Wir Verbraucher werden in die Irre geführt

Eigentlich besteht Konsens darüber, dass unsere Landwirtschaft maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase beiträgt. Eigentlich ist klar: Sie ist für 60 Prozent der Methan- und 80 Prozent der Lachgas-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Das sind relevante Klimagase, wirksamer als CO2. Diese Emissionen entsprachen im Jahr 2017 66,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten (Quelle: Umnweltbundesamt; die Emissionen werden in Äquivalente umgerechnet, um sie vergleichbar zu machen). Insgesamt hat die Bundesrepublik (Stand 2018) 866 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert (Quelle: Tagesschau). Die Landwirtschaft steht nach der Energieproduktion und den industriellen Prozessen an dritter Stelle in der Liste der CO2-Emissionen von Wirtschaftssektoren. Der Verkehr hat zwar deutlich mehr CO2 emittiert (165 Millionen Tonnen im Jahr 2018, wovon übrigens „nur“ zwei Millionen Tonnen dem Luftverkehr anzulasten sind, Quelle: MDR), doch trotzdem ist klar, dass unsere Landwirtschaft klimaschädlich agiert. Eigentlich.

BauernDoch die deutschen Landwirte fühlen sich drangsaliert und gehen daher auf die Straße, und vermutlich sind sie nicht die Einzigen, denen diese CO2-Rechnerei auf den Zeiger geht. Immer mehr Richtlinien, immer strengere Grenzwerte, ständig neue Verordnungen – und außerdem werden sie auch noch fürs Insektensterben verantwortlich gemacht, weil sie Gifte wie die berüchtigten Neonicotinoide einsetzen, welche unter anderem im Verdacht stehen, „Bienen-AIDS“ auszulösen. Unsere Landwirte mögen jedoch nicht gern als Buhmänner der Nation dastehen. Man kann das verstehen; wer mag das schon?

In dem 200-Seelen-Dorf in Schleswig-Holstein, in dem ich aufgewachsen bin, gab es damals, in den 70er und 80er Jahren, vier Bauernhöfe. Einer war mini und arm, die anderen bewirtschafteten den Löwenanteil der umliegenden Äcker und Flächen. Ich konnte miterleben, wie der Strukturwandel die Landwirtschaft schon damals veränderte. Zunächst, in den 70ern, hatte der Bauer gegenüber noch Schweine, die auf einem matschigen Feld dicht am Haupthaus lebten und zuverlässig alle möglichen Abfälle vertilgten. Ackerbau betrieb der Bauer außerdem, und er hatte auch Kühe und produzierte Milch. Die Schweine verschwanden mit der Zeit. Eine der Scheunen wurde Ende der 70er zu einem „Laufstall“ umgebaut, und der Bauer investierte in einen Silage-Turm. Da kamen nun die Abfälle hinein, auch die vom Feld, vergoren darin und wurden von Bakterien aufgeschlossen und letztlich zu Viehfutter, das die Kühe bekamen. Der Fortschritt macht eben auch vor der Landwirtschaft nicht halt. Damals hat es mich beeindruckt, wie treu die Kühe aus dem „Laufstall“ auf die angeschlossene Weide und wieder zurück in den „Laufstall“ und den am anderen Ende angeschlossenen Melkstand trabten, wo sie – schon damals – quasi am Fließband um die Milch erleichtert wurden, die sie im Lauf des Tages auf der Weide zunehmend im schwerer werdenden Euter gequält hatte. Immerhin durften sie noch auf die Weide. Das ist heute anders.

Ich erzähle das, um herauszustellen, dass die Fehlentwicklungen in der Landwirtschaft nicht einer einzigen Regierung anzulasten, sondern eine jahrzehntelang zurückreichende Geschichte sind. Letztlich war es die Europäische Union und ihre Vorgänger, welche für die heutigen Probleme verantwortlich sind, denn sie haben die Industrialisierung der Landwirtschaft, die ohnehin im Trend lag, mit ihrer Agrarpolitik maßgeblich gefördert. Die deutschen Landwirte kritisieren also die Falschen, wenn sie die gegenwärtige Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) maßgeblich verantwortlich machen. Adressat der Kritik muss Brüssel sein, und darüber hinaus muss klar sein: Unsere gegenwärtige Art, mit Land zu wirtschaften, muss den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Stichwort Klimawandel. Das heißt: mehr Bio-Landwirtschaft und – wenn die Politik das denn irgendwann mal begreift – mehr Investitionen in negative CO2-Emissionen.

