Menschen sind irrational, nicht nur weil manche E-Scooter fahren

Im heutigen Leserforum geht’s um Waffenexporte und geostrategische Erwägungen, um Hass, Müll und E-Scooter. Unter folgenden Links sind die pdf-Dokumente der Leserforum-Zeitungsseiten vom 15. Juli zu finden: zu finden: 15. Juli 2019 Seite 1 und Seite 2 sowie Leserbriefe regional. Hier nun die vollständigen Zuschriften in ihren ungekürzten Versionen. Alle in diesen Leserbriefen angesprochenen Themen können in diesem Thread diskutiert werden. Bitte nennen Sie zu Beginn Ihres Kommentars das Thema, zu dem Sie sich äußern.

fr-debatteMenschen sind irrational

Gastbeitrag: „Waffenexporte und Diplomatie“, FR-Meinung vom 9. Juli

Der Beitrag der beiden Wissenschaftler wirft mehr Fragen auf als er beantwortet. Auch hege ich, im Gesamtkontext gesehen, Zweifel an der politischen Objektivität der Autoren.
Die Kardinalfragen lauten für mich: Wer hat wann was bestellt und was wurde davon von wem genehmigt? Die Frage, was wann an wen ausgeliefert wurde ist zweitrangig, weil unter Umständen eine Vorgängerregierung den Genehmigungsvorgang abgehandelt hat. Der aktuelle Minister wird einen Teufel tun, einen vor Jahren genehmigten Export zu stoppen, drohen doch nicht unerhebliche Vertragsstrafen, sondern auch innen- und außenpolitische Konflikte (ich erinnere mich dunkel daran, dass Gabriel seiner Zeit mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, warum unter seiner Ägide ein milliardenschwerer Waffenexport an Krisen- und Kriegsregionen ginge, eigentlich eine vollkommen überflüssige Frage). Insofern ist es auch überflüssig, dass die Autoren die Frage nach Zufall stellen, weil gerade dann ein SPD-Mann der zuständige Minister war.
Das Abstimmungsverhalten der einzelnen Mitglieder im Bundessicherheitsrat dürfte auch den Autoren nicht bekannt sein, trotzdem führt dieser Unsicherheitsfaktor in der Analyse zu einem konkreten Ergebnis (linke Regierungen exportieren mehr Waffen).
Die Autoren bleiben in ihrem Beitrag Angaben darüber schuldig, was an wen und in welchem Umfang exportiert wurde. Auch über die unterschiedliche Höhe jährlicher Bestellungen werden keine Zahlen vorgelegt, es wird aber behauptet, dass z.B. unter Schröder mehr genehmigt oder ausgeliefert wurde als unter Kohl (prozentual oder tatsächlich?).
Dieser für mich zweifelhafte Schluss regt die Autoren zu dem weiteren zweifelhaften Schluss, dass linke Regierungen mehr genehmigen und ausliefern, weil das Industriearbeiterklientel Stammwählerschaft der linken Parteien sei. Dass seit Jahren sich immer mehr dieser vermeintlichen Stammklientel von der SPD abwenden, kann man bei vielen Wahlanalysen nachlesen.
Rüstungsgeschäft ist, wie das Wort schon sagt, ein Geschäft, und nicht Handel. Dass Waffengeschäfte die Geschäftspartner im Gespräch bleiben lassen, mag zwar einer wissenschaftlich logischen Theorie folgen, die Praxis ist jedenfalls eine andere. Oder hat sich in den vergangenen Jahrzehnten z.B. in Saudi-Arabien etwas in der Verwirklichung von Menschenrechten getan?
Irrational zu handeln ist menschlich. Würden wir zeitgleich weltweit die Produktion und den Export von Waffen einstellen und, rein theoretisch, so lange warten, bis alle vergessen haben, was wir damit angerichtet haben; mit großer Wahrscheinlichkeit meldet sich irgendwo ein menschliches Wesen mit einer Erfindung, die unsere Welt sicherer machen soll – und hält stolz seinen Prototyp einer Steinschleuder in die Höhe.

