Impfangst: Die Freiheit der Einzelnen und der Anderen

Und wieder geht eine Angst um – die Angst vor einer neuen Variante des Sars-CoV-2, der Omikron-Variante. Aber es ist keine Panik angesagt, sondern ruhiges, analytisches Beobachten. Und für die Bevölkerung die Einhaltung der bekannten Regeln: Abstand halten, Hygiene hochfahren, Mundnasenschutz tragen, Lüften und impfen lassen. Dann werden die Meisten von uns auch vor der neuen Variante in Sicherheit sein. Warum?

Abstand halten: Die neue Omikron-Variante scheint noch ansteckungsfreudiger zu sein als die aktuell am weitesten verbreitete Deltavariante. Doch eine Übertragung von einem Menschen auf den anderen kann auch sie nur schaffen, wenn Menschen sich nahe genug kommen. Dieser Übertragungsweg ist bei weitem der häufigste. Abstand halten ist daher weiterhin die wichtigste aller Regeln in dieser Pandemie. Da, wo das nicht möglich ist, müssen Konsequenzen gezogen werden, z.B. in Fußballstadien oder für Konzerte.

Hygiene hochfahren: Das betrifft vor allem die Handhygiene. Man sollte insbesondere dann, wenn man sich auf ausständigem Terrain aufgehalten hat (Supermarkt, Geschäfte), gründlich die Hände waschen. Und noch etwas: Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht ins Gesicht fassen, bevor Sie sich nach dem Supermarkt die Hände gewaschen haben. Sonst ist nicht auszuschließen, dass Sie Viren von Kontaktflächen, die Sie berührt haben (z.B. der Griff des Einkaufwagens), direkt dorthin befördern, wo sie sich am wohlsten fühlen (Mund, Nase, Augen).

Mundnasenschutz tragen: Wichtige Maßnahme vor allem gegen die Übertragung per Aerosol. Funktioniert natürlich nur mit hochwertigen Masken, die keine Partikel durchlassen, die größer sind als zwei Mikrometer. Solche Aerosole verströmt jeder Mensch beim Sprechen. Das lässt sich nicht verhindern. Was sich aber – mittels der Maske, aber auch durch das Abstand halten – verhindern lässt, ist, dass diese Aerosole direkt aus dem Mund des anderen Menschen in Ihre Nase strömen. Da die Bestandteile der Aerosole eine gewisse Masse besitzen, sinken sie bei ruhender Luft zu Boden.

Lüften: Überall da wichtig, wo viele Menschen über längere Zeiträume in geschlossenen Räumen zusammenkommen (z.B. Schulen).

Impfen lassen: Grundsätzlich gilt, dass der Gemeinschaftsschutz umso ausgeprägter ist, je höher die Impfquote liegt. Das heißt nicht, dass Geimpfte nicht mehr infiziert und an Covid-19 erkranken oder dass sie niemanden mehr imfizieren können, aber die Gefahr von schweren Verläufen sinkt bei Geimpften deutlich. Das gilt für alle vier Virusvarianten bis zur Delta-Variante. Was die Omikronvariante betrifft, gibt es in diesem Punkt noch keine Gewissheit. Nach bisherigen Erkenntnissen ist es mit ihr jedoch bisher noch nicht zu schweren Verläufen gekommen. Es könnte sein, dass es sich um eine sogenannte Escape-Variante handelt, also um eine Variante, die aufgrund des Selektionsdrucks mutiert ist, den die Impfungen für das Virus bedeuten. Auch könnte es sein, dass sie sich ihre höhere Infektiösität gewissermaßen „erkauft“ hat um den Preis, dass sie weniger gefährlich ist. Sollte das stimmen, dann wäre das Sars-CoV-2-Virus auf dem Weg, ein gewöhnliches Coronavirus zu werden wie die anderen Erkältungsviren aus dieser Gruppe. Es wäre nicht besiegt, aber eingedämmt. Voraussetzung dafür, dass dies gelingt, ist die Impfung.

Es gibt keine vernünftigen Gründe gegen die Impfung. Da wird zum Beispiel argumentiert, dass die Impfung gefährliche Langzeitfolgen haben kann. Doch ein ungeschriebenes Gesetz bei Impfungen ist, dass diese potenziell tatsächlich gefährlichen Nebenwirkungen – bei den Corona-Impfstoffen z.B. Herzmuskelentzündung (überwiegend bei jungen Männern) oder Thrombosen (überwiegend bei jungen Frauen) – immer kurz nach der Impfung auftreten, und zwar in 0,02 Prozent der Impffälle: Betroffen ist eine Person von 5000. Ungleich größer sei die Gefahr, der man sich aussetzt, wenn man dem Virus ungeimpft begegnet, informiert das Bundesgesundheitsministerium: „Jede zehnte Person, die sich infiziert, muss mit der sehr viel höheren Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs von Covid-19 rechnen (10 %).“

Wie die Sterberate bei Covid-19 aussieht, kann sich jedermensch leicht mit Dreisatz ausrechnen. Folgende Zahlen (Quelle: worldometers.info, Stand 29.11.21): 4.852.800 Genesene, 101.558 Tote, ergibt 4.954.358 Fälle insgesamt in Deutschland, ergibt knapp 2,05 Prozent Letalität (vermutlich weniger, da die Zahl der Infektionsfälle größer sein dürfte als registriert, Stichwort Dunkelziffer, aber darüber kann man nur mutmaßen). Nun einmal angenommen, alle diese gut 4,95 Mio Infizierten wären geimpft gewesen, dann hätten wir in 991 Fällen (0,02 Prozent) auffällige, potenziell gefährliche Nebenwirkungen der Impfung zu beobachten, aber kaum Todesfälle, jedenfalls kaum aufgrund der Nebenwirkungen. Hinzu kommt: Impfstoffe selbst haben keine Langzeitfolgen außer der einen: dass sie das Immunsystem auf die Begegnung mit dem Virus vorbereiten. Die Infektion von Ungeimpften mit dem Virus aber kann durchaus schwerwiegende Langzeitfolgen haben, auch nach der Genesung. Dieses Phänomen wird „Long Covid“ genannt und ist bisher noch kaum erforscht, geschweige denn verstanden, da dieses Virus ja immer noch recht neu für uns ist. Betroffene klagen über Erschöpfung, anhaltende Atemnot oder neurologische Störungen.

Impfskeptiker bzw. -verweigerer führen im Wesentlichen drei Gründe an, warum sie sich nicht impfen lassen wollen:

Genetisches Massenexperiment: Unterstellt wird, dass die Geimpften genetisch manipuliert werden sollen. Das ist kompletter Unsinn. Zum einen weil es eine weltweite Verschwörung voraussetzt (Bill Gates und seine Mikrochips lassen grüßen); das ist also eine Verschwörungstheorie, die gefährlicherweise auch noch an die der Faschisten von der Weltverschwörung des „Finanzjudentums“ erinnert. Zum anderen aber vor allem deswegen – und damit bleiben wir auf dem sicheren Boden der Naturwissenschaft -, weil die derzeit vor allem verimpften Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna nicht ins Erbgut der Zellkerne gelangen. mRNA sind Botenstoffe, die in praktisch allen Zellen aller Organismen auf der Erde vorkommen und nur eine Funktion haben: die Bauanleitungen für Proteine, die sie von der DNA abgelesen haben, zu den Orten in den Zellen zu bringen, wo diese Proteine anhand dieser Bauanleitung zusammengesetzt werden. Der Unterschied zwischen zelleigener mRNA zum Impfstoff ist klar: Bei letzterem kommt die Bauanleitung für das Protein von außerhalb der Zelle. Diese mRNA hat keine Berührung mit dem Zellkern, wo die zelleigene Erbinformation lagert. Und sie wird schnell abgebaut.

Die Impfstoffe schaden den Babys, die ich mal haben möchte: Wie sollten sie das schaffen? Rauchen, Alkohol und Bewegungsmangel schadet Embryonen. Aufbauend auf der soeben enttarnten Falschinformation mRNA vermute ich, dass viele Skeptiker:innen glauben, die mRNA-Information könnte zurückübersetzt werden in DNA. Nur dann hätte sie eine Chance, ins Erbgut eingebaut zu werden. Aber selbst dann würde der betroffene Körper sie nicht weitervererben. Der Piks erfolgt in den Oberarmmuskel, und dort erfolgt auch die Immunantwort. Um vererbt werden zu können (was wegen der molekularen Struktur des Impfstoffs wie gesagt nicht möglich ist, auch nicht als epigenetischer Erbfaktor), müsste diese fremde Erbstubstanz die Keimzellen erreichen, genauer: die Orte im Körper, wo Eizellen bzw. Spermien produziert werden. Das ist erstens ein weiter Weg. Zweitens aber wird das Immunsystem sie dennoch aufspüren. Würde nämlich die mRNA in DNA transkribiert und in die DNA eingebaut, würde diese Zelle beginnen, das virale Spike-Protein – denn das ist ja die Erbinformation, die von der mRNA in den Impfstoffen transportiert wird – zu bauen und auf ihrer Zelloberfläche zu präsentieren. Die T-Zellen des Immunsystems erkennen dieses Merkmal nach der Impfung als körperfremd. Solche Zellen werden dann von ihnen abgetötet.

Tausende Todesfälle nach Impfung: Richtig ist, dass es Todesfälle nach der Impfung gegeben zu haben scheint. Unklar ist aber in den allermeisten Fällen, ob die Impfung dafür die (alleinige) Ursache war. Richtig ist, dass die Impfung in jedem Fall eine Belastung für den Körper ist. Daher kann es bei allen Impfungen zu Nebenerscheinungen kommen, die aber nicht mit den oben beschriebenen schwerwiegenden Nebenwirkungen zu vergleichen sind, sondern Anzeichen dafür sind, dass die Impfreaktion in Gang kommt (Schmerzen an der Einstichstelle, Krankheitserscheinungen). Für Menschen mit Vorerkrankungen ist diese Belastung allemal höher als für durchschnittlich gesunde Menschen. Ein Beispiel dafür ist der Fall eines Zwölfjährigen, der nach einem Bericht des NDR vor kurzem nach der Zweitimpfung gestorben war. Die Obduktion ergab, dass er „eine besonders schwere, impfunabhängige Vorerkrankung des Herzens“ (Paul-Ehrlich-Institut) gehabt habe. Mit dem Vorwissen, dass es insbesondere bei jungen Männern und Jugendlichen die Nebenwirkung der Herzmuskelentzündung geben kann, hätte er möglicherweise nicht geimpft werden dürfen. Die Frage, was hier genau todesursächlich war, ist also nicht einfach zu beantworten.

Aber diese Frage treibt die Mediziner:innen natürlich um, denn sie wollen Leben retten, nicht beenden. Darum versuchen sie, Klarheit zu gewinnen. Schottische Forscherinnen und Forscher gaben kürzlich eine Studie heraus, in der sie versuchten, der Sache auf den Grund zu gehen. Die FR hat darüber berichtet: „Als Todesfall einer geimpften Person in Zusammenhang mit Corona galt die Definition: Ein positives Testergebnis mindestens 14 Tage nach der zweiten Impfdosis und die Angabe auf dem Totenschein, dass Corona eine Rolle gespielt hat.“ Zum Zeitpunkt der Studie waren „3.273.336 Schottinnen und Schotten vollständig geimpft. 236 Todesfälle wurden verzeichnet. Von diesen wurde bei 195 Corona als eine zugrunde liegende Todesursache verzeichnet, bei 41 Personen stand eine Infektion in Zusammenhang mit dem Sterbefall.“ Die meisten dieser 195 Sterbefälle traten in der Gruppe der über 75-Jährigen auf. Sophia Lother schreibt weiter auf FR.de: „Bei 97 Prozent der Todesfälle stand auf dem Totenschein mindestens noch eine weitere Todesursache neben Corona. Die häufigsten waren chronische Herzkrankheiten, Nierenkrankheiten, Diabetes, obstruktive Lungenerkrankungen sowie Vorhofflimmern.“

Die Bundesregierung klärt auf einer Webseite über weitere Falschinformationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus auf, die im Netz kursieren. Und hier habe ich noch den Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (pdf), das allen Verdachtsfällen von Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den Impfungen nachgeht. Es umfasst im Wesentlichen die ersten neun Monate des Jahres 2021.

Anmerkung Bronski: Die Punkte „Die Impfstoffe schaden den Babys, die ich mal haben möchte“ und „Tausende Todesfälle nach Impfung“  habe ich dem ursprünglichen Text einen Tag nach dessen Erstveröffentlichung hinzugefügt.

fr-debatteUngeimpfte sind Pandemietreiber

Ich habe eine Impfpflicht verneint, doch nun sage ich: Es reicht! Wer sich immer noch einer Impfung verweigert (außer es gibt gesundheitliche Gründe), ist ein Pandemietreiber und potenzieller Kandidat für die Intensivstation. Das verursacht enorme Kosten, die die Beitragszahler zu tragen haben, belastet insbesondere die Kliniken, das Krankenhauspersonal und führt dazu, dass Patienten auf Operationen und Heilung warten müssen. Das ist nicht mehr zu akzeptieren! Pflegekräfte, die sich nicht impfen lassen, müssen aus den Einrichtungen entfernt werden, da sie, wie man nun täglich erfahren muss, eine Bedrohung zumindest in den Alten- und Pflegeheimen sind. Konsequentes Handeln ist erforderlich, um die vernünftige Gesellschaft vor diesen Leuten zu schützen.
Ich fordere daher eine allgemeine Impfplicht , nicht nur für bestimmte Berufsgruppen. Die Politik, die aber auch wirklich alles versaut hat, sollte endlich den Mut aufbringen, Geimpfte vor Ungeimpften zu schützen.

Reinhard Matthies, Pinneberg

fr-debatteDie Ungeimften werden zu Sündenböcken

3G im Nahverkehr – das ist nun der ultimative Irrsinn unserer Politiker:innen. Wer in einen Bus oder in eine Bahn steigt, benötigt einen Testnachweis. Aber woher bekommt der Bewohner und die Bewohnerin des ländlichen Raumes einen Test? In der Regel müsste er/sie dazu in die nächste Stadt fahren. Das ist nun aber verboten! Auch in Städten liegen die Testzentren nicht so wohnortnah, dass ein Test vor dem Einstieg in den ÖPNV immer gut möglich ist. Ein Fußweg von mehreren Kilometern zum nächstgelegenen Testzentrum, um danach in Bahn oder Bus zu steigen, ist eigentlich kaum zumutbar, zumal für ältere Menschen. Aber es geht ja gar nicht darum, Menschen zum Testen zu bewegen, sondern sie sollen gezwungen werden, sich impfen zu lassen. Wer aus guten Gründen die Impfung ablehnt, weil sie – wie viele Hinweise mittlerweile deutlich zeigen – gesundheitlich risikoreich ist und zudem andere kaum vor der Weitergabe des Virus schützt (außer allenfalls eine sehr kurze Zeit direkt nach dem Impftermin), wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen. In allen Jahrhunderten gab es in einer Pandemie Sündenböcke und Feindbilder. Heute sind es „die Ungeimpften“.

Thomas Bastar, Hamburg

fr-debatteUnd im Herbst grüßt dann wieder das Murmeltier

Als die Impfzentren geschlossen wurden und einige FDP-Politiker einen „Freedom Day“ feiern wollten, dachte ich, na, ob das wohl gut geht? Ich verstehe nämlich nicht viel von Viren, Mutationen, mRNA usw.; ich lese das zwar, aber ich verstehe es nicht wirklich. Aber so viel weiß ich: Wenn man im Sommer keinen Schnupfen bekommt, heißt das nicht, dass die Schnupfenviren weg sind! Dieser Einsicht schloss sich kürzlich auch Olaf Scholz an. „Das Virus ist noch unter uns.“ sagte er. Und wie! möchte man ergänzen. Denn diesmal ist es viel schlimmer als im letzten Jahr, und der Winter hat gerade erst begonnen.
Wenn aber eine Pandemie das Gesundheitssystem überfordert, dann gibt es – da denke ich mal wieder ganz schlicht – zwei Möglichkeiten: Entweder man bekämpft die Pandemie entschlossen, und das heißt, weil Impfen das einzige wirksame Mittel ist, dass jeder geimpft wird (auch der Herr Kimmich!), auch wenn das eine Einschränkung der persönlichen Freiheit bedeutet. Oder man erhöht die Kapazitäten des Gesundheitssystems (also die Zahl der Intensivbetten) so weit, dass jeder sich frei und unbedrängt entscheiden kann, ob er evtl. einmal auf der Intensivstation um sein Leben kämpfen möchte – oder doch lieber nicht. Dann sterben zwar weiter viele an Corona, aber sie blockieren nicht die Betten für andere Schwerkranke! Natürlich geht das nicht von heute auf morgen, und für die vierte Welle kommt das zu spät. Aber für die fünfte, sechste, siebte Welle, die ohne Impfpflicht so sicher kommen werden wie der nächste Schnupfen, wären wir dann deutlich besser gewappnet. Und die wertvolle Freiheit der Impfgegner, der Querdenker, der Kimmichs u.a.m. bliebe unangetastet !
Beides ist nicht beabsichtigt. Die wahrscheinlich neue Regierung „fährt auf Sicht“ wie die alte, und sie fährt damit der Pandemie hinterher. Daseinsvorsorge? Nirgends. Man muss kein Pessimist sein, um für Weihnachten einen erneuten Lockdown zu prophezeien. In Österreich ist es schon so weit, und Bayern zieht gerade nach.
So werden die Inzidenzen vmtl. erst im Frühjahr wieder sinken, die Impfzentren werden im Sommer geschlossen werden und die ersten Politiker einen „Freedom Day“ ausrufen wollen. Und im Herbst….grüßt dann das Murmeltier.

