FR-Leserforum vom 10. bis 15. Februar

Alle Leserbriefe der Woche im Überblick und im Detail. Scrollen und lesen Sie in Ruhe oder suchen Sie Ihren Leserbrief gezielt mit der Tastenkombination STRG und F sowie dem Namen als Suchbegriff. Sie finden hier von oben nach unten:

  • eine Übersicht nach Erscheinungstagen mit den Namen der Autorinnen und Autoren und ihren Themen. Über die rot eingefärbten Links (Seite eins, Seite zwei) können Sie pdf-Dokumente von den Leserforum-Zeitungsseiten aufrufen, wo diese Leserbriefe erschienen sind. Die Links hinter den Namen führen zu den Leserbriefen, die auch hier im FR-Blog veröffentlicht wurden
  • zweitens alle Leserbriefe der Leserforen-Seiten in ihren ungekürzten Fassungen (im Anschluss an die Übersicht)
  • und ganz unten das Kommentarfeld, über das Sie Ihre Beiträge zur Diskussion beisteuern können. Alle Themen, die unten angeschnitten werden, können diskutiert werden. Bitte stellen Sie ein Stichwort an den Anfang Ihres Kommentars, mit dem Sie anzeigen, welches Thema Sie ansprechen.

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Balken 4Leserforum vom 10. Februar
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Leserbriefe von Renate Schuhmacher, Frank Diergardt, Manfred Kirsch, Dieter Domabil und Gerhard Müller (veröffentlicht als Kommentare in der Thüringen-Debatte), Hermann Roth (veröffentlicht als Kommentar in der Klima-Debatte) und Bernd Kempf (veröffentlicht als Kommentar in der Debatte über das Tempolimit).

Seite zwei

Leserbriefe von Jürgen Malyssek (veröffentlicht als Kommentar in der Debatte über Trumps Nahostplan), Geert Platner, Thomas Ewald-Wehner und Bernd Bremen zum Nato-Manöver „Defender (hier, siehe unten).

Seite drei

Leserbriefe zu regionalen Themen von Elke Krämer, Margret Bautz, Ulrich Pohl und Jon Pahlow zur IAA (veröffentlicht in der Anmoderation der IAA-Diskussion), Jürgen Bußmann (veröffentlicht als Kommentar in der Debatte über den Neubau der Frankfurter Oper), Maria Baumbach und Günther Kalbskopf (beide hier, siehe unten).

Im FR-Blog werden immer die ungekürzten Originalversionen Ihrer Zuschriften veröffentlicht.

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Leserforum vom 11. Februar
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Leserbriefe von Ariel Edelstein, Ute Vogell, Marcus Metternich, Wolfram Siegel, Heiner Mesch, Hannah Erben-Wunder und Gabriele Schreib (alle veröffentlicht als Kommentare in der Thüringen-Debatte).

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Leserbriefe von Georg Dovermann und Hartwig Hohnsbein zur „Judensau“ (hier, siehe unten).

Im FR-Blog werden immer die ungekürzten Originalversionen Ihrer Zuschriften veröffentlicht.

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Leserforum vom 12. Februar
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Leserbriefe von Robert Maxeiner, Jürgen Kasiske, Wiltrud Salinger, Dietmar Lehmann und Norbert Stein (alle veröffentlicht als Kommentare in der Thüringen-Diskussion).

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Leserbriefe von Gerd-Rüdiger Erdmann sowie Malies Ortmeyer und Henning Kaufmann (hier, siehe unten).

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Leserforum vom 13. Februar
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Leserbriefe von Uwe Gerber, Manfred Stibaner, Jutta-Maria Roth, Peter B. Sanden, Hans Dietmar Jäger, Peter Werner Ott und Werner Ronimi (alle veröffentlicht als Kommentare in der Thüringen-Debatte).

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Leserbriefe von Karl Höhn (veröffentlicht als Kommentar in der Klima-Debatte) und Gerd Wild (hier, siehe unten).

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Leserforum vom 14. Februar
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Leserbriefe von Gabriele Sedatis, Christian Steiner, Dieter Murmann, Winfried Kallabis und Klaus P. Jaworek (veröffentlicht als Kommentare in der Klimadebatte), außerdem von Ralf Krug und Jeffrey Myers (hier, siehe unten).

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Blog-Kommentare von hans und Jürgen H. Winter (Auszug aus der laufenden Blog-Klimadebatte).

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Leserforum vom 15. Februar
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Leserbriefe von Gerhard Müller, Manfred Wetzel und Alfred Kastner (veröffentlicht in der Anmoderation zur Debatte über die CDU und ihre angezählte Vorsitzende), Berthold Zehetbauer (veröffentlicht als Kommentar in der Thüringen-Debatte) und Matthias Schulze-Böing (hier, siehe unten).

