Fluchtursachen von morgen – Das FR-Leserforum vom 19. Juni 2019

Im Golf von Oman werden zurzeit möglicherweise die Grundlagen für Fluchtursachen von morgen gelegt. Derweil glaubt die große Koalition von CDU/CSU und SPD, mit ihrem „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ das Mögliche getan zu haben, um Abschiebungen durchzusetzen. Mit diesen Themen befassen sich die Leserbriefe des Leserforum vom 19. Juni 2019. Unter folgendem Link ist ein  pdf-Dokument der Zeitungsseite zu finden: Seite 1. Und nun kommen die vollständigen Zuschriften in ihren ungekürzten Versionen. Alle in diesen Leserbriefen angesprochenen Themen können in diesem Thread diskutiert werden.

fr-debatteTrump bringt Unheil über die Welt

Zu: „Trump bezichtigt Iran ohne eindeutige Beweise“, FR-Thema vom 15. Juni

Ist es denn zu fassen. Ein intellektuell eher dürftig ausgestatteter, Frauen verachtender, notorisch lügender und rüpelnder Narziss und sein rechtsradikaler Sicherheitsbeauftragter treiben die Welt konsequent in Richtung eines globalen Konfliktes. Die derzeitige Situation erinnert fatal an die Zeit vor Beginn der völkerrechtswidrigen Invasion des Irak. Hie die angeblichen Massenvernichtungswaffen, da die unbewiesene Behauptung iranischer Angriffe auf Tanker.
Herrn Trump, der sich erdreistet, ganze Völker in Geiselhaft zu nehmen, geht es in Wahrheit zunächst um sein Ego und dann um die wirtschaftliche und militärische Dominanz der USA. Er, der permanent von den großartigen Deals schwadroniert, die er abschließen will, hat sich bisher nur dadurch hervorgetan, dass er aus einer Vielzahl mühsam ausgehandelter internationaler Vereinbarungen ausgestiegen ist – dafür aber blutrünstige Regime wie Saudi-Arabien und Nordkorea hoffähig macht. Die Führungselite der Islamischen Republik Iran – die sich übrigens bis dato genau an den Atomvertrag gehalten hat – ist fraglos ganz wesentlich für die Eskalation im mittleren Osten mitverantwortlich. Sie unterdrückt das eigene Volk, hängt Regimegegner an Autokränen auf und schürt Konflikte im Jemen, im Libanon und in Syrien. Dies berechtigt Herrn Trump aber keinesfalls eine gesamte Bevölkerung zu bestrafen – wie er es ja u.a. auch mit Cuba tut. Was kümmert es ihn, der selbst vorgibt, superreich zu sein, dass durch seine Strafaktionen Hundertausende zu leiden haben. Statt durch Verhandlungen auf wirklich vernünftige deals hinzuarbeiten, droht er jedem, der nicht seiner eindimensionalen Weltsicht folgt, mit Sanktionen. Er mischt sich ungebeten in innerstaatliche Angelegenheit Dritter ein und versucht so, seine Sicht der Dinge anderen aufzunötigen. Wird die Strasse von Hormus, von wem auch immer, gesperrt, so kann er mit einer kräftigen Nachfrage nach amerikanischem Fracking-Öl rechnen. Die geheuchelte Sorge, die Gaspipeline Nord-Stream 2 führe zu einer Abhängigkeit der Bundesrepublik von Russland, verdeckt doch lediglich, dass es den Amerikanern in erster Linie darum geht, ihr eigenes üppig vorhandenes Erdgas zu verkaufen. In den 60er Jahren entstand das Bild des hässlichen Amerikaners. Herr Trump und seine Entourage tun alles, um dieses Klischee zu revitalisieren. Es ist wirklich um Verzweifeln: es gibt in der Europäischen Politik sicherlich eine Vielzahl von Verantwortliche, die ähnlich urteilen – aber warum traut sich niemand auszusprechen, dass dieser Präsident das Unheil der Welt ist und dringen abgelöst gehört.

Klaus-Peter Rug, Gründau

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr

OmanWieder einmal betreiben die Kriegstreiber in der US-Regierung ein tödliches Spiel. Da soll der Iran verantwortlich für den Angriff auf zwei Tanker sein. Der Iran bestreitet dies. Für mich stellt sich die Frage, warum wird der US-Regierung mehr geglaubt, als der iranischen Regierung? Natürlich, weil die Amerikaner die „Guten“ sind und die Iranische Regierung die „Bösen“, und unsere den USA hörige Regierung übernimmt dieses Schema. Warum wird nicht bedacht, dass eventuell die US-Regierung diese Tat inszeniert hat, um wieder einmal einen Grund zu haben Krieg zu führen? Es ist doch verdächtig, dass unterschiedlich Darstellungen der Angriffe bestehen? Es ist doch ein komischer Zufall, dass US-Drohnen sofort da waren, um Bilder und Filme zu liefern? Ist es nicht bezeichnend, dass die Filmaufnahme des angeblichen Bootes der Revolutionsgarden von so schlechter Qualität ist, dass man alles hineininterpretieren kann?
Diese Fragen zu stellen, haben die meisten deutschen Politiker nicht den Mut, denn Trump könnte ja verärgert werden. Es wird Zeit den Amerikanern ihr Grenzen aufzuzeigen. Das betrifft nicht nur die Kriegspolitik, aber besonders, denn die US-Regierung führt Kriege immer außerhalb der USA. Die US-Bürger haben keine Erfahrung was Krieg bedeutet, sie sind ja nie betroffen.
Ein Sprichwort besagt: „Wer einmal lügt dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht.“ Die Glaubwürdigkeit der US-Regierungen geht gegen null! Die US-Außenpolitik hat mit Lügen über den Tonkin-Zwischenfall, bei der angeblich ein Kriegsschiff der US-Marine von nordvietnamesischen Schnellbooten angegriffen worden sei, den Vietnamkrieg provoziert. Die Brutkastenstory-Lüge im ersten Irak-Krieg, nach der angeblich irakische Soldaten kuwaitische Säuglinge in einem Krankenhaus in Kuwait-Stadt getötet hätten, war ein weiteres Beispiel der unverantwortlichen Kriegspolitik der US-Regierung. Spätestens seit den Lügen um angebliche Chemiewaffen im Irak oder dem sogenannten „Racak-Massaker“ im Kosovo, die alle als offizielle Kriegsgründe dienten, ist die Glaubwürdigkeit der US-Politik erschüttert. Auch im jetzigen Fall ist eine Inszenierung durch die USA nicht auszuschließen.