Hartwig Cordts, Reinbek

fr-debatteDer Egoismus der Impfskeptiker

Italien, Spanien und Portugal befinden sich in der vierten Welle in einer komfortablen Lage. Sie wundern sich über den genialen Impfstoffentwickler Deutschland mit seinen sonderbaren Impfspektikern. China kann nur noch über uns lachen und spielt seine Wirtschaftsmacht genüsslich aus. Das Defizit ausgleichen ließe sich nur noch mit einer Impfpflicht. Diese sollten sich zuerst Abgeordnete und Regierungsmitglieder der Länder und im Bund selbst auferlegen. Gleichzeitig müssten alle Pflegekräfte, Kontrollorgane und Lehrberufe zur Impfung verpflichtet werden oder ohne Bezüge freigestellt werden. Italien machte das bereits im Sommer wirkungsvoll vor. Die allgemeine Impfpflicht müsste zeitnah folgen. Durch den Egoismus der Impfskeptiker, aus welchen Gründen auch immer, sterben zu viele, haben zu viele Langzeitfolgen, kollabiert unser bis dato hervorragendes Gesundheitssystem.

Rainer Wild, Wunsiedel

fr-debatte

80 Kommentare

  1. hans sagt:

    Das Thema allgemeine Impfpflicht scheint mir derzeit völlig überhöht. Es gibt kein einziges Land das mit einer Impfpflicht es erreicht hat zu einer hohen Impfquote zu kommen. Die Wochen in denen sich wenige haben Impfen lassen scheinen auch vorbei zu sein. Nach den letzten Zahlen werden pro Woche ähnlich viele geimpft wie im Juni und auch mehrere 100000 zum ersten mal. Wenn das bis Weihnachten so anhält wird auch die Impfquote sich der in Spanien annähern. Außerdem führt die nicht abnehmende Diskussion über ein Thema das im Moment gar nicht helfen kann dazu das über die derzeitige Problemlage nicht gründlich genug gesprochen wird. Da wird wieder ein bundesweiter Lockdown gefordert und völlig ignoriert das wir seit Wochen sehr unterschiedliche Inzidenzen in den Bundesländern haben. Mir scheinen die Maßnahmen im Norden des Landes völlig angemessen zu sein und ich kann absolut nachvollziehen wenn Niedersachsen sagt das sie nicht die gleichen Maßnahmen wollen die in Bayern oder Sachsen nötig sind. Darüber was in den Hoch-Mittel oder Niedriginzidenzgebieten nötig ist darüber gehört gesprochen. Eine allgemeine Impfpflicht scheint das nicht zu sein im Norden denn sie haben schon eine hohe Impfquote.

  2. hans sagt:

    https://www.ardmediathek.de/sendung/report-muenchen/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydCBtw7xuY2hlbg/
    Wenn man sich Dienstags Report ansieht und das mit den Coronamaßnahmen abgleicht braucht man eigentlich keine heute Show mehr zu schauen. Die Kernaussagen des gestrigen Beitrags zum Thema sind folgende. Es wurde eine Ärztin gezeigt die jeden Tag Stunden damit zubringt positiv getestete anzurufen und sie zu Hause nicht erreicht. Ich habe im März 2020 das selbst erlebt wie gut die Kontrolle von positiv getesteten ist. Das hat wohl für niemanden irgendeine Priorität. Daran hat sich in der Zeit nichts geändert. Dann ging es auch noch um gefälschte Impfpässe. Eine Apothekerin sagte das sie denkt das 80% der ihr vorgelegten Impfpässe eine Fälschung sind. Dann wurde gezeigt wie einfach und billig es ist an einen solchen zu kommen. Glaubt denn eigentlich jemand das Leute die zu zehntausenden auf Demonstrationen rumrennen und silberne Aluhüte tragen das nicht machen werden? Olav Scholz sagte gestern wir sollten mit der Vorbereitung einer Impfpflicht zum 01.02. beginnen. Ich denke diese Vorbereitung läuft schon. Im März wird es Demonstrationen gegen Coronamaßnahmen geben bei denen 2 G eingehalten wird , Genesen und Gefälscht. Damit gibt sich der Staat endgültig der Lächerlichkeit preis.

  3. Kurt N. Hambuechen sagt:

    @ Thomas Bastar

    Eigentlich habe ich mir abgewöhnt, Verschwörer und sonstige Spinner mit Argumenten überzeugen zu wollen. Das werde ich auch jetzt (da zwecklos) nicht versuchen. Dennoch sollte m.M. nach der Leserbrief von Herrn Bastar nicht umkommentiert bleiben. Steht er doch exemplarisch für die Meinung jener Spezies Mitbürger in diesem Land, die ursächlich verantwortlich sind für die prekäre Situation in der wir uns als Corona Gesellschaft befinden. Der Inhalt ist, was das Impfen gegen das Corona Virus betrifft, nicht nur falsch sondern auch gefährlich. Alles andere ist, der Meinungsfreiheit sei Dank, nur ablenkendes BlaBla.

    Kernaussage:
    „Wer aus guten Gründen (ja um Himmels Willen, was sind denn die GUTEN Gründe außer man weiß, dass man auf Substanzen allergische Reaktionen zeigt) die Impfung ablehnt, weil sie – wie Hinweise deutlich zeigen – gesundheitlich risikoreich ist (GELOGEN) und zudem andere kaum vor der Weitergabe des Virus schützt (außer allenfalls eine sehr kurze Zeit direkt nach dem Impftermin) (SCHON WIEDER GELOGEN) wird aus der Gesellschaft ausgeschlossen (UND EIN DRITTES MAL GELOGEN).

    In Anlehnung an den Leserbrief: In allen Jahrhunderten gab es in einer Gesellschaft Verschwörer und Dummschwätzer. Heute sind es „die Covidioten“. Diese Spezies sollte, wenn es nach mir geht, der Blitz beim sch…ssen treffen.

  4. Josef Draxinger sagt:

    Bei der Vermehrung aller Viren entstehen Mutationen, Varianten. Mehr als 10 000 Mutationen z.B. des Corona-Virus Sars-CoV-2 sind weltweit registriert. Bei den Varianten verändert sich die Struktur des sogenannten Spike-Proteins mehr oder weniger stark, d.h. mit diesem Eiweißmolekül dockt das Virus an der Oberfläche von Körperzellen an und verschafft sich Einlass. Bildhaft ausgedrückt, haben die Mutationen einen besseren Schlüssel und gelangen damit schneller und effektiver in die Zellen der Menschen. Durch diese selektiven Vorteile beschleunigen die Varianten den Pandemieverlauf.
    In Deutschland dominiert das Infektionsgeschehen derzeit die als besorgniserregend eingestufte Delta-Variante B.1.617.2; das ursprüngliche Virus sowie andere Varianten sind hier praktisch verdrängt worden. Für die nun nachgewiesene Corona-Variante Omikron B.1.1.529 können noch keine sicheren Aussagen gemacht werden. Sollte sich jedoch eine noch höhere Übertragbarkeit und Ansteckung sowie ein noch rascheres Nachlassen des Impfstoffes im Vergleich zu Delta heraus stellen, müsste dies als äußerst besorgniserregend klassifiziert werden. Spätestens Mitte Dezember wird der virologischen Wissenschaft mehr bekannt sein.

  5. Marko Ferst sagt:

    Seit September gibt die ganze politische Klasse bei der Eindämmung von Corona ein grauenhaftes Bild ab. Schon im September hatten wir täglich rund 8000 bis 10 000 Fälle. Man hat es einfach laufen lassen, weil der Wahlkampf und dessen Ergebnisse wichtiger waren. Nach der Wahl fühlte sich weder die alte noch die kommende neue Regierung befleißigt, der immer extremer aus dem Ruder laufenden Situation etwas entgegenzusetzen.
    Ja, auch ich hatte gehofft, dass die Impfungen das Virus helfen auszubremsen. Zugleich war aber schon im September überdeutlich zu sehen, die Sache kann nicht gut ausgehen. Impfzentren wurden abgebaut, Klasse Timing. Die Maßnahmen, die im November beschlossen worden sind, hätten im September sinnvoll sein können. Jetzt hilft nur noch ein Lockdown, insbesondere einer, der sofort kommt und nicht irgendwann in drei, vier Wochen.
    Warum müssen deutsche Politiker immer erst wochenlang warten und nochmal warten bis wirksame Maßnahmen beschlossen werden? Und jedesmal wird der Fehler auf schlimmerer Stufe wiederholt. Woher kommt diese extreme Bequemlichkeit der Politik, bis sie endlich aus dem Mustopf kommt? Reichen über 77 000 tägliche Fälle in der Spitze nicht aus um auszuschlafen? Aktuell sterben täglich mehr als 300 Menschen im Schnitt. Triage wird nicht zu vermeiden sein.
    Ja, wir haben 13 Millionen Impfmuffel und Schlauberger. Ich sehe nicht warum man nicht verpflichtend impfen kann, außer in Fällen, wo das gesundheitlich nicht angezeigt ist. Der Lockdown ist sofort notwendig, damit wir nicht wieder bis Juni zu tun haben, um die Winterwellen der Pandemie abzutragen.

  6. Dietrich Buroh sagt:

    Die Leserbriefe zu Corona befremden mich immer mehr. Vor allem der zunehmend aggressive Tonfall gegenüber den ungeimpften Mitmenschen ist bestürzend. Schlimm ist, dass alle, die sich nicht impfen lassen (wollen), in einen Topf geworfen werden, unabhängig davon, welche Gründe im einzelnen vorliegen. Ich als Ungeimpfter weigere mich, mit den Banausen der AfD, den Pegida-Rabauken, den absoluten Impfgegnern und den Corona-Leugnern auf eine Stufe gestellt zu werden. Leider hat auch die FR zu dieser Entwicklung beigetragen mit ihren wenig reflektierten Berichten, Cartoons und Leitartikeln von Politik über Wirtschaft bis zum Sport, nur das Feuilleton hat sich ausgenommen.
    Das kann dann zu solchen Leserbriefen wie dem von Wolfram Siegel (Forum vom 18.11., Anm. d. Red.) führen, der doch tatsächlich in seinem Schlusssatz sinngemäß die Inschrift des Eingangstors zum KZ Buchenwald zitiert: „Jedem das Seine“. Muss man da nicht an Brecht und seinen Arturo Ui denken, wo es heißt: „Der Schoß ist fruchtbar noch, …“ Dazu kommt die Erinnerung an die vor kurzem von dem großartigen Christenmenschen Bouffier geäußerte Forderung, die 2G-Regel auch für Supermärkte einzuführen, womit umgeimpfte Mitmenschen von jeglicher Versorgung abgeschnitten würden. Ja, Ungehorsam kann tödlich sein. Nur weiter so!

  7. Wolfgang Schoen sagt:

    Und jetzt prügeln wir alle auf Kimmich und die anderen sieben (oder sind es acht?) jungen Kicker des FCB ein. Die scheinen vollkommen überrascht, hatte nicht ihr damaliger Chef und Trainer Hansi F. von den „sogenannten Corona-Experten“ fabuliert und sich dann medienwirksam „entschuldigt“? Also, warum soll ich mich da jetzt unterordnen? Wer dem toxischen Umfeld Bayern München, mit seinen vorbestraften Miasanmir-Leitfiguren, ausgesetzt ist, der wird der „stinknormalen Gesellschaft“ drumherum auch den Stinkefinger zeigen dürfen.

  8. Jürgen Malyssek sagt:

    FCB hin oder her, verstehen tue ich J. Kimmmich nicht, mit seiner altklugen Haltung gegenüber den harten Fakten der Pandemie. Er ist nun mal als Spitzenfußballer bekannt wie ein bunter Hund und dann diese öffentliche „Wichtigtuerei“ am falschen Objekt!? Dazu kommt noch seine freiwillig gewählte und hervorgehobene Rolle als Fußball-Nationalspieler!

    @ Dietrich Buroh

    Wie kommen Sie da drauf, dass die FR dazu beigetragen hat, dass die Ungeimpften mit AFDlern, Impfgegnern und Coronaleugnern in einen Topf geworfen wird?
    Vielleicht können Sie als Ungeimpfter (warum auch immer) auch nachvollziehen, dass die Geimpften allmählich das unsolidarische Verhalten einer großen Bevölkerungsgruppe nicht mehr akzeptieren?
    Nicht-Impfen als Zeichen des bürgerlichen
    Ungehorsams – toll!

  9. Wolfram Siegel sagt:

    @ Dietrich Buroh

    Wie verquer muss der Impfgegner Dietrich Buroh eigentlich inzwischen denken, wenn er ein von mir benutztes, dem Preußenkönig Friedrich dem Großen zugeschriebenes Zitat („Jeder nach seiner Façon“) mit einem Ausspruch der Nazis in Verbindung bringt. Die Quintessenz meines Leserbriefes vom 18.11.2021 war: Wer sich nicht impfen lassen will, darf das, muss aber dann bereit sein, alle sich daraus ergebenden Konsequenzen zu tragen. Punkt.

  10. Hallo Herr Buroh,
    sie möchten nicht mit AfD,Pegida,absoluten Impfgegnern und Corona Leugnern auf eine Stufe gestellt werden. Das macht Sinn, wer möchte das schon. Sie sagen uns aber nicht., aus welchen Gründen sie sich nicht impfen lassen wollen, so dass uns Lesern ihres Briefes eigentlich nichts anderes übrig bleibt, als sie doch dahin zu stellen. Oder haben sie vergessen, was sie uns sagen wollten ? Dann raus damit !Bin gespannt, welch plausiblen Grund sie haben, wenn es gesundheitliche Gründe sind, die gelten natürlich, das wird aber auch immer gesagt.

  11. @ all
    es wird immer gesagt, alles würde getan, um die Alten zu schützen. Nun ging durch den Blätterwald, 50% der Corona Toten seinen über 80 gewesen. die Hälfte der anderen wahrscheinlich 75 und älter. So ganz kann man das ja nicht als Schutz der Alten bezeichnen. Die in den Altenheimen konnte man ja nur bedauern, die wurden einfach eingesperrt. Ich will das gar nicht groß beweihräuchern, nur das mit dem Schutz hat sich nicht bewährt, also müssen die Alten sich auch nicht groß bei der Gemeinschaft bedanken. Fakt ist, von Anfang an war klar, jeder muss sich selbst schützen, die Alten ganz besonders. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um, alter Spruch. Wenn ich da an die Sprüche unseres Gesundheitsministers denke…

  12. Dr. med. Norbert Szép sagt:

    100 000 Tote mit Corona passen nicht ganz in unser eigenes Weltbild als führendes Industrieland und Volk der Dichter und Denker. Wir sind sicherlich nicht das Volk der Projektmanager für Großprojekte wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Philharmonien, aber im Gesundheitswesen hätte man sich etwas anderes vorgestellt.
    Nach einem glücklichen Frühjahr 2020 sah man bereits im Winter 2020/2021, dass die Realität uns eines Besseren belehrt. Zwischen Dezember 2020 und Januar 2021 haben wir 70 000 Menschen mit Corona verloren. Eine fatale Mischung aus Führungslosigkeit, Mutlosigkeit und Wirtschaftsfreundlichkeit hat uns tausende von Menschenleben gekostet. Und welches Gut ist größer als das Recht zu leben?
    Unsere Kanzlerin konnte sich, als die Katastrophe schon am Rollen war, gegenüber den „Landesfürsten“ nicht durchsetzen. Schützende Maßnahmen konnten im Dezember 2020 nur halbherzig als „Pseudolockdown“ umgesetzt werden. Im letzten Winter haben wir in Frankfurt größtenteils weiter gearbeitet. Verletzliche Menschen, auch Verwandte, konnten wir nicht gegen die Pandemieflut schützen.
    In andern Ländern wurde in diesem Ausnahmezustand häufig Pandemiekrisenstäbe gegründet, die wissenschaftlich basiert mit vielen Befugnissen Maßnahmen beschlossen und schnell und effizient die Umsetzung organisierten. Wir in Deutschland mussten mit RKI, Gesundheitsministerium, Bundesregierung und Landesregierungen vorlieb nehmen, die in Kompetenzstreitigkeiten sehr langsam und kaum handlungsfähig waren. Widersprüchliche Maßnahmen und Signale waren an der Tagesordnung. Eine Kette von Versagen und individuellen Fehlern in der Pandemiebekämpfung erlebten wir zusätzlich.
    Aktuell rollt eine Tsunamiwelle von Infektionen über Deutschland, und die Mutation Omikron aus Südafrika bedroht uns. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass endlich Lehren aus der Vergangenheit gezogen werden und sehr schnell in den nächsten Tagen durch die neue Ampelkoalition klare verbindliche Maßnahmen bundesweit eingeführt werden.
    Das Boostern und Impfen schützt uns vor einer fünften Welle, die genauso vorhersehbar ist wie die aktuelle vierte Welle. In diesem Winter kann uns aber ein wirklicher Lockdown davor bewaren zusätzlich 100 000 Menschenleben zu verlieren. Aber auch jeder einzelne von uns kann in diesem Winter Leben retten.
    In unserer hausärztlichen Praxis verbringen wir Stunden damit, die Impfung ängstlichen Mitmenschen verständlich zu machen. Ich kann Ihnen nur sagen, wieso ich mich bisher dreimal geimpft habe, auch wenn ich Impfungen nicht gerade gut vertrage: Ich schütze damit die Menschen in meiner Umgebung, die ich liebe. Bitte lassen Sie sich impfen und reduzieren Sie Ihre Kontakte.