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Leserbriefe von Klaus P. Stock (veröffentlicht als Kommentar in der Debatte über Donald Trumps Nahost-Friedensplan), Heinrich Triebstein, Manfred Schönfeld und Renate Hoch-Ohnesorg (alle hier, siehe unten).

Im FR-Blog werden immer die ungekürzten Originalversionen Ihrer Zuschriften veröffentlicht.

fr-debatteDie Kriegspropaganda ist nicht mehr, was sie mal war

Manöver „Defender“: „Panzer auf der Autobahn“ und „Demonstration der Stärke“, FR-Politik vom 3. Februar

Während Markus Decker in der FR vom 3.2. auf Seite 11 Trump eine „lebensfeindliche Politik“ bescheinigt, öffnet Christian Mölling auf Seite 3 ganz weit die Mottenkiste des Kalten Krieges. Er vertritt die Gesellschaft für Auswärtige Politik, deren Analysen auch direkt aus dem Trump-Büro kommen könnten. Wir müssen uns „wieder (!) auf große konventionelle Kriege vorbereiten“. Damit kann nicht unser Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion gemeint sein, denn für „Überfälle“ (Mölling) sind nur Russen bekannt, die die Krim heimsuchten und ohne Todesopfer eine heimtückische Volksabstimmung durchführten.
Und jetzt wollen sie die „militärische Schwäche Europas ausnutzen“ und die NATO gibt vor lauter Verzweiflung zwölfmal so viel für Rüstung aus wie Russland. „Deutschlands Schwäche“ war schon immer „Russlands Stärke“ , deshalb ist der Iwan ja auch regelmäßig bei uns einmarschiert und lungert schon wieder an unseren Grenzen herum. Aha,das ist also eine „Demonstration militärischer Macht“ , weiß nun der/die aufmerksame Leser/in – aber nein, sagt Herr Mölling, eine solche Demonstration ist jetzt doch eher Defender 2020, denn die Bewegungen der Russen in ihrem eigenen(!) Land führen zu „hoher Nervosität“ bei der NATO.
Mit Verlaub, lieber Herr Mölling , die Kriegspropaganda ist auch nicht mehr das, was sie mal war!

Geert Platner, Ahnatal

Und was kostet der unnütze Zauber?

Es klingt alles so harmlos: “ … militärische Reise durch Deutschland …“; nicht Mordwaffen, sondern „Stückgüter“ werden transportiert; bei „Defender 2020“ findet nur “ … eine Art Generalprobe für den Kriegsfall …“ statt. Und das alles: „nachts“. Der Aufmarsch von 37.000 Soldaten findet auf Autobahnen und Eisenbahnstrecken statt, die schon Hitler für seinen Krieg gegen Russland nutzte? – Natürlich hat Krieg mit „Logistik“ zu tun. Das wird jetzt in der FR auf 2 Seiten prominent verhandelt. Irgendwie ist das größte Militärmanöver seit Ende des Kalten Krieges auch der Autorin unheimlich. Deshalb braucht es auch den „Experten“ Mölling, der den FR-Leser erklärt, warum das keine „Agression“ gegen Russland ist, wenn die NATO-Armee-Divisionen mit ihrem „Stückgut“ in Polen und den baltischen Ländern unmittelbar an der Grenze zu Russland eine „Demonstration der Stärke“ veranstaltet!? – Natürlich darf Deutschland in der „logistischen“ Unterstützung nicht fehlen. Auch wenn es nervt, was kostet der unnütze Zauber? Werden hier nicht gigantische Ressourcen klimaschädlich vergeudet? – Warum werden stattdessen z.B. nicht einseitig alle Atomwaffen aus Deutschland abgezogen und verschrottet und Russland ein gangbarer Abrüstungsplan vorgelegt? Die „Friedensdividende“ wird dann für den sozialverträglich-ökologischen Umbau genutzt!? – Wer oder was hindert uns an „allgemeiner und kontrollierterAbrüstung“?

Thomas Ewald-Wehner, Nidderau

Eine sehr eigene und interessengeleitete Wahrheit

Beim Lesen des Interviews mit Christian Mölling habe ich mich gefragt, worin das angekündigte „Expertentum“ begründet sein soll? Naheliegend schien mir die Antwort zu sein: Im Zurechtbiegen einer sehr eigenen und interessegeleiteten „Wahrheit“. Mal kurz „DGAP“ eingegeben, lieferte das Netz eine einleuchtende Erklärung dafür: Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik gilt als von der Wirtschaft (Banken und Groß-, darunter mehreren Rüstungskonzernen) und deren Lobbyorganisationen gegründetes und bis heute dominiertes Netzwerk für die deutsche Außenpolitik.