Negativ bedeutet hier ausnahmsweise positiv. Negative CO2-Emissionen heißt: Der Atmosphäre wird CO2 entzogen. Dazu kann die Landwirtschaft möglicherweise maßgeblich beitragen. Wie das im Detail gehen könnte, das ist eine Frage, die den Bereich Zukunftstechnologie tangiert. Da passiert gerade eine ganze Menge, es gibt viele interessante Forschungsprojekte. Interessiert das die Bauern? Mein Eindruck ist: Ihr Protest richtet sich gegen den Status quo, wird außerdem von der Agrarlobby unterlaufen und ist nicht zukunftsorientiert. Das passt nicht zu dem Bild, das ich aus meiner Jugend von den Bauern aus dem Dorf habe, in dem ich aufwuchs. Diese Bauern haben klug gewirtschaftet im Rahmen der Bedingungen, die gesetzt wurden. Das bedeutet – und das ist nun wieder eine Binsenweisheit -: Die Politik muss den Bauern verlässliche Rahmenbedingungen bieten, damit sie einerseits von ihrer Arbeit leben können und andererseits was fürs Klima tun. Der Protest hingegen, wie wir ihn derzeit erleben, ist rückwärts gewandt. Die folgenden Leserbriefe artikulieren dies sehr deutlich.

Balken 4„Weiter so“ kann nicht die Lösung sein

Auch in den vergangenen Jahren gab es Bauerndemonstrationen mit Treckern in Berlin. Die Zielrichtung der Teilnehmer war eine andere. Sie zielten auf das Wohlergehen von Bauern, Tieren, Landschaft, Wasser, Insekten und Verbrauchern. Die Forderungen wurden und werden von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft formuliert. Diese Ziele wurden schon bei der Gründung der EWG mit einer gemeinsamen Landwirtschaft in Europa formuliert, gerieten aber in Vergessenheit. Bestimmt aber wurde die Entwicklung von der Agrarlobby in Form der Bauernverbände mit deren Bauernverbandspräsidenten in Zusammenarbeit mit Agrarindustrie und den konservativen Parteien. Es floss immer mehr Geld in die Chemie gestützte Produktion, es gab riesige Überschüsse. Am meisten profitiert haben große, industriell produzierende Bauernhöfe, auch immer die Höfe der Bauernverbandspräsidenten. Für die kleinen Bauern blieb wenig, mit der Wahl ihrer Verbandspräsidenten haben sie ihren eigenen Untergang gefördert.
Und jetzt? Es scheint, dass einige Auswirkungen der modernen Landwirtschaft von großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr toleriert werden, Stichworte: Insektensterben, Glyphosat, Nitratbelastung in Böden und Wasser. Den demonstrierenden Bauern, die jetzt unabhängig vom Bauernverband ein „Weiter so“ mit mehr Geld und weniger Auflagen fordern, darf nicht nachgegeben werden. Ohne klare Rahmenbedingungen bezüglich Dünger, Pflanzengiften, Tierwohl und Lebensmittelqualität machen Gespräche keinen Sinn. Wir alle brauchen Bauern, Landwirtschaft, landwirtschaftliche Produkte. Wie Landwirtschaft aussehen soll, kann zusammen mit Landwirten entwickelt werden. Die Vorstellungen der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft sind interessant, werden aber wenig gehört.
Niemand sollte sich Hoffnungen machen, dass es ohne hohe Kosten geht. Wenn Bauern wirklich eine Zukunft suchen, kann es nicht „Weiter so“ sein.

Reinhard Friedrichsmeyer, Berlin

.

Agrarindustrie tarnt sich als besorgter Kleinbauer

Dieser Tage wurde in Ihrer Zeitung über den Anstieg der Insolvenz landwirtschaftlicher Betriebe berichtet. Die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel macht dafür geringere Erlöse und höhere Kosten infolge der Dürre als Hauptgründe verantwortlich ohne auf Hintergründe einzugehen.
Ja, die Bauern sind verärgert und machen ihren Unmut durch Trecker-Demos in Innenstädten Luft. Der Grund: von den Dumpingpreisen der Discounter können nur noch Betriebe gut leben, die Turbo-Landwirtschaft betreiben. Das heißt aber auch, dass immer mehr kleinere Landwirte aufgeben müssen. Aber diese werden dringend benötigt. Denn ihre Art zu wirtschaften schützt Insekten und die Artenvielfalt.
Besonders schlimm ist, dass die Agrarindustrie den legitimen Protest der Bauern kapert und durch gezielte PR-Arbeit diesen Ärger in die einfache Botschaft umwandelt, schuld sei der verstärkte Umweltschutz.
Und welche Rolle spielt „Bauer Willi“, der mit seinen Sprüchen „Lieber Verbraucher, du hast ja keine Ahnung und davon ganz viel“ zum Internet-Star der Agrarlobby auch bei Talkshows wurde?
Willi ist höchstens nebenbei Bauer. Mit bürgerlichem Namen Wilhelm Kremer-Schillings hat er Karriere in der Chemie- und Düngemittelwirtschaft gemacht. In deren Sinn keilt er gegen den Glyphosat-Ausstieg, gegen Bienenschutz und ein seriöses Tierwohl-Label. Die Agrarindustrie tarnt sich als besorgter Kleinbauer und führt uns Verbraucher in die Irre.
Und auch die EU, die in Kürze über die jährlich 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen entscheidet, hat es in der Hand. Fließt das Geld weiter vor allem an Agrarfabriken oder vermehrt an kleine, naturnahe und umweltfreundliche Betriebe?
Hören und schauen wir auf die Bauern, die am 18. Januar 2020 im Rahmen der ‚Internationalen Grünen Woche‘ in einem breiten Bündnis mit Hunderten Traktoren durch Berlin ziehen zur nächsten großen „Wir haben es satt“–Demo. Ihnen sollte unser Interesse und unsere Unterstützung gelten.

