Welchen Beitrag kann ich leisten, um das Klima zu schützen?

Bronskis Woche Rand linksBronskis erste Woche nach der Rückkehr aus seinem Urlaub stand voll und ganz im Zeichen des Klimastreiks am Freitag. Dafür mussten Vorbereitungen fürs Leserforum getroffen werden, denn aus diesem Anlass sollten diese Seiten natürlich mit Leserbriefen bestückt werden, die zum Thema dieser FR-Ausgabe passen. Darüber hinaus beschäftigt mich dieses Thema allerdings auch persönlich, denn ich frage mich:

Welchen  Beitrag kann ich zum Klimaschutz leisten?

Es ist billig, lediglich auf die anderen zu zeigen, die Klimasünder – seien es andere Staaten wie die USA, deren Zentralregierung (im Gegensatz zu einigen US-Bundesstaaten) aus dem Kampf gegen den Klimawandel ausgestiegen ist, oder sei es der Nachbar mit seinem dicken SUV. Aber hier falle ich bereits in die Klischees der laufenden Auseinandersetzung, denn ich lebe in Offenbach, nicht in Frankfurt, wo die SUVs – Sport Utility Vehicle, vulgo: Geländewagen – das Stadtbild beherrschen. Die Menschen in Offenbach sind im Schnitt ärmer. Was nicht heißt, dass es hier keine Zeitgenossen gibt, die sich ein Auto leisten, das für ihre Verhältnisse und Bedürfnisse eigentlich unnötig groß ist. Es gibt sie. Ich gehöre nicht zu ihnen. Mein Mann und ich, wir haben zwei Autos. Einen zwölf Jahre alten Citroën Berlingo Diesel der Euronorm 4, der an 350 Tagen im Jahr ungenutzt im Carport steht und nur hervorgeholt wird, um zum Getränkemarkt zu fahren. Es wäre billiger, die Getränke liefern zu lassen. Und einen sechs Jahre alten Citroën Jumper Diesel der Euronorm 5, der nur von Anfang März bis Ende Oktober angemeldet ist. Der Wagen ist zum Campingbus ausgebaut, wir fahren damit in den Urlaub, so wie auch kürzlich.

Bei der Verbrennung von einem Liter Diesel werden 2,65 Kilogramm CO2 freigesetzt. Moment, wird Mancher da sagen: Wie kann das sein – ein Liter Diesel wiegt doch nur rund 840 Gramm? Richtig, aber im Kraftstoff liegt der Kohlenstoff in Molekülketten vor, die im Motor durch Verbrennung oxidiert werden. Dabei reagiert der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff der Umgebungsluft, der sich im Verbrennungsgemisch befindet. Jedes Kohlenstoffatom bekommt zwei Sauerstoffatome an seine Seite: CO2. So kann das Verbrennungsprodukt schwerer sein als der Ausgangsstoff Diesel, obwohl er „nur“ als Gas aus dem Auspuff kommt. Dieses CO2 ist klimarelevant. Der Anstieg seines Anteils an der Zusammensetzung der Erdatmosphäre führt zum Treibhauseffekt und zum Klimawandel.

Es interessiert mich, wie viel CO2 meine jüngste Frankreichreise freigesetzt hat. Ich rechne das aus. Wir haben 2800 Kilometer mit unserem Camper zurückgelegt, der im Schnitt einen Verbrauch von 10,5 Litern auf 100 Kilometer hat. Bei umsichtiger Fahrweise kann man auch unter zehn Litern landen, aber gehen wir mal von diesem Durchschnitt aus. Wir haben also 294 Liter Diesel verbraucht und damit knapp 780 Kilo CO2 freigesetzt.

Camper im Einsatz.
Foto: privat

Das entspricht ungefähr der Flugreise einer Person von Düsseldorf nach Mallorca und zurück in der Economy-Klasse. Und es entspricht drei Vierteln der CO2-Menge, die ein Mensch pro Jahr höchstens ausstoßen dürfte, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten: Eine Tonne Treibhausgas pro Kopf ist das Ziel für das Jahr 2050. Wir waren zu zweit mit dem Wagen unterwegs; ergibt trotzdem immer noch 390 Kilo Treibhausgas pro Kopf, also rund 40 Prozent jener Menge, für deren Freisetzung ich allein in einem ganzen Jahr verantwortlich sein dürfte. Derzeit liegt der jährliche CO2-Ausstoß in Deutschland bei 9,6 Tonnen pro Kopf. Es ist eine schmerzhafte Einsicht: Meine Reisen mit dem Camper belasten mein Klimakonto schwer. Dabei ist nur der Betrieb des Wagens berücksichtigt, nicht seine Herstellung. Darf ich bald nicht mehr auf diese Weise reisen?

Bronskis Woche Rand linksNymphenGute Frage. Wie sieht es sonst aus mit meinem CO2-Ausstoß? Den Strom für meinen Haushalt liefert  die Firma Lichtblick, laut Eigenwerbung 100 Prozent Ökostrom. Für meine Fahrten zur Arbeit, immerhin 22 Kilometer hin und zurück jeden Tag, benutze ich das Fahrrad, nur in Ausnahmefällen im Winter den Zug. Das Auto nie. Auch alle anderen Fahrten innerhalb der Stadt mache ich per Rad. Einzige Ausnahme: Fahrten zum Zoohandel, falls ich Tiere kaufen will. Doch die Schwertträger in meinem Aquarium sind immens fruchtbar und leben inzwischen in der gefühlt drei Millionsten Generation bei mir, so dass eine solche Fahrt zuletzt vor mehreren Jahren nötig war. Und meine Nymphensittiche kreischen mir zwar die Hucke voll, während ich am Rechner sitze und dies schreibe, sind aber nicht relevant für meine CO2-Emissionen, denn atmen müssen wir alle (Foto: privat).

Mehr wäre wohl möglich in Sachen Haustechnik. Bei uns wird mit Erdgas geheizt. Dabei werden pro Kilo Gas immerhin 1,63 Kilo CO2 freigesetzt. Die Bilanz ist besser als beim Heizöl, aber Erdgas ist trotzdem ein fossiler Brennstoff, welcher der Atmosphäre Gase zuführt, die ihr vor Jahrmillionen entzogen worden sind und die hier und heute nicht gebraucht werden. Wir müssen uns mittelfristig wohl etwas anderes einfallen lassen. Bei den Fenstern stehen wir nicht schlecht da: Etwa die Hälfte der Fenster unseres Hauses sind auf dem Stand der Zeit. Für das kommende Jahr ist eine Renovierung angedacht, dabei werden weitere Fenster gegen moderne Fenster ausgetauscht. Das Dach ist gedämmt, die Fassade nicht. Geht nicht oder nur teilweise, weil sie unter Denkmalschutz steht, aber hinten raus könnten wir was machen. Werden wir auch, aber wir warten noch auf Förderprogramme. Auch was die Heizung betrifft.

Weitere Baustelle: die Ernährung. Wir haben schon immer darauf geachtet, möglichst keine Lebensmittel wegzuwerfen. Vor Jahren habe ich zu diesem Thema eine Aktion hier im FR-Blog gemacht. Klimarelevant ist vor allem der Fleischkonsum. Bei uns gibt es höchstens zweimal wöchentlich Fleisch als Hauptbestandteil des Abendessens. Zudem ein bisschen Schinken zum Frühstück. Und Eier ausschließlich vom Offenbacher Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz, wo wir auch sonst gern regionale Produkte einkaufen, wohlwissend dass manche Händler vom Großmarkt zukaufen. Die Preise tragen wir mit, auch wenn sie uns manchmal überzogen vorkommen. Die CO2-Bilanz im Hintergrund kann ich nicht abschätzen. Mir ist aber klar, dass ich Glück habe: Wer in einer Stadt wohnt, hat es zweifellos leichter, zu Fuß zum Supermarkt oder Wochenmarkt zu gehen, öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und auf das Auto zu verzichten als ein Pendler, der aus der Wetterau nach Frankfurt zur Arbeit fahren muss. Wobei wiederum ein Blick auf die Wagen der Pendler genügt, um zu erkennen, dass auch hier noch Luft nach oben ist, denn in den meisten Pendlerautos sitzt jeweils nur eine Person. Schon mal von Fahrgemeinschaften gehört? In dem Dorf in Schleswig-Holstein, in dem ich aufgewachsen bin, war das in den 1970er Jahren eine tägliche Übung.

Wärmepumpe im Keller, Kraft-Wärme-Kopplung zur Nutzung der Abwärme, durchgängig LED-Beleuchtung im Haushalt und vieles andere mehr bis hin zur Solarstromanlage auf dem Dach – wir können alle noch viel mehr tun, davon bin ich überzeugt. Elektromobilität ist dabei nicht das größte aller Themen. Der Verkehr auf deutschen Straßen hat etwa 18 Prozent Anteil am bundesdeutschen CO2-Ausstoß. Da kann man viel machen, aber weit wichtiger ist der rasche Ausstieg aus der Kohle – je früher, desto besser. Und dann, auch das scheint mir nach meiner kleinen Analyse hier festzustehen – liegt es auch an uns, den Verbrauchern, an vielen kleinen Stellschrauben zu drehen. Angefangen bei dem, was wir essen.

Vom Versagen der Politik und unserer „Klima-Kanzlerin“ will ich hier nicht reden. Dieses Thema wird uns in den kommenden Wochen und Monaten noch beschäftigen. Es ist traurig: Als Tiger gesprungen, ist Angela Merkel als Bettvorleger gelandet. Dass sie sich jetzt auf den letzten Metern ihrer Kanzlerinnenschaft noch in Klimadingen zu profilieren versucht – geschenkt. Wir brauchen eine Regierung, die endlich ernst macht. Ich bin überzeugt: Viele Menschen in Deutschland sind bereit, viel mehr zu tun, als ihnen bisher abverlangt wurde. Ich wäre dabei.

Update: Die Sonderseiten der FR sind im Netz unter fr.de/fridays und fr.de/meinklimastreik als pdf-Dateien zu bekommen. Nach der Eingabe Ihrer Mail in die Eingabemasken sind Sie nur zwei Klicks von den Downloads entfernt

 

72 Kommentare

  1. Ulrich Munkert sagt:

    Ich bin sicherlich nicht der Erfinder einer Lösung, aber ich frage mich, warum wir immer über Verbote sprechen, anstatt mit Dingen lernen umzugehen. Warum muss ein Diesel verboten werden, warum ein SUV, warum andere CO2 Erzeuger nicht, wie der Mensch?
    Es ist doch auch nicht der richtige Weg auf E-Mobilität zu setzen, wenn dort Ressourcen wie Wasser und auch Lagerungen bei der Entsorgung zu ähnlichen / neuen Problemen führen.
    Wieso sucht man nicht nach dem Weg neue Grundlagen zu schaffen, reine Steingärten (sind sicherlich sehr pflegeleicht) sind zu verbieten, anbei eine Skizze wie man in den Städten „Grüne Zonen / Lungen“ schaffen kann, es muss doch auch ohne Verbote und mit guten Ideen sowie Lösungen gehen die Basis des CO2 Ausstoßes zu verbessern und an der „besseren“ Umwelt zu arbeiten.
    Das die Gesamtlage schlecht ist, ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, aber warum arbeiten wir nicht mit (in der Welt gibt es aus meiner Sicht viele gute Fachleute) an Lösungen die nicht aus „Verboten“ bestehen, sondern aus der Chance „wirklich grüne“ sinnvolle Ansätze zu schaffen.
    In den Städten müssen mehr Bäume und Pflanzen gesetzt werden die CO2 binden und am besten der Boden in der Lage ist auch CO2 zu binden, somit entsprechende Wurzelwerke bei bestimmten Anpflanzungen sowie Bodenbeschaffenheiten zu berücksichtigen sind.
    Somit meine Bitte an die Politik und alle Aktivisten – nutz die Chance sinnvoll an Lösungen zu arbeiten, aber Lösungen und Ansätze die nicht aus Verboten und Strafen bestehen, sondern Lösungen die umgesetzt werden und zu langfristigen Veränderungen und gutem Leben führen.

  2. Der berüchtigte Unternehmensschreck McMertens, der weder Regierungen, Wirtschaftsverbände oder Lobbyisten noch Parteien berät, stellt sich den Beginn der Klimarettung so vor:

    Autoproduzenten, die ihre Fahrzeuge in Deutschland verkaufen, müssen nach einem bestimmten Faktor (errechnet aus dem umgekehrten Verhältnis zur Umweltverträglichkeit der Modelle plus der Anzahl der Neuwagen plus schuldhafter Unfallbeteiligung abzüglich Rabatt für E-Technik) in einen Fond einzahlen, aus dem allein die Kosten für Straßenbau, Straßenerhalt und die gesellschaftlichen Folgen des Straßenverkehrs aufgebracht werden. Diese Maßnahmen folgen den Prinzipien: Schluss mit der verdeckten Subventionierung eines Wirtschaftszweigs durch den Steuerzahler. Übernahme von Verantwortung durch die Produzenten.

    Die unverzüglich durchzusetzende Höchstgeschwindigkeit für PKWs beträgt innerörtlich 30 km/h, auf Landstraßen 80 km/h und auf Autobahnen 120 km/h.

    Fahrzeuge, die nach ihrer Bauart der Personenbeförderung dienen, aber ein Volumen von 6,5 Kubikmetern übersteigen oder deren nachzuweisender Benzin- bzw. Dieselverbrauch 10 Liter/100 km übersteigt (Drittelmix aus Stadtverkehr, Landstraße, Autobahn), gelten als Nutzfahrzeuge, die nur mit einer Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung gelenkt werden dürfen. Für diese Baureihen gelten zudem die Höchstgeschwindigkeiten für LKWs und dieselben Einschränkungen hinsichtlich Abstellen/Parken.
    Diese Vorschriften folgen einerseits der Erkenntnis, dass Energieverbrauch und Emissionen abhängig sind von der Fahrzeuggeschwindigkeit sowie zweitens davon, dass Größe und Leistungsfähigkeit eines Fahrzeugs ebenfalls dessen Energieverbrauch und Emissionen bestimmen.

    Diese Grundsätze gelten auch für die Luftfahrt. Flugbenzin (Kerosin) als fossiler Kraftstoff unterliegt ab sofort der einheitlichen Besteuerung dieser Energieträger. Kerosin, das bei Abflug in einem Land aufgenommen wurde, dessen Steuersätze unterhalb der deutschen Regel liegen, muss nach der Landung nachversteuert werden. Die Reduzierung von Emissionen lässt sich zusätzlich durch eine Begrenzung von Starts und Landungen erreichen. Ein Nachtflugverbot zwischen 22:00 Uhr und 7:00 Uhr wäre eine sinnvolle Ergänzung.

    Automobilproduzenten ist eine Kapitalbeteiligung an Unternehmen der fossilen Energiegewinnung (Steinkohle, Braunkohle, Öl, Gas) untersagt. Umgekehrt dürfen letztere keinerlei Gesellschaftsanteile an ersteren erwerben. Die Verzahnung dieser Industrien hat bereits in den 1950er Jahren verhindert, dass alternative Antriebstechniken wie die mit Wasserstoff betriebene Brennstoffzelle nicht für den Massenverkehr weiterentwickelt wurden.