Bernd Bremen, Aachen

fr-debatteGrassierende Unsitte

Erwiderung auf „Knöllchen: Wenn der Aufwand sich lohnt“, Forum vom 3.2.

Gegenstand des Leserbriefes ist die Gültigkeit von „Knöllchen“ nach dem gerichtlich untersagten Einsatz von Dienstleistern zur Überwachung des ruhenden Verkehrs. Dabei wird besonders darauf eingegangen, wie man bereits abgeschlossene Vorgänge wieder aufmachen kann, um bereits bezahlte Strafzettel wieder erstattet zu bekommen. Seit ich diese Zeilen gelesen habe, frage ich mich, wozu unser Recht eigentlich denn noch so alles missbraucht werden soll. Unstrittig ist ja wohl, dass die erteilten „Knöllchen“ von den Parksündern zunächst mal akzeptiert wurden, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach, weil sie eben falsch geparkt haben. Dass sie von einer nicht ausreichend legitimierten Instanz ausgestellt wurden, ändert am Fehlverhalten nichts. Jetzt aber diesen Leuten juristische Winkelzüge anzubieten, sich aus der Verantwortung zu stehlen, ist unmoralisch und verwerflich – auch, wenn es vielleicht dem grassierenden Zeitgeist entspricht. Wir müssen als Bürger ja nicht alles hinnehmen, was uns von Verwaltungen vorgesetzt wird. Aber wenn wir offenkundig gegen sinnvolle Regeln verstoßen, dann sollten wir auch dazu stehen, wenn wir erwischt werden. Es sind diese kleinen Egoismen, diese scheinbar „cleveren“ Zeitgenossen, die erheblich zur Zerstörung der gesellschaftlichen Grundlagen beitragen. Und es macht mich wütend, dass diese Art, andere zum eigenen Vorteil auszutricksen, immer mehr Schule macht. Ich warte jetzt darauf, dass irgendein Advokat eine Sammelklage gegen die Stadt bzw. alle von dem Urteil betroffenen Kommunen initiiert. Ich hoffe sehr und glaube daran, dass der Großteil der „Parksünder“ so einen Unsinn nicht mitmacht.
Noch was: Wenn man der Stadt vorwirft, die Verwarnungsgelder unrechtmäßigt erlangt zu haben (obwohl die Strafzettel zu Recht ausgestellt wurden), dann könnte man sie ja auffordern, mit diesem Betrag wichtige gesellschaftliche Projekte zu unterstützen, die unter chronischem Geldmangel leiden. Davon gibt es auch in Frankfurt genug!

Günther Kalbskopf, Rodgau

fr-debatteKann man da urban gardening machen?

Gateway Gardens: Erwiderung auf „Attraktiv für  Engländer“, Leserforum vom 20.1.

Ich habe vor Jahren, als der Name Gateway Gardens aufkam, an die Stadt Frankfurt geschrieben und mich über den englischen Haltestellennamen empört. Die Antwort war, dass das für ein internationales Publikum passend sei.
Was bedeutet der Name eigentlich? Ausfahrt Gärten, Einfahrt Gärten, Torweg Gärten? Kann man dort eventuell sogar urban gardening machen? Ebenso ärgern mich Namen wie My Zeil oder Frankfurt University of Applied Sciences vormals Fachhochschule (der Angewandten Wissenschaften).