Horst Weitzel, Frankfurt

fr-debatteDas eurasische Schachbrett mit uns als Figuren

Bundeswehreinsatz: „Politik statt Soldaten“, FR-Meinung vom 8. Juli

Die USA fordern deutsche Truppen in Syrien. Weshalb? Um den IS zu bekämpfen. Laut Trump ist der aber schon besiegt? Was soll das?
Seit 20 Jahren steht ein Buch in meinem Bücherregal: Zbigniew Brzezinski, Die einzige Weltmacht, Amerikas Strategie der  Vorherrschaft. Die Originalausgabe ist 1997 erschienen. Z.B. ging es damals um die Ausbreitung westlicher Werte (Freiheit, Menschenrechte). Das ist ein Thema des Buches. Das Grundthema steht im Vorwort: „Eurasien ist somit das Schachbrett, auf dem sich auch in Zukunft der Kampf um die globale Vorherrschaft abspielen wird.“
Wovor haben die Schachfiguren (wir alle) eigentlich Angst? Vor russischen Panzerarmeen, vor chinesischen Billigprodukten? Brauchen wir wirklich den Schutz der USA? Der Russe ist längst da, in den USA. Die Demokratische Partei versucht, Trump damit zu ärgern, dass sie ihm unterstellt, dass die Russen an seinem Wahlsieg Schuld seinen. Oder waren es nicht doch die Internetfirmen, die Steve Bannon oder andere reiche amerikanische Faschisten bezahlt haben? Ein Henry Ford hat auch Hitler unterstützt.
Aber was ist Realität und was Einbildung? Wegen welcher Bedrohung sollen also deutsche Kampftruppen nach Syrien? Wer verdient an einem möglichen Krieg gegen den Iran?

Heiner Mesch, Attendorn

fr-debatteVersagter Dienst

DuligMartin Dulig: „Die nächste Stufe des Hasses“, FR-Politik vom 1. Juli

In Ihrem Artikel steht, die Ermittlungsbeamten versuchten herauszufinden, von welchem Computer die Bestellung der Soft-Air-Waffe aufgegeben wurde. „Doch die dafür nötige IP-Adresse gibt der Internetprovider nicht heraus.“ Aha. Bei illegalen Musikdownloads werden IP-Adressen bereitwillig weitergegeben, bei drohendem politisch motiviertem Mord mit rechtsterroristischem Hintergrund aber nicht? In den wenigen Fällen, wo die – zu unserer „Sicherheit“ gesetzlich vorgeschriebene – Datensammelwut der Provider ausnahmsweise nützlich sein könnte, versagt sie ihren Dienst.

David Paenson, Frankfurt

fr-debatteDie Termine schaffen keine Therapieplätze

Zu: „Spahns Eingriff“, FR-Wirtschaft vom 4. Juli

Sehr geehrter Herr Spahn, seit längerem drückt es mich, etwas zu Terminservice- und Versorgungsgesetz zu schreiben, weil vielleicht nicht allen die Realität einer pschotherapeutischen Praxis bekannt ist. Ich bin Psychologische Psychotherapeutin,  aus Altersgründen – bin eigentlich im Rentenalter – mit einem halben Sitz. Mit dem ganzen Sitz habe ich 36 PatientenInnen pro Woche behandelt, mit dem halben sind es jetzt 21/22 Patienten und Patientinnen. Ich „müsste“ nur zwölf behandeln.
Jetzt kommt das TSVG, und ich muss eine Therapiestunde pro Woche freihalten. Das tue ich.  Den Patienten, der jetzt kommt, kann ich eigentlich nicht annehmen. Aber ich habe Mitgefühl mit seinem Leid und setze ihn auf diesen eigentlich freizuhaltenden Termin, jede Woche. Der Termin ist nicht mehr frei, wird aber von der Kassenärztlichen Vereinigung vergeben, weil ich da ja jeden reinnehmen muss.
Den nächsten Patienten kläre ich darüber auf, das er gerne zu dem mir von der Kassenärztlichen Vereinigung verordneten T ermin kommen darf ( wobei ich dem Patienten, der da drauf sitzt, seine Stunde wegnehme…..), dass ich aber in absehbarer Zeit keinen Therapieplatz frei habe. Dieser Patient lehnt deshalb dankend ab. Das habe für ihn keinen Sinn.
Wieder ein verordneter Termin von der Terminservicestelle. Den Patienten, dem ich schon aus Not seinen wöchentlichen Termin weggenommen habe, muss ich „ausladen“. Es erscheint eine neue Patientin. Ihr geht es extrem schlecht. Ich habe Mitgefühl mit ihr. Irgendwie werde ich sei unterbringen, dann habe ich eben 22 Patientenstunden pro Woche.
Was mache ich mit dem nächsten, der von der kassenärztliche Vereinigung geschickt wird?
Diese Termin sind nur „Kosmetik“, sie schaffen keien Therapieplätze! Mag das Sinn haben, wenn man ein Mal dringend zum Orthopäden oder zum Augenarzt muss, ist das bei Psychotherapeuten völliger Nonsens! Die Patienten/innen haben auch keine Aufklärung darüber erhalten, dass sie deshalb noch lange keinen Therapieplatz bekommen werden.
Ich wünschte, das ganze procedere würde noch einmal überdacht.