    Da auch ökologisch produzierter elektrischer Strom nicht der Verschwendung dient, ist insbesondere die um sich greifende Nonsens-Kommunikation kritisch zu hinterfragen. Erste Resultate dieses Überdenkens führen zu folgenden Verboten:
    Der Gebrauch von Smartphones ist außerhalb von Privatgebäuden nur dort gestattet, wo er ausdrücklich durch entsprechende Beschilderung erlaubt wird. Ihr Gebrauch in/auf Fahrzeugen des Individualverkehrs, ebenso wie der durch Fußgänger in Fußgängerzonen sowie an Ampeln und Überwegen ist grundsätzlich untersagt.

    Ein künftiges Verkehrskonzept soll wesentlich auf einem preisgünstigen und engmaschigen öffentlichen Personennahverkehr, auf dem Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn (das auch vier Fünftel der Güter zu transportieren hätte), auf kleinen Elektro-Automobilen mit Brennstoffzellen (vorzugsweise für Randlagen und ländliche Regionen) sowie auf Fahrrädern basieren. Sämtliche Fahrzeuge unterliegen einer Kennzeichnungs- und Versicherungspflicht, wie sie bereits von PKWs, Bussen, LKWs und Motorrädern bekannt ist. Auch für Fahrräder und Tretroller ist eine Fahrerlaubnis notwendig, die nach bestandener Prüfung erteilt wird (ab dem 8.Lebensjahr).
    In diesem Kontext ist auch der Anlieferverkehr speziell der des Online-Handels zu betrachten. Die Zustellung an der Haustür durch schlecht bezahlte Boten, die der Altersarmut entgegenwachsen, ist zugunsten dezentraler Abholläden mit zusätzlichen Warensortimenten aufzugeben.

    Da der Mensch entwicklungsgeschichtlich ein Geher ist, genießen Fuß- und Wanderwege in Stadt, Dorf und Landschaft eine besondere Priorität.

    Die Emission durch industrielle Produktion dürfen nicht durch einen so genannten Zertifikatshandel zu einem ökologischen Freiraum werden. Es muss das Ziel sein, diese Emissionen auf null zu senken. Für eine Übergangszeit bis längstens 2030 werden sie mit mindestens 150 Euro pro Tonne CO2 besteuert. Die Einnahmen dienen der Schaffung von ökologischer Infrastruktur, vorrangig in bislang vernachlässigten Regionen.

    Auch die Ernährung, insbesondere die auf Massentierhaltung basierende Fleischproduktion, kann in der bisherigen Weise nicht aufrechterhalten werden. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (z.B. 25 Prozent, bislang sind es 7) auf Produkte der konventionellen Landwirtschaft wäre eine erste Maßnahme. Das Ziel aber muss eine drastische Reduzierung der Nutztierhaltung und damit der Ökolandbau sein, was auch den sparsamen Gebrauch von Wasser sowie das Verbot von Pestiziden einschließt. Denn Lebensmittel müssen dem gesunden Leben dienen, dem der Menschen und auch dem der Tiere.

    Ebenso steht die energetische Neustrukturierung der Wohnungen auf der Agenda dringender Umwälzungen. Eine umfassende Ausstattung sämtlicher Häuser mit Solar- und Wärmepumpentechnik lässt sich mutmaßlich nur durch eine Änderung der Eigentumsverhältnisse herbeiführen. Hierbei müsste der Grundsatz gelten, dass die Erde (= Grund und Boden) nur zur jeweils vorübergehenden Nutzung (maximal für die Dauer eines Menschenlebens) erworben werden kann. Denn sie befindet sich im Eigentum aller und folglich in keinem persönlichen.

    Das alles könnte, ja es müsste, ein Anfang sein. Die Apologeten des Neoliberalismus werden Zeter und Mordio schreien. Christian Lindner (FDP) wird mal wieder das Zeitalter von Verboten, Planwirtschaft und Bürokratisierung angebrochen sehen und sich vor TV-Kameras in Rage reden. Die SPD wir leider auch dieses Mal die Signale überhören (siehe den aktuellen Klimakompromiss), sich nicht entscheiden können und sich vertagen auf den Tag ihres endgültigen Untergangs. CDU/CSU werden mantrahaft die Mitte der Gesellschaft als Kronzeugen für ihr Nichthandeln und ihren Widerstand bemühen und ängstlich registrieren, dass die Töchter und Söhne dieser Mitte überproportional bei den „Fridays for Future“ mitmachen. Bliebe noch die AfD, die den menschengemachten Klimawandel für die vergifteten Sprüche jenes Gespenstes hält, das den Austausch der Bevölkerung im Schilde führt. Also wird sie auf Blut, Boden und alte Besitzstände und nicht zuletzt auf die Überlebensfähigkeit der Dummheit pochen. Darin sollte sie sich täuschen.

  3. Ralf Rath sagt:

    Wegen der Schnelllebigkeit und überaus hohen Taktung heutzutage kommt es einem inzwischen fast schon wie eine Ewigkeit vor. Es ist in Wirklichkeit aber noch nicht allzu lange her, dass Roman Zitzelsberger als seines Zeichens Bezirksleiter der IG Metall anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit am 1. Mai in Ulm/Do. im Jahr 2016 von der Notwendigkeit einer „Schubumkehr“ sprach. Bedenkt man, dass das zurückliegende Jahrhundert der Industriearbeit davon bestimmt war, lebendige Arbeit in tote Arbeit zu verwandeln (MEW 23: 446), käme es nunmehr entscheidend darauf an, tote Arbeit in lebendige Arbeit zu transformieren; was einem Wechsel des Paradigmas ähnlich der kopernikanischen Wende entspräche. Abstrakt benannt, ist das die „Menschheitsherausforderung“, um es in den Worten der Bundeskanzlerin zu sagen, vor der jeder Einzelne tagtäglich und rund um die Uhr steht. Ohne eine Handreichung, was das konkret bedeutet und vor allem ohne über eine im Alltag praktikable Lösung zu verfügen, lässt sich die rasch zunehmende Erderwärmung als ein Ausdruck der gegenwärtig völlig verfehlten Lebens- und Produktionsweise somit nicht begrenzen.

  4. Peter Scheuermann sagt:

    Wenn ich die Diskussionen unserer Politiker verfolge, wie die katastrophale Klimaveränderung verhindert werden soll, und die mageren Ergebnisse bzw. Nichtergebnisse ihrer Überlegungen betrachte, gewinne ich folgenden Eindruck: Alles soll anders werden, aber nichts soll sich verändern. Die Politiker und Politikerinnen glauben also an Wunder. Oder unsere Politiker und Politikerinnen glauben nicht an die Ernsthaftigkeit einer Klimaveränderung. Sie stimmen mit vielen anderen Politikern überein, denen durch Menschen verursachte Klimaverschlechterung nicht in den politischen Kram passt und ihn laut verleugnen. Unsere Politiker verleugnen leise. Sie verweigern Schritte zur Katastrophenvermeidung, weil diese nicht in die Vorstellungen einer „freien“ marktorientierten Wirtschaft passen.
    Das ist das Wesen einer Katastrophe: Sie passt nicht, kommt aber trotzdem. Noch nie was von Katastrophenschutz gehört?! Die schädliche Klimaveränderung, an der wir ein gerütteltes Maß Anteil haben, wird kommen. Entscheidungslose Politik wird sie nicht verhindern, die Folgen eher verschlimmern. Gut, dass es junge und zunehmend auch ältere Menschen gibt, die immer wieder darauf aufmerksam machen.
    Unsere Generation aktiver Politiker und Politikerinnen wird die eigentliche Dramatik der Klimaveränderung nicht mehr erleben. Aber sie werden Schuld haben, dass die Jungen darunter zu leiden haben.

  5. Hallo Herr Mertens (oder McMertens?)
    Ja, da bin ich voll dabei.Ist ihnen schon aufgefallen, dass alle Nachrichtensendungen heutzutage Satiresendungen waren und sind ? Besonders die CSULeute tun sich hervor.Dummerweise werden sie nicht als Kabarett angekündigt und deshalb werden die meisten Mitbewohner in diesem Land das satirische nicht mitkriegen und es am Ende für klug halten.
    Wussten sie eigentlich, weshalb wir jetzt mit e-mobilen fahren sollen? Damit die Kohleindustrie ihre Kohle verbrennen kann.Deshalb hat man auch die Windkraft abgewürgt, oder haben sie aus dem Klimakabarett etwas von Ausbau der Windkraft gehört? Man fährt zwar elektrisch, aber mit Kohlestrom, das versaut die Atmosphäre gleich doppelt, erst die Herstellung und dann der Kohlestrom,und dazu die Jubelchöre aus der Politik. Die Dummheit stirbt zuletzt.Das Alles ist einfach nicht mehr zu toppen. Wir werden von Höhlenmenschen regiert, haben sie aber gewählt, langsam freue ich mich dass ich alt bin und das Elend nicht mehr mit ansehen muss.

  6. Bronski sagt:

    Auf meine Kolumne „Bronskis Woche“ vom Samstag kamen ein paar Mails herein. Leider fremdeln viele Leserinnen und Leser anscheinend immer noch mit dem FR-Blog, so dass sie ihre Anliegen nicht direkt hier posten, aber ich kann die Anregungen natürlich für Sie hier veröffentlichen.

    Dietlind Rinke aus Bad Karlshafen sendet einen Link, den sie uns zu diskutieren bittet. Ich stelle ihn hier zur Diskussion. Er führt zur Webseite „E-Solarkonzept – so kann die Energiewende gelingen“.

  7. Wolf von Fabeck sagt:

    Wir Menschen – „Krone der Schöpfung“ – haben versagt.
    – Now it’s time to go.

    Oder wollen Sie doch noch nicht gehen? Dann um Himmels willen, dann wehren Sie sich endlich!

    Entziehen Sie den Umweltverbrechern an der Spitze unserer Regierung Ihr Vertrauen. Die sabotieren den Klimaschutz, wo sie nur können. Die haben sehenden Auges und ohne Bedauern hingenommen, dass 80tausend Arbeitsplätze in der Solarbranche verloren gegangen sind und tun immer noch so, als würden sie das Klima schützen. Jetzt wärmen sie ihre alten wirkungslosen Programme auf und lenken damit vom Wesentlichen ab.
    Wesentlich ist:
    Schnellstmöglicher Bau von Solaranlagen, von Windanlagen und von Stromspeichern. Alles andere ist Pille Palle.
    Am Freitag haben wir gesungen:

    Hejo! leistet Widerstand
    Nutzt doch Wind und Sonne hier im Land
    Baut Solaranlagen und auch Windanlagen

    Dieser Protestsong geht nach der Melodie von „Hejo spannt den Wagen an“
    https://www.youtube.com/watch?v=d5PKXbCjYsQ
    und lässt sich sogar im Kanon singen.

    Repetitio est mater studiorum!

  8. I. Werner sagt:

    Ich wünschte mir, neben diese kleine, liebenswerte Greta setzte sich noch eine kleine andere Schwester dieses Mädchens, die mit gleicher Energie für den Frieden in der Welt kämpft. Wir Erwachsenen haben das nicht geschafft. Streik für Frieden!

  9. Manfred Schmidt sagt:

    Frau Merkel hat das besondere Talent, auch die anstehenden großen Probleme in ihren Reden so zu beschreiben, dass die meisten sich hinterher gut fühlen (sollen). Dabei weiß sie genau, dass sie viel zu wenig bis nichts dafür tut, um diese Probleme anzugehen und zu wirklichen Lösungen zu kommen.
    Sie vertraut darauf, dass ihr dieses Talent, politische Schlaflieder zu singen, weiterhin „über die Runden“ hilft.
    Dies hört sich dann in der Regel so an, „wir müssen XYZ tun, um zu ABC zu kommen“. Selten bis nie ist zu hören „wir werden XYZ tun, um zu ABC zu kommen“. XYZ und ABC sind je nach beschriebener Problemlage austauschbar und wird bei der derzeitigen Umweltpolitik in Deutschland -auch nach der Vorlage vom Wochenende- nur unzureichende Auswirkungen haben, folgt man den Aussagen der Fachleute.
    Und die SPD muss, gefangen in dem Käfig GroKo, dabei mittapsen.
    Nun aber ein Einwand den man unter „und was tun die Anderen?“ sehen kann und inzwischen als „whataboutism“ Eingang auch in die deutsche Sprache gefunden hat. Und dieser Einwand bezieht sich auf einen Kommentar Theo Kolls im ZDF am Morgen des 23.09., in dem er berichtet, dass die Länder auf dem afrikanischen Kontinent das Vorhaben verfolgen, insgesamt 950 Kohlekraftwerke in Betrieb zu nehmen, die in Planung sind oder demnächst gebaut werden…..

  10. Heidrun Wilker-Wirk sagt:

    Das Klimakabinett hat am Freitag die BLEIERNE ZEIT der letzten Regierungsjahre: abgestaubt, etwas umgedreht und wieder zurückgeschoben in die Schublade. Nichts wirklich verändert, nichts wirklich verbessert!
    Aber jetzt ist die Glut der FRIDAYS FOR FUTURE entfacht. Lasst uns mit ihr das Blei schmelzen und umformen zu unserer – eurer – Zukunft. JETZT!
    Lassen wir es uns nicht wieder von Klimaministern, Lobbyisten, Politfunktionären, Bleizeitverwaltern… aus den Händen schlagen. Die machen uns sonst beim Bleigiessen einen amorphen Klumpen draus, der uns und unseren Planeten endgültig kaputthaut.

  11. Michael Hanft sagt:

    Die Samstagsausgabe der FR vom 21.09.2019 ist symptomatisch für die Schizophrenie unserer Gesellschaft. Da wird der Klimastreik mit qualitativ hochwertigen Artikeln und vielen bemerkenswerten Zitaten journalistisch absolut brillant und ausführlich kommentiert. Dann aber – man halte sich fest! – wird, am Tag nach dem Klimastreik, auf der Fahrzeugseite ein SUV eines deutschen Premiumherstellers vorgestellt, „der das Zeug zum Trendsetter hat“, ein „Diesel, der bei ersten Testfahrten einen starken Eindruck hinterließ“. Die FR hat es an diesem Tag leider verpasst einen starken Eindruck zu hinterlassen. Schade!