Fritz Amann, Karben

.

Der Größenwahn der Bauern

In der konventionellen Landwirtschaft werden in jeder Hinsicht Massen produziert, die kein Mensch braucht: Futtermittel, Tiere, Scheiße. Wer soll das alles (fr)essen? Und, wohin mit der Scheiße?
Liebe Bauern, kommt runter von eurem Größenwahn. Ausdruck dafür: eure Monstertraktoren, die an Kriegsgerät erinnern. Damit seid ihr angeblich im Namen des Herrn und für uns unterwegs. Ihr Heuchler! Wer sich jahrzehntelang mit den Teufeln verbindet, die da sind: Agrarchemie, Pharmaindustrie etc., braucht sich nicht zu wundern, wenn er in der Hölle landet.
Außerdem wurdet und werdet ihr mit Subventionen gepampert, die den ganzen Irrsinn eurer Produktionsweise verschleiern. Wieder tut ihr so, als ob ihr an eurer Misere nicht auch mitschuldig seid. Mitleid fällt da schwer. Hochachtung vor all denen, die versuchen, mit einer anderen Wirtschaftsweise Wege aus dem Schlamassel zu finden.

Hans-Werner Kolbeck, Oberzent

.

Thema im Dunkeln

Die Landwirte sind auch nur „Bauern“, und diese fuhren mit ihren dicken, PS starken Traktoren zur Demo nach Berlin. Das Thema dieser Demonstration, das blieb dann doch irgendwie im „Dunkeln“!
Warum leben wir Menschen nicht gleich so weiter, wie bisher, und ignorieren diesen blöden Klimawandel einfach total?
Unsere Bauern sind weder arme „Unschuldslämmer“, noch irgendwelche „Bauernopfer“!

Klaus P. Jaworek, Büchenbach

 

Voll daneben..

…liegen die Bauern, die zum Protest nach Berlin fuhren! Bauern, bei denen ich einkaufe, waren nicht dabei, denn die halten sich seit Jahren von der falschen EU-Landwirtschaftspolitik fern. Ich sehe das Problem in der Subventionspolitik der EU, die nicht den Bauern, sondern der Agrarindustrie dient! Mit Verbraucherbashing und Bürgerbeschimpfung zu reagieren, zeigt, wie wenig diese Landwirte von den Strömungen in der Gesellschaft mitbekommen, sie leben in der Blase, die von Unsummen EU-Geldern gepustet wird. Wir sollten der EU vorwerfen, dass sie einerseits Geld verschleudert, um industrielle Landwirtschaft zu fördern, die dann Schäden verursacht, die wiederum mit EU-Geldern behoben werden müssen – seien es Überproduktion oder Schäden an der Umwelt. Beispiele: Großschlachthöfe, „Viehtourismus“, Wachstumsideologie. die Mensch und Tier überfordert, Abhängigkeit von der Agarchemie.
Die EU legt Grenzwerte fest, so auch Nitratwerte im Trinkwasser (aus Grundwasser). Leider haben Verbände und Politiker in Deutschland den betroffenen Bauern weder klargemacht, was die zukünftigen Konsequenzen sind, noch wie sich die Regelung technisch auswirkt (kein Dünger über längere Zeit, oder Kosten für Wasseraufbereitung oder EU-Strafzahlung).
Die Bauernverbände haben es versäumt, die Erkenntnisse aus Wissenschaft und Technik zu akzeptieren und zu vermitteln! Die Bauern müssen lernen, was die Politiker bislang noch nicht gelernt haben: Die Natur verhandelt nicht! Es gibt keine Kompromisslösungen im Sinne von allwissenden Juristen! Die Zeit ist ein Skalar, sie lässt sich nicht anhalten, sie ist nicht umkehrbar, sie schreitet stetig fort!
Ich möchte keinem Bauern am Zeug flicken, doch auch er ist Teil unserer Gesellschaft und hat, nüchtern betrachtet, wesentlich größere Förderung erfahren, als es die meisten anderen Glieder – auch ich selbst – je erfahren haben! Fragt sich, was hat das Fördergeld bewirkt? Die Lebensmittelindustrie lebt gut davon, industrielle Tierwirtschaft (Münsterland) macht sich breit, Produkte, die von der Agrarchemie abhängig sind, werden gefördert.
Aberwitzig dagegen: Der Bauer meines Vertrauens besitzt gegenüber seinem Hof am Rand der Bebauung eine Wiese, auf der er seine Hühner hält. Die Hühner haben einen Stall auf Rädern, der verschoben werden kann. Wegen dieser „Bebauung“ außerhalb des Dorfes musste er rund 3000 Euro Strafe zahlen.