Werner Hillenbrand, Ludwigsburg

Deutschland muss sich raushalten

Die Vorfälle im Golf von Oman erinnern mich an die angeblichen Giftgasreserven, die Saddam Hussein gehortet haben soll und die schließlich als Vorwand für den Angriff der USA auf den Irak gedient haben. Ich hoffe, dass sich Deutschland aus diesem Konflikt heraus hält. Herr Maas hat ja bisher eine unglückliche Figur abgegeben.

Harald Schwermer, Koblenz

Nicht mehr zu toppen

Zu: ,Jetzt kommt das „Hau-ab-Gesetz“, FR-Titel vom 7. Juni

TitelseiteHeute wäre ich aus der SPD ausgetreten, wenn ich es nicht schon 1993 bereits gemacht hätte. Wenn Grüne in den Landesregierungen ebenfalls Kinder in Bürgerkriegsgebiete zurückschicken: Umso schlimmer.  Solidarität, die sich ausschließlich auf Deutsche bezieht und nicht auf Menschen, ist keine Solidarität, sondern Gruppenegoismus.
Die AfD wusste wahrscheinlich kaum, wie sie die neuen Abschiebegesetze der großen koalition toppen sollte. Hier passt der Spruch von Max Liebermann anno 1933: „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie …“

Ralf Michael Lübbers, Marienhafe

Grafik von der Titelseite der FR vom 7. Juni.
FR

Das geht an die moralische Substanz der SPD

Es ist schon richtig: die Grünen gefallen sich im moralisierenden Gestus, und zugleich haben sie keine Skrupel, in Baden-Württemberg und Hessen die rigide Abschiebungspraxis mitzutragen. Aber die Heuchelei der anderen ist keine Rechtfertigung für das moralische Versagen der eigenen Partei. Mit ihrer Zustimmung zum „Asylpaket“ und vor allem zum sogenannten „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ hat die SPD eine rote Linie überschritten. Hier geht es nicht mehr um eine politische Fehlentscheidung, von denen sich die SPD in den letzten Jahren wahrlich genug geleistet hat. Diese Entscheidung geht an die moralische Substanz der Partei. Die Gesetze sind zynisch, menschenverachtend und beinhalten massive Verstöße gegen die Menschenrechte und Artikel 1 des Grundgesetzes. Aus Opportunität und um des Machterhalts willen hat die SPD mit ihrer Zustimmung jede moralische Reputation verspielt. Ich schäme mich, einer solchen Partei anzugehören und trete deshalb, nach über vierzig Jahren Mitgliedschaft, aus der SPD aus.

Geert Hendrich, Schwäbisch Hall

Brüder im Geiste

Innenminister Seehofer: Behördenmitarbeiter, die Asylbewerber vor einer Abschiebung warnen, machen sich künftig strafbar. Innenminister Salvini: Wer Flüchtlinge aus dem Mittelmeer rettet, wird mit 5500 Euro pro Flüchtling bestraft. Seehofer und Salvini – Brüder im Geiste.

Fritz Brehm, Frankfurt

31 Kommentare

  1. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Moin,

    folgenden Leserbrief zum Thema hatte ich noch geschrieben…

    „da soll nochmal jemand behaupten, wir hätten keine handlungsfähige Bundesregierung.

    In Windeseile peitscht die Koalition aus sich christlich und sozialdemokratisch nennenden Politikern eine nochmalige Aushöhlung des Asylrechts durch. Jetzt dürfen auch Kinder mit ihren Mamis und Papies zurück in Kriegs-und Krisengebiete. Damit sie deutsche Wertarbeit nicht vermissen müssen, gewährt man ihnen „zu Hause“ in Afghanistan einen Blick in die Mündung eines Qualitätsproduktes von Heckler und Koch. Es ist vielleicht das letzte, was diese Menschen zu sehen bekommen. Denn auch hier ist unsere Regierung flink: Beim Verkauf von Kriegsgerät.

    Ist klar, daß dann für so Randthemen wie Biosphärenschutz und Armutsbekämpfung keine Zeit übrig bleibt.

    ERBÄRMLICH! Ich würde mich schämen, so einer lobbyhörigen Organisation anzugehören.

    Wahrscheinlich hat unsere Seebrücken-Veranstaltung am Wochenende in Norden (siehe Anhang, fehlt hier) mehr Gutes bewirkt als was diese Bundesregierung während ihrer gesamten Legislaturperiode mit ihren „Gute Fluchtgründe schaffen und gute Menschen wieder in die Hölle zurückschicken oder im Mittelmeer ertrinken lassen“-Gesetzen…verbockt hat.

    Und folgende Ansprache (in Norden)

    Vor ziemlich genau 90 Jahren wurde eine der berühmtesten Flüchtlingsfrauen mit deutschem Migrationshintergrund (wie man das heute so sagt) geboren: Anne Frank.

    Leider war sie weit davon entfernt, einen geruhsamen Lebensabend verbringen zu können. Sie starb nämlich bereits als junges Mädchen im Alter von 16 Jahren.

    Vor einigen Tagen lief im ZDF die Neuverfilmung des „Tagebuch der Anne Frank“. Besonders beeindruckt hat mich folgende Szene: Es ist Sommer. Die Sonne scheint. Anne Frank und andere jüdische Mädchen planschen ausgelassen an einem Strand. Plötzlich werden sie angeschrien von einer Gruppe pubertierender Nazis. Juden, raus aus dem Wasser! Haut ab! Anne Frank diskutiert kurz mit einem der Kinderuniformträger: „Wie würdest du dich fühlen, wenn du durch Zufall Jude wärst und dürftest nicht am Strand schwimmen, kein Kino besuchen, und müßtest einen Judenstern tragen?“ Leider schafft Anne Frank es nicht, bei dem verblendeten Jungen Mitgefühl zu entfachen. Sie stirbt später in Bergen-Belsen. Umgebracht von Nazis.

    Anne Frank hat in ihrem jungendlichen Alter schon gewußt, was viele Erwachsene bis ins höchste Greisenalter nicht begreifen: Es ist Zufall, wann und wo wir geboren werden. Ob wir Mann sind oder Frau. Schwarz oder weiß. Die Eltern arm sind oder reich. Und es hat viel mit Zufall zu tun, ob wir religiös sind und welcher Religion wir anhängen. Ob wir etwas aus uns machen können. Oder wir Sklaven der Umstände sind.

    Wir in Deutschland können uns nichts darauf einbilden, von den „richtigen“ Eltern zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort geboren worden zu sein. Es ist schlicht Glück, daß wir aktuell nicht von Krieg, Diktatur und Hunger bedroht sind.

