Der gegenwärtige Klimakurs führt uns in die Katastrophe

Der Weltklimarat hat noch einmal gewarnt, und zwar drastisch: Es ist höchste Zeit umzusteuern. Der Klimawandel bedroht die Ernährungsgrundlage der Menschheit. Und zwar nicht erst in vielen Jahren, sondern bereits jetzt. Die Landflächen der Erde haben sich laut dem Bericht seit 1850 um mehr als 1,5 Grad erwärmt. Das hat zur Folge, dass sich Klimazonen verschieben. Dürren und Missernten einerseits, lokale Unwetter mit starken Regenfällen andererseits sind schon heute die Folge. Und der Wald leidet auch. Wir in Deutschland beobachten diese Wetterunbilden und fragen uns: Ist das wirklich schon der Klimawandel? Eigentlich waren spürbare Folgen doch erst für die Mitte des Jahrhunderts angekündigt. Geht es schneller? Darauf hat auch die Wissenschaft keine eindeutige Antwort, aber die Experten sagen: Es scheint so zu sein. Es gibt Kipppunkte im globalen Geschehen, die den Klimawandel beschleunigen könnten. Grönland steht vor dem „point of no return„, die Eisschmelze dort hat eine Dynamik erreicht, die sich möglicherweise nicht mehr aufhalten lässt. Die arktischen Permafrostböden tauen auf. Die Gefahr besteht, dass die Zersetzung von Pflanzenresten, die dort im Boden lange eingefroren waren, Unmengen von Methan freisetzen könnte. Methan ist als Treibhausgas sehr viel wirksamer als Kohlendioxid.

Wir wissen eigentlich, was zu tun wäre. Schnellstmöglich raus aus einer Energiewirtschaft, die sich aus fossilen Quellen speist, vor allem aus Kohle und Erdöl. Konsequente Energiewende, endlich – also weiter mit den erneuerbaren Energien. Runter mit dem Fleischkonsum, raus aus der industriellen Landwirtschaft und der Massentierhaltung, Schluss mit der Wegwerfgesellschaft und der verbreiteten Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität, die sich zum Beispiel im Coffe-to-go-Pappbecher ausdrückt. Schluss mit dem Massentourismus per Flugzeug, Schluss mit Kreuzfahrten, Schluss mit SUVs. Aufforstung von Wäldern, Herstellung von CO2-Senken z.B. auch in Gestalt von Mooren oder naturbelassenen Flusslandschaften, in denen der Atmosphäre Kohlendioxid entzogen wird. Ausbau von öffentlichem Nahverkehr, Güter auf die Schiene statt auf die Straße, Förderung von regionaler Landwirtschaft und regionalen Produktionskreisläufen, Wärmedämmung von und sinnvolle Heiz- und Energietechnik in Gebäuden, nachhaltige Wasserwirtschaft … um nur ein paar Punkte zu nennen. Wir müssen CO2-neutral werden. Das heißt nicht, dass die Bundesrepublik nichts mehr emittieren dürfte; das ist unmöglich. CO2-neutral sind wir dann, wenn wir nicht mehr Kohlendioxid an die Atmosphäre abgeben, als wir ihr auf der anderen Seite auch wieder entziehen. Das wird unser Leben verändern, schon bald. Doch in diesen Veränderungen liegen auch Chancen. Welche fallen Ihnen ein?

KleinbauernDa der Klimawandel vom Menschen gemacht ist, sind wir selbst an diesen Veränderungen schuld. Da fragt man sich tatsächlich – wie dies auch zwei der unten folgenden Leserbriefautoren tun -, warum wir Kohlendioxid als Problem ausgemacht haben, aber nicht uns selbst? Die Menschheit wächst und wächst und wächst. Die UNO rechnet laut Wikipedia für den Zeitraum 2015 bis 2020 mit einem Bevölkerungswachstum von rund 78 Millionen Menschen pro Jahr. 2050 werden rund 9,7 Milliarden Menschen auf dem Globus leben. Wie soll das funktionieren? Schon jetzt funktioniert es nicht, mit „nur“ geschätzten 7,8 Milliarden Menschen. Viele Menschen hungern. Der Homo sapiens galt bisher als Erfolgsmodell. Manche sagten auch „Krone der Schöpfung“ dazu. Zurzeit aber wuchert er wie ein Krebsgeschwür. Seit langem schon kursiert ein böser Witz nicht nur im Netz. Begegnen sich zwei Planeten. Wie geht es dir?, fragt der eine, und der andere sagt: Mäßig, ich habe Mensch. Sagt der erste: Das Problem kenne ich, das geht vorbei.

Soll heißen: Die Art Mensch ist so erfolgreich, dass sie sich selbst zerstören könnte, weil sie sich zu stark vermehrt. „Ich habe Mensch“ – als ob der Planet von einer Krankheit befallen wäre. Tatsächlich hat der Mensch viele Mechanismen der Evolution für sich außer Kraft gesetzt. Zugleich hat er dabei neue geschaffen, solche wie den Klimawandel. Darwins Worte von der „survival of the fittest“, häufig missverstanden als eine Art „Recht des Stärkeren“, werden uns Menschen noch beschäftigen, denn ob wir es wollen oder nicht: Wir müssen uns irgendwie an die Änderungen unserer Lebensbedingungen anpassen, die uns der Klimawandel beschert. Es wäre tatsächlich klug, bei uns selbst anzufangen und Programme aufzulegen, um das Wachstum der Weltbevölkerung zu begrenzen. Das wäre – neben allen oben genannten Maßnahmen – zweifellos sinnvoll. Nur: Solche Programme kämen zu spät. Die Dynamik, die den Klimawandel verstärkt, ist bereits im vollen Gang. Auch die Entwicklung der Weltbevölkerung ist ein Kipppunkt.

Balken 4Die zunehmende Weltbevölkerung bedroht das Klima

In dem Artikel berichtet Joachim Wille vom jüngsten Report des Weltklimarates. Davon ist eigentlich nichts in Abrede zu stellen. Ein sehr gewichtiger Faktor fehlt allerdings auch hierbei wieder, wie meistens in solchen Berichten. Unter all den radikalen Forderungen fehlt die nach einer radikalen Reduzierung der Weltbevölkerung. Nicht, dass wir dann so weiter machen könnten wie bisher, aber die Gesamtproblematik würde sich in einem bedeutenden Maße verringern. Die FR hat sich vor einiger Zeit einmal des Themas angenommen. Die Wahnsinnskurve des Bevölkerungswachstums ist mir noch in Erinnerung. Folglich sollte man nicht nur die globale Durchschnittstemperatur der vorindustriellen Zeit im Auge haben, sondern auch die Zahl der Menschen auf diesem Planeten zu jener Zeit. D.h. eine Halbierung der heutigen Weltbevölkerung wäre durch Familienplanung auf mittlere Sicht anzustreben. Aussagen wie im ICPP Report, dass der Klimawandel die Ernährungssicherheit der Weltbevölkerung zunehmend bedrohe, kann man auch umdrehen, indem man formuliert, dass die zunehmende Weltbevölkerung die Ernährungssicherheit und das Klima bedroht. So wird eher ein Schuh daraus.

Klaus Boll, Frankfurt

Keine Erde hält so viele Menschen aus

Wir können uns weltweit jede Maßnahme ersparen, wenn nicht gleichzeitig das Problem der Bevölkerungsexplosion gelöst wird. Dem Weltklimarat fehlt leider (wie auch allen Politikern in Deutschland) der Mut zu sagen, dass das Wachstum der Erdbevölkerung dringend gestoppt werden muss. Dann löst sich nicht nur beim Klimaproblem vieles von selbst. 1960: 3 Mrd /2000: 6 Mrd. / 2015: 7,5 Mrd. Z.Zt. weltweit jährliche Zunahme: 86 Mio., das heißt  ca. alle 11 Jahre eine Mrd. mehr Menschen!!! Das hält keine Erde aus
Das bedeutet steigender Ressourcenverbrauch auf allen Gebieten, steigender Ausstoß von klimaschädlichen Gasen, nicht nur von CO2 (es kann gar nicht so viel CO2 eingespart werden wie jährlich 86 Mio. mehr Menschen neu produzieren!), unkontrollierte Vermüllung mit gleichzeitiger Überfischung der Meere, noch mehr (Regen-)Waldabholzung und Raubbau für neues Ackerland und dadurch drastisch steigende Probleme bei der Welternährung.
Die zügellos wachsenden Mega-Metropolen in Afrika, Asien und in Teilen Lateinamerikas sind jetzt schon nicht mehr in der Lage, eine gesicherte hygienische Wasserversorgung aufrecht zu erhalten. Dort wird heute schon täglich das Wasser rationiert. Und das hat nichts mit „Klima“ zu tun, sondern mit dem Zusammenbruch der Infrastruktur aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums und der damit einhergehenden unkontrollierten Landflucht.
Um im größeren Maße CO2 zu binden, müsste auch in Deutschland eine massive Aufforstung erfolgen, anstatt noch mehr Flächen durch weitere Einwanderung zuzubetonieren (Wohnungsbau). Wir sind bereits jetzt eines der dicht besiedelten Länder der Erde. Den Politikern empfehle ich dringend, die „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome zu lesen, Zitate: „Unsere Erde ist nicht unendlich! Je mehr sich die menschliche Aktivität der irdischen Kapazität nähert, umso unlösbarer werden die Schwierigkeiten. Die menschliche Gesellschaft will das aber nicht erkennen… Das offensichtliche Ziel des Weltsystems ist es, immer noch mehr Menschen zu erzeugen.. Wir aber wissen, dass die Gesellschaft bei weiterer Verfolgung dieses Ziels an die endgültigen Grenzen für das Wachstum auf der Erde stoßen wird.“ Von daher benötigen wir als erstes einen „Bevölkerungs- bzw. Wachstumsgipfel“ und keinen Klimagipfel.