  13. @ Dr. med. Norbert Szep,
    ihren Ausführungen stimme ich zu. Viele Köche verderben den Brei, wie im Vorhinein schon beschrieben. Nur impfen schützt vor einer 5. Welle, es wird aber nichts daraus, wenn die Impfgegner nicht in Schach gehalten werden, die unterlaufen diese Maßnahmen durch ihr Verhalten. Es muss also dafür gesorgt werden, dass die Impfgegner isoliert werden, auf welche Art auch immer, denn sonst werden wir eine endlose Reihe von Wiederholungen erleben. Immerhin sterben jeden Tag Menschen in einer Größenordnung als ob ein Großraumflugzeug abstürzt, jeden Tag ! Und die Möglichkeit, dies abzustellen ist nur einen Pieks entfernt. Man glaubt es nicht.
    Langfristig können wir uns nur an diese Corona Seuche gewöhnen, wie wir uns an andere Corona Seuchen auch gewöhnt haben, bis das so weit ist müssen wir uns durch Impfen schützen, gegen Grippe impfen wir uns ja schließlich auch, damit scheint die Menschheit kein Problem zu haben.Das soll einer verstehen.

  14. Britta Beuel sagt:

    Vorab: ich werde meinen Impfstatus nicht benennen, weil es um den Inhalt einer Meinungsäußerung gehen sollte. Schlimm genug, dass dies offensichtlich überhaupt eine Rolle spielt. Auch ich bin wie Dietrich Buhro zunehmend befrenmdet, manchmal entsetzt über die spürbare Aggressivität in den Leserbriefen an die FR gegenüber „den“ Ungeimpften. Dies drückt sich natürlich auch in der Sprache aus. Von den COV-Idioten zu „den“ Ungeimpften war es kein langer Weg. In der FR wird dies insbesondere durch das Dreigestirn Kristina Dunz, Eva Quadbeck und Daniela Vates verkörpert. Kritische Stimmen sind auf der Meinungsseite leider kaum noch zzu finden.So können wir heute z.B. auf S. 4 lesen: Wenig Toleranz für Ungeimpfte (Eva Quadbeck). Allerdings auf S.56 dann doch ein wohltuend differenzierter Artikel zum Impfstoff, Dank an Bernhard Hontschik.
    Es ist mehr als problematisch, dass die Verabreichung eines Präparates als „Pieks“ verharmlost wird, das auf einer völlig neuen genbasierten Technologie basiert, zu dem es keine der sonst vorgeschriebenen Langzeitstudien geben kann und auch länger nicht geben wird.
    Die in den sogenannten Leitmedien veröffentlichte Meinung hat leider inzwischen einen öffentlich ausgeragenen und , ja, auch kontroversen Meinungsaustausch fast vollständig ersetzt. Längst ist ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung als rechts, radikal, unvernünftig usw. gekennzeichnet bzw. gebrandmarkt. Inzwischen wird sogar davon gesprochen, dass die Mehrheit vor der Minderheit geschützt werden müsse, weil es eine Pandemie der Ungeimpften gebe. Wo soll das enden? (Die Ungeimpften sind unser Unglück?)
    Die veröffentlichte Debatte lässt nur noch eine Richtung zu (kürzlich auch bei hart aber fair eindrucksvoll dokumentiert) und daran wird sich auch nichts ändern, solange nicht u.a. über folgende Themen informiert wird:
    die tatsächlichen Zahlen der Erkrankten und an COVID Gestorbenen; die als Diagnose-
    Grundlage obsolete Aussagekraft der PCR-Tests; den massiven Abbau von Intensivbetten über das gesamte Jahr 2021; die auch vom RKI nicht behauptete Möglichkeit einer Aussage über Sicherheit, Wirksamkeit und Langzeitwirkungen der als Notfallzulassung eingesetzten Präparate; die mit dieser Unmöglichkeit zusammenhängende von den Pharma-Firmen verweigerte Haftung; das Erlöschen eben dieser Notzulassung mit dem Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite (gespritzt wird trotzdem).
    Das soll hier reichen, die Liste lässt sich noch erheblich verlängern.
    Nun hoffe ich, dass es doch noch eine Möglichkeit geben wird, eine demokratischen Prinzipien folgende Debatte zu führen, muss ja nicht im Leserforum der FR sein.

  15. Jürgen Malyssek sagt:

    Ist also die Verwunderung groß geworden über die spürbare Aggressivität in den FR-Leserbriefen gegen- über „den“ Ungeimpften. Man wartet demnach auf die entsprechenden Langzeitstudien bis die Durchseuchung perfekt ist!
    Was ist mit der Aggressivität der Corona-Leugner und Dauer-Protestierenen?
    Wie sieht bitte eine nach demokratischen Prinzipien geführte Debatte zum Thema aus? Widerspruchslos?
    Warum soll die Mehrheit nicht vor einer Minderheit der Ungeimpften, der Rechtsgelagerten und der Verschwörungsgläubigen geschützt werden?
    Debatte ja, aber bitte wie’s mir gefällt!

  16. Dietrich Buroh sagt:

    Das FR-Forum ist sicher nicht dazu da, dass sich zwei Leser streiten. Trotzdem: dass Herr Siegel mich als Impfgegner, der ich nicht bin, verleumdet und mich mit den Chaoten und Leugnern erneut in einen Topf wirft, ist nicht zu akzeptieren. Und dass er das Wort Friedrichs des Großen gemeint hat, kann auch bezweifelt werden, zumal er die allgemeine Impfpflicht fordert, die in Wirklichkeit einen Impfzwang darstellt. Da bleibt für die eigene Façon kein Platz mehr. Aber lassen wir es gut sein, wir werden uns wohl nicht einig.

  17. Andrea Zech sagt:

    Volker Bouffier mahnte, die Corona-Regeln sollten möglichst bundeseinheitlich beschlossen werden, um deren Akzeptanz zu erhöhen. Ich hoffe nicht, dass sinnfreie Regeln bundeseinheitlich beschlossen werden. Folgende Punkte sehe ich in diesem Zusammenhang.
    Im Einzelhandel, ausgenommen ist die Grundversorgung (Lebensmittelgeschäfte und Apotheken), führt Hessen flächendeckend die 2G- Regel ein. Beim Einkaufen muss man also vollständig geimpft oder genesen sein. Bei Gottesdiensten greift das Land Hessen nicht ein. Kirchen und weiteren religiösen Einrichtungen empfiehlt Bouffier die Durchsetzung der 3G-Regel. Gehe ich im Einzelhandel z.B. in eine Buchhandlung, spreche vielleicht mit einer Verkäuferin oder blättere in Bücher. Ich habe keinen Körperkontakt und kann auf Abstand achten. Gehe ich jedoch in einen Weihnachtsgottesdienst, kann ich damit rechnen, dass es sehr voll wird, die Besucher verlassen die Kirche, gleichzeitig drängen andere schon rein. Schließlich wollen alle, die seit Ostern nicht mehr in der Kirche, waren einen angenehmen Sitzplatz haben. Abstand wahren ist in dieser Situation nicht möglich.
    Anschließend sitzen alle in kuschliger Nähe auf den Bänken, Nase an Nase. Ob sich alle an Bouffiers Rat gehalten haben und es sich ausschließlich um 3G Besucher handelt darf bezweifelt werden. Um die weihnachtliche Stimmung zu erhöhen, werden dann alle gemeinsam „Tochter Zion, freue dich“ singen. Mit der Freude werden dann auch die Viren geteilt. Später dreht sich jeder zu seinen Nachbarn, reicht ihnen die Hand und wünscht ihnen Frieden. Vielleicht bekommen einige statt dessen Covid-19.
    Sollten Gottesdienste tatsächlich Hotspots werden und sich die Intensivstationen füllen, gibt es noch den schwarz-grünen Masterplan: Alkoholverbot im Freien. Kein Glühwein mehr auf der Straße und schon ist alles wieder gut. Ich hoffe nur, dass andere Bundesländer nicht auf ähnlich widersprüchliche Regeln setzen.

  18. Monika Müller-Herrmann sagt:

    Bei meinem Mann und mir stand die Boosterimpfung an. Beim Hausarzt von Mike Fehlanzeige, er beteilige sich gar nicht mehr an diesem Impfwahnsinn, meinte er. Er hält die Angst vor Corona für übertrieben, läuft in der Praxis ohne Maske herum. Meine Hausärztin impft viel und gerne, konnte mir aber erst am 20.1.2022 den frühesten Termin anbieten. Also sind wir zum Frankfurter Impfzentrum gepilgert. Wohlweislich mit zwei Brötchen und einer Flasche Wasser im Gepäck. Chronologie eines Impfabenteuers
    11.15 Uhr: Abfahrt zu Hause
    12 Uhr: Ankunft Messe, riesige Schlange, wo geht es los?
    12.10: Wir haben das Ende der Schlange gefunden und stellen uns an. Vor uns in der Schlange ein netter junger Mann mit roter Mütze, er macht auch Fotos.
    12.45: Wir essen stehend die mitgebrachten Brötchen
    13.15: Die dritte Häuserecke geschafft, das Impfzentrum kommt in Blick.
    13.20: Es kommt jemand vom nahegelegenen Café und verkauft Kaffee, Tee, belegte Brötchen. Wir sind versorgt. Die Vorstellung, einen Kaffee zu trinken, wenn das nächste Klo noch zwei Stunden Warteschlange entfernt ist, erübrigt sich sowieso.
    13.30: Ein Ordner lotst uns raus. Alle Ü-70 und Ü-60, alle Menschen mit Rollator, Rollstuhl und Kinderwagen dürfen vorrücken. Ich darf als Mikes Begleitperson mit durchrücken.
    13.50: Uhr Wir betreten endlich das Impfzentrum, zum Glück haben wir alle vorausgefüllten Zettel dabei.
    14.15: Wir werden geimpft von zwei Impfassistenten, die wirken, als seien sie selbst Ü-70. Ich bin ihnen total dankbar und sage das auch.
    14.30: Die Ruhephase endet.
    14.45: Wir verlassen das Impfzentrum. Am Ende sehen wir noch den netten Arzt, der uns schon beim ersten und zweiten Impfen geholfen hatte. Ich spende spontan für das Rote Kreuz.
    Als wir rauskommen, liegt ein Mann zusammengebrochen am Boden vor dem Impfzentrum, zwei Rettungssanitäter kümmern sich um ihn. Wir wissen nicht, ob er zusammenbrach, weil er drei Stunden anstehen musste oder weil er die Impfung nicht vertragen hat.
    Der junge Mann mit der roten Mütze, der vorher direkt vor uns gestanden hatte, kommt jetzt erst rein ins Impfzentrum. Wir haben es hinter uns.
    Wir sind hungrig, hundemüde, dankbar, fragen uns aber auch: Kann man so junge Menschen dazu motivieren, sich verstärkt impfen zu lassen? Wenn ich ein Impfskeptiker wäre, würde ich das durchhalten?
    Wir waren noch etwas essen in der Stadt und als wir um 17 Uhr heimkommen, ist es dunkel. Ein toller Tag, oder?

  19. Jens Wurche sagt:

    Vor dem Hintergrund bedrohlich anschwellender Corona-Zahlen steht es um die Infektionsschutz-Politik des Frankfurter Magistrats leider nicht zum Besten. Das zeigt sich an den sträflich unterentwickelten Schutzmaßnahmen für die hiesigen Kitas. Die Vorschulkinder gehören derzeit, da noch nicht impfbar, zu den Hochinzidenzgruppen mit in den Himmel schießenden Ansteckungsraten. In Köln, einer mit Frankfurt in Sachen Größe und Sozialstruktur vergleichbaren Großstadt, steuert man angesichts dessen seit längerem gegen. An 90 Prozent der Kölner Kitas wird das einfache und praktische PCR-Pooltest-Verfahren durchgeführt, um infizierte Kinder frühzeitig zu entdecken. Empfohlen wird diese Methode auch vom Robert-Koch-Institut.
    In Frankfurt geschieht nichts dergleichen. Eltern, die bei ihren Kita-Kindern zu Hause regelmäßig Schnelltests durchführen, bekommen nicht mal die Kosten dafür erstattet. Kita-Träger und Magistrat weigern sich standhaft, Gelder abzurufen, welche die hessische Landesregierung schon vor Monaten dafür bereitgestellt hat. MitarbeiterInnen der für die Kitas zuständigen Dezernentin Weber (SPD) zeigen sich auf anderem Gebiet hochaktiv – nämlich darin, ElternbeirätInnen abzuwiegeln, die sich für mehr Infektionsschutz einsetzen. Dieser wird in Frankfurt offenbar als lästige Einschränkung des Business-Alltags gesehen: Ist das Kind nachgewiesen infiziert oder gar die Kita zu, können Vati oder Mutti nicht mehr ins Büro. Der Rubel muss aber rollen, koste es, was es wolle – und wenn diese Kosten die Gesundheit von anderen Kindern, ErzieherInnen, Eltern oder Großeltern umfassen, die sich bei einem unentdeckt infizierten Kita-Kind leicht anstecken können. An dieser Frankfurter Linie des „Corona-durchlaufen-Lassens“ muss sich dringendst etwas ändern.

  20. Michaela Kaiser sagt:

    Scholz hat Wochen zu spät reagiert, Drosten hat es doch schon im Sommer gesagt. Alle haben es gewusst und keiner hat gehandelt, Jens Spahn hat im September bereits die Inzidenz von heute aufgrund exponenziellen Wachstums prognostiziert und nichts getan,…..
    Jede Situation fordert einen sofortigen empörten Aufschrei mit dem Hinweis auf das Versagen, das zu späte Agieren, zu blöd es rechtzeitig zu erkennen, wo es doch JEDER gewusst hat. Die Reaktionen kommen gefühlt noch bevor die Tat beendet, der Satz zu Ende gesprochen wurde. Einer hat es mindestens schon gewusst, dass es soooooo nicht geht. Und immer ist der ANDERE der, der die Situation falsch einschätzt.
    Das ist für mich der größte Schaden während Corona. In jedem Artikel, in jeder Nachrichten- oder Talk-Sendung wird vermittelt, dass alle, die an den Entscheidungsstellen sitzen, doch wohl die völlig Falschen sind.
    Wir sind ein Volk der Denker und Diskutierter. Für jede These gibt es mindestens eine Gegenthese und die will sofort verbreitet und gehört werden. Und wehe, das gelingt nicht, dann gibt es zum Glück den Weg der sozialen Medien, der demokratisch JEDEM freisteht.
    Und wird diese nicht gehört, beachtet oder gar kritisiert, dann wünscht man sich die Hauruck-Lösung, den Basta-Entscheid, Lockdown und Impfpflicht, ist doch klar. Fragt man die Anderen, durchseuchen, alles übertrieben, oder gar politisch/wirtschaftlich gelenkt.
    Als die Arztpraxen nicht impfen durften, hieß es, ihnen wird die Kompetenz abgesprochen, als sie impfen sollten, hieß es wir schaffen das nicht. Als kein Impfstoff da war, hieß es Versagen, Fehlplanung. Als er da war, hieß es, ich lasse mich nicht bevormunden, mein Körper meine Entscheidung. Als der Lockdown verordnet wurde, hieß es Unternehmen gehen zu Grunde, jetzt heißt es wir hätten früher einen kurzen und harten Lockdown benötigt.
    Was wäre passiert, wenn im Juli diesen Jahres eine Impfpflicht beschlossen worden wäre? Wenn im Juli diesen Jahres ein Lockdown für den gesamten November beschlossen worden wäre? Wenn online-Unterricht für Oktober – Januar beschlossen worden wäre? Super, alle Verantwortlichen haben vorausschauend gehandelt!!!!
    Nein, genau das wäre NICHT passiert. Sofort, hätte es Demos, Experten, Nachrichtensendungen, Talkshows gegeben. Ein Aufruhr wäre durch das Land gegangen.
    Wie schön es doch ist, wenn man nicht entscheiden kann, man kann sich voll und ganz auf Kritik konzentrieren.
    All das macht mich müde, hoffnungslos und zermürbt mich. Und es tut mir unendlich leid, für die Menschen, die aus meiner Sicht versuchen uns durch die Zeit zu manövrieren, für uns zu entscheiden und nicht gegen uns. Und all die Strömungen und Widrigkeiten zu vereinen die wir Ihnen in der Vielfältigkeit unserer Meinungen bieten.