  12. Saral Sarkar sagt:

    Wie Greta bin ich mit 15 politisiert worden. Seitdem demonstriere, rede und schreibe ich unaufhörlich für eine bessere Welt. Ich bin jetzt 83, ging pflichtbewusst auch am 20.9. zur FFF-Demo. Ich denke, so habe ich mir auch etwas Recht erworben, ein bisschen freundliche Kritik an der Klimarettungs-Bewegung zu üben. Außerdem tut Kritik jeder Bewegung irgendwie gut.
    (1) Es sind nicht die Kids der FFF, die das Rad der Umweltbewegung erfunden haben. Es waren ihre Opas und Omas, die 1972 mit ihrem Buch Grenzen des Wachstums die Bewegung ins Rollen gebracht haben. Wenn zumindest die Studenten im FFM das Buch läsen, würden sie verstehen, dass es bei dem Problem nicht nur um das Klima und die Energiefrage geht, sondern auch um viele andere Aspekte der Umweltzerstörung und der Ökonomie. Es geht da hauptsächlich um die Nichterneuerbarkeit und/oder Nichtvermehrbarkeit von allen wichtigen Ressourcen inklusive des Süßwassers und fruchtbaren Bodens, von wo unser Essen herkommt. Und es geht um das Bevölkerungswachstum.
    (2) Es wird in der Klimarettungsbewegung vieles verschwiegen, nämlich, dass es überhaupt keine Wundertechnik gibt, mit der alle Probleme gelöst werden können. Es wird verschwiegen, dass auch Solarpanels und Windturbinen (übrigens auch die Smartfons der Kids) viele Materialien brauchen, die selten, nichterneuerbar und umweltverschmutzend sind und dass jede Art Bergbau die Umwelt zerstört. Es wird verschwiegen, dass alle oben genannten Geräte eine begrenzte Lebensdauer haben.
    (3) Einige der älteren Geschwister und Onkel und Tanten der Kids haben schon vor mehreren Jahren verstanden, dass man nicht den Kuchen essen und ihn auch erhalten kann, dass man keinem Menschen den Pelz waschen kann, ohne ihn nass zu machen. Darum haben sie vor Jahren eine De-growth-Bewegung gestartet. Ob die Kids davon gehört haben?
    (4) Auf der Kölner-Kundgebung hörte ich eine Rednerin, eine Seenot-Retterin, die Forderung erheben, dass (sinngemäß) es überhaupt keine Grenzen zwischen Staaten geben darf und dass jeder Mensch ein Recht haben sollte, dort zu leben, wo er will. Das grenzt wirklich an Dummheit. Wissen solche Leute, dass es z.B. in Afrika 500 Millionen arme Leute gibt, die gerne in Deutschland leben würden? So blasen sie in der Tat Wind in das Segel der Rechtsradikale.
    Die FFM ist inzwischen eine weltweite Bewegung. Die Sozialwissenschaftler, die diese unterstützen, sollten bald mit einer besseren Lösung des Armutsproblems herantreten.

  13. Wolf von Fabeck sagt:

    Wir Menschen – „Krone der Schöpfung“ – haben versagt. – Now it’s time to go. Oder wollen Sie doch noch nicht gehen? Dann um Himmels willen, dann wehren Sie sich endlich! Entziehen Sie den Umweltverbrechern an der Spitze unserer Regierung Ihr Vertrauen. Die sabotieren den Klimaschutz, wo sie nur können. Die haben sehenden Auges und ohne Bedauern hingenommen, dass 80-tausend Arbeitsplätze in der Solarbranche verloren gegangen sind und tun immer noch so, als würden sie das Klima schützen. Jetzt wärmen sie ihre alten wirkungslosen Programme auf und lenken damit vom Wesentlichen ab. Wesentlich ist: Schnellstmöglicher Bau von Solaranlagen, von Windanlagen und von Stromspeichern. Alles andere ist Pille Palle.
    Am Freitag haben wir gesungen: Hejo! leistet Widerstand. Nutzt doch Wind und Sonne hier im Land. Baut Solaranlagen und auch Windanlagen. Dieser Protestsong geht nach der Melodie von „Hejo spannt den Wagen an“
    https://www.youtube.com/watch?v=d5PKXbCjYsQ
    und lässt sich sogar im Kanon singen.

    Repetitio est mater studiorum!

  14. Thomas Metzger sagt:

    Eigentlich (ich mach mal den Härtl), wollte ich keinen Leserbrief mehr schreiben.

    Aber einen Gedanken zu dem Thema Klimastreik : Alle Bewegungen, so toll und wichtig sie heute sind, werden ins Leere laufen. Solang unser Wirtschaftssystem (auch global gesehen) auf Profit und Rendite beruht, kann sich nichts ändern. Alle gut gemeinten Bewegungen müssen sich dieser Kardinalfrage stellen: Wie organisiere ich ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, das ohne diese Eigenschaften der Profitmaximierung auskommt?
    Solange sich unsere parlamentarische Demokratie, geprägt durch Parteien, die sich alle nicht vom Lobbyismus der Wirtschaftsverbände lösen können befreit wird , kann es keine Umkehr geben. Sollte eine Ökodiktadur die Lösung sein?
    Der Mensch, eigentlich, ein Vernunft begabtes Wesen, wird es in der Masse nicht kapieren, weil immer oder meistens ,es um Eigennutzen vor Fremdnutzen geht. Und eine radikale, revolutionären Änderungen unserer Verhältnisse, die in kurzer Zeit ja passieren müssten, sehe ich leider nicht.
    Viel Kraft der Jungend, hoffentlich liege ich mit meinem Pessimismus falsch .

  15. Helge Nyncke sagt:

    Klar könnte ich jetzt aufzählen: 30 Jahre lang nicht geflogen (supersparsamer CO2-Fußabdruck), 20 Jahre lang Vegetarier (super tierfreundlich und ressourcenschonend), 1 Familienkleinwagen, der gefahren wird, so lange er hält (super nachhaltig), keine Kreuzfahrten (super umweltschonend), zum Job nur öffentliche Verkehrsmittel nutzend (super verkehrsentlastend), leidenschaftlicher Fahrradfahrer (super leidensfähig), Mülltrenner (super ordentlich), Selbstkompostierer (super gartenfreundlich), Blütengartenpfleger (super insektenfreundlich) und mir dabei (die gelegentlichen Ausnahmen ausblendend) stolz selber auf die Schulter klopfen (super vorbildlich).
    Aber es geht beim Thema Klima-Aktivitäten doch eigentlich auch noch um etwas Anderes. Sicher sollte jede(r) tun, was immer er/sie kann, um die Belastungen so gering wie möglich zu halten. Aber das allein reicht nicht aus. Denn so bekämpfen wir zwar vielleicht einen Teil der unmittelbaren Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge, blenden dabei jedoch die tieferen Ursachen aus, die dazu geführt haben. So wie ein guter Psychotherapeut seinem Patienten nicht nur die oberflächlichen Trugschlüsse seines Denkens und Handelns offenlegt, sondern ihm vielmehr die Tür öffnet zu seinen tieferliegenden Gefühlen, Ängsten und Blockaden so müssen auch wir uns fragen, was die Menschen dahin gebracht hat, sehenden Auges ihre eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Mit plakativen Begriffen wir Egoismus, Dummheit oder Gier ist dieses Phänomen nur oberflächlich beschreibbar. Denn dahinter stehen vielfältige psychologische Mechanismen, die wir größtenteils seit der Steinzeit in uns tragen und denen wir so manche mit Logik kaum erklärbare Marotte verdanken. Und da treffen sich letztendlich dann wieder alle, die diese Welt in vielen Detailgebieten für dringend verbesserungswürdig halten: Die Gesunde-Ernährungs-Erklärer, die Pazifisten, die Religionskritiker, die Entwicklungshelfer, die Ehrenamtler, die kritischen Kabarettisten, die wegweisenden Erziehungswissenschaftler, Psychologen, Aggressionsforscher, Philosophen, Yogalehrer, Fortbilder, Humanisten, Klimaaktivisten und viele andere mehr (und natürlich alle stets mitgemeinten -Innen). Also alle, denen vor allem an Einem gelegen ist: An beständiger Aufklärung, Bewusstseinsbildung, Selbstreflexion, Selbstverantwortung, partei- und gruppenunabhängiger Persönlichkeitsentfaltung und ähnlicher Tugenden. Wer davon zu wenig abbekommen und entwickelt hat, ist viel eher anfällig für kritiklosen SUV-Kauf, gedankenloses Vielfliegertum, hemmungsloses Konsumverhalten und bodenloses Wahlfehlverhalten. Wer sich in humanistischer Bildung und Aufklärung engagiert, tut genauso viel fürs Klima wie der Freitagsdemonstrierer for future – er/sie bildet Bewusstsein im Sinne von Sich-bewusst-sein-wer-man-ist-woher-das-kommt-und-wohin-das-führt. Es können und es müssen jetzt nicht plötzlich alle Klimaaktivisten werden, Wissenschaftler oder Verkehrsplaner. Wir brauchen ebenso gute Lehrer, Erzieher, Techniker, Handwerker, Redakteure, Fernsehmacher, Künstler und Dienstleister (…-Innen). Sie alle können mitwirken an der großen Aufgabe, die Zukunft (und damit auch das Klima) für alle besser zu machen, indem sie sich alle nichts mehr vormachen lassen, Dinge kritisch hinterfragen, engagiert eigene Ideen entwickeln, kluge Gedanken kommunizieren, Kinder vernünftig begleiten und erziehen und sich nicht selbst verarschen. Jede(r) wo immer er/sie es am besten kann.
    Und das ist mein ganz persönlicher „Klimastreik“: Ich engagiere mich gegen die Verseuchung und Durchdringung des gesellschaftlichen Klimas und Denkens durch religiöse Infiltration aller Konfessionen. Dazu schreibe ich Bücher, Leserbriefe, stelle kritische Videos ins Netz, gestalte Vorträge und Bühnenprogramme und stelle mich diesbezüglichen Diskussionen. Auf dass wir alle klüger werden und verantwortlicher handeln lernen, auch für´s große Klima.

  16. Doris Heck sagt:

    Unsere Lebensgrundlagen und damit verbunden unser Lebensstil wird sich schneller ändern als wir hoffen. Die ewigen Verweigerer ignorieren den Klimawandel, sie wollen nicht sehen, dass tatsächlich unsere gewohnte Lebensweise schneller als gedacht, sich eklatant verändern wird. Unsere verantwortlichen Politiker sind zu sehr mit der Industrie vernetzt. Von wegen Arbeitsplätze gehen verloren! Machen wir uns nicht dümmer als wir sind, es gibt immer Möglichkeiten..

    Wenn die Natur baden geht, dann sind wir alle auf der Flucht!

  17. Herbert Terhag sagt:

    Das beschlossene Klimapaket ist völlig unzureichend. Die Plünderung unserer Erde geht also weiter. Die Proteste der überwiegend Jugendlichen haben kaum Wirkung. Die Regierung plant nur bis zur nächsten Wahl.
    Wie lange bleiben die Jugendproteste noch gewaltlos? Könnten sich die Heranwachsenden bei Gewaltakten nicht auf Notwehr berufen? Schließlich geht es um ihre Gesundheit und ihr Leben.

  18. Ralf Rath sagt:

    Man kann sich das Soziale auch als ein von Raum und Zeit unabhängiges Kontinuum vorstellen; mit einer unnachgiebigen Theorie am einen Ende und hartgesottenen Praktikern am anderen. Adorno gibt angesichts dessen ohnehin schon längst den Hinweis: „Nur wenn die Extreme sich finden, wird die Menschheit überleben“. Den Findungsprozess zu stören, könnte insofern kein größerer Frevel sein. Der Beitrag, den ausnahmslos jeder Mensch zu leisten vermag, besteht also darin, noch heute darauf zu verzichten, die notwendige Annäherung zwischen den beiden Enden unmöglich zu machen. Sonst bleibt auch zugleich eine Bewältigung des Klimawandels ausgeschlossen, falls die Wege dazwischen weiterhin von einer Machtstruktur Dritter blockiert sein sollten. Selbst das verständlichste Argument oder die eleganteste Formulierung und eine noch so gediegene Sprache verlieren sich dann im Nichts.

  19. G.Krause sagt:

    Unsere Rentner die uns regieren haben mit dem Klimawandel nichts am Hut. Sie sind zu alt um sich noch Gedanken zu machen und dann haben sie noch den §1 und der lautet: Das haben wir immer so gemacht. §2 lautet: Da kann ja jeder kommen. Außerdem müssen sie erst die Industrie (Berater) fragen ob sie das dürfen, wegen des Schmiergelds. Entschuldigung ich meinte natürlich Parteispenden. Und wer soll das bezahlen? Wenn unsere Küstenstädte unter Wasser sind und die Äcker vertrocknet wird es richtig teuer. Kostenlos wäre es gewesen wenn man endlich Tempo 130 auf deutschen Autobahnen einführen würde, aber die Autoindustrie wäre
    sicher dagegen und da fragt man sich wer uns regiert. Wenn es zu spät ist wird man merken, dass man Geld nicht essen kann. Den Fridays for Future wünsche ich weiterhin Kraft und Ausdauer, denn sie kämpfen für unser Überleben.
    Von mir bekommen sie jedenfalls volle Unterstützung auch mit Geld, denn sie müssen gegen das große Kapital kämpfen.

  20. Hallo Helge Nyncke,
    sie kommen der Problematik ziemlich nahe. Der Mensch leidet an seiner Programmierung. Das Programm, das uns per Evolution bis hier getragen hat, uns zu all unseren Errungenschaften gebracht hat, unserem Verständnis der großen physikalischen Zusammenhänge und dem ganzen Rest, dem Darwinismus, der Quantentheorie, der Relativitätstheorie und was noch allem, dieses wirklich grandiose Programm, hat auch dazu geführt, das wir uns selbst abschaffen werden, wenn wir nicht ganz schnell die Kurve kriegen.Es ist ein ganz schlichter, kleiner Mangel, unser Antrieb, das was uns leben lässt.Bis in die Neuzeit mussten wir das nicht hinterfragen,wir konnten als Menschen machen, was wir wollten, wir hatten keine Möglichkeit, uns abzuschaffen. Da gab es zwar Kriege, Seuchen, Hunger, Naturkatastrophen, aber die Spezies Mensch, wurde locker damit fertig.Was in der Evolution nicht entwickelt wurde, war das Verständnis für den eigenen Antrieb, das leben wollen , wie auch das ewige besser, schneller, weiter, reicher und was auch immer,das wir uns bis dato leisten konnten. Mit den heutigen Möglichkeiten nicht mehr. Obwohl wir sooo schlau sind hätte es uns eigentlich auffallen müssen, wir hätten merken müssen, dass wir uns mit all unserer Schlauheit unser eigenes Grab schaufeln. Es ist ein Fehler im System, einige wenige Menschen haben das auch schon früher bemerkt,Diogenes in seiner Tonne war einer von ihnen, ein besitzloser Mensch, der in einer Tonne hauste und der als man ihm die Erfüllung eines Wunsches anbot sagte: Geh mir aus der Sonne.
    Um nicht gleich allen Lebensmut zu verlieren, denn dafür ist der Antrieb ja eigentlich da, würde es reichen diesen Fehler im Programm zu erkennen, dass es eben völlig ausreicht nicht der schnellste, reichste, wichtigste Mensch zu sein, sondern so ein mäßiges Mittelmaß völlig ausreicht.Ein weiteres Problem ist,dass der Mensch zwar meint, er würde unentwegt denken, bewusst denken, nur stimmt das nur sehr bedingt. ES denkt in uns, immer, Tag und Nacht, ein automatisches System, es stammt aus unserer frühen Zeit, der Höhlenzeit und teils sicher noch früherer Zeit. Diese Programm gilt es zu befriedigen . Man merkt nichts von der Existenz dieses Programms, aber es ist da. Man kommt in Konflikt damit, wenn man die Folgen seines geplanten Tuns hinterfragt und plötzlich merkt, dass dieses Tun schlimme Folgen hätte, aber man will es doch so sehr, also ohne geht nicht und schon hat das archaische Programm gewonnen. Das beschreibt in etwa die heutige Situation. Originalton Altmayer : Wir müssen unseren Wohlstand erhalten, dazu müssen wir ….
    Was glauben sie, wieviel Menschen werden akzeptieren, dass sie einfach nicht richtig denken und ihr Antrieb deswegen ihr Untergang ist ?