Roland Berens, Verl

Wir müssen noch mehr Druck aufbauen

Der Weltklimarat warnt zum x-ten Mal und ruft diesmal zusätzlich die „Alarmstufe Rot“ aus. Bisher haben die Mahnungen wenig genutzt. Wir machen weiter wie bisher und haben mehr Sorgen, dass wir unser Steak nicht mehr grillen dürfen, als dass Teile der Welt unbewohnbar werden, oder, was für uns etwas greifbarer ist, dass unsere Wälder sterben. Die Politik versucht nach wie vor abzuwiegeln und das Problem kleinzureden. Darüber hinaus gibt es Politiker wie Trump und Bolsonaro, die den Klimawandel rundweg leugnen und die drohende Katastrophe mit Ihrer Politik noch anheizen (Urwaldvernichtung, Förderung fossiler Brennstoffe und Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen). Aber auch die deutschen und europäischen Politiker argumentieren unter dem Credo, Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze, mehr für ein kurzfristiges „weiter so“ als dass sie Klartext reden und den Bürgern sagen, dass wir so nicht weiter machen können. Es wird bestenfalls versucht, mit kleinen Veränderungen auf freiwilliger Basis, oder durch finanzielle Anreize, die Probleme in den Griff zu bekommen. Dass das nicht funktioniert, ist tausendfach bewiesen. Was wir brauchen, sind klare Regeln und Vorgaben, die auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Notwendigkeiten kurzfristig umgesetzt werden. Stellen Sie sich vor, der Kapitän der Titanic hätte den Eisberg rechtzeitig gesehen und die Wahl gehabt, weiter fahren, um den Rekord aufzustellen, oder ausweichen und Rekord ade. Er macht eine Umfrage unter den Passagieren, die mehrheitlich, da sie glauben, dass die Titanic ein robustes Schiff ist, den Kurs halten wollen. Wie das ausgegangen ist, wissen wir. Aktuell fahren wir mit der ganzen Erde auf die Klimakatastrophe und das Artensterben zu. Nur dieses mal sehen wir den „Eisberg“ und wissen, was wir tun müssen. Der bestehende Kurs führt auf jeden Fall in die Katastrophe. Wir, die Bürger, müssen noch mehr Druck aufbauen, damit die Politiker endlich Klartext reden und zielführend handeln. Es kann nicht sein, dass die Politik im Wettbewerb um die größte Zustimmung der Stammtische verharrt. Die Probleme sind so groß, dass sie nur gemeinsam und nicht gegeneinander gelöst werden können, und die Prioritäten sollten langsam auch dem letzten klar sein.

Dieter Murmann, Dietzenbach

Schmeißt die Lobbyisten aus den Hinterzimmern!

Die Bundesregierung lässt das Errichten neuer klimaschonender Windmühlen stoppen, damit Atom- und Kohlekraftwerke weiterhin unsere Biosphäre vernichten dürfen (FR vom 4.8.2019). Und: „Die Erde brennt“, so die  Titelseite.  Ursache und Wirkung. Diese Bundesregierung, die Koalition aus CDU, CSU und SPD, ist mit dieser Entscheidung (mal wieder!) Schuld an der schrecklichen Aufheizung unseres einmaligen Heimatplaneten Erde mit allem, was drauf kreucht und fleucht. Das ist ein himmelschreiendes Verbrechen. In der Wirkung vielleicht schlimmer als der Abwurf von ein paar Atombomben. Auf Dauer gesehen.
Diese Bundesregierung handelt nicht im Interesse der Menschen, die sie zu vertreten vorgibt. Sie handelt im Interesse von Lobbyisten. Sie misshandelt die Welt von heute und morgen. Demokraten, schmeißt die Lobbyisten aus den Sälen und Hinterzimmern!

Ralf-Michael Lübbers, Marienhafe

Die Energiewende ist ins Hintertreffen geraten

Der Einbruch beim Zubau von Windkraftanlagen auf etwa ein Drittel der Werte der Jahre 2014 – 2017 ist schlicht als Katastrophe zu bezeichnen.
Bei dieser Einschätzung geht es natürlich auch um die Arbeitsplätze in der Windbranche aber sehr viel schwerer wiegt die Tatsache, dass wir mit der Bereitstellung von erneuerbarer Energie ins Hintertreffen geraten. Woher soll der Strom für die zukünftige Mobilität und die verstärkte Nachfrage der Industrie nach „Ökostrom“ denn kommen?
Auch diejenigen, die ernst gemeint Flora und Fauna schützen möchten, muss doch inzwischen deutlich werden, dass das bereits eingesetzte Baumsterben in unseren Wäldern wesentlich größeren Einfluss auf die Naturräume und die Tierwelt haben wird als die Windräder.
Laut einer Studie der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten sterben pro Jahr etwa 115 Millionen Vögel an Glasscheiben und Gebäuden, 70 Millionen werden Opfer des Straßenverkehrs, Windkraftanlagen sind für den Tod von 10000 – 100000 Vögel verantwortlich. Auch vor diesem Hintergrund braucht es eine realistische Einordnung der Signifikanz in Genehmigungs- und Klageverfahren.
Angesichts der klimapolitischen Notwendigkeit muss die Politik den Behörden und den Richtern dringendst Instrumente zur Verfügung stellen, um hier angemessene Abwägungen vornehmen zu können. Auf die Kommunalpolitik ist dabei allerdings oft kein Verlass; viel zu schnell reden viele lokale Politiker aus opportunistischen Gründen den Ausbaugegnern das Wort.

Gerhard Schuster, Kriftel

Aber bei uns bleibt der Himmel blau

Da werden sich die Vorstände der privatisierten Wohnungsbaugesellschaften freuen, wenn der Staat die Verschrottung der alten Heizungen bezahlt. Die restlichen Kosten werden dann auf die Mieter mit 8% pro Jahr umgelegt. Die Mieter schaffen das leicht und werden begeistert CDU wählen. Wo bleiben dann die ausgebauten alten Heizungen ? Ich denke, in Afrika ist noch Platz. Aber bei uns bleibt der Himmel blau.

Joachim Kietzmann, Bruchköbel

Es biedert mich an

Es ist ein aufregender Tag. Heute werden viele Kinder in Hessen ihren ersten Schultag erleben. Ich schreibe meinen ersten Leserbrief. Alles aufregend. Ja, ich habe mich aufgeregt, und die Aufregung ebbt nicht ab. Liebend gern höre und sehe ich Nachrichten. Gern lese ich in der FR noch einige erhellende und sorgfältig recherchierte Zusatzinformation am Folgetag einer Nachricht. Wie heute.
Es käme Bewegung in die Politik. Aha. Im Artikel sind viele aufgeschreckte Vorschläge und Verbote zu lesen. Das kennt man ja seit fff. Sehr gut recherchierte Information am Schluss des Artikels. Eigentlich wie immer im Leben: das Beste kommt zum Schluss. Ich krieg mich immer noch nicht ein… Das Mobilitätsverhalten unser Volksvertreter, diejenige die Vorschläge machen und Verbote einführen wollen. Sagenhaft. Hat man doch schon immer gemunkelt und böse getratscht über diese Grünen. Die Neuen Grünen, die von der CSU, überholen nun alles und jeden. Hat man doch im CSU-geführten Entwicklungsministerium herausgefunden, welche der Abgeordneten am Häufigsten den Flieger nutzt. Eieiei, Überraschung, die Zuvielflieger sind die Grünen. Kann ja passieren. Verhalten kann man ja auch eingestehen und ändern. Aber nein, was machen die Grünen…sie leisten Klimaschutzzahlungen. Und warum? Sie können es halt, sie haben die Kohle von uns Steuerzahlern erhalten. Man darf ungeniert – ja ungehemmt CO2 ausstoßen und Geld bezahlen. Warum? Weil man es kann. Und meine lieben Biedermänner und Biederfrauen sowie Bieder* von den Grünen: es biedert mich an. – Ich rege mich auf!

Monika Sperzel, Butzbach

Wir Bürger sollen an allem schuld sein

Wir Bürger in der deutschen Wohlstands- und Wegwerfgesellschaft essen zu viel Fleisch, produzieren zu viel Müll, Plastik, CO2 und NOx und werfen zu viel Lebensmittel weg. Wir Bürger sollen an allem schuld sein.
Und was machen unsere GroKo-Regierungspolitiker in Krisenzeiten, die uns zu diesem angeblichen Lotterleben nach dem verlorenen Krieg und dem deutschen Wirtschaftswunder überhaupt erst angestiftet und verführt hatten? Sie schenkten uns während der Banken- und Eurokrise die Abwrackprämie für alte Autos. Und in der Weltklimakrise fordert nun die CDU-Parteivorsitzende und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) eine Abwrackprämie für Ölheizungen und eine „Grüne Null“. Hoffentlich landen die alten Ölheizungen nicht in den Weltmeeren!

Roland Klose, Bad Fredeburg

52 Kommentare

  1. Franz Fuchs sagt:

    Dieser neue Thread zeigt einen Aspekt für die Erderwärmung, der ganz besonders anthropogen ist.
    Aber dieser Aspekt wird durch viele Länder nicht hervorgerufen, deren eigene Bevölkerung ja schrumpft.

    Wie so oft kann als Einstieg in diese Thematik auch hier die Wikipedia mit Zahlen der Geburten pro Frau in Ländern dienen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bev%C3%B6lkerungsr%C3%BCckgang

  2. Sehr gute Zusammenfassung der Problematik und auch der Aussichten. Der Krebsvergleich passt. Unkontrolliertes Wachstum, auf allen Gebieten, ja es ist das Credo der Wirtschaft, ohne Wachstum ist Rückschritt. Ich habe es nie verstanden, was das soll, aber für so etwas gibt es sogar Nobelpreise. Die Kirche sagt : Mach dir die Erde untertan. Auch so ein hochmütiger Blödsinn.
    Was ist zu tun? Alles was die Erwärmung zum Stehen bringt, koste es, was es wolle, dazu gibt es keine Alternative. Wirtschaftlich gesehen, eine Katastrophe, aber wir wissen seit 40 Jahren, was auf uns zukommt und wir waren dumm und untätig. Also, keine Kohle, kein Oel, Strom nur was durch EE erzeugt wird. Das reicht nicht ? Dann muss man es zuteilen, meine Großeltern haben damals auch nur eine Glühbirne in Betrieb gehabt, so etwas wie Kriegswirtschaft eben .Und das weltweit .Das geht nicht ? Stimmt . Was also ist die natürliche Konsequenz ? Wir machen weiter wie gehabt, und wenn wir Glück haben, bleiben ein paar über, auf jeden Fall werden schon in absehbarer Zeit erst Millionen, dann Milliarden Menschen verhungern, das Programm läuft schon, Kriege, Migration in einem Ausmaß wie nie zuvor, Wasserknappheit usw. Die Waldbrände weltweit sind schon eine direkte Folge, mit der Wirkung, dass die CO2 Belastung drastisch ansteigt, und zwar im doppelten Sinn, da der verbrannte Wald kein CO2 mehr bindet. Man kann mit diesem Sermon endlos weiter machen, die Menschheit will es nicht hören. Spruch : Wird schon so schlimm nicht werden. Freuen wir uns auf einen schönen Sommer !

