehabe. Es ist ihnen einfach zu blöd.

Zudem neigen Frauen dazu, das zeigen viele Untersuchungen, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Da frage ich eine sehr kompetente Expertin, ob sie nicht einen Beitrag über ihr Arbeitsgebiet schreiben möchte. Sehr selten sagt sie begeistert und sofort zu. Sie überlegt, wägt ab, fragt, ob sie wirklich die richtige sei usw. Frage ich dagegen einen männlichen Experten und sei der nur halb so kompetent, ist er meist schnell und freudig dabei. Von wenigen Zweifeln angekränkelt.

Liegt das in den weiblichen und männlichen Genen? Keineswegs. Es liegt noch immer an unterschiedlicher Erziehung und Sozialisation. Aber der sind wir ja nicht hilflos ausgeliefert, vieles lässt sich bewusst machen, manches Verhalten lernen. Dass Frauen öffentlich sichtbar sein müssen war stets das Credo der Emanzipationsbewegungen.

Das muss nun nicht gerade durch Krähen und Gockeln passieren, davon haben wir eh schon genug. Aber öffentlich seine Meinung zu sagen, seine Stimme zu erheben und sich Gehör zu verschaffen – wie schön wäre es, wenn das Frauen und Männer gleichermaßen tun würden.

Zum Beispiel, indem Sie uns Leserbriefe schreiben! Sich einmischen. Uns Ihre weibliche Sicht auf die Welt und wie wir sie in der Zeitung abbilden vor Augen halten. Wir freuen uns drauf!

Herzlich

Ihre Bascha Mika

36 Kommentare

  1. Katja Wolf sagt:

    Ich wollte mich zu diesem Thema im FR-blog eigentlich nicht äußern – jetzt tue ich es doch.

    Die Trump-Schelte, insbesondere hinsichtlich seines angeblich besonders (!) ausgeprägten Sexismus kann ich nicht mehr lesen.

    Glaubt jemand von den Lesern und Leserinnen wirklich, z. B. Gerhard Schröder oder Joschka Fischer hätten sich total privat nicht ähnlich despektierlich gegenüber Frauen geäußert?

    Und zu seiner ehemaligen Konkurrentin Hillary Clinton empfehle ich in diesem Zusammenhang u. a. folgende Seite:
    http://diestoerenfriedas.de/die-clintons-eine-lange-geschichte-sexueller-gewalt/

    Daraus zu schließen, ich hielte Trump für persönlich sympathisch, wäre allerdings der falsche Schluss.

    (…)

    (…) Dieser Teil des Kommentars wurde hierhin verschoben, wo er besser passt. Gruß, Bronski

  2. Grűndel sagt:

    Um mal was zum Thema Nichteinmischung von Frauen zu sagen: ich habe ab und zu – entweder aus Begeisterung oder aus gerechtem Zorn Leserbriefe geschrieben. Dann aber immer mit dem schalen Gefühl dabei: das nűtzt doch gar nix! Du műsstest aktiv werden! Irgendwo – irgendwie. Nicht nur ab und zu suf eine Demonstration gehen oder Leserbriefe schreiben. Dann habe ich direkt an Politiker geschrieben. Oft keine Antwort – ab und zu wie aus dem Wahlprogramm abgeschrieben. Auch mit dem Gefühl: das landet sowieso sofort im Spamordner oder unter gelőscht. Also immer im Kampf mit der Resignation. Jetzt gerade finde ich wieder: ich muss mich einmischen! Irgendwie! Und zur anderen Frage: warum schreiben eigentlich so viele Männer?? Haben die denn derartig viel Zeit? Sitzen die täglich und die halbe Nacht am PC? Macht das derart viel Spaß? Und wer kűmmert sich um die Kinder und den Műll? Kann mir die Frage mal einer der Herren beantworten?

  3. Anne Rumpf sagt:

    Ich bin in unregelmäßigen Abständen als Leserin im Blog unterwegs – mit sehr zwiespältigen Gefühlen: Zum einen bin ich sehr angetan von der Möglichkeit, über das Tagesgeschehen diskutieren zu können, zum Anderen stößt mich die Art, wie das passiert, zum größten Teil ab.
    Immer wieder stoße ich auf ellenlange, schulmeisternde Beiträge von Männern (nichts für ungut, Herr Engelmann und noch einige andere Herren), die oft mit genauso schulmeisternden Beiträgen von einer Frau (nichts für ungut, Frau Ernst) beantwortet werden.
    Ich dachte immer, ein Blog ist ein Diskussionsforum. Wenn aber einzelne Diskutierende Monologe führen, beginne ich quer zu lesen, in der Hoffnung, dass irgendwann was Relevantes kommt. Lust auf eine Antwort oder einen eigenen Beitrag habe ich dann schon gar nicht mehr.
    Vielleicht ist ja die Art, seine eigene Meinung wohlformuliert auf sehr viel Platz auszubreiten, typisch männlich…? Ich jedenfalls liebe kurze, knackige Antworten, die sich klar erkennbar auf einen anderen Beitrag beziehen und andere Menschen zum Antworten einladen.

