Wir tauschen die wertvolle Natur gegen nahezu wertloses Geld ein

Die Bundesregierung hat ein Klimapaketchen auf den Weg gebracht, ein Sammelsurium von Gesetzen und Regelungen, die für sich zum Teil durchaus Sinn machen wie die Senkung der Mehrwertsteuer für Bahntickets, Fliegen wird ein paar Euro teurer – ein großer Wurf sieht anders aus. Es wird zum Beispiel einen (lächerlich geringen) CO2-Preis geben – jedoch nicht gleich, sondern in zwei Jahren. Der soll dann steigen. Alte Ölheizungen sollen ausgemustert, jedoch nicht grundsätzlich verboten werden. Der Teufel steckt bei vielen dieser Einzelfragen im Detail, und es zeigt sich, dass so etwas wie ein großer Wurf in einem hochdifferenzierten Land wie Deutschland wohl schwer zu haben sein wird, da an unendlich vielen gesetzlichen Stellschrauben gedreht werden muss. Trotzdem führt kein Weg daran vorbei, dass ein solcher großer Wurf benötigt wird, denn die Zeit läuft uns davon. Und zugleich stockt der Ausbau der Windkraft. Ohne sie wird es nicht gehen.

Die Regierung hat lange geschlafen. Jetzt ist sie aufgewacht, um zunächst einmal zu konstatieren, dass die Klimaziele, die Deutschland eigentlich 2020 hätte erreichen sollen, wohl nicht vor dem Jahr 2025 erreicht werden können. Der Zustand der Deutschen Bahn steht bildhaft für die Misere: Der schlanke – manche sagen auch: der neoliberale – Staat wollte zu viel den Märkten überlassen und sich selbst möglichst raushalten. Darum hat die Bahn derzeit einen sagenhaften Investitionsstau. Er beläuft sich nach Schätzung von Bahnvorstand Ronald Pofalla auf rund 156 Milliarden Euro für Sanierung, Ausbau und Digitalisierung des Schienennetzes die im kommenden Jahrzehnt. Was da alles schiefgelaufen ist, zeigt beispielhaft dieser Artikel über Kleinsteinbach. Diese Gelder fließen allerdings nur, wenn es gelingt, diese Bauaufträge tatsächlich zu verteilen. Derzeit boomt die Baubranche in Deutschland, die Kapazitäten sind ausgeschöpft. Kann also durchaus sein, dass die Erneuerung des Schienennetzes nur stockend vorankommt. Früher hätten das zum Teil Bahn-Eigenbetriebe erledigt. Aber der Markt kann solche Dinge ja angeblich besser regeln.

Der lange Winterschlaf der deutschen Politik rächt sich nun. Dieser Rückstand lässt sich nur mit einem Kraftakt stemmen, mit einer Art Marshall-Plan. Wir wollen gleichzeitig raus aus der Kohleverstromung und der Atomkraft. Damit will Deutschland zum Vorreiter werden, während sich die Erkenntnis, dass es mit dem Ausbau der Atomkraft nichts wird, jetzt erst global um sich greift: Sie ist einfach viel zu teuer. Die Grünen stehen darum mit ihrem Vorschlag für einen Klimafonds deutlich besser da als die gegenwärtige Regierung. Das Problem wird sein, die Deutschen für diese Pläne zu gewinnen. Die Beharrungskräfte sind groß. Die Deutschen sagen zwar mehrheitlich, dass endlich etwas gegen den Klimawandel getan werden müsse, aber zugleich will eine Mehrheit damit nicht bei sich selbst anfangen. Ob die Bereitschaft dazu wohl im nächsten Hitzesommer wächst?

Balken 4Sterbehilfe für die menschliche Zivilisation

Die Wissenschaft und Greta Thunberg sind sich einig: entweder wir erreichen in der nächsten Dekade das Ende der fossilen Brennstoffe oder wir laufen Gefahr, das wir nie gekannte Dürren, Hitzewellen, Starkregen, Stürme, Trinkwassermangel und den täglichen Kampf um Nahrungsmittel erleben.
Ungezügelte Profitgier und Beratungsresistenz bedrohen neben der volkswirtschaftlichen Stabilität auch die Lebensgrundlagen der nächsten Generationen. Die Artenvielfalt von Tiere und Pflanzen ist ebenfalls massiv bedroht.
Doch die Bundesregierung hat immer noch nichts verstanden, keinen funktionierenden Masterplan und scheint zudem kein Gespür für Gefahren zu besitzen.
Die jahrelange Untätigkeit beim Klimaschutz belastet die Haushaltskasse vermutlich bis zu 36 Milliarden Euro für CO2-Ausgleichszertifikate.
Industrielle Massentierhaltung und ungezügelte Fleischproduktion für den Export sind ebenfalls für hohe CO2 – Konzentrationen verantwortlich. Durch die entstehende Gülle auf Äcker sickert Nitrat in das Grundwasser. Leider oft weit oberhalb der zulässigen Grenzwerte. Ab Oktober 2019 ist dafür eine EU-Strafzahlung von 850.000 Euro pro Tag möglich. Gesundheitsbelastungen steigen genauso an wie die Kosten, um das verseuchte Trinkwasser zu reinigen.
Sinnlose Subventionen bei Dienstwagen, Dieselpreise, in der Massentierhaltung, Kerosin, Kurzflüge, Kreuzfahrtschiffe, Heizungen mit fossilen Brennstoffen, Gasfernleitungen und Flüssiggasterminals erzeugen weiter unnötiges CO2.
Eine CO2-Bepreisung mit 10 Euro pro CO2-Tonne bewirkt eine soziale Schieflage bei Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten und sorgt für eine tiefe Spaltung der Gesellschaft.
Es gibt keine Lenkungswirkung durch die geplante CO2-Steuer, zumal diese erst in zwei Jahre starten soll. Genauso das Verbot von Ölheizungen erst nach sieben Jahren in 2026. Natürlich ist das viel zu spät.
Zum massiven Ausbau von erneuerbaren Energien und Speicher steht im Eckpunktenpapier nichts drin, was sich klimarelevant auswirken könnte.
Die Natur ist gnadenlos. Sie verhandelt nicht, kennt keine Profite, Kompromisse, links oder rechts, arm oder reich. Die Uhr läuft erbarmungslos ab.
In Zeiten, wo jedes Zehntel Grad jährliche Erderwärmung weniger und praktisch jede Stunde Abwarten entscheidend ist für Sein oder Nicht-Sein der nächsten Generationen, dürfen die gewählten Politiker keine CO2-Einsparpotentiale und Steuergelder sinnlos verschleudern.
Diese mutlose Bundesregierung ist am Ende. Wenn die SPD das mit den Pariser Klimaschutzzielen unvereinbaren Klimapäckchen der hilflosen CDU / CSU mitträgt, ist auch das Ende der SPD unausweichlich.
Wer Sterbehilfe für die menschliche Zivilisation leistet bekommt die Höchststrafe: Abstrafung durch die Wähler. Hoffentlich nicht zu spät.