  3. hans sagt:

    Was die Klimaschutzmaßnahmen für Chancen bieten? Massenhaft, das fängt mit höherem Lebensstandart in Entwicklungsländern an weil EE von der Struktur her dezentral und kleinteilig einsetzbar sind. Das wird zum Bremsen des Bevölkerungswachstums führen. In den Industrieländern kann eine möglichst dezentrale Energiewende zur Förderung ländlicher Regionen führen. Windräder erzeugen Umsatz und stehen nicht in Innenstädten, ihre Besitzer zahlen Steuern und Pacht. Was bei den ländlichen Gemeinden zu zusätzlichen Einnahmen führt die ihnen Möglichkeiten gibt ihre Infrastruktur zu verbessern was wieder wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnet. Luft, Boden und Wasser werden sauberer und es können viele Milliarden Euro umverteilt werden die derzeit in die Beschaffung der fossilen Rohstoffe fließen. Die EE sind viel arbeitsintensiver als die herkömmliche Art der Energieerzeugung. Was zu mehreren 100000 Arbeitsplätzen führen würde. Man braucht sich nur die Zahlen anzusehen an Arbeitsplätzen die derzeit in der Windbranche verloren gehen und bei Solar schon verloren gegangen sind. Ein vielfaches von dem was bei der Kohle in Frage steht. Man könnte die Aufzählung noch weiter fortsetzen was das dann für Folgen haben würde.

  4. Matthias Wooge sagt:

    Vor allen Dingen der Leserbrief „Keine Erde hält so viele Menschen aus“ macht mich fast sprachlos vor Zorn! Hieraus spricht die Arroganz eines Wohlstandsbürgers, der durch den Zufall der Geburt im Luxus gelandet ist!
    Dabei tun wir doch schon so viel gegen das Bevölkerungswachstum in der 3. Welt, wo ca. 3/4 der Weltbevölkerung lebt: Laut UN stirbt dort alle 5 sek ein Kind unter 10 Jahren vor Hunger. Das sind im Jahr schon 6,3 Mio. Die verheerenden Auswirkungen der Unterentwicklung, also Hunger, Durst, Epidemien und Krieg zusammen, ergeben dort jedes Jahr so viele Opfer wie in der Schlächterei des zweiten Weltkrieges in 6 Jahren. Die paar zehntausend Flüchtlinge, die im Mittelmeer „ersaufen“, spielen da gar keine Rolle mehr.
    Wir tun doch alles mit unserem „Raubtierkapitalismus“ (Jean Ziegler), um die Unterentwicklung, die zu so vielen Opfern führt, zu fördern: Wir schmeißen 50% unserer Lebensmittel weg. Gleichzeitig subventionieren wir unsere Agrarwirtschaft so stark, dass die Überschüsse in die 3. Welt exportiert werden müssen und dort dadurch die kleinbäuerliche Landwirtschaft zerstören. Damit wir die Überschüsse produzieren können, brauchen wir Futtermittel aus der 3. Welt, deren Anbau nicht nur Regenwälder zerstört, sondern auch durch Landkonzentration in den Händen von Großgrundbesitzern und internationalen Konzernen den Kleinbauern ihre Anbauflächen wegnimmt (In Afrika sind den Bauern tausende von Hektar weggenommen worden, um billige Rosen nach Europa exportieren zu können!). Die Bauern reagieren dann wiederum durch „unkontrollierte Landflucht“ in die „wachsenden Metropolen“. Wir schicken als „Entwicklungshilfe“ unseren Müll in die 3. Welt, und gleichzeitig erheben wir Anspruch auf deren Rohstoffe, die wir für unsere SUVs und Smartphones benötigen.
    Übrigens sind wir(!) verantwortlich für die Überfischung der Meere und wir in Deutschland mit unseren 80 Mio. Einwohnern haben mindestens den 10-fachen CO2-Ausstoß der „jährlich neu in der 3. Welt produzierten 86 Mio. Menschen“.
    Und ein Letztes sei festgehalten: Nur Bildung und Wohlstand führt, wie wir bei uns sehen können, zu weniger Kindern. Sorgen wir also dafür, dass Bildung und Wohlstand in die 3. Welt kommt, in dem wir unseren Wohlstand mit denen gerecht(!) teilen, dann löst sich das Problem einer Überbevölkerung von selbst!

  5. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Matthias Wooge

    Danke!

  6. Heidger Brandt sagt:

    „Der saubere Strom aus dem Norden muss endlich in München ankommen“, fordert Christine Ax in der „Gastwirtschaft“ und zeichnet unten als „Ökonomin und Philosophin“. Zuvor fordert sie, dass wir „Fachpolitiker an der Macht“ brauchen.
    – Es wäre auch gut, wenn diejenigen, die sich für den Klimaschutz und die Energiewende öffentlich ins Zeug legen, ebenfalls über eine hinreichende fachliche Expertise verfügen würden. Sonst besteht die Gefahr, dass sie, wie in diesem Fall, lediglich nachplappern, was die Konzerne den Bürgern als „Energiewende“ verkaufen, um damit weitere Milliarden aus den Einkommen der Verbraucher abzuzweigen.
    Zum einen braucht Bayern keinen Windstrom aus dem Norden (und muss auch nicht das Voralpenland mit Windkraft „zupflastern“), sondern muss endlich seine enormen Tiefengeothermiepotentiale flächendeckend für die CO2-freie Wärme- und Stromproduktion erschließen. Die Millionenstadt München und einige Kommunen machen es bereits vor.
    Die gleichen optimalen Bedingungen für die Nutzung der Tiefenerdwärme bestehen im Oberrheingrabengebiet und im gesamten Norddeutschen Becken. Erschlossen wurden und werden sie nicht, weil dies kein Geschäft für REW und Co ist. Denn die tatsächliche Energiewende ist dezentral und kommunal. Dafür werden weder fossile Großkraftwerke noch Hoch- und Höchstspannungstrassen und auch die Energiekonzerne nicht gebraucht.
    Zusätzlich muss die 2012 von Merkel/ Altmaier zum „Wohle“ der Kohleverstromung abgewürgte Solarenergienutzung mit einer optimalen Förderung wieder auf ein maximal mögliches Ausbautempo gebracht werden, um mit großen Mengen Überschussstrom per Elektrolyse Wasserstoff und weiter synthetisches Methan und synthetische Kraftstoffe zu erzeugen und die fossilen Energieträger in allen Bereichen zu ersetzen.
    Zugleich wird deutlich, dass der Windstrom aus dem Norden nicht im Süden, sondern im Norden selbst gebraucht wird, um mit Überschussstrom ebenfalls Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe zuerzeugen. – Mit den Kosten, für die das „Supergrid“ als weiteres Milliardengeschäft für die Energiekonzerne ausgebaut und betrieben werden soll, könnten sämtliche Kommunen mit Elektrolyse- und Methanisierungsanlagen ausgestattet und die Bohrungen für die bundesweite Erschließung der Tiefenerdwärme übernommen und die tatsächliche Energiewende vollzogen werden.

  7. Matthias Wooge sagt:

    Tobias Schwab hat einen bemerkenswerten Artikel zum Thema Hunger geschrieben! Auch wenn man den Zahlen der FAO zum Hunger in der Welt gegenüber skeptisch sein sollte, erlauben Sie mir einige Anmerkungen, denn es gibt wahrlich noch einige weitere Aspekte:
    1. Die Gesamtsumme der Entwicklungshilfe in der Welt beläuft sich im Jahr auf ca.130 Mrd. Dollar. Das ist viel Geld, aber im Vergleich dazu:
    2. Seit 2008 hat die Weltbank die IPL (international poverty line) auf 1,25$ pro Tag als unterste Armutsgrenze festgelegt. Da Armut und Hunger sich bedingen, nehmen wir die Angabe der FAO aus dem Artikel von Tobias Schwab von 821 Mio. hungernden Menschen und multiplizieren sie mit 1,25$. Dann erhalten wir daraus im Jahr eine Summe von 375 Mrd. Dollar. Erhöhen wir die Anzahl der Hungernden wie in einigen Studien auf mehr als das Doppelte, liegen wir bereits bei mindestens 750 Mrd. Dollar. Also das 3-fache bis 6-fache der jährlichen Entwicklungshilfe.
    3. Viele Wissenschaftler, die sich mit dem Thema befassen, gehen davon aus, dass ca. 4.3 Mrd. Menschen nicht mehr als 5,00$ am Tag zur Verfügung haben. Würde man die 5,00$ als IPL festlegen, ergäbe sich eine Gesamtsumme von 7,85 Billionen (!) Dollar pro Jahr. Das wären 10% des Welt-BIP, um nur Armut und Hunger auszugleichen.
    4. In einer Studie von 2016 des US-Thinktank „Global Financial Integrity“ und des „Centre for Applied Research“ an der „Norwegian School of Economics“ haben deren Autoren sämtliche Finanzressourcen (also nicht nur Entwicklungshilfe, Auslandsinvestitionen und Handelsströme, sondern auch andere Transfers wie Schuldentilgung, Überweisungen, Kapitalflucht u.m.) saldiert, die jedes Jahr zwischen reichen und armen Ländern transferiert werden. Das Ergebnis war, das im Jahr 2012 die Entwicklungsländer 2 Billionen Dollar erhalten hatten, aber 5 Billionen an die Geberländer abführten. Dabei sind Kosten von Strukturveränderungen wie z.B. Klimawandel, die überwiegend durch die reichen Länder verursacht werden, gar nicht eingerechnet. D.h. vereinfacht gesagt, wir, die reichen Länder, sorgen dafür, dass die armen Länder arm bleiben bzw. noch ärmer werden. Das nennt man auch „Imperiale Lebensweise“ (Ulrich Brand und Markus Wissen).
    5. Wie Tobias Schwab auch schreibt, ist laut FAO der Hunger nicht ein Problem des Mangels an Nahrungsmitteln. Ich sehe ihn als Problem der Verteilung. Ein unverhältnismäßig hoher Anteil der erzeugten Nahrungsmittel fließt letzten Endes in die reichen Länder, wo ein großer Teil davon auch noch im Müll landet. Laut UN würde das Problem des Hungers auf einen Schlag zu lösen sein, wenn die weltweite Verschwendung von Lebensmitteln um ein Viertel reduziert würde.
    6. Wir in den westlichen Industrienationen mit sagen wir 900 Millionen Menschen verbrauchen ca. 40-50% der weltweiten Ressourcen. China und Indien wollen mit uns so bald wie möglich gleichziehen. Da bleibt für den Rest der Welt nichts mehr übrig! Dabei hat die Menschheit dieses Jahr bereits am 29.Juli den sogenannten „Ökoschuldentag“ überschritten. (Wikipedia: Der „Ökoschuldentag“ ist eine jährliche Kampagne der Organisation Global Footprint Network. Dieser gibt den Kalendertag jeden Jahres an, ab welchem die von der Menschheit konsumierten Ressourcen die Kapazität der Erde übersteigen, diese zu generieren.)
    Mein Fazit: Wenn die Menschheit es nicht schafft, einen Systemwandel (z.B. durch neue nachhaltige Wirtschaftssysteme, durch Abschaffung der globalen Ungleichheit, durch konsequenten Klima- und Ressourcenschutz u.v.m.) hinzubekommen, dann dürften weitere Flüchtlingswellen unser geringstes Problem werden.