  4. Jürgen Malyssek sagt:

    An Anne Rumpf: Man kann bestimmt nicht immer kurz und knackig antworten. Aber Sie haben mit Ihrer Kritik nicht ganz unrecht. Der Hang zu längeren Erklärungen und Analysen ist uns Männern nicht fremd. Es sollte Ihnen jedenfalls nicht die Lust auf Anwort und eigenen Beitrag nehmen. Wir Männer(sage das einfach mal so)machen schon mal gerne kräftige Flügelschläge. Aber das sollte Frauen nicht hindern, sich öffentlich stärker zu zeigen (sagt auch Bascha Mika). In anderen Lebensbereichen sind Männer auch nicht gerade besonders heldenhaft.
    An Gründel: zu Ihrer Frage antworte ich gerne recht kurz und knapp: Ich habe schon immer gerne geschrieben. Das hat meinem Kopf gut getan: Denken, Verarbeiten, neue Ansätze finden …
    Ja, es macht auch Spaß, aber nicht immer, wenn’s haarig wird. Ich kümmere mich fast immer um den Müll. Traditionell.

  5. I. Werner sagt:

    „… Krähen und Gockeln …-, davon haben wir eh schon genug. Aber öffentlich seine Meinung zu sagen, seine Stimme zu erheben und sich Gehör zu verschaffen – wie schön wäre es, wenn das Frauen und Männer gleichermaßen tun würden.“ Machen das nicht Frauen schon längst? Als Kind habe ich mich vor Männern gefürchtet. Aber da habe ich nur einen kleinen Ausschnitt aus der männlichen Welt erlebt. Sie waren laut, oft betrunken und grob. Meine kindlichen Zuneigungen waren aber herzlich offen für alle Geschlechter. Und heute weiß ich, dass es viele Schattierungen gibt in der Welt der Erwachsenen, na klar, auch die flügelschlagenden Gockel, die Machos, aber auch die sensiblen, die einfühlsamen und auch Menschen, die sich nicht in diesem Mann/Frau Schema wiederfinden. Die Übergänge sind wohl fließend. Es gibt die Zaghaften, die Forschen, die Mutigen, aber das ist nicht abhängig davon, ob man Mann oder Frau ist, sondern vielleicht davon, wie viel Liebe und Anerkennung ein Mensch in seiner Kindheit erfahren hat. Es gibt aber auch Beispiele, wie sich Kinder aus schlimmen Verhältnissen heraus gelöst haben.
    Mut, unsere Meinung zu sagen, sollten wir alle haben. Noch ist das in unserer Gesellschaft ja nicht so schwer .

  6. Brigitte Ernst sagt:

    @ Katja Wolf

    Der Bericht über Bill Clinton, aber auch über Hillary erschreckt und empört mich zutiefst. Schlimm ist aber auch, dass offenbar so wenige der mir bisher unbekannten mutmaßlichen Opfer Bill Clintons den Mut zur Anzeige aufgebracht haben. Spätestens zur Zeit der Affäre um Monica Lewinsky wäre dies doch geboten und auch möglich gewesen, ohne dass die betroffenen Frauen Schaden genommen hätten. Auch nach Clintons Präsidentschaft hätten sich die betroffenen Frauen noch zusammenschließen und ihre Aussagen machen können. Allein die große Anzahl einander ähnelnder Vorwürfe hätte die Glaubwürdigkeit der Opfer erhärtet. Warum ist das alles erst zu dem Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gedrungen, als Hillary Präsidentschaftskandidatin war?
    Wenn ich daran denke, welchen Riesenaufstand hierzulande die nun wirklich harmlos-dümmliche Bemerkung eines Rainer Brüderle über einen Dirndlausschnitt verursacht hat, ist es mir rätselhaft, warum amerikanische Frauen sich nach Übergriffen seitens bekannter Politiker derart wegducken. Was tun die angeblich so mächtigen Frauenverbände in den USA eigentlich in solchen Fällen?

  7. Brigitte Ernst sagt:

    @ Anne Rumpf

    Tut mir leid, wenn ich Sie mit meinen Schulmeistereien nerve. Einmal Lehrerin, immer Lehrerin.
    Was die Zeit, die für solche Aktivitäten zur Verfügung steht, anbetrifft: Ich beteilige mich hier erst, seit ich im Ruhestand bin. Vorher wäre mir das gar nicht möglich gewesen. Für den Müll habe ich dann auch noch Zeit.

  8. JaM sagt:

    @ Katja Wolf

    Sind Sie sicher, dass der von Ihnen verlinkte Bericht nicht ein Teil der gezielten, auf unbegründeten Verdächtigungen und auch auf nachweislichen Lügen aufgebauten Desinformationskampagne gegen Hillary Clinton ist? Die der linken Sympathien unverdächtigte „Welt“ ordnet die Gerüchte in den Bereich der Verschwörungstheorien ein: https://www.welt.de/politik/ausland/article157665347/Assange-Interview-befeuert-Clinton-Verschwoerungstheorien.html.

