Der Impfstart war alles andere als „flutschig“

Wir machen 2021 mit demselben Thema weiter, mit dem wir 2020 aufgehört haben: natürlich mit der Sars-CoV-2-Pandemie. Denn jetzt wird geimpft. Und damit besteht die reelle Chance, dass wir, dieses Land, diese Gesellschaft, das Virus unter Kontrolle bekommen. Es wird deswegen nicht verschwinden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) redete in ihrer Neujahrsansprache von einer „Jahrhundertaufgabe“. Das ist nicht übertrieben. Jetzt, in der zweiten Welle der Pandemie, zeigt sich deutlich, dass Sars-CoV-2 das Potenzial hat, uns als Gesellschaft überzustrapazieren. In Sachsen ließ sich beobachten, was passiert, wenn das Gesundheitssystem, insbesondere die Intensivmedizin, an die Grenzen ihrer Kapazität gelangt. Oder auch in Großbritannien, wo sich zu Beginn der Woche vor den Notaufnahmen die Rettungswagen stauten. Und das war erst der Beginn dieser zweiten Welle. Ich mag mir nicht ausmalen, was hätte geschehen können, wenn die Politik nicht die Notbremse gezogen und den neuen Lockdown verhängt hätte.

IntensivstationMittlerweile haben wir in Deutschland fast tausend Todesopfer täglich durch das Virus zu beklagen. Diese Entwicklung ist noch nicht gestoppt. Die Zahl der Einlieferungen in die Krankenhäuser folgt der Welle der gemeldeten Infektionen mit Verzögerung, eine Welle in der Welle. Noch einmal etwas später steigt dann auch die Zahl der Verlegungen auf die Intensivstationen. Es ist kaum möglich vorherzusagen, wie sich diese Entwicklung fortsetzt. Ärzte rechnen mit steigenden Intensivzahlen bis in den Januar hinein. Erst dann dürfte sich der aktuelle Lockdown auch auf den Intensivstationen bemerkbar machen – allerdings nur insofern, als die Zahl der neu hinzukommenden Intensivpatienten sinken dürfte. Von Entspannung wird man dann noch nicht reden können. Daher deutet alles darauf hin, dass der Lockdown beibehalten werden wird. Vielleicht sogar bis ins Frühjahr hinein. Der Schaden, der durch den Lockdown angerichtet wird, dürfte bei weitem geringer sein als der Schaden, der ohne Lockdown entstanden wäre. Ich meine hier den ökonomischen Schaden, aber auch den Verlust an Menschenleben. Der Schaden, den der Lockdown im sozialen und kulturellen Leben anrichtet, lässt sich hingegen kaum beziffern. Wir alle bringen gezwungenermaßen große Opfer, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Aber der Lockdown ist dennoch richtig. Schnell und entschieden.

Zu dieser erhofften Entspannung wird auch die Impfkampagne beitragen, und auch hier gilt, was in der Pandemie generell gilt: Wir müssen geduldig sein. Es steht noch nicht genug Impfstoff zur Verfügung. Wir sollten aber auch gerecht sein: Es ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass bereits zehn Monate nach Beginn der Pandemie überhaupt Impfstoffe zur Verfügung stehen. Tatsächlich handelt es sich um eine Großleistung, die schon jetzt historisch genannt zu werden verdient. Neue Technologien machen es möglich. Dass die Kapazitäten zur Herstellung der Impfstoffe der Nachfrage hinterher hinken würden, war dabei vorherzusehen. Als Antwort auf dieses Problem haben sich die betroffenen Biotech-Firmen große Partner zur Kooperation gesucht – die Mainzer Firma Biontech, deren Impfstoff der erste in Deutschland zugelassene ist, hat sich etwa mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammengetan. Das reicht zwar immer noch nicht, um auf die Schnelle die benötigten Milliarden Impfdosen herzustellen, aber weitere Hersteller werden hinzukommen, und vielleicht besteht ja Aussicht auf nachhaltige Entspannung um die Jahresmitte herum.

Bis dahin müssen wir vorsichtig bleiben. Auch weil das Ganze ein riesiges Experiment ist. Die Impfstoffe werden in der EU den üblichen Prüfungsverfahren unterworfen und gelten bisher als sicher, aber die Wahrscheinlichkeit, dass doch der eine oder andere Fall von Komplikationen auftritt, wächst natürlich mit der Zahl der Geimpften. Die Symptome, die als Reaktion gleich nach der Impfung auftreten können – Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Durchfall – sind gleichwohl keine „Nebenwirkungen„, wie man immer wieder liest, sondern sie sind die Reaktion des Geimpften auf die Impfung. Es handelt sich also um die Hauptwirkung. Sinn der Impfung ist es ja, das Immunsystem auf die Abwehr des Virus zu trainieren. Dass der Körper reagiert, ist daher ein gutes Zeichen: Da kommt was in Gang. Das kann lästig und auch richtig unangenehm werden, ist aber in der Regel nach zwei bis drei Tagen vorbei. So was kann auch bei einer konventionellen Grippe-Impfung geschehen. Details zum Impfstoff und zur Frage, wer sich impfen lassen sollte, hat meine bewährte Kollegin Pamela Dörhöfer in einem Artikel zusammengetragen.

fr-debatteZuerst die, die für den Impfstoff mitgezahlt haben!

Oliver Müller von der Caritas fordert eine faire Verteilung des Impfstoffes, da die Forschung mit „öffentlichen Geldern“ finanziert worden sei. Das fordere ich auch, aber was versteht er unter dem Begriff? Werden diese Gelder in Rinnsteinen gefunden? Wachsen sie an Straßenrändern wie Schlehen oder Hagebutten und werden eingesammelt? Nein, es sind meine bezahlten Steuern, die in diesemFalle mal für einen vernünftigen Zweck verwendet wurden. Und genau deshalb erwarte ich, dass ich nach gerechten Regeln – festgelegt durch die Impfkommission – zu den Ersten gehöre, die dann geimpft werden. Und dabei habe ich kein schlechtesGewissen und lasse mich auch nicht als Egoisten niedermachen, schließlich habe ich (mit -)bezahlt. Leute wie Herr Müller und/oder mit ähnlichem Duktus können ja gerne auf die Impfung verzichten und diese nach Afrika schicken, aber bitte nicht fürandere Menschen denken wollen und Vorschriften erlassen!

Alfred Bein, Neu-Isenburg

fr-debatteWurde der Personalaufwand ausreichend berücksichtigt?

Anfang 2020 waren es vereinzelte Fälle einer neuartigen Virusinfektion, die Besorgnis erregten. Aktuell sind es „Einzelfälle“ (?) von Neuinfektionen von zuvor als genesen geltenden Personen, die besorgt machen. Bereits drei Monate nachüberstandener Infektion mit Sars-CoV-2 hat sich ein Patient in Israel erneut infiziert und ist gestorben. Bereits im Oktober lagen Studien vor, die auf die möglichen Neuinfektionen hinweisen. Bei einigen Probanden waren bereits wenige Wochen nach einer durchgemachten Infektion keine Antikörper – und somit keine Immunität– mehr nachweisbar.
Nun soll eine Impfung dasselbe bewirken wie eine durchge-machte Infektion: Immunität. Daher fragt sich Professorin Galia Rahav, Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten im Schiba-Krankenhaus, m.E. zu Recht: „Wenn ein Mensch sich mehrmals infizieren kann, während das Coronavirus sich verändert, welche Bedeutung hat dann der Impfstoff?“
Darüber hinaus frage ich mich, ob der für eine Massenimpfung erforderliche Zeit- und Personalaufwand bislang ausreichend Berücksichtigung gefunden hat. In Anbetracht der völligen Neuartigkeit des Impfstoffes dürfte vor jeder ersten Verabreichung ein ärztliches Aufklärungsgespräch von mindestens 15 Minuten erforderlich sein, für die erste und zweite Impfung zusammen mindestens weitere zehn Minuten. Wenn man also z.B. 60.000 Menschen innerhalb eines Jahres impfen wollte, bräuchte man dafür rund 25.000 Stunden bzw. mindestens 14 Vollzeit-Arztstellen plus eine Vielzahl weiterer Arbeitsstellen, um innerhalb dieses Jahres nicht einmal ein Zehntel der Einwohner der Stadt Frankfurt zu impfen, vorausgesetzt, dass keine Komplikationen auftreten.

Rainer Stockmann, Dreieich

fr-debatteIrrsinnige Verschwendung von Hirnschmalz

Am 27.12. startete in Nordrhein-Westfalen die Impfung gegen das Coronavirus. Weil zunächst wenig Stoff zur Verfügung steht, mussten Landräte und Oberbürgermeister entscheiden, wer zuerst drankommt. Hinter dieser Meldung verbirgt sich ein wenig beachteter Skandal: Weil die verschiedenen NRW-Landesregierungen ein Landesgesundheitsamt für überflüssig hielten und diese Strukturen durch rigorose Sparmaßnahmen zerstört haben, muss jetzt jeweils vor Ort diese Arbeit gemacht werden. Mitten in der Corona-Krise müssen 54 Gesundheitsämter für ihre 54 Hauptverwaltungsbeamten die genau gleichen Überlegungen anstellen, welche Reihenfolge die richtige ist. Eine irrsinnige Verschwendung von Personalresourcen, die im Moment völlig überlastet sind.

Hubert Plum, Aachen

fr-debatteDie Erkrankten haben immer Pech

Landauf landab wünschen sich die Leute, auch Politiker in öffentlichen Reden: „Bleiben Sie gesund!“ Die Erkrankten haben da immer etwas Pech, sie zählen nicht dazu… Sollten wir sie nicht auch meinen? Und ansprechen? Besser wäre: „Bleiben Sie  oder  werden Sie gesund!“

Reinhold Schoppmann, Warendorf

fr-debatteWas soll der Impf-Interessierte machen?

Zum – auch in der FR vorfreudig – avisierten Impfstart, der dann alles andere als „flutschig“ war, anbei die Geschichte des heutigen Start-Tages: Am 28.12. habe ich mich im Internet über die Möglichkeit einer Anmeldung für die Corona-Impfung in Hessen informiert. Dabei erfuhr ich, dass man die Nummer 006007 anrufen soll. Gesagt, getan. Dann hieß es von der Bandschleife: „Wählen Sie die 2 für die Anmeldung“. Eine geschlagene halbe Stunde habe ich das erfolglos versucht. Dann plötzlich die Frage nach der Postleitzahl. Diese wurde mehrfach nicht angenommen, ich wurde aber in der Schleife belassen – bis es nach erneut endloser Warterei hieß: „Rufen Sie bitte zu einem späteren Zeitpunkt an“.
Nach einer „Ruhezeit“ von gut zehn Minuten habe ich die ganze Prozedur erneut durchgezogen. Gekrönt wurde dann mein Versuch mit der Ansage nach wiederum 20 Minuten: „Ihre Wartezeit beträgt zwei Minuten.“ Nach diesen zwei Minuten wurde mir empfohlen, die eins zu drücken, um kostenlos zurückgerufen zu werden. Ich war voller Hoffnung, aber das hat auch nicht funktioniert. Bis ich schließlich abgewürgt wurde, seitdem ist die Nummer dauerhaft besetzt, keine Chance rein zu kommen. So gingen gut zwei Stunden ins Land, erfolglos.
Was soll der Interessierte denn noch machen? Eine befreundete Ärztin hatte das identische Erlebnis heute. Da ist weit und breit keine Lösung zu finden. Telefon? Über eine pp? Man wird direkt angeschrieben? In Hessen soll es in der Tat „zu einem späteren Zeitpunkt  eine App geben“. Wo bleibt die einheitliche Möglichkeit in Hessen, in der Bundesrepublik?
Die besten Grüße nebst allen guten Wünschen für ein kerngesundes und interessantes neues Jahr …

Frank Nüssel, Bad Soden

fr-debatteAblehnung der Impfung ist verantwortungslos

Frau Seelig singt in ihrem Leserinbrief das Hohelied der freien Entscheidung bei der Corona-Impfung. Der fest gemauerte Schlusssatz („Zustimmung oder Ablehnung, beides ist richtig“) sollte dennoch nicht ohne Nachdenken so stehenbleiben.
In aller Kürze und Deutlichkeit: Eine Entscheidung gegen die Impfung mag persönliche Ansichten und (Vor-) Urteile zufriedenstellen. Grundsätzlich und generell ist die Ablehnung einfach falsch und weitgehend verantwortungslos gegenüber der Allgemeinheit.

Dieter Möss, Baden-Baden

fr-debatteLiebe Redaktion

Im Leserbrief vom 29.12. stellt Herr Stockmann den Nutzen der Impfung infrage, indem er auf bereits erwiesene Reinfektionen und die bisher unbekannte Dauer der Immunität verweist. Jedoch ist es gerade diese niedrige Anzahl von Reinfektionen, die Anlass zur Hoffnung geben, wie die folgende Überlegung zeigt:
Während der ersten Welle haben sich bis Juni etwa 200.000 Personen in Deutschland und 10 Millionen weltweit infiziert. Bis heute haben sich über 1% aller Menschen mit Corona infiziert. Statistisch gesehen müssten sich daher von den Patienten der ersten Welle wiederum 1%, also 100.000 Personen weltweit, zum zweiten Mal infiziert haben, wenn diese keine Immunität mehr besäßen. Tatsächlich sind aber Stand heute nur 28 Fälle von Reinfektion bekannt. Das bedeutet, dass die übrigen 99,97% nach 6 Monaten immer noch über einen ausreichenden Immunitätsschutz verfügen.
Das ist ein extrem guter Wert. Es ist zwar nur ein grober Schätzwert aufgrund der natürlichen Infektion, aber so hoch, dass er auch für den Erfolg der Impfung gute Aussichten gibt.

Stefan Riegel, Bad Vilbel

fr-debatte

140 Kommentare

  1. hans sagt:

    zu @ Bronski
    Angesichts dessen das es in Süd- Ost Asien Demokratien gibt die es schaffen nahezu alle in ihrer Einleitung beschriebenen unvermeidbaren Schäden nicht hin nehmen müssen kann ich ihre Einschätzung nicht teilen. Zumal in diesen Ländern auch noch extrem viel weniger gestorben wird als hier in Europa. Das was dort gemacht wird ist, nach dem was ich bisher gelesen und gehört habe, schon fast kaum vorstellbar wenig. Das Sicherstellen der Einhaltung von Quarantäneregel sollte eigentlich in der Situation eine Selbstverständlichkeit sein. Vor ein paar Tagen hat die FR veröffentlicht wieviel Bußgelder die Stadt Frankfurt beim Thema Corona verhängt hat. Quarantäneregel sind dabei nicht vorgekommen. Ich kann das nicht verstehen zumal man weiß das 20-30% der Bevölkerung nicht mit machen. Diese Leute müsste man zwingen. Es geht nicht anders und das ist ja schon alles was in Asien anders gemacht wird.

  2. Bronski sagt:

    @ hans

    Ich möchte nicht erleben, was bei uns in Deutschland los wäre, wenn tatsächlich mal ein Grundrecht so mit Füßen getreten würde, wie Ihnen das offenbar vorschwebt. Schon die paar Auflagen, die für Demos gemacht werden – MNS tragen, Abstand halten -, werden ja von gewissen Zeitgenossen als Einschränkung von Grundrechten aufgefasst (Demonstrationsrecht, Versammlungsfreiheit). Was Unsinn ist, denn man darf demonstrieren, nur eben unter Auflagen.
    Die asiatischen Demokratien sind bisher deswegen so gut durch die Pandemie, weil sie praktisch komplett auf Datenschutz gepfiffen haben. Das macht die Rückverfolgung von Kontakten und Infektionsketten natürlich viel einfacher. So etwas wie unser Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung gibt es dort nicht. Bei uns steht es zwar nicht im Grundgesetz, aber es hat sich in der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts und in der EU-Grundrechtecharta niedergeschlagen. Darum spielte die Frage, wie mit unseren Daten umgegangen wird, bei der Einführung der Corona-App eine zentrale Rolle. Nach allem, was man hört, greift die App keine personenbezogenen Daten ab, d.h. Datenschutz ist gewährleistet. Es ist klar, dass die App wirksamer wäre, wenn man dieses Grundrecht ignorieren könnte, aber das wäre wiederum Wasser auf die Mühlen der Kritiker der Corona-Politik. Dieses Fass sollte man nicht aufmachen. Das würde die Politik einiges an Glaubwürdigkeit kosten. Einerseits versucht man, den Menschen Vorsicht vor Datenkraken wie Facebook beizubringen, andererseits aber soll sich der Staat so was herausnehmen dürfen? Das wäre ein Schritt Richtung autoritärer Staat. Dass die asiatischen Länder damit keine Probleme haben, ist deren Sache. Bei uns geht das nicht. Mir ist es auch wirklich lieber, wenn man die Menschen davon zu überzeugen versucht, dass sie sich vernünftig verhalten müssen, statt über ihre Köpfe hinweg zu bestimmen und sie zu zwingen. Warum allerdings die „Überzeugungskraft“ von Bußgeldern nicht in vollem Umfang angewendet wird, das verstehe ich ebenso wenig wie Sie. Beispiel an Silvester: Leute auf der Straße trotz Ausgangssperre. Vielleicht sind unsere Ordnungskräfte ganz einfach überfordert.

  3. hans sagt:

    Ich habe gerade den internationalen Frühschoppen bei Phönix gesehen. Die USA hat 600 Millionen Dosen Impfstoff geordert und bekommt sie wohl jetzt auch kurzfristig und dabei auch noch den richtigen Impfstoff. Möglicherweise haben wir Ende Februar die Situation das Trump als Präsident in die Geschichte eingeht der am Ende der Pandemie alles richtig gemacht hat und wir immer noch der Strategie nachgehen Durchwurschteln bis vielleicht doch irgendwann genug Impfstoff geliefert wird. Nein spätestens seit Beginn der zweiten Welle lässt sich das Handeln der politisch Verantwortlichen nicht mehr als Erfolg verkaufen. Bleiben jetzt eigentlich die Schulen bis zu den Osterferien zu?

  4. Werner Dörr sagt:

    Planung und Annahmen der Regierungen über die Impfbereitschaft bleiben ein Geheimnis!
    Ich habe mich mit der Frage der Impfmöglichkeiten und der Impfplanung in RLP befasst und komme zu erstaunlichen Ergebnissen, welche Fragen aufwerfen, was von Seiten der Politik nun eigentlich geplant wird.
    Nach den Angaben des Statistischen Landesamtes waren 2019 282.000 Einwohner über 80 Jahre alt. Das Land ist derzeit in seinen 36 „Impfstraßen“ in der Lage, täglich „bis zu“ 7.200 Personen zu impfen. Würden 100% der über 80 Jährigen dort geimpft, müssten 564.000 Impfdosen verabreicht werden. Dies würde 81 Tage dauern, bei Beginn ab 10. Januar also bis ca. Mitte April. Erst dann könnte mit der nächsten „priorisierten“ Bevölkerungsgruppe begonnen werden. Abzuziehen wären noch die „mobil“ geimpften Senioren in Pflege-und Altersheimen, deren Zahl mir nicht bekannt ist. Zu der RFrage, ob die zu Hause gepflegten Personen Anspruch auf „mobile“ Impfteamversorgung haben oder auf Krankenwagentransport zur jeweiligen „Impfstraße“, hat sich RLP m.W. noch nicht geäußert.
    Hinsichtlich der jetzt erfolgten Planung muss aber schon erlaubt sein, zu fragen, mit welcher „Impfwilligkeit“ grundsätzlich und insbesondere bei den über 80-jährigen die Regierung eigentlich gerechnet hat.
    Sollte mit einer nur 50- prozentigen Impfbereitschaft gerechnet worden sein, wäre die nächste Gruppe frühestens ab Mitte Februar bei der Terminvergabe dabei – bis dahin würden nur Hochbetagte und medizinisches Personal geimpft. Liegt die Impfbereitschaft der Gruppe in der ersten Priorität höher, dauert es bis in den März oder April. Allerdings beträgt die Anzahl der für Januar vom Bundesgesundheitsministerium für RLP avisierten Impfdosen nur 34.000 wöchentlich, das entspricht täglich etwa 70% der tatsächlichen Kapazität der „Impfstraßen“ (4.857 von 7.200 Impfdosen täglich). Daraus resultiert eine schon jetzt absehbare zwangsläufige Verlängerung der Impfzeit für die erste Prioritätsgruppe bis Ende Februar.
    Die Gesamtbevölkerung in RLP abzüglich der unter 16-jährigen liegt bei etwa 3,5 Mio. (Daten von 2015, Stat. Landesamt). Bei 2 Impfdosen wären das 7 Mio. Impfvorgänge, was bei 7.200 täglich über 900 Tage dauern würde, nahezu 3 Jahre bei 100% Beteiligung. Bei nur 50% Beteiligung also immer noch mindestens 1,5 Jahre, bis Mitte 2022. Dabei bleibt noch offen, wie lange die Impfwirkung tatsächlich anhält und ob eine 50 prozentige Impfbereitschaft eine „Herdenimmunität“ erzeugen kann. Jede höhere Impfbereitschaft würde die tatsächliche Dauer der Impfungen noch weiter verlängern.
    Neben der Frage nach der seitens der Regierung „prognostizierten“ und der Einrichtung der Anzahl von „Impfstraßen“ zugrunde gelegten Impfbereitschaft muss also gefragt werden, ob diese Zeitplanung geeignet ist, die Pandemie so einzudämmen, dass überhaupt schon 2021 die „Lockdown-Maßnahmen“ zurückgenommen werden können.
    Je länger das gesamte „Impfverfahren“ dauert, desto intensiver könnte sich die Diskussion um „Privilegien für Geimpfte“ gestalten. Dazu kommt, dass die getroffene „Priorisierung“ denjenigen Bevölkerungsgruppen zuerst die Impfung ermöglicht, die aufgrund ihres Alters nicht oder kaum noch zu den „produktiven“ und damit „die Wirtschaft tragenden“ Personen gehören. Wenn also die Politik nicht in der Lage ist, ausreichende Impfkapazität schnell genug zur Verfügung zu stellen, baut sich hier ein neues innergesellschaftliches Spannungsfeld auf, und es ist absehbar, dass der Druck auf die Politik zunehmen wird! Die Diskussion ist bereits gestartet und wird derzeit noch an der tatsächlich verfügbaren Zahl der Impfdosen festgemacht. Solange diese noch zu gering scheint, ist die Frage der durch die Länder zu organisierenden Umsetzung noch nicht im Blickfeld. Dies könnte sich rasch ändern, wenn weitere Impfstoffproduzenten zugelassen werden. Dann dürfte sich rasch zeigen, dass Impfplanungen, wie die von RLP so nicht bestehen bleiben können.