Jürgen Eiselt, Frankfurt

Balken 4Das Lebenswagnis der jungen Generation

Zunächst einmal möchte ich der FR meinen großen Dank dafür aussprechen, dass sie der „Fridays for Future“ – Bewegung das Forum geboten hat, unsere existenziellen Probleme aus ihrer Sicht darzustellen. Damit wird die FR in besonderem Maße ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht und gibt denjenigen eine Stimme, die sich im etablierten Machtgefüge sonst nur schwer Gehör verschaffen können. Ich wünsche der FR, dass sie mit diesem Engagement viele Leser hinzu gewinnt.
Die sicher historische Rede der kleinen großen Greta Thunberg beim UN-Klimagipfel in New York hat mich zutiefst berührt. Für mich war die junge Schwedin in dieser großen Versammlung die Einzige, die auf die aufziehenden Umweltkatastrophen emotional und intellektuell angemessen reagiert hat: mit Traurigkeit,Wut und konsequenten Forderungen. Mit dieser Haltung stand sie einem Publikum gegenüber, das in saturierter Selbstgefälligkeit, aus Partikularinteressen oder aber auch aus eigener Notlage jenen psychischen Mechanismus betätigte, der gemeinhin als Verdrängung bezeichnet wird. Die emotionale Betroffenheit hält sich bei solcher Art Selbstparalyse in Grenzen. Dies ist nicht gesund.
Natürlich gibt sich der Gipfel, wie auch unsere Bundesregierung, besorgt und mahnt dabei an, dass er auch andere Kriterien zu berücksichtigen habe, insbesondere Ausgewogenheit im Interessenausgleich zwischen den Nationen.
„How dare you“ , wirft Greta der Versammlung entgegen. Ein so kurzer wie genialer Satz! Ein Wagnis geht man ein, wenn der Ausgang einer Handlung ungewiss ist, ein Risiko enthält. Welches? Scheinbar sehen die Regierungsverantwortlichen ihr Hauptrisiko in Wettbewerbsnachteilen auf Grund zu ambitionierter nationaler Klimagesetzgebung. Wenn man jedoch letztere nicht wagt, so geht man das andere, scheinbar aufschiebbare Wagnis ein, dass unser zukünftiges Leben von Extremereignissen und einer kaum noch zur Selbstheilung fähigen Natur dominiert wird. Die Führer der Nationen, meist Menschen mit nur noch beschränkter persönlicher Restlebenszeit, können es wagen, weil sie damit etwas anderes meinen, als mit dem zunehmend angstbesetzten Lebenswagnis der jungen Generation verbunden ist.
Die zentralen Fragen, die jeder Entscheidung vorangehen sollten, betreffen doch die Art, wie wir leben wollen. Wir stellen sie nicht, sondern geben unsere Handlungskompetenz an strukturell determinierte Sachzwangszenarien ab. Auf diese Weise ist unser Leben zu einer beispiellosen Materialschlacht geworden, bei der jeder Kauf wie bei einem Junkie die unendliche Perpetuierung des weiteren Kaufens erzeugt. Wird unsere Existenz eines Tages nur noch darin bestehen, unseren genialen Geräten dabei zuzuschauen, wie sie unser Leben leben? Was ist das für ein Geschäft, bei dem man etwas äußerst Wertvolles, unsere lebendige Natur, gegen etwas nahezu Wertloses, nämlich Geld, eintauscht? Wollen wir wirklich in dieser sinnentleerten Renditewelt mit ihren ausgeräumten Landschaften leben, in denen die Menschen, die anderen Tiere und die Pflanzen zugrunde gehen?
Wie könnt ihr es wagen ?!

Harald Blumhoff, Bassum

Balken 4Drei Euro für den Sprit

Klimaschutz heißt letztlich weniger Verbrauch für unser aller rohstoffabhängige Wirtschaft. Jeder (Nicht-) Kauf zählt. Das Passivhaus sichert langfristig Kühl- und Heizenergie. Eine große Windanlage spart uns jährlich 10 000 Tonnen CO2. Zu haben sind normale Autos mit einer Drei vor dem Verbrauchskomma. Es ist ein Beitrag. Technisch machbar sind aerodynamische Tandemsitzer unter vier kWh als Elektro bzw. unter einem Liter auf 100 Kilometer. Damit wären Pendler vorbereitet auf drei Euro für den Sprit.

Johannes Laubrock, Aurich

Balken 4Das Ende der Massentierhaltung würde den Planeten entlasten

Dass Greta Thunberg und die jungen Leute so viel Aufmerksamkeit erhalten haben, erklärt sich aus dem vorherigen Verhalten der Politik: leugnend oder verharmlosend, abbremsend, widerwillig. Seit vielen Jahren ist fast alles bekannt, aber nur wenig ist geschehen. Greta Thunberg und die jungen Leute verdienen für ihr Engagement Lob und Anerkennung. Sie haben die herrschende Politi beschämt.
Die notwendige Umkehr in Produktions- und Lebensweise ist eine Daueraufgabe und muss – wie jeder Strukturwandel – sozialverträglich gestaltet werden. Es gibt viele Möglichkeiten anzufangen. Wir setzen uns seit Langem für die Abschaffung der Massentierhaltung ein. Es ist schwer, das Elend der Tiere zu beschreiben (Transporte über lange Strecken, riesige Hallen mit verrohrten Böden, Schreddern männlicher Küken, Ferkeln ohne Betäubung die Hoden abschneiden). Politik auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes müsste sofort einschreiten – tut sie aber nicht. Eine Ende der Massentierhaltung würde auch den Planeten erheblich entlasten.