Maria Baumbach, Friedrichsdorf

fr-debatteDokumente wie dieses sollten erhalten bleiben

„Judensau“ von Wittenberg: „Die Sau soll bleiben“, FR-Feuilleton vom 5. Februar

Verfechter der Entfernung eines Dokumentes dieser Art müssen sich im Klaren darüber sein, daß sie sich mit einer Entfernung der historischen Tatsache des Antisemitismus in der christlichen Kirche nicht entziehen, ebenfalls können sie das Geschehen damit nicht tilgen. Man solle sich gerade in der evangelischen Kirche einmal vorstellen, welch einen Sturm der Entrüstung entfacht würde, sollte gefordert werden, daß ihr Gründer, Martin Luther, aus allen historischen Nachweisen entfernt werden müsse; es war gerade der Gründer des protestantischen Glaubens, welcher einen Judenhasser en persona darstellte und er äußerte dies bis hinauf auf die christlichen Kanzeln in den evangelischen Kirchen. Dokumente dieser Art sollten immer erhalten bleiben, schon deswegen, um aufzuzeichnen, daß sich auch die christliche Kirche, sei es protestantisch oder katholisch, im Laufe der Geschichte immer wieder am Antisemitismus beteiligt hat. Nicht nur daß der protestantische Religionsgründer, Martin Luther, durch erheblichen Antisemitismus in Wort und Schrift auffiel, auch die katholische Kirche ist in dieser Frage kein unbeschriebenes Blatt. Es darf nicht vergessen werden, daß der Hl. Stuhl und der damalige Reichskanzler von Papen ein Reichskonkordat geschlossen haben. In dieser Abmachung wurde seitens der katholischen Kirche ein Stillhalte Abkommen vereinbart und dem Nazi-Regime der Weg der Judenvernichtung geebnet, im Gegenzug wurden katholische Gläubige und Geistliche geschont. Dieser Vertrag wurde am 20.Juli 1933 unterzeichnet und am 10.September 1933 ratifiziert; erschwerend hinzu kommt, daß dieses Konkordat bis heute seine Gültigkeit besitzt, d.h. die katholische Kirche hat sich bis zum heutigen Tage in keinster Weise seiner Verantwortung gestellt, der Judenvernichtung, zumindest in passiver Form, Vorschub geleistet zu haben.

Georg Dovermann, Bonn

Wie eine in Stein gehauene Predigt

In den zahlreichen Berichten und Kommentaren zu dem antisemitischen „Judensau“-Relief an der Stadtkirche in Wittenberg, der Predigtstätte Luthers, habe ich keinen Hinweis gelesen, dass der entsetzliche Antisemit Luther in seiner Schmähschrift gegen die jüdischen Gelehrten, „Vom Schem Hamphoras“ (1543), seine Leser auf dieses Relief aufmerksam gemacht hat. Deshalb wohl haben es die Herausgeber seines etwa 100 Bände umfassenden Schriftwerks, der „Weimarer Ausgabe“, auf S. 600 der WA 53 als eine der ganz wenigen Abbildungen aufgenommen. Luther schreibt dazu: „Es ist hie zu Wittenberg an unser Pfarrkirche eine Saw inn stein gehawen, da ligen junge Ferkel und Jüden unter, die saugen. Hinder der Saw stehet ein Rabi, der hebt der Saw das rechte bein empor, und mit seiner lincken hand zeucht er den pirzel über sich, blickt und kuckt mit grossem vleis der Saw unter dem pirzel in den Thalmud hinein, als wollt er etwas scharffes und sonderlichs lesen und ersehen…“ . Später, S. 636, teilt Luther dann mit, „woher sie solche hohe kunst haben: Da Judas Scharioth sich erhenckt hatte, dass ihm die Darme zerrissen und, wie den erhenckten geschicht, die Blase geborsten. Da haben die Jüden villeicht ire Diener mit gülden kannen und silbern schüsseln dabey gehabt, die Judas pisse (wie mans nennet) sampt dem andern Heiligthumbs aufgefangen, danach unternander die merde gefressen und gesoffen, davon sie so scharffsichtige augen kriegt…“ Diese Aussagen und viele andere zu „den“ Juden waren sehr ernst gemeint, Spitzenleistungen seiner Theologie der letzten Lebensjahre. Und sie wirkten weiter, unterschwellig oder offen, wie ein Gift, im 20. Jahrhunderte vor allem und danach bis in unsere Tage. Man sollte wissen und es dem heutigen Publikum in der „Lutherstadt Wittenberg“ besonders und im kommenden Jahr auch in Worms, der Reichstags-Stadt von 1521, sagen: Für Luther jedenfalls war das „Judensau“-Relief nicht zu verabscheuen, ich möchte sagen: Für ihn war es vielmehr wie eine in Stein gehauene Predigt.Hartwig Hohnsbein, Göttingen