  5. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Würde trotz gewisser Startschwierigkeiten zu etwas mehr Geduld raten. Es bringt nichts, an jeder Stelle, die nicht richtig schraubt, systematisch wieder draufzuhauen. Trump und die USA können nun wirklich nicht unsere Vorbilder sein. Gewiss ist das politische Handeln bei uns keine reine Erfolgsstory. Aber auch hier: Mensch, sind wir doch froh, dass sich für 2021 eine Perspektive für Entspannung aufzeigt (s. auch FR-Corona-Extra 2./3. Januar)!

    Es gibt in der Politik keine(e), der/die es sich leicht macht mit den nächsten Entscheidungen.

    @ Werner Dörr

    Sie werden mit Ihren Zahlen und Zwischenrechnungen bestimmt recht haben. Aber ich möchte in dieser Pandemie-Krise der Politik keine Versäumnisse aus Unfähigkeit unterstellen. Jetzt ist der Impfstoff früher fertig als zuvor geahnt – da wird der Ärger auch wieder Thema Nr. 1!
    Es gibt ja auch bald nichts mehr, was noch anerkennenswert erscheint. Wir haben jetzt 11 Monate Krise und Kampf um Leben und Tod. Ich wehre mich in dieser prekären gesellschaftlichen Lage dagegen, irgendeinen voreiligen Druck zu erhöhen, eine nächste Diskussionslawine loszutreten und die politischen Verantwortungsträger zu Deppen der Nation zu machen. Ich unterstelle Ihnen, Herr Dörr, diese Absicht so nicht. Aber die gestarteten Diskussionen enden doch schließlich alle in dieser
    Empörungswelle. Und dann noch die Impfgegner, die auch allen Ecken kommen!
    Lasst uns doch Schritt für Schritt weitermachen und uns nicht die falschen Vorbilder in den USA, Großbritannien oder Asien mit ihren Einkaufswettläufen oder rigiden Strukturen aussuchen.

    Mir wäre schon wohler, wenn die Bevölkerung an sich, ohne Wenn und Aber, sich so verantwortlich und solidarisch verhält, wie es in den versorgenden und medizinischen Bereichen tagtäglich der Fall sein muss. Viel zu viele Menschen machen weiterhin ihr Ding. Wir Diskutanten und Schlaumeier wissen doch auch nicht alles besser und lernen im Grunde jeden Tage neu dazu. Zumindest müssen wir uns anstrengen, auf dem Laufenden zu bleiben.

  6. hans sagt:

    Soweit ich richtig informiert bin wird in Asien nur der scharf überwacht der eine Quarantäneverordnung in der Tasche hat zumindest in den Demokratien. In D. werden diese Leute aus welchem Grund auch immer nur telefonisch überwacht. In Ungarn werden Häuser und Wohnungen markiert in denen Leute wohnen die gerade unter Quarantäne stehen und die Polizei schaut immer mal nach das sie auch zu Hause sind. Sorry bei der derzeitigen Situation muss alles getan werden um die Infektionen einzudämmen. Die Todeszahlen können doch nicht mit Datenschutz gerechtfertigt werden. Der Staat muss Quarantäne durchsetzen. Das wäre der erste Schritt der umgesetzt gehört. Wenn es nicht anders geht dann mit ähnlichen Mittel wie in Ungarn. Dazu gehören dann halt auch entsprechende Bußgelder.

  7. Werner Dörr sagt:

    @Jürgen Malyssek
    Es geht mir nicht um Verstärkung der „Empörungswelle“, sondern um Offenlegung der Grundlagen politischer Planung und darum, dass die nachgeordnete Verwaltung ihre Arbeit richtig machen kann. Bisher hat m.W. niemand aus der Politik gesagt, welche „Impfquote“ eigentlich in welchem Zeitraum angestrebt wird, sobald ausreichend Impfstoff verfügbar sein wird. Und das wirkt selbstverständlich auch auf die“Priorisierungsdiskussion“ ein! In RLp stehen Wahlen an, da wird das unweigerlich ein heißes Thema werden…

  8. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Diese „Priorisierungsdiskussion“, die wird es wohl geben. Da werden Sie recht behalten.

    Das ist es dann auch wieder: Debatten und Anschuldigungen ohne Ende, sobald das Ende offen ist.

    Habe Sie aber verstanden.

  9. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Sie haben natürlich recht. Das wird aber noch ein paar Wochen dauern bis das wirklich transparent wird. Ich denke die Diskussion geht hier erst richtig los wenn in Israel und dann in den USA die Herdenimmunität erreicht ist und bei uns noch nicht alle Pflegeheime versorgt sind. Eigentlich scheint das derzeit die normale Vorgehensweise zu sein bei Corona. Erst aufwachen wenn auch das letzte Kind in den Brunnen gefallen ist. Aber was sollen mehr Impfstraßen bringen wenn man für die vorhandenen nicht genug Impfstoff hat? Dementsprechend ist die Planung gut. Man hat die Möglichkeit die vorhandenen Impfdosen zu verimpfen geschaffen. Bis man merkt dass das zu wenig ist dauert noch ein paar Wochen.

  10. Bertram Münzer sagt:

    Wir Musterknaben …
    … singen wieder voller Pathos das hohe Lied Europas. Jubeln offiziell weil in allen Mitgliedstaaten gleichzeitig die Impfungen beginnen. Und sitzen selbst fast auf dem Trockenen, was ausreichend Impfstoff angeht. Besten Dank. Dieser Impfstoff wurde in unserem Land entwickelt. Eine großartige Leistung. Wir Steuerzahler sind mit Steuergeldern (375 Millionen) eingestiegen. Das war richtig. Doch ich habe einen Vorteil erwartet. Ein bisschen Egoismus. Das täte uns jetzt so gut. Ich meine das wortwörtlich. Wer hatte eigentlich diese glorreiche Idee, den Einkauf der Impfdosen dem BürokratieMonster EU zu überlassen. Dessen Chefin Ursula von der Leyen hat sich doch in ihrem Vorgängerjob in Einkaufsfragen (Gorch Fock etc.) auch nicht mit Ruhm bekleckert. Warum sollte sie jetzt erfolgreicher sein? Ist sie ja auch nicht. Wo man hätte klotzen müssen, wurde gekleckert. Und jetzt stehen die Impfzentren leer. Wer weiß wie lange noch. Und täglich sterben Hunderte an und im Zusammenhang mit Corona. 
Wieder so eine Fehlentscheidung, wie wir sie ja während der Pandemie schon des öfteren in dem föderalistischen KleinKlein-Staatenbund erlebt haben. Lockdown light im Oktober. Harter Lockdown im Dezember. Aber light beim Weihnachtsshopping. Light zu Weihnachten. Light zu Silvester. Und aktuell rücksichtslos auf den Rodelpisten im Sauerland und in anderen Mittelgebirgen. Es müssen ganze Städte abgesperrt werden, weil Einsicht fehlt. Sind das die mündigen Bürger, die in einem liberalen Staat Verantwortung für sich, ihre Mitbürger und Einrichtungen der Gemeinschaft (z.B. Krankenhäuser und Altenheime) übernehmen sollen? Oder sind es einfach nur verantwortungslose Egoisten, die den Ernst der Lage immer noch nicht wahr haben wollen? Das Risiko steigt halt, je mehr Kontakte man hat. DankeSchön für diese Art verantwortlichen Handelns. 
Und DankeSchön, werte Entscheider in öffentlichen Ämtern, dafür, dass es sich noch hinziehen wird mit dem Schutz durch eine Impfung. Und jetzt diese Überraschung, diese Kritik. Lautstark auch die SPD. Als wäre sie nicht an der Regierung. Es kann mir keiner weismachen, dass nicht alle wichtigen Entscheider die vereinbarten Lieferlisten gesehen und daher von den Liefermengen gewußt haben. In der öffentlichen und veröffentlichten Kommunikation ist das so nicht angekommen. Es ist – aus meiner Sicht – notwendig, dass es endlich mehr Öffentlichkeit und Transparenz schon während der Entscheidungsfindung gibt und nicht diese nichtöffentlichen Beratungs-Inszenierungen mit Verlautbarungspressekonferenzen.
    Zum Schluss noch eine Bitte: Möge bloß keiner von den Entscheidern auf die Idee kommen, sich als Vorbild impfen zu lassen, bevor er an der Reihe ist. Seid bitte solidarisch und tragt jetzt auch unser aller Risiko mit.

  11. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Richtig.Aber die Politik sollte (ich bin Politikwissenschaftker und dennoch naiv…) sagen, wo sie eigentlich hin will (Impfquote) und darauf Anschaffung und „Verimpfungsmöglichkeit“ planen. Da werden gelegentlich Zahlen genannt, die schaudern lassen. Trump hat mal Zahlen genannt, was die USA angeblich bestellt hat, danach könnte die US Bevölkerung 3x komplett durchgeimpft werden…Absurd, oder?
    Natürlich hat Minister Spahn diesen Fehler NICHT gemacht -oder doch? Vor kurzem hat er mitgeteilt, insgesamt 136,3 Mio Dosen bei Biontec und Moderna bestellt zu haben, im Juni haben Deutschland, Frankreich, Italien und die Niederlande bekanntgegeben,zusammen 300 Mio.Dosen bei Astra Zeneca bestellt zu haben. Davon würde Deutschland 36% gemäß Bevölkerungsanteil erhalten, das sind 108 Mio.Dosen- macht zusammen 244,3 Mio.Dosen. Das reicht für die zweimalige Impfung von gut 122 Millionen. Deutsclands Einwohnerzahl liegt bei 83 Millionen, wovon etwa 13 Millionen unter der Altersgrenze sind, ab der erst geimpft werden darf. Scheint rein rechnerisch, als ob man bei den Bestellungen von einer Impfquote von ca. 175% ausgegangen ist. Absurd, oder?
    Bekommen wir nun zu wenig Impfstoff oder viel zu viel? Können wir ihn, wenn er kommt, schnell genug „verimpfen“ oder tauter mangels Personal und/oder Impfbereitschaft vorher auf? Hat Spahn geschlampt oder Geld verschwendet? Ich denke, die Diskussionen werden noch äußerst spannend. Bin mal gespannt, ob sich Journalisten mal mit diesem Zahlen-und Planungsszenario befassen!

  12. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Man muss der Regierung zu gute halten das sie im Sommer nicht wissen konnte welcher Impfstoff eine Zulassung bekommen wird und welcher nicht. Deshalb alleine wird es sicher am Schluss Geldverschwendung gewesen sein die auch nicht zu kritisieren ist. Ich würde auch nicht kritisieren wenn ein Land wie D. oder die USA zu viel bestellt. Einfach deshalb weil es mit Sicherheit Länder gibt denen man helfen kann und dafür den Impfstoff zur Verfügung stellen kann. Was zu kritisieren ist ist das im November als klar war das Sanovi ausfällt und zwei Impfstoffe noch 2020 zur Verfügung stehen offensichtlich die Bestellungen aus dem Sommer nicht genügend angepasst wurden b.z.w. die von ihnen angemahnte Planung nicht gemacht worden ist. Das ist aber seit Monaten bei Corona bei allem so. Da fängt im September völlig überraschend die Schule wieder an und man hat keine Luftfilter. Im November geht man in einen Wellenbrecher lockdown der nicht funktioniert hat weil sich so viele nicht genug beteiligen und macht dann nichts dagegen das sich zu wenig beteiligen sondern verschärft den lockdown. Das wird jetzt noch bis Ende Januar verlängert und dann stellt man völlig überrascht fest das die Maßnahme ihr Ziel wieder nicht erreicht hat. So geht das als weiter bis aus versehen doch genug Impfstoff vorhanden ist. Da geht der Impfstoffhersteller an die Öffentlichkeit und fragt warum bestellt ihr eigentlich nicht. Eigentlich wäre es erstaunlich wenn es eine stimmige Impfplanung gäbe. Mir war das klar als ich die ersten Zahlen für Dezember und Januar gehört habe dass das nicht passen kann. Ich habe übrigens bis vor einem Jahr mein Geld als Produktionsplaner verdient vielleicht fällt einem das dann halt auch eher auf.

  13. Dr. Michael Haisermann sagt:

    Als einer der ca. 80 Millionen deutschen Virologen aus Leidenschaft (!) empfehle ich Bundesgesundheitsminister Spahn dringend, die Impfprioritätenliste gegen das Covid 19 Virus zu ändern.
    1. Die ersten Begünstigten der Impfkampagne sollten die Querdenker und Verschwörungstheoretiker sein. Sie sind leicht zu lokalisieren, nämlich samstags auf Marktplätzen in allen grösseren Städten. Mobile Impfteams können dann nach Feststellung der Personalien – z.B. wegen fehlender Mund – Nasebedeckung – die freiwillige Zwangsimpfung durchführen. Auf eigenen Wunsch kann gleichzeitig der Chip, der Bill Gates die Weltherrschaft sichern soll, implantiert werden.
    2. Als nächstes sind die verzweigten Clan Familien zu berücksichtigen, damit sie endlich wieder Familienfeste wie Hochzeiten oder Begräbnisfeierlichkeiten mit mehr als 250 Personen bedenkenlos feiern können.
    3. Bevor wir an eine Impfung von über 80 jährigen oder Klinikpersonal denken, hat noch ein besonderer Mensch Priorität: Michael Herl! Allein der Gedanke, er könne wegen hohem Fieber, welches den Rotwein verdampft, seine Kolumne nicht fertigstellen, würde mir das Herz brechen.

  14. Christa Kreß sagt:

    Ich frage mich in letzter Zeit oft, warum so wenig Menschen ihren gesunden Menschenverstand einsetzen. Beispielsweise bei der Meldung , dass immer mehr Pflegekräfte und Ärzte an Corona erkranken. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass diese Meldung stimmt. Wundern muss das niemanden. Seit Ausbruch der Pandemie hatten sie allerhöchstens einen kurzen Sommerurlaub um sich zu erholen. Ansonsten arbeiten sie oft Tage und Nächte durch-ohne Wochenenden- ohne Pause.
    Irgendwann ist jeder an seinen Grenzen angelangt, gibt es keine Widerstandskraft mehr und dann braucht es nicht mehr viel und das Virus besiegt sie.
    Denken all die Verschwörungstheoretiker, die „trotzdem Partymacher“, die die ihren Spaß, ihren Winterurlaub um jeden Preis haben wollen, daran, dass keine „zweite Garnitur“ gibt. Dass diese Menschen , die jetzt schwer krank sind, nicht so einfach ersetzt werden können. Es gibt auch nicht unendlich viele Paketboten, Lebensmittelverkäuferinnen, assiererinnen und, und, und.
    Was, wenn die „erste Garnitur“ „verbraucht“ ist, krank, angesteckt durch Leugner, Leichtsinnige usw, aufgerieben durch ununterbrochene Arbeit. Denkt denn keiner dieser „Nichtdenker“ daran, dass es eines Tages keinen mehr geben könnte, der ihre tägliche Versorgung garantiert, keine KassiererIn im Supermarkt, keinen Müllmann, keine ErzieherIn, keine Lehrer usw.
    Dass dann , wenn sie krank sind, keine Ärzte (Ärztinnen), keine PflegerInnen sich um sie kümmern, weil die auch krank sind, weil sie vielleicht keine Lust mehr haben, sich anhusten, anspucken, sich anstecken zu lassen, denn leider ist man nach einer überstandenen COVID 19 Erkrankung nicht immun und keiner, der die Krankheit überstanden hat, weiß, ob die nächste Ansteckung nicht vielleicht tödlich ist.
    Man kann Menschen nicht einfach ersetzen! Denkt doch bitte daran: Es gibt keine zweite Garnitur.

  15. Gudrun Bartel sagt:

    Das traurige Jahr neigt sich dem Ende zu , und was nun ?? Es ist ziemlich peinlich ,dass die Bundes- u. Landesminister keine geordnete Impfverteilung umsetzen können. Oh oh das „Land der Dichter und Denker“ was ist daraus geworden. Es ist nicht mehr möglich zeitgleich mit angemessenen Fristen z.B. einen grossen Flugplatz und einen grossen modernen Bahnhof zu bauen und zu eröffnen.

  16. Thomas Ewald-Wehner sagt:

    Die vom französischen Infektiologen Eric Caumes festgestellten und massenhaft auftretenden Nebenwirkungen wie (Kopf-)Schmerzen und Müdigkeit sind nur die kurzfristig wahrnehmbaren. Als denkender Mensch interessieren mich auch langfristig festzustellende „Nebenwirkungen“. Die politisch gewollte schnelle Zulassung der neuartigen Impfstoffe macht die Verabreichung zu einem Grossfeldversuch mit offenem Ausgang. – Dafür stehe ich nicht zur Verfügung: Darf ich mich für einen Impfstoff aus China vormerken lassen, der mit „klassischen“ Totimpfstoffen von inaktivierten Viren operiert?

  17. Thomas Nestinger sagt:

    Seit März habe ich kaum noch Kontakte zu Freunden etc. gehabt. Kein brauchbarer Urlaub, nichts. Seit Ende Oktober bin ich quasi in Isolation, da ich die Ratschläge zu Kontaktbeschränkungen befolgt habe. Jetzt gibt, gäbe es einen Ausweg, die Impfung. Doch es gibt nicht genügend Bestellungen und jetzt spekuliert man auf die Zulassung eines weiteren, deutlich weniger wirksamen Impfstoffes. Auch hier hat Herr Spahn es vergeigt. Wie bei den Masken und der Schutzkleidung.
    Ich bin nur noch wütend. Ich lasse mir doch von einer Minister gewordenen Unfähigkeit, die jetzt auch noch perfider weise die Schuld auf die EU abzuschieben versucht, mein Leben unnötig länger als nötig sabotieren. Plötzlich wird für mich erfahrbar, weshalb man hier Wut haben kann und wie ohnmächtig sich das anfühlt.

  18. Bertram Münzer sagt:

    Schon lange hat mich keine Fernsehdiskussion so schockiert, wie „Hart aber Fair“ vom 4. Januar. Es ging um den Impfstart und die Beschaffung des Impfstoffes. Welche Krämerseelen waren in der EU am Werk! Sie verhandelten knauserig, als ob es um normale Waren oder Dienstleistungen ginge und nicht um lebensrettende Impfstoffe, die Nationen aus der „Gefangenschaft“ des satanischen Virus befreien werden. (Anmerkung am Rande: Alleine 9 Milliarden bekam die Lufthansa und mehr als 2 Milliarden TUI. Ohne allzu lange Verhandlungen. Und da ging es nur um die Rettung von Riesenunternehmen und privatem Aktienbesitz.) Dann mäkelten wohl auch noch kleinere und ärmere EU-Staaten und natürlich musste auch eine französische Firma in das Portfolio, obwohl gar nicht absehbar war, wann sie den Impfstoff würden liefern können. Der Gesundheitsminister Jens Span wollte eine Mehrnationen- aber eben keine EU-Verhandlungsrunde. Er ahnte wohl, was passieren würde. Die Kanzlerin soll ihn gestoppt haben. Danke, Frau Merkel. Schließlich gab es noch Haftungsfragen … Resultat: Die Verhandlungen dauerten lange, vielleicht zu lange. Wir bekommen zwar ausreichend Impfstoff. Nur eben nicht jetzt, sondern – na ja wann? Und jeder Tag wird fehlen. Das ist ein Skandal, der nicht ohne Folgen bleibt. An jedem Tag sterben fast 1 000 Menschen an und im Zusammenhang mit Corona. Es geht anders: America first, Britannia first, Israel first. Jedes Land für sich und egoistisch. In diesem Falle hätte ich auch mehr Egoismus von den Entscheiden erwartet. Und jetzt wenigstens das Eingeständnis, dass ihr EU-solidarisches Vorgehen nicht der Weisheit letzter Schluss gewesen ist. Bleiben wir alle gesund. Die Impfung wird noch auf sich warten lassen.

  19. Werner Dörr sagt:

    @Michael Haisermann
    Köstlich! Ich kann dem nur zustimmen! Weiter so, das hilft aus dem „Coronabedingten Verluststress“!

  20. Stefan Briem sagt:

    @ Werner Dörr

    Aber Sie müssen doch auch erkennen, dass das alles Bestellungen waren bzw. sind, die in Teilen den Charakter einer Wette auf die Zukunft hatten. Niemand konnte mit Sicherheit sagen, dass die Impfstoffe dann auch wirklich zur Verfügung stehen würden. Das ist möglicherweise nicht einmal den Herstellern anzulasten. Es gibt eben diese Genehmigungsverfahren, und die sind nun mal nicht ohne Grund aufwendig und damit auch langwierig. Zudem halte ich es auch grundsätzlich für eine sinnvolle Strategie, die Bestellungen zu streuen, denn die öffentliche Hand darf meiner Meinung nach keinen einzelnen Hersteller bervorzugen.
    Biontech und Pfizer haben etwas gemacht, was man fast unlauter nennen könnte: Ihr Impfstoff muss aufwendig tiefgekühlt werden. Das vereinfacht die Herstellung, aber es erhöht die Anforderung an Lieferkette und Verabreichung. Während die anderen Hersteller versuchen, Stoffe herzustellen, die leichter zu verabreichen sind, konnte Biontech mit diesem Kniff ganz einfach schneller sein als alle anderen. Dafür ist die Politik nicht zu schelten.
    Grundsätzlich bin ich aber mit Ihnen nicht sicher, ob Jens Spahn wirklich einen guten Job macht. Wir wollen nicht vergessen, dass er sich noch im Februar 2020 vor die Kameras gesetzt und das Virus runtergespielt hat.

  21. Werner Dörr sagt:

    @Thomas Nestiger
    Ich würde Herrn Spahn nicht als „Minister gewordene unfähigkeit“ bezeichnen, der Titel geht in dieser regierung wohl unbezweifelbar an einen anderen, viel mehr be“scheuer“ten Kandidaten. Herr Spahn hebt sich von seinem Vorgänger dadurch ab, dass er arbeiten und etwas bewegen will. Da hat er sich anfangs die Deutschlands Gesundheit bedrohenden Masern ausgesucht und die Impfpflicht dafür verursacht. Eine der überflüssigsten Glanzleistungen dieser Regierung. Wobei die Masernimpfpflicht in eine kuriose faktische Mehrfachimpfpflicht mündete, denn einen reinen Masertnimpfstoff gab es nur in Afrika und nicht in Europa (hatte aber im Ministeriumwohl keiner gemerkt). Danach hat er Pflegekräfte in der dritten Welt gesucht und ist an ihrer Verfrachtung nach Deutschland gescheitert. Seit der CIOVID Pandemie hat er nun viel zu tun, was er sich nicht ausgesucht hat. Und dieser Übergang vom Lust-zum Pflichtdienstprinzip ist ihm bisher nicht wirklich gelungen. Was aber bei diesem Impfproblem nun daran liegt, dass das unter dem „Wie man’s macht ist’s falsch-Stern“ steht. Kauft er zu wenig, ist es „fatal“, kauft er zu viel, mündet es in Verschwendung. Lassen wir uns überraschen, wozu sein Aktionstrieb künftig führt, wenn der den zukünftigen CDU-Chef, den Nachkommen Pippins des Kurzen, beraten sollte…

  22. Werner Dörr sagt:

    @Bertram Münzer
    Ich bleibe dabei: es liegt nicht in erster Linie an der vorhandenen Impfstoffmenge, sondern an der Organisation der Verteilung und „Verimpfung“. Vgl. die Diskussion in den USA, wo in 2 Wochen kaum 10% der vorhandenen Impfstoffdosen verimpft wurden. Bei uns steht die Bürokratie im Weg, in den USA der extreme Föderalismus und die Privatisierung (u.a. Impfungen im „Walmart“: Wer würde hierzulande wohl zu REWE gehen, um sich impfen zu lassen??).
    Ich denke manchmal, deutsche „Gründlichkeit“ hat auch was Gutes!