Eleonore Poensgen, Frankfurt

fr-debatteOptische Umweltverschmutzung

Zu: „Tonnenweise Müll an Straßen“, FR-Regional vom 9. Juli.

MainuferAls gebürtiger Frankfurter, der mit ganzem Herzen an seiner Stadt hängt, bin ich sehr betroffen von der immensen Vermüllung, die im öffentlichen Raum um sich greift. Dass das Mainufer als Freizeitfläche gut angenommen wird, ist prinzipiell positiv zu bewerten, bedauerlicherweise kann man den Alkoholkonsumenten dort leider nicht beibringen, ihre leergesoffenen Flaschen mit nach Hause zu nehmen und auf dem eigenen Schädel zu zerteppern, genauso wenig begreifen es dort die Freunde des Zigarettenrauchs, dass sie dem ersehnten Tod viel schneller entgegenkämen, wenn sie ihre Kippen nach Gebrauch essen würden, anstatt sie einfach fallen zu lassen. Dummheit ist leider weder heilbar noch strafbar, und Kontrollen in ausreichendem Maße nicht möglich.
In Singapore klappt das zwar prima, und jeder hütet sich, auch nur einen Kaugummi wegzuwerfen, weil er damit seinen finanziellen Ruin riskiert, aber diese Zustände würden wir hier auch nicht wollen. Aus diesem Grunde sieht es halt am Mainufer so aus. Aber ist dagegen wirklich nichts zu machen?

Bild: Pepperle

Erstaunlicherweise haben es die Offenbacher geschafft, dass ihr Mainufer wesentlich sauberer und aufgeräumter wirkt, und das kann doch unmöglich daran liegen, dass dort ausschließlich ordentliche und umweltbewusste Menschen zu Hause sind. Was ist dort also anders?
Das Geheimnis besteht im Einsatz von speziellen Großstaubsaugern, mit denen das dortige Reinigungspersonal Kippen, Glassplitter, Kronkorken und Ähnliches einfach und effizient einsammelt. Wäre das nicht auch in Frankfurt möglich, oder müssen wir weiter mit diesem Zustand leben?
Es ist ja nicht nur die optische Umweltverschmutzung. Wer eine Fahrradtour durch Frankfurt am Mainufer ohne Platten übersteht, sollte sofort versuchen, im Lotto zu spielen, denn er ist ein Glückskind. Und seinen Hund dort auszuführen, geht auch nicht ohne ein Sortiment von Pinzetten, um dem armen Vieh ständig die Scherben aus den Füßen zu ziehen, wenn es anfängt zu hinken.
Ein solches Großstaubsauger-Gerät kostet 30 000 Euro, Offenbach hat zwei davon. Hat das reiche Frankfurt kein Geld, um ein paar von diesen Geräten anzuschaffen? Mit der Einkommensteuer eines einzigen Bankers kann man doch mehrere davon finanzieren! Es liegt also am mangelnden Willen der Stadtverwaltung, hier für eine Verbesserung der Zustände zu sorgen. Verstehen kann ich das nicht.