Hartwig Hohnsbein, Göttingen

fr-debatteGefahr für die Karriere

Berlinale-Affäre: „Ein eifriger SA-Mann“, FR -Feuilleton vom 3. Januar

Harry Nutt fragt im Artikel, warum „die Biografie Bauers…nicht genauer untersucht worden ist“, obwohl man von seiner Mitarbeit wusste und kommentiert am 4.2.:
„Wir haben noch immer ein sehr grobes Bild vom Übergang der vom Nationalsozialismus durchdrungenen Gesellschaft…Verfeinerungen sind dringend geboten“.
In diesem Zusammenhang sei an die Affäre Werner Höfer erinnert, dessen Mitwirkung am Tod von Karlrobert Kreiten während der Nazi-Zeit 1987 durch die Veröffentlichung im Spiegel zum Skandal wurde, obwohl der Verfasser schon Jahre zuvor in einer anderen Zeitung davon gelesen hatte. Erinnert sei zudem an den Rektor der RWTH Aachen Schneider/Schwerte, dessen SS-Mitgliedschaft mir aus einer Zeitung schon lange bekannt war, bevor es zum Skandal kam. Anscheinend liest niemand Zeitung. Erinnert sei auch an einen Artikel in der Zeit im März 2019 (?) zum Thema der Umbenennung von Straßen mit dem Namen Hindenburg. Erwähnt wird, dass sich der Historiker Wolfram Pyta erstaunt zeigte, als er seine Recherchearbeit zu Hindenburg (er legte in 2007 eine maßgebliche Biografie vor) begann und feststellen musste, dass es zu diesem Zeitpunkt keine halbwegs adäquate Hindenburg-Biografie gab. Hindenburg war schon seit Jahrzehnten tot.
Bei soviel vorangegangener Ignoranz verwundert es nicht, dass „keiner“ etwas von Alfred Bauers Vergangenheit wusste. Es stellt sich die Frage, wie ist so etwas möglich?
Eine mögliche Antwort liegt in der Struktur des akademischen Bereichs: Wissenschaftler haben, trotz der reklamierten Freiheit der Forschung, durchaus Verwertungsinteressen, d.h. sie fragen sich, ob ihnen eine Veröffentlichung etwas einbringt (weitere Veröffentlichungen, Renommee) bzw. ob der jeweilige Lehrstuhlinhaber eine entsprechende Veröffentlichung zulässt respektive die Zeitschrift, der man den Text anbietet. Sollte man auf Missfallen stoßen, ist eventuell die Karriere gefährdet (man kann niemanden vorwerfen, dass er sich schützt).
Abhilfe könnte die (Wieder-) Etablierung des Privatdozenten im eigentlichen Sinne schaffen, der aufgrund eigener Finanzmittel von institutionellen Zwängen oder Zuwendungen weniger abhängig ist, exemplarisch dafür der Schweizer J. J. Bachofen (Das Mutterrecht). Und so verwundert es in diesem Zusammenhang nicht, dass die Informationen der „Zeit“ bezüglich Alfred Bauers auf die Arbeit eines „Privatforschers“ zurückgehen.

Gert-Rüdiger Erdmann, Pattensen

fr-debatteDas letzte Stück Freiheit

Zu: „Shoppen am Sonntag“,  FR-Wirtschaft vom 1.Februar

Wie beschämend! Da gibt die Bundesregierung mit ihren Ministerien 42 Millionen Euro aus für die Selbstdarstellung mit teilweise nicht einlösbaren Versprechungen. Das sind Gelder der Steuerzahler, die dem Gemeinwohl dienen sollen, zum Beispiel für die inzwischen überall existierenden maroden Schulen, die fehlenden Pflegekräfte, vernünftige Grundsicherung der Arbeitslosen (damit sie nicht der AfD anheimfallen), etc.
Meine Wunschvorstellung: Hier täte mal ein Boykott gut, nämlich der fest arbeitenden, verdienenden und Steuer zahlenden Bevölkerung, indem sie ihre Steuern einbehalten, bis die Missstände behoben sind. Bei dieser Gelegenheit könnte sich die Regierung das fehlende Geld von den Unternehmen holen, die kaum oder keine Steuern zahlen wie Ikea, Google, Amazon und Konsorten, wobei sicherlich auch deutsche Unternehmen gefragt wären.
Doch leider hat die für Unternehmer arbeitende Bevölkerung keine Chance, den Staat unter Druck zu setzen, im Gegenteil, sie muss noch Steuererklärungen ausfüllen, damit sie zu viel Bezahltes zurückbekommt. Ist das nicht beschämend?

Malies Ortmeyer und Henning Kaufmann, Frankfurt

fr-debatteDie Kirche kann ihren Laden bald schließen

Synodalversammlung: „Wir haben das Hören geübt“, FR-Politik vom 3.2.