  21. Rüdiger Erdmann sagt:

    Eigentlich bemühe ich mich darum, Corona nicht so viel Platz in meinem Leben einzuräumen. Trotzdem möchte ich mich nun einmal dazu äußern: Gestern war ein anstrengender Tag in meiner psychiatrischen/psychotherapeutischen Praxis. Es wurde viel geweint und einige Patienten hatten deutlich mehr Probleme mit Angst. Warum? Da war eine Patientin mit Missbrauchserfahrung in der Vorgeschichte, die weinend feststellte, dass sie Angst davor habe, dass man ihr Gewalt (gemeint ist eine Zwangsimpfung, von der zwar nicht die Rede ist, aber so kam es bei ihr an) antut. Dass sie sich auf keinen Fall impfen lassen würde. Ein anderer Patient äußerte u. a. Ängste, dasss man ihm den Führerschein wegnehmen würde, wenn er sich nicht impfen liesse (interessanterweise würde er sich mit einem Totimpfstoff impfen lassen und fragte, warum dieser in der BRD nicht verimpft würde. Dies geht vermutlich andern auch so. Es würde die Zahl der Geimpften vermutlich nicht unerheblich anwachsen lassen. Ohne Zwang, ohne weinen. Aber…). Ein weiterer Aspekt ist eher massenpsychologischer Natur. Wenn man bedenkt, wie psychisch belastet wir alle durch die rund zwei Jahre dauernde Corona-Epidemie sind (und das – ausdrücklich, damit das nicht falsch verstanden wird – in einem demokratischen Staat mit guter Gesundheitsversorgung. Vollen Regalen in den Lebensmittelgeschäften usw.), dann kann man sich ansatzweise vorstellen, welchen psychischen Belastungen Menschen in 12 Jahren einer Diktatur mit einem ausgefeilten Repressionsapparat ausgesetzt gewesen seien müssen und welche Spuren dies hinterlassen haben dürfte.Vor diesem Hintergrund werden die Aussagen von einigen Remigranten verständlicher, die konstatierten, dass mit den Deutschen etwas nicht mehr stimmen würde.Da Traumata intergenerativ weitergegeben werden, stellen sich u. a. die Fragen, ob diese Problematik inzwischen aufgearbeitet wurde, d. h. sind die jetzt lebenden jungen Generationen unbelastet und, ob die teilweise heftigen Reaktionen auf diverse Corona-Verordnungen auch vor diesem Hintergrund zu verstehen sind.

  22. Jürgen Malyssek sagt:

    Vorweg: Ich mache keine Politiker-Schelte, auch wenn das nicht heißt, dass sie keine Kritik, vor allem vor und bei der vierten Welle, verdient hätten.
    Aber die größte Enttäuschung sind die Menschen dieses Landes, die partout auf ihren teils abstrusen Standpunkten verharren und damit davon weit entfernt sind, Verantwortung zu übernehmen – weder für sich noch für Andere!
    Die Pandemie-Krise hat es an den Tag gebracht: Wir sind in dieser sog. modernen Gesellschaft im ständigen Fortschrittsglauben und mit den radikalen ökonomischen Systemen zu einer egoistischen und unsozialen Gesellschaft geworden. Nicht in allen Belangen, aber ausreichend genug, um festgebunden zu sein in unseren Wohlstands- und Verwöhnt-sein-Gewohnheiten, die längst in Frage zu stellen sind und uns offensichtlich fest im Griff haben.
    Zwar werden auch die Irrationalitäten aus den digitalen Netzwerken gelegentlich unter die Lupe genommen, aber wirklich fürchten müssen Facebook & Co. weder Sanktionen noch Verluste von Einfluss und Macht.
    Der aktuelle größere Zulauf bei den Impfstellen ist kein beruhigendes Zeichen. Doch bei genauer Betrachtung ist es nur dem erhöhten gesellschaftlichen Druck und der Angst um die eigene Haut geschuldet, den fest eingeplanten Glühweinstand nicht besuchen zu können. Wenig deutet darauf hin, dass Vernunft und Mitmenschlichkeit, bei den „Querdenkern“ und Corona-Leugnern, die Antriebsfedern sind.
    Ungeachtet des stärker werdenden Drucks aus der Politik und den lauter werdenden Hilferufen aus den überlasteten Gesundheitssektoren, haben die Spaltungen und Zerwürfnisse in der Gesellschaft ein sehr bedrohliches Maß angenommen. Der gekränkte Konsument und verbogene Freiheitsliebhaber kämpft weiter um das, was ihm offensichtlich naturgesetzmäßig zusteht.
    Das die künftige Regierung „kein Verständnis für unaufgeklärten und in Teilen undemokratischen Populismus“ haben dürfe (Anetta Kahane), dem ist zuzustimmen. Irgendwann gibt es einen Punkt, wo der Geduldsfaden reißt.“

  23. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Rüdiger Erdmann

    Ihre (Praxis-)Beschreibungen sind durchaus hilfreich, über den Widerstand gegen das Impfen hinaus, Ängste, etwa vor allgemeinem und politischen Druck besser zu verstehen. Erlebte Traumata, die eigentlich nie passé sind, diffuse Ängste überhaupt, die nun mal ein weit verbreitetes Phänomen unserer Überforderungsgesellschaft sind. Auf die System-Fragen will ich hier jetzt nicht eingehen.
    Die psychischen Belastungen, die durch die Corona-Epidemie als solche ihre Spuren hinterlassen haben.
    Das alles und vieles mehr an Begleitbelastungen, das ist mit anzusehen.
    Es entschuldigt nicht die Wutausbrüche, die Kampfaufrufe und die Eskalationen von Impfgegnern und Corona-Leugnern, das das mal klar ist.
    Aber sicher zwingt es uns, die Pandemie und die deutlich aufgekommene Zerrissenheit in unserer Gesellschaft genauer zu betrachten. Und an diesem Punkt ist auch die Politik, die Wirtschaft nicht aus dem Schneider. Die Wissenschaften sowieso, aber da sind wir zumindest nicht unterentwickelt.

    Eines scheint mir ziemlich klar geworden zu sein. Es wird viel von Resilienz gesprochen und geschrieben. Unsere Wohlstandsgesellschaft hat diesbezüglich wenige Ressourcen. Das geht dann so weit, dass unsere sowieso schon überproportionalen Lebensvorstellungen und -gewohnheiten sich wie ein Schutzwall, wie eine Blockade vor manchmal ganz einfachen Mechanismen der Lebensbewältigung stellen. Die Gefahren und die Leiden des menschlichen Lebens haben bitteschön nicht so einen wichtigen Platz einzunehmen.
    Dieses Erleben findet scheinbar nur noch in belasteten Berufen oder wenn es wirklich passiert (Beispiel Ahrtal-Katastrophe) statt.
    Man versuche sich jetzt vorzustellen, mit welchen tief greifenden Erlebnissen und Belastungen die arbeitenden Menschen in den Kliniken und Heimen und anderswo zu tun haben. Oder die Rettungsdienste.

    Sicher werden Pandemie und die Existenzkrisen Generationen prägen. Das wird gar nicht zu ändern sein. Die Kriegs- und Nachkriegserlebnisse haben auch tiefe Spuren hinterlassen, die bis heute wirken. Das ist alles nicht zu vermeiden. Es muss versucht werden, mit diesen Gefahren und Katastrophen umzugehen.
    An diesem Punkt kommen wir nicht umhin, den Fortschritts- und Wohlstandsglauben in Frage zu stellen. Und das sehr streng. Dabei ist die Klimakatastrophe hier noch gar nicht angesprochen.

  24. Anna Hartl sagt:

    @Britta Beuel
    Ich stimme Ihnen dahingehend zu, dass die Betitelung der Andersdenkenden unschön ist. Ganz sicher gibt es Menschen, die einfach große Probleme mit dem Impfstoff haben ohne einen Rattenschwanz an diversen anderen Gründen mit sich herumzuschleppen.
    Womit ich große Probleme habe sind die zuletzt genannten. Ihnen dürfte bewusst sein, welche Strömungen sich in dieser Bewegung zusammengefunden haben die mit der Sorge bezüglich des Impfstoffes nicht das geringste zu tun haben.
    Ich habe versucht mit Menschen zu reden, die außer der Impfung noch andere Gründe haben. Es war ein Ding der Unmöglichkeit. Da brach eine Vermischung von Gründen über mich herein, so dass ich die Gespräche abbrechen musste.

    Für mich gab es nach längerem Abwägen zwei Gründe mich impfen zu lassen, Selbstschutz und Schutz der anderen.Es ging und geht nicht nur um mich.Dieser Virus ist weltweit eine Bedrohung für alle Menschen und bis es bessere Möglichkeiten gibt, sich und andere zu schützen, wähle ich den einzigen bisher existierenden Weg. Nichts zu tun und auf einen Impfstoff zu warten, der mir genehm ist, war für mich keine Option denn niemand ist eine Insel. Wir treffen jeden Tag auf andere Menschen, sei es beruflich oder privat und wie ein verschrecktes Huhn weiterhin durch die Gegend zu laufen, war auch keine Option mehr.

  25. Harald Reinemer sagt:

    Ein wohltuender Artikel von Frau Michaela Kaiser. Wenn wir eins gut können dann meckern und alles vermeintlich besser wissen. Wir brauchen dringend eine bessere Kommunikations und Fehler-Kultur. Wenn man viel Verantwortung trägt, macht man notgedrungen auch Fehler. Das soll kein Freifahrtschein sein aber es muss möglich sein das zuzugestehen und somit auch zuzugeben. Nur so kommt man weiter und lernt.

  26. Dr. Harald Reinemer sagt:

    Bei einer wahnhaften Psychose ist bekannt, dass der Betroffene rationalen Argumenten gegenüber vollkommen unzugänglich und unerreichbar ist. In der Regel hilft dann nur Zwang, um ihn und andere vor schlimmen Folgen zu schützen. Im Moment muss man schon glauben, dass man es bei dem Gros der Impfgegner mit einem kollektiven Wahn zu tun hat. Selbst die eindeutigsten und eindringlichsten Tatsachen werden geleugnet und derart umgedeutet, dass sie ins System passen und es sogar weiter stabilisieren. In geringerem Ausmaß machen wir das natürlich alle, jeden Tag. Aber hier ist eine Intensität und Penetranz zu beobachten, die in Verbindung mit der völligen Resistenz gegenüber vernünftiger Argumentation als ein geschlossenes System imponiert. Häufig liegt hier offenbar ein tiefgreifendes Misstrauen gegenüber dem Staat, der Regierung, denen „da oben“ zu Grunde, das aber nicht weiter hinterfragt wird, sondern als gemeinsamer Nenner und Rechtfertigung dient. Erstaunlich ist aber, dass dieses Misstrauen sich dabei anscheinend nicht auf das Gesundheitssystem erstreckt. Zumindest verwundert unter diesen Gegebenheiten der Blick auf unsere Intensivstationen, auf denen sich zu etwa 75% Ungeimpfte befinden. Wie ist das zu erklären? Anscheinend macht die sonst so vehement vertretene Überzeugung da halt, wo es ans Eingemachte geht. Persönliche Freiheit verabsolutieren einerseits, Inanspruchnahme der Solidargemeinschaft andererseits, wenn es brennt. Konsequenz sieht anders aus. Würden ungeimpfte Corona-Infizierte, egal wie schwer krank, einfach zu hause bleiben, wäre das eigentlich folgerichtig und die Überlastung des Gesundheitssystems damit kein Thema. Dem ist aber nicht so. Also kann der demokratischen Grundsätzen verpflichtete Staat hier nur im Sinne der Mehrheit handeln und eine allgemeine Impfpflicht ausrufen. Auch bei einem Herzinfarkt muss schnell gehandelt werden. Die Zeit zu reden, Ursachenforschung und Sekundärprävention zu betreiben kommt später, wenn der Betreffende auch wieder dafür aufnahmefähig und bereit ist. Momentan reden wir in unterschiedlichen Sprachen und leben in unterschiedlichen Welten. Das aufzuarbeiten ist sicher noch schwieriger als eine Impfpflicht durchzusetzen, aber vielleicht noch wichtiger und die Aufgabe, die dahinter liegt.

  27. Christa Kreß sagt:

    An wen – außer an sich selbst – denken denn die Impfverweigerer, Querdenker oder wie auch immer sie sich nennen? Denken sie an die erschöpften, ausgelaugten Pflegekräfte und Ärzte, an deren Angehörige, die ihre Mutter, ihren Vater, ihre Tochter oder Sohn kaum sehen, die dauernd um die Gesundheit und das Leben ihrer Lieben bangen? Denken sie an die alten und kranken Menschen, die wieder einmal einen einsamen Winter vor sich haben , die ihre Kinder und Enkelkinder vielleicht nie mehr sehen werden? Denken sie an die vielen Toten und deren qualvolles Sterben?
    Ich glaube, sie denken nur an sich, denn dächten sie an all die Betroffenen, dann könnten sie sich nicht gegen Mittel wenden, durch die versucht wird, der Pandemie Herr zu werden. Schließlich dauert die Pandemie lang genug, um jedem, der ein bisschen aufmerksam durch’s Leben geht, die schrecklichen Folgen der Krankheit klar zu machen.
    Ich werde demnächst 77 Jahre alt und ich werde gewiss nicht lange genug leben , um die mir entgangenen Zärtlichkeiten meiner Enkel, die Umarmungen meiner Kinder, Schwiegertöchter, meiner Geschwister und aller Angehörigen und Freunde und umgekehrt meine Zärtlichkeiten für sie nachholen zu können. Und entgangener Ausdruck von Liebe ist schlimm.
    Ich hoffe, dass zumindest ein paar der Verweigerer anfangen nachzudenken.

  28. Anna Hartl sagt:

    Liebe Andersdenkende, egal in welchem Rahmen Sie sich bewegen, ob Esoteriker, Anthroposophen, Querdenker, Reichsbürger, wo auch immer Sie sich zugehörig fühlen, Sie sind ein Teil dieser Gesellschaft. Sie haben keine Insel gekauft, auf der nur das gilt, was Sie für richtig halten. Sie gehen zum Arzt, ins Restaurant, in den Supermarkt, wohin auch immer und partizipieren an dem, was diese Gesellschaft für alle zugänglich macht. Sie nehmen also Teil.
    Ist es da nicht angebracht, dass Sie auch Ihren Beitrag leisten? Alles zu tun, damit diese nächste Welle für alle nicht zu einem riesigen Desaster wird? Dieses Virus interessiert es nicht, was Sie denken und glauben oder wie Ihre Wünsche für Ihr persönliches Leben lauten. Er stellt für viele Bereiche unseres Lebens eine enorme Bedrohung dar. Wenn wir nicht einen gemeinsamen Weg finden, wird es nächstes Jahr um diese Zeit ähnlich aussehen und dies kann doch nicht in Ihrem Interesse sein.
    Ich bin kein Schlafschaf, ich blicke kritisch auf vieles was an diesem Land passiert und das letzte was ich bin ist obrigkeitshörig. Mein Blick auf das Leben ist ein anderer, aber ich bin kein Wissenschaftler und in diesem Fall vertraue ich darauf, dass diese die Situation meilenweit besser einschätzen und interpretieren können als ich. Bitte gehen Sie in sich und hinterfragen Ihre Beweggründe. Trennen Sie Ihre Zweifel und Ihre Bedenken in anderen Bereichen von der Frage der Impfung. Hier handelt es sich um eine existenzielle Frage. Wollen wir die nächsten Jahre in dieser Form mit der Bedrohung leben, bzw. im schlimmsten Fall gar nicht mehr leben?

  29. Stefan Briem sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    Es ist wirklich schwer, das auszuhalten. Ich gebe Ihnen völlig recht. Zumal es den Impfgegnern ja gar nicht darum geht zu diskutieren. Mal sehen, was gleich passiert. Ich nehme mir die Punkte von Frau Beuel mal vor.

    @ Britta Beuel

    Sie haben ein paar Punkte aufgelistet. die in den Foren der Impfgegner immer wieder als Argumente gegen die Coronapolitik und das Impfen angeführt werden. Ich habe dazu schon an anderen Stellen was gesagt. Jetzt also auch hier.