  9. Anne Rumpf sagt:

    @ J. Malyssek: Sie haben Recht, kurz und knackig geht nicht immer, es droht immer die Gefahr der Vereinfachung, das will ich auch nicht.
    @ B. Ernst: Vielen Dank für Ihre Reaktion! Ich mag Lehrerinnen, ich bin selber eine 😉

    Noch ein Diskussionsanstoß: Mein Alltagsgeschäft, die Arbeit mit Kindern, empfinde ich als hochpolitisch. Es geht mir um die Anbahnung gesellschaftlicher und kultureller Teilhabe, um die Stärkung von Kindern, die häufig unter widrigen Bedingungen aufwachsen. Als politisch empfinde ich meine Arbeit auch deshalb, weil ich die Hoffnung habe, dass sie die Widerstandskraft der Kinder gegenüber negativen Einflüssen im Alltag stärkt, so dass sie langfristig populistischen Rattenfängern etwas entgegenzusetzen haben.
    Das ist aber sehr zeit- und ernergieaufwändige Arbeit, außerdem oft sehr im alltäglichen Klein-Klein verhaftet – daher eignet sie sich oft nicht für Blog-Beiträge, und wenn doch, dann fehlt die Zeit, etwas aufzuschreiben bzw. sich einzumischen.
    Vielleicht sind die Nicht-Schreiberinnen und Nicht-Schreiber in einer ähnlichen Situation?

  10. Katja Wolf sagt:

    @ Brigitte Ernst:

    in Österreich wurde möglicherweise etwas umfassender berichtet als in Deutschland:

    hier könnte Sie vielleicht besonders der Tod von Victor Thorn interessieren:
    https://www.youtube.com/watch?v=zbQbq4I4KWk

    https://www.unzensuriert.at/content/0021709-US-Wahlkampf-Die-mysterioesen-Todesfaelle-im-naeheren-Umfeld-von-Hillary-Clinton

  11. Bronski sagt:

    @ Katja Wolf, JaM

    Die Clinton-Sache ist hier nicht das Thema, sondern hier geht es um die Frage, warum Frauen nicht häufiger aktiv an Debatten teilnehmen, z.B. in Form von Leserinbriefen. Ich lasse noch eine Antwort von JaM und/oder Brigitte Ernst zu und bitte darum, anschließend zum Thema zurückzukehren.

  12. Katja Wolf sagt:

    @ Bronski:
    ich hatte mich zum Thema „Trump vs. Clinton“ hier eben vorher NICHT AKTIV eingemischt, weil ich mir sicher war, niedergeschrieben zu werden.
    Hat also in sofern (indirekt) schon auch was mit dem Thema zu tun.

  13. Brigitte Ernst sagt:

    @ Katja Wolf

    Mit der Website NowTheEndBegins sollten Sie vorsichtig sein. Schon der Name deutet auf Verschwörungstheorien hin. Die Site wird von der Bewertungsplattform Media Bias als „most untrustworthy“ bewertet. Und Fake News Watch stuft sie als „conspirational in natue“ und „very unreliable“ ein. Aufgefallen ist mir auch, dass in den Bericht über die Clintons ein Plädoyer für uneingeschränkten Waffenbesitz eingebaut wurde (eine Position, gegen die Hillary kämpft).
    „Beware of fake news“, kann ich da nur sagen.

  14. Gründel sagt:

    Zum Thema Trump vs vorige ehrenwerte Präsidenten könnten Sie sich mal die letzte Anstalt vom 07.02. anschauen. Da werden wir darüber informiert, was alles Obama an mörderischen Taten auf dem Gewissen hat.
    Zum Thema Einmischung: es ist immer schwer, über andere etwas zu sagen. Es freut mich aber, bei der Gelegenheit zu erfahren, dass sich tatsächlich wenige Frauen beteiligen. Ich hatte bisher die Befürchtung, die Äußerungen vonFrauen würden bevorzugt aussortiert.
    Ich selber komme aus Zeitmangel und auch, weil ich nicht unbedingt gerne stundenlang am PC sitze, 22öfter zu spät. Im HAmburger Abendblatt z.B. Muss man am selben Tag schreiben, sonst ist das Thema schon wieder weg.

  15. maiillimi sagt:

    Dies faellt mir beim Revuepassieren der anderen Themen im Multithemenangebot des Blogs ein.z.B. warum sich Frauen nicht mehr einbringen…Sie brauchen vielleicht nicht so viele Worte, um sich auszudruecken…
    und immer wieder die oft geausserten Anmerkungen, dass die episch breiten Kommentare mancher Dauerteilnehmer/innen zu strapazioes sind, um sich immer wieder darauf einzulassen. Egal ob pensionierte Lehrkraefte oder andere „Wissenden“…Wenn bestimmte Themen immer wieder so ausschweifend kommentiert werden, verliere auch ich die Motivation mich einzuklinken. Viele Themen finde ich spannend und wichtig…aber (was mich betrifft) wenn nur wenig Zeit verfuegbar ist, an der Diskussion teilzunehmen, gibt man s dann auf, sich durch die ellenlangen Statments durchzuforsten…statt doch noch etwas draufzusetzen.
    In diesem ungereimten Sinn: kali nichta.
    (1 x Lehrer…immer Lehrer…. nein nein nein…)