Wenn ein Dialog sich schon bis zum September 2020 Zeit für die nächste Sitzung läßt, dann sind von vornherein jahrelang keine Veränderungen in unserer Kirche zu erwarten, denn es ist ja klar, dass Beschlüsse auf deutscher Ebene erst noch im Vatikan auf ihre Vereinbarkeit mit der Weltkirche überprüft werden. Die Hoffnungen der Amazonassynode, dass einer Kirchenprovinz gestattet würde, vor Ort für nötig gehaltene Sonderwege zu gehen, haben ja noch nicht zur praktischen Umsetzung ihrer Beschlüsse geführt. Die Generation von Katholikinnen und Katholiken, die ihre Kirche nach dem 2. Vatikanischen Konzil als reformierbar erlebt hat – zu der ich mich zähle, Jahrgang 1940 – erlebt gerade, dass sie ihre Basis verliert und unter sich bleibt. Andererseits fragt man sich, warum man sich 40 Jahre engagiert hat. Wir haben als Initiative Christenrechte in der Kirche unsere gesammelten Akten vor ca. drei Jahren dem Bundesarchiv in Koblenz übergeben – sie sind seither kein einziges Mal eingesehen worden. Wir haben uns vor 27 Jahren mit gleichgesinnten Organisationen aus zeitweise 12 europäischen Ländern zusammen geschlossen. Beim letzten Treffen in Madrid waren wir gerade noch 12 überwiegend alte Herren und Einzelkämpfer. Ich stelle für mich keine Forderungen mehr, aber ich bin überzeugt, dass unsere Kirche ihren Laden bald schließen kann, wenn sie ihre Dialoggruppen nicht wenigstens einmal im Monat tagen und Beschlüsse fassen und sofort in die Tat umsetzen lässt.

Gerd Wild, Frankfurt

fr-debatteDas Dienstwagenprivileg muss abgeschafft werden

Kolumne: „Neues aus dem Tempodrom“, FR-Meinung vom 6.2.

Erfreulich, dass die Tempolimit-Diskussion weitergeht. Das Problem sind die Dienstwagen und ihre Priviligien. Etwa die Hälfte der PKW sind Dienstwagen. Deren Nutzung wird pauschal versteuert (Ein-Prozent-Methode), viel und schnell Fahren kostet nichts extra. Logisch, dass die meisten Dienstwagennutzer ihre Möglichkeiten ausschöpfen und viel und schnell Autofahren. Und von einem Tempolimit nichts halten. Das Dienstwagenprivileg muss abgeschafft werden!

 Ralf Krug, Pohlheim

fr-debatteAnfällig für rechte Umtriebe

Rechte Milieus breiten sich aus: „Braun im Bunt?“, FR-Tagesthema vom 10. Februar

Der Artikel von Evers und Leggewie weist auf ein lange übersehenes Phänomen hin. Allerdings waren die Autoren lange Zeit selbst maßgeblich daran beteiligt, die Zivilgesellschaft zu verklären. Von diesem „dritten Sektor“ zwischen Markt und Staat erwartete man sich geradezu wundersame Wirkungen jenseits von verkrusteter Wohlfahrtsbürokratie und rauen Märkten. Der bekannte amerikanische Soziologe Jeffrey Alexander hat in seinem Buch „Real Civil Societies“ jedoch schon in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts darauf hingewiesen, dass dies möglicherweise ein gefährliches Missverständnis ist, kann es doch davon ablenken, den Staat zu reformieren und Märkte in sinnvoller Form zu regulieren, damit sie der Gesellschaft dienen und nicht nur wenigen Privilegierten. Die Autoren machen es sich zu einfach, wenn sie reflexhaft wieder die üblichen Verdächtigen, „Marktradikalismus“ und fehlgeleitetes Effizienzdenken, zitieren, um die Anfälligkeit von zivilgesellschaftlichen Organisationen für rechte Umtriebe zu erklären. Die Ursachen sind wohl doch etwas komplexer.
In Deutschland spielen zivilgesellschaftliche Organisationen eine größere Rolle als in vielen anderen Gesellschaften. Das trägt zur Identifikation der Bürger mit der Gesellschaft und zur Stabilität bei. Von daher ist das sicher ein großer Vorteil. Allerdings werden Vereine und Initiativen in kaum einem Land so intensiv mit staatlichen Mitteln gefördert wie in Deutschland. Dadurch sind große und sehr finanzkräftige Bereiche entstanden, die oft intransparent und kaum demokratisch kontrolliert sind. Das gilt für die großen Wohlfahrtsverbände ebenso wie für die vielen bunten Initiativen, in denen so mancher Steuer-Euro versickert, ohne dass ein nennenswerter gesellschaftlicher Nutzen erkennbar ist. Wenn Steuergelder verwendet werden, ist es nur recht und billig, wenn darauf achtet, dass diese wirtschaftlich und wirksam eingesetzt werden, dass also gut „gemanagt“ wird. Und es wäre anmaßend, die Arbeit dieser Verbände und Initiativen einer kritischen Prüfung zu entziehen, nur weil sie staatsfern und selbstorganisiert sind.