    1. „die tatsächlichen Zahlen der Erkrankten und an Covid Gestorbenen“ – dahinter steckt der alte Leim, der die Debatte von Anfang an gelähmt hat: Ist jemand an oder mit Covid gestorben? Ich frage mich: Welche Rolle spielt das? Wenn jemand mit Vorerkrankungen früher stirbt als wie wenn er nicht infiziert worden wäre, dann stirbt er früher, hätte also noch länger zu leben gehabt, wenn er nicht infiziert worden wäre. Der Versuch, das auseinander zu rechnen und daraus ein Argument gegen das Impfen zu machen, ist ganz einfach zynisch. Alles, was Leben rettet/verlängert, sollte mehr als erwünscht sein.

    2. „die als Diagnose-Grundlage obsolete Aussagekraft der PCR-Tests“ – Nobody is perfect, auch kein PCR-Test. Aber der ist trotz einer gewissen Fehlerquote gut genug. Grundsätzlich gilt ja sowieso, dass man immer vorsichtig sein sollte, wenn es um Lebensgefahr geht. Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Auch nicht für Sie, Frau Beuel.

    3. „den massiven Abbau von Intensivbetten über das gesamte Jahr 2021“ – Das ist in der Tat ein Skandal, aber was hat das mit der Impfthematik zu tun? Es ist ja eigentlich genau anders herum: Wenn Sie sich impfen lassen, wird mit ziemlicher Sicherheit ein Intensivbett weniger gebraucht.

    4. „die auch vom RKI nicht behauptete Möglichkeit einer Aussage über Sicherheit, Wirksamkeit und Langzeitwirkungen der als Notfallzulassung eingesetzten Präparate“ – Na ja, inzwischen sind unzählige Millionen Menschen weltweit geimpft. Es gibt also Erfahrungswerte über und über. Es gab gegen dieses Virus nun mal keine anderen Mittel. Hätten Sie die Pandemie einfach laufen lassen, wenn es doch die Möglichkeit einer Abwehr gab? Es ist ja nicht viel schlimmer als eine Grippe, nicht wahr? „Notfallzulassung“ bedeutet übrigens nicht, dass die Impfstoffe nicht hinreichend getestet worden wären. Der Begriff bedeutet nur: beschleunigte Zulassung. Die Impfstoffe haben alle klinischen Studien durchlaufen.

    5. „die mit dieser Unmöglichkeit zusammenhängende von den Pharma-Firmen verweigerte Haftung“ – Das wird denen ewig anhängen. Aber wissen Sie was: Auch die Hersteller von Acetylsalicylsäure (ASS, auch „Aspirin“ genannt“) verweigern die Haftung im Fall von Komplikationen, auch wenn das nicht explizit in den Beipackzetteln steht. Solche Nebenwirkungen gibt es bei solchen marktgängigen Medikamenten ebenfalls. Trotzdem nimmt sie jeder.

    6. „das Erlöschen eben dieser Notzulassung mit dem Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite (gespritzt wird trotzdem)“ – das ist Quatsch. Die Impfstoffe sind „bedingt“ zugelassen wegen des beschleunigten Zulassungsverfahrens. Diese Zulassung wird jährlich überprüft, bevor sie erneuert wird. Sie ist nicht ausgelaufen und auch nicht an die epidemische Notlage gekoppelt. Die Pharmaunternehmen melden ihre Erkenntnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Impfstoff weiterhin an RKI und PEI.

    Unterm Strich bleibt von Ihren Vorbehalten nicht viel übrig, Frau Beuel. Also lassen Sie sich impfen! Seien Sie solidarisch!

  30. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Stefan Briem

    Eigentlich ist die Sache einfach:

    Die Lage bleibt unsicher

    Impfen hilft

    Allein der Fernsehblick in die Klinikstationen lehrt einen Furcht – Demut – Respekt.

    Ihren 6 Punkten stimme ich zu, der ich kein Experte der Pharmapraxis bin, mir aber u.a. auch die Risiken von Medikamenteneinnahme bekannt sind, da ich selbst davon betroffen bin.

  31. Ungewöhnliche Impforte.
    ZZt. Wird ja an allen möglichen (und unmöglichen) Orten gegen Corona geimpft. Ich hätte da noch einen unkonventionellen Vorschlag: Impfen auf der Dippemess! Z.B. in der Geisterbahn. Ein kleiner Piks vom Knochenmann hat noch niemandem geschadet. Oder im Riesenrad: „Ausstieg nur für Geimpfte oder Genesene (2G)“
    Viel Spass!
    Helmut Lindner

  32. Stefan Ziegler sagt:

    ich bin über die Diskussionen über Rechte für Ungeimpfte irritiert. Es gibt keine Impfpflicht, also kann jeder selbst für sich eine Risikoabschätzung vornehmen und sich dafür oder dagegen zu entscheiden. Ich bin selbst ungeimpft und bin gesund, stelle also nur für mich und Ungeimpfte ein Risiko dar. Da wenn man geimpft ist, ja einen Schutz hat. Meine Gründe mich gegen eine Impfung zu entscheid, liegen in der Schnelligkeit und in der Eigenschaft des Impfserums. In meinen Augen sind die neuen Rnma Impfstoffe nicht ausreichend getestet. Auch die Schnelligkeit mir welcher die diese Impfstoffe erzeugt worden, regen meinen Wiederstand an. In der Regel brauch es Jahre um einen neuen Impfstoff zu finden, zu weilen wird gar keine Impfstoff gesucht. Oder hängt es damit zusammen das im Moment sehr viel Geld mit einem Impfstoff zuverdienen ist? Warum werden die Patente für die neuen Seren nicht frei gegeben? Wenn wir doch ist Größste Bedrohung der Menschheit im Moment (v. Hirschhausen) haben. Warum gibt es bei anderen Virusseuchen keine Impfung ? Auch bei Tierseuchen wird im Moment zugeschaut wie sich eine Seuche (ASP) Jahr für Jahr weiter ausbreitet und es werden keine Impfstoffe mit Hochdruck gesucht. Ich bin gesund, halt mich viel im Freien auf, halte Abstand und da wo es eng wird(ÖPNV, Einkauf) benutze ich Maske. Warum stelle ich ein Risiko dar und das insbesondere für Geimpfte. Ist mir einfach zu hoch. Wenn ich mir allerdings Artikel und Bilder in der FR anschaue stellen sich mir dann doch noch weitere Fragen. Da war der Artikel über die Veranstaltung in der Sommerwerft. Dicht an dicht saßen da die Besucher auf Bierbänken und eine Seite weiter wurde im Rahmen des Ferienprograms über einen Besuch im Klettergarten berichtet. Das zu gehörige Bild zeigt Kinder im Freien mit großen Abständen und Maske ??? Wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Wer am meisten Krach macht bekommt die meisten Freiheiten? Warum müssen die Flugreisen in Urlaubsländer wie Spanien etc. frei gegeben werden. Nur weil die Reisebranche notleidet und jeder Lobbyist den Berliner Abgeordneten in den Ohren liegt. Zeitgleich jede Jugendarbeit untersagt wird. Ferienfreizeiten es nur mit beschränkten Plätzen gibt und selbst kleinste Abweichungen nicht erlaubt werden (siehe Artikel zur Ferienfreizeit mit 50iger Obergrenze bei geplanten 65 Teilnehmern). Wo liegt hier der Sinn darin? Oder sind wir wirklich nicht mehr in der Lage Verantwortung zu übernehmen um Abweichungen zu tolerieren. Ich bin gespannt wann mir das Einkaufen untersagt wird. Ich bin keines Falls ein Impfgegner, da ich mich sehr viel im Freien aufhalte, bin ich selbst verständlich gegen Tetanus und FSME geimpft, nur um ein Beispiel zu nennen. Also für mich gibt es zu viele Wiedersprüche und Irritierendes bei dieser Diskussion und meine Impfbereitschaft nimmt da durch massiv Schaden und geht gegen Null.

  33. Reinhold Neef sagt:

    Stefan Ziegler, dem Leserbriefschrieber vom 8. Dezember 2021, muss man energisch widersprechen. Ich frage Sie Herr Ziegler, wo leben Sie eigentlich? „Ungeimpfte gefährden ausschließlich sich selbst“. Haben Sie diesen Satz auf einem Vortrag der Youtube-University gehört oder vielleicht zitieren Sie aus irgendeinem kruden Telegram-Post. „Ungeimpfte gefährden sich selbst und ihre Mitmenschen (!!!)“, so wäre der Satz richtig. Aber offensichtlich ist bei Ihnen noch nicht angekommen, dass Corona durch Tröpfchenübertragung weitergegeben wird. Ihre Einlassung ist einfach nur daneben und ärgerlich.

  34. hans sagt:

    Ich denke das wir zwar weiter diskutieren können aber nichts daran ändern können das sich 10-15 Millionen Menschen nicht impfen lassen wollen. Wenn sich die derzeitigen Infektionszahlen nicht ändern haben wir mit Dunkelziffer ca 100000 Menschen die sich jeden Tag infizieren. Das bedeutet das man in 10 Tagen 1 Million Menschen haben werden und in 100 Tagen 10 Millionen Genesene. Das wird die Pandemie auch eindämmen helfen. Die dritte Impfung wird letztlich auch ca 100 Tage brauchen und der erste Monat ist davon schon rum. Ich denke das wir das einfach so hinnehmen müssen da es nicht gelingen wird das grundsätzlich zu ändern.

  35. hans sagt:

    zu @ Stefan Ziegler
    Es ist doch ganz einfach. Bei den derzeitigen Infektionszahlen wird das zu treffen was ich glaube unser Gesundheitsminister gesagt hat. Im Frühjahr wird es nur noch Geimpfte, Genesene und Gestorbene geben. Sie wollen also zu den Genesenen gehören. Wenn sie nicht viel Pech haben wird ihnen das auch gelingen. Ich wünsche ihnen dabei alles Gute das sie nicht zu den ca 100000 Toten gehören werden die hauptsächlich aus den Reihen der Ungeimpften kommen werden gehören. Allerdings wäre es aus meiner Sicht nett sie würden auf ein Bett in einer Intensivstation verzichten wenn es solche im Januar für Ungeimpfte noch gibt.

  36. Katja Wulff sagt:

    @stefan ziegler

    Herr Stefan Ziegler, mit dieser Aussage von Ihnen liegen Sie falsch – vor allem aber ist das nicht passende Argument:

    „Ich bin selbst ungeimpft und bin gesund, stelle also nur für mich und Ungeimpfte ein Risiko dar.“

    Falsch ist es, da ja erwiesen ist, dass auch Geimpfte erkranken können an Corona, auch schwer. Im Übrigen können auch Genesene erneut an Corona erkranken. Sie als Ungeimpfter gefährden also alle Mitbürger – wenn Sie erkrankt sind, und zwar so erkrankt sind, dass Sie eine relevante Virenlast weitergeben.

    Das unpassende Argument ist es aber ohnehin, weil es Ihre „Ich-Perpektive“ bedient, Corona aber uns als menschliche Gemeinschaft betrifft.

    Sehen wir uns dazu einmal die Zahlen des RKI an für alle Erwachsene über 18 Jahre an (Kinder u Jugendliche erkranken nur sehr selten schwer), liegen folgende Werte vor:

    ca. 40 % Geimpfte liegen in den Kliniken und ca. 60 % Ungeimpfte

    Da kmapp 80% der Erwachsenen in DE Geimpfte sind und ca. 20 % Ungeimpfte, ergibt das eine 6fach höhere Rate an Ungeimpften in Kliniken.

    Wenn man dazu noch berücksichtigt, dass sich Ungeimpfte ständig testen müssen, Geimpfte dagegen in vielen Bereichen ein fast normales Leben haben (auch mit entsprechender Ansteckungsgefahr), sieht die Rate der Ungeimpten in Kliniken noch schlechter aus.

    Würde es reichen, gesund und vorsichtig zu sein gegen Corona, dürften eigentlich gar keine Ungeimpften in den Kliniken sein, sondern ausschließlich Geimpfte.

    Das aber klappt nicht: Corona ist kein „natürliches“ Virus wie die altbekannten Kinderkrankheiten.

    Umso glücklicher können wir sein, dass mit den mRNA Impfstoffen ein Weg gefunden wurde, Schutz gegen dieses Virus aufzubauen.

    Gerade wenn Sie auf natürliche Gesundheit achten, ist eine Impfung mit dem mRNA Imfstoff für Sie ein Geschenk.

    mRNA kommt bekanntlich beständig in unserem Körper vor.
    mRNA gelangt niemals in die DNA.
    mRNA baut sich sehr schnell ab (das ist ihre Aufgabe im Zellzyklus), daher ist auch die Kühlung der Impfstoffe so wichtig.

    Kurz gesagt: mehr Natur geht nicht bei einem Impfstoff und das gab es bisher noch nie.

    Noch ein Wort zu Schnelligkeit bei der Entwicklung der mRNA Impfstoffe und dem Fehlen von umfangreichen Studien, wie sie bei früheren Impfstoffen gemacht wurden:

    „Schnell“ ging gar nichts bei der mRNA Impfstoffherstellung, an dem Verfahren wurde seit ca. 20 Jahren gearbeitet, mit der Zielsetzung einer Krebstherapie. Zu unserem Glück wurde aber (von BioNTech und Moderna) erkannt, dass mRNA hervorragend gegen eine Virus einsetzbar sein kann.

    „Erprobt in Studien“: die mRNA Impfstoffe haben wir jeder Impfstoff die verbindlichen klinischen Studien durchlaufen. Und weil die politischen Verantwortlichen ein bisschen spät dran waren, hat ja ganz Israel vor uns eine Impfung erhalten; und damit quasi eine Massenstudie zur Anwendung von Biontech Impfstoff abgeliefert. Noch nie wurden so viele Teilnehmer (ca. 5 Mio Israelis) für eine Impfstoffstudie eingesetzt.

    Und das Schöne ist jetzt ja: Israel ist uns immer ca. 5 Monate voraus.

    Im Übrigen scheinen mir Langzeit Betrachtungen zur mRNA Impfung überflüssig – denn mRNA löst sich vollständig und sehr schnell auf. Was bleibt, ist das auf Corona vorbereitete eigene Immunsystem.

    „Langzeit“ sollte eher dazu führen, dass man auf keinen Fall „natürlich“ an Corona erkranken möchte: nicht nur das groß aufgehängte Long-Covid ist ein Gesundheitsproblem, das man nicht haben möchte, sondern Corona greift auch sehr schnell das Nierensystem an. Eine aktuelle Studie weist nach, dass ca.50 % von an Corona Erkrankten (auch leicht Erkrankte) eine verminderte Nierenleistunge haben. Und die scheint zu bleiben.

    Mehr Natur und mehr reelen Schutz vor Schäden durch Corona gibt es nicht als durch die mRNA Impfstoffe.

  37. Jürgen Malyssek sagt:

    Bravo, Katja Wulff & Reinhold Neef!!

  38. Irene Kohl sagt:

    Staatliche Diktate sind mein Ding nicht. Sehr gern entscheide ich selbst, was für mich gut ist. Allerdings tue ich dies in der Regel gut informiert und mit Blick darauf, ob ich bei anderen mit meinem Tun möglicherweise Schaden anrichten kann. Ich habe nämlich einmal gelernt, dass die Freiheit des einzelnen dort Grenzen hat, wo sie die Rechte anderer Menschen verletzt. 15 Millionen noch ungeimpfter Deutscher (diejenigen mal ausdrücklich ausgenommen, die sich tatsächlich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können!) sehen das anders. Sie sind weder gut informiert, noch respektieren sie die Gesundheit und das Wohlergehen anderer. Ihr Wissen über das Virus, die Impfung und ihre Wirkung sowie mögliche Nebenwirkungen beziehen sie aus dubiosen Social-Media-Kanälen wie z.B. Telegram und laufen den Rattenfängern der verschwurbeltsten Verschwörungstheorien hinterher, als ob es dafür etwas umsonst gäbe. Was läuft da eigentlich schief? Wie kommt es, dass so viele Menschen in einen Zustand vor Beginn der Aufklärung zurückfallen und ihre Entscheidungen lieber auf Basis esoterischer Wahnvorstellungen treffen, als sie auf wissenschaftlichen Fakten fußen zu lassen? Hat hier unser Bildungssystem kläglich versagt oder ist das einfach angeborene Dummheit? Was ist so schwer daran zu verstehen, dass unser Gesundheitssystem am Rande eines Kollapses steht, die Pflegekräfte überlastet sind und teilweise kurz vor dem Burnout oder einem Berufswechsel stehen? Dass schwere Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle oder andere Erkrankungen, die eine intensivmedizinische Betreuung erfordern, bald nicht mehr adäquat behandelt werden können, weil die Intensivstationen mit Corona-Patienten belegt sind? Dass es unserer Wirtschaft deutlich besser gehen könnte, wenn es mehr Geimpfte und damit ein normaleres Leben gäbe? Mir kommt dieser Protest, dieses Ablehnen der „Maßnahmen“ und der Impfung manchmal vor wie die Trotzphasen von Zweijährigen, nur dass Zweijährige sich irgendwann weiterentwickeln, Impfgegner leider nicht.
    Ist das eine an den Haaren herbeigezogene Revolution von Leuten in einem übersättigten, abgesicherten Wohlstandsstaat, die ihren Adrenalinkick daraus beziehen, sich als Helden in einem Scheinkrieg gegen den Staat zu fühlen und dabei ihre kruden Theorien mit abwegigen Scheinargumenten – ich sage nur: “…bei der Impfung wird mir ein Chip implantiert“ oder “…die Impfung macht unfruchtbar“ unterfüttern? Ich kann für mich zu keinem anderen Schluss gelangen. Diesen Leuten wird man nicht beikommen können mit Impfmobilen und Überzeugungsarbeit. Es wäre so einfach: eine Gesellschaft steht zusammen, um gemeinsam eine Pandemie zu besiegen und alle lassen sich impfen – fertig. Leider klappt so ein Zusammenhalt nur in Filmen, in denen Außerirdische landen wollen und Bruce Willis dann die Welt rettet. Im Ernstfall eben nicht. Wenn also wirklich verhindert werden soll, dass wir alle auf die nächsten Jahre in der Corona-Endlosschleife gefangen sind, dann sehe ich nur den einen Weg: eine allgemeine Impfpflicht. Das wird zunächst die Gemüter noch mehr erhitzen, aber danach ist Ruhe und die sogenannte Spaltung der Gesellschaft ist auch beendet. Denn es muss etwas geschehen – so bald wie möglich.