  16. Frau Vau sagt:

    FR, wenn du die Frage stellst, warum Frauen sich im öffentlichen, im politischen, im akademischen Diskurs zurückhalten: Lies doch bitte mal deine eigenen Artikel. Solange Rosa Luxemburg (siehe heutiger Beitrag im „Magazin“)zu 50% Namensnennung im Beitrag nur anbiedernd „Rosa“ ist (das Mädchen ohne Nachname, mithin ohne Identität), ihr Freund Leo Jogiches jedoch zu 100% „Leo Jogiches“ oder „Jogiches“ benannt wird, kann das nicht funktionieren.
    Diese entsetzliche Unsitte, Frauen in Veröffentlichungen (journalisch oder akademisch, egal) nur beim Vornamen zu nennen – lasst das sein, ihr Schreiberinnen und Schreiber! Ob es sich um Hillary (Clinton) handelt, ob um Annette (von Droste-Hülshoff), Tugce (Albayrak), Fanny (Hensel), Angie (Merkel). Man denkt sofort an Kohls Mädchen, an jedermanns Mädchen, die kleine Rosa…. Passt mal’n bisschen auf…

  17. Grűndel sagt:

    Und nicht zu vergessen die Zahlenhuberei! Ich habe das Wagenknechtblog gelesen: mit welcher Verbissenheit da mit Zahlen um sich geworfen wird! Wie machen Sie das bloß? Legen Sie sich Archive an?! Mit Themengebieten? Da kann und will ich nicht mithalten. Und zu Herrn Matyssek: klar Lust zu Denken und zu Schreiben. Verstehe ich. Aber die Zet dazu! Woher nehmen Sie die- jetzt nur als Beispiel. Es gibt ja etliche, die den halben Tag mit den Blogs zubringen. Und nicht nur in dieser Zeitung.

  18. Jürgen Malyssek sagt:

    An Gründel: Ich will auf ihre Einwände eingehen. Die Sache ist die, dass ich mir die Zeit nehme, wenn mich das Thema wirklich interessiert. Ich gebe zu, dass dadurch auch anderes liegen bleibt. Ja, es nimmt oft einiges an Zeit, zumal ich persönlich kein schneller Blog-Nutzer bin. Halbe Tage verbringe ich nicht damit. Aber ich nehme es ernst, was Sie sagen, weil ich verstehen kann, dass die langen Passagen auch beschwerlich für andere sein können. Persönlich bevorzuge den konventionellen Leserbrief. Archive lege ich nicht an. Aber ich habe auch zuletzt sehr interessante Dialoge führen können, die für mich vertiefende Wirkung hatten (W. Engelmann und W. Fladung). Zahlenhuberei ist nicht so mein Ding. Das wird Sie jetzt nicht zufrieden stellen, aber ich wollte sie mit den Fragen auch nicht im Regen stehen lassen. Und Widerspruch ist ok.

  19. Brigitte Ernst sagt:

    @ Gründel

    Es ist doch immer eine Frage der persönlichen Interessenlage, womit man seine Freizeit verbringt. Wenn mich ein Thema interessiert, widme ich ihm auch für eine gewisse Zeit. Beim Formulieren kann ich meine Gedanken ordnen, und im Diskurs mit anderen lerne ich viel dazu. Wenn mir die Beitrage zu sehr ausufern und mich langweilen, überlese ich durchaus auch das eine oder andere.
    Andere gehen vielleicht lieber auf den Fußballplatz, wandern,lesen oder malen – alles wunderbare Freizeitaktivitäten. Jeder setzt eben seine Prioritäten anders. Und wenn man nicht mehr berufstätig ist, hat man das Glück, mehrere dieser Tätigkeiten nebeneinander ausüben zu können.

  20. maiillimi sagt:

    Danke, lieber Bronski, fuer die neue Ueberschrift:“LeserINNENforum“, dennoch ein paar Gedanken dazu:
    Das ist zwar eine nette Geste, fuer mich aber nicht sooo wichtig. Obwohl selbst weiblichen Geschlechts hat mich das „Verallgemeinern“ nie tangiert. Es ist eher ein deutschsprachliches Problem. Und in anderen mir vertrauten Sprachen gibt es das nicht. Pardon, GeschlechtsgenossINNen, die ihr vielleicht grossen Wert auf das Differenzieren legt.. mir gingen die teilweise verbissenen Zurechtweisungen einer Hardliner-Freundin auf den Keks, wenn sie mich bei persoenlichen Mails stets auf meine „Schludrigkeit“ hinwies bzw. die fehlenden Endungen korrigierte. Manche sprachlichen Veraenderungen empfand ich nivht nur unlogisch, sondern auch an den Haaren herbeigerissen, so auch diese Grossbuchstaben mitten im Wort. Meine Grossmutter (einst Lehrerin) pflegte so etwas mit „Dippelesschisserei“ zu bezeichnen… Ausserdem lebe ich im Vergleich mit den meisten Frauen der Erde in einem relativ priviligierten Land, in dem die Diskussion um die Benachteiligung des weiblichen Geschlechts auf hohem Niveau gefuehrt wird. Vielleicht liegt meine diesbezueliche Gesinnung daran, dass ich viele Jahre in Laendern der sog. 3. Welt gelebt habe, wo das Level der Diskussion meilenweit vom hiesigen lag. Last but not least fuehle ich mich vorwiegend als Mensch und nicht als Frau . Ich habe mir diese Haltung trotz nicht einfacher Erfahrungen als weibliches Wesen in Kindheit und Jugend „erarbeitet“. An die Nieren gehen mir jedenfalls noch immer und mehr denn je die geknechteten Schwestern“ in den anderen, armen Kulturkreisen.