  21. Einen wesentlichen Faktor vermisse ich bei der Diskussion um die Maßnahmen des Klimakabinetts(Klimakabaretts?)Es geht doch gar nicht darum, was sozial verträglich oder machbar ist, es geht darum, dass es gemacht werden muss, um das Klima zu retten. Die Menschheit hat keine Wahl, es geht um friss Vogel oder stirb, so einfach, das wird immer wieder vergessen. Alles, was diesen Sachverhalt außer Acht lässt, ist unzureichend. Warum begreift das denn keiner?

  22. hans sagt:

    Bronski hat am 22.09. einen Link eingestellt der den Weg weißt.Dem muss man gar nichts hinzuzufügen. Die Rahmenbedingungen müssen geändert werden vorher kann der Einzelne gar nicht viel machen. Ich habe mir auch vor 2 Jahren neue Fenster gekauft und eine thermische Solar Anlage auf dem Dach. Das nutzt alles nicht viel. Die Energiewende und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen sind die Lösung.

  23. hans sagt:

    In den Beiträgen hier kann man auch wieder den Unterton, was nutzt eine Energiewende in D. wenn der Rest der Welt nicht mit macht. Sorry das ist völlig falsch und Argument von gestern. Dieses Jahr werden auf der Welt ca 150 GW PV zugebaut und in D. ca 3GW.Das sind gerade mal 2 %

  24. Jürgen Malyssek sagt:

    Hallo Herr Winter,

    dass wir es schaffen können, unsere eigene „Programmierung“ bzw. die Fehler im Progamm zu erkennen, da glaube ich beim besten Willen nicht dran. Ich denke schon, dass wir unser eigenes Grab schaufeln, und mit der digitalen Technologie inklusive machen wir das spielend.
    Der Restfunken Hoffnung könnte noch bei der Generation Greta Thunberg liegen.
    Ansonsten, wenn ich Sie korrekt verstanden habe, dann unterstreiche ich Ihre Gedankengänge.
    Ach, Altmayer! Ach, der!

  25. Harald Lange sagt:

    Die Erwärmung unserer Erd-Oberfläche bedroht das Leben auf ihr. Es ist nötig und richtig, die Vermehrung der CO2-Konzentration zu verringern. Die zu begrüßenden weltweiten Demonstrationen dafür müssen nun in die richtigen Maßnahmen führen. Vergessen wir aber nicht, dass unser Leben leider durch andere Vorgänge sehr viel akuter bedroht ist. Dazu zählen militärische Konfliktlösungen, die Verbreitung von Kernwaffen und die Atomenergie. Sie sind die Folgen eines ungebändigten kapitalistischen Wirtschaftssystems, dessen Konkurrenz in der Warenproduktion letztlich nur auf die Vermehrung von Geld der Kapitaleigner abzielt. Hier gilt es, damit der Kapitalismus sich nicht in grausamer Weise selbst mit uns allen abschafft, behutsam anzusetzen.
    So jedenfalls verstehe ich die Aufgabe unserer demokratisch gewählten Institutionen, beispielsweise durch stärkere Kontrolle über das ‚Geldverdienen mit Geld‘, über die Erhöhung der Einkommensteuer auf 75 % ab dem ersten Euro jenseits von 240.000 € Einkommen im Jahr und anderes mehr, all die Maßnahmen zu finanzieren, die Thomas Gebauer in der Frankfurter Rundschau vom 23.9.2019 unter „Es geht doch auch anders“ beschrieb. Dazu könnten auch gehören die GPS Kontrolle über Rüstungs- und Munitionstransporte und die Einführung eines sozialen Pflichtjahres in sozialen Einrichtungen.
    Trotz aller dringend nötigen Maßnahmen gegen die Erdoberflächenerwärmung wird sich die Abkühlung unseres Planeten nicht aufhalten lassen. Wenn in vielen Millionen Jahren das Licht der Sonne erlischt, geht das Leben auf der Erde zu Ende. Nur sind wir heute schon in der Lage, dieses Datum in unsere Gegenwart zu verlegen. Wäre es nicht wünschenswert, diese lebenserhaltenden Maßnahmen wie jene für den Klimawandel mit eben demselben Schwung der gesamten Menschheit zu vertreten?

  26. Günter Dillenburger sagt:

    Ich muss heute leider sehr kritisch mit Ihrer Berichterstattung umgehen. Ich finde es leicht unverschämt, zwei Tage nur das wichtige Thema „Klima“ als aktuelle Berichterstattung zu drucken. Dies wäre sicherlich auch als eine separate Ausgabe mit den schönen Bildern möglich gewesen. So vermisse ich viele aktuelle Tagesthemen in der Zeitung. Zumal die Regierungsentscheidung zur Lösung der Klimafrage sehr dürftig und halbherzig ausgefallen ist, die den gesetzten Zielen niemals gerecht wird,

  27. Wilfried Rombach sagt:

    Schön, dass Sie „FR-Leserinnen und Leser zeigen Gesicht“ in der Samstagsausgabe bringen. Ich habe noch einen Vorschlag: Statt dauernder „Lippenbekenntnisse“ bringen Sie doch mal Porträts von Menschen, die schon seit Jahrzehnten viel für den Umweltschutz tun. Ich z.B. habe mit meiner Familie schon vor 20 Jahren ein Passivhaus gebaut mit Regenwasserspeicher für Toilette und Garten, PV _Anlage, Solarthermie, Gartenteich! Wir fahren überwiegend mit dem Fahrrad, sind Vegetarier (seit über 30 Jahren). Also: Wir sind keine Schwätzer, sonder tun was. Das soll kein Selbstlob sein, für uns ist das selbstverständlich. Bitte rufen Sie in der FR dazu auf, dass sich Menschen melden, die aktiv etwas für die Umwelt tun. Mit freundlichen Grüßen von der Schwäbischen Alb.

  28. Dieter Murmann sagt:

    Was für ein Wochenende! 1,4 Millionen Bundesbürger sind dem Aufruf von Fridays for Future gefolgt, und haben für den Klimaschutz und einen Systemwechsel gestreikt. Die Schüler haben, obwohl das Kultusministerium ihnen Steine in den Weg gelegt hat (die Angst der Politiker vor kritischen Schülern ist wohl riesengroß), eine machtvolle Demonstration auf die Beine gestellt. Gleichzeitig hat unsere Regierung wieder einmal bewiesen, dass sie unfähig ist, das Thema der Wichtigkeit angemessen zu bearbeiten. Mit noch nicht einmal halbherzigen Entscheidungen (nach Frau Merkel mit „Pille Palle“), die nach Aussage der Experten keinesfalls ausreichen, die vereinbarten Klimaziele von Paris zu erreichen, ist die Regierung vor das protestierende Volk getreten. Wäre die Lage nicht so ernst, könnte man über den Eiertanz der Regierenden eigentlich nur lachen. Unsere Klimakanzlerin, Frau Dr. Merkel, die seit 2005 im Amt ist, hat wider besseres Wissen nun seit fast 14 Jahren nichts gegen den Klimawandel unternommen. Sie ließ und lässt zu, dass unsere Verkehrsminister (das who ist who der Versager; Ramsauer, Schmidt, Dobrindt, Scheuer) alles unternehmen, um eine notwendige, CO2-reduzierende Verkehrswende zu verhindern. Sie persönlich pampert die, die Zeichen der Zeit verpennenden Auto- und Energiekonzerne, und vermeidet es, die Bevölkerung über die Notwendigkeit von gravierenden Veränderungen zu informieren. Eine Regierung, die immer nur von Wachstum und Wohlstand spricht, die negativen Folgen unserer Lebensweise aber nicht erwähnt, muss sich nicht wundern, dass plötzlich aufgestellte Forderungen nach einer Änderung der auf überbordenden Konsum basierenden Lebensweise auf wenig Verständnis stossen. Dies gilt umso mehr, je weiter die Einkommens- und Vermögensschere auseinanderklafft. Die Groko hätte, ohne sich gegenseitig die Wähler abzujagen, viele Jahre Gelegenheit gehabt, die Bevölkerung über unbequeme, aber notwendige Maßnahmen zu informieren. Die Bürger sind intelligenter und oft besser informiert, als die „Spezialisten“ aus der Politik ihnen unterstellen. Sie hätten sich einer zielführenden Diskussion der Probleme sicherlich nicht entzogen. Vernünftige Argumente, zumal sie von der Wissenschaft mit Fakten unterlegt sind, fallen bei der Bevölkerung wohl eher auf fruchtbaren Boden, als bei unseren Politikern. Das Ergebnis dieses Wochendes ist: Die Bewegung muss noch weiter wachsen und wir brauchen wohl noch viele solcher Wochenenden!

  29. Werner Leucht sagt:

    Zunächst ist es einmal gut und begrüßenswert, dass die Regierung nun etwas gegen den Klimawandel unternehmen will. Ich warne jedoch davor auf die Regulierung durch den Markt zu setzen, hauptsächlich wenn man die Parameter falsch setzt. Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hat wohl recht, wenn er sagt: „Wir wissen, dass ein Preis unter vierzig, fünfzig Euro nichts ändert. In der Schweiz haben sie einen Tonnen-Preis von 80 Euro! Und die Bundesregierung will mit 10 Euro einsteigen.“ Wäre ich ein Lehrer, müsste ich die Note mangelhaft vergeben. Bleibt zu hoffen das die Vorhaben deutlich nachgebessert werden.

  30. Helga Tempel sagt:

    Für die beiden Sonderausgaben der FR zum Klima-Streik möchte ich mich bedanken. Ich habe sie mit großem Interesse gelesen – Seite um Seite – und die vielen Portraitfotos bewundert.
    Ich bin verstört, ja, zornig angesichts des Klima-„Päckchens“ der Bundesregierung, das nur Mini-Schritte vorsieht. Ich habe den Eindruck, dass das gesellschaftliche Bewußtsein dem unserer Regierung weit voraus ist – und dass wir Bürger und Bürgerinnen zu weit mehr Verzicht bereit wären, besonders wenn denn auch die großen Klimasünder sich zu entscheidenden Einschnitten entschließen könnten.
    Besonders vermisse ich konstruktive Vorschläge und einen entsprechenden Haushaltsansatz zur Aufforstung nicht nur in Europa, um den Verlust an Wäldern weltweit auszugleichen. Hier würde ich mir ein Angebot für junge Menschen wünschen, das Baumpflanzungen mit anderen, jugendgemäßen Aktivitäten verbindet. Protestcamps – so wichtig diese sind – könnten mit Aufforstungsarbeiten verbunden werden. Verbote, z.B. im Bereich des Verkehrs, sollten Hand in Hand gehen mit aufbauenden Maßnahmen.
    Vielleicht bringt die FR dazu einmal einen Beitrag, vielleicht unter dem Motto „Konstruktiv statt restriktiv“.

  31. Helmut Deckert sagt:

    Beim genauen Lesen der FR-Mammut-Ausgabe vom Samstag zu den Demonstrationen zum Klimawandel fallen einem doch ein paar Fragen am Rande ein. So dekorativ und öffentlichkeitswirksam Ministerin Svenja Schulze auch sein mag: Fährt sie wirklich täglich per Rad zum Dienst? Wie hoch ist in ihrem Hause der Etat an innerdeutschen Flügen? Wie klimabewusst ist es in ihrem Ministerium, was Dämmung. Heizung und Energie betrifft?
    Auch wenn Amazon sich zwecks Imagepflege am Klimaschutz beteiligen will, so hofft man doch, dass Amazon nicht „elektrisiert“ (laut FR-Titel), sondern „elektrifiziert“.
    Wenn ich auf einem Pappplakat dann „Fahrrad = Freiheit“ lese, habe ich doch so meine intellektuellen Zweifel, ob man Klimaschutz auf eine solch einfache Formel bringen kann. Jedenfalls werden z.B. Millionen Chinesen – Weltmeister im Fahrradfahren – das, zumindest in Haft, anders sehen.
    So bleibt zu wünschen, dass wir wieder Argumente austauschen, statt Feindbilder zu pflegen. Nicht jeder, der beim Wort „Klimawandel“ nicht sofort euphorisch zustimmt, ist ein Vollidiot.

  32. Gerhard Schäfer sagt:

    Das hessenweite Seniorenticket kommt! Ab dem 1. Januar 2020 können Senioren durch ganz Hessen fahren – und das für einen Euro am Tag. 365 Euro im Jahr kostet das hessenweite Seniorenticket. Menschen ab dem 65. Lebensjahr können damit im ganzen Land (u.a. auch einschließlich Mainz) Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge nutzen. Dies haben der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Nordhessischer Verkehrsverbund (NVV) und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) beschlossen. Gültig ist die Seniorenkarte am Wochenende und an Feiertagen ganztägig, an Werktagen hingegen erst ab neun Uhr.
    Von dem Angebot sollten möglichst viele Hessinnen und Hessen Gebrauch machen. Denn wenn deutlich mehr Menschen als bisher eine Jahreskarte erwerben, fließt zusätzliches Geld an die Verkehrsverbünde. Natürlich werden viele Senioren den Nahverkehr öfter als bisher benutzen. Dennoch ist zu wünschen, dass die Nahverkehrsverbände durch diese Initiative profitieren. Überschüsse wiederum könnten sie für Investitionen und Verbesserungen im Angebot nutzen. Damit besteht erstmals die Möglichkeit, mit privaten Mitteln und persönlichem Engagement einen ganz konkreten Beitrag zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs zu leisten. Das ist ein kleiner persönlicher Beitrag zum Klimaschutz und diesen sollten wir den nächsten Generationen schuldig sein.

  33. Hallo Herr Malyssek.
    es tut mir leid wenn mein Kommentar etwas schwer verständlich war, aber man will ja auch keine Romane schreiben. Der Unterschied zwischen früher und heute ist, dass der Mensch früher machen konnte was er wollte, er brachte im schlimmsten Fall nur eine begrenzte Zahl Leute um. In der heutigen Zeit besteht die Gefahr, dass sich die ganze Menschheit umbringt. Nun kann man durchaus der Meinung sein, dass die Spezies es nicht besser verdient hat, aber müssen wir denn 80 – 90 Prozent des Lebens, wenn nicht alles, gleich mitnehmen ?Das Problem scheint zu sein, dass wir unseren Antrieb nicht im Griff haben. Wir laufen mit einem Steinzeithirn durch die Gegend, aber merken es nicht. Wir glauben, weil wir tausend Dinge erkannt und erfunden haben, dass wir einfach die Größten sind. Das nächste Problem ist, dass unser Antrieb mit seinem schneller, höher, weiter und besser als alle anderen uns daran hindert, die Folgen unseres Tuns zu bemerken. Folglich konnten wir nicht bemerken, dass die Verbrennung von fossilen Stoffen zur Katastrophe wird. Selbst als wir es bemerkten, taten die Täter alles, um dieses Wissen unter der Decke zu halten, und zwar so erfolgreich, dass Millionen Menschen immer noch glauben, dass es kein Klimaproblem gibt. Selbst unsere Regierung scheint dies zu glauben, denn man tut alles um die fossilen Täter zu schützen. Vielleicht meint man auch, das Volk sei zu dumm, um die Wahrheit zu verstehen, es ist schwer in die Köpfe der Regierenden hinein zu sehen. In manchen findet man auch nichts, vermutlich.
    Bronski hat am Anfang dieses Themas seins Camping Reise beschrieben und die rhetorische Frage gestellt, hätte ich eigentlich nicht machen sollen, oder ?Steinzeithirn sah zwar das Problem, blieb aber in seinen Grenzen und erfand einige Hilfsmittel um aus dem Dilemma rauszukommen Das tun wir alle, meist ist das auch kein Problem, nur wenn alle immer das machen geht es schief. Die meisten Menschen stellen nur diese Überlegungen gar nicht erst an, weil sie die Folgen ihres Tuns nicht bedenken können oder wollen. Wenn einer so viel Geld hat, dass er es gar nicht mehr ausgeben kann, warum will dieser Mensch noch reicher werden? Will er aber. Da hat unser Programm eben einen blinden Fleck, der Antrieb lässt sich nicht abstellen, wie eine hängengebliebene Schallplatte.