Irene und Walter Hillgärtner, Echzell

Balken 4Miserable Klima-Vorbilder

Weltklimaschutz: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU, AKK) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) reisen kurz hintereinander einzeln in drei fast leeren Regierungsfliegern in die USA. Paradox, denn uns Bürgern wird wegen des Klimawandels und des hohen CO2-Ausstoßes vonseiten der GroKo-4.0-Bundesregierung in Deutschland immer wieder gepredigt, speziell bei fossilen Autofahrten zum Arbeitsplatz doch unbedingt Fahrgemeinschaften zu bilden.
„Darüber hinaus muss das klimaschädliche CO2 einen hohen Preis haben, damit es Anreize zur Vermeidung gibt“, so sagt es wenigstens die Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Und was machen unsere besagten drei Klimaschädlinge – Merkel, AKK und Maas – nach Verabschiedung des Klimaschutzpaketes? Sie fliegen einzeln und überaus egoistisch kurz hintereinander zum UN-Klimagipfel und zur UN-Generalversammlung nach New York bzw. AKK zur ihrem Kollegen Mark Esper ins Pentagon nach Washington, damit so völlig überflüssig Euro-Steuergeld verbrannt und zusätzliches CO2 ausgestoßen werden kann.
Was sind das für miserable Klima-Vorbilder und teuflische Klimasünder dazu! Fuck You, Climate-Kanzlerin und Klima-Kabinett! Make it like Greta Thunberg! Per Segeltörn z. B. mit der Gorch Fo(u)ck in die USA, damit Gretas Traum von einer klimaneutralen Welt nicht mutwillig zerstört wird. Dann sind die deutschen Klima-Flüchtlinge sicher auch bei den Vereinten Nationen willkommen.
Wie kann der Traum der Fridays-For-Future-Bewegung trotzalledem Wirklichkeit werden? Eine Grundvoraussetzung dafür ist meines Erachtens der gänzliche Verzicht auf fossile und umweltzerstörerische Kriege um Öl, Geld und Macht bzw. die Beendigung des weltweiten Wettrüstens zugunsten des Klimaschutzes und der Gerechtigkeit auf unserer Erde 21.

Roland Klose, Bad Fredeburg

Balken 4Dann kann man gleich mit Kohle heizen

Dass die Bundesregierung Ölheizungen verbieten will, ist erstmal lobenswert. Der späte Termin (bis 2026!) und die Bereitschaft, auch für neue Ölheizungen eine Prämie zu zahlen, irritiert allerdings. Wäre es nicht sinnvoller, nur diejenigen Besitzer mit einer Abwrackprämie zu unterstützen, die auf Öl verzichten? ( Der alternative Kohlenstoff-haltige Brennstoff mit der günstigsten CO2-Bilanz ist Erdgas. Anders als zu lesen ist, braucht die Erdgas-Therme keinen Tank. Sie heizt und liefert bei Bedarf gleichzeitig Warmwasser aus dem integrierten Wasserspeicher. Wie ein Durchlauferhitzer.)
Jetzt erkläre mir bitte jemand, wieso immer wieder die denkbar ungeeignete aber öffentlich geförderte Pelletheizung empfohlen wird! „Pelletheizungen…gelten als sehr klimafreundlich.“ „Bei der klimafreundlichen Variante einer Holzheizung …“ „Wer Holz nutzt, heizt quasi klimaneutral. Schließlich stößt das Holz bei der Verbrennung nur so viel CO2 aus, wie der Baum während seines Wachstums gebunden hat.“ Das Letzte stimmt. Das klimaschädliche Gas befindet sich dann aber in der Luft, nicht im Holz , wo es hingehört. Wenn gebundenes CO2 wieder freigesetzt werden darf, kann man ja gleich Kohle verfeuern – und die Bäume als Sammler stehen lassen.
Die Pelletheizung wäre nur klimafreundlich , wenn das CO2 im Abzug der Anlage sofort herausgefiltert würde. War der verfeuerte Baum eine 80jährige Buche, bräuchte ein nachgepflanzter Setzling 80 Jahre, um den CO2-Kreislauf wieder zu schließen.Die Emission des Schadgases findet in nur einer Heizperiode, nicht in 80 Jahren statt. Den Wärmestau veranlaßt nur das gerade in der Luft befindliche CO2. Im vorliegenden Szenario haben andere Bäume mit anderen Emittenten zu tun.
Ideal für das Klima, das wir so gerne erhalten wollen, war die Zeit, als CO2-Sammler und –Produzenten des Planeten ein Gleichgewicht bildeten. Heute treten auf der einen Seite der Waage Waldbrände und Abholzung als Störfaktor auf, auf der anderen Bevölkerungswachstum, Autos, Pelletheizungen.

Volker Knuth, Hamburg

28 Kommentare

  1. Es ist ja noch viel mehr schief gelaufen in diesem Land.
    Solar und Windkraft wurden aktiv abgewürgt, da sie der konventionellen Energieerzeugung im Weg waren.
    Die Landwirtschaftsindustrie ist der einzige Taktgeber für die Umwelt. Dinge wie Glyphosat und Neonicotinoide hätten längst abgeschafft werden müssen. Wurde durch diese Regierung verhindert.
    ÖPNV und Bahn wurden sträflich vernachlässigt. es ging immer nur um das Auto und die Strassen dafür.
    Digitalisierung wurde verschlafen.
    Einkommensentwicklung wurde nicht reguliert, so dass Arm und Reich immer weiter auseinander driften.
    Lobbyismus und Steuervermeidung feiern immer neue Erfolge, wobei die Leute hinter den Lobbyisten die Fäden ziehen, die Lobbyisten selbst sind nur bezahlte Lakaien.
    Man kann hier durchaus noch weiter machen.
    Es wäre ja nicht so schlimm, wenn nicht der Imperativ der Natur dahinter stehen würde. Wir haben keine Zeit und wir haben keine Alternative, als sofort zu handeln.
    Ziehen sie ihre eigenen Schlüsse aus der Situation. Glauben sie, dass etwas passiert seitens dieser Regierung ? Es muss also mit einem Fortschreiten der Entwicklung gerechnet werden. Erwärmung, Aussterben der Insekten, Vögel,Kleintiere allgemein. Man hat jetzt 30 Jahre lang nicht nur geschlafen, nein, man hat aktiv alles Nötige verhindert ! Das gilt es bekannt zu machen, es ist nicht nur Dummheit, nein es ist bewusstes Tun, um gewissen Menschen ihre Pfründe zu erhalten. Ein unglaublicher Vorgang.