  23. Werner Dörr sagt:

    @Stefan Briem
    Ich kann Ihnen nur zustimmen.Aber ich frage mich schon, was die „Wette“ angeht, ob man das mittels Vorausbestellungen lösen musste, welche dazu führen können, dass Millionen Dosen „überbestellt“ werden – „Schweinegrippe“ lässt grüßen. Aber noch scheinen die Verträge auf europäischer Ebene unter Verschluß und die deutschen Verträge sind nach Presseberichten noch gar nicht abgeschlossen. Es dürfte Gründe geben für die Geheimhaltungspolitik – aber wohler fühle ich mich als Bürger dadurch nicht!

  24. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Ihre Kritik an der Gesamtlogistik der Impfungen halte ich derzeit für verfrüht. Bei der Beschaffung von Impfstoff hätte es wohl besser laufen können. Das Verimpfen der vorhandenen Dosen scheint ja zu funktionieren und es gibt derzeit dafür auch noch Kapazitätsreserven. Im Moment sehe ich keinen Grund warum es nicht möglich sein sollte auch noch die Kapazität weiter hoch zu fahren. Hier im Rhein Main Gebiet steht z. B. das Terminal 2 bei Fraport leer. Die logistischen Möglichkeiten die dort zur Verfügung stehen sollten es ermöglichen da innerhalb von 3- 4 Wochen ein großes Impfzentrum einzurichten wenn es nötig sein sollte. Die derzeitige Leistungsfähigkeit der Impfzentren die es gibt einfach über Monate weiter zu planen muss nicht richtig sein. Das es dafür möglicherweise keinen Plan gibt ist natürlich , wenn es so ist, ein Fehler Mir sind die Aussagen von Herr Spahn dazu auch immer zu unkonkret. Jetzt will ja die Chefin übernehmen wie heute in den Nachrichten zu hören ist.

  25. Peter Schwick sagt:

    Herr Bein leitet in seinem Leserbrief das Recht ab, dass er als Steuerzahler für die Impfung gegen Covid 19 priorisiert werden solle. Ich kann die FR nur eindringlich bitten, weitere Leserbriefe mit solchen abstrusen, um nicht zu sagen: menschenverachtenden Inhalten zu veröffentlichen. Sie geben ein mahnendes Zeugnis darüber ab, dass die Grundprinzipien einer solidarischen Gesellschaft, insbesondere das Gebot der Rücksichtnahme gegenüber Schwächeren für Menschen wie Herrn Bein offenbar nicht gelten.

  26. Janine Aranda sagt:

    Ich les’ wohl nicht recht: Ihr Leserbriefschreiber Alfred Bein verlangt eine Vorzugsbehandlung bei der Impfstoffvergabe an diejenigen, die Steuern zahlen – d.h. unter anderen an ihn! Was ist mit allen denjenigen, die momentan arbeitslos sind, mit den Hunderttausenden von Flüchtlingen, die erst Deutsch oder einen neuen Beruf lernen müssen, den Rentnern, die mit der Grundsicherung kaum auskommen oder Alleinerziehenden, die wegen der Kinderbetreung keinen zeitlich passenden Job finden? Diese Liste ließe sich noch beliebig fortsetzen. Alle diese Millionen Menschen, die momentan keine Steuern zahlen, sollen also nicht „impfwürdig“ sein, und mangels ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit dem Risiko einer fortschreitenden Corona-Virus-Willkür ausgesetzt werden? Wie inhuman, d.h. die menschliche Würde verletzend ist dieser Vorschlag denn?

  27. hans sagt:

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/corona-news-am-mittwoch-die-wichtigsten-entwicklungen-zu-sars-cov-2-und-covid-19-a-6ab3548e-ef04-413e-ab10-c6f98e6b8606
    Die beschließen in Berlin Sachen vor sich hin und hoffen das sie von der Bevölkerung noch ernst genommen werden. Das wird aber immer weniger so sein. Deshalb nutzen die Beschlüsse nichts.

  28. hans sagt:

    Ich habe gerade gesehen das der Inhalt von dem Link den ich eingestellt habe sich verändert. Als ich ihn eingestellt habe ging es um das Thema das man sich nur noch im Umkreis von 15 km bewegen darf und das diese Regel nach einer Veröffentlichung der Polizeigewerkschaft wohl weder überwach noch durchsetzbat ist.

  29. Martin Gülzow sagt:

    Haben wir wirklich die richtigen Corona-Maßnahmen?
    Seit Monaten belasten uns ein ganzes Bündel von „Corona-Maßnahmen“, die vor allem das Privatleben einschränken und die wie ein schleichendes Gift die Beziehungen und den Umgang der Menschen miteinander untergraben (kann ich mich mit dem Nachbarn noch treffen – oder könnte er mit Corona infiziert sein?) – trotzdem gibt es keine durchschlagende Verbesserung bei den Zahlen der Covid-Neuinfektionen und der Sterbefälle.
    Haben wir also die falschen Maßnahmen?
    Zum Beispiel ist es sicherlich blöd, einige Monate nicht ins Theater, zum Frisör oder ins Fitness-Studio zu dürfen (für die jeweiligen Betreiber ist das Existenz-gefährdend) oder es ist fragwürdig, auch im Freien Mund-Nasen Bedeckungen zu tragen – doch das könnte man ja noch mit Humor nehmen, wenn es wenigstens empirische Nachweise gäbe, was diese Maßnahmen denn wirklich bringen.
    Ich sehe hier die Gefahr, dass wir uns mit Symbol-Politik davon ablenken, wirklich sinnvolle Maßnahmen-Vorschläge in Betracht zu ziehen und möchte dazu zwei Beispiele benennen:
    Die mit viel Aufwand, Medienbegleitung und hohen Kosten eingeführte Corona-Warn-App bleibt ein zahnloser Tiger, wenn nicht endlich die Detail-Daten über Risikobegegnungen, die ja technisch registriert werden, sinnvoll ausgewertet werden. Die Warn-App erfüllt im Moment nicht das Ziel, Infektionsketten schnell aufzudecken und zu unterbrechen. Es gibt seit langem die Forderungen von Experten (wie Julian Nida-Rümelin) oder einzelnen Politikern (z.B. Boris Palmer), in der aktuellen Ausnahmesituation genauer auszuwerten wo, an welchem Tag und zu welcher Stunde eine Risiko-Begegnung stattgefunden hat. Damit könnten endlich Quellen und Orte der Infektionen besser analysiert werden – das Ergebnis könnte dann aber sein, dass es doch ein relevantes Infektionsgeschehen in Betrieben oder in Schulen gibt und würde dort stärkere Maßnahmen und Einschränkungen verlangen.
    Ein zweites Ärgernis ist, dass die Corona Antigen-Schnelltests, die seit Oktober letzten Jahres zugelassen und auf dem Markt sind, immer noch nicht konsequent flächendeckend genutzt werden, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und um Risikogruppen zu schützen. Statt die Antigentests für private Kunden frei zu geben oder zum Beispiel in kommunaler Regie unbürokratisch und zum Selbstkostenpreis anzubieten, machen private Testcenter, die einen Tests, der in der Apotheke 5 € kostet, für 50 € anbieten, enorme Gewinne! Verdachtspersonen, die nicht so gut bei Kasse sind, werden diese Preise nicht zahlen können und stecken weiter ihr Umfeld mit dem Corona-Virus an. Da sind einige europäische Nachbarländer weiter, in denen man sich z.B. ohne lange Registrierung oder Wartezeiten in der Apotheke testen lassen kann. In Deutschland haben anscheinend die Gewinne privater Unternehmen Vorrang vor der Durchsetzung einer effektiven (Schnell)-Teststrategie.
    Sollte nicht der Wert des Menschenlebens die höchste Maxime politischen Handelns sein – oder geht es unseren Politikern doch eher um ungestörte Produktivität und Gewinnstreben der Wirtschaft?

  30. hans sagt:

    zu @ Martin Gülzow
    Sie haben das Problem auf dem Punkt getroffen. Ob Maßnahmen wirken oder was man tun kann oder sogar muss das sie besser wirken ist nicht das Thema der Politik. An der App bastelt man seit über einem halben Jahr erfolglos rum. Die derzeitige Strategie ist weiterwurschteln bis der nicht bestellte Impfstoff kommt. Die Hoffnung dass das mit dem Impfen dann zügig klappt ist wohl auch naiv.

  31. Jürgen Malyssek sagt:

    Dass die Infektionszahlen nicht merklich sinken, muss nicht unbedingt an der Untauglichkeit der Maßnahmen liegen. Es wird gerne das verantwortungsvolle Verhalten der Mehrheit der Bevölkerung gelobt. Ich glaube eher, dass einen nicht unerheblichen Anteil derer gibt, der sich einen feuchten Humus um die Regeln kümmert und das Infektionsgeschehen weiter am Leben hält. Ich möchte nicht wissen, wie viele Bürgersleute entspannt reisend unterwegs sind und so ihre Nischen und Feierstuben finden.
    Zuletzt auch die rücksichtslosen Schneetouristen! Da fragt man sich schlicht und einfach, ob diese wirklich noch alle Tassen im Schrank haben oder in welcher Welt sie eigentlich leben!?

  32. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Sie haben sicher recht. Braucht es dann einen Aktionismus an neuen Maßnahmen oder das durch setzten der vorhandenen Maßnahmen?

  33. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Na ja, so einen Aktionismus an neuen Maßnahmen sehe ich nicht. Die strengeren Maßnahmen hätten viel früher sein müssen und sicher hat auch das uneinheitliche Bild der Länderchefs seine negative Auswirkungen gehabt, gerade wenn „das Volk“ sowie förmlich auf Protest lauert und schnell genervt ist.
    Es war und wird Zeit deutlich darin zu sein, dass alle an einem Strang ziehen, sonst wird das nix. Mit Empfehlungen alleine ist jetzt kein Staat zu machen. Es ist schon etwas naiv zu glauben, die Menschen seien so einsichtig, vernünftig und solidarisch. Da sind wir – die Pandemie hat es aufgezeigt – noch recht weit weg davon.
    Ich hoffe ein bißchen, dass durch die Verlängerung und Verschärfungen der Maßnahmen, der Ernst der Lage vielleicht etwas deutlicher geworden ist.
    Mein Optimismus hält sich schwer in Grenzen.

  34. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Es sind doch zwei Maßnahmen beschlossen worden. Wenn es über 200 Infektionen pro 100000 Einwohner in einem Landkreis gibt soll sich niemand ohne Grund weiter als 15 km von seiner Wohnung entfernen. Dazu sagt die Polizei nicht überwach und durchsetzbar. Das nächste sind die Kontaktbeschränkung auf eine Person die nicht zum eigenen Haushalt gehört. Dazu bin ich der Meinung das diese Regel wohl von nicht mal 50% der Bevölkerung eingehalten wird weil auch nicht überwachbar. Die Familien haben inzwischen ihren eigenen Umgang mit Corona eingeübt. Wenn Oma und Opa auf ihren Enkel aufpassen wenn die Eltern arbeiten gehen werden sie das auch weiter tun z.B. Regel die man nicht kontrollieren kann braucht man auch nicht aufzustellen. Da reichen dann Empfehlungen wenn überhaupt. Das ist reiner Aktionismus. Ich würde als erstes zwei Sachen vorschlagen . Erstens die App zu dem machen was sie in anderen Ländern ist und sicherstellen das Leute die positiv getestet worden sind auch zu Hause bleiben. Ich denke damit würde man schon einiges erreichen. Regel die eh niemand interessieren und auch nicht durchsetzbar sind helfen eher nicht weiter.

  35. Wolfgang Tschorn sagt:

    Was für ein Desaster der Werbung! Ich hatte nie Angst vorm Impfen, auch nicht als Kind. Es war nicht schön, aber immer klaglos zu ertragen.
    Doch jetzt ist alles anders. Dauernd muss man weggucken. Keine Nachrichtensendung, in der nicht mindestens dreimal ein Einstich in den nackten Oberarm in Großaufnahme zelebriert wird, kein Corona-Bericht, in dem nicht ein Weißkittel genüßlich eine Nadel in die Luft hält und ausprobiert! Durch die Kameraperspektiven werden die Kanülen immer länger, die Einstiche immer tiefer. Wenn das kein Bedrohungspotential hat! Gerade dem steinzeitlich geprägten Mann steckt in den genetischen Knochen, dass er sich vor Lanzen und Lazetten hüten müsse, vor Spieß, Säbel und Florett. Da liegt die Verbindung zur Hohlnadel nahe, die viele als Angriff auf ihre so verletzliche Hauthülle empfinden.
    Wie viele Menschen schreckt diese mediale Darstellung wohl ab vom so notwendigen und vernünftigen Impfen?
    Mein laienhafter Vorschlag setzt bei den kommenden nötigen Werbekampagnen mehr auf Konsens als auf Transparenz, auf Gesichter statt Verletzungen: Das des mutigen Patienten beim Ärmehochkrempeln, das der medizinischen Fachfrau beim Aufklärungsgespräch und schließlich das der lächelnden Helferin, die behutsam ein Pflästerchen aufklebt.
    Auch ein Werbespruch ist nicht so leicht, wie bei der Polioimpfung früherer Zeiten, der Kinder so genial überzeugen konnte mit „Schluckimpfung ist süß“. Da muss man heute schon härter rangehen. Wie wär’s mit „Nur eine Stichprobe!“ oder für meine Hans Rosenthal-Generation: „Das war Sp(r)itze!“

  36. Reinhard Matthies sagt:

    Ich weiß nicht, ob dieses wieder eine typisch deutsche Debatte ist. Kaum, dass die ersten Impfdosen in den Oberarmen verschwunden sind, melden sich die ersten zu Wort, die einer Bevorzugung von Geimpften das Wort reden. Wie dumm muss man eigentlich sein, nach gut 15000 Impfdosen darüber nachzudenken, ob geimpfte Menschen ins Theater, Kino, Restaurant oder nach Australien fliegen dürfen. Was für eine arrogante und unsolidarische Haltung! Der Vorteil wäre natürlich, dass die jugendlichen Party- Macher, die nicht mit dem Impfausweis wedeln können, auf dem Sofa sitzen bleiben müssten, während wir Alten in die Clubs gehen, auf Party- Meilen unbedrängt zechen könnten oder den Flieger für uns hätten.
    Und, muss ich das ohne meine Frau machen, so erst einige Monate nach mir in einer Impfgruppe ist ?
    Ich hoffe, der Gesetzgeber findet eine Lösung, dass solch ein Unsinn nicht möglich wird.
    Geimpfte sollten froh sein, einen gewissen Schutz zu haben und nicht darüber nachzudenken, ob sie wieder zum Griechen dürfen ! Solidarität geht anders, aber einige wenige sind nach wie vor weit davon entfernt !
    In diesem Sinne: Lasst euch impfen, genießt es, keine Angst mehr haben zu müssen und freut euch auf den Sommer, dann vielleicht einen Theaterbesuch, eine kleine Reise oder eine größere Familienfeier.

  37. Claus Metz sagt:

    Aus Querdenkersicht sind wir ahnungslosen FR-LeserInnen „Schlafschafe“: Vertrauensselig lassen wir uns aus Angst vor angeblichen Corona-Gefahren wie eine ängstliche Schafherde von Merkel & Drosten einzäunen oder sogar einpferchen: Das wirkt in der Tat wenig selbstbestimmt, schon gar nicht heldenhaft. Wer’s heldenhafter braucht, wird von Freiheits-predigenden Veganköchen und Schwindeldoktoren besser bedient: Wer denen gläubig folgt, erspart sich die Angst und ein Einsortieren wissenschaftlicher Zwischenergebnisse und nüchternes Risiko-Kalkulieren (und natürlich die horrenden FR-Abo-Kosten). Noch heroischer wird die Inszenierung, wenn die gläubige Herde Fahnen schwenkend vor dem Reichstagsportal ihre zukünftigen Machtübernahme-Optionen demonstriert. Aber es geht vielen Verquerdenkerinnen nicht primär um ihre eigene Macht, sondern um mehr Geltung und Sendung: Drängender ist ihr missionarischer Auftrag, uns Schlafschafe wach zu rütteln vor den eigentlichen, von der Mainstreampresse hörig und feige verheimlichten Gefahren: Mächtige sinistre Machtstrategen, die ewigen Rothschilds, die Gates, Soros und Konsorten surfen auf der Corona-Angstwelle und brüten mit Hilfe der Mainstream-Medien unsere Unterjochung oder sogar Umvolkung aus. Und wir merkeln’s nicht! Nein, wir Schlafschafe sind während der Seuche sogar froh, dass wir eine stocknüchterne Physikerin ohne Heldenallüren als Bundeskanzlerin haben, und halten uns widerwillig meist an die Ansteckungsvermeidungs-Regeln. Da spielt vielleicht sogar Herdentrieb mit eine Rolle.
    Liebe VerquerdenkerInnen, Paranoia ist meist ein propagandistisch erzeugter Verfolgungs- und Größenwahn, der gerne während verheerender Seuchen, Kriege und Wirtschaftskrisen entfacht wird. Fragen Sie mal Populisten wie Adolf Hitler, Stalin oder Mao. Oder früher die kirchlichen Inquisitoren und Gott-gesandten Weltdeuter. Er ermöglicht die gezielte Umlenkung ängstlichen Volkszorns auf als bedrohlich präsentierte Randgruppen und ermöglicht ihren Herden-blökenden MitläuferInnen, sich als Klugscheißer und Retter aufzuspielen. Ja, ja, liebe VerwirrtdenkerInnen und Psychiater, Paranoia gibts als Irrläuferin auch als psychiatrische Einzelfälle. Aber immer nur als Folge der Unmündigkeit, unabhängig zutreffend zu interpretieren.

  38. Alfred Watzl sagt:

    Hat die Politik die Beschaffung von ausreichend impfstoff verschlafen? Ich glaube allerdings, dass nicht Geiz der Grund dafür ist. Ich sehe da einen anderen Grund. Wir erinnern uns alle an den ersten Lockdown im Frühjahr 2020 und die Knappheit der notwendigen Ressourcen wie Beatmungsgeräte, medizinische Masken etc. Deutschland war damals zu zögerlich mit der Hilfe für andere europäische Länder und wurde dadurch zu recht heftig kritisiert.
    Ich glaube, dass man es diesmal nicht so weit kommen lassen wollte und man den den impfstoff nicht vordringlich für unsere Nation bzw. für Europa reservieren wollte – zumal der erste verfügbare Impfstoff ja in Deutschland entwickelt wurde. Und ja – das war richtig, aber: Auch bei uns ist es dadurch zu einer Knappheit an Impfstoff speziell für gefährdete Personengruppen wie Krankenhaus-und Pflegepersonal, Ärzte und vulnerable Bevölkerungsgruppen gekommen.
    Wenn man vorher alles wüsste! hinterher ist man immer klüger!
    Natürlich ist dieses Versäumnis schmerzlich, aber wir haben sicher dadurch dazu beigetragen, dass auch besonders gefährdete Personen in anderen Ländern von Anfang an in den Genuss des Impfstoffs gekommen sind. Es ist zu hoffen, dass auch in Zukunft trotz großen Bedarfs bei uns die Entwicklungsländer nicht vergessen werden. Denn, wenn wir die Pandemie überwinden wollen, dann geht das weltweit nur gemeinsam!

  39. Werner Dörr sagt:

    @Jürgen Malyssek
    Ich stimme Ihnen zu, mit Empfehlungen ist es nicht getan. Aber wie immer hat die Absetzbewegung von den Beschlüssen nach kaum24 Stunden begonnen. Sofort wurden manche „Beschlüsse“ in div. Ländern relativiert, entwederzu Empfehlungen oder mit dem ministerpräsidentiellen Hinweis auf „Nichtkontrolle im privaten Bereich“. Frau Dreyer z.B. meint, was für den öffentlichen Bereich an Kommunikationsbeschränkung gelte, sei für das private umfeld als „strenge Empfehlung“ zu verstehen! Es ist immer das Gleiche Spiel: Kanzlerin und MPs verabreden was und die MPs verwässern alles, was von den Bürgern als belastend empfunden werdennkönnte, nach dem Motto „Lass den Schwarzen Peter in Berlin, wir tun unseren Bürgern was Gutes“. Berlin ist nützlich fürs Geld und für die üblen Massnahmen, die MPs picken die Rosinen. Ich finde das zeigt sehr deutlich -und nun leider seit Monaten kontinuierlich, dass es manchen Politikern nicht so sehr um das Wohl und die Gesundheit der Bürger geht, sondern dass sie permanent zuvörderst das eigene politische „rating“ im Blick haben. Frau Merkel macht da eine Ausnahme, sie will ja nix mehr werden oder bleiben (manchmal denke ich jetzt-gegen meine Überzeugung seit 15 Jahren- leider!).

  40. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Da kann ich Ihnen auch nicht widersprechen. Es sind nicht die falschen Maßnahmen, aber es sind die vielen Abers der MPs. Wenn man vom Bürger erwarten sollte, dass er jetzt keine Schlupflöcher nutzt, um dies oder das zu umgehen, dann dürfen es auch die Länderchefs nicht. So richtig und klar von der Bundesregierung alles getan wurde, um auch das wirtschaftliche Leben zu erhalten usw., so viel Gegurke gab es leider von den Laschets, Ramelows, Dreyers und und und …
    Wir werden Merkel noch dankbar sein dürfen, dass sie in dieser Pandemie-Krise noch am Ruder war. Sonst wäre es, trotz ihrer Durchsetzungsprobleme, noch länder-eigenwilliger zugegangen.
    Sie, Herr Dörr, nennen es bei den MPs, „das eigene politische ‚rating‘ im Blick haben“.
    Das fürchte ich leider auch.
    Nein,die Empfehlungen und Maßnahmen sind nicht das Problem. Es sind die „strategischen“ Uneinheitlichkeiten zwischen den Ländern und ihrer Entscheidungsträger. UND die Menschen selbst im Lande und da nicht nur diese unsäglichen „Querdenker“ („Kreuzritter“). Was ich oben am Beispiel der Schneetouristen sagte:
    Viele viele Menschen, denen Freizeit, Fun & Afterwork-Partys zu Kopf gestiegen sind. Und das sind Menschen, die im Wesentlichen zu den Bessergestellten im Lande zählen. So traurig ist das.