    Anderswo ist das komplett anders.

    Viele, die sich nicht scheuen, Kontakt mit Flüchtlingen zu suchen und sie näher kennenlernen, erfahren manchmal schreckliche Details aus dem Leben dieser Menschen. Sie haben Gewalt am eigenen Leib erfahren. Oder mußten zusehen, wie anderen Gewalt angetan wurde. Viele wurden diskriminiert, weil sie einer Gruppe angehörten, die von den Mächtigen nicht akzeptiert wurde. Schwarz. Frau. Homosexuell. Muslim. Kein Muslim. Nicht der richtige Muslim. Manche berichten, daß ihr Land hoffnungslos verarmte. Arm gemacht wurde. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, Menschen zu verachten.

    Ich kenne solche Schicksale aus meiner Arztpraxis in Marienhafe. Und ich habe vor Ort in den Armutsländern miterlebt, wie es den Menschen dort ergeht. In Bangladesch. Indien. Auf Haiti. Und zuletzt auf dem Mittelmeer in der Rettungszone in Sichtweite der libyschen Küste.

    Als junger Erwachsener stand ich in Berlin vor der Mauer. Man konnte rübergucken in den Osten. Mauer. Zäune. Panzersperren. Selbstschußanlagen. Minen. Soldaten mit Gewehr im Anschlag. Diktatur. Jeder Ostdeutsche, der versuchte, über die Grenzanlagen in den westlichen Teil Deutschlands zu kommen, konnte einfach so erschossen werden. Wenn er nicht schon vorher auf eine Mine getreten war. Zuletzt habe ich so eine Grenze im Sommer 1989 gesehen. Ich besuchte damals meinen Vater, der zur Kur in Bad Soden/Allendorf war.

    Diese Grenze ist Geschichte. Die Mauer muss weg, forderten mutige Menschen in den Ostblockländern damals. Die Mauer verschwand tatsächlich.

    Jetzt gibt es eine neue Mauer. Das Mittelmeer. Und eine vorgeschaltete Mauer. Die Sahara. Wieder kann man eine Diktatur mit dem Fernglas betrachten. Die hohen Häuser am Strand der libyschen Küste. Hier ist der Ort, an dem Folter stattfindet. Eine junge Frau berichete mir, sie sei von mehreren Männern vergewaltigt worden. Und ihr Mann habe sich das angucken müssen. Oder passierte das in ihrem Heimatland in Afrika? In Syrien war es jedenfall nicht.

    Unerträglich, das Ganze. Ein Grund, weg zu wollen. An einen Ort, der menschenfreundlich ist. Europa! Zum Beispiel.

    Wir sind Friedensnobelpreisträger, wir Europäer. Jeder einzelne von uns. Wir sind demokratisch. Wir schützen Menschenrechte.

    Aber was machen wir mit nichteuropäischen Menschen?

    Wir erschießen niemanden. Machen wir nicht. Das waren Honecker und Mielke. Wir…schauen weg, wenn Menschen in der Wüste ausgesetzt werden, ohne Wasser und Nahrung. Und wir schauen heftig weg, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken.

    Nicht alle schauen weg. Manche schauen hin. Und helfen, daß das nicht passiert.

    Die Seebrücke will, daß Schiffbrüchige vor dem Ertrinken gerettet werden. Und daß sie dann an Land dürfen, in ein sicheres Land, das ihre Würde respektiert. In einen sicheren Hafen.

    Dafür haben wir uns heute hier versammelt, auf daß dies geschehe. Daß die privaten Seenotretter wie Seawatch und Sea-Eye endlich wieder sofort tun dürfen, was eigentlich selbstverständliche Aufgabe des Staates ist: Schiffbrüchige vor dem Ertrinken retten.

  2. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Gestern sprach das SPD-Mitglied Ernst Ulrich von Weizsäcker in der Lamberti-Kirche in Aurich („Wir sind dran“). Er hält den Neoliberalismus (also den seit 1990 dramatische Auswüchse annehmenden Marktfundamentalismus) für eine für die wichtigste Ursache für die Klimaerhitzung. (Sie ist auch die wichtigste Ursache für die grassierende Armut). Der Marktfundamentalismus ist damit auch eine /die wichtigste Ursache für Flucht. Der Meeresspiegelanstieg wird Millionen (ich meine er sprach von einer Milliarde) Umweltflüchtlinge verursachen.

    Meine Familie und ich haben keinen „Migrationshintergrund“. Wir sind seit Urzeiten Ostfriesen in Ostfriesland. Wir sind nicht aus Polen geflüchtet, keine Hugenotten aus Frankreich. Aber die Nordsee wird wohl bald zur Mordsee und uns zu Umweltflüchtlingen machen…

  3. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Ralf-Michael Lübbers

    Ich finde Ihren Zorn absolut richtig. Sie haben meine moralische Unterstützung.

  4. Hallo Herr Lübbers, moin, moin
    Sie haben ja so recht, aber es wird nichts helfen, leider. Diese Gesellschaft, oder besser, Mensch, ist so. Es ist nicht Neoliberalismus, es ist schlicht Kapitalismus, oder besser ich , ich, ich. Es ist überall, diese Denke, man kann nicht entkommen.Selbst angesichts der Katastrophen, denen wir uns gegenwärtig gegenüber sehen, findet kein richtiges Umdenken statt, wenn man sich quälen will, kann man sich talkshows ansehen,Zeitungsberichte, hören, was die Altmaiers und Lindners dieser Welt so sagen, da braucht man auf Herrn Trump nicht zu warten.Herr Lübbers, sie sind nicht allein, aber sicher nicht die Mehrheit, leider.

  5. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Moin Herr Winter,

    es gibt einen Unterschied zwischen Marktfundamentalismus und ökosozialer Marktwirtschaft. Ersterer folgt überhaupt keinen Regeln außer der, daß Reiche immer reicher und mächtiger werden (weil sie Politik kaufen können) und alle anderen verarmen und zerstört werden (die belebte Umwelt).

    In einer nach demokratischen Gesichtspunkten (one man one vote) ökosozial regulierten Marktwirtschaft werden für Mensch und Umwelt nützlichere Entscheidungen mit höherer Wahrscheinlichkeit getroffen.

    Diese Politik ist keine Utopie, sondern es gab sie bereits (in Ansätzen). Zum Beispiel unter Willy Brandt als Kanzler.

    Von Diktaturen halte ich nichts. Weder von einer (im Übrigen unstimmigen) Diktatur des Proletariats noch von einer Öko-Diktatur. Diktaturen enden immer fatal, inhuman, schlimmstenfalls totalitaristisch.