  39. Sylvia Heger sagt:

    Lockdown oder Kontroll-Staat – anders scheinen wir nicht mehr aus dem Pandemie-Tief im Winter herauszukommen. Natürlich ist ein flächendeckender Lockdown für alle kaum zu vermitteln, wenn man an das Wohl von Familien und das der Wirtschaft denkt. Und dann wären da ja auch die vielen Geimpften, die Grund hätten, gegen komplette Schließungen auf die Barrikaden zu gehen. Dennoch: Welche Reaktionen werden erst ständige bundesweite Kontrollen in allen Teilbereichen des öffentlichen Lebens hervorrufen, sofern sie überhaupt praktikabel sind? Zudem gibt es viel zu viele Schlupflöcher für Impfpass- und Testfälscher. Was hätte die Politik da noch für einen Handlungsspielraum? Es bleibt ein Abwägen zwischen Pest und Cholera in einem Winter, der härter wird als der letzte.

  40. Rainer Prosik sagt:

    Das Nachbarland Austria zeigt dem Nachbarn Deutschland wie mans machen soll. Sie haben nicht nur eine gerechte Rente, die Altersarmut verhindert, nein, sie phantasieren auch von keinem europaeischen Verteilungsschluessel fuer Millionen Fluechtlinge.
    Die aktuelle Entscheidung zur Einfuehrung einer allgemeinen Impfpflicht dokumentiert eindrucksvoll die Entschlossenheit der Verantwortlichen.
    Auch 78% unserer Bevoelkerung haben sich bereits letzte Woche fuer eine allgemeine Impfpflicht ausgesprochen. Kurzfristig muessen wir aber wieder mit Einschraenkungen rechnen-auch fuer Geimpfte. Es ist verstaendlich, wenn diese vernuenftige Bevoelkerungsgruppe langsam die Nase gestrichen voll hat. Wie argumentieren unsere mutlosen Schoenwetterkapitaene?
    Es gibt Huerden ohne Ende, Rechtsstaatlichkeit, Grundrecht auf Unversehrtheit des Menschen, Spaltung unserer Gesellschaft, Gefahr von Radikalisierung und-ein Armutszeugnis-die Impfpflicht stoppt die vierte Welle auch nicht mehr, weil zu spaet.
    Soll uns damit suggeriert werden, nach der vierten Welle haben wir das Virus im Griff, weil Millionen Menschen sich bekehren und impfen lassen?
    Ich befuerchte „Dauerwellen“, die uns noch ueber Jahre beschaeftigen werden. Wie lange muessen wir diesen Zustand noch ertragen?
    Menschenleben, irreparable wirtschaftliche Schaeden und Existenzvernichtungen werden in Kauf genommen-und unsere Politiker eiert weiter um den „heissen Brei“ ohne die notwendige Entscheidung zu treffen
    Ganz am Ende wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Impfpflicht kommen, aber erst wenn es viele EU-Laender vormachen oder unsere Wissenschaftler massiv Druck machen. Auch ein Volksentscheid koennte unserer Politik die Entscheidung und damit die Verantwortung abnehmen, leider ist das in unserer Demokratie nicht moeglich.
    Wie seit Jahrzehnten gewohnt, wird nicht agiert, sondern verwaltet und ausgesessen, wo bleibt ein Zeichen fuer den avisierten Aufbruch?

  41. Peter Boettel sagt:

    Ich schließe mich der Zustimmung von Jürgen Malyssek an.

    Hinzu kommt, wie schon häufiger erwähnt, dass gerade die Ungeimpften zu der Überbelastung der Pflegekräfte und Ärzte in den Kliniken beitragen.

  42. Wolfgang Schneider sagt:

    Ich bin immer wieder überrascht, eigentlich erbost, wie einfach für die Leserbriefschreiber und die ganzen Medien die Sachlage ist. Jede(r) Ungeimpfte ist nicht informiert, ist asozial, distanziert sich nicht genug vom rechten Gedankengut und ist eigentlich total unterbelichtet. Nur trifft dies alles nicht auf mich zu. Ich informiere mich bei den öffentlichen Seiten und Medien. Ich informiere mich aber auch auf Seiten von Wissenschaftlern, die aus den öffentlich, rechtlichen Sendern und den Medien verschwunden sind. Aus diesen beiden, sehr unterschiedlichen Meinungen, versuche ich für mich einen Weg zu finden. Auch kann man mich nicht als asozial einstufen, da ich u.a. ehrenamtlich im Krankenhaus und im Hospizverein tätig war. Menschen, die mich kennen, werden ihnen gerne bestätigen, dass ich alles andere als rechts bin. Obwohl der Schulabschluss nichts aussagt über die Intelligenz, auch hier kann ich mit einem Studium dienen. Vielleicht sollte es der eine oder die eine Leserbriefschreiber(in) auch mal versuchen, lesen Sie auch mal die Argumente der anderen Seite und vertrauen Sie nicht nur den Politikern und deren einseitigen Informanten. Machen Sie es nicht zu leicht, indem sie den Ungeimpften die Schuld an dem ganzen Chaos geben. Der Pflegenotstand besteht nicht erst seit Corona und die Intensivbetten wurden trotz Corona abgebaut, die Ursache für den Mangel an Wirtschaftsgütern ist nicht Corona und für die Inflation kann man dem Virus auch nicht schuldig sprechen. Noch ein letzter Tip – dpa meldete die Tage, dass die Wissenschaftler sich nicht erklären können, warum es in einem Land wie Nigeria, bei 200 Millionen Einwohnern, nur insgesamt 3000 Coronatote geben kann. Vielleicht liegt es daran, dass man dort kein Geld für die Maßnahmen hat und es so gut wie keine Impfungen gibt.

  43. hans sagt:

    Wenn jemand denkt die Überschlagsrechnungen die ich oben angestellt habe wären ein bisschen übertrieben sollte er oder sie sich diesen Link ansehen.

    https://www.msn.com/de-de/unterhaltung/other/erwartete-todeszahlen-ohne-lockdown-harald-lesch-spricht-von-schockierenden-nachrichten/ar-AARBnIo?ocid=msedgntp

  44. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Wolfgang Schneider

    Sie argumentieren wie Sahra Wagenknecht:

    Weil es Pflegenotstand und Bettenabbau in den Kliniken gibt, haben wir die Probleme auf der Versorgung in den Intensivstationen.

    Also sind auch die Ungeimpften nicht das Problem der Pandemie, sondern der Staat.

    Erwiderung:

    Der Pflegenotstand ist in der Tat ein nationales Problem. Hat aber nichts mit dem Ausmaß der Pandemie zu tun.

  45. Marc Schneider sagt:

    Ich weiß nicht, warum immer die gleichen Unwahrheiten verbreitet werden müssen. Nein, nur ein verschwindend kleiner Teil der Ungeimpften hat gute Gründe dafür, die anderen vertrauen haltlosen Gerüchten. Nein, die Ungeimpften gefährden nicht ausschließlich sich selbst, sondern in erheblichem Maße die anderen – an 8 von 10 Infektionsketten sind Ungeimpfte maßgeblich beteiligt. Und nein, der Ausnahmezustand in den Kliniken ist nicht strukturbedingt, sondern allein durch eine extreme Zahl von ungeimpften Coronapatienten verursacht.
    Niemand behauptet, mit der Impfung wäre man absolut sicher – es reicht aber, dass wir damit das Risiko dramatisch reduzieren und die Pandemie weitgehend eindämmen können. Eines aber ignorieren alle Impfgegner: Ohne Impfung werden wir noch jahrelang testen, isolieren, beschränken und Maske tragen müssen. Oder glaubt irgendjemand, dieses Virus wird auf wundersame Weise verschwinden?

  46. Stefan Mann sagt:

    Lieber Herr Ziegler, Sie haben den Durchblick. 2G und 3G stigmatisiert die Ungeimpften. Die Ungeimpften tragen den Virus nicht in sich und jeder Ungeimpfte hat gute Gründe, warum er oder sie eine Impfung verweigert.
    Leider nicht zu Ende gedacht. Ich gehöre zu den Testverweigerern. Bill Gates hat im Verbund mit der jüdischen Weltverschwörung und den Krokodilmenschen eine Methode entwickelt, die Microchips auf den Teststäbchen platziert. Außerdem ist dort, wo viel getestet wurde, die Zahl der Infizierten besonders hoch. Das heißt, testen fördert Corona. Auch alles gute Gründe. Alles klar?

  47. Markus Ritzerfeld sagt:

    Liebe Mitdiskutanten,
    eigentlich habe ich den Leserbrief von Stefan Ziegler vom 8.12 positiv registriert, da er die aktuell eher seltene Perspektive der Ungeimpften einnimmt und durchaus diskutierbare Argumente enthält, die an der alleinigen Schuld der Ungeimpften am jetzigen Infektionsgeschehen zweifeln läßt. Die heutigen Antworten auf seinen Leserbrief schildern teilweise auch richtige Gegenargumente. Es fehlt mir jedoch der respektvolle Umgang mit dem Andersdenkenden! Niemand wird seine Meinung zur Impfung ändern, wenn er polemisch angegangen, an den Pranger gestellt oder als Spinner dargestellt wird. Wir alle sind von der Pandemie betroffen und werden einen gemeinsamen Weg zur Überwindung finden müssen, die Betonung liegt auf „gemeinsam“. Statt punktueller Schuldzuweisungen, sollten wir unser gegenseitiges Wissen austauschen und versuchen einen für alle gangbaren Weg aus der Krise zu finden. Dazu gehört auch, einseitige Darstellungen zu vermeiden. Denn wie immer gibt es nicht schwarz und weiß, sondern viel grau dazwischen. Ein Beispiel: Die Darstellung der Vorteile von mRNA-impfstoffen von Katjea Wulff enthält viele richtige und informative Sachargumente. Zur Gesamtdarstellung gehört aber auch, dass in der Gruppe der jungen Erwachsenen, die eine sehr niedrige Wahrscheinlichkeit eines schweren Covid-Verlaufes haben, eine erhöhte Rate von Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (besonders Moderna) gibt. Diese kann durchaus in der persöhnlichen Nutzen-Risikoabwägung dazu führen, dass man genau diesen Impfstoff nicht erhalten möchte, ohne das Impfkonzept komplett abzulehnen. Lassen sie uns also intensiv diskutieren, aber fair miteinander umgehen.

  48. Stefan Plock sagt:

    Herr Ziegler hat sicher nicht mit allem Recht, was er in seinem Leserbrief von sich gibt. Aber, egal was man davon hält, kann man die Erwiederung von Herrn Marc Schneider so auch nicht stehen lassen.
    Es ist nun nicht gerade eine Sensationsnachricht, dass unser Gesundheitswesen ein strukturelles Problem hat, schon sehr lange. Kaum jemand würde da widersprechen können. Nun aber zu behaupten die Überlastungen im Gesundheitswesen würden zu 100% durch ungeipmfte Coronapatienten verursacht ist ebenso daneben und falsch wie das Virus selbst komplett leugnen zu wollen. Wo kommen wir mit solchen Aussagen hin? Wer sich erinnert, zu Anfang der Pandemie wurden asiatisch aussehende Menschen auf der Strasse angegiftet und bedrängt, nur weil das Virus wohl aus China kommt. Sollen demnächst die Ungeimpften Angst haben bedroht zu werden? Bringt uns das weiter?

  49. Sabine Hütwohl sagt:

    Ich schließe mich Herrn Ritzerfeld und Herrn Schneider an. Und ergänze: Am meisten ärgert/irritiert/betrübt mich die politische Idee der 2-G-Regel. Denn was soll besser werden, wenn die, die einen negativen Test vorweisen, draußen bleiben müssen – aber die, die eine erforderte App vorweisen können, sich aber wochen-/monatelang nicht um ihre Gesundheit gekümmert haben, hinein gehen dürfen?? Sollen dadurch die Zahlen sinken?? Das bewirkt allerdings verlässlich die zwischenmenschliche Spaltung! Warum lässt die Regierung das zu? Ist ihnen das vielleicht lieber, als wenn wir über sie selbst schimpfen? Gerechter wäre es, wenn alle einen Test vorzeigen müssten. Dann hätten Betriebe auch weniger finanzielle Einbußen.

  50. Werner Engelmann sagt:

    Als Alt-68er weiß ich, was es bedeutet, für seine Überzeugung einzustehen. Und auch – von der Rache des Staates in den Folgejahren mit betroffen – was es heißt, als Außenseiter „gebrandmarkt“ zu werden und die Konsequenzen zu tragen.

    Allerdings kann ich nichts davon erkennen in dem, was an angeblichen Gründen – sofern überhaupt – von Impfverweigerern vorgetragen wurde. Vielmehr viel Selbstbezogenheit, Halsstarrigkeit und – man verzeihe mir den Ausdruck – Weinerlichkeit.
    Der Vergleich von Irene Kohl (9. Dezember) mit der „Trotzphase“ drängt sich auch mir auf. Und ich stimme ihr auch zu, dass, betr. der Neigung zu Verschwörungstheorien, auch noch ganz andere, höchst problematische Zeiterscheinungen mit herein spielen, die mit der eigentlichen Thematik nicht zu tun haben.

    Ich danke Dr. med Norbert Szép (3. Dezember) Dr. Harald Reinemer (7. Dezember) für ihre Darstellungen aus ärztlicher Sicht, ebenso Bronski für die vorbildlichen konkreten Ausführungen in der Einleitung. Meines Erachtens sind diese Informationen notwendig und auch hinreichend.

    Im Übrigen schließe ich mich uneingeschränkt den verschiedenen Ausführungen von Jürgen Malyssek und denen von Anna Hartl (6. und 7. Dezember) an.

  51. Werner Engelmann sagt:

    Ein Beispiel dafür, was ich mit „höchst problematische Zeiterscheinungen“ meine, die hier auch eine Rolle spielen, aber von niemandem thematisiert wurden:
    Eine unserer Töchter gibt mit ihrem Trio („Klassiktainment: Les Troizettes“) Vorstellungen in Nor- und Ostdeutschland. Beim Gastspiel in Dresden empörte sie bereits die Verantwortungslosigkeit des Veranstalters: keinerlei Vorsorge bezüglich Corona. Schon auf der Bühne, musste sie feststellen, dass das Publikum, eng gedrängt und ohne Masken da saß. Kurz entschlossen gab sie bekannt, es werde keine Vorstellung geben, wenn sich das Publikum nicht an die Maskenpflicht halte. Erstaunlicherweise wurden darauf widerspruchslos die Masken angelegt. Wie unsere Tochter äußerte, hatte sie den Eindruck, dass viele sogar erleichtert waren.
    Dieses Verhalten ist wohl nur so zu erklären, dass – zumindest in Sachsen – eine große Mehrheit sich durch eine kleine Minderheit (wahrscheinlich rechtsradikaler) „Impfverweigerer“ einschüchtern lässt, die dies als Mittel der Subversion benutzt.

    Es wäre von Interesse zu erfahren, was „Impfskeptiker“, die damit nichts zu tun haben wollen, dazu zu sagen haben, auf solche Weise instrumentalisiert zu werden. Leider habe ich aber von der Seite noch keine Bereitschaft erkennen können, sich damit überhaupt auseinanderzusetzen.

  52. Rainer Stockmann sagt:

    Eine Polarisierung in unserer Gesellschaft in Impfskeptiker und Impfbefürworter ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenfalls etwas polarisierend dargestellt, könnten u.a. folgende Aspekte die Meinungsbildung beeinflusst haben:

    Impfskeptiker lasen früher: „Eine Impfpflicht wird es nicht geben. Wenn man doppelt geimpft ist, ist man 90% sicher vor einer Infektion geschützt. Wir brauchen 60% Geimpfte, dann ist es geschafft.“ Und so weiter.