  41. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Reinhard Matthies

    Dem ist wenig hinzuzufügen!
    Es gibt diese typisch deutsche Debatte.
    Irgendjemand muss ja schuld sein.

    @ Alfred Watzl

    Ja, wenn man alles vorher schon so wüsste!
    Ich glaube auch nicht, dass die Impfstoffbeschaffung verschlafen wurde, wie es jetzt in der laufenden Kritik passiert.
    Das Ganze ist sowieso ein schwieriges logistisches und unter Zeitdruck stehendes Unternehmen. Da kann nicht alles glatt laufen.
    Die Europäische Idee und die Einheit in dem Verfahren finde ich wichtig. Ich höre aus Jens Spahns Worten jedenfalls nichts, was auf irgendwelche fatalen Versäumnisse hinweisen würde. Wenn die USA, die Briten und auch Israel beim Einkauf schneller waren, dann wissen wir insbesondere bei beiden ersteren mit welchen politischen Helden wir es zu tun haben.
    Israel ist sowieso schnelles Handeln gewohnt. So auch hier.

  42. Werner Dörr sagt:

    @Alfred Watzl
    Richtig. Und wir sollten nicht vergessen, wenn wir den Impfstoff nicht bekommen, bekommt ihn ein anderes Land. Ist das ungerecht? Wollen wir Germany First? Gestern konnten wir ja sehen was draus wird: America First, Trump Förster.
    Vielleicht ist es gerade in solchen Zeiten ganz gut, ein bisschen Demut zu zeigen und nicht nur das deutsche Wesen, das die Welt genesen lässt -obwohl wir es eben nicht besser können!

  43. Dr. Dietmut Thilenius sagt:

    Deutlich wäre die Überschrift: „Rassismus im Gesundheitsystem“. Eine schwarze Ärztin in den USA stellt zwei Wochen vor ihrem Tod an Covid 19-Infektion bei rassistisch bedingter ärztlicher Unterversorgung fest: „So werden schwarze Menschen getötet.“
    1960 erlebte ich in Chicago den Rassismus einer weißen Professorin, die für Blut- und Krebserkrankungen bei Kindern spezialisiert war. Sie betrat nie das Krankenzimmer eines schwarzen, eines „coloured“ Kindes. Durch die geöffnete Krankenzimmertür hätte sie das Kind sehen können: Ein zweijähriger Junge stand im Gitterbett und rief „Lady“. Diese Ärztin ließ sich lediglich von den Assistenzärzten von dem „Fall“ berichten.
    Ich war fassungslos über diese rassistische Ablehnung des blutkranken Jungen und fragte meinen Bruder (ebenfalls Mediziner): Wie ist das möglich? Er sagte: Diese Abneigung von ‚coloured people‘, von Farbigen, erhielt sie mit der Muttermilch. Meine Krankenberichte mussten beginnen mit Alter, Rasse, Geschlecht. Für die Angabe der Rasse gibt es keine medizinische Begründung, da es in der Kinderheilkunde nur eine einzige Erkrankung, nämlich die Sichelzellanaemie gibt, die nur Schwarze haben und selten ist. Die Hälfte unserer Patienten waren „coloured“. Ein einziger Kollege von mir war „coloured“; er war nur ein bisschen schwarz und hochbegabt für seinen Beruf. In einem Nachtdienst habe ich mich getraut zu fragen:„Stan, wie geht es dir mit deinem coloured-sein? Da brach es aus ihm heraus:„wenn ich doch nur 1 mal im Leben auf die Straße gehen könnte, ohne das Gefühl haben zu müssen, wegen der Hautfarbe zurückgestoßen zu werden!“ Auch der mir sympathische Kollege erkrankte und starb früh. Eine Assistentenstelle an der Mayo-Klinik mit bestem Ruf lehnte er ab wegen Rassismus.

  44. Peter Dressler sagt:

    Egal wo man hinschaut in der Politik: eine verhängnisvolle Mischung von Unfähigkeit und interessengeleiteter Subordination: Chaos in der Vorbereitung der Schulen auf die kommenden Monate, Chaos in der Impfpolitik, kein Altersheim ohne Corona-Ausbruch, nach wie vor völlig überlastete Gesundheitsämter. Das einzige, was der Politik seit Monaten (!) einfällt: Phantasielose Verlängerung des unzureichenden Lockdowns. Erbärmlicher Jahresanfang!

  45. Reinhold Hinzmann sagt:

    Es kann keinen Zweifel geben, dass die Covid-19-Pandemie eine gefährliche Erkrankung ist. Die Todesfälle an und mit Covid-19 sprechen eine deutliche Sprache.
    Zur Bekämpfung braucht es darum ein klares, schlüssiges Konzept.
    Und genau das ist nicht vorhanden.
    Seit vier Wochen sind wir wieder im Lockdown. Wenn die bisher ergriffenen Massnahmen richtig wären, müssten die Infektionszahlen sinken. Doch bereits in diesem Jahr gibt es über 90.000 Neuinfektionen.
    Doch anstatt den bisherigen Weg kritisch zu überprüfen, verfallen unsere Regierungen in einen sinnlosen Aktionismus.
    Beispiel: Fakt ist, dass Abstandhalten in Verbindung mit Mund-Nasen-Maske eine gute Prävention der Infektion anderer Menschen ist. Was hat das mit der Entfernung von meinem Wohnort zu tun? Von Niederselters darf ich nach Bad Camberg fahren, aber nicht nach Frankfurt, Wiesbaden oder Berlin?
    Gibt es einen Unterschied, ob ich in Bad Camberg oder in Berlin unwissentlich einen Menschen anstecke?
    Gleiches gilt für die Ausgangssperre: Bis 20.59 Uhr darf ich mich mit Abstand und Maske in der Öffentlichkeit bewegen, danach nicht mehr!
    Ist das logisch oder vernünftig? Ich denke nein.
    Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse vom Nutzen dieser Grundrechtsein-schränkungen?
    Das bringt mich zum nächsten Punkt: Die medizinischen Fachgesellschaften haben zu sehr vielen Erkrankungen Therapie-Leitlinien erarbeitet. Doch zur Pandemie gibt es von hochkompetenten Wissenschaftlern zum Teil gravierende gegensätzliche Aussagen.
    Zur effektiven Bekämpfung der Pandemie braucht es dringend wissenschaftlich fundierte Behandlungsleitlinien.

    Das Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht immer wieder Anzeigen.
    Diese sind entweder inhaltsleer, dümmlich oder verlogen.

    Da werden die Beschäftigten in den Krankenhäusern als „Systemrelevant“ tituliert, die alle Achtung verdienen. Diese „Achtung“ hat sich in den vergangenen Tarifverhandlungen deutlich gezeigt. Lohnsteigerungen mussten von den Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft Verdi gegen erheblichen Widerstand der Arbeitgeber erkämpft werden.

    Weil der Personalmangel gravierend war und ist, wurden Personaluntergrenzen abgesenkt; was die Arbeitsbedingungen nochmals deutlich verschlechterte. Menschenverachtend ist die Forderung von Spahn und Co. Positiv getestete Ärzt:innen und Pflegekräfte sollten trotzdem zur Arbeit kommen.

    Gleichzeitig wurden von den privaten Klinikkonzernen die Kolleg:innen in staatlich bezahlte Kurzarbeit geschickt, anstatt den Überlasteten zur Hilfe zu kommen. Die Aktionäre durften sich über Dividenden von rund einer Milliarde Euro freuen. Mensch könnte das auch Missbrauch von Beitragsgeldern nennen.
    Darum müssen die Kliniken wieder in öffentliche Trägerschaft kommen. Die Privatisierungen waren ein fataler Irrweg.

    Und ein letztes: Viele Menschen setzen grosse Hoffnungen auf die Impfung, auch ich. Ein mulmiges Gefühl bleibt jedoch, schliesslich wird mit dieser Prävention pharmakologisch völliges Neuland betreten. Vergessen wir nicht, auch Thalidomid (Contergan) wurde als sehr gut verträglich angepriesen.
    Doch nach den Irrwegen des letzten Jahres braucht es dringend vernünftige Konzepte, wie es weitergehen soll und keinen planlosen Aktionismus, wie in der Vergangenheit.

  46. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Sie sprechen bei den Maßnahmen von diesen 15 km Entfernungsbeschränkungen, die sicherlich schwer zu kontrollieren sind. Aber diese Maßgabe sollte eigentlich nicht davon beurteilt sein, ob man das kontrollieren kann oder nicht, sondern dass man sich einfach mal dran hält. Der Sinn der Maßnahmen ist doch die Eindämmung der Infektionsgefahren. Deshalb sind die deutschen Debatten um Sinn und Zweck der Regeln oft ziemlich unerquicklich, weil es eigentlich um was ganz anderes geht, als um DEN Volltreffer bei der Pandemiebekämpfung zu landen.

    Wenn also der Erfolg der Maßnahmen an deren Kontrollierbarkeit gemessen wird, also: die Bevölkerung mache nicht mit, weil sie sowieso nicht überwacht werden kann. Dann gute Nacht!

    Lasst uns klarer darüber werden, dass es noch viel zu viele Menschen gibt, die einfach nicht mitmachen (wollen). Die Politik-Schelte ist eine tolle Ablenkung von eigenen Unzulänglichkeiten und der ewigen Forderung nach Normalität und dem alten Weiterso.

  47. hans sagt:

    Wenn man sich schon weigert bis an den Rand der Körperverletzung mit Todesfolge von Süd-Ost Asien zu lernen, dann sollte man wenigstens mal genau hinschauen wo in D. Corona bisher relativ erfolgreich bekämpft wurde. Vielleicht kann man ja daraus lernen. In Hessen ist das Frankfurt und in D. ist das MV. Jetzt sind die im Nord Osten auch noch beim Impfen vorne. Ob das alles nur Zufall ist? Dass das Land dünn besiedelt ist kann als Argument nach Sachsen wohl nicht mehr gelten.

  48. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Reinhold Hinzmann

    Finde es nicht in Ordnung, von einem sinnlosen Aktionismus der Regierungen zu sprechen.
    Es ist sehr schwierig, allen Lebens- und Aufenthaltsbereichen gerecht zu werden.
    Es gibt gute Gründe auf die Widersprüche hinzuweisen. Aber ich sage es hier nochmal: Das Verhalten der Menschen im öffentlichen und privaten Leben ist alles vielfach andere als hilfreich bei der Pandemiebekämpfung.
    Überhaupt: Wo bleibt das Selbstkritische?

  49. Rasmus Ph. Helt sagt:

    Die Kritik an der 15-Kilometer-Regel spannt einen zu kurzen Bogen. Denn das eigentliche Problem besteht vor allem darin, dass es sich hierbei eher um eine Alibi-Maßnahme handelt, die lediglich davon ablenken soll, dass die Politik in vielen anderen Bereichen derzeit schlicht nicht ihre Hausaufgaben macht, um die Corona-Zahlen konsequent zu senken. Wobei neben mehr Personal in den Gesundheitsämtern bei der wichtigen Kontaktnachverfolgung von Infektionsketten nur einmal der Zugverkehr genannt sein, wo kaum ein anderes Land in Europa so wenig Ehrgeiz wie Deutschland zeigt, um die Menschen besser zu schützen und häufig selbst die einfachsten Dinge wie etwa öffentliche Desinfektionsspender an Bahnhöfen wie in Hamburg mehr wie eine PR-Attrappe wirken und überhaupt nicht funktionieren. Deshalb sollte insbesondere die SPD, wenn sie endlich in Wahlkampfschwung kommen will, mehr Druck auf ihren Koalitionspartner ausüben, seiner Verantwortung gerecht zu werden, zumal ebenfalls bei einem Thema wie dem Arbeitnehmerrecht aufs Homeoffice es sich anbietet, nicht wie Hubertus Heil einfach den Kopf in den Sand zu stecken, sondern den öffentlichen Druck aufrechtzuerhalten und auszuweiten!

  50. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Mit ihren Argumenten könnte man die Polizei sofort abschaffen. Verordnungen und Gesetze reichen. Die Menschen sind ja aus Erfahrung alle so vernünftig das sich alle daran halten. Also sofortige Abschaffung aller Geschwindigkeitskontrollen auf den Straßen. Freie Fahrt für freie Bürger, es halten sich ja sicher alle an die vorgegebenen Regel.

  51. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Ich sage eben nicht, dass alle so vernünftig sind. Das sind sie leider nicht. Aber ich sage auch, dass man nicht alles kontrollieren kann. Es gibt sowas wie eine „freiwillige Selbstkontrolle“.
    Was ist das denn für eine Gesellschaft, der man nur etwas zumuten kann, wenn die Wächter auch dafür da sind. Man lese Kafka.
    Bronski schrieb in einem Intro Anfang März 2020, dass es jetzt nicht um das ICH gehe, sondern um das Kollektiv, um das WIR. Das ist für mich auch ausschlaggebend. Und natürlich gehört die Polizei da auch dazu. Aber sie ist nur ein Teil der Lösung.
    Die Pandemie hat offenbart: Die Schieflagen liegen nicht nur im System und in den Strukturen unserer Gesellschaft, sie liegen auch im Verhalten der Menschen, die sich für so furchtbar schlau und aufgeklärt halten. Wir sollten, aber wir tun’s nicht!

  52. Reinhold Hinzmann sagt:

    Doch, die Massnahmen der Regierungen sind konzeptlos und in sich widersprüchlich.
    Nochmal: die Infektionszahlen steigen und sinken nicht. Im Sommer wurde von kompetenter Seite vor Re-Infektionen im Herbst gewarnt. Als die Inzidenzzahlen stiegen, passierte erst mal NICHTS.
    Was ist eigentlich, wenn die Impfungen nicht den erwarteten Schutz bieten?
    In der FR lese ich, dass andere Therapie-Ansätze wegen mangelndem Geld nicht erforscht werden.
    Zum Vergleich: Anfang der 80-Jahre war die Diagnose HIV ein Todesurteil. Einen Impfstoff gegen diese Erkrankung gibt es bis heute nicht. Aber es gibt Therapeutika, die den Betroffenen ein normales Leben ermöglichen.

    In Berlin und anderen Städten demonstrierten unbehelligt stundenlang „Corona-Kritiker“ gemeinsam mit Faschisten unter Missachtung aller Auflagen.
    Unbehelligt stürmten ein Teil dieser Leute die Reichstagstreppe.
    Demo-Auflagen gelten scheinbar nur für Demokraten und Linke!
    Wir werden nie erfahren, wieviele Menschen sich bei diesen Demonstrationen infiziert haben, und so erheblich zur Verschärfung der Pandemie beigetragen haben.
    Allein in Leipzig waren es ca. 25.000. Ist es Zufall, dass Sachsen eine Hochburg der Infektionen ist?

  53. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Reinhold Hinzmann

    So komme ich mir denn wie der selbsternannte Regierungssprecher vor. Das hätte ich mir auch vor Jahren nicht träumen lassen!

    Die Maßnahmen der Regierungen sind nicht konzeptlos, aber – und wir sprachen schon drüber – der zurückliegende Eigensinn der LänderchefInnnen, der war wirklich nicht gut!

    Inzwischen hat sich auch ein Bodo Ramelow dafür entschuldigt, das zurückliegend falsch eingeschätzt zu haben. Immerhin. Die anderen Kandidaten lasse ich mal weg.

    Was wird denn für ein Konzept erwartet? Wenn Sie mich fragen, sollte dieser sog. Lockdown mindestens bis Ende März laufen. Aber den einzelnen Gesellschaftsbereichen gerecht zu werden, ist unglaublich schwer. Und, das ist jedenfalls meine Meinung, erlebe ich diese deutsche Beschwerdedebatte inzwischen als ziemlich müßig. Dabei ist eigentlich ziemlich klar worum es geht: Die Kontakte aufs Minimum zu reduzieren oder, wenn man’s sich leisten kann (z.B als Rentner), einfach zuhause bleiben!

    Mir passieren zuviele Schauplätze, wo sich einen f … Kehrricht um die Regeln geschert werden und wo der Polizei-, Verkehrs- und Ornungseinsatz einfach überfordert ist.

    Ja, der Sommer war daneben mit diesen Reise- und Urlaubsregelungen bzw. diesem Grenzen-Durcheinander. Aber auch da trägt die Bevölkerung mit ihren Ansprüchen mit dazu bei, dass es einfach nicht mal vernünftig und verantwortlich von allen STOP! heißt!

    Weihnachten und Silvester wären auch beinahe durch die überhöhten Ansprüche zur gesamtdeutschen großen Zusammenkunft und Feier geworden.

    Was soll ich noch zu den „Corona-Kritikern“ und deren Demonstrationswut sagen? Natürlich waren die Genehmigungen ganz ganz schlecht (habe ich nicht verstanden, bei aller Liebe zur Gewaltenteilung).

    Ich bin es deshalb leid, jetzt auf die Regierung zu schimpfen, weil für mich große Teile der Bevölkerung auch in der Pflicht stehen. Das ist teilweise enttäuschend („Schneetouristen“ und dann diese Promis, die in der Weltgeschichte rumturnen!).

    Und: Der Impfstoff ist da. Es wird geplant und gearbeitet. Viel freiwilliger Einsatz ist da.

    Was kommt dann?
    Dann ist es auch wieder nicht recht. Skepsis hin und her. Selbst Pflege- und Klinikkräfte sind skeptisch. Muss man alles verstehen?
    Vielleicht sollten die Menschen sich einfach aus einer einfachen Tageszeitung informieren als in diesen sozialen Netzwerken rumzusurfen, wo scheinbar jeder Guro sich mit seinen Unheilsbotschaften auslamentieren kann. Wo die Scharlatane und Rattenfänger ihr Unwesen treiben.

    Seit fast einem Jahr ist Politik in einem ganz besonderen hohen Einsatz. Vieles vorher ist falsch gelaufen, das hat Corona offenbart. Aber jetzt ist es so wie es ist, und es ist für alle ein Kraftakt. Und der schlaue moderne Mensch muss vielleicht auch mal lernen mit einer solchen Krise fertig zu werden, zumal die Gesellschaft als solche global selbst genug Schaden angerichtet hat, dass es alles soweit gekommen ist!

  54. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Dabei ist eigentlich ziemlich klar worum es geht: Die Kontakte aufs Minimum zu reduzieren oder, wenn man’s sich leisten kann (z.B als Rentner), einfach zuhause bleiben!
    Das ist ihr erster und entscheidender Denkfehler. Es kommt überhaupt nicht darauf an alle Kontakte zu reduzieren. Diese Strategie erweist sich gerade als falsch. Es kommt darauf an Kontakte zu Infizierten zu reduzieren. Nichts anderes macht man in Asien erfolgreich. Da helfen nicht dauernd andere Regel sondern Schwerpunkt mäßiges vorgehen. Der erste Schritt wäre für mich ganz klar dafür zu sorgen das Leute die infiziert sind zu Hause bleiben. Wenn man dazu keine App einsetzen will muss man es halt anders machen. Wie auch immer so würde eine erfolgreiche Strategie aussehen. Jetzt sitzen wir wie das Kaninchen vor der Schlange und hoffen das die Impfung vor London kommt.

  55. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Wenn Sie schon so auf Asien schwören, dann bedenken Sie bitte auch mit welchen politischen Systemen dort Staat gemacht wird! Da ist nichts mit Demokratie und Bürgermeinung und lautes Denken …

    Ich weiß nicht, wie Sie darauf kommen, dass es nicht auf die Kontaktbegrenzungen ankommt? Weiß ich denn, wer gerade infiziert ist oder nicht?

    Wie kommen Sie darauf zu sagen, dass wir hier dauernd die Regel ändern? Es sind bestimmt das Zögerliche und die kurzen Schritte, aber doch nicht dauernd andere Regeln. Nichts anderes als den Leuten das Zuhause-bleiben wird anbefohlen, wenn sie infiziert sind?!

    Zur App kann ich nichts sagen. Ich weiß nur, dass es scheinbar keine Wunderwaffe ist und wenn, gottseidank der Datenschutz wohl gesichert ist. Ich sage es nochmal: Das Verhalten der Menschen ist auch ein Faktor, der über vieles entscheidet.

    Leider gibt es auch einen Teil der Presse, denen nichts anderes einfällt, als jetzt auf Jens Spahn & Angela Merkel einzudreschen, obgleich er/sie doch einen gesamteuropäischen Plan hatte. Es ist nicht alles zeitlich gelungen. Ja.
    Ich verstehe die ganze Debatte in dieser gnadenlosen Anklageweise nicht. Wir haben Impfstoffe in einer Rekordzeit auf dem Markt, wie es niemand vor Monaten voraussehen konnten.
    Und selbst jetzt, wo geimpft werden kann, gibt es eine nicht unbeträchtliche Zahl von Menschen (sogar unter Kranken- und Pflegekräfte), die sich nicht impfen lassen wollen! Was wollen die Menschen eigentlich??? Eine Erlösung durch Zauberhand?

    Mir sind Diskussionen und kritische Auseinandersetzungen wichtig. Aber es gibt auch so einen Punkt, da kann man auch mal objektive Probleme und vielleicht auch bisherige Leistungen einfach mal anerkennen.
    Das scheint keine Qualität mehr in unserer Debattenkultur zu haben. Außerdem deckt die Pandemie derart viele alte gesellschaftliche Schieflagen auf. Das Dilemma steht uns überhaupt erst noch bevor.

  56. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek

    Wenn Sie schon so auf Asien schwören, dann bedenken Sie bitte auch mit welchen politischen Systemen dort Staat gemacht wird.
    Ob mal die Strategie fährt alle Kontakte zu beschränken oder nur die Kontakte mit Infizierten hat nichts mit der Staatsform zu tun. Es gibt in Asien auch Länder wie Japan, Süd Korea, Taiwan u.s.w. die diese Strategie erfolgreich anwenden. Europa geht halt einen anderen relativ erfolglosen Weg. Als man die Nachverfolgung nicht mehr durchführen konnte hätte es spätestens ein Umdenken geben müssen und dafür ist die politische Führung zu kritisieren.