  8. Ralf Rath sagt:

    Wem das Lesestück „Der destruktive Charakter“ von Walter Benjamin ein Begriff ist, weiß, dass selbst die barbarischsten Praktiken es niemals leisten, der Natur zuvorzukommen. Noch bevor sich eine menschenverachtende Praxis Dritter verwirklichen kann, ist der Einzelne ihrem Zugriff bereits entzogen. Nicht zufällig bezeichnet deshalb Adorno in der Monographie „Negative Dialektik“ das sich Entziehende als das Positive. Offen bleibt bei alldem jedoch, welcher Zugriff falsch und welcher richtig ist. Vor allem für industrielle Arbeit als der Handlungskonstellation, aus der sich hiesig sämtlicher Wohlstand speist, ist die Antwort auf solch eine Frage eminent wichtig. Sehen sich die Träger von Arbeitskraft einer Nutzung unterworfen, in deren Folge sie ihnen unwiederbringlich entschwindet, können die weltweiten Herausforderungen nicht gemeistert werden. Ohne eine Änderung der „Konsumform“ (Wittemann) könnte es somit wohlfeiler nicht sein, sich darüber zu echauffieren und beispielsweise den Klimawandel zu beklagen.

  9. Hallo Ralf Rath. Für mich sprechen sie in Rätseln. Können sie das ein wenig erläutern ?Um bei ihrem letzten Satz zu bleiben, was soll daran falsch sein, den Klimawandel zu beklagen ? Das von ihnen beschriebene mag ja sehr klug sein, aber für mich zu hoch.

  10. Hallo Herr Wooge,
    ich kann ihren Unmut gut verstehen und bin hinsichtlich Raubtierkapitalismus ganz bei ihnen, wobei unsere Art Kapitalismus immer so ist, ein evolutionärer Trieb .Zum Thema Bevölkerungszuwachs scheint mir ihre Schlussfolgerung doch etwas zu optimistisch, denn wenn man hochrechnet, was es bedeutet, dass alle Welt an den Segnungen (?) unseres Lebensstils teilhätte, so würde dies den Planeten sprengen. Auch die Zeit, die wir noch haben würde nicht reichen, das Klima und die vielfältigen Folgen holen uns lange vorher ein. Es gibt noch einen anderen Aspekt zum Thema, den sie möglicherweise auch nicht gut finden, der aber relevant ist. In Indien hat es über die Jahrhunderte immer wieder Hungersnöte gegeben, entsprechend der Nahrungsversorgung, gab es wenig, wurde gestorben, gab es viel nahm die >>Bevölkerung zu, aus unserer Sicht schwer zu begreifen, aber so soll es gewesen sein. Begrenzung der Bevölkerung ist ein sehr schwer durchführbares Programm, die Chinesen sind anscheinend recht erfolgreich, auch wenn sie das ganze etwas gelockert haben. Die Regierungsform dort ist auch sehr problematisch. Andererseits scheint mir unsere Demokratie unter den Bedingungen, die die Klimakrise erfordert an Grenzen zu stoßen. Man denke, in diesem Jahr wurden von BMW 10000 SUV s mehr verkauft als letztes Jahr. Selbst das können wir nicht regeln, wie wollen wir dann richtige Probleme lösen ?

  11. Ralf Rath sagt:

    @Jürgen H.Winter, 16.8.2019, 0:21h

    Vielleicht hilft für das bessere Verständnis der Hinweis, dass die von mir zitierte „Negative Dialektik“ von einer Achsendrehung (vergleichbar mit der kopernikanischen Wende) lebt. Solch ein Wechsel der Perspektive ist sehr voraussetzungsvoll. In meinem Leserkommentar mache ich deshalb lediglich kenntlich, welche Konsequenzen das hat. Das heißt insbesondere: Noch bevor die Katastrophe im Zuge etwa einer verfehlten Klimapolitik eintreten kann, ist der einzelne Mensch ihr unwiederbringlich entzogen. Sein Dasein liegt dadurch stets außerhalb der Reichweite Dritter. So betrachtet, gibt es keinen Grund zu klagen. Was aber zu kritisieren ist, ist, dass in dem Unfug, der zum Entzug menschlicher Arbeitskraft führt, nicht innegehalten wird und eine Lösung der Probleme auf diese Weise versperrt bleibt.

  12. Roland Klose sagt:

    Wie stehen Promis und ganz normale Bürger zu „Flugscham“? Und was bedeutet eigentlich „Flugscham“? „Flugscham (Schwedisch: Flygskam)“ ist ein Begriff, den der schwedische Sportler Björn Ferry prägte, weil er lieber mit der Bahn statt mit dem Flugzeug fuhr und fährt. „Flugscham“ ist ein Gefühl des Schämens und schlechten Gewissens im Hinblick auf den CO2-Ausstoß von Flugzeugen und beinhaltet den Wunsch, mehr für das Klima zu tun. Denn mit Flugzeugen fliegen und das Klima schützen, sei ein Widerspruch.
    Was waren wir früher einmal stolz auf unsere Flugpioniere und Techniker, die es möglich machten, innerhalb von nur 24 Stunden jedes Land auf unserem Planeten mit dem Flugzeug zu erreichen. Im Zeitalter der Globalisierung und der Reisefreiheit ein Fortschritt, weil nach Benjamin Franklin im Kapitalismus Zeit Geld ist. Doch auf der Erde 21 müssen wir wegen des Klimawandels nun damit rechnen, wenn wir mit dem Flugzeug fliegen und/oder mit dem Kreuzfahrtschiff fahren, einst als Klimasünder in der Hölle zu schmoren, wo rund um die Uhr trotz CO2-Ausstoß ewige Feuer brennen.
    Sprechen wir deshalb bald z. B. auch von „Globalisierungsscham“ und „Kriegsscham“? Zwangsläufig müssen wir das, weil riesige Containerschiffe auf unseren Weltmeeren Waren aus aller Welt befördern und Kampfjets, Drohnen, Kriegsschiffe, Panzer, Bomben und Raketen die Umwelt mit Co2 und NOx vergiften und sinnlos zerstören. Hat nicht gerade erst US-Präsident Donald Trump dem Iran die Auslöschung durch einen Luftkrieg ngedroht?

  13. hans sagt:

    Hier ist die Untergangsstimmung wieder weit verbreitet. Wir werden entweder die Chancen der Energiewende nutzen oder ihr werdet recht behalten. Ich glaube ersteres. Dazu möchte ich mal wieder ein Beispiel einstellen. Der Lebensstandart in der 3. Welt kann eigentlich nur mit Solarenergie erhöht werden und die muss weiter immer billiger werden. Genau das wird geschehen auch wenn der ein oder andere hier sich in seiner Untergangsstimmung bequem gemacht hat.

    https://vimeo.com/348777545/c7cdc7a562

  14. maat sagt:

    Zum Aspekt Weltbevölkerung
    Die Geburtenrate liegt weltweit pro Frau bei etwa 2 Kindern und wird laut Statistiker Hans Rosling nicht weiter ansteigen. Dass die Weltbevölkerung wächst, liegt nicht an den vielen Kindern, die geboren werden, sondern an einer höheren Lebenserwartung und einer stark gesunkenen Kindersterblichkeit weltweit, ein enormer Fortschritt übrigens. Laut Hans Rosling wird die Weltbevölkerung also nicht immer weiter ansteigen, sondern bei 11 Mrd. den höchsten Punkt erreicht haben. Und nebenbei bemerkt: Es haben sich die Lebensbedingungen weltweit deutlich verbessert.

  15. Hallo Hans, ich möchte ihnen ihren Glauben nicht nehmen, aber es spricht alles dagegen. Haben sie eine Vorstellung, wie die Waldbrände in der Täiga und auch sonst weltweit das Klima beeinflussen ? Wie wenig überhaupt geschieht, um die Klimabilanz zu verbessern ? Es geht doch gar nicht darum, alles zu versuchen, um umzusteuern, es geht darum die Pfründe der Öl und Kohleindustrie zu fördern. Es gibt genügend Maßnahmen, die sofort eingesetzt werden könnten, wenn man denn wollte, man will aber nicht, man sagt nur dass man bemüht ist, um den dummen Bürger ruhig zu stellen.Elektroautos sind kein Problem, solange der Strom durch Kohle erzeugt wird. Es geht nicht darum, dass sich hier jemand in der Untergangsstimmung wohl fühlt, sondern darum, darauf hinzuweisen, wie die Interessen gepolt sind, da sind eher sie derjenige, der auf die Profiteure hereinfällt. Alles, was sie beschreiben ist bis jetzt nämlich gar nicht gewollt, leider, aber an den Fakten kommen wir nicht vorbei. In Hessen und Bayern wurde dieses Jahr kein einziges Windrad gebaut, und was Herr Söder so lauthals verkündet – ein Schmarrn.

  16. Hallo Herr Rath, soweit ich ihren Ausführungen folgen kann, ist die Aussage, dass der einzelne Mensch der Klimaentwicklung sich entzieht vielleicht richtig, für meine Enkel trifft das nicht zu, die werden mit viel Glück das Jahr 2100 erleben, ich möchte nicht wissen, wie es dann hier aussieht. Mir scheint ihre Theorie kaum haltbar.
    Wo der Entzug von Arbeit hier eine Rolle spielen soll erschließt sich mir nicht.