  34. Jürgen Malyssek sagt:

    Hallo Herr Winter,
    Nun war Ihr Kommentar nicht so schwer verständlich; ich hatte nur so einen Funken Unsicherheit. Das wollte ich ausdrücken.
    Ansonsten kann ich Ihrer Skepsis gut folgen, auch wenn ich nicht so weit wie bis in die Steinzeit-Programmierung gehen würde. Aber da sind Sie der „Experte“.
    Mir reichen schon die Erscheinungen der Moderne, um Zweifel an der Weitsicht menschlichen Tuns zu hegen. Und ich habe das Gefühl, es wird mit den unendlichen Weiterentwicklungen (Stichwort: Technologie) immer deutlicher. Die Folgen unseres Tuns sind verbaut durch diesen nicht tot zu kriegenden (linearen) Fortschrittsglauben und die Zunahme der globalen Machtinstrumentarien.
    Wenn Sie von dem blinden Fleck in unserem Programm, dem nicht abzustellenden ANTRIEB, sprechen, dann muss man aber auch die Systemfrage stellen. Diese Übermacht des Marktes mit seinen Mechanismen und Ablenkungsmanövern, die sich wiederum längst in die inneren Strukturen der Menschen verpflanzt hat: Immer mehr von demselben!
    Es ist erstaunlich, zumindest für mich fast überraschend, dass etwa „Fridays for Future“ und diese tauffrische Generation etwas an die Oberfläche bringt, was verloren schien: Die Natur und das menschliche Leben. Und das nicht in irgendeiner pseudoreligiösen, esoterischen Variante. Nein, echt!
    Aber: Was werden die Alten machen?

  35. Bertram Münzer sagt:

    Wenn denn die Klimafrage eine Menschheitsfrage ist, muss doch eine Maßnahme schon feststehen. Alle Entscheidungen, die – wo auch immer in der Gesellschaft oder der Wirtschaft gefällt werden – sind nur dann akzeptabel, wenn sie das Klima nicht weiter, besser nur wenig oder gar nicht belasten. Das wendet Schaden von der Welt und von unserem Land ab. Und diesen Eid haben die Regierenden doch abgelegt. Tun sie es? Nein. Sie machen „Weiter So“. Aktuell – das taufrische Klimapaket der GroKo unterstreicht das ja – werden alle Maßnahmen auf ihre Wirtschaftsverträglichkeit hin überprüft. Und auch der Generalsekretär der CDU äußerte sich ja in diese Richtung. Das ist die alte Sicht. Aber es wird Zeit für eine neue Sicht der Dinge bis hin zur Diskussion der Systemfrage. Ist eine Kultur, die sich dem immer Höher, Weiter und Schneller ausgeliefert hat, unter dieser Prämisse noch zukunftsfähig? Ich bezweifle dass. Man solle nicht ideologisch werden. Ja, was denn sonst in dieser Lage. Ein „Weiter So“ – vielleicht mit ein wenig gebremstem Schmutz – mag für das Leben der jetzt älteren Generation reichen. Für die nächsten Generationen muss mehr passieren, viel mehr. Und ist das nicht ein gewaltiger Innovationsaufruf, dem sich die besten Köpfe und fähigsten Wirtschaftsführer mit Begeisterung anschließen müssten? Ein wirklich veränderndes Konzept zu schaffen und nicht eine Sammlung von Maßnahmen, oft halbherzigen noch dazu, aufzuschreiben. Es hat nicht mal dazu gereicht, das Tempo auf deutschen Autobahnen auf 130 km/h pro Stunde zu begrenzen. Und kaum war das Paket beschlossen, sitzen Frau Kanzlerin und die Verteidigungsministerin in zwei Flugzeugen mit gleichem Ziel. New York und dann Washington. Ganz ehrlich – von solchen Vorbildern würde ich mir meinen Inlandsflug von Köln nach Hamburg auch nicht verbieten lassen. Ich habe keine wirkliche Hoffnung mehr für „Mutter Erde“. In Ostwestfalen, wo ich lebe, sind die Felder braun verbrannt, die Bäche vertrocknet, die Flüsse (Lippe und Ems) führen Niedrigwasser. Viele Bäume werden diesen Sommer nicht überleben. Auch Hecken leiden. Das zweite Jahre geht es jetzt so. Und wir machen weiter. Verbote, Verzicht – unmöglich. Wo bleibt denn da die Freiheit? Sie wird spätestens dann „sterben“ wenn die Luft zum Atmen nicht mehr für alle reichen wird. Das ist noch lange hin, denke ich. Aber es kann passieren. Und sagen wir nicht, wir hätten’s nicht gewusst.
    Bis hierher war es einfach, weil generalisierend. Aber was tue ich? Ich schreibe hier im Blog. Ich fahre 130 km/h maximal auf der Autobahn. In einem Medium-SUV, der so um die 6 Liter Diesel verbraucht. Und 1 Liter Ad Blue auf 1000 Kilometer. Und an mir vorbei rauschen die schweren Kombis und Limousinen aus Ingolstadt und Stuttgart und Wolfsburg … Und natürlich auch die schicken Sportwagen aus dem Württembergischen. Über die reden wir im Moment nicht. Jetzt stehen die SUV im Fokus. Ich fliege selten. In Deutschland gar nicht mehr. Die ICEs sind für Rentner ganz OK. Und auch das Auto. In Europa fliege ich ab und an. Fernreisen sind gestrichen. Und – ganz ehrlich – ich vermisse sie auch nicht. In der globalisierten Welt ist vieles eh globalisiert und bietet dann nichts wirklich Neues. Ich kaufe regional und BIO. Fahre mit dem E-Bike in die InnenStadt und zum Bio-Hof. Zugegeben (und um dem Klischee zu genügen) – manchmal auch mit dem SUV. Das war es dann aber auch. Wirklich kleine Schritte. Aber beginnt nicht auch so ein langer Weg?

  36. Hans Günter Thorwarth sagt:

    Dass sich die FR am Freitag, den 20.9. am allgemeinen „Klimastreik“ beteiligte, die FR von „Klima-Aktivist*innen gekapert“ wurde und ich auf den Großteil der Nachrichten verzichten musste – o.k. – Ich gönne den Redakteur*innen die freie Zeit.
    Auch dass die komplette Wochenendausgabe nur einem Thema gewidmet wurde hat mich nur ein ganz kleines bisschen geärgert.
    Aber was um alles in der Welt soll ich mit den teilweise ganzseitigen Porträts fremder Menschen anfangen, die eine Meinung vertreten? Einrahmen? An die Wand hängen? Wegwerfen? Auch eine Möglichkeit wertvolle Ressourcen zu verschwenden.

  37. Wolfgang Fladung sagt:

    3 Beiträge weisen für mich in die richtige Richtung, die vom 23.9. von Saral Sarkar, Thomas Metzger und Helge Nyncke. Nur reicht es für mich nicht, höchstens für das private und auch gesellschaftlich adäquate gute Gewissen, sich in seinem ökologischen Fußabdruck zu beschränken. Weil nämlich alle wunderbaren Vorschläge ein primäres Problem übersehen, das des Bevölkerungswachstums. Wie der SPIEGEL in seiner dieswöchentlichen Ausgabe richtig schreibt, hat sich die Erdbevölkerung seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts verdreifacht, von 2,5 Milliarden auf ca. 7,5 Milliarden. Rechnen wir mal hoch um weitere 70 Jahre, dann kommen wir auf rund 22 Milliarden. Wo soll für diese Anzahl Erdbewohner denn all das notwendige Essen, Wasser, der Wohnraum, die Arbeitsplätze usw. usf. herkommen?

    Da helfen auch all die wunderbaren technischen Lösungen nicht, und das Verzichten. Wenn der Porsche-Fahrer durch die frisch angepflanzten Bäumchen prescht, und der Indio nach den Rindern auf den Grasflächen, auf denen früher Regenwald stand, nach den Rindern schaut – hilft das Bewußtsein, das dies eine Öko-Sünde ist, noch weiter? Wenn der Pauschaltourist jetzt vom Flieger auf das Kreuzfahrtschiff umsteigt, und sein Kreuz bei der nächsten Wahl bei den Grünen macht – alles Paletti?

    Auch eine AfD, die dann in 20 Jahren mit anderen rechten Parteien Europa zur Festung ausgebaut hat und Arbeitsplätze schafft, indem an den Grenzen mit MGs auf Millionen von Elendsflüchtlingen aus Afrika und anderwso geschossen wird – no problem? Zahlen wir bald Prämien für Migranten, damit sie sich sterilisieren lassen (weil sie ihren Schniedel nicht in der Hose halten können)? Dass das 1.Kind, ein Wunsch“Junge“ ja eine wunderbare Stelle in Europa erhalten wird und dann die ganze Familie nachholt, kann nur jemand erträumen, der die Verhältnisse nicht kennt.

    Wir werden Kriege um Ressourcen erleben, deren Gewalt wir uns heute noch nicht vorstellen können.

    Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Und für die Optimisten: vielleicht Heim-Arbeitsplätze anstatt Pendler-Verkehr, mit 3D-Druckern mit Recyling-Möglichkeit am Arbeitsplatz, also: aus Alt mach Neu? Spart sicher jede Menge CO2.

  38. Rasmus Ph. Helt sagt:

    Die Bundesregierung tut sich keinen Gefallen damit, wenn sie der Öffentlichkeit beim Klimaschutz im sprichwörtlichen Sinne einen Bären aufbinden möchte. Zum einem bleibt der vorgestellte Maßnahmenkatalog nur ein kleiner Wurf, bei dem die Politik sehr ähnlich wie bei der Digitalisierung nur das Nötigste tut, was man schon daran sieht, im Gegenzug für die Anhebung des Benzinpreises vollkommen kontraproduktiv die Pendlerpauschale zu erhöhen. Zum anderen fehlen ebenfalls echte Visionen wie insbesondere von Vize-Kanzler und Finanzminister Olaf Scholz, der zum Beispiel mit einem Beitrag aus dem Bundeshaushalt die Städte dabei unterstützen könnte, wie etwa nach dem Wiener Vorbild ein „365 Euro Jahresticket“ in ihrem öffentlichen Nahverkehr einzuführen, damit mehr Menschen zumindest für unnötige Fahrten ihr Auto stehen lassen und somit in der Summe nicht unerheblich CO2 einsparen. Deshalb wäre es am Ende in jedem Fall ehrlicher gewesen, zu sagen, dass die Nachhaltigkeit als solche nur ein Randthema für die große Koalition ist, wobei sich zusätzlich vor allem die SPD die Frage gefallen lassen muss, wie sie auf einer derartigen Basis jemals wieder bei der jüngeren Generation verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und nicht weiter ihre eigene Zukunft verspielen will!

  39. Sarah Holze sagt:

    Hallo FR-Team, Vielen Dank für die tolle Ausgabe zum 20.9. Die FFF-Kids haben eine tolle Arbeit gemacht und Ihr habt sie offenbar ganz klasse unterstützt. Daumen hoch für diesen Schritt.

  40. Gerhard Bruckmann sagt:

    Die Politik muss sich endlich ernsthaft dem Klimaschutz zuwenden. Und das alle gesellschaftlichen Akteure in diesem unausweichlichen Vorhaben eine Rolle einnehmen werden müssen und viele dies auch wollen, hat die FR mit ihrer Ausgabe vom 20.9.2019 beeindruckend gezeigt. Auch die betreffenden Beiträge im Leserforum sind durchweg engagiert und interessant. Dennoch scheint mir es an einer Klarheit über die Voraussetzungen zu fehlen. Für mich müsste der Klimaschutz mit der Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommens in angemessener Höhe beginnen. Es geht dabei um eine Zusicherung denjenigen gegenüber, die heute schon in prekären Verhältnissen leben bzw. von einem Leben in diesen bedroht sind. Diese Maßnahmen würde im Ansatz verhindern, dass der Klimaschutz nicht hauptsächlich zu ihren Lasten gehen wird. Zudem wäre dies der erste und sorgfältig bedachte Schritt zu einer Umverteilung, ohne die ein so mächtiger Umbau der Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist. Sind doch schon die bestehenden Verhältnisse durch die ungerechte Verteilung mehr als gefährdet. Gelingt das nicht, werden wir die Neuauflage des politischen Slogans „Freiheit oder Sozialismus“ in der Fassung „Freiheit oder Umweltschutz“ dauerhaft vorgetragen bekommen und uns in dieser vollkommen sinnlosen Alternative aufreiben. Wir sollten uns daher vor Augen führen, was uns diese Freiheit brachte. Heute sind wir nahezu alle dem Markt unterworfen, den der neoliberal entfesselte Kapitalismus geopolitisch aber auch mit Blick auf unsere sozialen Beziehungen bis in die feinsten Verästlungen dominant werden ließ, ohne der Menschheit nachhaltig eine lebenswerte Zukunft zu eröffnen. Auch das zeigt die Klimakrise. Einer mit dieser Art von Freiheit bedachten Menschheit liegt diese wie Blei auf den Schultern. So wagen wir uns an keine wirklich große Aufgabe. Daher sollten wir über Freiheit UND Klimaschutz reden und unsere Politik daran ausrichten. Ob wir dafür tatsächlich die unverhältnismäßig große Macht benötigen, die einigen Wenigen durch die gegenwärtige Art des Wirtschaftens zufällt, bezweifele ich.

  41. Claus Reis sagt:

    Es kam wie es kommen musste: Es kreißte der Berg und gebar eine Maus. Das sogenannte Klimapaket wird die Probleme nicht wirklich lösen. Wieder einmal wird der Subventionsbahnhof vergrößert. Hier Steuererhöhungen, dort Subventionen. Es lebe die Bürokratie. Auch die fortschreitende Bodenversieglung, also die Ausweisung von Gewerbegebieten mit teils amerikanischen Ausmaßen, die endlose Ausweitung der Wohnbebauung und die Teerorgien des Straßenbaus, werden ungebremst weiter gehen. Irgendwann fehlt uns auch noch die Luft zum Atmen. Und nicht zuletzt wird es auch wieder die sozial Schwächeren treffen. Da bleibt dann als Alternative nur der exzessive Ausstoß von CO2, damit es weiter wärmer wird und weniger Geld für die Heizung aufgewendet werden muss. Gemäß dem Motto „Kompressor statt Katalysator“. Von der unsinnigen 10H – Regelung, der Windenergiebremse Nummer 1, sei hier erst gar nicht die Rede. Fazit: Deutschland hat sich national und international völlig verfahren. Mehr war und ist von Kanzlerin Merkel und ihren Helfern aber auch nicht zu erwarten. Und das wird wohl bis mindestens 2021 so weiter gehen.