  57. Stefan Briem sagt:

    @ hans

    „Ob mal die Strategie fährt alle Kontakte zu beschränken oder nur die Kontakte mit Infizierten hat nichts mit der Staatsform zu tun.“

    Mit derselben Haltung kann man eine Diktatur anfangen!
    Natürlich hat das auch was mit der Staatsform bzw. der Rechtsstaatlichkeit zu tun. Das ist doch völlig klar! Wenn jemand infiziert ist, geht das den Betroffenen und sein direktes Umfeld was an, außerdem seinen Arzt und die Gesundheitsbehörden. Niemanden sonst. Wen das nichts angeht: App-Betreiber, Telekommunikationsanbieter, Sicherheitsbehörden. Dann können Sie die Nachricht auch gleich überall veröffentlichen: „Hans, wohnhaft im Infiziertensteig 88, 99999 Sars-CoV-2-Stadt, Telefonnummer 123456789, ist positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Bitte vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit ihm. Sie bringen sonst sich, Ihre Familie und andere Menschen, die zu Ihren sozialen Kontakten zählen, in Lebensgefahr.“
    Es ist hoffentlich deutlich geworden, dass ich übertreibe. Ich wollte zeigen, was passieren kann, wenn man so schamlos mit Daten umgeht. In Ihrer Argumentation zeigt sich aber auch mal wieder, dass Angst und Panik keine guten Berater sind.

  58. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Anderes Beispiel: Was hat Irland anderes gemacht, als die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken?
    UND es hat geklappt!

  59. Stefan Riegel sagt:

    @hans:
    Sie schreiben, es käme nicht darauf an, alle Kontakte zu reduzieren, sondern nur Kontakte zu Infizierten zu reduzieren. Ja, aber das Problem ist, dass Corona eine lange Inkubationszeit von 5-6 Tagen hat und man in dieser Zeit gar nicht ahnt, dass man infiziert ist. Da man in dieser Zeit trotzdem ansteckend ist, bleibt nichts anderes übrig, als vorsichtshalber alle Kontakte zu reduzieren.

  60. hans sagt:

    zu @ Stefan Riegel
    Wir bekommen von ca 2 Milliarden Menschen in Asien gerade seit 10 Monaten vorgeführt dass das nicht stimmt was sie da schreiben.

  61. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Kein Mensch bestreitet das es die beiden Strategien gibt. Alle Kontakte beschränken und nur Kontakte zu Infizierten beschränken. Sie sind nur unterschiedlich erfolgreich. In GB ist man derzeit ja mit unserer Strategie auch noch weniger erfolgreich wie D. In Irland halt ein bisschen besser, aber lange nicht wie in Süd Korea.

  62. hans sagt:

    zu @ Stefan Briem
    Angst habe ich nicht weil ich mir selbst Chancen ausrechne Corona schon hinter mir zu haben wie das sicher einige aus meiner Familie von sich sagen können. Deshalb kann ich aus Erfahrung sagen wie es ist wenn alle in Menschen in der näheren Umgebung der Meinung sind das du Positiv bist. Allerdings gehöre ich auch nicht zu denen die Corona als Schande sehen sondern als Krankheit die in der Regel nach zwei Wochen vorbei ist.

  63. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Bin jetzt erstmal raus.
    Verschnaufspause von Asien und den Erfolgsmeldungen.

  64. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Heute morgen sind bei NTV auch wieder nur Erfolgsmeldungen von Japan und Süd Korea gelaufen. Schon Frustrierend wenn da die Neuinfektionen unter 500 am Tag sind und bei uns wohl demnächst wieder über 1000 am Tag sterben. Wie hat Merz in einer Kandidatenfindungsrunde am Wochenende gesagt, Datenschutz kann doch nicht wichtiger sein als das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Ich hätte nicht gedacht das ich diesem Menschen so schnell recht muss.

  65. hans sagt:

    Jetzt beginnt wohl das Impfdrama seinen Lauf zu nehmen. Von dem zweiten Impfstoff der eine Freigabe hat und heute ausgeliefert wird sollen in Hessen doch immerhin 2400 Menschen die erst Impfung erhalten. Die Dosis für die zweite Impfung in 3 Wochen muss zurück gehalten werden weil nicht sicher ist ob rechtzeitig weiterer Impfstoff kommt. Im ersten Quartal soll in D. für eine Million Menschen Impfstoff kommen. In Israel hat man schon über 20% der Bevölkerung geimpft. In GB will man bis Mitte Februar 15 Millionen impfen. In den USA hat man ausreichend Impfstoff und es wird der ideale Start für Biden sein ihn bis Ende März zu verimpfen. Das bedeutet nach dem Asien sich von Anfang an aus der Coronakrise verabschiedet hat wird das auch in den westlichen Industrieländern passieren bis Ende März. Muss man eigentlich wirklich schwarz sehen wenn man erwartet das bis dahin in D. die Mutation aus England angekommen ist ist und wir vielleicht 10% von dem Bevölkerungsanteil geimpft haben wie die oben genannten Länder? Ob dann wieder die MP schuld sind?

  66. Werner Dörr sagt:

    Was mir Sorge bereitet, das ist der enorme Druck, der ausgeübt wird, dass sich möglichst viele impfen lassen sollen. Wobei wir nicht wissen, was der Impfschutz wirklich bewirkt (außer der wohl begründeten Vermutung, dass damit „schwere Verläufe“ verhindert werden können). Die COVID-Infektion und Virusweitergabe scheint trotz Impfung möglich. Aber es wird, sobald „mehr“ Menschen geimpft sind, der Druck entstehen, Vorsichtsmnassnahmen herunterzufahren und Geimpfte zu privilegieren. Söder erwägt schon die Impfpflicht für AltenpflegerInnen, da sind die nächsten Schritte absehbar. Und dann heißt es ganz schnell „COVID-erkrankt und nicht geimpft – selber schuld“! Wir wissen genausowenig über potentielle Langzeit-Impfschäden wie über die Dauer der Impf-Schutz-Wirkung. Abwägungen über Pro-und Kontra zur Impfung werden in den Medien so gut wie gar nicht zugelassen oder gar vorgenommen. Aber es sollte schon nachdenklich stimmen, wenn aus der ganzen Welt berichtet wird, dass die Zurückhaltung im medizinischen Sektor besonders hoch ist. Und wie sieht es bei Jugendlichen und Kindern aus? Nahezu alle Impfungen werden den Kindern verabreicht, und wir wissen, dass sie COVID verbreiten – ich höre bisher nichts darüber, dass entsprechende Verträglichkeitstests stattfinden. Gibt es dafür vielleicht Gründe über die die Pharmafirmen lieber nicht sprechen? Und wenn der Körper als Folge der Impfung oder der Infektion Antikörper produziert (und Trump sogar einen solchen „Antikörpercockteil“ erhalten haben soll) – wird in diese Forschung von staatlicher Seite investiert?

  67. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Nochmal: Ich mache hier nicht mehr mit in punkto Lobhudeleien für Asien. Es wird auch in Deutschland kein Impfdrama passieren. Die Dinge nehmen jetzt ihren Lauf.

  68. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Die Dinge nehmen jetzt ihren Lauf.
    Da haben sie recht. Es wird Länder geben die 3-4 mal so schnell impfen als D. und das England Virus wird kommen. Ob man das dann Drama nennen wird ist abzuwarten und muss jeder selbst entscheiden.

    Schreibe einen Kommentar

  69. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Ich kann ihre Bedenken nachvollziehen aber wie sollte eine Lösung denn aussehen.

  70. hans sagt:

    Bevor ich wieder Lobhudeleien oder ähnliches dummes Zeug vorgeworfen bekomme stelle ich einen Link ein dem man entnehmen kann wie sich das Impftempo in vielen Ländern derzeit entwickelt. Das im ersten Quartal eine deutlich Steigerung in der EU zu erwarten ist kann man ja nach dem was von offizieller Seite dazu gesagt worden ist ausschließen. Deshalb werden Länder wie GB, Israel oder USA wohl mit dem Impfen fast fertig sein wenn wir irgendwann im Quartal zwei so richtig anfangen.

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-impfung-daten-100.html

  71. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Die Lösung hat Pamela Dörrhöfer in ihrem heutigen (13.01.) Leitartikel skizziert. Letztlich müssen die Bedenken offen diskutiert werden (können, dürfen). Und es wird wohl auch noch einfach etwas Zeit brauchen, abzuwarten, ob bei dem jetzt laufenden „Großversuch“ auffallende Nebenwiekungen auftreten. Ist das nicht der Fall, werden auch die Bedenken sicher geringer werden – das ist meine Vermutung dazu.Das „Kleinreden“ von Nebenwirkungen wirkt dagegen kontraproduktiv. Im übrigen, wer schon mal mit der Problematik von Impfnebenwirkungen „zu tun“ hatte und erlebt hat, mit welcher Macht hier die Mauern der Beweiswürdigungzum Zusammenhang von Sympromen und Ursache in einer Impfung aufgebaut wurden, der hat besonderen Grund, hier vorsichtig zu sein (das beruht auf eigener Erfahrung). Nicht zuletzt deshalb werden wohl auch jetzt Allergiker zur Vorsicht bei der COVID-Impfung aufgefordert. Und Rheinland-Pfalz impft erst ab 18 Jahren, obgleich der Imofstoff eine Zulassung ab 16 hat…

  72. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Die Frage ist doch zugespitzt ist das Risiko der Impfung größer als das Risiko der nicht Impfung. Wenn man sich die Situation in GB derzeit anschaut ist die Antwort wohl klar weil diese Situation auf uns zukommt. Die Alternative nicht Impfen ist nicht zukunftsfähig da man sich ja auch weigert die Regel die in Asien erfolgreich angewendet werden zu übernehmen. Im Dauerlockdown kann die Gesellschaft nicht bleiben ohne sich selbst zu zerstören. Was sollten wir denn tun wenn es sich heraus stellt das es auch Nebenwirkungen ab und zu geben würde. Ich sage mal trotzdem impfen.

  73. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Aber die Risikoabwägung ist eine individuelle, die jeder für sich selbst treffen muss und müssen darf. Und, wie P.Dörrhöfer heute beschrieben hat, es handelt sich nicht um eine Behandlung einer Krankheit, für die man ein Medikament nimmt um Beschwerden zu lindern/zu heilen, sondern um einen Eingriff, um eine Krankheit potentiell zu vermeiden, die man bekommen könnte oder auch nicht. Ob die „moralische Argumentation“, die Impfung diene zum Schutz der Anderen hier überhaupt angebracht ist, möchte ich bezweifeln. Das ist bislang ja gerade nicht belegt. Die persönliche Kontaktvermeidung ist demgegenüber äußerst „nebenwirkungsarm“ und nachgewiesen wirksam.
    Das ist keine Argumentation gegen das Impfen, aber sehr wohl eine für das Recht auf die individuelle Entscheidung. Wenn Arbeitgeber im Pflegebereich das anders sehen und für Beschäftigte eine Impfung verlangen oder der Staat das vorgeben will (wie bei Masern in der Schule), dann müssen alle mit den evtl. Konsequenzen leben. Die Abwägungen landen dann letztlich beim Bundesverfassungsgericht, wie immer bei Grundrechtskonflikten.
    Was derzerit passiert, ist der Versuch des Staates, durch die Impfung der „Alten“ (zu denen ich selbst gehöre) prospektiv des Gesundheitssystem zu entlasten (und so auch Kosten zu sparen). Individuelle Gesichtspunkte bleiben da außen vor. „Leben Retten“ ist die Übersetzung dieses Regierungshandelns in politöffentliche Sprache, nicht der Antrieb.
    Was mich allerdings wundert, das ist, weshalb die wirtschaftsaktiven Bürger, die „Leistungsträger“, nicht primär geimpft werden und weshalb nicht mehr Druck auf die Arbeitgeber ausgeübt wird, Schutzmassnahmen zu verstärken, was ja in ihrem Eigeninteresse liegen dürfte. Aber vielleicht kommt das jetzt, wenn man erkennt, dass das Mutationsvirus andere Altersgruppen stärker angreift.

  74. Jürgen Malyssek sagt:

    Kein Diskussionsbeitrag zum Impfstart, aber eine Gelegenheit, die Politik, wenn auch im Kleinen, so doch zu loben:

    Heute habe ich per Post von der Bundesregierung zwei Berechtigungsscheine für je 6 Schutzmasken mit hoher Schutzwirkung (also FFP2) bekommen.

    Gültig insgesamt vom 01.01. bis 15.04.2021.

    Ich habe damit ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet und habe mir meine Masken (nur FFP2) bisher aus eigener Tasche gekauft.

    Will sagen: Das ist jetzt keine große Nummer, die hier passiert ist. Aber es zeigt doch, dass an den Versorgungsverprechungen gearbeitet wird.

    Ich fand das ein gutes Zeichen und nehme mir jetzt heraus die Regierung zu loben!

  75. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Sorry das ist letztlich doch auch Wunschdenken. Ich bin froh wenn wir keine Impfpflicht brauchen weil es genug Menschen gibt die sich so verantwortlich verhalten und sich freiwillig impfen lassen. Was würde aber passieren wenn jetzt aus irgendeinem Grund sich ändern würde? Der derzeitige Zustand ist unhaltbar auf viele Monate oder gar Jahre hin gesehen. Man müsste etwas unternehmen um eine neue Normalität herzustellen. Mir fällt da nur eine Impfpflicht oder die Regel von Asien ein. Das bedeutet die derzeitig Freiwilligkeit der Impfung ist in Wirklichkeit ein Schein der in dem Moment ein Ende hätte in dem es die Freiwilligkeit nicht mehr gäbe. Das liegt einfach daran das es so wie es jetzt ist, mit geschlossenen Schulen, Geschäfte u.s.w. nicht weiter gehen kann.

  76. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Im Dezember bis 01.01.konnte man sich 3 FFP2 Masken an einer Apotheke kostenlos abholen. Dazu musste man den Personalausweis vorlegen und über 60 Jahre alt sein. Das jetzt diese Gutscheine kommen sollen war da schon bekannt. Es ist aber schön zu hören dass das auch passiert. Machen aber die Krankenkassen, soweit ich weiß, nicht der Staat.

  77. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Ist doch egal, wer’s macht. Doch der Vorgang lebt.

  78. Rita Weigl sagt:

    Es muss im Volk der Denker, Dichter, Forscher und Statistiker bessere Lösungen als nur Folgeschleifen von Lockdowns geben. Der Politikerin Malu Dreyer war bei „Hart aber fair“ deutlich das Empfinden von Undankbarkeit anzumerken, was sehr schade ist. Denn die deutschen Bürger würdigen den Einsatz von ihr und ihren PolitikerkollegInnen sehr wohl, doch nach dem Teil 1 scheint sicher, dass durch Mehrdimensionalität noch vernünftigere Lösungen in der Coronakrise gefunden werden (müssen) als bisher, die der Wirtschaft und der menschlichen Psyche zuträglicher sind.
    Bei genau einem einzigen Ziel gibt es allerorts völlige Übereinstimmung: Entlastung von Krankenpfleger/innen und dem Krankenhaussystem. Alle Kräfte darauf ausrichtigen, das muss sein.
    Genau dort folgt aber Ohnmacht auf Ohnmacht … In unserem finanziell, technisch und organisatorisch hochgerüsteten Land gingen Krankenpflegerinnen in Kurzarbeit, weil das Lobby-System oder Fehlkalkulationen oder fehlende Anreizsysteme es nicht anders vorsehen oder zumindest nicht verhindern konnten. Personal ist geblockt oder plant abzuwandern … . Ein Albtraum mit Ansage, und wir stehen erst am Anfang davon. Es müssen alle denkbaren Anreizsysteme aller brauchbaren Quereinsteiger (Physiotherapeuten, Heilpraktiker) bis zum Äußersten genutzt werden. Wenn man wirklich will, ist hier was möglich.

  79. Walter Henss sagt:

    Es ist jetzt 22 Uhr am Dienstag, den 12.1.2021. Was glauben eigentlich die Verantwortlichen der Politik in Hessen, womit wir auch die nächsten Tage unsere Zeit verbringen sollen? Tagelang am PC oder am Telefon hängen nur um endlich einen Impftermin gegen Corona zu erhalten?
    Wir haben heute seit 8 Uhr stundenlang die angegebenen Rufnummern und Internetadressen kontaktiert mit dem Ergebnis, dass wir gegen 21.30 Uhr endlich im Internet durchkamen und dort dann erfuhren, dass es keinen Impftermin bis Anfang Februar mehr gibt.
    Das ist also unsere bürgernahe und bürgerfreundliche Verwaltung, die uns hilft gegen das Virus anzugehen. Wie viele Tage sollen wir denn nun noch stundenlang an PC und Telefon hängen, um einen Impftermin zu erhalten? Die regierungsamtliche Presseinfo, dass seit etwa 15 Uhr eine Telefonvereinbarung für einen Impftermin möglich sei, ist nicht zutreffend, um nicht zu sagen eine glatte Lüge. Das wäre uns bei unseren stundenlangen ununterbrochenen Bemühungen sicher nicht entgangen.
    Vielleicht hätte es doch einer externen Beratung bedurft, um dieses Problem besser anzugehen, auch wenn wir angesichts der Millionenbeträge, die Regierungsstellen immer wieder für externe Berater ausgeben große Skepsis gegenüber dieser Praxis haben. Gibt es wirklich Niemand in den großen ministeriellen bürokratischen Apparaten, der so etwas managen kann?
    Das Ergebnis derartiger Maßnahmen wird sicher ein weiteres Anwachsen der ohnehin schon vorhandenen Politikverdrossenheit sei. Ist das gewollt?

  80. Robert Maxeiner sagt:

    Immer schön nach Gutsherrenart! Man will ja nur unser Bestes! Der alte Fritz, erster Diener seines Staates, lässt grüßen! Wir haben eingesehen, wie wichtig Weihnachten doch für uns ist und dass es Ausnahmeregeln in der Krise geben muss. Falls wir dachten, das Virus macht da nicht mit – umsonst gedacht. Von selber denken war auch nicht die Rede, sondern von Einsehen. Deshalb sehen wir jetzt auch ein, weil die Zahlen der Infizierten nicht runter gehen, dass wiederum gut für uns gesorgt wird. Falls wir darüber frustriert im stillen Kämmerlein sitzen, können wir uns mit der Aussicht auf bessere Zeiten vertrösten lassen. Falls wir nicht an diese glauben und verärgert oder wütend sind, sollten wir es für uns behalten, denn die Schublade für Querdenker wartet sonst auf uns. Also los zur Gegendemo! Dort gibt’s auch noch eine kostenlose Dusche. Schade, dass sich Beschlüsse bezüglich des Dannenröder Forsts nicht ebenso schnell und einfach zurück nehmen lassen. Aber dafür bekommen wir ja eine schöne, neue Autobahn, auf der auch Fernlaster fahren können, die Schweine von hier nach da und wieder zurück transportieren können. Und falls die Arbeitnehmervertreter finden, nun könnten wir aber mal wieder ans Klima denken, bauen wir die Autobahn wieder ab und renaturieren das Gebiet. Dies hat zudem den Vorteil, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben, denn man könnte dieselben Unternehmen, welche die Autobahn gebaut haben, mit der Renaturierung beauftragen. Und wenn wieder ein Virus kommt, machen wir es wie mit der Fußball-WM in Katar, nur umgekehrt, wir verschieben Weihnachten auf die Sommerferien.

  81. Heidemargreth Spielbrink-Uloth sagt:

    Corona-Regel „neu“ – „Person ein Haushalt plus eine Fremdperson“ soll die Infektionen mit Sars-CoV-2 eindämmen? Das ist ein „totgeborenes Kind“! Die eine Fremdperson kann die Regel nicht einhalten, sie gibt nolens volens den „Spreader, denn im Zweifelsfall steckt sie eine ganze Familie an. Die Regel muss heißen: Je eine Person aus zwei Haushalten dürfen sich treffen. Sonst bleibt es beim exponenziellen Infizieren. Mit den verschiedenen Virus-Mutanten ist das ein „Kinderspiel“. Jede Medaille hat eben ihre zwei Seiten. Die Regel ist ja auch ein Witz, oder?

  82. Werner Dörr sagt:

    @Jürgen Malyssek
    Ist nicht egal, „wer’s macht“. Um Masken zu verteilen, muss in Deutschland erst ein Zertifikat gedruckt werden (natürlich „fälschungssicher, also wie ein Wertpapier von der Bundesdruckerei), das muss an die Krankenkassen verschickt werden (natürlich mit Registratur und Empfangsbescheinigung der Menge) und die Zertifikate müssen von den Kassen an die „berechtigten“ Mitglieder verteilt werden (natürlich mit Registratur usw.) und die Apotheken müssen die Gutscheine abrechnen. Gehts noch komplizierter? Meine Krankenkasse hat mich wissen lassen, dass die Bundesdruckerei die Gutscheine „in 3 Wellen“ drucken und verteilen werde und die Kasse dementsprechend nur in entsprechenden Abständen die Gutscheine versenden könne, sobald sie genügend haben. Das werde bis Mitte Februar dauern. Der erste Gutschein läuft Ende Februar aus. Wundern wir uns noch über den „schleppenden Impfstart“, wenn schon Gutscheine so einen Aufwand verursachen?

  83. hans sagt:

    https://www.zdf.de/assets/sendungsteaser-moma-100~384×216?cb=1599046518715
    Sehr gutes Gespräch mit Frau Schwesig heute in moma.
    Die Frau macht in MV offensichtlich einen richtig guten Job der sie fast schon als Hoffnungsträgerin der SPD erscheinen lässt. Die Konsequenzen dessen was sie da über fehlenden Impfstoff sagt scheinen den meisten gar nicht klar zu sein. Sie sagt das sie geplant haben in 5 Monaten die Hälfte der Menschen in ihrem Bundesland zu impfen und das sie dafür z.B. für die Stadt Schwerin 600 Impfdosen pro Tag braucht aber nur 600 pro Woche bis auf weiteres bekommt. Das bedeutet das wir im April ca 5-6 Monate Rückstand beim Impfen haben werden im Vergleich zu USA oder GB. Wenn das passiert mit tausenden von Toten zusätzlich würde ich das für einen guten Rücktrittsgrund der verantwortlichen Regierung halten.

  84. hans sagt:

    Die ersten Regierungen scheinen zu merken was sie EU weit gerade anrichten. Gerade habe ich bei NTV die Meldung gelesen das Ungarn Impfstoff in China kauft.
    Da die USA wohl mehr als genug Impfstoff haben sollte man Biden vielleicht am 21.01. einen Blankocheck schicken.

  85. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Das mit den „egal“ meine ich nicht im strengen Sinne, sondern, dass es überhaupt geklappt hat.

    Ich kann nur sagen, dass ich überrascht war, direkt von der Bundesregierung die Gutscheine (2) bis einschließlich 15.04. zum Abholen der FFP 2-Masken in der Apotheke bekommen habe.