Matthias Schulze-Böing, Offenbach

fr-debatteDie Hausaufgaben sind noch nicht gemacht

Bill Gates: „Nukleare Wende?“, FR-Wirtschaft vom 8 Februar

Der erste Reaktor der Welt hatte nur magere 0,5 Watt Leistung. Er diente 1942 in Amerika zur Produktion des benötigten Plutoniums für die Bombe. Heute gibt es waffenfähiges Plutonium im Überfluss. Atomrüstung und „Friedliche Nutzung“ haben dafür gesorgt und Unsummen von Steuergeldern dafür verschlungen. Doch auf beiden Feldern ist das Potential ständig gestiegen. Aber Altlasten, Gefahren und Risiko ebenso.
Was ein GAU ist, wissen wir inzwischen. Wie ein Atomkrieg ausgeht kann man nur ahnen. Doch beide sind vorprogrammiert, wenn die längst fällige Umkehr nicht stattfindet: weltweit überalterte Reaktoren abschaffen und Abrüstung aktivieren. Dabei sind die Mahnungen schon Jahrzehnte her: z.B.: 1957 Göttinger Appell von 18 Professoren gegen die Atombewaffnung; 1983 Mainzer Kongress „Verantwortung für den Frieden“; 2012 Jahr 1 nach Fukushima, von 54 Reaktoren laufen in Japan noch 2; das freigesetzte Caesium entspricht 160 Hiroshimabomben. Reicht das noch nicht? Brauchen die Völker noch weitere Denkzettel?
Fakt ist: Der Anteil der Atomenergie am  Gesamtenergieverbrauch weltweit ist nur etwa 2 %, also marginal. Der Einfluss auf das Klima nicht bedeutend. Diese Technologie lebte immer noch von der militärische Nutzung und einem naiven Fortschrittsglauben vergangener Jahrzehnte. Die Politik und viele Profiteure waren von Anfang an dominierend. Doch inzwischen gibt es auch marktwirtschaftlich günstigere Alternativen, selbst für weitere Milliarden schutzbedürftiger Menschen auf der Welt.
Menschliches Wunschdenken war auch am Anfang der Atom-Euphorie weit verbreitet mit der Hoffnung auf eine unerschöpfliche Energiequelle. Doch dann sind doch auch Brütertechnologie, Hochtemperaturreaktor schon im Anfangsstadium gescheitert. Flüssiges Natrium als Kühlmittel ist problematisch.
Ein Ausstieg aus der Atomkraft wäre zeitgemäß und nicht noch weitere Experimente eines Milliardärs. Die heutigen Hausaufgaben sind noch nicht einmal gemacht! Erst mal gehören jetzt die Endlagerung und Jahrzehnte Rückbau geregelt und deren immense Kosten gerecht verteilt. Alles andere ist –nicht nur gegenüber unseren Nachfahren- völlig verantwortungslos.

Manfred Schönfeld, Germering

Qualitatives Wachstum statt blinder Konsumismus

Was Mr. Gates vorhat – Atomreaktoren entwickeln, die das Risiko der Kernschmelze so gut wie beseitigen und mit Atommüll funktionieren lässt (wie könnte es anders sein) außer Betracht, dass auch sein Konzept auf Naturbeherrschung beruht und eine militärisch nutzbare Option behält. Seit 2005 liegt eine Dissertation vor mit dem Titel ‚Vollversorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien‘, die dem Autor, Dr. Gregor Czisch, höchstes Lob eingebracht hat. Der Grundgedanke: Wind (66%), nahrungsmittelneutrale Biomasse (17%), Wasser (15%) und Sonne ergeben den Mix, der an die Stelle des VERbrauchs knapper und mitweltverseuchender Ressourcen tritt und GEbrauch macht von dem, was Natur überall auf der Welt zu bieten hat. Wind in Nordafrika und Sibirien, Halophyten (Salzpflanzen), Wasser in Norwegen und Sonne produzieren den Strom, der über HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) zu den Orten des Verbrauchs geleitet wird. Unabdingbar: Die Orte der Stromgewinnung haben Vorrang. Nur Überschüsse werden exportiert. Das wäre die Überwindung des Prinzips des Extraktivismus, das bisher den überaus reichen Kontinent Afrika arm macht und seine Bewohnerinnen und Bewohner zur Auswanderung zwingt. Und für uns in den Ländern des Nordens stellt sich nicht erst seit Fridays for Future die Frage, wie wir zu einem guten Leben für alle kommen. Erhard Eppler sprach in den 1980er Jahren schon von ‚qualitativem Wachstum‘, das an die Stelle des blinden Konsumismus treten sollte.