Carsten Dietrich Brink, Gauting

Die völlig falschen Forderungen

Schon die Überschrift dieses Artikels erinnert mich an ein Gespräch, das ich vor über 30 Jahren in meinem Heimatdorf führte. Ich war zu Besuch in Holstein bei meinem Bruder, der einen Bauernhof von etwa 17 ha bewirtschaftete, welcher damals durchaus noch eine Familie ernähren konnte. Ein Nachbar, der zu den sieben Großbauern (Hofgröße jeweils etwa 100 ha) des Dorfes gehörte, kam zu einem Klönschnack rüber. Zum Ende des Gesprächs die Frage: „Un Du meenst, wi wüllt de Minschheit vergiffen?“ Meine Antwort: „Nä, ji wüllt dat nich, aber ji doot dat.“ Dabei war die Welt der Bauern damals noch halbwegs in Ordnung, das Höfesterben setzte gerade erst ein. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das Gespräch heute verlaufen würde. Damals gab es noch keine Massentierhaltung und auch keine Spezialisierung, jeder Bauer betrieb Milchwirtschaft und Ackerbau, die großen Höfe hatten etwa 30 bis 35 Milchkühe, mein Bruder hatte 4. Das hatte zur Folge, dass nur soviel Mist und Jauche anfiel, wie die Äcker, Wiesen und Weiden vertragen konnten. Ja, „gespritzt“ wurde schon (sonst hätte es dieses Gespräch nicht gegeben), aber nicht im heutigen Umfang. Und Kunstdünger wurde „sparsam“ verwendet. Ich kann mich erinnern, dass über Bauern gespöttelt wurde, die des Guten zuviel getan hatten. Das konnte man an der Farbe der Getreidehalme erkennen. Sie waren in der Wachstumsphase blau, nicht grün, wie es normal gewesen wäre. Wenn man einen Kuhstall betrat, so war der im Sommer leer – die Kühe waren auf der Weide und die Kälber auch. Diese wurden nicht aufgestallt in engen Boxen, sondern durften sich auf der Weide austoben. Die Mast dauerte länger, dafür schmeckte das Fleisch besser. Wenn man einen Schweinestall betrat, sah man zufrieden grunzende Schweine, die sich in ihrem Koben frei bewegen konnten, manche konnten sogar zeitweise auf die Hauskoppel. Die Mast dauerte länger, dafür schmeckte das Fleisch besser. Hühner, Gänse und Enten, später auch Puten, hatten auf dem Hof freien Auslauf. Die Legehennen legten weniger Eier, die schmeckten dann aber besser, ganz ohne Fischmehlbeigeschmack. Die Mast der Gänse, Enten und Puten dauerte länger, dafür schmeckte das Fleisch besser. Man hatte noch nicht vergessen, dass Tiere Beine haben, manche haben zwei, manche haben vier. Und diese Beine sind dazu da, bewegt zu werden. Romantische Idylle? Stimmt! Ein Zurück zur Idylle wird es nicht geben, aber ein Weiter-so darf es nicht geben. Einige Schritte zurück sind nötig, damit Herr Schmiedgen mit seiner Behauptung Recht bekommt: „Wir vergiften nichts. Wir produzieren Lebensmittel von höchster Qualität“. Leider kann von einem Umdenken nicht die Rede sein, besonders auf Seiten der Bauern nicht. Und schon gar nicht vom Bauernverband, der seit Jahrzehnten die falschen Wünsche und Forderungen stellt, sie aber leider immer wieder erfüllt bekommt. Dass Frau Schulze mit ihrer durchaus richtigen Politik kein Gehör findet, sogar ausgepfiffen wird, ist ein böses Zeichen. Und dass Frau Klöckner, statt sich mit Frau Schulze abzustimmen, sich mit ihrer Treckerfahrkompetenz anzubiedern versucht, aber kein Konzept für die Zukunft entwickelt, ist geradezu beschämend für eine Ministerin, die gerade dafür zuständig ist. Warum ist es für den konservativen Bauernverband so schwer, sich mit den Prinzipien des biologisch-dynamischen Landbaus vertraut zu machen und endlich umzusteuern von der industriellen Massenproduktion zur bäuerlichen Landwirtschaft? Dann werden auch wieder „Lebensmittel von höchster Qualität“ erzeugt, dann werden Tiere wieder artgerecht gehalten und als Mitlebewesen angesehen, wie es doch die Menschenwürde gebietet. Dann wird es keine Gammelfleichskandale mehr geben – naja, vielleicht doch! Dann wird es wieder sauberes Grundwasser geben, dann wird der Klimawandel verlangsamt, dann werden die afrikanischen Märkte nicht mehr mit unserer Überproduktion überschwemmt, wodurch bisher die dortigen Menschen gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen und in Europa Zuflucht zu suchen. Allerdings werden die Lebensmittelpreise steigen, vor allem die Fleischpreise. Wirklich so schlimm? Noe, gar nicht, verminderter Fleischkonsum wird zu besserer Gesundheit führen, allerdings auch zu weniger Umsatz bei den Herstellern von Rollstühlen, Rollatoren, künstlichen Gelenken, zu einer Entlastung der Krankenhäuser und weniger Pflegebedürftigkeit bei älteren Menschen. Also wirklich schlimm?