    Habe das wie eine Geste empfunden, denn diese FFP2-Masken benutze ich nur und hätte sie mir so oder so weiter besorgt.

    Etwas Kompliziertes habe ich jetzt bei diesem Vorgang nicht erkennen können.

  86. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Tut mir leid, dass ich mich nochmal da reinhänge.

    Aber ich finde es nicht gut, mit Zahlen von potenziellen Toten bei möglichen Verspätungen von Impfstofflieferungen zu spielen (à la BILD).
    Und ich bin bei dieser schweren Pandemie und den Fehlern und Konflikten, die dabei zwangsläufig passieren müssen, weil es so komplex und ein Lernprozess ist, nicht einverstanden, so eine permanente Politik-Schelte loszutreten. Wir hätten da ganze andere Feinde im Land.

    Was mir viel zu kurz kommt, ist – mal abgesehen von diesen verrückten „Querdenkern“, Maskenverweigerern und Schlauschwätzern – das ist die Kritik an einem sichtbaren Teil der Bevölkerung, die sich einfach nicht an die Maßnahmen halten. Das, was etwa bei den sog. Schneetouristen in den zurückliegenden Tagen in den Wintergebieten abgelaufen ist, ist einfach totaler Wahnsinn und noch rücksichtslos dazu.

    Da ist Schelte in besonderem Maße angesagt.
    Aber auch in der Stadt selbst, ist die Einsicht und Bereitschaft der Leute zur Regeleinhaltung auch nicht berühmt. Es ist frustrierend mitzubekommen, wieviel Gleichgültigkeit auf Straßen, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf öffentlichen Plätzen herrscht!

    Die Leute kommen viel zu gut bei der Beurteilung der Lage weg und stattdessen sind dann immer nur DIE DA OBEN schuld.

  87. Stefan Briem sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    „Und ich bin bei dieser schweren Pandemie und den Fehlern und Konflikten, die dabei zwangsläufig passieren müssen, weil es so komplex und ein Lernprozess ist, nicht einverstanden, so eine permanente Politik-Schelte loszutreten.“

    Ganz großer Beifall! Ganz meine Meinung! Es ist so billig und naheliegend, auf die Entscheider einzutreten. Sie können ja nur Fehler machen. Aber Volkes Wille braucht Sündenböcke!
    Wenn Deutschland auf eigene Faust einkauft, dann wird ihm vorgeworfen, Interessen anderer Länder mit Hilfe seiner Marktmacht zu übergehen. Reiht Deutschland sich in der EU ein, dann wird ihm vorgeworfen, seine eigenen Interessen nicht ausreichend zu wahren. Wie man’s macht, ist es verkehrt. Es gibt immer jemanden wie hans, der dann laut weint.
    Lieber hans, ruhig bleiben! Sie hatten da Virus doch schon, oder habe ich das falsch verstanden? Warum regen Sie sich dann so auf?

  88. Werner Dörr sagt:

    @ Jürgen Malyssek nochmals im Detail zu den „Bundesmasken“
    Alle über 60 jährigen und alle „Risikopatienten“ erhalten „für den Winter“ 15 FFP 2 Masken, so hat es die Bundesregierung im Oktober beschlossen. Dann mussten die Details der Verteilung „ausgearbeitet“ werden. Anfang Dezember wurde dann mitgeteilt, dass jeder über 60 sich in einer Apotheke erstmals 3 Masken kostenlos „für den Dezember“ abholen könne (was dann ab Mitte Dezember auch möglich war). Danach sollten für den Rest des Winters von den Krankenkassen (gesetzliche wie private) Gutscheine versandt werden, mit denen im Januar und Februar der o.g.Personenkreis jeweils 6 Masken in der Apotheke gegen eine Gebühr von 2 Euro (für jew.6) abholen könne. In der Presse wurde kritisiert, dass der Bund den Apotheken pro Maske 6 Euro zahlt (also 90 Euro für den „Wintervorrat“ -4 Euro Eigenbeteiligung), wobei dieser Betrag nicht nur die Maske sondern auch die Arbeit der Apotheke für Beschaffung, Ausgabe und Abrechnung abdecke. Ob auch die Krankenkassen für ihre „Auswahl- und Versendungsarbeit“ eine Vergütung vom Bund bekommen, ist mir nicht bekannt- bin mal gespannt, ob das ein Journalist recherchiert!

  89. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Na, warum Ungarn in China Impfstoff einkauft, da kann man sicher auch andere Spekulationen anstellen.
    Was die USA angeht, warten wir mal ab, wie das mit dem Fortgang der Umsetzung wird. Die Bundesstaaten zweifeln stark daran, dass das „Biden-Programm“, in 100 Tagen 100 Millionen zu impfen, realistisch umsetzbar ist.
    Aber nachdem ich gestern auf im Internet geleakte Dokumente des europäischen Zulassungsverfahrens aufmerksam gemacht wurde und einige davon lesen konnte, ist mein Vertrauen in die Impfstoffe nicht gewachsen. Ganz klar setzt die Zulassungsbehörde auf den Fortgang der Untersuchung von Wirksamkeit und Nebenwirkungen id jetzt -vorerst!- genehmigten „Massenimpfung“, z.B. weil bestimmte gravierende Nebenwirkungen erst ab Impfzahlen über 30.000 statistisch zu erwarten sind.

  90. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Sorry, die Bild Zeitung habe ich schon Jahre nicht mehr in der Hand gehabt. Deshalb weiß ich auch nicht was sie so schreiben. Mein Beitrag hatte als Hintergrund das was Frau Schwesig gesagt hat. Natürlich macht die Politik in so einer Situation nicht alles richtig aber damit kann man nicht alles entschuldigen. Wenn jetzt monatelang zu wenig Impfstoff da ist kann man das auf jeden Fall nicht schönreden.

  91. hans sagt:

    zu @ Stefan Briem
    Ich kann ihre Frage nicht beantworten weil ich es nicht weiß. In der möglichen Akutzeit war das Gesundheitsamt der Meinung das man mich nicht testen braucht weil ich es eh habe. Der Meinung war ich und mein Umfeld übrigens auch Ende März letzten Jahres. Seit ich dann 3 Monate später einen negativen Antikörpertest gemacht habe frage ich mich allerdings was da wirklich los war. Allerdings meine Mutter und meine Schwester waren in der Zeit auch positiv im Krankenhaus.

  92. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Dann verstehe ich das so, dass die Krankenkassen alle vorbereiteten Arbeiten für den Gutschein-Versand durch die Regierung gemacht haben?
    Die Abläufe im einzelnen hatte ich jedenfalls nicht im Kopf.

  93. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Stefan Briem

    Danke für Ihre unterstützenden Worte!

    Und es ist genau, wie Sie’s mit dem Impfstoff-Einkauf beschreiben. Hätte Deutschland da nur die eigenen Interessen vertreten, wäre die andere Kritik-Lawine gerollt.

    Hinsichtlich seiner Entscheidung für die EU-Lösung und seiner Standfestigkeit bei der Kritik, die er reichlich zu hören bekam, hat Jens Spahn meine volle Unterstützung.

    Teile des journalistischen Establishments gefallen sich inzwischen in ihrer Rolle als Superaufklärer und Fallensteller, so dass immer häufiger Politiker und Entscheider in einen Erklärungsnotstand getrieben werden, ihre Arbeit als solche gar nicht mehr ins Blickfeld kommen kann. Sondern nur die Fehler.

    Kritik und Qualitätspresse schließen etwa Fairness und Zuhörenkönnen nicht aus.
    Klar sind Widerworte substanziell für den Journalismus. Aber nicht wenn’s zum reinen Selbstzweck verflacht.

  94. Reinhold Richter sagt:

    Die Einführung einer Impfpflicht für (gesunde, allergie- und krebskrankfreie) Pflegekräfte ist sicherlich nicht durchsetzbar, unabhängig von ihrer Sinnhaftigkeit. Dieses allerdings zu unterstützen, wie in dem Artikel von Frau Dörhöfer geschehen, halte ich für nicht angebracht und folge damit der Mehrheit der Bevölkerung. Und die aufgeführten Argumente sind sehr nah an den Verbalblasen der Verschwörungstheoretiker. Wer als Pflegekraft eine Impfung als Eingriff auf seine körperliche Unversehrtheit ansieht und trotz staatlicher Zulassung des Impfstoffes auf extrem seltene oder andere difuse Nebenwirkungen verweist, der hat tatsächlich seinen Beruf verfehlt. Was antwortet ein/e Pfleger:in auf die Frage seiner zu betreuenden Person, warum er/sie die Impfung verweigert? Zu gefährlich? Muss die Pflegekraft sich alternativ täglich (auf welche Kosten?) einem Schnelltest unterziehen? Am Ende bekommen die Pflegekräfte noch eine nebenwirkungsfreie Prämie (sollte nicht für eine viel zu gefährliche Flugreise reichen) oder es werden Naturalien ausgehändigt (veganer, alkoholfreier Eierlikör), wenn sie sich der Impfung unterwerfen.

  95. Werner Dörr sagt:

    @jürgen Malyssek
    Nach Auskunft der debeka (Private KK) erfolgt der Versand der Gutscheine für gesetzlich Versicherte durch die KK, für Prifatzversicherte inkl. Beihilfeberechtigten durch die Krankenkassen. Der „Bund“ hätte nicht die Daten zur Versendung bzw. zur Auswahl und die Krankenkassen dürften die Daten nicht an den „Bund“ weitergeben (Datenschutz). Von daher ist es für mich nicht erklärlich, wenn Sie die Gutscheine „direkt vom Bund“ bekommen haben. Vermutlich hat das mit Ihrem besonderen Status/Versicherungsverhältnis zu tun…

  96. hans sagt:

    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-impfung-daten-100.html
    Ich bin wirklich gespannt wie lange es diese Datei vom ZDF gibt. Man kann da täglich sehen wie sich der deutsche Impfrückstand vergrößert zu Ländern wie USA oder GB. Wenn Biden das wahr macht mit 100 Millionen Impfungen in der ersten 100 Tagen seiner Präsidentschaft oder Johnsen mit 15 Millionen bis Mitte Februar dann wird es nicht nur in Israel an Ostern after Coronapartys geben. Als Weihnachtsgeschenk ist die Herdenimmunität in D. ja auch ganz nett. Es gibt ja auch hier Leute die diese Politik voll unterstützen. Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber die Richtung stimmt.

  97. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Interessant. Ich bin einfach nur als Rentner bei der DAK. Und meine Gutscheine kommen mit der Post von der Bundesregierung und die Gutscheine sind von der Bundesregierung mit Bundesadler!
    Ich habe keine besonderen Status, ausser das ich zur Risikogruppe zähle, was wiederum nur meine KK wissen kann.
    Oder ich soll besonders geschützt werden, weil VIP (Achtung Scherz!)…

  98. Werner Dörr sagt:

    @Jürgen Malyssek
    vermutlich, die vielen Leserbriefe machen Sie zum VIP (beim Verfassungsschutz; und der Beobachter sorgt dafür, dass er nicht abgezogen werden kann; dto. scherz!)

  99. hans sagt:

    Ich meine irgendwo gelesen zu haben das die Gutscheine für FFP2 Masken von der Bundesdruckerei auf Anforderung der Krankenkasse gedruckt werden. Diese Druckerei soll wohl dermaßen in Terminrückstand sein das es zweifelhaft ist das alle Gutscheine bis zu ihrem Verfall ,Ende Februar, versendet werden können. Also alles irgendwie wie beim Impfstoff

  100. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Herrlich!

  101. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Wenn es so ist, wie Sie’s gelesen haben, dann ist es doch auch ok. Aber machen Sie doch bitte nicht schon wieder das nächste Rückstands-Thema auf!

    Selbst wenn es passieren sollte, dass nicht alle ihre Gutscheine rechtzeitig bekommen – davon geht die Welt ja auch nicht unter. Das Besorgen von Masken ist nun wirklich kein heißes Problem. Bisschen selbsttätig werden, ist ja auch ganz nett.
    Freundliche Grüße

  102. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Ich denke nicht das ich das Thema Masken aufgemacht habe.

  103. Werner Dörr sagt:

    @ Jürgen Malyssek
    es war tragikomisch, den Abgeordneten des US House of Representatives am Mittwoch zuzusehen, wie sie vergeblich damit kämpften, während ihrer 30-Sekunden bis 1 Minute Redezeit ihre jew. Stoffmaske nicht bis zum Kinn zu verlieren. Offenkundig wurde damit, dass Masken in den USA wohl mehr als Modeelement oder Mittel zu einem politischen Statement oder als Herkunftsidentifikationsmittel genutzt werden, denn als Schutzinstrument. In den 2 Stunden, in denen ich zugesehen habe, hatte keiner der Redner/innen eine FFP 2 Maske auf und nur max. eine Handvoll trug chirurgische Masken, und zwar unterschiedslos bei Republikanern wie Demokraten. Da muss ich an eine Erklärung eines Lehrers, ca. 60 Jahre ist es her, denken: „Zivilisation heißt, dass ich eine Badewanne besitze, Kultur bedeutet, dass ich sie benutze“. In der Frage der Vorbildfunktion von Politikern sind wir in Deutschland schon recht weit gekommen, seit uns die Amerikaner 1945ff die Demokratie „gelehrt“ haben. (Satire!)

  104. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Rückblickend bin ich ziemlich überzeugt davon, dass die Amerikaner sehr wichtig für Deutschland und die demokratische Verfassung waren. Der Arschtritt der USA 1945ff musste wohl sein.
    War der Große Bruder auch nie der Edeldemokrat der Geschichte, so ist es doch in all den letzten Jahren frustrierend mitzubekommen, was quasi aus diesen Vereinigten Staaten politisch und moralisch geworden ist. Es ist nach dem Kinderglauben sowas wie die Erfahrung einer schweren Kränkung.

    Bevor die Pandemie zu uns ins Land kam, hatte ich bei den politischen Farben schon so meine mehr oder weniger festen Favoritenpositionen.
    Das ist im Moment der Krise für mich nicht so wichtig.

    Wenn Sie, Herr Dörr, diese Vorbildfunktion von Politikern in Deutschland ansprechen, dann finde ich schon, dass wir „recht weit gekommen sind“. Sicher ist eine Pandemie eine ganz besondere Notlage, aber ich sehe das nicht, dass die Politik als Ganzes in der Krise versagt hat. Fehler (etwa der Sommer), Versäumnisse und vielleicht auch zu viel Rücksicht auf die ‚anspruchsvolle‘ Bevölkerung, ja. Aber sie hat sich auch auf einen gemeinsamen Lernprozess eingelassen, der eben nicht, wie es die „Nichtdenker“ und Dauerkritiker fanatisch als Corona-Diktatur titulieren.
    Das wäre jetzt für mich keine Satire.

  105. Meike Beier sagt:

    Es ist eine Zumutung, dass über 80-Jährige für ihre Impfung zwei Mal die Mühen, Kosten und insbesondere das Risiko (ÖPNV, Taxi, Fahrdienste möglicherweise in größeren Gruppen) einer Anfahrt in das regionale Impfzentrum der nächsten Großstadt auf sich nehmen sollen, während gleichzeitig die Eröffnung der lokalen Impfzentren – vorgesehen „bei hinreichender und stetiger Zufuhr von Impfstoff“ – komplett unkalkulierbar ist. Und was passiert, wenn die Nachfrage der ersten Priorisierungsgruppe in den regionalen Impfzentren ausklingt, aber die Impfstoffzufuhr immer noch nicht ausreicht, um die anderen Impfzentren zu eröffnen? Kommen dann die in den Großstädten lebenden und die reisebereiten Angehörigen der zweiten Priorisierungsgruppe zum Zuge – und die Hochbetagten, denen der Weg zu weit ist, müssen weiter ausharren?
    Um allen eine Perspektive zu geben, sollten meiner Meinung nach die Impfzentren gestaffelt betrieben werden: Erstimpfungen zunächst zwei Wochen in den sechs regionalen Zentren, dann zwei Wochen lang in sechs anderen, dann wieder in sechs anderen bzw. natürlich nach Möglichkeit, bei entsprechender Impfstoffverfügbarkeit, in immer mehr Zentren gleichzeitig. Die Zweitimpfungen, für die der Impfstoff ja ohnehin zurückgehalten wird, könnten natürlich mit 3-4 Wochen Versatz in den jeweils zuvor geöffneten Zentren stattfinden.

  106. Bernd Emmerich sagt:

    Mit hoher Geschwindigkeit wurde in Hanau fristgerecht das Corona-Impfzentrum in der August-Schärttner-Halle errichtet und steht nun dort verwaist und wird nicht genutzt. Das ist für unsere über 80-jährigen Bürgerinnen und Bürger sehr ärgerlich, denn nun müssen sich alle “ mobilen“ Impfberechtigten nach Frankfurt in die Festhalle begeben, um die lebensrettende Impfung zu erhalten. Doch die Hürden für die Impfungen sind von der Landesregierung außerordentlich hoch gelegt worden, ich meine sogar zu hoch! Der Main-Kinzig-Kreis ist der größte Landkreis in Hessen und geht quasi leer aus. Die fast Großstadt Hanau mit über 97.000 Einwohnern und einem voll eingerichteten Impfzentrum wird nicht berücksichtigt. Das ist eine echte Fehlentscheidung seitens der Landesregierung! Die CDU/Grüne Landesregierung muss sich hier in der Entscheidung der Öffnung von nur einzelnen Impfzentren in Hessen sehr kritisch hinterfragen lassen.
    Die Festhalle in Frankfurt ist über den ÖPNV, den Individualverkehr oder über ein Taxifahrt zu erreichen. Der Hin- und Rückweg ist ziemlich zeitaufwendig und in jedem Fall sind die Ansteckungsgefahren ausgesprochen hoch. Ältere Bürger fühlen sich häufig unsicher in Frankfurt, auch ist die Umgebung der Festhalle nicht allzu vertrauenserweckend zumal in der Dämmerung. Das ist eine echte Zumutung, die die unsere älteren Mitbürger einfach nicht verdient haben. Sehr lobend kann man da nur Oberbürgermeister Kaminsky hervorheben, der einen Bring- und Holdienst für die Hochbetagten organisieren will, aber auch dieses Vorhaben muss zusätzlich logistisch und finanziell geleistet werden. Überhaupt kann ein schneller und gut organisierter Impfbeginn hier in Hanau (sowie in Gelnhausen) die Menschen besser mitnehmen, Fragen können geklärt werden, die Menschen fühlen sich sicher aufgehoben, man ist nah an den Bürgern dieser Altersgruppe.
    Mit ganz großem Grauen sehe ich den bürokratischen zusätzlichen Aufwand, den gesamten Datenfluss fehlerfrei zu organisieren: erste Impftermine + zweite Impftermine + Impfstofftypen + Terminabsagen + Terminverschiebungen + Verspätungen (ÖPNV!) + Benachrichtigungen, alles in digitaler und/oder analoger Form.
    Richtig ungerecht ist das System gerade bei der Findung der Impftermine; wer fit im Internet ist oder kundige Kinder oder Enkel hat, kann sich glücklich schätzen, da wird es klappen, aber älteren alleinstehenden Personen mit keinen Internetkenntnissen, ohne familiäre Unterstützung wird es schwerlich klappen. Stundenlang in einer Warteschleife zu warten, da wird man am Sankt Nimmerleinstag wohl erst einen Impftermin erhalten. Wir haben gerade der Generation der über 80-Jährigen den Wiederaufbau unserer Gesellschaft nach dem Krieg zu verdanken. Das ist von der Landesregierung einfach nicht fair, so kann mit den Menschen in der gefährlichen Pandemie überhaupt nicht umgehen!
    Die Zeit drängt, die mutierte Virusvariante wird auch hier bei uns schneller nachweisbar sein, als wir es uns vorstellen können, deshalb sollten die lokalen Impfzentren in Hanau und Gelnhausen schnellstens in Betrieb genommen werden.

  107. Alan Mitcham sagt:

    Also, die Geschichte von „Corona“ geht in die Länge mit weiteren Lockdown Maßnahmen. Das ist besorgniserregend weil, bei Krankheiten ist „kurz“ immer besser als „lang“. Zum Beispiel eine Hauptursache von Antibiotika-Resistenz ist, dass wir über viele Jahre dieses wichtiges Medikament Routine-mäßig in der Massentierhaltung angewendet haben. Das ist gefährlich, denn, um Resistenz zu vermeiden, sollte eine Antibiotika-Behandlung intensiv und möglichst kurz sein.
    Wie wir alle wissen, mutieren Viren. Das ist eine bekannte Tatsache. Also, je schneller eine Virenkrankheit „durch“ ist, desto weniger Gelegenheit hat der Virus zu mutieren. Jetzt, bei Corona, mit Masken und Hygienemaßnahmen, ziehen wir die Krankheit „in die Länge“. Man sollte meinen, dass das schützt aber meine Sorge ist, dass wir, auf diese Weise, auf ein „Mutations- und Lockdown- Karussell“ aufsteigen: Wir machen Lockdown, der Virus mutiert, Leute erkranken, wir machen mehr Lockdown und weitere Mutationen entstehen. Das in alle Ewigkeit? Diesen Punkt sollten wir mit den Epidemiologen aufgreifen.

  108. hans sagt:

    zu @ Bernd Emmerich
    Sie haben in der Sache völlig recht außer das an dem Ganzen nicht die Hessische Landesregierung schuld ist sondern das historische Versagen der Bundesregierung und der EU bei der Impfstoffbeschaffung. Was soll die Landesregierung machen? Frau Schwesig sagte letzte Woche sie bekommt nur 14% der Menge bis auf weiteres die sie verimpfen könnte. Frau Merkel sagt Impfstoff wird bis zum 3. Quartal knapp sein und der derzeit wichtigste Hersteller sagt es wird in den nächsten Wochen weniger kommen. Die nächsten Wochen werden erst wirklich zeigen was das alles wirklich bedeutet. Ich denke den Begriff historisch wird an Ostern niemand mehr in Frage stellen.