  2. Bronski sagt:

    @ Jürgen H. Winter

    Das waren jetzt ziemlich viele Tatsachenbehauptungen, gipfelnd in der Formulierung: „Man hat aktiv alles Nötige verhindert.“ Das geht mir zu weit. Auch wenn der Augenschein Ihre Thesen zu bestätigen scheint: Sie befinden sich hier in einem Forum, das dem Presserecht verpflichtet ist, und das bedeutet, das Tatsachenbehauptungen belegt werden müssen. Geben Sie doch bitte ein paar Links zu den Quellen, aus denen Sie Ihre Einschätzung speisen. Das ist auch deswegen wichtig, damit wir nicht bei nebulösen Anschuldigungen stehenbleiben, sondern möglichst konkret werden. Also: Wo und wie wurde das Nötige aktiv verhindert? Wenn Sie das nicht mit Quellen belegen können, müssen Sie solche Dinge anders formulieren, so dass sie als Ihre Meinung zu erkennen sind und nicht als Tatsachenbehauptungen daherkommen.

  3. hans sagt:

    Das Problem wird sein, die Deutschen für diese Pläne zu gewinnen. Die Beharrungskräfte sind groß. Die Deutschen sagen zwar mehrheitlich, dass endlich etwas gegen den Klimawandel getan werden müsse, aber zugleich will eine Mehrheit damit nicht bei sich selbst anfangen. Ob die Bereitschaft dazu wohl im nächsten Hitzesommer wächst?

    Ist das wirklich so oder sind die Windkraftgegner nur laut und stark in den Medien vertreten. Unten stehende Umfrage lässt Zweifel aufkommen.

    https://www.top50-solar.de/newsclick.php?id=316043&link=https%3A%2F%2Fwww.iwr.de%2Fnews.php%3Fid%3D36393

  4. Hallo Bronski,
    es stand alles einmal oder auch mehrmals in der FR. Es erscheint mir als das, was wie sie ganz richtig sagen, dem gegenwärtigen Stand der Dinge entspricht. Mit dem was man als interessierter Bürger, der sich durch TV und Medien informiert, an Information bekommt.Das im Detail aufzulisten kann ich nicht leisten,dass es aber den Tatsachen entspricht werden sie wohl kaum bestreiten wollen. Also machen sie, was sie machen müssen. Ich dachte, wenn ich einen Beitrag im Blog veröffentliche ist das meine Meinung, zu der ich stehe, dafür wissen sie, wer ich bin . Im übrigen behaupte ich ja nichts, was dem aufgeklärten Bürger nicht sowieso klar wäre.

  5. Bronski sagt:

    Hallo Herr Winter,

    die Details, die Sie aufzählen, sind tatsächlich von zahlreichen Veröffentlichungen gedeckt. Im Prinzip wiederholen Sie ja nur, was ich in der Einleitung zu diesem Thread kritisiere. Ich frage mich trotzdem, ob das den Schluss rechtfertigt, „man“ habe „alles Nötige aktiv verhindert“, „es ist bewusstes Tun“. Das sind Ihre beiden Formulierungen, an denen ich mich störe. Sie implizieren, dass die kritisierte Politik – Abwürgen der Windkraft, Glyphosat, Vernachlässigung der Bahn und so weiter – mit dem Ziel betrieben wurde, Klimaschutz aktiv und bewusst zu verhindern. Und das wäre zu beweisen.
    Ich glaube das nicht. Ich glaube, dass die Politik einfach die falschen Prioritäten gesetzt hat. Politiker denken in Legislaturperioden, und sie wollen natürlich wiedergewählt werden. Also verfolgen sie eher kurzfristige Ziele, von denen sie sich etwas versprechen (können). Von unpopulären Zielen lassen sie dagegen die Finger. Ein populäres Ziel ist zum Beispiel, dass der Staat keine weiteren Schulden mehr machen soll. Dafür sind die Wählerinnen und Wähler offenbar bereit, die überall spürbar werdenden Einsparungen zu ertragen, ob bei der Polizei, bei den Lehrern, bei der Erhaltung unserer Infrastruktur (Schulen, Brücken usw.). Dass die Menschen dazu bereit sind, kann man daran erkennen, dass die Politik der „schwarzen Null“ wieder und wieder gewählt wurde und dass Wolfgang Schäuble einer der populärsten Politiker ist.
    Auch wenn eine Mehrheit der Deutschen Klimaschutz will, fasst die Politik dieses Themenfeld nur mit Zangen an, weil die Konsequenzen unpopulär sein und Einschränkungen bedeuten werden (weniger Flugreisen, vernünftige Autos, Geld ausgeben für Gebäudeeffizienz, Reduzierung des Fleischkonsums usw.). Ich sehe darin keine aktive Verhinderungspolitik, sondern ein Grundproblem von Politik in einer Demokratie.
    Natürlich darf man auch den Einfluss von Lobbyismus nicht ausblenden. Trotzdem: Solche Politikerschelte ist wohlfeil.

  6. Hallo Bronski, Hallo Herr Büge, vielen Dank für die Mühe, die sich mit mir machen. Ich glaube ich weiß, was Sie stört, es ist die Verschwörungstheorie (?), die mich umtreibt, dass die sogenannten Reichen so viel Macht über die Politik ausüben, dass diese gar keine eigene Politik betreiben, sondern nur der verlängerte Arm dieser Reichen sind. Sie sind der Hintergrund der Energieindustrie im weitesten Sinne. Für mich – und dies ist meine Meinung, die niemand teilen muss – ergibt sich nur Sinn, wenn man entlang dieser Schiene denkt, und das gilt nicht nur für die Politik in diesem Land, sondern weltweit. Es ist das Kapital, das herrscht. Das ist natürlich nicht neu, nur in unserem Land spürt man diese Macht an allen Ecken und Enden, für mich ist es so offensichtlich, weil gerade auf dem Klimasektor die Puzzlestücke so gut zusammenpassen. Natürlich, und da haben sie Recht, sollte man dies belegen, nur wie soll das gehen? In die Hinterzimmer kommt man nicht rein, man kann sich nur am Erscheinungsbild orientieren und sich eine Meinung bilden.
    Zum aktiven Abwürgen speziell der Sonnenkraft und der Windkraft, die ja von absoluter Wichtigkeit sind, wenn wir CO2-neutral werden wollen, kann man durchaus sprechen, wurden doch gerade in Freiberg bei Solarworld (mein Sohn hat dort ein paar Jahre gearbeitet) bewusst Arbeitsplätze vernichtet, ohne dass diese Leute in irgendeiner Form aufgefangen wurden, ganz im Gegensatz zu den Kohlearbeitsplätzen, zumindest der die heute existieren, die zig-tausende Arbeitsplätze, die früher auf der Strecke blieben, hatte die Treuhand zu verantworten, wobei dies ein Thema für sich ist.
    Jetzt ist die Windkraft dran, durch bürokratische Hemmnisse verschiedener Art praktisch lahmgelegt (verschiedene Artikel in der FR!). Man muss sich dabei vor Augen halten, dass die einzige Chance auf nennenswerte CO2-Einsparung durch die Windkraft erfolgen kann, gekoppelt mit Wasserstofftechnik zur Speicherung. Fragen sie Herrn Wille, der weiß alles darüber.
    Nun muss man sich doch die Frage stellen, warum. Wer profitiert? Wie im Krimi. Es ist für mich (Meinung!) ganz klar, es geht um die Nutzung der Kohle, die durch stark ausgebaute Windkraft etc., die heute konkurrenzfähig ist, aus dem Spiel gedrängt würde. Um das Volk ruhigzustellen, wird immer wieder der Vertrag bis 2038 als zukunftsführend genannt, nur ist er das meiner Meinung nach keineswegs, es hätte ihn in der Form nie geben dürfen. Der Imperativ der Natur lässt ein solches Handeln nicht zu.
    Ich folge ihnen nicht, wenn sie glauben, dass die Politik einfach nur Fehler gemacht hat, man unterschätzt da wohl die Leute, es gibt nicht nur die „Scheuers“.
    Fazit: Meiner Meinung nach ist zumindest auf dem Gebiet des Klimaschutzes durch die Regierung aktiv fast alles gebremst worden, was der Kohle und der Autoindustrie geschadet hätte. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass gegenwärtig der Anteil „grünen Stroms“ bei 14,8 % liegt (Quelle FR). Womit sollen die Stromautos eigentlich fahren? Mit Kohlestrom natürlich, was denn sonst. Passt ins Bild, wie ich finde.
    Ich hoffe, dass ich meinen Standpunkt ausreichend klar machen konnte und bedanke mich für ihre Aufmerksamkeit.