Walter Pepperle, Frankfurt

fr-debatteWillkürliche Verteilung

Zu: „Denkanstöße für Gymnasien“, FR-Regional vom 6. Juli

Die bisherige Praxis bei der Einführung der inklusiven Schulbündnisse als Erfolg zu verkaufen, wie dies durch die Vertreter des Staatlichen Schulamtes Frankfurt geschehen ist, ist schon mehr als verwegen.
Was als „demokratischer Prozess mit einer hohen Transparenz bei der Verteilung“ bezeichnet wird, stellt sich in Wirklichkeit als eine mangels verbindlicher Verteilungskriterien weitgehend willkürliche Verteilung der Ressourcen für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf dar. Da diese Ressourcenverteilung unmittelbare Auswirkungen auf die Bildungsmöglichkeiten behinderter und benachteiligter Kinder hat, muss der Gesetzgeber oder zumindest das Kultusministerium die grundsätzlichen Kriterien, nach denen diese Ressourcen in den Schulbündnissen vor Ort vergeben werden, selbst bestimmen. Dies ist bisher nicht geschehen. Eine entsprechende Ausführungsverordnung, die auch im hessischen Schulgesetz vorgesehen ist, hat das Ministerium aus nicht bekannten Gründen (bisher) nicht erlassen. Die Verteilung der Ressourcen bleibt somit gänzlich den beteiligten Schulen in den Bündniskonferenzen überlassen. Von einer Chancengleichheit der betroffenen Schülerinnen und Schüler kann mit Rücksicht hierauf keine Rede sein. Letztlich entscheiden der Schulstandort und die Vorstellungen der Entscheider in den Bündniskonferenzen darüber, ob und in welchem Umfang ein Kind die ihm zustehende sonderpädagogische Förderung erhält. Das ist verfassungsrechtlich nicht hinnehmbar.
Noch weniger akzeptabel ist die Aussage eines Vertreters des Staatlichen Schulamtes Frankfurt, Gymnasien könnten „ganz einfach“ und entspannt Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung aufnehmen, weil es für diese keinen Lehrplan, sondern nur „Kann-Vorschriften“ gebe. Weshalb man nur „man sein Bestes geben, aber nichts tun müsse“. Sollte damit ernsthaft gemeint sein, dass es letztlich gleichgültig ist, wo, unter welchen Voraussetzungen und mit welcher Zielrichtung diese – besonders betroffenen und förderungsbedürftigen – Kinder unterrichtet werden, und dass man diese Kinder gleichsam ohne intensive individuelle Förderung mitlaufen lassen kann, wäre dies an Zynismus schwer zu überbieten.

Volker Igstadt, Hattersheim

fr-debatteToller Pädagoge

LorzLorz: „Wut auf den Kultusminister“, FR-Regional vom 12. Juli

Herr Dr. Lorz hatte als erste Amtshandlung nichts Dringlicheres zu tun, als den Schülern – der künftigen Geration – mit Sanktionen zu drohen , sich um ihre Zukunft – ihre Existenzgrundlagen – zu kümmern, da wir, die Erwachsenen – Eltern, Politiker,…- es bisher nicht geschafft haben, dies zu gewährleisten bzw. sie vernichten – und deshalb die künftige Generation jetzt zum Mittel des zivilen Ungehorsams greift. Seine Begründung – die Politiker, die Gesellschaft hätte endlich begriffen, dass es um die Existenzgrundlagen der Menschheit gehe und würde jetzt entsprechend handeln – ist grotesk und ist wohl reines Wunschdenken. Welches Verständnis von Verantwortung hat er in diesem Zusammenhang?! Wäre es vielleicht nicht seine Pflicht, zusammen mit seinen Amtskollegen zu überlegen, wie sie die Bemühungen um die Sicherung der existenziellen Bedürfnisse der künftigen Geration unterstützen könnten? Statt dessen desavouiert, kriminalisiert, entmutigt und hintertreibt er ihr solidarisches Handeln – ein tolles pädagogisches Stück eines Kultusministers, eines Vorsitzenden der Kultusminister des Bundes.

Gerhard Rüth, Herold

fr-debatteFahrspaß im Slalom

ScooterE-Roller: „Fun ist schon auch ein Faktor“, FR-Regional vom 4. Juli

Erst wenige Tage nach Zulassung dieses Fortbewegungsmittels „für die letzte Meile“ hatte ich ein möglicherweise zukunftsweisendes Erlebnis mit einem Vertreter dieser Gattung. Sowohl mit dem Gefährt selbst als auch mit einem Lenker. Ich bezeichne die Geräte zur besseren Klarstellung als „Scheuer-Roller“, ihre Lenker als „Scheuer-Knechte“ – also nach dem führenden Repräsentanten dieses Wirtschaftszweigs im Bundeskabinett.
Es geschah am Mittag des 24. Junis auf der Schweizerstraße in Frankfurt-Sachsenhausen, unmittelbar vor deren Einmündung in die Mörfelder Landstraße. Der Scheuer-Knecht bewegte sich mittels seines Scheuer-Rollers rasant auf der Straße, denn es gibt dort keinen Radweg. An der Fußgängerampel wechselte er die Identität und wurde zum schnellen E-Fußgänger. Glücklicherweise gefährdete er keinen befußten Fußgänger, denn er befand sich allein auf dem Zebrastreifen. Anschließend setzte er seinen Fahrspaß vorschriftsmäßig auf der Straße fort; allerdings eher im Slalom denn gradlinig. An der nächsten Straßeneinmündung (Großer Hasenpfad) verließ er die Straße und benutzte fortan den Gehweg, wo er uneinsichtige Passanten auseinandertrieb. Dann verlor ich ihn aus den Augen; denn mein PKW konnte mit Scheuer & Scheuer wegen der Verkehrsdichte nicht Schritt halten. So hoffe ich denn, dass niemand zu Schaden kam.
Allerdings frage ich mich, was da auf uns zurollt, wenn in absehbarer Zeit mehrere Tausend dieser Gefährte in Frankfurt für den allgemeingefährlichen Spaß bereitgestellt werden. Es scheint so, dass wir uns auf bescheuerte Zeiten einrichten müssen.