  21. H.H. sagt:

    Von zwei Seiten fühle ich mich direkt angesprochen – der Diskussion in der FR über die weibliche Zurückhaltung im öffentlichen Diskurs und der „Mut“-Ansage des neuen Bundespräsidenten. Also fasse ich mal den Mut, mich wenn auch nur in kognito zu meiner Angst zu bekennen… der Impuls, mich erstmal zurück zu halten, wenn wieder eine Sau durchs Dorf getrieben wird, in Ruhe abzuwarten und vor allem vor meiner eigenen Tür zu kehren, war immer schon stärker als der Drang, mich einzumischen, zu artikulieren, im Kanon der Meinungen zu versuchen irgendwo auch noch meine Stimme unterzubringen. Es reicht mir, mich mit dem auseinanderzusetzen, was da auf mich eingeht von vielen Seiten, das zu sortieren, Schlüsse für mein ganz persönliches Tun und Lassen zu ziehen. Ich bin der Überzeugung, dass es immer auf der einen Seite berufene RednerInnen und auf der anderen Stillere bis zu ganz Stillen im Lande gibt und auch geben soll. Die, die auf der Bühne stehen, brauchen auch ein Publikum, die, die Verantwortung übernehmen, brauchen die, für die sie das tun und die das nicht so gut können – aus welchen Gründen auch immer. Und ich genieße die Freiheit, in einem Land zu leben, in dem ich in vielerlei Hinsicht mein Leben nach meinem Gutdünken gestalten kann und mich zum Beispiel auch nicht öffentlich äußern muss. So schön es ist, dass ich es darf – der wirkliche Wert unserer freiheitlichen, pluralistischen Gesellschaft liegt für mich darin, dass ich vieles eben auch lassen kann. Die Angst, wie es doch immer wieder zu beobachten ist im öffentlichen Raum, zerrieben, mißverstanden, widerlegt oder sonstwie auseinander genommen zu werden, wenn man sich wie und wo öffentlich äußert, ist bei mir immer vorhanden gewesen. Die Entwicklung der neuen Medien – unkontrollierbare Verbreitung von Informationen, Shitstorms, „das Internet vergisst nichts“ etc. hat diese Befürchtungen nur bestätigt und gestärkt. Auch im privaten Bereich diskutiere ich nicht sonderlich gern – die Beiträge der einzelnen zielen in der Regel doch darauf ab, die eigene Meinung zu festigen, durchzusetzen oder zu bestätigen. Ich nehme mich da gar nicht aus. Richtig gute Gespräche führe ich eigentlich nur mit einzelnen oder im sehr kleinen Kreis. Wo Vertrauen ist, man sich öffnen und über die wesentlichen Dinge sprechen kann. Im öffentlichen Raum werden häufig die, die heute umjubelt und zitiert werden, zu einem späteren Zeitpunkt genauso niedergemacht. Ich will das nicht. Ich bewundere die, die damit umgehen und dem standhalten können und bin voller Mitgefühl mit denen, die nach einem Leben auf der öffentlichen Bühne uninteressant geworden sind, fallen gelassen, und ohne die Droge Publikum und öffentliche Zustimmung mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen.
    Ob das was mit Frausein zu tun hat, weiß ich auch nicht. Mit Rollenverständnis vielleicht, ja, von den Männern wird ein Vorreitertum sicher eher erwartet und bei Frauen Zurückhaltung eher toleriert. Letztendlich bin ich aber vor allem froh, dass jede/r halbwegs nach seinen eigenen Wünschen sein Leben gestalten kann in unserem Land. Ich bin dankbar denen, die diese Freiheiten erkämpft haben und denen, die sich weiter dafür im gesellschaftlich-politischen Diskurs einsetzen.