  42. Hartmut Willibald Rencker sagt:

    Ein Berg hat gekreißt und eine Maus geboren. Mehr war auch nicht zu erwarten. Was hier gebastelt wurde, ist eine Unterwerfung unter die Interessen der alleine am Profit interessierten Lobby. Im Ergebnis ist ein Konjunkturförderungsprogramm herausgekommen nach dem Motto „Wachsen bis zum Platzen“. Denn nichts soll wirksam ausgebremst sondern durch Anreize soll Umsatz generiert werden. Alles was gefördert werden soll, ist zuerst einmal mit zusätzlichem Energieverbrauch verbunden, der sich erst amortisiert, wenn es zu spät ist. Und die Mobilität darf schon gar nicht angetastet werden. Auch bei zaghafter Erhöhung der kleinen Flugverkehrssteuer um weniger als 8 Euro bei innerdeutschen Flügen bleibt Fliegen immer noch billiger als Bahn fahren. Natürlich kann Deutschland alleine die Welt nicht retten, aber Europa, das seine Wertschöpfung fast komplett ausgelagert hat, könnte durch mutige Umstrukturierung zum Vorreiter werden und an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnen.

  43. Vinko Dundovic sagt:

    Gestatten Sie bitte den Hinweis …. es ist bereits nach 12! Jeder hat es gemerkt … es wird wärmer… Hitzerekord Anfang August – Hurra, jetzt sind auch wir ein 40°-Land – sehr gut gefüllte Freibäder und Badeseen – und diejenigen jenseits der 40 …. Erinnerungen an die Sommer der Jugend….?! Hatten wir damals auch schon so viele Tage, an denen wir schwimmen gehen konnten? Ein Leben ist bei Weitem genug, um zu erkennen, dass sich da etwas geändert hat – nur jeder AFD-Anhänger akzeptiert noch, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt! Was die persönlichen Erinnerungen einem sagen, bestätigen die Statistiken: 17 der 18 Jahre seit 2000 waren wärmer als der Durchschnitt seit Beginn der Wetteraufzeichnung 1880! Ürigens – der mir subjektiv etwas kühlere Rest des August ist nur eine Täuschung lokaler Art – dieser August war weltweit der zweitwärmste August aller Zeiten! Und wir reden nicht mehr vom Erhalt des Status Quo – wir sprechen davon, dass es sich nicht mehr als 1,5°C erwärmen soll! Es ist also bereits passiert, es ist bereits nach 12 und unsere Aufgabe ist es diesen Trend zu stoppen, denn…. das Klima hat keinen Grund, dass es bei weiter steigenden CO2-Ausstoß die Erwärmung stoppt. Durch die vermehrten CO2-Moleküle in der Luft verhindern wir, dass die von der Erde reflektierten Sonnenstrahlen ohne zusätzliche Erwärmung der Luft einfach ins All verschwinden – und: es gibt gute Gründe, dass sich die Erwärmung noch beschleunigt, wenn die noch größeren Methan-Moleküle aus Permafrostböden Sibiriens und Kanadas sich den reflektierten Sonnenstrahlen in den Weg stellen werden! OK – so weit die Ausgangslage. Dann kommt das seit Monaten angekündigte Klimakabinett zusammen und verkündet die umgerechneten 3ct/Liter Benzin, die Reduzierung der MwSt auf Bahntickets und die Sache mit den Ölheizungen! Beim letzten Punkt haben sie doch noch 20% Verstand gezeigt – ansonsten 0 Mut und 80% ohne Verstand! Klimadividende wäre sehr nett gewesen… Wo bleibt das allgemeine Tempolimit auf Autobahnen? Wieso sollen Autos immer noch bei 200 km/h mindestens 20 Liter/100 km verbrauchen? Jede Differenz an der Tagesstelle zwischen morgens und abends ist größer als diese 3 ct! Die Reduzierung der Mwst wird zur nächsten Bahnpreiserhöhung zur Hälfte aufgefressen werden! Ein Exportstop von Plastikmüll wäre ein Indiz von Mut gewesen, aber…. Selbst die Laufzeitverlängerung von Atomreaktoren und dafür ein Abschalten der Braunkohlkraftwerke lange vor 2038 wäre ein Indiz für das Erkennen der notwendigen Umpriorisierungen gewesen …. selbst als Grüner müsste ich das als Brückentechnologie anerkennen! Stattdessen wird immer noch darauf hingewiesen, dass Deutschland nur für 2% der CO2-Emissionen verantwortlich ist. Wie schlimm das ist, so falsch ist es auch! Als wir in den 80′ und 90′ die Produktion nach China und anderswo verlagert haben, haben wir nicht nur den Arbeitsplatz exportiert, sondern auch die CO2-Erzeugung – die in China, Indien und Bangladesch entstehenden Produkte konsumieren wir aber hier – und damit gehören auch diese CO2-Moleküle zu uns! Mein lieber Herr Scheuer und Konsorten… so geht das nicht. Ihr spielt Poker und der Einsatz ist die Erde – so geht das nicht! Also – liebe und feine Mitgestalter der CDU und SPD im Kommunalbereich, im den Kreistagen, in Hessen… könnt ihr da nicht parteiintern den Kollegen des Klimakabinetts ein paar Sachen erklären? Fridays for Menschheit

  44. Rudolf Stein sagt:

    Vielen herzlichen Dank für ihre Seiten zu #MeinKlimaStreik in der Wochenendausgab. Die knappen deutlichen Sätze in Verbindung mit den tollen Fotos, die jede Person stark als Charakter zeigen, das ist markant, das überzeugt, das prägt sich ein.
    Hoffentlich lassen sich auch unsere zögerlichen Politiker von diesen Bildern und Aussagen beeindrucken, damit sie erkennen, dass die CO2-Reduktion nicht einfach eine Forderung ungeduldiger junger Leute, sondern ein zentrales Anliegen ist bei nachdenklichen Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. Die Reden müssen ein Ende finden und mutige Entscheidungen sind zu treffen und durchzusetzen. Denn Politiker sollen nicht das Mögliche tun, sondern das Nötige möglich machen.

  45. Hans Oette sagt:

    Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung nannte Luisa Neubauer von Fridays for Future mit Recht einen Skandal. Es gibt aber auch Kräfte in der GroKo, die verhindert haben, dass es noch schlimmer wurde. Doch sie stehen einer Übermacht von Lobbyismus gegenüber. Und auch der herrschenden Lehre der Wirtschaftswissenschaft. Sie sagt, die Wirtschaft sei wie ein empfindliches Uhrwerk, in das möglichst nicht eingegriffen werden sollte. Steuern sollen höchstens minimal und mit langer Vorlaufzeit erhoben werden. Daher soll der Preis für CO2- Emissionen erst 2021 kommen und da mit niedlichen zehn Euro pro Tonne CO2 starten. Klimaziele ade. Die Wirtschaft muss nach der herrschenden Lehre auch ständig wachsen. Denn entweder fänden die enormen Gewinne der Reichen immer wieder lukrative Anlagemöglichkeiten, oder der Geldkreislauf hätte ein Leck, das zur Wirtschaftskrise und zu Massenarbeitslosigkeit führt. Es gibt aber Auswege aus diesem Teufelskreis. Das zeige ich ich in meinem Buch ‚Im Licht der Geldströme‘.

  46. Wolfgang Fladung sagt:

    # (nicht nur) Herr Helt: nach den nächsten Wahlen werden wir Schwarz-Grün erleben, weil es anders, mit einer SPD bei 9 – 11%, nicht mehr reichen wird. Und dann werden wir, den sogenannten „Sachzwängen“ ausgeliefert, den Niedergang der Grünen beobachten. Und bei der übernächsten Wahl wird es dann heißen: Braun-Schwarz, mit Gauleiter, äh, Gauland als Kanzlerkandidat.

  47. Hallo Herr Fladung, das kann uns durchaus blühen, so grauslich diese Aussicht erscheint. Vorläufig haben wir aber ein anderes Problem. Unsere Regierung, die vollmundig behauptet, dass dieses Klimapaket uns retten wird. Seit Jahren ist diese Regierung zum Büttel der Kohle und Ölindustrie verkommen, nur das erklärt die Maßnahmen der Regierung. Das Klima scheint egal zu sein, denn wie war die Entwicklung ? Erst wurde die Solarindustrie nicht gefördert, um sie hier im Land zu halten. Dann wurde die Windkraft, als sie konkurrenzfähig wurde, mit allen Kräften gebremst, dann wurde die Kohle bis 2038 zementiert. Dann wurde das Stromauto als Zukunft auf den Schild gehoben, wohl wissend, dass viel zu wenig grüner Strom da sein wird, also der Kohlestrom verkauft werden kann .Das einzige, was jetzt geändert wurde, der Deckel bei der Solarentwicklung wurde gestoppt. Von Förderung oder Änderung der Bestimmungen hinsichtlich Windkraft, habe ich nichts gehört. Obgleich ich nichts gelesen habe darüber, hat man im Rahmen der Klimadebatte auch den Kohleausstieg durchgewinkt, einschließlich der 40 Milliarden Strukturhilfe. Das man damals in Freiberg/Sachsen eine funktionierende Solarindustrie hatte mit vielen Arbeitsplätzen, keine Rede davon, auch von den vielen verlorenen Arbeitsplätzen nicht, es wäre vernünftig gewesen und viel billiger, diese Arbeitsplätze zu erhalten ! Offensichtlich wollte man das nicht, es passte nicht ins Konzept. Damit ich richtig verstanden werde, dass die Arbeitsplätze in der Kohleindustrie vernünftig abgewickelt werden ist absolut ok, nur die Ungleichbehandlung und die Dummheit des Tuns regen mich auf. Diese Regierung will nicht das Klima schützen , sondern die Kohle und Ölindustrie, auf Kosten des Klimas. Dabei werden die jungen Leute, die ihr Herzblut drangeben schlicht belogen.Ich finde das alles zum Kotzen, wenn man dann noch die Akteure dazu hört, dass die sich nicht schämen, ich kann nicht glauben, dass sie dies guten Glaubens tun, aber warum dann?
    So, das musste ich einmal loswerden.

  48. hans sagt:

    Ich war jetzt 2 Wochen in Urlaub und habe deshalb vieles nicht mit bekommen was in der Zeit in D. passiert ist. Hier habe ich mal quer gelesen was die meisten die hier schreiben von dem Klimapaket der Regierung halten. Es ist so das man in der Schule Thema verfehlt setzten 5 sagen würde. Nur die Kommentare gehen hier auch am Thema vorbei. Man muss Energiesparen nicht so in den Vordergrund stellen wenn es nicht mehr das Problem ist. Ein Klimapaket müsste zwei Sachen regeln. Eine ökologische Steuerreform für die man nicht unbedingt einen CO 2 Preis braucht. Die Belastung von Gas Öl und Strom mit Steuern und Gebühren muss verändert werden. Was die Regierung dazu anbietet ist ein Witz. Das es bei solch einem Umbau auch Verlierer geben wird kann man sicher nicht komplett verhindern. Deshalb sollte es in Stufen umgesetzt werden. Als zweites sollte die Energiewende dringend voran getrieben werden und zwar nicht nur aus Klimaschutzgründen. Die Regierung setzt mit ihrem nicht handeln die Zukunft von D. aufs Spiel. Es ist schon naiv zu denken es wäre zukunftsfähig bis 2038 Strom mit Wasserkochen herzustellen Das wird nicht passieren. Zu dem was passieren wird stelle ich unten 2 Link ein. Deshalb bin ich auch gar nicht so pessimistisch wenn ich an die Möglichkeit einer grünen Regierungsbeteiligung denke. Der eine Link handelt von einem Solarprojekt das bei der UNO die Tage vorgestellt wurde. Ein Solarpark mit 20 GW Leistung in Australien mit einer 3000km Leitung nach Asien und der Möglichkeit Wasserstoff zu erzeugen. Das Ganze für 25 Milliarden Dollar. Wenn man das mit AKW machen wollte müsste das Komma um eine Stelle verschoben werden. So etwas ist hoch wirtschaftlich.

    https://www.spiegel.de/wirtschaft/a-1288322.html

    http://amp.afr.com/news/policy/climate/cannon-brookes-plan-to-export-aussie-solar-power-to-singapore-20190923-p52u9o

  49. Werner Geiß sagt:

    Zweifellos wird die hessische Landespolitik den grünen Parteitagswunsch der Klimaneutralität bis 2035 nicht allein realisieren können. Neben der Bundes- und EU-Politik bedarf es vor allem eines Wertewandels und eines adäquaten Lebensstils der Konsumenten im Lande. Dies schon bis 2035 von der gesamten hessischen Bevölkerung zu erwarten, wäre vermessen. Wohl aber sind die grüne Klientel und nach ihrer Kritik an der Landespolitik nun auch die Anhänger der Linken gefordert, ihre Konsumgewohnheiten umzustellen. Zusammen repräsentieren sie gemäß den letzten Wahlen rund ein Drittel der Bevölkerung. Daher könnten sie durchaus die hessische Klimabilanz messbar verbessern, wenn sie sich von den Konsumzwängen befreien. Im Selbstverständnis des „Volkes der Dichter und Denker“ kann man zugunsten von Kultur, Kunst, seriösen Medien und Bildung leicht auf unmäßigen Konsum, protzige Autos, Flug- und Schiffstourismus verzichten. In dänischen und Schweizer Metropolregionen funktioniert das schon recht eindrucksvoll. Warum nicht auch in Hessen, wenn die klimabewussten Grünen und Linken vorangehen.

  50. Friedrich Gehring sagt:

    Ulrich Munkert bringt die Hoffnung der Mehrheit auf den Punkt: Zur Klimarettung sollen „viele gute Fachleute“ „wirkliche grüne, sinnvolle Ansätze“ vorschlagen, wobei sie nicht „immer über Verbote sprechen“, allenfalls bei „reinen Steingärten“. Aber diese Hoffnung trügt, denn die Fachleute wie FDP-Chef Lindner sehen neoliberal verblendet nur auf wirtschaftliches Wachstum und mehr gut bezahlte Arbeitsplätze. „Sinnvolle Ansätze“ für die Klimarettung kommen so nicht in Betracht: Kräftige Besteuerung von Flugbenzin, Mehrwertsteuer und CO2-Aufschläge für Flüge, Luxusteuern und starke Steigerung von Kfz-Steuern auf schwere Spritfresser sowie angemessene Haftpflichtversicherung für Waffenprodukte würden nichts verbieten, sondern nur das Wachstum der Branchen umkehren und massenhaft Arbeitsplätze kosten. Hartz IV müsste einer ordentlichen Grundsicherung weichen, Mieten drastisch gesenkt werden, die Staatsverschuldung bis zu gelegentlichen Staatsbankrotten ausgeweitet und damit eine konsequente Umverteilung von oben nach unten organisiert werden.
    Diese Entwicklung könnte gedämpft werden, wenn die Rüstungs-, Flug- und Automobilbranchen transformiert würden, um wirklich sinnvolles zu leisten: Zum Beispiel das steigende Meerwasser entsalzen und ins Grundwasser pumpen, nicht nur im reichen Norden, sondern im verdurstenden Dürregürtel der Erde; nicht nur ein paar mehr Bäume pflanzen in Großstädten, sondern Flächen wie die Sahara aufforsten; preiswerte Solarenergie installieren in äquatorialen Zonen etwa durch Parabolrinnentechnik, die zugleich zur Entsalzung verwendbar wäre. Speziell die Autobranche, die bisher unbelehrbar nicht nur auf mehr Umweltzerstörung, sondern auch auf ihre eigene Detroitisierung hinarbeitet, wäre gut beraten, sich rechtzeitig ein zweites Standbein in Umwelttechnik zu schaffen, um den Preis der Klimarettung zu verringern.