    Der Marktfundamentalismus (beschönigend und nichtssagend Neoliberalismus genannt) ist aktuell die Ideologie, die unsere Welt verwüstet. Es geht ihr ausschließlich um Profit für die wenigen Superreichen auf Kosten aller anderen. Sie setzt hemmungslos Treibhausgase in die Luft, exportiert Waffen aus reinem Profit, läßt Menschen für Sklavenlöhne schuften. Und schafft damit unter anderem Fluchtgründe.

    Buchempfehlung: „Warum schweigen die Lämmer“ von Rainer Mausfelf.

  6. Jürgen Malyssek sagt:

    Die Buchempfehlung „Warum schweigen die Lämmer“ (R. Mausfeld) möchte auch ich hier aussprechen!

  7. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Wie schafft der Marktfundamentalismus es, Menschen für sich zu begeistern, die von ihm massivst geschädigt werden? Warum handeln Menschen gegen ihre eigenen Interessen. Und gegen die ihrer Liebsten?

    Man kann Menschen manipulieren. Sie zu mörderischen und selbstmörderischen Aktionen verleiten. Alles nur eine Frage des Geldes und der Macht ( was schlimmstenfalls einander bedingt).

    Es waren Hamburger Verkehrspolizisten, die im zweiten Weltkrieg nicht mehr alten Omas über die Straße geholfen haben, sondern ihre berufliche Tätigkeit sowas von komplett änderten. Man sagte ihnen, sie müßten jetzt Juden erschießen. Omas mit ihren Enkeln, Familien. Wer das nicht mitmachen wollte, brauchte es nicht tun. Ihnen drohte keine Gewalt. Fast alle haben mitgemacht. Das waren nicht KZ-Wärter oder Leute von der SS. Sondern Menschen, die beruflich etwas völlig anderes geplant hatten, als jüdische Familien vom Baby bis zum Greis in den Kopf zu schießen.

    Soeben erfahre ich, daß die Seawatch-Kapitänin festgenommen wurde. Eine Seenot-Retterin wird festgenommen, weil (!) sie Menschen aus Seenot rettet. 

    Switch 1944 nach 2019.

    1994 Ruanda. Im Radio teilte man mit, daß Tutsis Unkraut (verwendeten glaube ich anderen Begriff) seien. Deswegen haben Nachbarn, die ursprünglich friedlich zusammen lebten, einfach mal so ihre Nachbarn mit Macheten zerfleischt. Oder Familienmitglieder. Mußten sie tun. Sie waren Hutus. Und die anderen Tutsis. 800.000 Menschen zerfleischt innerhalb von 2 Monaten.

    Es wurde vor kurzem mal darüber diskutiert, ob die Mordrate (Zahl der Getöteten pro Zeiteinheit) im Holocaust oder in Ruanda höher war. Man vergas die beiden Atombomben-Abwürfe in Hiroshima und Nagasaki.

    Jetzt entscheiden AfD-Mitglieder vom rechten Flügel dieser Partei, daß Kohlekraftwerke unnötig lange laufen sollen. Daß Waffen in Kriegs-und Bürgerkriegsgebiete exportiert werden sollen. Daß das Asylrecht noch weiter ausgehöhlt werden soll wollte ich schreiben ausgehöhlt wird. Rechtsradikale haben das entschieden? Jawoll! Rechtsradikale in der CDU, CSU, SPD, und bei den Grünen in den Landesregierungen.

    Manuela Schwesig sorgt sich um Arbeitsplätze in der militärischen Werftindustrie in Wolgast. 

    Von meinem Samsung Galaxy Smartphone gesendet.

  8. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Ich habe mich etwas unpräzise ausgedrückt. Marktfundamentalismus ist nicht gleichzusetzen mit Rassismus und Mordtendenzen oder Genozidalität. Marktfundamentalisten stören sich nicht an der Rasse oder Nationalität von jemandem. Sie wollen niemanden aus Mordlust umbringen. Es ist ihnen schlicht egal, ob und wie jemand lebt. Hauptsache, der Rubel rollt. Und das ist der Punkt: Sie gehen für Geld über Leichen.

    Die Tabakindustrie hätte am liebsten, wenn jeder raucht. Auch wenn jeder zweite Raucher an einer tabakbedingten Krankheit stirbt.

    Die unregulierte Pharmaindustrie will für möglichst wenig Aufwand möglichst viel ihrer Produkte verkaufen. Sie entwickelt, was Geld bringt, und nicht, was Leiden lindert (es gibt zum Beispiel ausgesprochen viele neue teure Medikamente zur Blutgerinnungshemmung (neue orale Antikoagulantien/NOAK), aber nicht viel Neues in der Behandlung von Malaria, Tuberkulose und Lepra. Letzteres sind Armutskrankheiten (abgesehen von Malaria), die Betroffenen würden sich keine Medikamente leisten können. Erstere Wirkstoffe behandeln die Folgen von Wohlstandskrankheiten. Wer sich einen Herzinfarkt leisten kann, kann sich auch die Behandlung des Herzinfarktes leisten (sofern man überlebt).

    Mit so einem Gebaren fördert der Marktfundamentalismus die Zerstörung von Mensch und Umwelt und fördert Flucht.

    Marktfundamentalisten haben viel Geld, das sie für Lobbyisten einsetzen können, um Politiker für ihre Interessen einzuspannen.

  9. Moin Herr Lübbers,
    wir alle sind Marktfundamentalisten von Geburt an. Die Evolution hat uns zu dem gemacht, was wir sind. Deswegen sind wir hier. Nun hat eine gewisse Erkenntnisfähigkeit des Menschen dazu geführt, dass die Vorgehensweise in der heutigen Zeit in vieler Hinsicht von der Erträglichkeit der Maßnahmen abhängen sollte, und zwar auf vielen Gebieten. Hier nun scheiden sich die Geister. Das Problem heute ist,dass eine übergroße Anzahl Menschen auf diesem Planeten, die alle gern Marktfundamentalisten wären, sich auch so benehmen. Das geht auf vielen Gebieten schief, wie sie völlig richtig beschreiben. Aus meiner Sicht haben wir Menschen für die heutige Zeit eine falsche Programmierung, die jetzige hat uns zwar hierher gebracht, wird uns aber in relativ kurzer Zeit (100 Jahre ?) auslöschen. Dies wird der Evolution egal sein, dem Rest des Universums auch, wir sollten es mit Gleichmut aufnehmen angesichts des Verhaltens der Spezies Mensch auf diesem Planeten, egal , wie man das jetzt nennen mag.Es reicht nicht, dass wir es erkennen, wir müssen auch entsprechend handeln, und das ist bis jetzt nicht der Fall, leider.