  7. hans sagt:

    Wenn man den untenstehenden Link liest hat man auch nicht den letzten Beweis aber man kann schon erkennen das die Windkraftgegner , wahrscheinlich gar nicht so viele siehe Link oben, gut organisiert sind. So eine Organisation muss jemand bezahlen. Es ist völlig klar das es Geldanlagen im mehreren 100 Milliarden Euro Bereich gibt die von der Energiewende bedroht sind und deshalb dagegen vorgeht. Wenn der Kohlenstoff nicht mehr abgebaut und verbrannt wird ist er auch nichts mehr wert. Das sich dieses Kapital gegen die Energiewende wert würde ich nicht als Verschwörung bezeichnen sondern ist eine eigentlich normale Reaktion. Das dieses Kapital gut in die Regierung vernetzt ist kann man spätestens dann vermuten wenn wieder ein Kanzler oder ähnliches dort seinen neuen Job findet wenn die politische Kariere zu Ende geht.

    https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/erfolgreiche-proteste-gegen-windkraft-der-deutsche-don-quijote-gewinnt-meist/24456760.html

  8. Werner Engelmann sagt:

    Ein geradezu paradigmatischer Hinweis über Hintergründe für die im Titel angesprochene Absurdität findet sich in dem im Vorspann verlinkten Artikel über die Bundesbahn.

    Da wird die Unfähigkeit der Bahn zur Erlangung von Wettbewerbsfähigkeit, konkret: Entlastung bei Einschränkungen durch laufende Bauarbeiten zu schaffen, vom Bahnvorstand wie folgt begründet:
    „Grund sei die Satzung der Bahn-Infrastrukturgesellschaften, die diese zur Gewinnorientierung verpflichte. Eine neue Strecke, Weichen oder Signale müssten demnach Einnahmen bringen – was bei Umleitungen nicht der Fall ist.“
    (https://www.fr.de/wirtschaft/spur-geraten-13122727.html)

  9. Werner Engelmann sagt:

    @ hans

    Danke für den Link!
    Nun wird da zwar kein Nachweis über eine von Energieriesen gesteuerte Anti-Windkraft-Lobby geliefert. Das ist aber auch gar nicht wesentlich.
    Entscheidend ist, wie die Fronten objektiv verlaufen und welche Ziele damit verbunden werden.
    Für die AfD, die auf alles aufspringt, was sich irgendwie für Hetze zu eignen scheint, ist das wohl klar. Bei den Energieriesen ist das schon etwas komplizierter. Nun könnte man vermuten, dass es da um „Besitzstandwahrung“ geht. So blöde wird man da aber auch nicht sein, um nicht zu begreifen, dass man zugleich Chancen des Einstiegs in Zukunftstechnologie vergibt. Und was die Vorstellungen der pseudogrünen Windkraftgegner von BUND betrifft, dürfte es wohl ganz konfus werden. Sich da in Spekulationen zu verirren, dürfte wenig Sinn haben.

    Wichtiger ist da, sich mit dem Versagen der Politik, heißt: sowohl der Regierung als auch des Gesetzgebers, zu befassen: Die – zum Schaden für die Allgemeinheit – nicht willens und in der Lage ist, eine als notwendig und richtig eingeschätzte Strukturveränderung auch durchzusetzen.
    Art. 14, Abs.2 GG lautet: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“
    Dass die sich daraus ergebende Möglichkeit der Enteignung zum „Wohle der Allgemeinheit“ so restriktiv gehandhabt wird, ist weder juristisch noch politisch nachvollziehbar.

    In Frankreich ist das völlig anders. Da wären so lächerliche juristische Verfahren, die über viele Jahre hinweg eine ökologische, ökonomische und soziale Umgestaltung blockieren, gar nicht denkbar.

  10. Hallo Herr Engelmann,
    die Misere der Bahn begann damit, dass Herr Mehdorn versuchte, die Bahn so gewinnbringend wie möglich zu machen, um sie an die Börse zu bringen. Das hat nicht so ganz geklappt, aber um das Ziel zu erreichen wurden diverse Streckenstillegungen durchgeführt, alles was zwar nötig , aber nicht gewinnbringend war, wurde still gelegt. Nun muss man nachschauen, wer hätte davon profitiert ? Kann ich aus meiner Froschperspektive nicht beantworten
    Ähnlich verhält es sich auf dem Agrarsektor.Bayer hat sich Monsanto gekauft, wobei jeder sich fragt was das denn soll angesichts der Probleme mit Glyphosaat etc. Nun, Glyphosat wurde erst einmal bis 2023 durchgewinkt. Neonicotinoide sind meines Wissens auch frei verkäuflich. Wenn man sich das ansieht geht Bayers Geschäft doch gut, die Hintermänner werden sich das wohl so ausgerechnet haben. Auch hier herrsch also der Mammon und nicht das Wohl der Umwelt. Ob die Insekten dabei drauf gehen scheint völlig egal zu sein, vom Rest der Fauna ganz zu schweigen. Die Erkenntnis, dass man Geld nicht essen kann, hat in diesem Land keinen Platz.Dies ist meine Meinung !