  51. Marius König sagt:

    Lieber Herr Schäfer-Gümbel,

    Sie haben leicht reden. Ihre politische Karriere ist quasi passé und bald werden Sie sich als reicher Fisch im Auffangbecken für (aus-)gediente Politiker wiederfinden.
    Es überrascht Sie, wie heftig die Kritik auf das Klimapaket niederhagelt? Mich macht es fassungslos, wie Sie und Ihre Verhandlungspartner behaupten, es sei etwas dabei herumgekommen. „Ein Paradigmenwechsel“ wollen Sie eingeleitet haben, in Wirklichkeit ändert sich wenig. Tiefgreifende Rahmenveränderungen gibt es in Ihrem Beschluss nicht!
    Sie machen mich wütend mit Ihrer Heuchelei über Klimaschutz. Würde jener Ihnen am Herzen liegen, führen bald nur noch die Hälfte aller deutschen Autos auf unseren Straßen, wären Innenstädte autofrei und fahhrradfreundlich, der ÖPNV kostenlos und Unternehmen, die maßgeblich zum deutschen Emissionsausstoß beitragen, reguliert und besteuert. Innovation fordert Investition und keine „schwarze Null“, wie vom SPD-Finanzminister gepredigt. Als sei der Staat ein Unternehmen, welches an Gewinn gebunden ist. Mehr Verantwortung für die Menschen anstatt für Lobbyisten erwarte ich mir!
    Eine hohe CO2 Bepreisung mag für Sie und einige Lobbyisten „brandgefährlich“ sein, sie ist dennoch von Nöten! Ich gebe Ihnen Recht, damit allein ist die Welt nicht gerettet, wenn dieses Geld nicht in den ohnehin vollen Staatskassen vergammelt jedoch schon ein wenig besser.
    Wissenschaftler tragen keine Verantwortung für den Zusammenhalt einer Gesellschaft, sagen Sie. Politiker offensichtlich auch nicht, wenn ich mir die Ergebnisse des „Klimagipfels“ ansehe. Der Unterschied besteht allerdings darin, dass unsere Wissenschaft faktenorientiert handelt und dadurch die Forschung voran bringt, während die Politik auf monetäre Geheiße hin blind mit dem Ruderboot in Richtung Abgrund steuert.
    Leider gibt es keine Lobby für Wissenschaft. Leider gibt es keine Lobby für Klimaschutz. Leider gibt es auch keine Lobby für rationales Handeln. Soweit müssen Sie also selbst zurechtkommen, die Hilfe bei solchen Entscheidungen steht allerdings bereit.
    Sie und Ihre Kollegen haben ein „Klimapaket“ geschaffen, das weder einen Fortschritt, noch einen Kompromiss für die Menschen bedeutet. Das Klimapaket ist ein Kompromiss zu Gunsten der deutschen Unternehmenskultur und zu Ungunsten den Klimas. Kampf gegen Klimawandel tut weh. Er heißt Verzicht und erfordert eine Wende. Diese Wende darf nicht hinausgezögert werden, wenn im Interesse der Gesellschaft gehandelt werden soll. Stoppen Sie Subventionen für Kohle, verlagern Sie Arbeitsplätze in zukunftsorientierte Branchen (jene die keine SUV bauen) und treffen sie nachhaltige Entscheidungen.
    Wachen Sie auf und verteidigen Sie kein „Klimapaket“, welches seinen Namen nicht verdient!

  52. Matthias Wooge sagt:

    Seit wann macht sich die SPD Sorgen darum, „dass alle Menschen in diesem Land (…) mitgehen können“? Auch wenn Herr Schäfer-Gümbel diesmal die Klimapolitik der Groko und nicht die Agenda 2010 meint.
    Die Politiker der Regierung (und der Regierungsparteien) sind vom Grundgesetz dazu verpflichtet, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Umso mehr dann, wenn sie einen Anfangsschaden bereits zu verantworten haben (hier verfehlte Klimaziele). Wenn man darauf wartet, bis alle Menschen dabei mitgehen, wird das nie was! Es ist Aufgabe der Politik, den Bürgern den Ernst der Lage klar zu machen. Alle Erkenntnisse dazu sind vorhanden! Man muss ihnen dann nur auch eindringlich mitteilen, dass es so nicht weitergehen kann, und dass sie sich beteiligen und mit persönlichen Einschnitten rechnen müssen(!). Feigheit vor dem Wähler und lieber den Kopf in den Sand stecken nützen da nichts! Da muss man schon den Kampf gegen die Lobbyisten aufnehmen. Aber wer von unseren maßgeblichen Politikern sollte da wohl vorangehen, wer nur?
    Aus Frust habe ich deshalb das Kinderlied „Alle meine Entchen…“ umgetextet in: „Pille-Palle GroKo schwimmt wie eh und je, Klima unter Wasser, CO(2) in die Höh‘“
    Am Geld fehlt es sicher nicht, hier nur einige mögliche Quellen: sämtliche klimaschädlichen Subventionen streichen (laut Umweltbundesamt im Jahr 2012 als untere Grenze immerhin 57Mrd.€). Erhöhung des Militäretats rückgängig machen (für 2018 immerhin ca. 47Mrd.€ mit dem Ziel den Etat mittelfristig auf 2% des BIP aufzustocken. Das wären dann 85Mrd.€). Austrocknung der Steueroasen (laut Paradise Papers ca. 17Mrd.€ jährliche Verluste für Deutschland. Sven Giegold MdEP von den Grünen schätzt, dass allein in der EU die staatlichen Einnahmeverluste durch Steuerflucht und Schattenwirtschaft 1000Mrd.€ pro Jahr betragen). Ein Großteil der deutschen Entwicklungshilfe von 10Mrd. jährlich geht an Großkonzerne (Gentechnik von Bayer und Monsanto, Pizzen von Dr. Oetker für Ostafrika – ARTE 2017 „Konzerne als Retter – das Geschäft mit der Entwicklungshilfe“).uvm.
    Weiter sollte man zur Abminderung der extremen Ungleichheit in Deutschland folgende Schritte einleiten:- Transaktionssteuer einführen. Vermögenssteuer erheben (laut SPD sind 10Mrd.€ drin). Erbschaftssteuer erhöhen, und entsprechende Freibeträge kürzen. Erhöhung der Spitzensteuersätze auf Einkommen und Kapitaleinkommen (war ja alles schon einmal da, es muss nur wieder gewollt werden).
    Alle möglichen Quellen ausgeschöpft, käme sicherlich einiges mehr als 150 Mrd. Euro im Jahr zusammen, die für eine echte (!) Klimapolitik zur Verfügung stehen könnten.

  53. Wenn man die Leserbriefe liest,den Bericht über RWE Schmitz, die Weltmeisterschaften in Doha, Nutri-score von Frau Klöckner, dann wird einem deutlich, das Primat der Wirtschaft und die Folgen. Und die Unfähigkeit der Politik.
    Erkenntnis daraus: Die Wirtschaft ist unfähig, die Geschicke der Welt und bei uns zu lenken. Die Tatsache, dass auf vielen Gebieten Endzeitstimmung herrscht wird ignoriert, es werden keine Konsequenzen gezogen. Das Klima muss jetzt gerettet werden, nicht verteilt auf 20 Jahre, wie RWE Schmitz es gern hätte in seinem nebulösen Bericht. Die wahren Kosten auf allen Gebieten müssen jetzt endlich auf den Tisch. Über viele Jahre hat man bei der „Bank Natur & Umwelt“ gepumpt was das Zeug hält, viele Billionen. Das muss ein Ende haben, der Kreditrahmen ist erschöpft, die Bank ist pleite. Zu besichtigen in Doha, die Sportler starten nachts und fallen um wie die Fliegen, selbst den Zuschauern war es zu heiß, sie kamen gar nicht erst. Beim Ironman in Frankfurt/M war es genauso heiß, die Sportler und die Zuschauer fielen um oder kamen gar nicht erst. Das ist nicht die Zukunft, das ist heute ! In Zukunft wird das noch deutlich schlimmer.
    Es müssen endlich die wahren Kosten auf den Tisch, auch bei RWE( Euro 180 pro to CO2, In der Landwirtschaft (Vergiftung/Wasser usw.)Plastikwirtschaft, Verkehr (Kfz/Flug), eben auf allen Gebieten. Die schwarze Null der Politik ist ein reines Lügengebäude, das muss doch endlich einmal klar werden, die Politik verwaltet doch nur die Portokasse. Wie viel Beweise will man denn noch haben, dass Schluss ist mit lustig. Jedes weitere Jahr des Wartens und Nichtstuns verschlimmert die Situation.
    Merke: Dem Planeten ist es egal ob Mensch hier lebt oder nicht. Benutzt doch endlich mal euer Hirn und schickt den Höhlenmenschen nach Hause.

  54. hans sagt:

    Warum ist es denn wirklich so schwer zu verstehen das die Energiewende kein Problem sondern eine Chance ist?

    https://www.heise.de/tp/features/Das-oekologische-Wirtschaftswunder-ist-moeglich-4512964.html

  55. hans sagt:

    Wenn sich jemand fragt wo der Wirtschaftsaufschwung in Portugal her kommt und warum am Sonntag eine Sozialistische Partei wahrscheinlich einen großen Wahlsieg einfährt sollte er einen Blick in den Link werfen den ich einstelle. Er handelt von der Energiewende in Portugal. Das Wort Verzicht kommt da nicht vor

    https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/portugal-schafft-104-oekostrom-energiewende-abgeschlossen/21142744.html

  56. Werner Engelmann sagt:

    @ hans, 1. Oktober 2019 um 19:40

    Hallo, hans,
    danke für den Link zum interessanten Text von Franz Alt.

    Zur wichtigen Frage:
    „Warum ist es denn wirklich so schwer zu verstehen das die Energiewende kein Problem sondern eine Chance ist?“

    Ich würde die Frage etwas anders formulieren:
    „…dass Energiewende, weil sie notwendig ist, die Chance in sich birgt, aus einer Sackgasse wieder herauszufinden, die zu Selbstvernichtung führt.“

    In philosophischer Hinsicht kann ich hier eine Analogie zu Kants berühmter Definition erkennen: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit.“

    „Unmündigkeit“ wäre in Bezug zu setzen zu kurzsichtigem und (zeitlich wie räumlich) eng begrenztem Handeln, „selbstverschuldet“ ist sie in der Hinsicht, als die wissenschaftliche Erkenntnis von der Notwendigkeit radikalen Umsteuerns schon lange vorhanden ist.

    Natürlich wäre zu differenzieren zwischen (1) betroffenen Menschen, (2) verantwortlichen Politikern und (3) den ökonomisch Bestimmenden bzw. Profiteuren des Status quo.
    Allen gemeinsam sind sicher Angst vor grundlegendem Wandel, Existenzängste, die dazu führen, sich krampfhaft an den Status quo zu klammern, ohne zu merken oder wahrhaben zu wollen, dass sie dadurch nur ihre Situation und auch ihre Ängste verschlimmern.

    Freilich wären Ursachen und Wirkung dieser Ängste viel genauer zu untersuchen und zu differenzieren, was an dieser Stelle zu weit führen würde.
    Wichtig erscheint mir aber, dass die festzustellende Lethargie nur aus dem Zusammenwirken der unterschiedlichen Ängste zu erklären ist, die sich gegenseitig verstärken und zu zunehmender (Selbst-)Isolierung führen. Sodass für jeden der Eindruck entsteht, man müsse sich wie ein Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen.

    Es wirkt wie eine Ironie im Sinne der Romantik, dass der entscheidende Anstoß für Bewegung nicht nur von außen kommt, sondern darüber hinaus, von einer Gruppe, die gemeinhin als die schwächste und „unmündigste“ gilt: von Schülerinnen und Schülern.

    Nach meiner Meinung Grund genug, diesen Wink des Schicksals dankbar aufzugreifen und hierin in der Tat eine Chance, die vielleicht letzte, zu erkennen.

  57. hans sagt:

    Wenn man länger darüber nachdenkt kann man schon erkennen was die Bundesregierung für eine Strategie hat. Der Wirtschaftsaufschwung in Portugal durch die Energiewende wird die nächsten Jahre anhalten. Das wird in spätestens 10 Jahren dazu führen das die Flüchtlinge nicht mehr nach D. wollen sondern nach Portugal und die AFD ist besiegt. Könnte funktionieren.

  58. hans sagt:

    zu @ Werner Engelmann
    Ich habe zu Hause das letzte? Buch von Franz Alt “ Lust auf Zukunft“ Da geht er natürlich noch viel gründlicher auf das Thema ein als es in dem von mir verlinktem Kommentar möglich ist.

    Dem was sie geschrieben haben hätte ich noch vor 2 Jahren eindeutig zugestimmt, aber inzwischen hat es gravierende Veränderungen gegeben. Die EE, besonders PV, ist nochmal unerwartet stark im Preis gefallen Man kann heute sagen die Energiewende muss nicht nur aus Klimaschutz Gründen gemacht werden sondern ist der ökonomisch richtige Weg sich aus der Ölfalle zu befreien. Ich bin wirklich gespannt wie das Beispiel Portugal weiter geht. Das Land spart Milliarden an Euro ein die sonst für Kohle, Öl und Gas ausgegeben werden müssten . Außerdem holen sie sich die Wertschöpfung ins Land. Man kann nur hoffen das sich Spanien dieser Politik anschließen wird. Dann kommt wieder meine Frage . Es ist so offensichtlich und es gibt inzwischen einige Studien dazu das die Energiewende wirtschaftlich ist. Warum wird das in D. nicht erkannt? Sind die Lobbygruppen wirklich so starK?

  59. hans sagt:

    Jetzt bringt heute die FR einen Leitartikel zu Portugal ohne die Energiewende auch nur zu erwähnen. Ich bin sicher kein Portugal Fachmann, aber ob man den Wirtschaftsaufschwung in dem Land wirklich nur mit einem Touristenboom erklären kann? Den hat übrigens Griechenland auch ohne solch positiven Auswirkungen.

  60. Wolfgang Fladung sagt:

    Schade, das auf das für mich primäre bedeutende Argument des Bevölkerungswachstums nicht eingegangen wird. Wir können in D. strampeln wie wir wollen, und alle Bio-Verganer werden, die ihren Fahrrad-Urlaub im Hunsrück verbringen – es bringt gesamterdlich nix, weil die einfache Tatsache, das weitere 10 Milliarden irgendwie leben wollen, unsere tolle Öko-Bilanz zu Nichte macht. Da korelliert die Endlichkeit der Erde mit dem „unendlichen“ Wachstum der Menschheit, so ökologisch es auch ausgelegt sein mag.