Dietrich Buroh, Frankfurt

11 Kommentare

  1. Riggi Schwarz sagt:

    Wann beginnt eigentlich „jetzt“?
    Es ist „jetzt“ noch nicht zu spät, wenn wir „jetzt“ sofort gegensteuern würden; diese und ähnliche (frommen) Sprüche, die hört man/frau fast tagtäglich!
    So langsam denke ich „jetzt“, dass es sich so ganz, ganz langsam „ausgejetzt“ hat, mit diesem „Jetzt-Klima“, das wir alle auf dem Gewissen haben!

  2. Manfred Schramm sagt:

    Da sieht man, wie die Bauernfunktionäre richtig liegen mit ihrer Aussage, „die Städter“hätten keine Ahnung von Landwirtschaft. Was letztere nämlich für grüne Kreuze halten, sind in Wirklichkeit Pluszeichen, die Bauern aufstellen müssen, wenn sie mehr Gift verspritzt und mehr Subventionen eingesackt haben. Im schönen Kraichtal kenne ich zwei Demeter- Bauern. Diese haben ebenfalls keine Ahnung. Die Giftspritzer sind sich da völlig im Klaren. Bald ist auch wieder März und wir werden das bekannte Lied anstimmen:
    Im Märzen der Bauer das Giftfaß aufmacht / er spritzt Pestizide bei Tag und bei Nacht / die Erde verödet, die Tiere sind tot / wir danken dem Bauern für Glyphosat im Brot. / ein Feind allen Lebens der Giftbauer ist / die Böden, das Wasser vernichtet sein Mist. / den Ast, drauf er sitzet, den säget er ab. / seine Dummheit, seine Geldgier bringt alle ins Grab.

  3. Jürgen Hempel sagt:

    Wann begreifen Bauern endlich, dass Landwirtschafts – Politik von der Europäischen Union ( EU) in Brüssel gemacht wird ? Die ganzen Proteste hätten sich die Bauern sparen können, verpesten nur die Luft und hindern Berufstätige daran, rechtzeitig ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Zudem wurden auch Steuergelder für die Kraftstoffvergünstigung verschleudert. Erreicht haben Bauern damit lediglich weitere Nichtakzeptanz in der Bevölkerung. Schließlich weiß die breite Masse der Bevölkerung, dass die Nitrat- und Phosphorwerte im Grundwasser und offenen Gewässern zu hoch sind. Welches ausgelöst wurde durch die Überdüngung mit Gülle. Auch ist bekannt, dass die EU vor dem Europäischen Gerichtshof ( EuGH ) gegen Deutschland geklagt hat, weil die Auflagen bisher nicht erfüllt wurden. Bis Jahresende muss Deutschland die Düngeregeln verschärfen, so der EuGH. Mithin steht die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ( CDU ) mit dem „Rücken zur Wand“. Käme die Düngeverordnung nicht , so würden täglich 850 – tausend Euro Strafe fällig. Wie wollen Bauern das begründen, wenn Deutschland jedes Jahr eine Strafe von 310 Millionen Euro bezahlt ? Das ist Geld verbrennen und völlig unsinnig. Und findet auch keine Akzeptanz in der Bevölkerung.

  4. Hans-Werner Kolbeck sagt:

    In der konventionellen Landwirtschaft werden in jeder Hinsicht Massen produziert, die kein Mensch braucht: Futtermittel, Tiere, Scheiße. Wer soll das alles (fr)essen? Und, wohin mit der Scheiße?
    Liebe Bauern, kommt runter von eurem Größenwahn. Ausdruck dafür: eure Monstertraktoren, die an Kriegsgerät erinnern. Damit seid ihr angeblich im Namen des Herrn und für uns unterwegs! Wer sich jahrzehntelang mit den Teufeln verbindet, die da sind: Agrarchemie, Pharmaindustrie etc., braucht sich nicht zu wundern, wenn er in der Hölle landet.
    Außerdem wurdet und werdet ihr mit Subventionen gepampert, die den ganzen Irrsinn eurer Produktionsweise verschleiern. Wieder tut ihr so, als ob ihr an eurer Misere nicht auch mitschuldig seid. Mitleid fällt da schwer. Hochachtung vor all denen, die versuchen, mit einer anderen Wirtschaftsweise Wege aus dem Schlamassel zu finden.