  11. Andrea Kaiser-Weiss sagt:

    Unser Leben in Wohlstand und Frieden beruht auf den Anstrengungen unserer Ahnen, und auf einer halbwegs intakten Natur. Diese müssen wir für unsere Kinder und die nachfolgenden Generationen bewahren, auch wenn es unterschiedliche politische Ansichten gibt.
    Der erste Schritt ist, der in rechtspopulistischen Kreisen Mode gewordenen Verleumdung der Wissenschaft und den lobbygestützten Desinformationskampagnen zum Klimawandel entgegenzutreten. Dafür zolle ich der FR Respekt.
    Der zweite nun dringend notwendige Schritt ist, dass jede verantwortungsvolle Partei jetzt wirkungsvolle Klimaschutzmassnahmen vorantreibt. Das muß der neue Maßstab für jede unserer Wahlentscheidungen werden, wir schulden das unseren Kindern und Nachfahren.

  12. Hallo Hans,
    der link zu den Windkraftgegnern ist schon sehr aufschlussreich, man muss sich doch fragen, wer oder was dahinter steckt. Wenn ich mir da die lärmgeplagten Frankfurter/Offenbacher Bürger ansehe, was die auszuhalten haben, die hätten wirklich Grund zum Aufstand.
    Mir scheint das ganze eine durchorganisierte Angelegenheit zu sein, Frage ist nur von wem Für so etwas braucht man auch Geld, von wem kommt es ? Vor Jahren versuchte ich einmal in einen Lokalen BUND Verein einzutreten, da gab es nur Mitglieder des Bauernverbands bzw, Landwirte. Sie waren alle sehr freundlich, aber wie soll da etwas sinnvolles entstehen.Ich bin lieber nicht eingetreten, wobei die Methode natürlich aus deren Sicht durchaus vernünftig ist, man nennt das Unterwanderung.
    Die Dinge nehmen eben ihren Verlauf, vielleicht helfen wirklich nur ein paar wirklich schöne Sommer, wie z.Zt. in Südafrika, denen geht das Wasser aus, von Ernte ganz zu schweigen. Auch die Feuer weltweit sind Teil des Geschehens, man lese die uninhabitable earth, von David Wallace-Wells. Es ist ziemlich offensichtlich dass der gesunde Menschenverstand gegen Höhlenmenschen nichts ausrichtet, da hilft die ganze Wissenschaft nichts,das, was so hochtrabend Kapitalismus und Neoliberalismus sich nennt, es ist nichts anderes als triebhaft Gier, der innewohnende Antrieb des Menschen, des Höhlenmenschen.

  13. hans sagt:

    zu @ Werner Engelmann
    Ich kann jetzt wirklich nicht sagen das ich Frankreich um seine Energiepolitik beneide. Eigentlich kann man an dem Vergleich auch die vor und Nachteile des Wahlsystems in beiden Ländern erkennen. In Frankreich gibt es durch das Mehrheitswahlrecht immer klare Mehrheiten die verhindern das es zu einem solchen verhaken von Interessengegensätzen wie bei der Windenergie in D. kommt. Auf der anderen Seite hat das aber auch dazu geführt das Frankreich jetzt in einer schlimmen Energiepolitischen Sackgasse sich befindet. Ich nehme da lieber die deutschen Probleme die auch durch den Föderalismus und das ewige Koalieren mit verursacht werden.

  14. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Es ist doch völlig klar das es um wirtschaftliche Interessen geht und das Windkraftgegner eine sehr gute und mit Sicherheit auch teure Organisation zur Unterstützung haben. Als es noch nicht solche Institute wie Agora oder Fraunhofer ISE gegeben hat kam doch fast monatlich eine Studie vom RWI auf den Markt in der es darum ging die Energiewende schlecht aussehen zu lassen. Das muss auch jemand bezahlt haben. Ich hatte hier ein Link zu einer Anstalt Sendung vor einigen Wochen eingestellt. Da wurde witzig aber gut erklärt warum die EEG Umlage so hoch ist. Da wurde vom RWI perfekte Lobbyarbeit umgesetzt. Die seit Jahren in der Diskussion stehenden Ausnahmen für die Industrie sind doch gar nicht der Hauptgrund. Über den Hauptgrund wird gar nicht gesprochen. Das RWI ist auf die Idee gekommen Ökostrom nicht als Ökostrom an der Börse zu verkaufen sondern als Graustrom für viel weniger Geld. Dadurch entsteht eine größere Differenz zu den nach dem EEG zu zahlenden Preisen an die Erzeuger. Die größere Differenz wird dann durch eine hohe EEG Umlage ausgeglichen. So etwas kann doch kein Parlament beschließen das dem Wohl des deutschen Volkes verpflichtet ist. Das ist mit den Ausnahmeregelungen nichts anderes als reine Umverteilung von Unten nach Oben.

  15. Zwei Dinge noch in diesem Zusammenhang.Heute abend in der ARD Tages schau. Große Autoschau von VW, der neue Stromer. Große Begeisterung allenthalben. Man hat noch Probleme mit den Stromtankstellen, wie soll es gehen, aber das wird schon. Mit keinem Wort wird erwähnt, wo der Strom herkommen soll, mit dem die tollen Autos fahren sollen, die gegenwärtigen 14,8% sind doch schon mehrfach in Betrieb, da bleibt wohl nur der Kohlestrom, oder ??
    Übrigens macht RWE im Stern für grünen Strom Reklame, ganze Seite, die tun was !
    Dann war noch im Bayerischen Fernsehen ein Beitrag über die Kreuzotter.In diesem Zusammenhang wurd klar gesagt,dass Glyphosat außer Insekten auch Kleintiere aller Art vergiftet, das sei leider weitgehend unbekannt.

  16. Wolfgang Fladung sagt:

    Ich werde mal grundsätzlich. Seit sich die ersten Exemplare des HOMO SAPIENS so vor 20.000 Jahren aus ihren Höhlen gewagt haben, besteht auch der Wunsch unserer Art nach Verbesserung der Lebensverhältnisse. Da wurde überlegt, wie das Feuer länger in Gang gehalten werden konnte. Da wurde überlegt, welche Tierfelle am strapazierfähigsten sind. Da wurde überlegt, womit sich größere Lasten transportieren ließen. Und es wurde überlegt, Nahrung länger haltbar zu machen. Und es wurde überlegt, wie mensch anderen, die früher auf gute Ideen gekommen waren, die Resultate streitig machen konnte.