  109. Werner Dörr sagt:

    @Bernd Emmerich
    Es ist in RLP nicht besser. Nach meiner Rechnung (vgl. meine früheren Ausführungen im Blog) wird RLP bestenfalls nach den Landtagswahlen Mitte März -vermutlich aber erst später- die erste Gruppe der über 80-jährigen geimpft haben. Mehr erlauben die vorhandenen Impfkapazitäten nicht.Ab wann die nächstfolgende „Altersgruppe“ sich anmelden darf, ist nicht bekannt, geschweige denn, bis wann die Regierung derzeit plant, diese Gruppe „durchgeimpft“ zu haben. Derzeit wird die Kritik am Verfahren und an der Verfügbarkeit des Impfstoffs festgemacht – dass es überall an der Planung mangelt, geht dabei völlig unter. Die Politik arbeitet nach Sichtflugregeln im Nebel, könnte man das nennen…

  110. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Mir ist klar das sie die Situation eigentlich auf der Zeitschiene ähnlich wie ich sehen. Sie kritisieren aber im Detail nicht den fehlenden Impfstoff sondern die fehlende Planung. Wie kommen sie denn darauf? Ich habe weiter ober auf das Gespräch mit Frau Schwesig hin gewiesen. In dem Gespräch sagte sie die Planung ist darauf ausgelegt das man die Herdenimmunität in 5 Monaten erreicht. Dafür braucht es in Schwerin 600 Impfdosen pro Tag. Sie bekommt aber nur 600 die Woche und hat nach eigener Aussage keine Ahnung wie es weiter geht. Wie wollen sie denn bei diesen Rahmenbedingungen planen? Die MP stellen Impfkapazitäten zur Verfügung und bekommen diese derzeit nicht zu 20% ausgelastet. Weil Impfstoff fehlt. Wenn MP jetzt nicht wissen welche Mengen im Februar kommen ist es kein Wunder das Frau Merkel das Thema letzte Woche an sich zieht. Es ist wahrscheinlich aber zu spät. Das hätte sie im Oktober oder November machen müssen. Derzeit kann man nur hoffen das es nicht wirklich Weihnachten wird bis wir 60 Millionen geimpft haben und derzeit scheint es nicht an der Impfplanung zu liegen auch wenn sie derzeit nicht bekannt ist.

  111. hans sagt:

    Man darf da gar nicht drüber nachdenken. Da richten Bundesländer Impfstraßen ein die eine bestimmte Menge an Menschen pro Schicht impfen können. Sie haben aber keine Ahnung ob sie dafür auch genug Impfstoff bekommen. Es hat sie wohl auch bis das Kind in den Brunnen gefallen war nicht interessiert. Ich nenne das Di­let­tan­tis­mus pur. Jemand der eine Planung macht muss doch das als erstes wissen bevor er anfängt.

  112. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Natürlich haben Sie Recht. Wer plant, muss wissen, nach welchen Vorgaben er das macht. Heißt im Grunde, der Bund muss wissen, wieviel die Bundesländer in welchem Zeitraum „verimpfen“ wollen bzw. können bzw. nach den Regeln „sollten“. Danach muss er die Lieferungen aufteilen. Zugleich bzw. zuvor muss er den Ländern mitteilen, wieviel er wann bzw. wie lange liefern kann (und sich dazu rechtzeitig bei der EU rückversichern). Das erfordert enge Zusammenarbeit, und zwar kontinuierlich. Die Länder sind sozusagen in Vorleistung gegangen und haben Kapazitäten zur Ausführung der Impfung geschaffen, die jetzt vom Bund mit ausreichendem „Material“ beliefert werden sollten. Unbekannt ist in der Öffentlichkeit, soweit ich weiß, welche Art von Abstimmung zwischen Bund und Ländern darüber stattgefunden hat, wieviele Impfdosen die Länder ab wann ungefähr jeweils erhalten werden. Nur wenn das „falsch“ war, können sich die Länder über „zu wenig“ beschweren. Wenn nichts wirklich bekannt war, bleibt es ihre Verantwortung, welche Kapazitäten sie aufgebaut haben. Und nur auf Letzteres zielten meine „Rechnungsversuche“ und auch nur bezogen auf RLP: Bei den hier jetzt vorhandenen Kapazitäten dauert es mindestens weit über ein Jahr, bis eine rechnerische „Herdenimmunität“ aufgebaut worden ist, und die jüngeren kommen erst spät in der zweiten Jahreshälfte mit der Erstimpfung dran. Das gewählte „Anmeldeverfahren nach Alter“ führt zur Unklarheit darüber, wer sich künftig wann wird anmelden können – auch, weil nicht kommuniziert wird, ab welcher erreichten „Impfquote“ pro Altersgruppe die nächst Altersgruppe zur Anmeldung sozusagen „freigeschaltet“ wird. Trotz mehrerer Anfragen habe ich in RLP keine Aussage dazu erhalten können!
    Das könnte sich nur ändern, wenn die Hausärzte beteiligt werden können und das dann auch tun. Dies ist aber bislang noch nicht abzusehen. Ich finde es einfach ärgerlich, wenn Politiker die Verantwortung zwischen den Ebenen hin-und herschieben, anstatt sich rechtzeitig in den Planungen ordentlich abzustimmen und ggf. auch die Verantwortung für eigene Entscheidungen, die ohne belastbare Grundlage getroffen wurden, zu tragen.

  113. Werner Dörr sagt:

    Nun hat ausgerechnet der Außenminister Maas die Diskussion über Privilegien für Geimpfte aufgemacht. Man könnte fragen, warum gerade er, aber das erscheint mir wenig sinnvoll. Vielmehr frage ich mich, wie lang oder kurz hier gedacht wurde und was damit bezweckt wird. Welcher Personengruppe sollen hier „Vorteile“ versprochen werden und wie sollten sie umgesetzt werden, ohne andere Gruppen zu benachteiligen?
    Allerdings geht es gar nicht, das deutet Herr Maas an, um Grundrechte der „Geimpften“ (ein Grundrecht auf Restaurantbesuch dürfte schwerlich aus dem Grundgesetz herzuleiten sein), sondern um die Berufsfreiheit der Gastronomen. Daher würde sein Vorschlag erfordern, zunächst Restaurants wieder grundsätzlich für „Verzehrbesucher“ zu öffnen, um dann festzulegen, wer Restaurants nicht zum „Vor- Ort- Verzehr“ besuchen darf. Darunter würden dann die „Nicht-geimpften-Personen“ (einfach geimpft oder zweifach geimpft??) fallen, was wiederum erfordern würde, dass die „erlaubten“ Gäste dies gegenüber dem Gastwirt belegen können.
    Womit wir bei dem „Impfprivilegausweis“ wären, der ausgestellt werden müsste und dessen Kontrolle (also mit Bild) dem Gastwirt durch Verordnung und unter Strafandrohung bei Verstoß vorgeschrieben werden müsste. Denn den „normalen“ Impfpass dazu zu benutzen, wäre nach Datenschutzrecht sicher nicht zulässig, da darin ja u.U. –zig.Impfungen seit der Kindheit eingetragen sind, die der Gastwirt gar nicht sehen dürfte; und fälschungssicher ist der normale Impfpass auch nicht.
    Allerdings stellt sich dann die „Benachteiligungsfrage“, nämlich ob Personen, die eine COVID-Infektion durchgemacht haben, nicht den Geimpften „gleichzustellen“ sind, da davon auszugehen ist, dass ihr „Risikopotential“ nicht höher einzuschätzen ist, als das der Geimpften. Also muss auch denen ein „Impfprivilegausweis“, vielleicht nennen wir ihn dann besser „Corona-Gesundheitspass“ (na ja, vielleicht etwas euphemistisch, aber das macht die Politik ja gerne so), ausgestellt werden.
    Gegenwärtig wären das in Deutschland etwa drei Millionen, in einem Monat vielleicht 4 Millionen usw. . Wenn ich daran denke, welche Zeitprobleme die Bundesdruckerei derzeit hat, die „Maskenbezugsscheine“ herzustellen, sollten die Druckaufträge für die „Corona-Gesundheitspässe“ schleunigst erteilt werden, damit ab Mai die ersten vorliegen!
    Wenn aber Restaurants öffnen dürfen, für Geimpfte und Genesene, dann ist damit zu rechnen, dass viele Ladengeschäfte und Selbständige (Frisöre) fragen, warum das nicht auch für sie gelten soll. Also müssten wohl auch sie geöffnet werden.
    Da aber wohl niemand die Absicht hat (oder sagen uns die Politiker etwa gar nicht, was sie derzeit wirklich planen?), Geschäfte, Dienstleistungsbetriebe und Restaurants bis in den Mai geschlossen zu halten, vorher aber keine ausreichende Anzahl von „Corona-Gesundheitspässen“ vorhanden sein wird (man denke auch noch an das Verteilungsproblem an die Bundesländer, die Frage der „Ausstellungsbehörde“ und der„Abgabestelle“ für alle, die jetzt schon geimpft sind oder die genesen sind bzw. die Verteilung durch die Krankenkassen- all das erfordert Planungszeit), zeigt sich m.E. dass der Vorschlag des Ministers Maas vollkommen sinnlos ist, da seine Umsetzung nicht vorstellbar ist. Womit wir allerdings erneut zu der Frage kommen, warum er ihn gemacht hat, wenn er, was wir fraglos unterstellen, durchdacht hat, was er vorschlägt…

  114. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Werner Dörr

    Der Vorschlag von Heiko Maas ist für die Tonne. Wie kann ich in dieser diffizilen Zeit, wo eine Gruppe der anderen ihre vermeintlichen Privilegien neidet und wo dieser unaufhörliche Drang nach persönlichem Recht und Freiheit ständig auf dem Tapet ist, so einen bekloppten Vorschlag machen?
    Restaurants öffnen für Geimpfte und Genesene?! Geht’s noch?
    Das ist jetzt seit langer Zeit meine erste Politiker-Schelte: Maas(an)halten!

  115. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Nach dem was Frau Schwesig gesagt hat plant sie in MV 5 Monate um die Herdenimmunität zu erreichen. Und ja es soll Impfstoffe geben die wohl ab frühestens Sommer auch über die Hausärzte laufen sollen. Die FR hatte letzt einen Bericht über Schluckimpfung. Auch ab Sommer oder Herbst frühestens. Sollten die Länder wirklich ohne jede Abstimmung mit dem Bund geplant haben kann ich deshalb den Bund trotzdem nicht frei sprechen. Die Mengen an Impfstoff die wann kommen sollen sind eine Information die hätte der Gesundheitsminister im Zweifel den Ländern aufnötigen müssen. Das alles wissen wir aber nicht. Ich bin auf die Argumentation schon gespannt wenn die USA wirklich in 100 Tagen 100-120 Millionen Menschen geimpft haben und wir bei 8-9 Millionen sind und es gibt keinen SPD Minister dem die Union die Schuld geben kann.
    Das Thema Privilegien für Geimpfte wird am Schluss das Verfassungsgericht endscheiden. Ich habe schon einige Verfassungsexperten gehört die sagen das sie unvermeidlich sind wenn Geimpfte keine Gefahr mehr für andere darstellen.

  116. Eckhard Lampert sagt:

    In diesem Artikel konnte ich lesen, dass z.B. ein Mensch in der Gruppe der 80-Jährigen aus Bad Vilbel (ich wohne nebenan in Karben) bis nach Gießen und später nach Büdingen fahren muss, um sich impfen zu lassen, obwohl Frankfurt vor der Haustür liegt und in 20 bis 30 Min erreichbar ist. Zwar gehöre ich zu der Gruppe der 70-Jährigen, aber das Problem kommt auf mich zu, wenn ich mich impfen lassen möchte. Offensichtlich haben die Verantwortlichen immer die autofahrende Bevölkerung im Blick.
    Ich bin noch mobil und brauche im Grunde kein mobiles Impfteam, will aber nicht mit dem Auto nach Gießen oder Büdingen fahren. Mir scheint, dass man nicht überlegt hat, wenn jemand mit ÖPNV zum Impfzentrum kommen will. Ich schildere Ihnen einmal folgende Fahrt:
    1. von der Wohnung mit Bus zum Bahnhof Karben, 2. mit S-Bahn nach Bad Vilbel, 3. von dort mit Regionalbahn nach Altenstadt, 4. von Altenstadt mit Bus nach Büdingen, 5. in Büdingen mit Zubringerbus zum Impfzentrum. Anfahrt ca. 1 1/2 bis 2 Std. Rückfahrt genauso lang, zuzüglich Impfaufenthalt also im Endeffekt eine Tagesreise, obwohl man mit S-Bahn oder auch PKW in 20 bis 30 Min in Frankfurt am Messegelände wäre. Es wurde wohl hier nur auf Zuständigkeit geachtet als auf Zweckmäßigkeit und Praktikabilität. Natürlich gibt es genug ältere Menschen, die mit dem Auto mobil sind und fahren, aber das ist von den Verantwortlichen einseitig gedacht.
    Insbesondere den Verantwortlichen im Wetteraukreis, so scheint es mir, ist nichts Besseres eingefallen, als ein Impfzentrum am äußersten Rand des Kreises zu installieren, obwohl Friedberg in der Mitte des Kreises liegt.
    Ich bin mir im Klaren, dass bei der Terminvergabe eine Diskussion über den Impfort völlig zwecklos ist, aber so wird unter diesen Gegebenheiten den älteren Mitmenschen der Impfwille verleidet.
    Ich hoffe nur, dass man sich entsprechend wehren kann und man nicht am Ende sagt: „Naja, wenn Sie nicht dahin fahren wollen, dann werden Sie nicht geimpft“.
    Und noch eins:
    Man kann nicht immer alles Herrn Spahn persönlich anlasten, er vertritt zwar das Ministerium nach außen, aber den Quatsch denkt er sich nicht selbst aus sondern hat, so sollte man meinen, in seinem Ministerium hochqualifizierte Mitarbeiter die die entsprechenden Vorgehensweisen ausarbeiten.

  117. Carmen Horstmann sagt:

    Als ehemalige Krankenschwester habe ich nur bedingt Verständnis für die Ablehnung der medizinischen Berufe zur Impfung. Klar wir haben keine Langzeiterfahrungen, aber das Impfen ist die beste Chance die Pandemie zu beenden. Auch haben alle Pflegenden oder medizinische Berufe die Verantwortung für ihre Patienten oder Betreuten. Ich kann mich noch erinnern wie ich als junge Schwester damals mit zwei kleinen KIndern bangte als ich erfuhr das der Patient den wir betreuten eine offene Tuberkulose hatte. Oder früher, die unbeabsichtigen Stichverletzungen durch Kanülen und damit die Gefahr an Hepatitis zu erkranken. Ich war froh das ich einen Betriebsärztlichen Dienst hatte, der uns viele Impfungen anbot und habe dies immer genutzt. Eine Impfung schützt mich, meine Angehörigen, meine KollegInnen und Patienten sowie Betreute.

  118. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Carmen Horstmann

    Stimme Ihnen sehr zu!

  119. Werner Dörr sagt:

    Gibt es eigentlich irgendwelche „seriösen“ Daten darüber, wie lange COVID-Patienten nach der Erkrankung Antikörper besitzen? Ich lese, dass das schwer zu messen sei und vielleicht nur 8 Monate „Immunität“ bestehe. Zugleich wird von der Impfung, die seit wenigen Monaten getestet wird, behauptet, sie wirke bis zu 6 Jahren.Allerdings nicht gegen die Erkrankung, sondern „wohl nur“ gegen eine „schwere Erkrankung“ (übrigens eine große Seltenheit bei Impfungen bisher…!) Also Impfung= besser als Erkrankung? Mit gesunder Skepsis komme ich da nicht mit! Aber daraus leitet sich ab, dass man auch ehemals Erkrankte impfen muss- und das freut die Pharmaindustrie, die dafür die Studien liefert!

  120. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Ja da fehlt noch einiges an Informationen. Die die sie wünschen gibt es aber wohl auch noch nicht. Mir würde schon reichen Herr Buffier würde mal, nachdem er gesagt hat wie stolz er darauf ist das ab Februar in Marburg Impfstoff produziert wird, sagen wieviel und ab wann von diesem Impfstoff etwas in Hessen bleibt. Da er das dauernd nicht macht muss man wohl mit dem schlimmsten rechnen.

  121. Werner Dörr sagt:

    @ hans
    in Marburg wird für Europa und Afrika produziert, nicht „direkt“ für Hessen, aber ein paar“Hessen- Döschen“ sind vermutlich eingepreist. Vielleicht darf der MP ja werbewirksam der erste „Marburggeimpfte“ werden (obwohl das „Marburg-Virus“ ja an eine andere, sehr schlimme Sache erinnert…)
    Die Fabrik in den USA produziert vorwiegend für den US Markt; aber wenn das die Qualität von US-Autos hat, dann dürfen die den Impfstoff auch gerne behalten. Das war übrigens ein großes Thema bei den „geleakten“ E-mails und Protokollen der Europäischen Zulassungsbehörde, die Qualität des Impfstoffs unterschied sich wohl deutrlich zwischen der Testphase und der „Produktionsphase“. Deshalb müssen die auch weiterhin viele Proben abliefern.

  122. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Marburg hat eine Kapazität von 250 Millionen Dosen im Jahr. Man könnte damit alleine den Impfstoffmangel in D im Februar locker beenden und immer noch viel exportieren. Ich denke es wäre ganz interessant ein Export/Importbilanz von D. für Impfstoff monatlich zu sehen. Da solche Zahlen auch als Prognose nicht veröffentlicht werden habe ich den Verdacht das wir eine große Exportnation bei dem Thema sind. Im Prinzip ist ja nichts dagegen einzuwenden aber nicht wenn wir beim Impftempo Monate langsamer sind als z. B. GB oder die USA weil in der EU Impfstoff fehlt. Die Kanzlerin hat gesagt das Impfstoff bis ins 3. Quartal knapp sein wird in D.. Das ist nicht wirklich erstaunlich weil bis dahin Länder wie USA und GB fertig sind wenn es in dem Tempo das im Januar zu sehen ist weiter geht. In Israel wird man die Herdenimmunität im Februar erreichen und in GB so um Ostern herum. In D. hoffen wir darauf das im 3. Quartal genug Impfstoff vorhanden ist das Weihnachten gehalten werden kann. Ich denke zwar dass das nicht so bleiben kann weil ich mir nicht vorstellen kann wie die Union das ihren Wählern vermitteln will. Sie werden sicher jeden greifbaren Hebel in Bewegung setzen um das zu verhindern aber ausgeschlossen scheint mir das nicht.

  123. Werner Dörr sagt:

    @hans
    Es ist interessant zu sehen, wie überall derKampf um den Impfstoff nach dem Motto „Wir aber zuerst“ geführt wird. Während wir auf „Musterland“ USA starren, die ja „sooo viel“ Impfstoff haben, wird dort kritisiert, dass in vielen Gegenden nicht genügend „verimpft“ wird und viele Millionen Dosen nicht verteilt werden. Zugleich beschwert sich das 2reiche“ New York, nicht genug Impfstoff von der Zentralregierung zu bekommen und versucht deshalb, direkt von Biontech/Pfizer zu kaufen. Israel hat -nach Presseberichten- so viel Impfstoff erhalten, weil sie deutlich mehr bezahlt haben als andere Staaten angeboten haben. Mir ist dieses Rennen der Reichen untereinander und der Reichen gegen die Armen (Staaten) absolut zuwider! Und wer profitiert davon? Die Pharmaindustrie!

  124. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Sie haben da schon recht. Mir wäre auch am liebsten das würde relativ gleichmäßig passieren. Unterschiede zwischen Klimazonen und Betroffenheit(Asien) mal ausgenommen, aber wenn das schon nicht klappt kann es auch nicht zu begrüßen sein in einem Land zu wohnen das Monatelang hinterher hinkt. Das wird die EU auch wenn sie wirklich, wie heute angekündigt, bis 21.09. 70% der Einwohner geimpft haben.

  125. hans sagt:

    zu @ Werner Dörr
    Mir ist dieses Rennen der Reichen untereinander und der Reichen gegen die Armen (Staaten) absolut zuwider!
    Wenn ich ehrlich bin ist das für mich nicht das große Problem. Das ist halt so nicht nur beim Impfstoff. Mich stören mit Abstand am meisten die fast 1000 Tote jeden Tag.

  126. hans sagt:

    Ich habe gestern Abend ein Telefongespräch mit meiner jüngsten Tochter geführt. Ich glaube das es das erste mal war das ich bei drei erwachsenen Kindern ratlos war und ihr nicht sagen konnte was sie machen soll. Sie ist Erzieherin in einem großen Kindergarten mit angeschlossenen Grippe. Die Totalversager die gestern wieder in Berlin getagt haben sind ja der Meinung das diese Einrichtungen zu sind und nur eine Notbetreuung machen. Das war letztes Jahr im April ja auch so. Derzeit besteht die Notbetreuung darin das 60- 70% der Kinder jeden Tag kommen und da sind Kinder mit Fieber und Menschen die Corona Positiv sind im selben Haushalt dabei. Das Gesundheitsamt weiß das sieht sich aber anscheinend außer Stande etwas dagegen zu unternehmen. Der Arbeitgeber stellt noch nicht einmal FFP2 Masken für die Erzieher zur Verfügung. Das ist die Situation im Januar 21. Wenn die Versager aus Berlin nicht endlich beginnen sich damit zu beschäftigen wie sie ihre Maßnahmen auch durchsetzen, da meine ich in erster Linie die Kontaktbeschränkungen und Quarantäne Regel und wenn der Mutant so gefährlich wird wie befürchtet werden nicht nur die Beschäftigten in so einer Einrichtung dem Virus zum Fraß vorgeworfen sondern wir in D. noch schlimme Stunden erleben. Auf jeden Fall wundert es mich nicht mehr warum die Zahlen nicht wirklich runter gehen.

  127. Jürgen H.Winter sagt:

    Wenn das ganze nicht so traurig wäre, man käme aus dem Lachen nicht mehr heraus.Selbst der Kabarettist im 3sat TV Programm fragt, warum man Zahlen veröffentlicht, aber selbst gleich dazu sagt, dass sie nicht stimmen. Was soll das ? Man kann ja gar keine genauen Zahlen haben, denn für ein paar Tage weiß ja selbst der Infizierte nicht, ob er betroffen ist. Also, was soll der Quatsch ? Man könnte Zahlen über Patienten in Krankenhäusern oder Tote oder meinetwegen auch über Belegung in Intensiv Abteilungen machen, aber beliebige Zahlen in den Raum zu stellen ist Unsinn. Die Komiker haben Recht !!
    Zur Impferei ist zu sagen, dass die Truppe, die das betreibt, froh sein kann, dass sie nichts zu verkaufen haben – die wären pleite bevor es los geht.
    Die Politik in diesem Land kann Corona einfach nicht. Das einfachste wäre doch gewesen, eine Kommission zu bilden, Bund und Länder gemeinsam, die entsprechende Regeln gemacht hätten und auch für die Durchführung gesorgt hätten. So , wie es jetzt gelaufen ist, jedes Gesundheitsamt für sich, jeder MP, der Gesundheitsminister, alle reden durcheinander, ist die Schule auf, nein, nur zum Teil, nur wer will, wie es morgen ist, weiß keiner, eine Katastrophe mit Ansage. Was ist , wenn es schlimmer wird, die Mutationen wirklich das tun, was mancher befürchtet ? Bringt doch endlich eine Linie in den Laden!