Klaus Philipp Mertens, Frankfurt

7 Kommentare

  1. Anna Hartl sagt:

    Fahrspaß im Slalom
    @Klaus Philipp Mertens
    Vielen Dank für Scheuer & Scheuer!
    Konnte bisher beides sehen. Die Anzugträger, die stocksteif auf dem Roller stehen, Spaß konnte ich da nicht wahrnehmen und die mit Spaß Slalom fahrenden der jüngeren Generation.
    Natürlich wird das gemacht, was verboten ist. Gestern sah ich vier Roller, 3 davon doppelt besetzt und auf dem Fußgängerweg.

    Auf der anderen Seite, wann hat man zuletzt einen jauchzenden Verkehrsteilnehmer gehört? Bisher flogen doch nur die schlimmsten Schimpfwörter durch die Gegend.

    Wenn jetzt von Herrn Scheuer, bzw. den Stadtplanern ein gutes Konzept auf die Straße gebracht wird, weniger Raum für die Autofahrer und dafür Platz für die umweltfreundlichen Teilnehmer, könnte sich selbst die Stimmung auf der Straße ändern.

    Leider werden das Wunschträume bleiben.
    Ein intelligentes Konzept für den gemeinsamen Raum und den Bruch mit der alles beherrschenden Dominanz der Kraftfahrzeuge wird es wohl erst geben, wenn gewaltiger Druck für eine sinnvolle Veränderung aufgebaut wird.

    Jetzt werden nur immer mehr Teilnehmer in eine Struktur gepresst, die so untragbar ist.

  2. Jürgen Malyssek sagt:

    Zu: Fahrspaß im Slalom

    Auch bei diesem Thema, kann man sagen, dass der Mensch irrational ist.
    Alles, was neu auf den Markt kommt, wird zum Boom. Auch bei den E-Rollern geht es um Mobilität und Spaß, Spaß, Spaß …
    Der Mobilitätsrausch geht einfach auf anderen Wegen weiter. Groteskerweise bleibt es dabei: die Bewegungsarmut.
    Liebe Leute, geht doch einfach mal auf beiden Beinen!
    Immer wieder lösen wir ein Problem nur durch die nächste „Entwicklung“ ab.
    Aber jetzt höre ich auf, bevor mich der blanke Zynismus packt.

  3. Werner Lohr sagt:

    Zum „Tonnenweise Müll an den Strassen“ und Leserbrief zum Müll am Mainufer.

    Es ist schon erstaunlich: Da beklagt ein Leser nicht nur das akute Müllproblem am Frankfurter Mainufer, sondern macht auch gleich einen durchaus sinnvollen Vorschlag, wie man das Problem lösen könnte. Wir erfahren nämlich, dass unsere Nachbarstadt Offenbach das Müllproblem elegant gelöst hat – mit speziellen Müllstaubsaugern, deren Anschaffungspreis durchaus überschaubar ist. Aber die Stadt Frank furt redet sich damit raus, dass die Müllbeseitigung eine Angelegenheit von Fremdfirmen ist. Hier hat man wiklich den Eindruck, dass die Stadt das Problem einfach zur Seite schiebt nach dem Motto: „Wir sind dafür nicht zuständig.“ Ein Trauerspiel! Wir Frankfurter machen ja gerne Witze über die Offenbacher, aber in diesem Fall dürfen die Offenbacher völlig zu Recht über uns lachen – wenn’s nicht so ernst wäre.