  17. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Sie haben natürlich recht, aber nur auf D. bezogen. Hier schreiben Lobbygruppen der fossilen Energie die Gesetze. Den Ausbau der Windenergie hat man zum stehen gebracht und bei PV gibt es einen Deckel der den Ausbau wohl nächstes Jahr zum stehen bringen wird. Das ist derzeit Gesetzeslage und es gehört viel Optimismus dazu sich vorzustellen das es durch das Klimaschutzgesetz im September zu grundsätzlichen Änderungen kommt. Die angekündigte Energiesteuerreform könnte so etwas aber sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Wenn hier über Klimaschutz diskutiert wird ist mir das immer viel zu sehr auf D. und die Politik in D. bezogen. Klimaschutz entscheidet sich nicht in D. obwohl D. einen wichtigen Beitrag leisten kann. Wer sich den Link von mir oben angesehen hat weiß das es auch ein Stück weit geschieht. Was mich optimistisch stimmt ist die Entwicklung weltweit. Der Preisverfall der letzten 12-24 Monate bei PV zeigt Wirkung. Man kann von Zuwachsraten zwischen 20 und 40% lesen. Genauso von Lieferengpässen bei Modulen. Das wird anhalten und die Energiewelt die nächste 10 Jahre nachhaltig verändern. Ob D. dann noch eine führende Industrienation ist?

  18. Ralf Rath sagt:

    @Jürgen H.Winter, 17.8.2019, 1:05h

    Bedenken Sie bitte, dass eine Geistesgröße vom Kaliber eines Karl Marx über weite Strecken seines Lebens nicht arbeitsfähig war. Ihm entschwand schlicht die ihm gegebene Arbeitskraft nicht nur zeitweilig. Wenn schon jemand, der nachweislich zu geistig außerordentlich herausragenden Leistungen imstande ist, damit zu kämpfen hat, halte ich die Wahrscheinlichkeit für sehr gering, dass heutzutage die zeitgenössischen Wissenschaftler ein anstehendes Problem wie nicht zuletzt den Klimawandel einer allseitig befriedigenden Lösung zuführen können. Angesichts dessen muss es erlaubt sein, danach zu fragen, weshalb den Trägern menschlicher Arbeitskraft dieselbe sich mitunter unwiederbringlich entzieht. Ohne Arbeitskraft, da werden Sie mir sicher zustimmen, lassen sich die globalen Herausforderungen nicht meistern. Es bleibt dann müßig, sich etwa über die Erderwärmung zu empören und auf der Straße dagegen zu protestieren.

  19. Hallo Hans,
    sie haben recht, ich kümmere mich um die Bestrebungen zur Klimaverbesserung in diesem Land, ich lebe hier und wenn man überhaupt etwas tun kann, dann vor der eigenen Haustür, und daliegt eben alles im Argen. Das gilt es zu bekämpfen. Wenn, wie von ihnen beschrieben, die Dinge sich, wo auch immer, zum besseren entwickeln, gut so . Hier, bei uns, müssen wir auf die Straße, um die verlogene Politik anzuprngern.

  20. Hallo Herr Rath
    Das Problem, die Klimasituation “ einer allseits befriedigenden Lösung zuzuführen“ ist reine Illusion. Es wird große Härten, Ungerechtigkeit, Fehler, ja sogar Katastrophen geben, dazu ist das Krisenszenario zu groß und vielschichtig. Ich stimme ihnen zu, die Wissenschaft in diesem Land hat keine Durchschlagskraft, sie ist halbherzig, sie rüttelt die Menschen nicht auf, sie lamentiert so vor sich hin.Das ganze auf “ schwindende Arbeitskraft “ zu schieben , scheint mir unverständlich. Möglicherweise gibt es hier Abhängigkeitsprobleme, Dinge, die nicht gewollt sind in der Politik, oder Uni Leitung, etwas in der Richtung. Das unwissende Volk darf ja nicht verunsichert werden. Ihre Meinung, es sei müßig, sich gegen die Erderwärmung zu empören und auf der Straße dagegen zu protestieren, halt ich ,schlicht gesagt, für unlogisch und unsinnig.

  21. Ralf Rath sagt:

    @Jürgen H.Winter, 18.8.2019, 0:28h

    Nicht ich, sondern Sie sind in der Pflicht zu begründen, warum Sie dagegen protestieren möchten, dass Ihre irdische Anwesenheit von Geburt an infolge der gesellschaftlichen Verhältnisse vor dem Zugriff Dritter umfassend geschützt ist. Erinnern Sie sich bitte an den bereits eingangs des Grundgesetzes stehenden Satz einer unantastbaren Würde des Menschen. Entsprechend dem, was Sie bisher verlauten ließen, ist das für Sie lediglich eine hohle Phrase. Für mich hingegen ist dieser Satz konstitutiv und mir fällt es im Traum nicht ein, mich dagegen aufzulehnen.

  22. hans sagt:

    zu @ Ralf Rath
    Ich kann ihnen sagen warum ich die Energiewende will. Weil ich 3 Kinder habe und mich in der Pflicht sehe mich dafür einzusetzen das sie eine lebenswerte Zukunft haben. Diese Sichtweise muss man nicht teilen schon klar.

  23. hans sagt:

    Planet e im ZDF. Die Sendung von heute absolut sehenswert. Tierfutter nicht mehr aus Soja.

  24. Kurt Kolodziejczyk sagt:

    Der Ausbau der Windkraft stockt. Eigentlich ist es paradox – Einerseits soll nach dem erklärten Ziel unserer schwarzgrünen Landesregierung der Stromverbrauch in Hessen bis 2050 komplett aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden“, andererseits wurden in der ersten Jahreshälfte 2019 in Hessen „exakt null Windkraftanlagen!“ neu in Betrieb genommen. Hauptursache dafür sind die von Windkraftgegnern mit Stimmungsmache, haltlosen Argumenten und „Fake News“ hessenweit ausgelösten Bürgerproteste gegen alle neugeplanten Windkraftanlagen (WKA), obwohl deren forcierter Ausbau im Hinblick auf die gesetzten Klimaschutzziele zwingend erforderlich und alternativlos ist.
    Sehr bescheiden und teilweise erbärmlich sind in vielen Regionen bisher jedoch die Anteile klimafreundlicher Regenerativenergien, die in den drei großen Sektoren der Energieversorgung: Stromerzeugung, Gebäudeheizung-/Energetische Gebäudesanierung und Verkehr/Mobilität zum Einsatz kommen. Als „Notstandsgebiet für Erneuerbare Energien“ kann hier ohne Übertreibung der Regionalverband FrankfurtRheinMain (FRM) mit der „Dieselhauptstadt“ Frankfurt am Main und seinen 75 Kommunen mit insgesamt 2,4 Millionen Einwohnern bezeichnet werden. Bei Pro-Kopf-Energieverbrauch und gesundheits-/klimaschädlichen Abgasemissionen, die bei der Strom- und Wärmeversorgung und der motorisierten Verkehrsmobilität anfallen, nimmt der FRM in Deutschland seit Jahren einen unrühmlichen Spitzenplatz ein (siehe http://klimaenergie-frm.de/daten-zur-Region – Kommunale Energiesteckbriefe).
    Im Durchschnitt ist demnach jeder Einwohner des FRM für einen jährlichen CO2-Ausstoß von mehr als 10 Tonnen verantwortlich. Der Ökostrom-Deckungsanteil an der lokalen Stromerzeugung liegt hier grade mal bei 5%(!). Sowohl im Sektor Gebäudeheizung-/Energetische Gebäudesanierung als auch im Sektor Individual-, Personen- und Güterverkehr kommen bis heute fast 100%-ig fossile Energieträger (Öl, Gas, Benzin, Diesel) zum Einsatz. Eine Sektorenkopplung, z.B. die kombinierte Strom- und Wärmeversorgung aus Blockheizkraftwerken (BHKW) durch energieeffiziente „Kraft-Wärme-Kopplung“ gibt es bisher – abgesehen von den Heizkraftwerken der Mainova AG in Frankfurt am Main – nur in wenigen Einzelfällen.
    Von einer „Dekarbonisierung“ der Energieversorgung sind wir damit in der gesamten Rhein-Main-Metropole zweifellos weit entfernt. Da außerdem der Ausbau von regional/dezentralen Windkraftanlagen derzeit stagniert, ja sogar rückläufig ist, erscheint es illusorisch und fragwürdig, bis zum Jahr 2050 den gesamten Strombedarf mit Ökostrom aus Erneuerbaren Energien – Windkraft/Photovoltaik/Biomasse/Wasserkraft bereitzustellen – plus die elektrische Energie für Millionen E-Fahrzeuge zu produzieren, die in den kommenden 5 bis 10 Jahren auf unseren Straßen unterwegs sein werden.
    Tarek Al-Wazir sollte sich als Hessischer Staatsminister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen an die eigene Nase fassen anstatt mit der Aussage: „Die Bundesregierung droht gerade, den Karren an die Wand zu fahren!“ eigene Versäumnisse, Mißstände und jahrelanges Nichtstun im Bundesland Hessen unter den Tisch zu kehren. Es ist allerhöchste Zeit, dass den Ankündigungen und Lippenbekenntnissen zum Klima- und Umweltschutz jetzt endlich auch Taten folgen. Um die Energie-, Verkehrs- und Wärmewende endlich voranzubringen, hat die zügige Umsetzung folgender Massnahmen aus dem „Klimaschutz-Sofortprogramm 2018-2020“ der Grünen eine vorrangige Priorität:
    1. Ausweitung der Vorranggebiete für Windkraftanlagen im gesamten Rhein-Main-Gebiet von derzeit nur 0,6%(!) auf die in Hessen geforderten zwei Prozent der Landesfläche mit Abstandsbegrenzung zur Wohnbebauung auf mindestens 1,0 bis 1,5 km;
    2. Vereinfachung und Beschleunigung der Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen mit rechtzeitigen Informationsveranstaltungen und im Dialog mit den betroffenen Bürgern;
    3. Wiederaufnahme und Forcierung des derzeit stagnierenden Ausbaus von regional/dezentraler Windkraftanlagen mit bedarfsgerechter Kapazität entsprechend dem im Rhein-Main-Gebiet bundesweit höchsten flächenspezifischen Stromverbrauch. Allein auf den Höhenlagen des ca. 100 km langen Taunuskamms könnten ohne Not 6 bis 8 zusätzliche Windparks mit je 15 – 20 MW errichtet werden.
    Ich frage mich wirklich, wie der in den kommenden Jahren voraussichtlich progressiv ansteigende Strombedarf – allein durch die propagierte Zunahme der Elektromobilität für viele tausend Berufspendler – ohne den forcierten Ausbau von Windkraftanlagen im Taunus und in der Rhein-Main-Metropole bereitgestellt werden soll, wenn AKW und Kohlekraftwerke (hoffentlich bald!) vom Netz gehen? Dafür habe nicht nur ich als überzeugter Befürworter von Energiewende, Klima-, Umwelt- und Naturschutz bei der derzeitigen Entwicklung in die falsche Richtung keine Antwort.