  61. hans sagt:

    zu @ Wolfgang Fladung
    Die Situation beim Bevölkerungswachstum ist nicht so aussichtslos wie sie es immer gerne? schildern. Das Wachstum hat auch viel mit dem Lebensstandart der Menschen zu tun. Der wiederum klar von der Weltenergiewende beeinflusst wird. PV hat nicht aus Zufall in Afrika die mit höchsten Zuwachsraten. Ich habe ja dazu die letzten Monate schon einiges verlinkt. Übrigens sind die Aussagen von unserem Entwicklungshilfeminister Müller dazu auch sehr interessant. Schade das es von diesen Leuten nicht mehr in der CSU gibt. In dem Link den ich einstelle sind 3 Entwicklungspfade beschrieben. Ich denke das die Weltenergiewende dazu führt das der niedrige sich durchsetzen wird.

    http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/globalisierung/52699/bevoelkerungsentwicklung

  62. Ralf Rath sagt:

    Ob die Weltbevölkerung wie früher 2 Mrd. oder künftig gar 10 Mrd. Menschen umfasst, bleibt in jedem Fall ohne Belang, solange sich jeweils keine Lösung für das findet, was Sigmund Freud schon vor bald einem Jahrhundert „die ewige, urzeitliche, bis auf die Gegenwart fortgesetzte Lebensnot“ nennt. Es macht daher auch keinen Unterschied, wenn 7 Mrd. Menschen gleichsam mit leeren Händen dastehen und die Bevölkerungszunahme weiterhin einen exponentiellen Verlauf nehmen sollte, sich aber daran nichts ändert, dass die Menschheit bar jeder Vernunft ist. Es erschließt sich insofern zumindest mir nicht, warum Wolfgang Fladung bedauert, dass hier im Thread nicht auf das dadurch in der Debatte zu vernachlässigende Bevölkerungswachstum eingegangen wird, das lediglich ein Ausdruck für die nach wie vor fehlende Antwort auf die gesellschaftlich zwingend gestellte Frage ist. Wäre in der jüngeren Vergangenheit nicht einer Auseinandersetzung ausgewichen worden, gäbe es den bevorstehenden Klimawandel nicht. Endlich eine für den Alltag praktikable Lösung für die allgemeine Lebensnot zu suchen, steht demnach immer noch ganz oben auf der Tagesordnung; unabhängig davon, wie groß die Bevölkerung ist.

  63. Anna Hartl sagt:

    Hallo Herr Rath,
    was bitte ist denn die allgemeine Lebensnot?

    Ich denke, dass wir alle sowohl das Zerstörerische als auch das Erhaltende in uns tragen. In diesem Zwiespalt leben wir.

    Hatte Herr Freud denn Lösungsansätze?

  64. Ralf Rath sagt:

    @Anna Hartl

    Der Begriff „Lebensnot“ stammt von Freud und nicht von mir. Er verwendet ihn in seinen Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Bezogen ist der Begriff ausdrücklich auf die menschliche Gesellschaft, deren Not seit jeher darin besteht, ihre Mitglieder nicht ohne deren Arbeit erhalten zu können. Zu welchen Bedingungen zu arbeiten ist, lässt Freud in seinen Vorlesungen, die im Jahr 1926 veröffentlicht wurden, offen. Die heutige Suche nach einer etwaigen Lösung kann aber von dem Befund geleitet sein, dass menschliches Handeln keine Unmittelbarkeit kennt, wie Freud in „Die Traumdeutung“ bereits am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert zu verstehen gibt.

  65. Manfred Schmidt sagt:

    Hallo lieber „hans“,
    Ihre Begeisterung für die Energiewende in Portugal ist mir schon bekannt und ich erinnere mich, dass im vergangenen Jahr es einen Zeitabschnitt gab, in dem der Energiebedarf des Landes komplett aus EE bestritten wurde. Nun muss ich aber einwerfen, dass dies unter „zu früh gefreut“ einzuordnen ist. Dieser angesprochene Zeitabschnitt betrug gerade mal 2 Tage. Ich will die Bemühungen Portugals nicht kleinreden, aber der Realität gerecht werden. Dazu hier den Auszug
    der Rechnung meines portugiesischen Stromlieferanten edp, in dem die Energiequellen in einer Tortengrafik abgebildet sind.
    Ich übersetze in’s Deutsche:

    Windkraft…..23,0%
    Wasserkraft…17,8%
    Erdgas……..20,2%
    Biomasse…… 3,5%
    Müllverbrenn.. 7,6%
    Kohle………19,3%
    FossilVerbrenn 7,8%
    Brennb.Müll
    AusFeststoffen 0,8%

    Und annähernd so sieht meine Rechnung Abrechnungszeitraum für Abrechnungszeitraum aus.

    Und darüber, dass die Flüchtlinge irgendwann in’s
    prosperierende Portugal kommen wollen anstelle von Deutschland, habe ich eine sehr spezielle Ansicht…🙂.

  66. hans sagt:

    zu @ Manfred Schmidt
    Mein Beitrag zu den Flüchtlingen die nach Portugal wollen habe ich schon ein bisschen ironisch gemeint angesichts der Hilfslosigkeit die man der Deutschen Regierung bescheinigen kann.
    Wenn man allerdings sieht welche Länder schon zu denen gehören die einen vergleichbar hohen Anteil an EE haben ist nicht zu erkennen das diese Situation ihnen nicht gut bekommt.

    https://ec.europa.eu/eurostat/statistics-explained/index.php?title=File:Anteil_erneuerbarer_Energiequellen,_2017_(in_%25_des_Bruttoendenergieverbrauchs)_FP2019-de.png

    Die Position von Portugal ist bei diesen Ländern schon als positiv anzusehen und ist ziemlich sicher mit ein Grund für den Wirtschaftsaufschwung im Land. Mit dem Bestätigen der Regierung ist wohl die Grundlage geschaffen das dieses wohl weiter geht.

    https://www.solarbranche.de/news/nachrichten/artikel-36197-erste-solarausschreibung-in-portugal-mehrfach-berzeichnet
    Wenn da Gebote für 10 GW Solarenergie abgegeben worden sind werden sich die nächsten Jahre auch die Zahlen auf ihrer Stromabrechnung verändern. Außerdem wird es dadurch zehntausende von Arbeitsplätzen geben und Milliarden an Einsparungen für Öl und Gas. Also der Aufschwung wird weiter gehen. So wie in allen Ländern mit hohem und steigendem Anteil an EE

  67. Ich möchte auf das sehr lesenswerte Interview mit Prof. Quaschning durch Herrn Wille in der FR von heute aufmerksam machen. Darin wird deutlich, wir haben 14 % klimaneutrale Energieversorgung. Und alle nutzen die jetzt .Das kann unmöglich reichen. Für die Stromautos wird es nicht reichen. Zugebaut werden soll auch nicht sehr viel,Förderung auch mau, wie soll es also gehen ? Vor kurzem gab es ein Interview mit Herrn Schmitz/RWE. der kündigte an seine Braunkohle bis 2040 verbrennen zu wollen. Von Herrn Altmaier hört man in der Sache auch nichts, sieht nach Verschleppung aus. Und mit der „Klimapostkarte“ ist auch kein Staat zu machen. Ja, Hans, da können sie nur noch nach Portugal auswandern, die haben immerhin über 40% grünen Strom.Bringen tut das aber auch nichts, es ist dort dasselbe Klima wie hier, wir haben weltweit nur eins, das ist das Problem.Aber Spaß beiseite, zu Herrn Fladungs Einwurf, die Bevölkerungszunahme betreffend, ich glaube nicht, dass das ein Thema wird,schon mittelfristig wird der Hunger in der Welt seine Opfer fordern, es wird Kriege geben, man wird sich weltweit der Flüchtlinge erwehren, wie heute auch, aber mit mehr Nachdruck,ja, da wird auch geschossen werden, wie soll es sonst gehen? Und es hilft nichts, alles ein Folge der Klimaerwärmung, und wir bauen immer noch kaum Windräder oder fördern die Solaranlagen, nein die Kohle darf nicht leiden. Was für ein Land !

  68. hans sagt:

    Interessanter fand ich was gestern noch neben dem Interview mit Prof. Quaschning stand. Acht Länder in der EU fordern das der Ausbau der EE schneller gehen soll und die Ausbauziele erhöht werden. Es sind alle Länder dabei die schon einen hohen Prozentsatz EE erreicht haben. Ich glaube die Vermutung das diese Länder gemerkt haben das sie von dem Ausbau der EE mehr profitieren als mancher Politiker in D es sich vorstellen kann ist nicht ganz unbegründet. Aber wenn man die Presse über Portugal liest die letzten Tage in der kein Wort über die EE in Portugal steht scheint das nicht nur bei den Politiker so zu sein.

  69. hans sagt:

    Bevor wir in D. über Dieselfahrverbote entschieden haben wird Peking zum Luftkurort.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/china-luftqualitaet-hat-sich-stark-verbessert-a-1290365.html
    Deshalb kann man durchaus optimistisch beim Klimawandel sein. Ob D. sich dem Fortschritt verweigert stört das Klima nicht wirklich.

  70. Ralf-Michael Lübbers sagt:

    hans schreibt:

    „Die Rahmenbedingungen müssen geändert werden vorher kann der Einzelne gar nicht viel machen.“

    Beides ist wichtig: Die Rahmenbedingungen müssen geändert werden! Aber jeder Einzelne muß tun, was er tun kann, um die Klimakatastrophe zu verhindern!

    Die Juden sagen: Wer einen Menschen rettet, rettet die ganze Welt. Kein Mensch ist also unwichtig. In der Zeit des Nationalsozialismus konnten Menschenfreunde nicht sagen, die Rahmenbedingungen müssen geändert werden, vorher kann man nicht viel machen. Sondern jeder, der einen Juden retten konnte, mußte das tun, egal wie die Rahmenbedingungen waren. Heute und morgen sterben Menschen und die Biosphäre, weil mehr Dreck produziert wird, als die Erde ertragen kann. da reicht es nicht, nur auf die Änderung der Rahmenbedingungen zu pochen (so wichtig dies auch ist oder wäre).

    Für meinen eigenen „ökologischen Fußabdruck“ bin ich selbst verantwortlich, niemand sonst. Ich entscheide, ob ich demonstriere, streike, schreibe, wähle, einer geeigneten Organisation beitrete oder nichts von dem tue. Nur wenn ich selber einigermaßen sauber handel, kann ich von anderen ähnliches verlangen.

    Oft ändern sich Dinge zum Positiven, wenn sich eine Mindestmenge Menschen vorbildlich verhält. Beispiel vegetarische Ernährung. Als ich vor knapp 30 Jahren damit anfing (am Tag der Währungsunion BRD/DDR), war ich ein Exot und mußte mich rechtfertigen, warum ich keine Tiere esse. Damals waren 3 % der Erwachsenen Vegetarier (wenn ich richtig informiert bin). Heute gibt es so viele Vegetarier, daß sogar ALDI vegetarische Produkte im Sortiment hat. Der Tipping point (so nennt man das glaube ich) lag bei einem Anteil Vegetarier von 5 %.

    Auch in anderen Bereichen gibt es solche Tipping points. SUV-Fahren muß peinlich sein. Reisen mit dem Flugzeug auch.

  71. hans sagt:

    zu @ Ralf-Michael Lübbers
    Beim Reisen mit dem Flugzeug geht es um Energie
    https://reneweconomy.com.au/solar-pv-prices-fall-to-record-lows-in-tender-for-900mw-solar-park-in-dubai-51069/
    Man kann so das 1000 fache der Energiemenge erzeugen die derzeit von der Menschheit verbraucht wird und das noch zu sehr niedrigen Preisen. Energiesparen ist nur in der Übergangszeit zwischen dem Ölzeitalter und dem Solarzeitalter sinnvoll um den Übergang leichter hin zu bekommen. Da Energie dann wohl auch kein wirkliches Problem ist, warum sollte man dann nicht fliegen? Für diesen Übergang braucht es Rahmenbedingungen darauf kommt es an.

  72. hans sagt:

    Seit ca 2-3 Jahren versuche ich hier offensichtlich relativ erfolglos zu erklären was bei den EE inzwischen auf der Welt passiert. Nachdem Ralf-Michael Lübbers Juden retten im 3. Reich mit SUV fahren und Fliegen heute verglichen hat kann man das wohl nicht anders sehen. Ich will einmal versuchen meine Sicht anders zu erklären.
    Ich habe 1985 ein Haus gebaut. Damals habe ich als Mauerwerk 30cm dicken Gasbeton genommen. Heute sagen mir Energieberater das es zwar nicht dem Stand der heutigen Technik entspricht aber so gut ist das eine Außendämmung nicht sinnvoll ist. Die Schwachstelle von meinem Haus waren die Fenster. Diese habe ich vor 2 Jahren ausgetauscht und damit auf den Stand der Technik gebracht. Mein Mauerwerk ist so gut das dieses möglich war(Taupunkt). Das hat sich übrigens die letzten 2 Jahre, bei den heißen Sommern, schon sehr gut bewährt. Jetzt bin ich am überlegen ob die Dachdämmung verbessert werden kann und habe vor mich im Januar bei der Baumesse in Offenbach darüber zu informieren( Stichwort Einblasdämmung) Meine Heizung, Gas mit Fußbodenheizung, ist auch von 1985. Vor 10 Jahren habe ich eine Thermische Solaranlage angeschafft, weil ich im Haus einen Frisörsalon habe und deshalb einen hohen Warmwasserverbrauch. Das hat sich auch wegen 3 Kindern sehr gut bewährt. Jetzt steht natürlich das Thema Heizung an. Völlig klar ist das es eigentlich eine Wärmepumpe sein müsste. Die ist aber 10-15000 Euro teurer als die Gasheizung zu erneuern ( Stichwort Rahmenbedingungen) Trotzdem wird der Tag kommen in dem es ohne Wärmepumpe nicht gehen wird, sonst kommt das Haus nie auf CO2 0. Außerdem muss ich mittelfristig über eine PV Anlage nachdenken um in einigen Jahren ein E Auto auch damit fahren zu können. In 10-15 Jahren wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit Speicher geben mit denen man den Strom aus der PV Anlage länger speichern kann und sich im Winter bei Bedarf überschüssigen Windstrom herunter lädt. Sollte dieser Stand in ca 20-30 Jahren erreicht sein wird das Haus möglicherweise Überschüsse erzeugen und der Besitzer wir sich fragen Warum haben die vor 30 Jahren gedämmt.
    Ob das Ganze passiert ist nach meiner Meinung nicht die Frage. Das wird so kommen. Es hängt von den heutigen Rahmenbedingungen ab ob das 20,30 oder 40 Jahre dauert. Ob das dann noch rechtzeitig ist um die Klimakatastrophe im Griff behalten ist die Frage. Das heute schon Inlandsflüge verboten gehören und ein SUV nicht unbedingt sein muss ist unbestritten. Wenn man sich an diesen Themen aber so verkämpft das in Wirklichkeit nichts passiert hat man alles falsch gemacht.