  10. Michael Lübbers sagt:

    Folgenden Leserbrief zum Thema habe ich gerade verschickt…

    Moin lieber Herr Büge/“Bronski“,

    „wenn mitten in Europa eine junge Frau verhaftet wird, weil sie Ertrinkende rettet, läuft gehörig etwas schief“, meint SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Und „Menschenleben zu retten ist eine humanitäre Verpflichtung“, echauffiert sich SPD-Außenminister Heiko Maas.

    Wohlfeil. Ich hör es wohl, allein mir fehlt der Glaube. Daß nämlich die SPD wenige Tage nach der mit ihrer Komplizenschaft erst umsetzbar gewordenen brutalstmöglichen Verschärfung des sowieso schon ausgehöhlten Asylrechts nun plötzlich FriedeFreudeEierkuchen wieder das hohe Lied der Menschenfreundlichkeit singt.

    HEUCHLER!

    Natürlich müssen Ertrinkende aus Seenot gerettet werden! Keine Frage! Natürlich darf man sie nicht zurück in Folterlager schicken! Selbstverständlich! Natürlich sollen sie Aufnahme finden in sicheren Ländern wie Deutschland! Ein Unmensch, wer dies ablehnt!

    Doch man kann nicht einerseits das Asylrecht verschärfen. Und Menschen, die sich bereits hier in Sicherheit befinden, zurück in Kriegs-und Krisengebiete in den Tod schicken. Und dann andererseits ein paar people aufnehmen, nur weil die gerade im Fernsehen sind. Und das anonyme Ertrinken im Mittelmeer geht weiter. Das Verdursten in der Sahara, und niemand hat’s gesehen. Das Zerbomtwerden in Afghanistan oder Syrien ( kommt schon mal ins Fernsehen)…

    Die SPD ist tot.

    Es lebe die Sozialdemokratie!

    Mit freundlichen Grüßen 

    Michael Lübbers 

  11. Michael Lübbers sagt:

    Moin Herr Winter,

    ich denke nicht, daß wir Marktfundamentalisten von Geburt sind. Sondern grundsätzlich sind wir Menschen soziale, kooperative Wesen.

    Daß alles außer Rand und Band gerät, liegt daran, daß Reiche zu reich und damit zu mächtig werden und mit ihrem Geld andere (vor allem Politiker) für ihre Zwecke manipulieren können.

    Es wird massiv sinnloser und zerstörerischer Konsumismus propagiert. Werbung für SUV, Tabak, Süßigkeiten, Flugreisen, Obst.

    Gleichmütig wie Lemminge der Katastrophe entgegdnschreiten: Nicht mein Ding!

  12. Man kommt nicht umhin,die Zustände in Afrika sind zu einem großen Teil Europa geschuldet.Erst durch Kolonialismus, heute durch Wirtschaftsbelange sowie Klimaerwärmung, auch durch Europa. Stellt sich Europa der Herausforderung ? Nein. Die gegenwärtige Situation der Migration ist unerträglich, dabei wäre doch die erste Amtshandlung, die wirtschaftliche Knebelung Afrikas einzustellen und mit Nachdruck gegen die Klimaerwärmung vorzugehen.Beides geschieht nicht.Alles hochtrabende Gerede der Politiker der Koalition ist pure Heuchelei. Man sollte die beiden Parteien nicht mehr wählen, es sind Lügner.

  13. Moin Herr Lübbers,Wie man die Dinge benennt, ist eigentlich egal, sie beschreiben jedenfalls die Auswirkungen sehr treffend. Mein Gleichmut hält sich schon in Grenzen,mit den jungen Leuten habe ich schon 2 Mal demonstriert, als es noch kühler war. Was ich sagen wollte , war, es wird nicht zu drehen sein, die Entwicklung ist wahrscheinlich schon heute nicht mehr aufzuhalten. Sehr ernst zu nehmende Leute, gehen davon aus, dass wenn sofort alle Anstrengungen unternommen würden 3 Grad evtl. noch einzuhslten wären, nur werden diese Anstrengungen nicht unternommen. Dann muss man mit 4 – 5 Grad rechnen, mit Folgen, die unabsehbar sind. Für mich erfordert diese Situation Gleichmut, denn was wäre die Alternative ?Ich lade sie ein auf meiner Homepage das Bild Lemminge aus den 8oer Jahren anzuschauen,das ist über 30 Jahre her, die wir mit Nichtstun verbracht haben, geführt von einer Harmoniesüchtigen Kanzlerin.

  14. Jürgen Malyssek sagt:

    Ich teile weitestgehend die Skepsis von Jürgen H. Winter. Die Schreckensfotos des Fotografen Sebastian Salgado (s. FR-Artikel vom 19. Juni) zeigen, zu welchen Gräueltaten der Mensch in der Lage ist. Es hat keinen Sinn, sich da etwas vorzumachen. Es bleibt nur der stetige Widerstand und eine letzte Hoffnung.
    Dann dieser grausame Konsumismus (Michael Lübbers) und damit die Lähmung des Geistes.
    Ob wir allerdings „von Geburt an“ Marktfundamentalisten sind, das glaube ich nicht.
    Die Kunst kann ein Ausweg sein.

  15. Hallo Herr Malyssek,
    seit es Menschen gibt, ging es immer ums Überleben. Mit welchem Begriff man dies bezeichnet, ist beliebig, aber groß geändert hat er sich seit der Steinzeit nicht, steht zu vermuten. Ich bin nicht bei Herrn Lübbers, wenn er sagt ,dass der Mensch ein soziales, kooperatives Wesen ist. Es gibt diesen Typus, aber viel zu selten, als dass er die Dinge steuern könnte. Kommt dazu, dass ihm dann meist die Durchschlagskraft, der eiserne ( böse ) Wille fehlt, der den hässlichen Menschen auszeichnet, ihn dann aber zum Reichen und Mächtigen macht. Ob man diesen Typen dann Marktfundamentalisten nennen will, oder aber das Produkt der Evolution, das er ja eigentlich ist, und die Frage aufwirft, kann er denn dafür, dass er so ist ? Sehr tiefes Wasser… und kein Gott weit und breit .Ich gebe ja zu , dass sich das sehr deprimierend anhört, aber wenn ich in die Zeitung schaue und lese, was die Reichen und Mächtigen so treiben, dann lasst alle Hoffnung fahren. Ich entschuldige mich für die Theatralik. Einige unserer Politiker sind echte Spaßmacher sogar, wie Frau Hinz, unsere Umweltministerin, sie hat dieser Tage acht Hamster ausgewildert, um die Hamsterumwelt zu retten. Die Österreicher, Man glaubt es nicht haben Glyphosat verboten. Das wäre auch hier eine Maßnahme, die zu begrüßen wäre, die vielleicht auch etwas bewegen würde. Aber 8 Hamster .Es ist mir klar, dass dies völlig unerheblich ist, aber so wie alles läuft kann man nur verzweifeln.