Heinrich Triebstein, Kassel

fr-debatteWährend Eva am Kochen war

Papst: „Keine Abkehr vom Zölibat der Priester“, FR-Politik vom 13. Februar

Wir mokieren uns über Moslems, die behaupten, Allah habe verlangt, dass Frauen sich unter großen schwarzen Tüchern verstecken und lassen uns von den alten Männern der schwerreichen Firma katholische Kirche erzählen, Gott selber habe die Frauen in die zweite Reihe gestellt und sie vom Priesteramt ausgeschlossen. Wäre interessant zu erfahren, wie das damals von statten ging, dieser direkte Kontakt mit Gott. Hat Adam mit Gott verhandelt, während Eva am Kochen war? Oder die Sache mit dem Zölibat. Jeder weiß doch, dass das eine Erfindung irgendeines Papstes war, der dafür sorgen wollte, dass das Vermögen der Kirche nicht vererbt werden kann. Manchmal denkt man, der Unsinn fliegt ihnen jetzt um die Ohren, schließlich sind wir im 3. Jahrtausend unserer Zeitrechnung. Aber leider – die Institution ist so reich und damit so mächtig, dass sie weiterhin die Menschen indoktrinieren kann in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, die der Staat zu mindestens 90 % bezahlt und wo die Kirche das Sagen hat. Oh Herr, lass Hirn vom Himmel regnen.

Renate Hoch-Ohnesorg, Horgau

2 Kommentare

  1. Lorenz Breitinger sagt:

    Keine Abkehr vom Zölibat der Priester

    Ich glaube schon lange, dass die Kirche nicht zu notwendigen Reformen Willens ist. Da mögen weder die Bewegung Maria2.0, noch andere Bemühungen etwas ändern. Damit den verantwortlichen Männern Augen und Ohren geöffnet werden, hilft nur eines: austreten.
    Wenn sich die Menschen vom arroganten und/oder überheblichen Gehabe des Klerus (anders kann ich mir deren Gebaren nicht erklären) abwenden, wird es möglicherweise zu einer Neubesinnung kommen. Überfällig wären längst eine saubere Trennung von Staat und Kirche wie in Frankreich und die Abschaffung jedweden Religionsunterrichtes in den Schulen. Mit einem Ethikunterricht für alle Schüler wäre dann auch die Diskussion um einen wie auch immer gestalteten Islamunterricht beendet. Extrem eingestellte Religionslehrer jedweder Couleur könnten die heranwachsenden Schüler nicht mehr tendenziös beeinflussen. Würden sich die Kirchen nur noch aus den Spendengeldern ihrer Mitglieder finanzieren, hätte das womöglich eine heilsame Wirkung auf den ein oder anderen Kirchenvertreter. Möglicherweise würde er sich wieder mehr in Demut üben und das „Kerngeschäft“ der Kirche wieder mehr im Blick haben: die spirituelle Begleitung der Menschen und nicht das Horten und die Vermehrung von Reichtümern. Die Zeiten der Kirchenfürsten sind endgültig vorbei.

  2. Helmut Lindner, Idstein sagt:

    Staus ohne Ende!
    (Zu „Sicher auf zwei Rädern“ und „Notwendige Abschreckung“; FR v. 15.2.)

    Die Mehrzahl der geplanten Neuerungen der StVO ist sinnvoll, ja teilweise längst überfällig. Insbesondere die Ahndung des Zuparkens von Rad- und Gehwegen und das Tempolimit für LKW beim Rechtsabbiegen sind sehr sinnvolle Maßnahmen. Womit ich allerdings Schwierigkeiten habe, ist die neue Abstandsregel beim Überholen von Fahrrädern und das alberne Verkehrszeichen des Überholverbots für Radler und Mopeds. 1,5 bzw. 2 Meter Abstand zum Zweirad sind sehr viel. Vor allem aber: wie will ich das im Auto messen? Na gut, igendwann wird die Zubehörindustrie sicherlich einen elektronischen Abstandsmesser erfinden, der mit Infrarot arbeitet (ähnlich der Einparkhilfe!) und laute Warnrufe ausstößt, wenn ein Radfahrer naht. Die überholen nämlich auch, insbesondere vor Ampeln! Völlig absurd ist das neue Verkehrszeichen. Es wird zusätzliche Staus ohne Ende produzieren.
    Nebenbei: als ich noch in Frankfurt wohnte, hatte ich kein Auto, und legte die meisten Strecken mit dem Fahrrad zurück. Beim Linksabbiegen, z.B. auf der Bleichstraße, musste ich dreimal die Spur wechseln. Also: Schulterblick, linker Arm raus, wenns frei war schnell rüber an den rechten Rand der nächsten Spur, und das dreimal hintereinander. So gänzlich anders als die Weicheier von Radfahrern, die heute die Gehwege (!) bevölkern.

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