    Ziel war also immer eine Verbesserung der Lebensverhältnisse. Solange auf der Erde nur ein paar Millionen von uns Zweibeinern herum liefen, war das aufgrund des reichlichen Platzes und der vielen Ressourcen kein Problem. Aber bei inzwischen knapp 8 Milliarden reicht es nicht mehr für alle zu einem guten Leben. Aber wer verzichtet und worauf? Sind nicht manche wertvoller als Andere und steht nicht einigen mehr zu an Nahrung, Kleidung, Wohnung, Platz, Bequemlichkeit und sozialen Leistungen?

    Lieber gut und preiswert in guter Luft auf dem Lande leben als schlecht, teuer und abgasgeschwängert in Slums? Wir regen uns über die Situation in der Frankfurter Innenstadt auf — was wäre mit einer Blechhütte in Neu-Delhi?

    Eigentlich wissen wir es schon seit Jahrzehnten: Es geht abwärts; vielleicht nicht überall gleichzeitig und gleich schnell. Da hilft auch grüne Gesundbeterei nicht mehr, und selbst der Milliardär wird irgendwann in seinem vergoldeten Edelfutter Glyphosat und Schwermetalle im Trinkwasser vorfinden.

    Vielleicht ist das Universum unendlich, aber die Erde und die Lebensmöglichkeiten auf dieser sind es nicht.

  17. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Der Strom für E-Autos wird wenn immer es geht aus PV Anlagen kommen. Derzeit ist es wenigstens noch so das ein sehr großer Prozentsatz der E Auto Besitzer auch eine solche Anlage haben. Mit billigen Solarstrom vom eigenen Dach rechnet sich das Ganze viel besser und der Eigenverbrauch steigt deutlich an. Das wird sich nochmal verstärken wenn ab nächstes Jahr PV Anlagen aus der Förderung fallen.

  18. hans sagt:

    Ich habe gerade eine sehr interessante Veröffentlichung von Siemens gefunden. Das muss ich mir am Wochenende gründlich ansehen. Sehr interessant ist Seite 19. Da ist eine Tabelle die Preise für die Erzeugung von Wasserstoff in Abhängigkeit von den Vollaststunden und dem Strompreis darstellt. Man kann da zwar erkennen das es Unsinn ist davon zu reden das man Überschussstrom in Wasserstoff umwandelt, weil solche Anlage nur ein paar hundert Volllaststunden haben werden. Es ist aber genau so klar erkennbar das man mit Wasserstoff die Dunkelflaute bezahlbar besiegen kann mit Sonnenstrom aus dem Sonnengürtel der Erde.

    https://windenergietage.de/2018/wp-content/uploads/sites/3/2018/12/27WT07_F13_Wind_Wasserstoff.pdf

  19. Hallo Herr Fladung,
    sie haben in allem was sie sagen völlig recht.Auch die Schlussfolgerung ist richtig.Wenn man sich anschaut, wie unsere Politprofis gestern abend im TV jetzt (!) den Wasserstoff entdecken, man konnte es kaum glauben. Dabei bin ich vor einigen Tagen von Buxtehude nach Hamburg Harburg mit einem Wasserstoffzug gefahren. Schon vor Jahren gab es einen TV Beitrag über Island, da fuhr jemand mit einem Wasserstoffauto. Aber das nur nebenbei. Wenn man sich das Geschehen weltweit ansieht, da kann ich ihnen nur zustimmen, es ist überall wie hier, die Probleme zu groß und das festhängen am “ schönen Dasein“ unüberwindlich. Nur, die Natur kommt gut ohne uns aus, ein paar Mio Jahre weiter sieht es schon ganz gut aus.Homo sapiens war eben ein Missgriff. Man darf gespannt sein, aus welchen Ecken die Katastrophen kommen, das bisschen Feuer und Dürre reicht noch nicht aus. Das Geschrei wird groß sein, in vielen Ecken der Welt ist es schon so, wir wohnen auf der Insel der Seligen (noch).

  20. Gregor Böckermann sagt:

    Vielen Dank für Joachim Willes ausgewogene Besprechung und Rehabilitierung des Trabi. Vielleicht hilft der Artikel auch, ein anderes Licht zu werfen auf die aktuelle Diskussion um den „Unrechtsstaat“. Sicher war die DDR keine Demokratie, wie wir sie kennen. Aber nach Jahren in Algerien hat mich immer geärgert, dass die Bundesrepublik so viel stärker an der Ausbeutung afrikanischer Menschen und Rohstoffen beteiligt war als die DDR. Und da sprach man nie von „Unrechtsstaat“!? Der hohe Lebensstandard im Westen war und ist nicht nur erkauft aufKosten des globalen Südens, sondern auch auf Kosten der Umwelt, wie uns immer mehr bewusst wird.

  21. Hans-Christoph Otto sagt:

    In seinem Gastbeitrag entwirft Rolf Häßler mit offenkundiger Sympathie die Vision einer „Zweitonnengesellschaft“, in der jeder Bundesbürger seine persönlichen Emissionsrechte gutgeschrieben bekommt. Er kann dann entscheiden, wie er diese Rechte verwendet. Jeder Kauf, jeder Verzehr von Lebensmitteln, jede Reise belastet sein CO2-Budget. Fliegt er etwa nach Barcelona, so ist ein Viertel seines Jahresbudgets verbraucht. Ist sein Budget vorzeitig aufgezehrt, sitzt er laut Herrn Häßler hungrig in seiner kalten und dunklen Wohnung.
    Zu welchen Fantasien versteigen sich mittlerweile die Klimaschutz-Aktivisten? Denn eines ist klar: Ein solches System ließe sich nur durch eine lückenlose Überwachung und Erfassung aller Lebensvorgänge erreichen. Jeder Kauf, jede Mahlzeit, jede Art der Fortbewegung müsste registriert und angerechnet werden. Das Ergebnis wäre ein totalitärer Überwachungsstaat, neben dem Orwells „1984“ geradezu harmlos erscheint. Es ist wirklich erschreckend. Nach dem alten jesuitischen Grundsatz „der Zweck heiligt die Mittel“ sollen Demokratie, Rechtsstaat, Menschenwürde und individuelle Freiheit abgeschafft werden.