  16. Anna Hartl sagt:

    Guten Morgen Miteinander,
    momentan bin ich völlig bei Herrn Winter. Ein Spruch den Frau von der Leyen geprägt hat und da bin ich auch schon bei einem Thema das mich fassungslos macht. Das nächste ist die Tatsache, dass Frau Rackete an einen unbekannten Ort gebracht werden musste, da ihr Leben gefährdet ist. Wo zum Henker leben wir eigentlich? In Zeiten, in denen der oder die Andersdenkende seines Lebens nicht mehr sicher ist? Wo Selbstjustiz auf dem Vormarsch ist?

    Im Augenblick ist mir der Kampfeswille abhanden gekommen. Im Augenblick empfinde ich es als sinnlos gegen diese nicht enden wollende Dummheit auf dieser Welt anschreiben zu wollen.

    Als welchen Schritt in der Evolution wird man wohl diese Zeit in der Geschichte beschreiben?
    Die Abkehr von Geist und Menschlichkeit?

    Gefühlt haben sich noch nie so viele Menschen, wenn auch nicht aktiv – im Sinne von den Protest auf die Straße tragen – so doch gedanklich mit dem Thema Politik beschäftigt.
    Der sichtbare Protest, Fridays for Future, führt zu was? Gut, dass wir darüber geredet haben und dann weiter so?

    Manchmal frage ich mich, ob der Irrsinn durch das Trinkwasser verbreitet wird.

    Hier wird tagtäglich immer mehr Menschlichkeit, immer mehr Verstand über Bord geworfen und das Pendel neigt sich eindeutig in Richtung Stärkung, Verbreitung und Ausleben der niedrigen Triebe. Ja, auch diese sind dem Menschen eigen, aber als vernunftbegabtes Wesen haben wir die Wahl! HERRGOTT, WIR HABEN DIE WAHL!

    Dieser ganze verdammte Hass fällt letztendlich auf jeden einzelnen zurück. Das Klima das geschaffen wird, ist eines in dem sich auch jeder bewegen muss. Kann man das wirklich wollen? Eine Welt die dumpf und dunkel ist? Ist das die Antwort auf die Probleme dieser Zeit? Kann man wirklich glauben, daraus etwas lebenswertes zu schaffen?
    Ich fass es im Moment einfach nicht!

  17. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    Moin Herr Winter,

    „…wäre doch die erste Amtshandlung, die wirtschaftliche Knebelung Afrikas einzustellen und mit Nachdruck gegen die Klimaerwärmung vorzugehen.Beides geschieht nicht.“

    Stimmt! Und das ist unerträglich! Diese Trägheit, das Nichtstun, macht mich wütend.

    „Man sollte die beiden Parteien nicht mehr wählen, es sind Lügner.“

    Die CDU habe ich noch nie gewählt. Bin nunmal nicht konservativ. Die habe ich immer für sehr industriehörig gehalten („was für die Wirtschaft gut ist, ist auch für den Menschen gut…“).

    Leider scheint auch die SPD sehr industrie-(lobbyismus-)abhängig zu sein. Ich kann es mir sonst nicht erklären, warum sie so absurde politische Entscheidungen trifft, die ihrem Kernauftrag so vehement widerspricht: Solidarität (mit Mensch und Natur). Ich erkläre mir das mit dem Einfluß durch Lobbyisten.

    Die SPD halte ich für tot.

    Herr Hendrich drückt es in seinem Leserbrief perfekt aus: „Mit ihrer Zustimmung zum „Asylpaket“ und vor allem zum sogenannten „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ hat die SPD eine rote Linie überschritten. Hier geht es nicht mehr um eine politische Fehlentscheidung, von denen sich die SPD in den letzten Jahren wahrlich genug geleistet hat. Diese Entscheidung geht an die moralische Substanz der Partei.“

    Ich überlege immer, an welcher Schraube man drehen muß, damit sich auch andere Schrauben drehen (wobei ich im Fach Werken oft mit 4en nach Hause gekommen bin, aber überlegen kann man ja…). Also: Was ist das Kernproblem?

    Wenn das Kernproblem unsere Gene sind, wie sie vermuten, dann kann man nur die Hände in den Schoß legen oder Gentechniker werden. Wenn das Kernproblem „falsche“ (schädliche) Gesetze sind, muß nein kann man sich überlegen, was man dagegen tun kann.

    Vielleicht erreicht man viel, wenn man Lobbyismus verbietet (ich kenne Leute, die diese Ansicht für falsch halten, und nur mehr Transparenz fordern). Geld darf keinen Einfluß auf die Politik haben. Das muß man den Leuten verdeutlichen. Ich sage immer: One man, one vote, nicht one dollar, one vote.

    In den USA ist die Situation viel schlechter als bei uns. Dort darf grenzenlos für Parteien gespendet werden. Und dadurch haben die großen Spender großen Einfluß auf die Politik.

    Sie schreiben: „Sehr ernst zu nehmende Leute, gehen davon aus, dass wenn sofort alle Anstrengungen unternommen würden 3 Grad evtl. noch einzuhslten wären, nur werden diese Anstrengungen nicht unternommen. Dann muss man mit 4 – 5 Grad rechnen, mit Folgen, die unabsehbar sind.“

    Das ist schlimm. Und Frau Hinz wildert auch noch 8 Hamster aus? Weiß sie nicht, daß sie atmen und CO2 ausstoßen? (Wenn Frau Ernst mitliest, wird sie mich eines schlechten Humors schelten.)