  5. Monika Rechenberg sagt:

    Zu den Bauernprotesten wurden am 05.12.2019 im Leserforum drei Beiträge abgedruckt, die teilweise extrem polemisch und unsachlich überheblich formuliert waren. Darauf möchte ich nicht näher eingehen. Das hat dieses komplexe und sensible Thema nicht verdient. Und leider zeugen sie auch von erheblicher Unkenntnis. Dies ließe sich bei echtem Interesse leicht beheben – über das Internet: z.B. zum Thema der über 60-jährigen Geschichte der EU-Subventionen, oder den Beteiligten bei einem Gesetzgebungsverfahren des EU-Agrarrates (die EU agiert ja schliesslich nicht irgendwo im „Off“!). WIR sind ein Teil der EU!! Hervorheben möchte ich , dass jeder seine Meinung kundtun kann, aber dies mit dem nötigen Respekt geschehen sollte – alles andere ist auch der vorliegenden Zeitung nicht würdig. Und jeder kann in einer Demokratie protestieren und demonstrieren, auch wenn es andere Menschen behindert. Ich habe mit vielen Landwirten, vor allem jüngeren, gesprochen und ihre Leidenschaft und Engagement für ihren Beruf wahrgenommen. Auch sie wollen kein „weiter so“ und haben kein Patentrezept im Ärmel, das hat wohl niemand – aber sie wollen gehört und beteiligt werden. Und sie wollen die Existenz ihrer bäuerlichen Betriebe gesichert sehen bei verlässicher Planungssicherheit – die ist nämlich gründlich verlorengegangen durch die politischen Vorgaben der letzten Jahre. Bei allen klimarelevant notwendigen Veränderungen gibt es nicht nur schwarz oder weiß, übrigens auch nicht bei den vermeintlichen Verursachern der Umweltbelastungen (Stichwort: Kläranlagen in Bezug zu der Nitratbelastung im Grundwasser.)
    Vielleicht wäre es aufschlussreich zu sehen, was die polternden Schreiber („Wer soll das alles (fr)essen?“)in ihren Einkaufskorb packen!?

  6. Gerhard Reppel sagt:

    Jetzt fuhren sie wieder mit ihren Treckern hunderte Kilometer und verbrennen hunderte Liter subventionierten Diesel, um in Berlin zu demonstrieren.
    Landwirtschaft verbindet? Sollte die Zeit nicht besser genutzt werden um mit Umweltverbänden (Demeter, Bioland, Naturland usw.) und den Politikern an einem Tisch zu sitzen und über Zusammenarbeit, Umstellung, Zuschüsse und Gemeinschaftshilfe zu reden und entsprechend zu handeln!?
    Nur gemeinschaftlich geht’s, nicht mit schroffer Ablehnung auf allen Seiten.

  7. Robert Maxeiner sagt:

    Schon die Art des bäuerlichen Protests, mit den riesigen Spritschleudern, Radfahrer aus dem Weg hupend, rote Ampeln überfahrend, bis zum Brandenburger Tor vorzufahren, stimmt skeptisch bezüglich ihres Anliegens. Durfte eine solche Demo überhaupt aus Sicherheitsgründen genehmigt werden? Solch ein Trecker kann zu einer höchst gefährlichen Waffe werden. Ich erinnere mich, dass schon Demonstranten aus geringerem Anlass wegen Landfriedensbruch angeklagt wurden. Nun ja, solch ironische Vergleiche verbieten sich, denn die standen ja politisch links Keine Frage, die Politik hat gründlich versagt, indem sie Jahrzehnte auf die konventionelle Giftlandwirtschaft setzte. Das Angebot von Frau Klöckner zur Gesprächsbereitschaft wirkt wenig glaubhaft, denn es ist nur auf Grund des Drucks zustande gekommen, und es kommt viel zu spät.
    Die Bauern fordern aus gutem Grund mehr Fachlichkeit. Diese haben sie aber bisher weitgehendst selbst vermissen lassen, von der Fachlichkeit des hohen Ertrags mal abgesehen. Dass ein Bauer weiterhin behauptet „Wir vergiften nichts“ zeugt weder von Fachlichkeit, noch von einer Sensibilität gegenüber dem sogenannten Verbraucher. Sätze wie „Niemand soll vergessen, Bauern sorgen für das Essen“ klingen informativ und kreativ, man kann sie auch als die Drohung von Monopolisten verstehen.
    Mit Abhängigen kann man ja so umspringen. Nicht nur aus Umweltschutz- und Klimagründen brauchen wir eine andere, zuerst mal neu gedachte und dann auch neu konzipierte Landwirtschaft, sondern auch, um weniger von den Monsantos abhängig zu sein. Die Bauern fordern, die Politik solle mit ihnen reden: Sprechen diejenigen, die dies fordern, denn mit uns Verbrauchern? Die Behauptung im Kommentar, nur wenige Verbraucher würden einen Beitrag zu einer Alternative leisten, indem sie zum Beispiel weniger Fleisch verzehren, mag ich so nicht stehen lassen. Die Industrie trommelt solange für Angebot und Nachfrage, billig-billig bis zur Unerträglichkeit, um alle Alternativen klein zu halten oder im Keim zu ersticken, und wenn dann, wie jetzt, die herkömmliche Landwirtschaft an die Wand gefahren ist, heißt es plötzlich ,Nachfrage und Angebot‘, und es wird an den mitdenkenden Verbraucher appelliert. Es nützt den Bauern nichts, sich über die falsche und von Bürokratismus geprägte Politik zu beschweren, um dann eine andere falsche, die Gieskannenpolitik ewigen Wachstums um jeden, giftigen Preis weiterzuführen. Warum mögen die Bauern die Grünen nicht? Und manche erklären sie gar zum Feindbild. Die argumentieren doch durchaus fachlich. Und es gibt auch Bauern, die arbeiten schon seit Jahrzehnten biologisch und haben überlebt. Aber man will ja beim Konzert der Konzernokratie weiter mitspielen: Immer mehr, immer schneller, immer größer, sonst ist sofort die Existenz gefährdet. Die Bauern haben Jahrzehnte lang auf die falschen Geister aus Politik und Bauernverbänden gehört und nun appellieren sie an dieselben, sie aus der Misere zu befreien.