    Dann lasen sie: „Wir brauchen 80% Geimpfte / über 90% Geimpfte, dann ist es geschafft. Auch Geimpfte können sich infizieren und die Infektion weitergeben, werden aber seltener krank. Bei den Fallzahlen belegter Intensivstations-Betten wurden alle, deren Impfstatus unbekannt war, längere Zeit als „ungeimpft“ gezählt.“ Und so weiter.

    Über die Impfstoffe lasen sie Empfehlungen, die sich im Lauf der Zeit wiederholt änderten. Dabei z.B. auch, dass in Norwegen aufgrund möglicher Impfreaktionen mit der Impfung bestimmter Hochbetagter etwas zurückhaltender umgegangen wurde.

    Anschließend suchten vermutlich viele von ihnen nach Berichten über negative Aspekte der Impfung, und davon gibt es viele in reißerischer Aufmachung. Aktuell wird viel über plötzliche Herzattacken und Schlaganfälle junger Sportler spekuliert. Und es wird häufig auf die „Lügen“ der Impfbefürworter verwiesen.

    Die Impfbefürworter haben sich natürlich auch informiert. Sie werteten die sich ständig ändernden Prognosen und Empfehlungen nicht abwertend als „Lügen“, sondern eher als Anpassungen an die sich jeweils abzeichnende Entwicklung und beherzigten vielleicht die Empfehlung des Hr. Spahn: „Wir müssen eine lernende Gesellschaft bleiben“ (er selbst hätte allerdings lernen sollen, sich genau deswegen mit vorschnellen und irreführenden Prognosen etwas mehr zurückzuhalten).

    So konnte man z.B. die Effekte der Impfung sehen, die sich beim aktuellen Kampf gegen Delta auf den Intensivstationen zeigen und das unschlagbare Argument schlechthin für eine Impfung sind. Herr Büge wird dankenswerterweise nicht müde, die vielen weiteren Argumente, die für eine Impfung sprechen, hier im Blog herauszustellen, die Aufzählung erübrigt sich daher.

    Auch das, was bisher alles schiefgelaufen ist, ist hier ebenfalls hinlänglich diskutiert worden. Was meiner Ansicht nach dabei den größten Beitrag zur Polarisierung geleistet hat, ist das kommunikative Defizit, das mit der rasanten Entwicklung im Kampf gegen Delta unglaubliche Ausmaße angenommen hat und in haltlosen Spekulationen über einen „freedom-day“ gipfelte.

    Um der Polarisierung entgegenzuwirken, müsste die Kommunikation betr. geplanter Maßnahmen wie z.B. der Impfpflicht dringend verbessert werden – die neue Regierung hat erfreulicherweise erste Schritte in dieser Richtung unternommen. Da sollte noch mehr kommen. Frühere Verlautbarungen orientierten sich viel zu lange am Wildtyp, wichtig wäre m.E., den Schwerpunkt auf die erforderlichen Anpassungen an die Entwicklung des Virus in den Vordergrund zu rücken.

    Jetzt geht es in vielen Diskussionen um die Impfpflicht. Wie soll das mit der Impfpflicht eigentlich gehen? Als Beispiel nehme ich mal Griechenland: hier werden uneinsichtige Menschen über 60 ggf. zur Kasse gebeten. Natürlich wäre es gut, wenn die ca. 3 Millionen Ungeimpften dieser Altersgruppe hierzulande sich impfen ließen, denn sie stellen 95% der covid-Intensivpatienten. Soll diesen Impfskeptikern ohne weitere Kommunikation eines Tages, wenn Delta vermutlich von einer anderen Variante abgelöst ist, ein amtliches Schreiben mit der Aufforderung zur Impfung ins Haus flattern? Womit soll dann überhaupt geimpft werden?

    Als Erstes soll ja die einrichtungsbezogene Impfpflicht kommen. Gleichzeitig ist über Omikron zwar bislang wenig bekannt, eins aber ziemlich sicher: dass es noch deutlich ansteckender sein soll als Delta, und das ist bereits so ansteckend wie Masern, wie das Dt. Ärzteblatt vor einiger Zeit schrieb. Omikron soll den Berechnungen zufolge schon im Januar dominant sein.

    Fr. Ciesek sagt, doppelt Geimpfte haben gegenüber Omikron 0%, „Geboosterte“ allenfalls sehr begrenzten Schutz (nur jeder Vierte). Hinzu kommt: Geimpfte sind womöglich weniger gut gegen kommende Mutationen des Virus geschützt als Genesene (das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der Impfskeptiker, die sich jetzt auch noch auf das Paul-Ehrlich-Institut berufen können). Es fand sich eine „größere Vielfalt Spike-spezifischer Antikörper in Rekonvaleszenten im Vergleich zu Comirnaty-Geimpften“. https://www.pei.de/DE/newsroom/pm/jahr/2021/26-antikoerper-covid-19-geimpfter-erkennen-andere-strukturen-spike-protein.html

    Dreifach Geimpfte werden aber immerhin anscheinend nicht schwer krank: https://www.tagesspiegel.de/wissen/sieben-junge-deutsche-in-suedafrika-infiziert-erstmals-omikron-durchbruch-bei-geboosterten-entdeckt/27879838.html

    Wie soll man eine einrichtungsbezogene Impfpflicht begründen, wenn durch sie allenfalls ein minimaler Schutz der in den Einrichtungen Lebenden erreicht werden kann?

    Davon abgesehen: Mir fehlt die Einsicht in nationale Impfpflichten in Anbetracht einer weltweiten Pandemie. Weitere Varianten des Virus‘ sind zu erwarten, Impfstoffe und weitere Maßnahmen werden kontinuierlich angepasst werden müssen.
    Meine persönliche Einschätzung: Mit einer nationalen Impfpflicht werden wir nicht weit kommen. Natürlich ist der Effekt, den man sich von ihr erhofft, absolut erstrebenswert. Dabei sollte die verständliche Kommunikation erforderlicher Maßnahmen eine große Rolle spielen.

    Früher gab es mal: „Gib AIDS keine Chance! Kondome schützen!“ – eine Kampagne mit durchaus beachtlichem Effekt. Denken könnte man an: „Gib Omikron / Pi / Tau / Ypsilon / Omega /… keine Chance! Impfung mit … (jeweils aktueller Impfstoff) schützt!“ oder ähnliche Kampagnen auf allen möglichen Medien. In Abwandlung eines bekannten Satzes: (Zumindest) das könnten wir schaffen.

  53. Jürgen Malyssek sagt:

    Es wäre zu einfach die nicht endenden Corona-Proteste auf die teils problematische Kommunikation der Regierung (alte und neue) und die gemachten strategischen Fehler zu lenken. Jedenfalls ist die zunehmende Radikalisierung auf den Straßen eher eine Art Ausspielen der eigenen Kräfte- und Machtverhältnisse des Mobs, um hier einen möglichst treffenden Begriff für diese hartleibigen Gruppen auszusprechen.
    Selbst wenn Corona-Leugner-Gruppen in der Minderheit gegenüber der Mehrheit der Pandemie-Politik-Versteher sind, so wird ihr verschwörungstheoretisches und rechtsextremes Gift immer gefährlicher verbreitet, wenn nicht mit politischer Klarheit und Entschiedenheit dagegengehalten wird.
    Es sind ja nicht nur die Unzufriedenen und Verunsicherten, die die Straße erobern wollen, sondern es sind es sind auch echte Hardliner, Kampfgruppen.
    Ich habe den Eindruck, dass die neue Regierung an Klarheit und Entscheidungswillen dazugewonnen hat.

  54. Susanne Köhler sagt:

    Fassungslos muss ich lesen, dass „bei Gottesdiensten und anderen religiösen Zusammenkünften in Innenräumen … die Anwendung der 3G-Regeln künftig dringend empfohlen wird“ (Ihr Artikel F3 ). Warum nicht vorgeschrieben? In derselben Ausgabe lese ich auf Seite 7 (Corona-Nachrichten) : „Treffen sich zwei Personen ohne Maske, dann stecken sich die gesunden wahrscheinlich schon nach wenigen Minuten an – selbst bei 3 Meter Abstand“. Ich sehe religiöse ungeimpfte ungetestete Menschen hier in einer privilegierten Position – was soll das? Womit ist das gerechtfertigt? Kann es sein, daß religiöse und spirituell orientierte Menschen, die vermutlich ihrem Gott oder ihrem Glauben mehr vertrauen als der Schulmedizin, als potentielle Superspreader:innen fahlässig geschont werden? Warum? Wer schützt sie eigentlich? Sind wir nun ein aufgeklärtes Land oder stecken wir doch noch mit einem Bein im Mittelalter? Meiner Meinung nach darf da nicht mit zweierlei Maß gemessen werden: In Schulen strenge zwingende Maßnahmen für Kinder und Jugendliche, am Arbeitsplatz und in Gotteshäusern dagegen freiwillige „Empfehlungen“. Haben sich hier die Lobbyisten durchgesetzt? Es würde mir sehr gefallen, wenn die Frankfurter Rundschau an dieser Stelle mal genauer recherchieren würde.
    Eine Impfpflicht für die Risikogruppen (Ü50, Ü60 u.a.) finde ich eine gute Idee. Warum sollen Kinder geimpft werden, die selbst kein erhöhtes Risiko haben, schwer zu erkranken. Die Einschätzung von Frau Rostalski vom Deutschen Ethikrat leuchtet mir ein(gleicher Artikel Seite 7). Deshalb hat mir die Nachricht vom 1.12. imponiert, daß in Griechenland Ungeimpfte über 60 Jahre ab 16.Januar 2022 ein monatliches Bußgeld von 100 € verpasst bekommen.

  55. Hartmut Eppel sagt:

    Ich habe mit großem Interesse Ihren Artikel gelesen. Ich besuche gerade meine Enkel in Frankfurt und kann mir aufgrund deren Berichte aus ihrem Schulalltag ein ungefähres Bild von der Schulsituation machen. Ich vermute, die im Artikel genannten Verhältnisse kann man fast eins zu eins auf andere Städte und Kreise in Deutschland übertragen. Ich sehe, was die Schulleiter und Lehrer allein aufgrund der Corona-Pandemie zusätzlich leisten müssen. Ich kenne auch das Mantra der Politik: „Mehr und bessere Bildung“. Das kommt auch in der Öffentlichkeit gut an. Die Realität ist aber eine andere. Überlastete Lehrer und Rektoren, unbesetzte Schulleitungsstellen, fehlendes pädagogisches Personal, gestresste Kinder, ausgefallene Schulstunden, Digitalisierung – ein Fremdwort. Allein, was zusätzlich aufgrund der Pandemie geleistet werden muss, geht in absehbarer Zeit auf Kosten des Unterrichts. Die Lehrer der Grundschulen formen unsere Kinder/Enkelkinder – da sollte doch nichts zu viel sein, um die Lehrer und Schulleitungen in ihrer Aufgabe zu unterstützen. Ich lebe in Bayern und dort wurde im Bayrischen Landtag ein Antrag der Grünen, der SPD und FDP auf gleichrangige Bezahlung mit den Gymnasiallehrern von der CSU abgelehnt, mit dem Argument, dafür sei kein Geld da. Soviel zu „mehr und bessere Bildung“. Ich finde es daher etwas perfide, wenn das Staatliche Schulamt die berechtigten Besorgnisse der Schulleiter einfach mit dem Hinweis „dass auch anderen Berufsgruppen höhere Belastungen abverlangt werden“ abfertigt ohne auf nur eine Aussage des Artikels einzugehen. Diese Bemerkung zeigt deutlich den Stellenwert, der von staatlicher Seite der Schule/Bildung zugeordnet wird.

  56. Hans Dietmar Jäger sagt:

    Wenn Clubs und Bars jetzt wieder schließen, da die auferlegten Verschärfungen einer Schließung gleichkommen, kann ich einerseits den Unmut verstehen. Doch andererseits sollte auch Victor Oswalt Realitäten anerkennen. Denn es heißt in der Auswertung der von der Luca-App verschickten Warnungen: 49,1 Prozent betrafen Clubs, 23,2 Prozent betrafen Bars; zusammen sind diese Etablissements – wenig verwunderlich vielleicht? – für fast drei Viertel aller Ansteckungen verantwortlich. Das Geschäftsmodell „enges Tanzen in einem schlecht belüfteten Raum“ ist eben risikoreicher als „alleine Laufen im Park“ in Zeiten einer Corona-Pandemie. Das ist Fakt, und sicher keine böse Absicht. Victor Oswalts Engagement in allen Ehren; er sollte sich aber überlegen, ob er seiner Branche damit nicht einen Bärendienst erweist.

  57. Marc Schneider sagt:

    Zu einer fairen Diskussion gehört auch der korrekte Umgang mit der Wahrheit. Ich habe die hohe Anzahl an ungeimpften Coronapatienten als alleinige Ursache für die momentane Überlastung der Intensivstationen genannt. Auch wenn es sicherlich vorher schon Probleme gab – erst durch Corona haben Arbeitsbelastung, Notfallverlegungen und Absage von wichtigen Operationen dramatische Ausmaße angenommen und sogar eine Triage wird zur realen Möglichkeit. Vorher war ein solcher Ausnahmezustand unvorstellbar, damit ist für mich die eigentliche Ursache klar. Alle anderen Faktoren sind im Vergleich dazu nebensächlich. Ich habe aber nicht – wie mir unterstellt wurde – behauptet, alle Probleme im Gesundheitssystem wären zu 100% von ungeimpften Coronapatienten verursacht.

    Bei solch manipulativen Kunstgriffen ist die Frage gerechtfertigt, wohin das führen soll. Wer wirklich an einer konstruktiven Auseinandersetzung interessiert ist, sollte es unterlassen, sich die Fakten so zurechtzubiegen, dass sie zur eigenen vorgefaßten Meinung passen.

  58. Nun ist wohl so ziemlich alles sachbezogene gesagt. Eine gewisse Anzahl Menschen neigt offensichtlich dazu, anders zu denken, als der Rest der Menschheit oder als die Umstände eigentlich zulassen. Man findet das gleiche Muster in den Religionen, da wird auch geglaubt, was das Zeug hält, Sachlichkeit und Wahrscheinlichkeit hin oder her.
    In der Pandemie ist es eigentlich einfach, man kann es ausrechnen. Glücklicherweise ist die Krankheit nur bedingt tödlich, es fallen nicht Tausende jeden Tag tot um, es sind zwar immerhin um die 500 pro Tag, meist über 80 Jahre alt. Die Nichtimpfer sind meist deutlich jünger und fühlen sich offensichtlich ziemlich sicher. Der Prozentsatz Ungeimpfter bei den Toten jedoch ist ungleich höher als bei den Geimpften.
    Das generelle Problem beim Umgang mit Sachproblemen ist weit verbreitet. Man glaubt oder nicht. z.B. die Klimakrise. Tornados in den USA, Feuer, Trockenheit, Hitze, Überschwemmung überall. Menschen ignorieren das Offensichtliche, erfinden Gründe dagegen, behaupten es gibt keinen Klimawandel und die Umwelt ist in Ordnung. Jetzt, mit der Pandemie gerät das Problem völlig aus dem Blickfeld. Wenn jetzt noch das eigene wirtschaftliche Wohlergehen daran hängt, wird Mensch schnell zum Leugner, dann will er das glauben, was ihm nützt, da geht die Objektivität flöten. Das später das Leben von Kind und Enkel daran hängt ist einfach zu weit weg. Andererseits, man frage die Menschen im Ahrtal oder die in den USA, in Kentucky, in Afrika, für die ist die Klimakrise real, obgleich es sicher auch da welche gibt, die etwas anderes glauben.

  59. Peter Boettel sagt:

    Ich finde den Kommentar von Marc Schneider bereits deshalb schon zutreffend, weil er deutlich die Fakten differenziert.

    Denn die Verweigerer oder Falschdenker versuchen immer wieder, die tatsächlichen Verhältnisse zu verdrehen, indem sie die hohe Anzahl der Ungeimpften auf den Intensivstationen herunterspielen wollen und den Aufklärern falsche Aussagen unterstellen.

    Udo Lindenberg hatte schon zu Beginn der Falschdenker-Demos gesagt: „Wenn die hirnlosen Risikopiloten durch die Aerosole zischen, wird es ganz viele noch erwischen.“ Leider hat er Recht behalten.

    Und wie Jürgen Malyssek zu Recht schreibt: „Selbst wenn Corona-Leugner-Gruppen in der Minderheit gegenüber der Mehrheit der Pandemie-Politik-Versteher sind, so wird ihr verschwörungstheoretisches und rechtsextremes Gift immer gefährlicher verbreitet, wenn nicht mit politischer Klarheit und Entschiedenheit dagegengehalten wird.“, wie die Ausschreitungen der letzten Wochen zeigen.

    Und wenn diejenigen, die sich nicht zu diesen rechten Gruppierungen zählen, sich nicht eindeutig davon distanzieren und denen weiter nachlaufen, nimmt es nicht Wunder, wenn sie diesen zugerechnet werden.