  22. Ulrich Hildmann sagt:

    „Leserinnenforum“
    Hierzu ein persönliches Erlebniss von vor langer Zeit als die sprachliche Differenzierung von männlicher und weiblicher Anredeform seinen Anfang nahm. Bei den Anreden „liebe … und …innen“ war ich davon genervt und verdrehte innerlich die Augen (typisch männlich ich war ja vorher immer angesprochen).
    Dann besuchte ich einen Workshop, wo ich der einzige Mann unter Frauen war, und die Lehrerein verkündete bei ihrer Begrüßung, dass sie in ihren Anweisungen nur die weibliche Form der Anrede benutzen werde. Na gut dachte ich, was solls, bin halt in der Minderheit und so ist es weniger umständlich als die „korrekte“ Form beider Geschlechter anzuwenden. —- Ich hatte die Rechnung ohne mein Unterbewußtes gemacht: ich fühlte mich bei den Anweisungen mit weiblicher Anrede nicht angesprochen! Das Gefühl verstärkte sich im Laufe der Zeit bis zu „ich werde nicht gesehen“… „ich werde diskriminiert“ !
    Diese Erfahrung hat meine Einstellung zu der sorgfältigen Formulierung von Anreden beider Geschlechter grundlegend geändert.
    Insofern begrüße ich die Überlegungen zum „Leserforum“ aber fühlte mich bei der weblichen Form ausgeschlossen, daher besser „Forum der Leser*innen“ – so viel Zeit muss sein (Platz sowieso).
    Übrigens finde ich den * viel schöner als das große „I“. Es ist wie eine Zäsur, die die Wertschätzung beider Geschlechter ausdrückt.

  23. Rafaela Del Rosso sagt:

    Von „Bronski“ zum schreiben eines Leserbriefes angeschubst, folge ich seinem Aufruf, zumal Frau Mika nicht mit ihrer Aktion leer ausgehen soll.
    Da ich Jahrgang 1951 bin, habe ich die Zeiten der großen Frauenthemen mit erlebt, gelebt, ausprobiert und letztendlich auch sortiert. Es waren spannende und für mich persönlich wichtige Zeiten, mit den unterschiedlichsten Erfahrungen. Auf die gestellte Frage warum sich Frauen zu wenig einmischen, gibt es vermutlich nicht DIE Antwort schlechthin. Bei mir ist es nicht die mangelnde Zeit, erst recht nicht ein Desinteresse an Themen die in der FR behandelt werden, auch keine Resignation, doch es fällt mir schwer, das passende Wort zu finden. Vielleicht war es mir einfach irgendwann zu anstrengend geworden die Welt in weiblich und männlich, in schwarz und weiß zu sehen und um die Unterschiedlichkeiten zu kreisen, die ja auch „alleine unter Frauen“ existieren. Unbestritten ist, dass es noch einiges zu tun gibt und es bewegt sich auch was. Für mich persönlich ist es wunderbar zu sehen, dass unsere Töchter und Söhne heute etwas anderes leben und es ihnen selbstverständlich ist. Und jede_r von uns kennt in seinem Umfeld bestimmt etliche großartige, tolle, engagierte Frauen die ich ihren Bereichen „ihren Mann stehen“, die sich einmischen, die an- und zupacken, doch vielleicht ohne groß darüber zu reden. Das mag evtl. ein Unterschied sein. Vielleicht wird die nächste Generation sich mehr damit auseinandersetzen, wie die Menschen sich mit den Unterschiedlichkeiten annehmen, akzeptieren und tolerieren können. Die Weltlage stellt die Menschheit vor neue Aufgaben und es ist eine enorme Herausforderung. Dabei werden Frauen und Männer gebraucht und ich bin mir sicher, dass gerade die Frauen sich nicht drücken werden. Sie werden da sein, sehen was zu tun ist, es anpacken wie in Generationen vor uns. Genauso sicher bin ich, dass die FR sich auch weiterhin Frauenthemen annehmen wird, die ich mit Spannung erwarte, gerne lese, mich damit auseinandersetze und darüber diskutieren werde! … vermutlich im kleinen Kreis, doch wer weiß, vielleicht schreibe ich ja in Zukunft auch mehr Leserbriefe!

  24. Irmgard Krusenbaum sagt:

    Eigentlich wollte ich wie immer nicht auf den Aufruf reagieren, habe auch einen Großteil der Kommentare nicht gelesen, aber da ich als Frau nun mal direkt angesprochen bin…Ich denke, Frauen haben oft weniger Zeit, ausgedehnte Leserinnenbriefe zu schreiben, aber entscheidend ist doch, womit ich meine Freizeit verbringen will. Ich tue etwas, was mir Spaß macht, mir einen Mehrwert bringt, und das ist der Unterschied zwischen (vielen) Männern und Frauen. Mir ist meine Zeit zu schade, ausführlich die Leserforen zu lesen, mir bringt es keinen Kick, kine Befriedigung, meine Meinung gedruckt zu sehen, ich muss meine Meinung nicht öffentlich kundtun, vielleicht halte ich sie nicht für so wichtig, dass ich die Menschheit damit beglücken muss. Ich diskutiere leidenschaftlich über politische Themen, aber dies im persönlichen Gespräch, nicht allein vor meinem Bildschirm. Und dieses Phänomen gibt es ja auch in vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft. Ein Großteil der Wikipedia-Artikel ist von Männern geschrieben. Die überwiegende Mehrheit der Menschen, die Romane lesen, ist weiblich, aber (selbst wenn es zahlreiche Autorinnen gibt) nicht die der Verfasser. Noch eine Beobachtung aus einem anderen Lebensumfeld, der Lokalpolitik, in der ich in vielen Bereichen tätig bin. Da gibt es in Gremien und Ausschüssen viel Gelegenheit zum Diskutieren. ie Erfahrung, die ich mit Männern immer wieder mache: Sie müssen Duftmarken setzen. Es ist zwar alles schon zehn mal gesagt, aber noch nicht von ihnen; sie haben bei einer Abstimmung die absolute Minderheitenmeinung, müssen aber ausführlich darlegen, warum sie dagegen sind (auch wenn schon gar keiner mehr zuhört); nach 8 Stunden Ratssitzung wartet niemand auf niemand zu hause(?), also müssen sie noch ausführlich ihre Meinung zu Marginalien kundtun…
    Für solches Imponiergehabe ist mir meine Lebenszeit zu kostbar. nUnd deshalb wende ich mich jetzt auch wieder anderen Dingen zu…