  22. hans sagt:

    Entgegen den hier üblicherweise beschriebenen Untergangsszenarien weiß die Studie die ich unten einstelle nach das selbst ein CO 2 95% Verminderungsziel bis 2050 machbar ist und ein Projekt das mit der Wiedervereinigung vergleichbar ist darstellt. Das Ganze ist natürlich ein großes Beschäftigungsprogram und spätestens nach 2050 wird es die auch wirtschaftlich sinnvollste Maßnahme sein. Wobei dabei sogar von keinen größeren Steigerungen bei den fossilen Rohstoffen ausgegangen wird. Sollten wir uns dafür entscheiden aus Angst vor Veränderung zu sterben wird das wohl sicher nicht so sein. Das Wort Einschränkungen, SUV oder Flugverbot habe ich zumindest in der Kurzfassung nicht gefunden.

    https://www.fz-juelich.de/iek/iek-3/DE/News/TransformationStrategies2050/_node.html

  23. Ja, Hans alles richtig, aber es setzt voraus, dass sowohl Windkraft, solar und Wasserstofftechnik mit Volldampf loslegen (es geht um deinen link) und das ist eben nicht realistisch. Geflogen wird mit künstlichen Treibstoffen und von SUV s ist nicht die Rede.Wenn wir vor 30 Jahren mit der Sache angefangen hätten, hätten wir eine bombastische Industrie auf allen Gebieten, aber das ist mit der Kapitallage in diesem Land offensichtlich nicht zu machen.

  24. hans sagt:

    zu @ Klaus Philipp Mertens
    Ich habe am 05.11. um 18:02 Uhr einen Link hier eingestellt. Es ist eine Veröffentlichung der Firma Siemens. Diese Firma steigt auch stark in die Wasserstoffelektrolyse ein und beschreibt in dem Link was damit möglich ist. Mit anderen Worten die Firma stellt Wasserstoffelektrolyse sehr positiv da. Wenn man sich die da genannten Anwendungsgebiete anschaut dann kann Wasserstoff in Zukunft schon ein Teil der Mobilität ersetzen aber nur im Schwerlastbereich. Also Schiffe, Flugzeuge und vielleicht auch LKW. Das würde ich als offen bezeichnen. Beim Thema PKW ist die Batterie unschlagbar. Der wirkliche Grund dafür ist der um Längen bessere Wirkungsgrad. Man wird die Batterie noch verbessern und billiger machen. Da ist die Brennstoffzelle fehl am Platz. Der Vorstandsvorsitzende von VW hat auf der IAA auf die Frage warum VW keine Brennstoffzelle bei PKW hat völlig richtig gesagt wo soll denn der Wasserstoff her kommen. Siemens beschreibt in dem Link oben genau den Stand der Dinge.

    Übrigens der Link vom 07.11. ist auch sehr lesenswert

  25. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Selbst wenn sie recht hätten und das halte ich auch für möglich. Irgendeinen Grund muss es ja haben das in der öffentlichen Meinung solche Angst geschürt wird. Selbst wenn sie recht hätten was soll denn dann passieren. Es kann sein das wir besser vor 30 Jahren angefangen hätten. Das kann aber kein Grund sein jetzt nicht anzufangen.

  26. hans sagt:

    zu @ Klaus Philipp Mertens
    Zur Bahn habe ich nichts geschrieben obwohl man da sehr gut erkennen kann wo die Grenzen des Wasserstoffs sind. Züge mit Brennstoffzelle werden nie Züge mit Oberleitung verdrängen. Der Grund ist auch hier der Wirkungsgrad. Die Umwandlung mit Elektrolyse von Strom in Wasserstoff läuft mit ca <80% und die Rückverstromung auch. Wenn man das erreichen würde hätte man einen Gesamtwirkungsgrad von 8×8 = 64%. das ist aber schon Wunschdenken. Was ich bisher gelesen habe hat man die 50% im Gesamtwirkungsgrad noch nicht erreicht. Eine Batterie oder eine Oberleitung haben die Umwandlungsprozesse so nicht und liegen bei einem Gesamtwirkungsgrad von ca 90%. An diesen Verhältnissen wird sich auch nichts grundlegendes ändern. Wasserstoff hat klar seine Berechtigung und wird dann eingesetzt wenn es die einzige Lösung ist. Regelenergie, Schwerlastverkehr u.s.w. Steht ja alles in dem Link von Siemens

  27. hans sagt:

    zu @ Klaus Philipp Mertens
    Noch etwas zum Thema E-Auto mit Batterie und wo kommt der Strom her. Wie ist denn der Ist Zustand. Die meisten Menschen die so ein Auto fahren haben auch eine eigene PV Anlage. Das wird so bleiben. Wenn hier Millionen von E Autos rum fahren werden auch Millionen von PV Anlagen zusätzlich installiert sein. Da zu kommen jährlich mehrere hunderttausend die aus der EEG Förderung fallen. Diese Leute können ihren Strom aus der PV Anlage wohl weiter für 2-3 Cent KWh an den Energieversorger verkaufen oder möglichst viel selbst verbrauchen. In meinem Umfeld habe ich den Fall das in 3 Jahren eine PV Anlage aus der Förderung fällt. In der Familie beschäftigt man sich jetzt schon mit dem Thema E- Mobilität. Ich denke da stehen in 5 Jahren 2 batteriegetriebene Autos und ein Roller. Da sie der Strom aus der abgeschriebenen PV Anlage fast nichts kostet fahren sie auch noch fast umsonst. Die Vergleiche die in der Öffentlichen Meinung immer gemacht werden mit dem deutschen Strommix sind wenn man sie alleine darstellt positiv gedacht eine Halbwahrheit.

  28. Hallo Hans,
    ich habe schon früher einmal gesagt, ich bewundere ihren Optimismus, nur man muss doch auch sehen, was unsere Politik hier im Lande so treibt, da gibt es leider keinen Grund für Optimismus. Natürlich haben sie recht , wenn sie sagen, dass man auch jetzt noch anfangen kann, mit dem Ausbau von Sonne und Wind, ja, man muss es sogar, nur was passiert? Nichts, oder fast nichts. Gestern Abend, im ZDF Heute wurde berichtet, das 3000 Arbeitsplätze in der Windkraft verloren gehen, in der ARD gab es nichts zu dem Thema, von der Politik auch nicht, also wo sind die Bestrebungen in der Politik was grünen Strom betrifft ? Nirgends zu sehen. Es kann doch nicht angehen, dass Privatleute versuchen, die Welt zu retten, und der Staat hält dagegen. Es bestreitet ja niemand, dass man vieles tun kann, aber so wie es jetzt läuft, sind die Untergangsszenarien durchaus berechtigt. Leider. Und ein vernünftiger Plan ist auch nirgends zu sehen.

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