  18. Jürgen Malyssek sagt:

    Hallo Herr Winter,

    mir ist die Begrifflichkeit auch nicht so wichtig. Dass der Mensch ein soziales Wesen sein kann, liegt auch daran, ob wir mit dem bißchen Anstand und Würde, mit der Ethik (Philosophie) unserer denkenden forschenden Vorfahren etwas anfangen können. Und da sehe ich (meine relativ kurze Lebensphase inbegriffen) wenig optimistisch in die Zukunft.
    Wir steuern auf eine gefährliche Weiterentwicklung zu, die auch deshalb so ausssehen wird, weil eine allgemeine Unaufmerksamkeit (da helfen auch die vielen Medien nichts) durch allerlei banale Ablenkungen (Konsum, Trallala, Spektakel) für entsprechende Massenverdrängungen sorgen.
    Dazu zählt auch die schleichende und bereits deutliche Zunahme von Gewalt, Hass, Menschenfeindlichkeit, die kaum ein Ende finden.
    Jedenfalls ist es mir fast egal, ob wir von Marktfunamentalismus sprechen oder von Neoliberalismus oder …
    Man kann, das was Sie sagen, schnell als deprimierend bezeichnen. Mir geht es im Grunde nicht viel anders als Ihnen, wobei ich auch im und durch Einzelne(n) Respektables, Bemerkenswertes sehe. Und etwas Humor und Selbstironie hilft einen über den Tag. Auch der Galgenhumor ist ein Humor.
    Große Anhänger fängt man sich jedenfalls nicht ein, wenn ich die Zeitkritiker bzw. die bereits verstorbenen gut vertragen kann, die nicht penetrant die „besten aller Zeiten“ ausrufen, wie etwa Erwin Chargaff (Biochemiker und Philosoph *1905):

    „Es gibt aber Leute, die inniger an den Fortschritt glauben als je ein Heiliger an Gott, und diese werden mit Recht darauf hinweisen, daß die Hunderte von Millionen, die im kommenden Nuklearkrieg umkommen werden, an der Beulenpest nicht hätten sterben können, denn die haben wir überwunden.“

    „Der ungeheure Propagandaapparat, der auf uns lastet, verfüttert uns Krumen sinnloser Nichtswürdigkeiten.“

    Der ebenfalls vor paar Jahren verstorbene amerik. Schriftsteller Sául Bellow:
    „Wir erleben eine Form des Leidens, das wir gar nicht mehr als Leiden erkennen, weil es in der Gestalt von Vergnügungen auftritt.“

    Bei unseren bekanntesten Spaßmacher in der Politik, weiß man auch nicht, ob man lachen oder weinen soll. Jedenfalls helfen uns da unsere recht vielen vorhandenen Satiriker. Die sind für die seelische Gesundheitsverfassung sehr wichtig.

    Zur Zeit bin ich bei einer Terminarbeit an unserem 2.Buch über Wohnungslose Menschen, das mich wiederum auch gut erdet. Der Blick in die große weite Welt ist deshalb etwas eingeschränkt. Tut auch mal gut.

    Ich finde, Herr Winter, was sie zu sagen haben, jedenfalls keine Theatralik. „Kopf hoch!“

  19. Jürgen Malyssek sagt:

    Hallo Frau Hartl,

    ich wollte Ihnen nur meine Zustimmung für Ihre Empörung(en) senden – ohne mich zu wiederholen, was ich bereits oben Herrn Winter mitgeteilt habe.

    „Manchmal frage ich mich,ob der Irrsinn durch das Trinkwasser verbreitet wird?“

    Köstlich!

  20. Hallo Frau Hartl, nur ganz kurz, die Idee mit dem Trinkwasser ist richtig gut, endlich eine Erklärung, das als Regierunsverlautbarung von Frau Merkel und die W<elt wird eine andere. Vielleicht ist zuviel Glyphosat im Wasser, die Bienen finden ja auch nicht mehr nach Hause, dann hätten wir ja den Schuldigen : Bayer/Monsanto, die haben selbst wohl auch zuviel….mehr auf dieser Schiene geht nicht, dann kommt Bronski und schaltet mich ab.

  21. Dr.Ingo Ossendorff sagt:

    Da erzählst du der Maus zum hundertsten Mal nicht ins Wohnzimmer zu scheißen und das jahrelang erfolglos; da kommt seit einigen Jahren der Elefant tut dasselbe und noch einer und noch einer…
    zuguterletzt setzt sich eine 16Jährige hinein
    und protestiert wegen ihrer Zukunft im Dreck…
    Da stellt die Maus doch tatsächlich das Kacken ein und wenn sie nicht gestorben ist, dann….

  22. Hallo Dr.Ossendorf,
    ja,so kann man es auch sagen, dabei waren im Nachhinein die Mäuse nicht das Problem, aber die Elefanten kriegt man nicht mehr los. Was wohl ein Dieter Hildebrand dazu sagen würde ?
    Moin Herr Lübbers,
    so wie die Dinge liegen, sind sie an der Küste gut beraten, wenn sie gut auf die Tide achten,vor allem , wie hoch die Flut so allgemein aufläuft, wenn sie eigentlich nicht ganz so hoch sollte, weil ja eigentlich nichts ist,aber doch merkwürdig weit aufläuft, dann, ja dann, sollte man verkaufen, so lange die anderen noch nichts gemerkt haben, denn wenn sonst der Nordwest schon ein paar Tage und immer stärker , nein wir wollen ja nichts an die Wand malen, aber ernst nehmen schon. Es ist wie mit den Feuern, da sagen die Experten, sie werden sich bei der jetzigen Erwärmung etwa um das vierfache verstärken, durch Dürre.Immerhin hat an der Uni Zürich jemand herausgefunden, dass wenn man den Weltwaldbestand um ein Drittel erhöht, das CO2 Problem in etwa 10 – 20 Jahren deutlich verkleinern könnte. Wenn ich mich nicht irre, wird der Wald aber immer weiter abgeholzt, die EU ist gerade dabei einen Handelsvertrag mit Südamerika abzuschließen, damit noch mehr Soya, Rindfleisch etc. erzeugt werden kann und die EU richtig viel Autos exportieren kann .
    Das sind die Elefanten, die den Dreck scheißen.
    Trotz allem, da müssen wir durch , keiner hat gesagt, dass es leicht würde !!

  23. Bronski sagt:

    @ Jürgen H. Winter

    „… dann kommt Bronski und schaltet mich ab.“

    Kleiner Witz am Rande, was? Aber es stimmt: Das Thema droht, verpeilt zu werden. Irgendwie schade. Der Ausgang war doch: einerseits die Spannungen am Persischen Golf, die Kriegsgefahr und damit die mögliche Schaffung neuer Fluchtursachen, weil US-Präsident Trump, der größte Dealmaker aller Zeiten, unbedingt einen besseren Deal mit dem Iran rausholen will als sein Vorgänger Obama, andererseits die deutsche Gesetzgebung, welche die Abschiebung von Geflüchteten in die Fluchtursachen erleichtern will, denn mit denen – mit den Geflüchteten wie mit den Fluchtursachen – haben wir ja nichts zu tun. Ist das nichts, worüber sich trefflich diskutieren lässt? Mit Glyphosat kommen wir hier wieder in eine ganz andere Schiene – sorry, in einen anderen Fluss.