  25. Hildegard Weidemann sagt:

    Lieber Herr Bronski,
    Leserinnenforum ist doch schon mal ein guter Anfang! In der Art wie die Rundschau veröffentlich sehe ich leider oft Verbesserungpotenzial, ich ärgere mich. Dazu kann ich mich dem Leserinnenbrief von Frau Vau an diesem Wochenende nur anschließen.
    Wenn die schreibenden Männer und Frauen der Rundschau sich entsprechend „einmischen“ kann es nur besser werden.
    Ich erwarte, dass eine Zeitung sich gleichermaßen an Frauen und Männer richtet und dass das auch sprachlich zum Ausdruck kommt ohne mich besonders einmischen zu müssen. Männer müssen sich auch nicht einmischen, bei denen funktioniert es einfach.
    Bitte weiter in diese Richtung denken und schreiben, vielen Dank und freundliche Grüße

  26. Stefan Briem sagt:

    An Irmgard Krusenbaum

    „… aber entscheidend ist doch, womit ich meine Freizeit verbringen will.“

    Also, mit dieser Einstellung hätte die Frauenbewegung wohl niemals das Suffragettenstadium überwunden.

  27. Jürgen Malyssek sagt:

    An Irmgrd Krusenbaum: So schlecht würde ich die Männer auch wieder nicht machen. Es ist nicht alles Imponiergehabe. Es geht auch nicht immer um einen Kick oder um die eigene Wichtigkeit. Aber man kann sich auch so wichtig sein, dass man Debatten nicht nur der Politelite und den Mächtigen überlässt. Wenn Sie Ihre Freizeit mit etwas verbringen wollen, was Ihnen Spaß macht und einen „Mehrwert“ bringt, so ist dagegen nichts einzuwenden. Nur ist eine bei Ihnen spürbare Abwertung des männlichen Tuns und Wirkens unüberlesbar. Das ist bestimmt nicht der Ansporn für die Aufforderung zum Mitmischen der Frauen von Bascha Mika und Bronski. Man muss jetzt nicht den nächsten unnötigen Geschlechterkampf anzetteln. Wir hatten schon genug Zeitvergeudung mit der Ära Alice Schwarzer zu tun, diese Unerbittliche! Ich habe an anderer Stelle schon erwähnt, dass wir Männer auch nicht die Krone der Schöpfung sind, aber wir sind manchmal auch ganz in Ordnung.
    Wenn man sich kategorisch zurückhält, hat man es auch leichter, die andere Seite zu kritisieren. Stefan Briem hat mich übrigens mit seiner Bemerkung oben motiviert, das hier noch anzuschließen. Also nichts für ungut, aber bestimmte Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind nicht das Unglück dieser Erde, sondern das Böse, das Feindselige und Unbelehrbare. Das ist kein reines Männerproblem.

  28. Werner Engelmann sagt:

    maiillimi, 18. Februar 2017 um 11:46

    „Last but not least fuehle ich mich vorwiegend als Mensch und nicht als Frau.“
    Ein Selbstverständnis, dem ich mich uneingeschränkt anschließen kann.
    Ich teile auch Ihre Einschätzung bez. eines demonstrativ „feministischen“ Sprachgebrauchs, besonders wenn der auch noch mit Unkenntnis gepaart ist, wie etwa bei der Feminisierung des seit 1000 Jahren geschlechtsneutralen Pronoms „man“ zu man/frau.
    Ich habe mich auch des Öfteren gefragt, warum jemand solche sprachliche Zurschaustellung überhaupt nötig hat. Mag sein, dass dies damit zu tun, dass ich seit Kindheit mit ausgeprägter weiblicher Dominanz zu tun hatte und dies nie als Problem empfand: Weder in der eigenen Familie, noch im Studium und Beruf (Fächer Germanistik/Romanistik) oder bei Freizeitaktivitäten (Beispiel eines Theaterkurses: 16 Frauen, 2 Männer – hat mich nicht gestört).

    Im Übrigen begrüße ich den Aufruf von Bascha Mika und schließe mich ihm an: Mischt euch ein!