  8. Dieter Murmann sagt:

    Eine Entwicklung die über Jahrzehnte hinaus in die falsche Richtung läuft, lässt sich leider nicht von heute auf morgen ändern. Meines Erachtens lassen sich viele der nun demonstrierenden Landwirte vor den Karren der großen Agrarkonzerne spannen und demonstrieren für deren Interessen. Die Entwicklung hin zu immer größeren Höfen war für die meisten Landwirte der falsche Weg. Die ursprünglich selbstverständlich vorhandene Naturverbundenheit bleibt bei der heutigen Massentierhaltung und der praktizierten Landnutzung auf der Strecke. Nur die großen „Landbesitzer“ (nicht gleichzusetzen mit Landwirten) und die großen Player in der Massentierhaltung, sowie die Agrarkonzerne haben von der Entwicklung profitiert. Die Lobbyisten der Verbände haben im wesentlichen die Interessen dieser Klientel vertreten (in Brüssel wie in Berlin), aber im Namen aller Landwirte agiert. Wozu die Entwicklung geführt hat, lässt sich gut an der immer weiter sinkenden Anzahl der Landwirte und der unnatürlichen Ausbeutung der Natur ablesen. In der Landwirtschaft haben wir die gleiche marktliberale Entwicklung, wie in Industrie und Handel. Die Konzentration schreitet immer weiter voran, die Konkurrenz wird härter, und alle die nicht mitspielen, bleiben auf der Strecke. Der Profit weniger wird erst durch die Ausbeutung vieler möglich. Diese Entwicklung kann auch nicht im Sinne der Landwirte sein. Wir müssen gemeinsam einen Weg aus der verfahrenen Situation finden und dürfen dabei nicht die aktuelle Entwicklung beim Klima und beim Artensterben außer acht lassen. Ständiges Wachstum, wie es allzeit gepredigt wird, ist auf jeden Fall der falsche Weg.