  25. Kay-Martin Hanschmann sagt:

    Den Klimawandel können wir nicht mehr leugnen. Ein Spaziergang im Wald und jeder Blick in die Nachrichten macht uns schnell klar, dass da etwas passiert, das auch uns im reichen Deutschland bedroht. DasThema ist überall präsent, aber es hat keine wirkliche Mehrheit. Die Schüler*innen haben es verstanden und demonstrieren seit einem Jahr trotz Strafandrohung und Verspottung. Wir Erwachsenen rollen derweil weiter mit ihren dicken SUVs mit voll aufgedrehten Klimaanlagen durch die Innenstädte. Es werden weiter Autobahnen und neue Straßen gebaut. Warum nicht jetzt noch den Bau des Riederwald-Tunnels stoppen? Wir wissen alle: Er wird zu noch mehr Straßenverkehr führen und bauen trotzdem weiter. Warum wird ernsthaft überlegt, eine neue Mainbrücke statt der Fähren im Frankfurter Osten zu bauen? Fürden Autoverkehr. Warumd ie Lahmeyer-Brücke im Riederwald nur als Fußgängerbrücke neu bauen? Noch könnte man den Neubau stoppen und ihn als Eisenbahnbrücke neu planen. Teuer? Ja, aber würde man es ernst meinen mit „Güterauf die Bahn“, dann muss man das große Seckbacher Industriegebiet wieder an den letzten verbliebenen Güterbahnhof in Stadtnähe anschließen. Hier werden wichtige Weichen für die Zukunft falsch gestellt. Zu einer vernünftigen Zukunftsplanung gehört auch eine kritische Überprüfung der bereits laufenden Projekte.

  26. Willi Loose sagt:

    Ich möchte mich für das Interview mit Rainer Grießhammer bedanken. Seinen Einschätzungen und Schlussfolgerungen stimme ich voll inhaltlich zu.
    Ich befinde mich gerade auf einer – klimafreundlichen – Fahrradtour entlang der Ostseeküste Schwedens. Das Interview hat mich kurz unterhalb des Polarkreises erreicht. Trotz einstelliger Temperaturen wurde mir ob seiner klaren Aussagen warm ums Herz. Rainer Grießhammer gibt mit seinen richtungsweisenden Worten auch uns Älteren die Richtung bei den notwendigen Bemühungen aus der Klimakrise vor. Der Jugendbewegung „Fridays for Future“ sei Dank dafür, dass sie der Klimadebatte neuen, erfrischenden Auftrieb gegeben hat. Jetzt ist es aber auch an uns Älteren, uns anzuschließen und aus unserer Bequemlichkeit aufzuwachen. Ich werde jedenfalls am 20.09. beim „Großstreik“ dabei sein, der im vorhergehenden Beitrag angekündigt wurde.

  27. Jürgen Koenig sagt:

    „Die Erde ist überlastet. Am Montag den 29. Juli sei das ökologische Konto der Erde aufgebraucht“, so die Schlagzeilen in der FR. Und was kommt dann. Ein Zitat gegen den Wachstumsvorbehalt der Wirtschaft, die Forderung nach Schließung der Kohlekraftwerke… und Ähnliches. War´s das?
    Ja, glauben wir denn wirklich, dass wir mit der Schließung zum Teil hochmoderner Gas- oder Kohlkraftwerke, einer CO2 Steuer, Dieselfahrverboten und Ähnlichem Wunder was erreichen? Auch die Elektroautos sind keine Lösung, da die Herstellung der Batterien den Menschen, Tiere und Pflanzen in anderen Ländern die Existenzgrundlagen raubt. Alles was wir produzieren, nehmen wir von unserer Erde (demnächst aus dem nahen Weltall).
    Wir müssen unsere komplette Wirtschaft umstellen von einer Bedarf weckenden zu einer Bedarf deckenden Wirtschaft. Es darf nur das produziert werden, was wir wirklich brauchen und nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Alles was möglich ist, soll nur noch auf Bestellung produziert werden. Autos, Waschmaschinen usw. dürfen ruhig 30 – 40 Jahre, wenn möglich länger halten. Die Produktion muss möglichst umweltfreundlich sein, möglichst wenig Energie verbrauchen, möglichst gute recycelbare Stoffe verwenden, sie muss reparaturfreundlich sein. Neue Produkte dürfen nicht einfach auf den Markt, sondern müssen anhand dieser Kriterien überprüft werden.
    Die gesamte Landwirtschaft muss auf umweltfreundlich umgestellt werden. Entscheidend ist dabei, ob diese Art der Landwirtschaft die Qualität des Bodens erhält und möglichst wenige Giftstoffe verwendet. Die herrschende Schulmeinung, dass nur die konventionelle Landwirtschaft bei immer größer werdenden Betrieben der richtige Weg sei, ist eine Lüge. Es ist längst bewiesen, dass dabei auf Dauer die Erträge sinken, die Bodenfruchtbarkeit zerstört und das Wasser vergiftet wird.
    Wenn wir solche grundlegenden Änderungen nicht ins Auge fassen und in Gang setzen, haben wir auf Dauer wenige Überlebenschancen. Aber vielleicht sind ja Kriege die Lösung?

  28. Werner Leucht, Neckarsulm sagt:

    Erdbeerpflanzen, die durch ganz Europa gefahren werden, unübersehbare Zutaten, unklare Siegel, nur einige wenige Dinge, die den alltäglichen Wahnsinn in der EU ausmachen. Das zuständige Bundesministerium verweist auf die EU. Sophie Unger von der Organisation Foodwatch hält dies für eine Ausrede. Frankreich, Italien und Griechenland seien da schon weiter. Österreichs Marktkette Spar vertreibt viele Waren aus dem regionalen Umkreis. Auch kleinere Anbieter aus dem Umkreis werden berücksichtigt. Was wir also dringend brauchen, ist die genaue Bezeichnung, wo unsere Lebenmittel herkommen und eine genaue Kennzeichnung der Zutaten und der Verarbeitungsschritte. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

  29. An alle
    Konsens scheint zu herrschen über den Tatbestand, dass die Klimaentwicklung, wie auch die Umweltzerstörung, die Beeinträchtigung von Trinkwasser durch Überdüngung und vieles Andere, wie in den Beiträgen genannt, unsere Weiterexistenz in Frage stellt. Nun haben wir eine Regierung im Bund und eine Reihe in den Ländern, die zwar einerseits sagen und per Gesetz dazu verpflichtet sind, die Umwelt im weitesten Rahmen zu schützen, aber es definitiv nicht nur nicht tun, sondern aktiv das Gegenteil tun. Nun muss man doch von der Staatsanwaltschaft erwarten, dass sie in diesem Fall eingreift und den jeweiligen Staatsorganen auf die Finger klopft. Es kommen eigentlich alle infrage, vom Bundeskanzleramt über die Ministerien der Landwirtschaft, des Verkehrs, der Umwelt,um die wichtigsten zu nennen.Frage : Was nützt das beste Grundgesetz, wenn sich keiner drum kümmert ? Was ist los mit unserer Justiz ?

  30. Hallo Herr Rath,
    sie sprechen in Rätseln, auf welchem Stern leben sie ?

  31. Ralf Rath sagt:

    @Jürgen H.Winter, 18.8.2019, 23:58h

    Die Vorläufer der heutigen Modellrechnungen des Weltklimarats waren schon gegen Ende der 1980er Jahre Gegenstand meines Studiums der Sozialwissenschaften in Göttingen. Schon damals lautete die Erkenntnis, dass die Wirklichkeit nicht den Modellen folgt. Wenn Sie demgegenüber anderer Ansicht sind, müssten Sie sich dafür rechtfertigen. Stattdessen greifen Sie meine Person an. Das spricht nicht für Sie.

  32. Bronski sagt:

    @ Ralf Rath

    Bitte bleiben Sie freundlich. Hören Sie insbesondere auf, andere User zu Rechtfertigungen aufzufordern. Wenn Sie wollen, dass man Sie versteht, drücken Sie sich bitte so aus, dass man Sie tatsächlich verstehen kann. Sie erinnern sich, dass wir dieses Problem schon einmal hatten? Ich habe Sie damals gesperrt. Jetzt habe ich Sie wieder zugelassen, weil es Kritik an meiner Praxis der Hausverbote gab, aber ich kann nicht erkennen, dass Sie hier in einer Weise mitreden wollen, die auf Austausch angelegt ist. Das hat sich nicht geändert. Die Gefahr besteht wie damals, dass Sie andere UserInnen vergraulen. Ich fordere Sie daher auf, zugewandter aufzutreten.

    Noch ein Wort zu Ihrem apodiktischen Satz: „Schon damals lautete die Erkenntnis, dass die Wirklichkeit nicht den Modellen folgt.“

    Das stimmt nicht. Richtig müsste der Satz lauten: Schon damals lautete die Erkenntnis, dass die real zu besichtigenden Phänomene zu komplex waren, um sie mit den damals zur Verfügung stehenden Modellrechnungen schon abbilden bzw. verstehen zu können. Nicht: Die Wirklichkeit folgte den Modellen nicht. Sondern: Die Modelle kamen der Wirklichkeit nicht hinterher. Das ist heute immer noch so, aber die Computermodelle sind sehr viel komplexer und aussagekräftiger geworden, und dem folgend versteht die Wissenschaft heute auch das Klima besser als vor 40 Jahren.

  33. Ralf Rath sagt:

    @ Bronski

    Wie Sie eventuell wissen, wird Leuten wie mir zugeschrieben, „erbarmungslos“ zu sein (wie erst jüngst wieder, siehe: Dunkel et al. (Hg.): Blick zurück nach vorn, Frankfurt/New York, 2019, S. 23). Ob solch ein Urteil zutreffend ist oder nicht, will ich nicht kommentieren. Was dabei jedoch nicht in Abrede gestellt werden sollte, ist, dass ich zumindest im Ansatz dem Ernst der Lage versuche gerecht zu werden. Das bedeutet vor allem: Bevor ich mich mit Modellen auseinandersetze, ist es mir wichtiger, Zugang zur empirisch stets vollständigen Wirklichkeit zu finden und mir davon einen eigenen Begriff zu machen. Im Übrigen ist mein Thema hier im FR-Blog nicht der „Entzug der Arbeit“, wie von Jürgen H. Winter behauptet, sondern die sich dem Einzelnen entziehende Arbeitskraft, sobald Dritte falsch darauf zugreifen. Lösungen für globale Herausforderungen wie den Klimawandel bleiben dadurch von vornherein ausgeschlossen, weil es schlicht an einer dementsprechend geeigneten Gestalt des menschlichen Geistes mangelt, die dazu fähig wäre, einen neuen Lebensentwurf zu entwickeln.