  29. Anne Rumpf sagt:

    Ich möchte mich bezüglich der Sensibilisierung für männlich bzw. weiblich geprägte Sprache den Beobachtungen von Ulrich Hildmann anschließen.
    Sprache ist ein mächtiger und oft unterschätzter Einflussfaktor hinsichtlich des eigenen Selbst-Bewusstseins.
    In den 90er Jahren machte in feministischen Kreisen ein Buch die Runde: „Die Töchter Egalias“ von Gert Brandenberg. Ein fürcherlicher Roman literarisch betrachtet, aber hinsichtlich der Sprache hochinteressant: alle männlichen bzw. vermeintlich männlichen Endungen, Formulierungen etc. wurden konsequent „verweiblicht“. Nach der Lektüre dieses Buches habe ich die Welt mit anderen Ohren gehört.
    Herr Engelmann, während Sie in einer weiblich dominierten Welt großgeworden sind, haben Sie immer eine männlich dominierte Sprache benutzt – und letztendlich prägt uns die Art, wie wir sprechen, unsere Wortwahl sagt viel über unser Weltverständnis aus.
    Ich persönlich befinde mich in einem Dilemma: Einerseits klingt eine radikalfeministisch geprägte Sprache in meinen Ohren oft lächerlich und ist auch mit einer sehr aggressiv-arroganten Attitüde behaftet
    (übrigens: Wer von Ihnen kann das Wort „Siekältungskräutsietee“ übersetzen? Hab ich auf einem Frauenfestival gelesen). Andererseits bin ich mir der Auswirkungen von Sprache bewusst und möchte darüber nicht einfach hinweggehen.

  30. Brigitte Ernst sagt:

    Manchmal wir die gender-sprachliche Korrektheit auch auf eine absurde Spitze getrieben. Im Schulbereich heißt es natürlich immer: „Schülerinnen und Schüler“, „Lehrerinnen und Lehrer“, wobei es dann leicht passiert, dass einem ein „Elterinnen und Eltern“ herausrutscht. Unsinnig wird es aber, wenn als Abkürzung dann S.u.S. und L.u.L. geschrieben wird, obwohl der Anfangsbuchstabe doch auf beide Geschlechter zutrifft.

  31. Jürgen Malyssek sagt:

    Am Beispiel des „Erkältungskräutertees“ kann man sehen, dass auch einfach viel Schwachsinn beim Gender-Mainstreaming verzapft wird. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es nichts anderes ist als ein purer Machtkampf mit ideologischem Rüstzeug, dazu noch hoch emotional unterfüttert. Wenn ich an die Auseinandersetzungen in den 1970er Jahre denke, meist in studentisch-akademischen Kreisen, dann spüre ich heute noch die körperlich-seelischen Anstrengungen. Ich fände es ganz nett, wenn man sich streitet wegen inhaltlicher Differenzen und nicht mit diesen Ins und ** _ _ sich das Leben noch schwerer macht. Ich weiss, dass Sprache verräterisch sein kann, aber man kann auch alles übertreiben. Es gibt genügend Beispiele von öffentlichen Diskriminierungen der Männer durch Frauen (TV-Sendungen sind voll davon). Engel und Teufel sind austauschbar. Wenn mich der Schalk überkommt, dann erinnere ich mich recht gerne an den Spruch eines irischen Zeitgenossen: „A man is a man and a woman is a woman.“
    Hoffentlich komme ich jetzt dafür nicht ins Fegefeuer!

  32. Brigitte Ernst sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    Bei so viel öffentlicher Diskriminierung von Männern durch Frauen kommen mir jetzt aber fast die Tränen.
    Seit Jahrtausenden werden Frauen von Männern körperlich, seelisch und gesellschaftlich unterdrückt, misshandelt und vergewaltigt, und Sie wollen wirklich behaupten, der Zorn, den Frauen seit etwa 150 Jahren darüber öffentlich zu äußern wagen, sei damit vergleichbar. Für eine solche Fehleinschätzung ist die Strafe des Fegefeuers viel zu mild. Hölle wäre das Mindeste.

  33. Jürgen Malyssek sagt:

    An Brigitte Ernst: Ich vergleiche nicht mit heute und früher. Ich sage nur was heute auch den „Geschlechterkampf“ bestimmt. Ich könnte zum Thema Gewalt von Frauen an Männern durchaus Beispiele liefern. Aber lassen wir das jetzt.
    Zwischen Fegefeuer und Hölle mache ich persönlich keinen großen Unterschied.
    Es ist beides eine harte Strafe.

  34. Brigitte Ernst sagt:

    @ Jürgen Malyssek
    Zu Ihrer Information: Hölle und Fegefeuer sind klar definierte religiöse Vorstellungen. Im Fegefeuer verharrt man, je nach Vergehen, eine gewisse Zeit, bis man seine Schuld gebüßt hat, und wird dann in den Himmel aufgenommen. In der Hölle schmort man ewig. 🙂

  35. Jürgen Malyssek sagt:

    Liebe Frau Ernst, verstehe, ich soll ewig schmoren. So erlebe ich die Kehrseite der Medaille „mischt-euch-ein“: Mindeststrafe als Höchststrafe, wenn Widerspruch zum Mainstream kommt. „Den Balken im eigenen Auge nicht sehen, aber den Splitter im fremden“ (bibl.) – Darin unterscheiden sich weder Mann noch Frau.

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