  24. Jürgen Malyssek sagt:

    Zu: Trump bringt Unheil in die Welt

    Eigentlich müsste Trump gestürzt werden!
    Vielleicht gibt es auch in einer Demokratie Schmerzgrenzen?
    Obgleich dieser Dealer soviel Unheil und Irrationalität in die Welt bringt und eigentlich nur aus einer Ich-AG besteht, werde ich müde, ihn noch weiter zu kommentieren.
    Vielleicht ist der Ur-Pfälzer ja so schlau und weiß das und macht somit gestärkt weiter, immer weiter …
    Mit seinem Kumpel aus Nordkorea macht er seine Grenz-Spielchen weiter und wir fallen auf diese Inszenierungen auch noch rein.
    Das Theater mit dem Iran, Israel, den Saudis usw. oder die Show, die er jetzt zum 4. Juli in Washington abgezogen hat. Vorher auch sein Besuch in London bei der Königin. Furchtbar!
    Dann dieses Ramstein, mitten in Deutschland, wo die roten Kriegsfäden gezogen werden.
    Das ist doch unerträglich!
    Wo fängt man an und wo hört man auf in diesem Irrenhaus der mächtigen Idioten?

  25. Hallo Herr Büge,
    hätte mir denken können, dass sie mir das nicht so durchgehen lassen. Es gibt bei der Gemengelage einen Aspekt, der zu kurz kommt : Hysterie . Da gibt es einen Kasper in USA, den ja wohl hoffentlich niemand Ernst nimmt , was soll man mit dem oder über ihn diskutieren ? Da kann man auch mit der Wand reden . Es bleibt nur die Hoffnung, die bekanntlich zuletzt stirbt. Die Welt steckt bis zum Hals in massiven Problemen, unsere Regierung nimmt sie nicht wahr, wie da jemand rauskommen soll ist mir schlicht ein Rätsel. Man kann sich nur wundern, dass überhaupt jemand gewählt werden will, denn die Programme, die nötig wären, um so etwas wie Erfolg zu zeitigen, sind mit Sicherheit knüppelhart und das angesichts der Deppen, die behaupten, es gibt keine Probleme.Wie soll es gehen ? Da muss ein wenig Hysterie erlaubt sein. Ich kann mich nur wiederholen „hoch die Tassen“.

  26. Michael Lübbers sagt:

    Wir werden Trump nicht stürzen können. Wir haben gar keinen Einfluss auf Trump. Deswegen schreibe ich kaum was zu Trump.

    Mich beunruhigt eher, daß die Demokraten keine Alternative zu Trump und den Republikanern darstellen. Obama war so marktradikal wie die Clintons (Herr und Frau) und Toni Blair und gerhard schröder und Andrea Nahles…

    Würden die linken Parteien gute linke Politik machen, gäbe es keine Trumps. Es gäbe weniger Fluchtursachen. Und ein besseres Klima. Womit wir beim Thema wären (richtig, Herr Büge/“Bronski“?).

    Die Frage ist nicht, wie wir die Konservativen besser machen. Sondern wie wir Sozialdemokraten und Grüne wieder auf einen ökosozialen Kurs bekommen.

    Zu Mäusen: Viele Mäuse machen viel Mäusescheiß. Vielleicht machen alle Mause zusammen mehr Scheiß als alle Elefanten zusammen. Auf uns bezogen: Jeder ist zunächst mal für seinen eigenen Dreck selbst verantwortlich. Wen er den weggeräumt hat, kann er andere motivieren, das gleiche mit ihrem Dreck zu tun. Die Zeit drängt allerdings so, daß wir den Elefanten im Prozellanladen gehörig vorsicjtig auf die Füße treten müssen!

  27. Michael Lübbers sagt:

    Die SPD ist übrigens nach der Asylrechtsverschärfung tot. Es kann also nur um eine neue Partei gehen, die sozialdemokratisch denkt und handelt. Mit den bisherigen Köpfen an der Spitze der SPD geht das nicht.

  28. Dr.Ingo Ossendorff sagt:

    Ja, Herr Winter, Problem-Elefanten gibt es genug. Afrikanische machen was sie wollen,
    indische lassen sich ganz gut lenken, aber
    wer hat da das Kommando? Der chinesische ist
    eher zickig und türmt immer wieder was drauf. Der amerikanische will sich zu nichts ver-pflichten, macht also auf hohem Niveau so weiter. Keinen kümmert das weinende Mädchen.
    Alle wollen ihre Gewohnheiten nicht verändern.

  29. hans sagt:

    Fluchtursachenbekämpfung sollte so aussehen. Wenn man das im großen Stiel machen würde hätte sich das Thema Seenotrettung wohl bald erledigt
    https://stiftung-solarenergie.de/

    @ Bronski: ich denke bei einer Neuerung eigentlich immer das man es einfach mal probieren soll, aber wenn das Thema Klima überall ist wird es dem Thema zwar gerecht aber ich weiß dann nicht wo ich was schreiben sollte?

  30. Bronski sagt:

    @ hans

    Ja, das ist ein Problem. Dafür muss ich noch eine Lösung finden. Bisweilen lasse ich Ihren Kommentar hier stehen, mache darauf aufmerksam, dass er außerdem ein Beitrag zur Diskussion über den Klimanotstand ist. Zudem habe ich ihn in den Thread zum Thema Seenotrettung kopiert, wo allerdings eigentlich zunächst einmal eine Antwort auf den Kommentar von Hahn Karl anstünde. Mal sehen, von wem die kommt.

    Das Thema hier ist die Schaffung von neuen Fluchtursachen durch einen Krieg zwischen Iran und USA. Das hat mit dem Klima meteorologisch gesehen wenig zu tun.

  31. Hallo Herr Büge, nur ganz kurz, dass der mögliche Krieg zwischen Iran und USA mit dem Klima und seinen Auswirkungen nichts zu tun haben soll, halte ich für eine sehr steile These. Meines Erachtens wäre ein Trump in ruhigeren Zeiten in USA nie Präsident geworden. Es ist übrigens nichts neues, dass in Zeiten von Missernten, Wassermangel und ähnlichem Kriege, auch Bürgerkriege ausbrechen.Auch bei uns dürfte der Hambacher Forst nur ein Anfang sein.

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