  34. Bronski sagt:

    Sehen Sie, jetzt haben Sie sich mal so ausgedrückt, dass man mitkommt. Es stellt sich sogar heraus, dass Sie mit Herrn Winter eine Gemeinsamkeit haben. Auch er ist der Meinung, dass „es schlicht an einer dementsprechend geeigneten Gestalt des menschlichen Geistes mangelt, die dazu fähig wäre, einen neuen Lebensentwurf zu entwickeln“, wie Sie das nennen. Er kommt allerdings aus einer anderen Richtung dorthin: Für ihn ist es unsere genetische Ausstattung, die sich seit der Steinzeitmenschen nicht wesentlich weiterentwickelt hat, die uns daran hindert, adäquat zu reagieren. Er meint damit unser in der DNA enthaltenes Genom. Epigenetische Faktoren – also Erbgut, das zwar in der Zelle vorliegt und weiter vererbt wird, dass aber nicht Bestandteil der DNA ist – berücksichtigt er dabei nicht.
    Weiter so! Und freundlich bleiben!

  35. Hartmut Willibald Rencker sagt:

    Es gibt zwei sich überlagernde klimatische Effekte. Einmal die über astrophysikalische Schwankungen hinausgehende globale Erwärmung und draufgesattelt die starke Aufheizung von zubetonierten Ballungsräumen mit bis zu 6°C Gesamterwärmung. Die paar Grad mögen wenig erscheinen, weil wir gerne in Hundertereinheiten denken. Weil das thermische Wetterfenster aber nicht größer ist als ca. 30°C, sind das in Wahrheit 20%. Bei dieser Erwärung kann die Luft bis zu 40% mehr Wasser in Gestalt von Dampf aufnehmen. Und Dampf hat ein Energiepotenzial als würde man Wasser um 539°C erhitzen. Diese Energiebombe tobt sich aus, nicht unbedingt direkt über den Hitzezellen sondern in der größeren Zone der rotierenden thermischen Konvektion. Das neue Phänomen der heftigen Unwetter gibt es bei uns seit ca. 5 Jahren zunehmend. Die Dimension entspricht tropischen Gewittern, die im Regenwald nichts anrichten, wohl aber in unserer versiegelten Kultursteppe. Heftige Wetter sind „landschaftsgestaltend“. Ohne fetzendes Wasser gäbe es keine gegliederte Landschaft mit Bergen und Tälern. Für die Natur ist Starkregen kein wirkliches Problem, wohl aber für den Störfaktor Mensch, der auf absolute Stabilität angewiesen ist. Wir sind keine Nomaden mehr, die sich einfach einen neuen Lebensraum suchen können. Oder doch? Die Wanderungsbewegungen sind erst der Anfang.

  36. Ralf Rath sagt:

    Sich seriös der Frage wenigstens eines einzigen neuen Lebensentwurfs im Kontext des Klimawandels anzunähern, kommt nicht ohne einen Zugang zum Urquell zumindest der wissenschaftlichen Kreativität aus. Spätestens seit der Dissertation von Heinrich Popitz zu den Vorstellungen des jungen Marx, geht ein Rückgriff auf den Altvorderen der Kritik des Kapitalverhältnisses jedoch fehl. Laut Popitz kam Marx nie über ästhestisch-romantisierende Reminiszenzen hinaus. Adorno demgegenüber hält große Stücke auf das von ihm in einem offenen Brief an Horkheimer so bezeichnete „neurotische Denken“. Dessen Ausrottung durch die moderne Medizin könnte demnach ein gravierender Fehler sein. Zuvor befasste sich in den frühen 1920er Jahren bereits Karl Jaspers am Gegenstand der Schizophrenie etwa von Hölderlin oder van Gogh mit dem Problem. Sein Befund hört sich folgendermaßen an: „Wie eine kranke Muschel Perlen entstehen läßt, so können schizophrene Prozesse einzigartige geistige Werke entstehen lassen“. Die Erwartung könnte also größer nicht sein, dass „Krüppel“, wie sie Marcuse anerkennend nennt, den Schlüssel in den Händen haben, der zum Wohl aller das Tor zur Zukunft öffnet bzw. die Gefangenschaft in der Gegenwart infolge dessen womöglich schon längst ein jähes Ende gefunden hat.

  37. Bronski sagt:

    So, und jetzt bitte zurück zum Thema.

  38. hans sagt:

    zu @ Ralf Rath
    Die Menschen die gestern im Westkreis Offenbach gelebt haben als der Sturm ihnen das Dach über dem Kopf weg geweht hat könnten möglicherweise andere Erwartungen entwickeln als die von ihnen geäußerten. Ob sie größer sind möchte ich nicht beurteilen.

  39. Hallo Herr Rath,
    Ihr Zitat von Karl Jaspers hat einen eklatanten Mangel“ Wie eine kranke Muschel Perlen“ usw. Es sind ausgesprochen gesunde Muscheln, die Perlen herstellen, da sie eingedrungene Fremdkörper ummanteln. Herr Jaspers irrte hier also in seiner Folgerung. Im übrigen ist mir ihr wissenschaftlicher Umgang mit der Klimakrise nicht problembezogen genug. Es handelt sich um etwas sehr Reales, dem man wohl kaum mit dieser Denke beikommen kann. Man kann sehr wohl, wie Bronski mir unterstellt,zu dem Schluss kommen, dass Homo sapiens mit Problemen dieses Ausmaßes nicht umgehen kann, dass setzt aber voraus, dass man die Denkfähigkeit des Menschen evolutionär betrachtet, was erklärt, weshalb der Mensch wohl mit effektiv passierenden Katastrophen umgehen kann, aber nicht mit latent vorhandenen . Im übrigen ist die gegenwärtige Umweltkrise, die einzig der Mensch hervorgerufen hat, auf so vielen Gebieten nicht mehr beherrschbar, dass ein einzelner Mensch da wenig ausrichten könnte .Mit ihren großen Namen und deren Theorien kann ich leider wenig anfangen. Sie werden der Menschheit auch kaum helfen. Helfen wird, so hart das auch ist, eine Verschlimmerung der täglichen Situation, ein “ schöner “ Sommer, ein stark steigender Meeresspiegel, der die Grundstücke in Hamburg / Bremen wertlos macht, explodierende Weizenpreise, hunderte Verhungernde und ähnliches, denn das wird die Krise in eine immanente Katastrophe verwandeln, auf die Mensch reagieren kann, so einfach. Das aber ist der Denkfähigkeit von Homo sapiens geschuldet, die leider so begrenzt ist, dass pausenlos Dinge erfunden wurden und werden, ohne zu bedenken, wozu das jeweils führt. Unsere ganze Industrieentwicklung basiert letztlich auf der Erfindung des Feuers, danach wurde nur noch alles was brennt erfunden, ohne zu überlegen, wozu das führen würde. Plastik ist ein gutes Beispiel, wieso ist niemand darauf gekommen, dass das ganze Teufelszeug nach Benutzung nicht verschwindet ? Das wäre leicht gewesen .Was schütten wir heute noch in die Flüsse, mit Folgen, von denen wir nichts ahnen? Wieso vergiften wir einen großen Teil unserer Landschaft mit den verschiedensten Substanzen, nur um weniger Vorteile willen ? Es ist hirnlos , es hilft nichts Und da kommen sie mir „neurotischem Denken „. Etwas Nachdenken würde reichen. Aber das führt alles zu weit und hilft auch nicht.

  40. Ralf Rath sagt:

    @hans
    @Jürgen H.Winter

    Die New York Times druckte am 25. Mai 1946 auf der dortigen Seite 11 einen Auszug aus einem Telegramm ab und zitierte Albert Einstein mit den Worten: „A new type of thinking is essential if mankind is to survive and move toward higher levels“. Was also tun, wenn die Wege zu einer höheren Ebene des Denkens versperrt sind und damit das Überleben der Menschheit auf dem Spiel steht? Meine Hoffnung entspringt der Widersprüchlichkeit solch einer Konstellation, die nicht lange durchgehalten werden kann. Es wird sich dann zeigen, was danach kommt.

  41. Tilman Kluge sagt:

    Alle Gedanken über eine Besteuerung von CO2-Emissionen und Honorierung von Verhalten, das diese Emissionen verringert, mögen ehrenswert sein. Unerwähnt bleibe umso mehr. dass man zuerst CO2-Verbrauch, also Maßnahmen, die der Atmosphäre CO2 entziehen, honorieren müsste. Zu den Profiteuren zählten vor allem Landwirtschaft, Forst und Gärtnereien, aber auch Kommunen und Bürger, die Dächer und Freiflächen begrünten, anstatt sie kahl und oft unansehnlich zu belassen. Denn Pflanzen seien die idealen CO2-Verbraucher, auf Dächern gut kombinierbar mit Solarenergigewinnungsanlagen. Wer ihnen Platz schaffe, sorge auch für öffentlichen Benefit, für den sich die Öffentlichkeit auch in Sachen CO2 in höherem finanziellen Maße erkenntlich zeigen müsse.

  42. Wolfgang Guhr sagt:

    Die vorhandene Kapazität moderner Erdgaskraftwerke liegt bei 29.4 GWh, genutzt werden davon nur rund 15 Prozentim Jahr. Knapp 25 Prozent Strom stammen aus Braunkohle, mit 1170 Gramm CO2/kWh. Moderne Erdgaskraftwerke liegen bei 330 Gramm CO2/kWh. Durch Umstellung von Braunkohle auf Erdgas können 840 Gramm CO2/kWh eingespart werden. Wenn wir 15 GWh auf vorhandene Erdgaskraftwerke umstellen, sinkt der deutsche CO2-Ausstoß von 800 Mio. Tonnen auf 690 Mio. Tonnen im Jahr. Die Luft wird mit Sicherheit deutlich besser. Den höheren Strompreis kann man einfach mit der geplanten CO2-Steuer kompensieren. Arbeitsplätze für solch dreckigen Strom aus Braunkohle gibt es nur in Deutschland. Das hätten wir uns schon lange nicht mehr leisten dürfen. Die Umstellung hätte schon vor zehn Jahren erfolgen können. Der CO2-Wert läge heute messbar niedriger auf der ganzen Welt.