  4. Brigitte Ernst sagt:

    Zu Klaus-Philipp Mertens‘ Beobachtungen zu den E-Rollern:

    Verkehrsteilnehmer*innen, die ständig in rasantem Slalom ihre Identität verändern und von der Straße auf den Radweg, von dort auf den Bürgersteig und auf Fußgängerüberwege, auch Zebrastreifen genannt, wechseln, je nachdem, wo sie am schnellsten vorwärtskommen, sind doch nun wahrlich nichts Neues. Die beobachte ich schon seit vielen Jahren sowohl aus der Perspektive der Fußgängerin als auch der Autofahrerin oder aus Straßenbahn- und Busfenstern heraus. Es sind gefühlt 80 Prozent der Radfahrer*innen.
    Jetzt werden wir halt noch um eine weitere Gruppe unberechenbarer Irrlichter bereichert. Wohl allen denjenigen, die immer wieder mit heiler Haut aus diesem Chaos nach Hause finden!

  5. Walter Pepperle sagt:

    Optische Umweltverschmutzung
    Es ist durchaus erfreulich, dass man das Problem von Seiten der Stadt erkannt hat, und sich bereits um Abhilfe bemüht. Hier die Antwort auf mein Schreiben, das ich, gleichlautend wie der Leserbrief, an die Abteilung „Sauberes Frankfurt“ geschickt hatte:

    Sehr geehrter Herr Pepperle,
    Ihre Mail vom 10.07. ist dem Grünflächenamt zugeleitet worden. Vielen Dank für Ihren Hinweis und den engagierten Blick auf die Grünanlagen am Mainufer. Die Vermüllung in Grünanlagen ist ein großes Problem, das in den letzten Jahren aus vielerlei Gründen zugenommen hat. Inzwischen lassen wir deshalb am Mainufer täglich reinigen, an Sonntagen sogar zweimal am Tag. Problematisch ist dabei gerade der Kleinmüll, den Sie explizit ansprechen.
    Wir haben im Hinblick auf den von Ihnen im Bild dargestellten Großstaubsauger einmal bei den Frankfurter Entsorgungsbetrieben (FES) nachgefragt. Dort ist ein solches Gerät aktuell bestellt worden und soll demnächst geliefert werden. Wir wollen nach Möglichkeit mit der FES nach der Lieferung einmal einen Arbeitsversuch am Mainufer machen. Allerdings ist uns auch schon signalisiert worden, dass diese Geräte eher für den punktuellen Einsatz geeignet sind und keine große Flächenleistung erbringen, die wir ja bei den großen Flächen am Mainufer benötigen würden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Im Auftrag

  6. Brigitte Ernst sagt:

    Meine Beobachtungen zum E-Scooter:

    Ein wirklich entscheidendes Problem, das die Autorin des Artikels bereits erwähnte, scheint mir darin zu liegen, dass diese Fahrzeuge viel kippeliger sind als Fahrräder. Deshalb können die Nutzer*innen keine Richtungsanzeige geben, weil sie beide Hände am Lenker behalten müssen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Das haben die Hersteller offenbar nicht bedacht. Zur Verbesserung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer*innen halte ich es für nötig, die Roller mit Blinkern auszustatten.

    Eine Alternative zum Fahrrad kann ein solches Gefährt nicht sein, denn es bietet keinerlei Möglichkeit, zusätzlich zum Rucksack Taschen oder Körbe zu transportieren. Im Grunde läuft es auf den reinen Fun-Faktor hinaus, und ob wir den auf unseren ohnehin überlasteten Straßen, Gehwegen, Mainuferwegen und in den dicht bevölkerten Fußgängerzonen auch noch brauchen, wage ich zu bezweifeln.

  7. Emil Jacob sagt:

    Zu: „Fahrerflucht mit E-Scooter“, FR-Regional vom 13. Juli
    Das ist ein sehr unangenehmer Bacillus . Ich war ausnahmsweise mit dem Auto in der 15 km entfernten Stadt. Auf dem Rückweg war die Ausfallstrasse durch Rückstau verstopft. Der Grund war der neumodische Bacillus E-Tretroller. Damit zockelte ein etwa 60 – 70 jähriger Mann sehr unsicher auf dem durch weiße Striche abgegrenzten Fahrradweg die leicht ansteigende Straße entlang. Die Abgrenzung des Radweges wird hier aber bei Straßeneinmündungen unterbrochen und der Radfahrer wird auf die Straße geleitet. Der zockelnde wackelig fahrende Bacillus E-Tretroller Fahrer verursacht jetzt den Stau. Überholen ist wegen der nur 2 Fahrbahnen nicht möglich.
    Mich betrifft es ja weniger. Ich fahre 99 % mit den Öffentlichen Verkehrsmittel. Aber das genügte mir schon um das Chaos zu erahnen welches die Städte in Zukunft mit diesen Dingern erdulden müssen.