  128. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Hallo Herr Winter, schön mal wieder von ihnen zu hören. Das ist ja heute keine Selbstverständlichkeit mehr Wenn ich mal was positives schreiben will dann ist es dass das meine Mutter die nächsten Tage die zweite Impfung bekommt. Wenn ist wüsste was ich heute morgen geschrieben habe würde sie die Impfung bestimmt an ihre Enkelin abtreten, aber so etwas geht ja nicht.

  129. Jürgen Malyssek sagt:

    Vielleicht kann man auch mal die Zahlenhuberei weglassen und trotzdem erkennen, dass wir in einer sehr gefährlichen Lage sind. Politikschelte ist einfach, aber die eigenen Versäumnisse und Mißachtungen, die lassen wir dann mal schön weg.
    Wir sind alle für das verantwortlich, was das Geschehen in der Pandemie betrifft. Die Bevölkerung ist nicht in einer bequemen Situation, sich einfach das beste Schlupfloch aus der Krise zu suchen und auf das ihr bequemste Ergebnis der Entscheidungsträger zu warten. Wo ist die Eigenverantwortung, die Rücksicht, die Mitverantwortung die Vernunft, sich so zu verhalten, dass die Kontakteinschränkungen, Abstände, Maskenpflicht zum eigenen und der Mitmenschen Wohl eingehalten werden?

    Was sind das für Meldungen in den letzten Wochen und Tagen: Partys, Hochzeitsfeiern, Pokerrunden und Gedränge im öffentlichen Raum?
    Diese Menschengruppen meinen also, keine Verträge mit den gebotenen Maßnahmen zu tun zu haben.
    Dann die Schneetouristen, die in Massen in die Wintersportgebieten strömen, ohne Rücksicht, ohne Regeln zu achten, die sie wohl nur als Spaßbremse und Verlust der Lebensqualität betrachten.
    Wo bleibt auch die Anerkennung, wenn in diesen Tagen die Politik in Verhandlungsmarathons um die Entscheidungen zur Eindämmung der Infektionszahlen förmlich ringen?
    „Wir“ Schlaumeier wissen aber wieder alles besser und hätten das und hätten das und hätten das alles so machen müssen …
    „Die Politik in diesem Land kann Corona einfach nicht“.
    Welches Land kann denn Corona? Die Amerikaner bestimmt nicht, auch wenn sie Weltmeister im Einkaufen des Impfstoffes waren. Die Briten? Das wäre ganz neu. Das war Chaos und jetzt noch das Pech mit den Virus-Mutationen. Die Skandinavier kämpfen ähnlich wie wir um die beste Lösung. Irland hat gerade einen neuen Dämpfer erfahren. Belgien, Niederlande, Frankreich haben es schwerer als wir. Asien lasse ich hier aussen vor, andere Systeme, andere Grundverhalten usw.
    Also sollte man mal im wahrsten Sinne der Worte, die Kirche im Dorf lassen und sich vielleicht, gerade weil die Lösungen so schwer sind (auch Schulen, Kitas, Berufsverkehr, Heime usw.), einfach mal auch auf das konzentrieren, was man persönlich zur Linderung der Gefahren beitragen kann: Die Regeln sind doch eigentlich klar: Kontakteeinschränkungen, Abstände und Masken!
    Dann noch der Impfstart: Der ist vielleicht nicht so erhofft glücklich gelaufen. Aber inzwischen nehmen die Dinge ihren Lauf. Es gibt Schwierigkeiten bei den Terminvergaben. Stimmt.
    Trotzdem, es kommt doch in Gang und auch die Impfzentren sind da.
    Die Fehler, die passiert sind, sind nicht dazu geeeignet, ausschließlich politisches Versagen zu reklamieren. Es ist nun mal, und auch in einer wirklich viel kürzeren Zeit als angenommen, eine komplexe Geschichte: Herstellung, Bestellung, Lagerung, Lieferung, Logistik und dazu noch die Berücksichtigung der gesamteuropäischen Interessen: Das ist eine Herkules-Aufgabe und kann nicht fehrerfrei gehen.
    Es ist wie es ist. Und es ist schwierig. Und wir alle müssen vieles neu verstehen lernen.
    Es gibt auch keine Rückkehr in die Normalität.
    Es wird, wenn wir nochmal davon kommen, eine andere Normalität.

  130. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Sorry, was sie Zahlenhuberei nennen nenne ich Fakten und wo das hin führt wenn man Fakten weg lässt haben wir gerade 4 Jahre in den USA gesehen. Es ist halt mal so das die Politik vor bestimmten Maßnahmen zurück schreckt und das deshalb ca 1000 Menschen am Tag sterben. Über Asien wollen sie ja auch nicht mehr reden. Da ist das nicht der Fall. Ich habe letztes Jahr hier die Frage gestellt: Wollen wir mehr Kontrolle oder mehr Beerdigen. Wir haben uns für das Beerdigen entschieden. Das jetzt als Besserwisserei darzustellen weil man sich das nicht eingestehen will ist wohl ein Witz. Die Tage habe ich gelesen das Brandenburg Hotels angemietet hat um Positiv getestete die nicht zu Hause bleiben unterzubringen. Berlin hat sich dagegen entschieden weil es dazu zu viel negative Stimmen gibt. Das deutsche Pandemierecht gibt das wohl schon Jahre her weil man auch vor Jahren erkannt hat das es sinnvoll sein könnte im Pandemiefall Infizierte zu isolieren. Das könnte nicht nur sinnvoll sein das ist sinnvoll und das solche Maßnahmen noch nicht gemacht sind werde ich, so lange mich Bronski lässt, hier auch kritisieren.

  131. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Sorry, ich habe nichts gegen Fakten und insofern spielen natürlich Zahlen eine Rolle. Mir geht es aber um einen anderen Blick auf das Geschehen, das mit so und so vielen Zahlen eben gefährlich und schwierig zu lösen ist. Denn: Es erweckt den Anschein, wenn Sie so argumentieren, als ob die Politik alles falsch mache. Es passieren Fehler ja, aber unsere Politik versucht zur Zeit alles, um auch die Bevölkerung mitzunehmen. Das macht die Bevölkerung aber nicht, jedenfalls nicht in dem Maße, wie es denn notwendig wäre, um Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Dazu kommen viele andere handwerkliche Aufgaben (Impfstart und Verteilung), die zu lösen sind.
    Also, der Punkt: Es mangelt nicht an Kritik, in der Presse oder lautstark bei vielen vielen Menschen im Lande. Aber was ist der Anteil der Bevölkerung an der Verbesserung der Lage? Mal ehrlich. Das ist mit alles zu einseitig geworden mit der Politik-Schelte.
    Ich habe nichts gegen stärkere Kontrollen. Überhaupt, weil es gerade so viele Uneinsichtige und Idioten gibt. Nur, wie soll das funktionieren? Mit welchem personellen Aufwand? Das kann nicht gehen. Soll die Bevölkerung aus einer Hälfte Kontrolle und die andere Hälfte die sein, die kontrollierbar geworden ist.
    Wo sind Eigenverantwortung und Vernunft der Menschen, die so furchtbar schlau sind oder auch die, die sich um nichts scheren?
    Vielleicht nur noch auf den Tag der Erlösung warten, auf diese Rückkehr zur „NORMALITÄT“.

    „Wollen wir mehr Kontrolle oder mehr Beerdigen. Wir haben uns für das Beerdigen entschieden“.
    Das ist nun wirklich zynisch. Keine Politik hier im Lande hat sich dafür entschieden!
    Das wurde ganz am Anfang der Pandemie sehr deutlich!

    Sie können, wie so oft schon den politischen Entscheidungsträgern vieles vorwerfen (ja, es sind politische Fehler gemacht worden, etwa im Sommer), aber das können Sie nicht sagen.

    Ihr Beispiel mit dem Brandenburger Hotel und der Isolisierung von posititiv Gestesteten mag Ihnen so aufstoßen. Aber vielleicht ist es ja gerade eine schwer überlegte Entscheidung der Politik, es nicht zu tun, weil man nicht weiter ausgrenzen und stigmatisieren will. Ich weiß es nicht. Aber ich kann mir das so vorstellen. Und dann bin ich auf der Seite der Politik.

    Sie können ja weiter kritisieren. Nur ist an diesen Stellen für mich das Kapitel beendet. Alles Weitere habe ich oben im Wesentlichen zum Ausdruck gebracht.

  132. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Herr Malyssek,
    es ehrt sie, dass sie der Politik die Stange halten und bei der allgemeinen Wadenbeißerei nicht mitmachen. Nur, so pauschal ist das nicht in Ordnung. Wie häufig wurde im TV etwas gesagt, was dann nicht stimmte, ich will das im Detail gar nicht aufzählen. Einige Fakten vielleicht. Die meisten Toten gab es in den Altenheimen. Das hätte man ja nun wirklich besser machen müssen. Nur etwa 15 – 2o% der Alten sind in Heimen, weshalb hat man auf die nicht besser aufgepasst? Die meisten Alten draußen, ich eingeschlossen, haben auf sich aufgepasst, sonst wären die Krankenhäuser schon lange voll.
    Zahlenhuberei geht gar nicht, mangels belastbarer Zahlen.
    Ein großes Problem ist der beginnende Wahlkampf mit entsprechendem Schaulaufen der Protagonisten.
    Ein weiteres Problem ist der Föderalismus. Jeder
    Landesfürst meint , für seine Schäfchen das bestmögliche herauszuholen. Es hätte nun wirklich klar sein müssen, dass man eine solche Pandemie nur zentral lösen kann, und ob die Landesfürsten nun die geeignetsten Pandemieretter sind, darf auch bezweifelt werden.
    Noch ein Wort zu den Berichten im TV. Wenn ich noch mehr dieser blödsinnigen Impferei im TV ansehen muss. Ich hab geschätzt 100erte Spritzen in Arme stechen sehen, was soll der Quatsch ? Jeden Tag wieder, das schlimmste sind Nachrichten und Corona Extras. Um zu wissen, was gerade der gegenwärtige Stand der Dinge ist sollte man das wohl ansehen, denn man weiß ja nicht ob man gerade raus darf und ob mit oder ohne Maske usw. Obwohl, es heißt zwar die Schulen seien zu, aber das stimmt nicht, hier in Hessen ist das den Eltern überlassen, ob ein Kind zur Schule geht oder nicht. Mit anderen Worten, was da im TV verbreitet wird stimmt auch nur sehr bedingt. Also pauschal die Politik in Schutz nehmen ??
    Das eigentliche Problem ist doch, dass die meisten Menschen eben meinen, dass nur die Alten wirklich betroffen sind. Das ist ja auch nicht falsch, nur es ist nur schwer zu vermitteln, dass alle betroffen sind, zumindest was die Krankenhäuser angeht, denn die werden lahmgelegt, wenn zu viel Alte auf der Intensiv liegen.
    Das nur als Reaktion auf ihren Beitrag.

    Hallo Hans,
    schönen Dank für die Grüße. Ich verfolge das alles hier recht genau, mangels Fachkenntnissen muss ich mich aber zurückhalten, deshalb nur ein paar Dinge, die mir auffielen und keiner Fachkenntnisse bedürfen.

  133. hans sagt:

    Am Ende gibt Erfolg recht. Das habe ich übrigens auch im Sommer schon geschrieben als die Zahlen gut waren.
    Gerade bei einem Thema das es heute auf 1000 Tote am Tag bringt. Inzwischen muss man halt sagen dass das kein Erfolg mehr ist und damit ist klar das die Maßnahmen die Falschen waren.

  134. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Jürgen H. Winter

    Hallo Herr Winter,

    Bin auch kein Experte. Aber es gibt eine Klarheit bei der objektiven Gefahrenlage und bei den hilfreichen Schutzmaßnahmen vor den Infektionen.

    Dass ich der Politik „die Stange halte“, bedeutet kein ewiges Treueversprechen. Es geht mir nur um den Notfall der Pandemie.
    Dazu kommt die Tatsache, dass es eine globale Herausforderung ist.

    Die vielen Toten in den Heimen zeigen, was den Schutz der alten Menschen und des Personals betrifft, dass es sich hier um einen sehr sensiblen Lebensraum handelt, mit zuvielen Infektionsherden. Da kann man sagen, man hätte das besser machen können, aber es war von Anfang an die wundeste Stelle im System. Wer das Heimleben kennt, weiß, wie schwierig es ist, bei so einer rasanten Gefahrenlage, schnell das Richtige zu machen. Die Versäumnisse in Sachen Schutzmaßnahmen sind bekannt. Aber wenn so ein sensibler Bereich erst einmal von der Pandemie getroffen ist, dann ist es doppelt Arbeit.

    Mit Zahlenhuberei meine ich, dass die Erklärungen des Mangels und der Probleme kein reines Zahlenspiel sind, sondern es einen Draufblick auf das ganze Geschehen braucht.

    Ja, das gewisse Schaulaufen der Protagonisten gab es, aber es verflüchtigte sich auch wieder im Laufe der dramatischen Entwicklungen.

    Der Föderalismus bedeutete für mich auch lange Zeit ein Handicap in Sachen Einheitlichkeit der Gefahreneinschätzungen und Maßnahmen. Aber auch das hat sich weiter entwickelt (siehe v.a. in NRW und dann in Thüringen und Sachsen usw.).
    In einer nationalen Notlage wünscht man sich schon mehr Einheit, aber es hat damit leider länger gedauert. Die Debatte darüber hörte nie auf. Ja, es war nicht einfach mit den LandesfürstInnen!

    Die TV-Nummern mit der Impferei an den ersten Personen habe ich auch nicht gebraucht, aber trotzdem möchte halt jeder mal gerne bei so einem Ereignis ins Bild. Es war harmlos.

    Die Corona-Nachrichten im TV waren nun nicht für die Katz‘. Erstens muss man sie nicht 5 x am Tag anschauen und zweitens gab es schon sehr informative Sendungen. Das gepaart mit Zeitungen lesen, dann ist man auf dem Laufenden.
    Also, ich kann Ihren schlechten Eindruck von den Sendungen so nicht bestätigen.

    Mit pauschalem Schutzreflex für die Politik hat das gar nichts zu tun. Zumal ein Großteil der Sendungen (Politmagazine)kritischer Journalismus war. Bei manchen journalistischen Nervensägen aus der Talkszene sah’s öfters anders aus(Lanz, Will …).

    Sodann hat sich wohl auch herumgesprochen, dass nicht nur die Alten besonders betroffen sind. Aber auch das ist eine Frage, wie interessiert man an den Entwicklungen war und was man sowieso gerne für sich ausblendet.

    Aber danke für Ihre Rückmeldung, auf die ich auch gut antworten kann!

  135. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Ich weiß nicht ob man Fachmann sein muss um zu erkennen das D. nicht mehr für sich in Anspruch nehmen kann gut durch die Pandemie zu kommen im vergleich zu anderen Ländern. Wenn ich anspreche das es darum geht Quarantäneregel besser zu überwachen kommt das Argument ob man hinter jede Person einen Überwacher stellen soll. Ich glaube das ist typisch für das ganze Vorgehen in D.. Letztlich auch in den von ihnen angesprochenen Alten und Pflegeheimen. Man erlässt dauernd irgendwelche Verordnungen und hofft das sich alle daran halten. Das funktioniert nie nicht nur bei Corona nicht. Man sollte sich überlegen wo man mit mehr Kontrolle auch mehr Erfolg haben kann und es dann halt auch da tun. Da meine ich Unterbringung von positiv Getesteten in Hotels oder jede Woche einen unangemeldeten Besuch bei Leuten die eine Quarantäneverordnung haben mit sehr saftigen Geldstrafen wenn sie nicht eingehalten werden. Dazu braucht es sicher keine Millionen von Überwachern. Vielleicht würde man auch weniger Verordnungen brauchen und Corona muss man auch nicht studiert haben um auf die Idee zu kommen das man Infizierte nicht frei rum laufen lassen sollte.

  136. hans sagt:

    Es ist eigentlich noch schlimmer. Das Pflegeheim in dem meine Mutter lebt wurde von der ersten Coronawelle schwer getroffen. Die Besitzerin sagte zu Beginn der zweiten Welle Ende Oktober das passiert mir nicht mehr. In der zweiten Welle hat es bisher einen Fall Anfang Dezember gegeben. Dort wurden die Maßnahmen die seit kurzem Stand der Verordnungen sind ab Ende Oktober so eingeführt. Die Tage bekommen die Bewohner die zweite Impfung. Man kann also sagen mit der entsprechenden Konsequenz wäre wahrscheinlich das was sich in den Pflegeheimen abgespielt hat in der zweiten Welle vermeidbar gewesen. Das gilt für überall, Kindergärten und Schulen sind offiziell zu aber in Wirklichkeit nicht, Leute die aus oder in Risikogebiete reisen müssen 2 Wochen in Quarantäne es interessiert aber keinen, das Thema Quarantäneregel ist eh ein Witz und homeoffic muss man auch nicht kommentieren. Vieles davon funktionierte in der ersten Welle besser. Deshalb war auch das Ergebnis besser. Der Staat gibt durch sein inkonsequentes Handel vor das alles ja nicht so ernst gemeint ist und wundert sich das die Bevölkerung das dann auch so annimmt.

  137. Werner Dörr sagt:

    Die Inkonsequenz liegt nicht „beim Staat“, sie liegt bei handelnden Personen und ihre Wirkung ist eben abhängig von der Reicheite des jeweiligen Handelns. Die Politiker wollen keine Entscheidungen, die ihnen von den Bürgern übelgenommen werden könnte und damit potentiell Wählerstimmen kostet. Deshalb wird alles „Negative“ auf Frau Merkel konzentriert, die nicht mehr antreten will. Die Länderchefs und -innen machen stattdessen in „menschennahen Regelungen“. „Böse = Bund, „gut“= Länder, so einfach ist das noch, zumindest bis die BT-Wahl näherrückt. Wenn man dan einen Länderchef als Kanzlerkandidat hat (in Frage kommt ja -machen wir uns nichts vor!-nur einer), kann das dann auch noch so weiter gehen. Die SPD sieht so oder so kein Licht am Ende des Tunnels und darf froh sein, wenn sie noch eine dritte in einer Dreierkoalition werden darf.
    Die Inkonsequenz betrifft aber auch uns alle, jeden Tag. Denn das Gefahrenbewußtsein hat nachgelassen und die Kontakte werden nicht auf das Unvermeidliche eingeschränkt, das kann man überall sehen. Aber auch daran trägt die Politik ein gehörig Mass an „Schuld“, denn mit der überzogenen Impfkampagne wurden Hoffnungen geweckt, die nicht einzuhalten sind. Und darauf scheint sogar Frau Merkel hereinzufallen, indem sie das „Impfangebot für alle am Ende des Sommers“ aufstellt. Keiner kann heute sagen, ob das realistisch haltbar ist und ob die Impfungen die erhoffte Wirkung zeigen. Und dass jetzt Frau Lambrecht (man muss den Namen nennen, weil ja kaum jemand bisher von der SPD-Justizministerin im Bund was gehört hat) auch noch ins „Horn des Außenministers“ bläst, Geimpften ihre Grundrechte nicht mehr vorzuenthalten, „wenn sie denn niemanden anstecken“ halte ich für schlimm und nicht durchdacht. Denn die Umsetzung wird nur möglich sein, wenn man eine quasi öffentliche Kennzeichnung der Geimpften (oder der Ungeimpften) durchsetzt. Das kann keiner wollen. Oder das Ganze wird wieder auf die „Empfehlungsschiene“ gehoben, es wird Restaurants und Geschäften „empfohlen“ nur Geimpfte zu bedienen. Von solchen Lächerlichkeiten hat es schon genug Beispiele gegeben.
    Und was die Schulen angeht, ich erinnere mich nur allzugut an die Reaktion aus der Lehrerschaft, nachdem ich es als Elternvertreter gewagt hatte, auf einer Abschlußfeier darauf hinzuweisen, dass es Untersuchungen gibt, wonach ein Jahr nach dem Schulabschluß ca. 50 Prozent des Lehrstoffs vergessen ist. „Stoff“ und „Pensum“ sind leider immer noch das Mantra der Bildungspolitik. „Bewußsteinsbildung“, „Lebenstauglichkeit“ und „Demokratiefähigkeit“ als Bildungsziel würde eine Gesellschaft schaffen, die die Zukunft vielleicht anders gestalten würde – aber davor haben -so glaube ich- viele, die heute an der Macht sind*), Angst!
    *) im Politsprech muss das natürlich heißen „Verantwortung tragen“

  138. Jürgen H.Winter sagt:

    Hallo Herr Dörr,
    zur Sonderstellung der Geimpften ist doch vor allem darauf hinzuweisen, dass eine solche Sonderstellung zur Voraussetzung haben muss, dass alle, die geimpft werden wollen, auch eine Gelegenheit hatten sich impfen zu lassen. Da dies vor Ende des Jahres wohl kaum der Fall ist, ist eine Diskussion darüber einfach Unsinn. Was einen Herrn Maas antreibt, einen solch dämlichen Gedanken in die Welt zu setzen wird sein Geheimnis bleiben, auf jeden Fall als Minister für das Äußere überschreitet er hier seine Kompetenzen. Auf jeden Fall ist hier das Gleichheitsprinzip zu wahren. Erst wenn alle die Chance hatten sich impfen zu lassen, kann man darüber diskutieren, was zu tun ist. Man muss ja auch noch abwarten, in wie weit die Impfung auch genug Schutz bietet.
    Zur Schule würde ich meinen, dass in der Schule vor allem das Lernen als solches gelehrt werden sollte, der eigentliche Stoff, gerade heute, ändert sich in einem Tempo, man glaubt es nicht. Siehe Digitalisierung und Co. Und viele andere „Stoffe“, die zu bearbeiten wären. Häufig fehlt es doch einfach an Lehrern, die den jeweiligen Stoff überhaupt beherrschen. Ein weites Feld.

  139. hans sagt:

    zu @ Jürgen H.Winter
    Verfassungsrecht sollte man im Gegensatz zu Corona wirklich studiert haben um ein Urteil zu fällen. Ich weiß es nicht könnte mir aber vorstellen das jemand der geimpft ist gegen die Maskenpflicht oder ähnliches erfolgreich klagen kann. Ich denke das wird passieren. Was da raus kommt wird man sehen.

  140. hans sagt:

    Das was in den Kindergärten sich abspielt ist wohl das schlimmste was ich bisher gehört habe. Da setzt sich durch; Wenn das Kind meiner Nachbarin hin geht weil es ein Notfall ist dann bin ich auch einer. Nachdem meine Tochter die ca 40 km von meiner Wohnung im Kindergarten arbeitet mir das erzählt hat habe ich mich hier erkundigt. Da ist es das selbe. Der Mutant wird sich freuen. England, Spanien und Portugal lassen grüßen.

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