  43. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Jürgen H. Winter

    Hallo, Herr Winter,
    ich habe jetzt nicht die Muße, in diese spezielle Debatte einzusteigen. Aber ich wollte Ihnen gerne rückmelden, dass ich mit Ihren Gedankengängen viel anfangen kann.
    Wir Menschen schaffen es einfach nicht das Notwendige zu tun. Erst die Katastrophe, und dann geht’s für eine Weile.
    Wir sollten, aber wir tun’s nicht … (frei nach Tucholski).

  44. Ralf Rath sagt:

    Insofern hans hier im FR-Blog bei nahezu jeder sich bietenden Gelegenheit sich für Formen der technischen Rationalisierung ausspricht, will ich ihn noch nachträglich darauf aufmerksam machen, dass ohne eine geeignete Arbeitsorganisation der menschliche Geist, der dazu nötig ist, sich nicht frei entfalten kann. Meine Kritik rührt daher nicht von einer etwaigen Technikfeindlichkeit her. Vielmehr suche ich nach Möglichkeiten, wie der je individuelle Genius angesichts einer restringierenden Praxis dennoch lebendig bleibt. Sollte es realiter diese Freiheit nicht geben, kann bereits systemisch die sich immer rascher vollziehende Erderwärmung niemals begrenzt werden. Es wäre dann völlig gleichgültig, welche Maßnahmen diskutiert und ergriffen werden. In jedem Fall würden sie zwingend ins Leere laufen. Einzig auf den Eintritt des eigenen Todes zu warten, stünde noch als Option offen.

  45. Hallo Herr Rath,
    da hat Einstein ja völlig recht, aber wo soll es herkommen ? Es gibt da ein Patt zwischen dem was sein muss und dem was möglich erscheint. Die Politik scheint nicht zu begreifen, dass sie handeln muss, egal wie entbehrungsreich es wird.

  46. Hallo Herr Malyssek, schön von ihnen zu hören und Danke für die Zustimmung.
    Es gibt doch allgemein viel Zustimmung, dass etwas passieren muss. Es gibt noch nicht genug Einsicht in die Tatsache, dass die Politik allgemein in diesem Land sich weigert, den absoluten Imperativ anzuerkennen. Die Lawine ist unterwegs und sie ist nicht aufzuhalten, wir können nur versuchen, die Schäden klein zu halten, aber selbst das ist gegenwärtig nicht auf der Agenda. Auch bei den meisten Menschen nicht Wir werden warten müssen, bis die harten Schläge kommen, es hilft nichts.
    Ja, Herr Guhr, sie haben völlig Recht, Gaskraftwerke wären deutlich besser, es sind ja welche da, aber man verbrennt lieber Braunkohle, die Lobby will es so, nicht der Verstand. Es ist wie beim Artensterben, man betrauert den Verlust von Insekten, Vögeln , Kleintieren, gleichzeitig vergiftet man im großen Maßstab die Landschaft. Schizophrener geht es nicht. Wenn man wirklich etwas ändern wollte, müsste das Verhalten seitens des Staates ein völlig anderes sein. Die Bürger werden mit einer unerträglichen Frechheit belogen, das ist das Problem. Was mich wundert , ist, dass die meisten Bürger es einfach hinnehmen, ja die meisten scheinen es noch nicht einmal zu merken.

  47. hans sagt:

    zu @ Ralf Rath
    Ich habe eigentlich auch keine große Hoffnung das es zu einer Einsicht kommt aus der Maßnahmen gegen den Klimawandel resultieren könnten. Dazu denken die Menschen letztlich alle zu kurzfristig. Allerdings glaube ich auch das Maßnahmen mit denen man kurzfristig Geld verdienen kann umgesetzt werden. Es gibt zwar auch Menschen die das verhindern wollen weil sie viel Geld verlieren wenn die Kohlenstoffe entwertet werden, aber das kann nur eine Frage der Zeit sein bis sich der technische Fortschritt durchsetzt. Das die EE auch gut für das Klima sind ist Zufall.

  48. Johannes Bickel sagt:

    Die These, die wachsende Bevölkerung insbesondere in den Entwicklungsländern bedrohe das Klima und gefährde die natürlichen Ressourcen, hört man öfter, sie ist aber nicht zutreffend, da zu global. Vor allem muss zwischen einzelnen Ländern differenziert werden: Die CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr betragen in Deutschland ca. 11 t, in den USA ca. 16 t, in armen Ländern jedoch nur 1-2 t. Jeder Neugeborene in Deutschland oder den USA belastet das Klima also 10 – 15 mal so viel wie ein Neugeborener in Entwicklungsländern! Ähnlich dürfte es sich mit dem Ressourcenverbrauch pro Kopf und Jahr verhalten. Dies zeigt eindeutig, dass der Klimawandel, der inzwischen in allen Regionen unübersehbar geworden ist, am meisten durch unseren Lebenswandel und das Wirtschaftssystem in den reichen Ländern bedroht ist, die zu den klimaschädlichen Emissionen führen.

  49. Ralf Rath sagt:

    Wenn Seele und Geistigkeit des einzelnen Menschen verlangen, dass auch der Kampf auf Leben und Tod der Form bedarf, wie Helmuth Plessner schon im Jahr 1924 in der so genannten „Grenzschrift“ zu verstehen gibt, müsste unter dem Aspekt des Einstein’schen Plädoyers für einen neuen Typus des Denkens, der das Überleben der Menschheit ermöglicht, vorrangig die Rationalisierungsform im Mittelpunkt der Betrachtung stehen. Nicht das Was der gegenwärtigen Lebens- und Produktionsweise in den hochentwickelten Industriegesellschaften wäre zuvörderst zu kritisieren, sondern das Wie, wenn ernstlich Lösungen für das andernfalls bald unweigerlich kippende Weltklima angestrebt werden. Zwar vollzieht sich gemäß dem Befund der hiesigen Industriesoziologie seit spätestens den frühen 1990er Jahren ein Wechsel des Rationalisierungsparadigmas menschlicher Arbeit mit globaler Wirkung. Die Geschwindigkeit des gesellschaftlichen Prozesses solch einer großen Transformation lässt sich aber nicht beliebig beschleunigen. Immerhin ist inzwischen rund ein Vierteljahrhundert vergangen und die Industriebetriebe in den Kernsektoren der deutschen Volkswirtschaft haben immer noch massiv mit sehr starken Beharrungskräften zu tun; wobei nicht zuletzt Gewerkschaften an den längst überkommenen Formen aus dem vermeintlich „Goldenen Zeitalter“ der 1950er und 1960er Jahre festhalten. Angesichts dessen steht zu befürchten, dass die von der Bundesregierung am 20. September dieses Jahres vorgeschlagenen Maßnahmen viel zu unterkomplex sind und in der Tat bei weitem zu kurz greifen, wie hans heute bereits reklamiert hat.

  50. hans sagt:

    Es ist ein Wettrennen mit ungewissem Ausgang. Die Energiewende wird kommen auf der ganzen Welt, aber nicht aus ökologischen Gründen sondern aus ökonomischen Gründen. Das es so ist, ist das was ich, in dem ich Beispiele einstelle, beweisen möchte. Letztes Jahr wurden ca 100 GW Solar weltweit zugebaut. Dieses Jahr werden es wohl zwischen 120 und 140 GW sein und bis 2025 geschätzt 400 GW. Das passiert nicht weil jemand das Klima retten will sondern weil Solarenergie inzwischen die billigste Form der Stromerzeugung ist. Dieser inzwischen erreichte Umstand ist auch für den Klimaschutz eine Chance die ergriffen werden muss. Also langfristig wie kurzfristig eine Win/Win Situation. In D. ist das noch nicht so richtig angekommen wie es scheint. Allerdings hört man von unserem Wirtschaftsminister manchmal erstaunliche Worte. Die Ausschreibungen die in D. für Wind und Solar die letzten Jahre durchgeführt worden sind sollten auch einem CDU Minister aufzeigen wo es in Zukunft hin gehen sollte. Deshalb bin ich auch gespannt was da im September kommen wird.

  51. Ja, Herr Bickel, sie haben völlig Recht. Die sogenannten Entwicklungsländer sind an der Misere nicht Schuld, es sind die ach so tollen Industrieländer, die ohne Rücksicht auf Verluste, bis zum heutigen Tag den Karren weiter in der Morast fahren, um es mal blumenreich zu beschreiben. Ein gutes Beispiel war in den Tagesthemen gestern Abend zu bestaunen. Frau Mioska interviewte Frau Neuberger (?) die für Fridays for future befragt wurde.Mein Eindruck war so negativ wie möglich. Von oben herab, sinngemäß, was soll das alles, sie haben doch auch keine Antworten, das geht doch so alles nicht usw. Was, wie immer, nicht rüberkam, war, wir haben gar keine andere Möglichkeit,als jetzt etwas zu tun, es wird mit jedem Tag schwieriger. Das ist die Situation . Das eigentliche Problem mit den Entwicklungsländern ist, dass durch die jetzige Situation in zunehmenden Maße Flüchtlinge produziert werden, die an ihrem Wohnort keine Lebensmöglichkeit mehr haben ,verhungern oder flüchten, ist die Devise. Die Industriestaaten, die eigentlichen Verursacher, schotten sich ab, weigern sich aber weitgehend, ihren Lebensstil zu ändern. Mit anderen Worten, die Klimakrise hat uns alle schon fest im Griff, wobei es uns noch, ich wiederhole, noch gut geht. Was bringt die Zukunft ?

  52. Jon Pahlow sagt:

    Ihre täglichen Berichte über unsere globalen und nationalen Missstände auf allen Gebieten möchte ich gar nicht kommentieren. Es wird nicht besser. Der Irrsinn feiert fröhliche Urständ. Wir haben aber nebenbei noch eine blühende Kultur, frei vom Internet, die vielen herrlichen Schrebergärten. Wenn ich daran vorbeiradle, kann ich nicht unglücklich sein! Alle Selbstversorger, zB. hier auch die Rosisten etc. werden von der Natur durch ihr Engagement beschenkt. Jede Gartenlaube birgt ein Paradies. Ich hatte auch eine geliebte Laube, aber ohne Telefon. Ich war unauffindbar! Herrlich! Das ist heute leider durch das Smartphone anders.
    Was mir noch gut in Erinnerung ist, als mir ein spanischer Freund erzählte, dass seine Eltern nach der Rückkehr aus Alemania von der großen Armut hier berichteten, denn ein großer Teil der Deutschen müsste in so kleinen Häuschen leben.

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