  9. Die Problematik in der Landwirtschaft ist alt, sehr alt. Es ist die Gemengelage Politik/Bauernverband in Verbindung mit Agrarindustrie wie Bayer/Monsanto. Das ist ein geschlossener Verein, mit den gleichen Leuten im Bundestag/der EU /im Bauernverband.
    Daraus ergibt sich, dass die Bauern eigentlich gegen sich selbst demonstrieren müssten, sitzen sie doch mit den Verantwortlichen in allen Gremien in Form des Bauernverbands und entsprechender Organisationen an einem Tisch. Mit zu viel Gülle, Gift und Gier haben die Verantwortlichen nun den Rahmen gesprengt und wissen offensichtlich nicht mehr weiter. Die Notleidenden sind vordergründig die Bauern, aber sie haben es doch selbst verschuldet und können allenfalls Dummheit und Blauäugigkeit in Anspruch nehmen. Sie haben in ihren Bauernverband die falschen Leute gewählt, wie z.B. den Herrn Rukwied mit seinen salbungsvollen Sprüchen über Blühstreifen und Gemeinsamkeit mit den Bürgern. Fakt ist doch, dass das Trinkwasser leidet und das Artensterben sowie die Klimaerwärmung durch die Landwirtschaft wie sie gegenwärtig betrieben wird, weitgehend verursacht wird. Dagegen zu demonstrieren, als Verursacher ist frech und dumm und kann von den Bürgern dieses Landes nicht hingenommen werden. Die durch die Grüne Frau Hinz hier in Hessen zu verantwortete Politik ist jedenfalls nicht geeignet, das Problem zu lösen. Schon die Kombination Landwirtschaft / Umwelt ist Unsinn in sich, weiß man doch, dass heute die Agrarindustrie das Sagen hat und nicht der Bauer, wenn man von den Ökobauern mal absieht. Die machen doch vor, wie es geht, sind aber der Agrarindustrie ein Dorn im Auge, da wird nichts verdient. Das hilflose Gebabbel von Frau Hinz und CDU Boddenberg zeigt doch nur, dass man bisher einfach nur das getan hat, was die Industrie wollte, man fühlte sich sicher, war ja auch bis zur EU alles abgesichert.Nun ist das bei der Gülle und dem Grundwasser schief gelaufen, was fällt den Politikern ein ?Wir müssen noch mal nachmessen, uns an einen Tisch setzen usw, das übliche eben.Nein, das müsst ihr nicht, ihr müsst endlich das tun, für das ihr auf euren Stühlen sitzt, die Dinge so regeln, dass das Wasser in Ordnung bleibt und die Umwelt wieder so gestaltet wird, dass wenigstens Reste von Leben noch möglich sind .Und so etwas soll bei den Grünen die Lebensqualität retten, das lässt für die Zukunft wenig Gutes erwarten.Ach, ich vergaß, Frau Hinz hat im Sommer acht Hamster ausgewildert, darüber wurde groß berichtet in der FR. Noch ein Punkt in diesem Zusammenhang. Das mit dem Raps läuft nicht mehr so gut,man spricht von Kranheiten oder so. Könnte es nicht vielleicht daran liegen, dass der Mangel an Insekten die Bestäubung behindert ? Bei Getreide und Kartoffeln und Rüben geht es ja ohne, aber der Raps ist ein Blühpflanze, nur so eine Idee von mir, bei den Insekten läuft es ja auch nicht so gut. Bei der nächsten Demo sollten sich die Bürger bei den Bauern mal die dicken Schlepper ausleihen, das macht doch wenigstens Eindruck, die Demos für die Natur zu Fuß mit einem kleinen Schildchen in der Hand, wen soll das beeindrucken.

  10. Hans-Werner Kolbeck sagt:

    Sehr geehrte Frau Rechenberg, sollte es Sie tatsächlich interessieren, was in meinen Einkaufskorb reinkommt, dann schlage ich vor, daß wir uns in einem Ihnen am nächsten gelegenen Bioladen treffen. Zu Ihrem Erstaunen oder Entsetzen – da kommt nur Vegetarisches rein. Und das seit über 40 Jahren. Seit damals hätte man (frau?) schon wissen können, wie unsere Fleischnahrung konventionell produziert wird. Konnte man bei Susan George: „Wie die anderen sterben“ nachlesen.
    Wollte aber kaum jemand wissen. Es kam noch schlimmer: Bauern bauten Getreide an, um Biogasanlagen zu betreiben. Ist das nicht pervers?
    So lange es Geld bringt: Agrobusiness as usual. Ich möchte keine weiteren Fässer mehr aufmachen.
    Aber noch eins! Was ich hinsichtlich bio-bashing (von Bauern) über Jahrzehnte hinweg zu hören bekam, ist nicht dazu angetan, mich glauben zu lassen, dass aus den vielen Saulussen schlagartig Paulusse geworden sein sollen.
    Es gilt weiterhin: Respekt und Anerkennung denjenigen, die sich darum bemühen, mit der Natur und sich ins Reine zu kommen.

  11. Manfred Schramm sagt:

    Ei, wie hurtig Leserin Monika Rechenberg Überheblichkeit und Unkenntnis diagnostiziert! Erinnert mich an einen gewissen FDP – Mann, der die Klima-Problematik den „Profis“ exklusiv vorbehalten wissen will. Indessen: dass in Mehl, Brot, Bier, Muttermilch Glyphosat nachgewiesen wurde, ist weder schwarz noch weiß, sondern eine traurige Tatsache. Auf Grund persönlicher Erfahrung benötige ich auch kein umfangreiches Studium der „über 60järigen Geschichte der EU-Subventionen“ und so fort. Denn: Als freiwilliger Teilzeit-Mitarbeiter und Mini-Miteigner eines Demeter-Weinbaus in Burgund musste ich in den letzten zehn Jahren zweimal miterleben, wie ein Teil des Ertrags nicht vermarktet werden konnte, weil sich in dem Wein geringe Spuren des auf dem benachbarten Acker verspritzten Pestizids nachweisen ließen. (da wird es dem Giftspritzer
    vielleicht an einem gewissen Respekt gemangelt haben ). Dies – und keineswegs Überheblichkeit – hat mich zur Neufassung des Volkslieds „im Märzen der Bauer“ bewogen.
    Was unsere gewählten Volksvertreter und ihre Entscheidungen zur Zulassung von Ackergiften aller Art betrifft: diese werden doch stets aus objektiven Gründen und ohne Einflußnahme durch Lobbyisten getroffen, oder?