    Infolge der Schwerstbelastungen der Pflegekräfte und der Verschiebung vieler OP’s mit möglicher Todesfolge oder schwerwiegender Folgeschäden wegen der Behandlung – insbesondere ungeimpfter – Impfgegner müssten diese wegen vorsätzlicher Körperverletzung strafrechtlich belangt werden.

  60. hans sagt:

    Da wird wochenlang über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert und dann stellt man fest das es nicht genug Impfstoff für die Leute gibt die sich freiwillig impfen lassen wollen. Das wird sich so schnell auch nicht so ändern das eine Impfpflicht möglich ist. Ich bin zwar schon immer davon überzeugt das der Staat es nicht schafft eine Impfpflicht zu organisieren und durchzusetzen aber das es gleich am Anfang scheitert wundert mich zwar nicht aber überrascht dann doch ein bisschen. Vielleicht wird es ja durch Karl Lauterbach besser. Eine Inventur war schon mal eine gute Idee.

  61. Peter Boettel sagt:

    @ Hans:

    Vielleicht war Spahn schon zu sehr damit beschäftigt, sich einen neuen Job auszusuchen und auszukundschaften, wo er das meiste Geld beziehen kann, statt sich rechtzeitig um die benötigten Impfstoffe zu kümmern?

  62. hans sagt:

    zu @ Peter Boettel
    Das weiß ich nicht aber es wäre anders ja auch überraschend gewesen. Sagen sie mir außer Lock Down eine Sache bei der Pandemiebekämpfung für die der Staat zuständig war oder ist die funktioniert wie gewünscht. Sie können bei der Warnapp anfangen und bei Test und Quarantäneregel oder wo auch immer aufhören nichts hat bisher funktioniert. Die Impfstoffbeschaffung ist ja auch nicht wirklich neu als Problem. Warum sollte ausgerechnet eine allgemeine Impfpflicht funktionieren. Man hat die 20% die sich nicht impfen lassen wollen noch nie dazu bekommen mit zu machen. Das Einzige was anscheinend funktioniert ist 3 G am Arbeitsplatz und das wird nicht vom Staat durchgesetzt sondern nur angeordnet und vom Arbeitgeber durchgesetzt.

  63. Stefan Plock sagt:

    @ Marc Schneider

    Herr Schneider, ich wüsste nicht wie ich ihren Satz sonst interpretieren
    sollte: „der Ausnahmezustand in den Kliniken ist nicht strukturbedingt, sondern allein durch eine extreme Zahl von ungeimpften Coronapatienten verursacht.“ Es ist nicht legitim, wenn ein Fass zu 80% gefüllt ist, den zusätzlichen 21%, die es zu Überlaufen bringen, die alleinige Schuld zu geben, und das tun sie. Und das Fass ist schon lange fast voll. Meine Frau arbeitet seit Jahrzehnten in Kliniken, und es ist ganz offensichtlich, dass dort ein strukturelles Problem existiert. Es gibt zu wenig Personal, es werden Arbeitszeiten durchaus auch einmal bis zu
    48 Stunden am Stück verlangt, das Personal wird schlecht bezahlt, dafür aber gerne auch mal beklatscht. Hören sie sich um, kaum jemand wird ihrer Behauptung folgen, dass es diese strukturellen Probleme nicht gibt. Googlen sie einfach mal (nein, nicht bei Youtube). Sie aber schlicht zu verleugnen lässt uns in der nächsten Pandemie in die gleiche Falle laufen. Des weiteren geht es mir darum, dass sie hier eine bestimmte Gruppe für eine Gesamtsituation verantwortlich machen.
    Sündenböcke sozusagen, ein Verhalten, dass in der Menscheitsgeschichte noch nie sonderlich hilfreich gewesen ist. Sie dürfen sich da gerne an unsere eigenen Geschichte erinnern, auch wenn wir von solchen Zuständen zum Glück noch weit weg sind. Mir dann vorzuwerfen ich würde mir Fakten zurechtbiegen wie sie mir passen ist da schon ein starkes Stück. Ich habe auch keine vorgefasste Meinung zu dem Thema sondern eine in 2 Jahren gewachsene und immer mal wieder korrigierte, ein völlig normaler Vorgang bei einem so unsicheren Thema. Und, bevor ich es vergesse, ich bin voll geimpft. Ich sehe aber die Sorgen der Impfunwilligen, egal ob sie richtig sind oder nicht, und muss sie ernst nehmen. So wie sie sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, haben sie das Anderen auch zuzugestehen. Zusätzliche Spaltkeile in eine Gesellschaft zu treiben, wo gerade überall Nationalismus und Rechtsradikalität aufkommt, ist eine sehr schlechte Idee.

  64. Jürgen Malyssek sagt:

    @ hans

    Auch wenn es schwer fällt: Wir müssen in dieser Pandemie-Krisenzeit auch damit zurechtkommen oder anders ausgedrückt, auch verstehen lernen, dass politische Vorhaben und Massnahmen nicht immer funktionieren. Wir sind zum Fehler machen verdammt. Trotz aller guten Fachleute (wissenschaftlich haben wir die nun wirklich), trotz neuer politischer Regierung, die ohne Atempause loslegen müssen, das kann alles nicht mehr ohne Fehler oder Versäumnisse gehen. Wir haben ja nicht nur die Gesetzgebung, sondern hier ist permanentes unter Strom arbeiten angesagt. Wenn es denn „nur“ die Pandemie wäre. Es brennt doch an allen Ecken und Enden.
    Die Corona-Leugner und diejenigen, die sich längst aus der Welt des Realen verabschiedet haben, die heizen derweil das gesellschaftliche Klima an und fühlen sich dabei noch großartig und machtvoll, diese Irren!
    Wenn es denn nur die Angst vor dem Impfen oder überhaupt diese Grundängste unserer postmodernen Gesellschaft wäre. Nein, es ist eine durch die a-sozialen Medien mitbetriebene permanente Verunsicherung einer ganzen Gesellschaft, die nur bedingt noch die Kraft und die Einsicht hat, sich von diesen inzwischen leicht zugänglichen Machtwerkzeugen zu trennen.
    Wir sollten weiterhin unsere Kritikfähigkeit bewahren, aber wir sollten auch diese entstandene Gier nach Kritik kritisieren.

    Die Beispiele, die in den Beiträgen hier schon genannt wurden, wo die bekannten TV-Moderatoren eine wahre Lust verbreiten, ihre (politischen) Gäste vor großer Öffentlichkeit zu piesacken, bis hin zu denunzieren, das ist so eine Seite der Geschichte. Wenn diese dann (bestimmt ungewollt) den „Ungläubigen“ und Radikalen in die Hände spielen, dann kann man sich den Rest wohl vorstellen. Nur noch eine aufgeregte in Lauerstellung befindliche Teil-Öffentlichkeit, die ihren ganzen Driss rauslassen können und sich endlich machtvoll fühlen.
    Ich habe Sie, hans, damit nicht gemeint, aber ich habe mich auf das Gebiet der Fehler und Versäumnisse bezogen, die halt jetzt überall ihre Kreise ziehen.
    Ich beneide Kanzler Scholz und seine Minister und Ministerinnen nicht um ihre kommenden Aufgaben. Ich sehe auch, dass sie für das, was sie tun, gerade stehen müssen. Aber dann komme ich doch auf diesen alten Spruch zurück: „Man muss auch mal die Kirche im Dorf lassen“ und vor allem ist die Zeit gekommen, wo man sich mal an die eigene Nase packen muss, um zu schauen, wo man mit seinen eigenen hehren Grundsätzen auch nicht so gut dasteht.
    Das, was sich zur Zeit in den Straßen in Ost und West abspielt, da stehen einem schon genug die restlichen Haare zu Berge.

  65. Stefan Plock sagt:

    @ Marc Schneider

    Übrigens, ihre Aussage, dass ein Vorgang wie Triage zuvor unvorstellbar gewesen ist, stimmt schlicht nicht. Das Wort hat vorher keiner gekannt, aber es gab immer wieder die Notwendigkeit aus einer Anzahl Patienten auszuwählen, weil die Kapazitäten nicht reichten. Auch das weiss ich direkt aus dem Klinikalltag. Triage ist (leider) ein alter Hut. Keine schöne Vorstellung, ganz und gar nicht, aber Realität. Vorher hat nur kaum jemand Alarm gebrüllt und noch weniger haben derlei Probleme ernst genommen. Auch das eine Folge des seit langem strukturell falsch gesteuerten Gesundheitswesens.

  66. hans sagt:

    zu @ Jürgen Malyssek
    Sie haben natürlich nicht Unrecht damit das man bei einer Pandemie die Kirche im Dorf lassen muss bei der Beurteilung. Ich weiß nicht ob sie Maybrit Illner am Donnerstag gesehen haben. Wenn ja haben sie ja gehört was Friedrich Merz zum Thema allgemeine Impfpflicht gesagt hat. Er sagte sinngemäß das er noch lange nicht sicher ist ob er da zustimmen wird und das mit der Begründung das er keine Lust hat in einem Jahr wieder hier zu sitzen und darüber zu reden warum es nicht gelungen ist eine Staatsvorgabe gut genug umzusetzen. Ich stimme ihm nicht oft zu aber da hat er schlicht recht. Er hat da auf Spanien und Portugal verwiesen und darüber geredet wie diese Länder es geschafft haben eine hohe Impfquote zu bekommen. In Spanien gibt es ein digitales Impfregister und der Staat weiß ganz genau wer geimpft ist und wer nicht. Dann werden die Ungeimpften angerufen und bekommen einen Termin nach Wunsch. Darüber wie Spanien digital Ein und Ausreisen kontrolliert habe ich schon geschrieben. Das ist alles nicht zu viel verlangt das Entscheidungen zumindest einigermaßen sachlich gut vorbereitet werden. Das passiert gerade bei der Impfpflicht wieder einmal nicht. Es gibt derzeit nicht genug Impfstoff und auch keinen Plan wie sie umgesetzt werden könnte. Sorry da bekannt ist wie das Ausland es besser macht kann man das was da gerade geschieht auch kritisieren. Den Anspruch das wir so etwas nicht absolut dilettantisch machen sollten wir schon haben.

  67. hans sagt:

    Ich will mich mal aus anderer Sicht an dem Thema allgemeine Impfpflicht probieren.
    Als erstes ist die Aussage allgemeine Impfpflicht viel zu unpräzise. Eine Impfpflicht die an Weihnachten 2022 umgesetzt ist ist gescheitert.
    Wenn man das machen will muss das Ziel sein die Impfpflicht in 4-8 Wochen umzusetzen damit sie ihre Wirkung entfalten kann und wahrscheinlich im Sommer die 4. Impfung für alle fällig ist. Das bedeutet das man nach dem Beschluss sofort mehrere 100000 derzeit impfunwillige täglich an die Spritze bekommen muss. Das kann wohl nur funktionieren wenn drastische Maßnahmen ergriffen werden. Als erstes muss die Impfstoffversorgung und die ganze Logistik sicher gestellt werden. Um die Menschen die nicht wollen zur Impfung zu zwingen wird man so etwas wie 2G am Arbeitsplatz brauchen, Beamten Sofortimpfungen und Schüler und Studenten in den entsprechenden Einrichtungen nur zu 2G Bedingungen weiter machen lassen. Dass das ganze schnell gehen muss muss es auch entsprechende Sanktionsmöglichkeiten für die Leute geben die das durchsetzen müssen. Ich denke so in etwa müsste eine funktionierende allgemeine Impfpflicht die in wenigen Wochen was erreichen soll aussehen. Derzeit glaube ich noch nicht daran. Zu hoffen das man sie nur aussprechen muss und dann eilen auf einmal Millionen die es die ganze Zeit nicht wollen an die Spritze halte ich für fast schon beneidenswert naiv.

  68. Marc Schneider sagt:

    @ Stefan Plock

    Ich kann Ihre Argumentation durchaus nachvollziehen. Wir sind sicher auch einig, daß es seit längerem erhebliche Defizite im Gesundheitsbereich gibt – meiner Meinung nach verursacht durch die unsägliche Idee, Medizin als profitorientiertes Unternehmen zu betreiben, das nur am Rande. Und natürlich wären wir ohne diese Defizite, die ich keinesfalls bestreite, jetzt besser gerüstet.

    Das war aber nicht das primäre Thema. Es ging um eine Leserzuschrift, in der jegliche Mitverantwortung der Ungeimpften an der momentanen Situation rundheraus geleugnet wurde. Sie sind lediglich auf einen Aspekt meiner Entgegnung eingegangen und stören sich dabei an dem einen Wort „allein“. Zugegeben, ich hätte vielleicht besser „überwiegend“ geschrieben, aber – um bei Ihrem Beispiel zu bleiben – die letzten 21% bringen das Faß nun mal zum Überlaufen, sonst wäre das nicht passiert. Und ich denke, bei den Corona-Fällen handelt sich es im Verhältnis um deutlich mehr als Ihre 21%. Auch Ihre anschließende Wortklauberei zur Triage ist nicht hilfreich. Ich habe meinen Beitrag absichtlich knapp und plakativ gehalten. Natürlich weiß ich, daß die Notwendigkeit zur Klassifizierung von Patienten schon vor Corona vorkommen konnte, aber eben nicht in diesem bedrohlichen Ausmaß.

    Um also die Situation in den Kliniken zu verbessern, sollte man sicher die Defizite beheben – das ist aber eine langwierige Mammutaufgabe mit vielen Hindernissen. Oder man verringert zunächst die Zahl der Patienten, die nur wegen Verzicht auf die Impfung dort sind, das wäre eigentlich viel leichter und schneller.

    Es ist erfreulich, daß Sie genau wie ich bereit sind, die eigene Position immer wieder zu kontrollieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Auch bei diesem Thema ist es sinnvoll, wenn Sorgen ernstgenommen und Dinge kritisch hinterfragt werden. Das muß aber auf Basis von Fakten und realistischen Risikobewertungen geschehen. Wenn ich anhand aller seriöser Informationen zu dem Schluß komme, daß das Gesamtrisiko einer Impfung erheblich geringer ist als das der möglichen Infektion, dann lasse ich mich logischerweise impfen. Eine Argumentation dieser Art habe ich bisher von niemandem gehört, der sich gegen die Impfung positioniert hat; stattdessen gibt es Falschinformationen oder ein schlichtes Beharren auf der persönlichen Überzeugung. Für solche Ignoranz fehlt mir langsam jegliches Verständnis.

    Zudem gibt es einen weiteren Aspekt: Die persönliche Freiheit ist ein hohes, aber kein absolutes Gut, das in besonderen Fällen hinter dem Wohl der Allgemeinheit zurückstehen muß. Freiheit auf Kosten anderer ist kein Grundrecht. Wer jetzt noch ohne medizinischen Grund bewußt mit der Impfung abwartet, läßt die Anderen die Kastanien aus dem Feuer holen und hofft, selber risikolos davonzukommen. Das ist extrem unsolidarisch und wird bei diesem Infektionsrisiko ohnehin nicht funktionieren. Nein, ich mache nicht pauschal die Ungeimpften als Sündenböcke für diese Pandemie verantwortlich, aber ich wehre mich gegen das Bestreben vieler, ihren erheblichen Anteil daran als bedeutunglos und sich selber als Opfer restriktiver Maßnahmen darzustellen. Nicht das Einfordern, sondern das Fehlen von Solidarität spaltet die Gesellschaft.

    Natürlich ändert sich die Lage fortlaufend; Impfungen werden neu bewertet, Versprechungen gemacht und nicht gehalten, Maßnahmen nach Akzeptanzwahrscheinlichkeit statt nach Wirksamkeit getroffen, die Kommunikation ist alles andere als optimal. Eine gewisse Skepsis ist da wahrlich verständlich. Trotzdem bietet die Impfung eines überwiegenden Teils der Bevölkerung nach derzeitigem Kenntnisstand die einzige Aussicht, diese Pandemiesituation halbwegs in den Griff zu bekommen. Oder hat jemals einer der Impfskeptiker eine praktikable Alternative angeboten? Immer nur „nein“ zu sagen hat bislang noch nie geholfen, eine Lösung ohne Nachteile gibt es nicht.

  69. @ all
    was wohl wäre, wenn die umgeimpften Demonstrantinnen und Demonstranten links wären ? Würden die auch so unbehelligt bleiben ?

  70. ,muss natürlich ungeimpft heißen !

  71. Peter Boettel sagt:

    @ Jürgen H. Winter:

    Eine sehr berechtigte Frage.

    Denn allein in den Nachrichten werden die Demos von AfD & Co. stärker in den Vordergrund gerückt und mit hohen Teilnehmerzahlen angegeben als bei den Gegendemos.

    Dies gilt gleichermaßen für AfD-Parteitage, von denen z.T. ausführlicher berichtet wird als beispielsweise von den Linken und sogar der SPD, obwohl die AfD die Presse oft ausschließt.

    Auch die Polizeiaktionen richten sich mehr gegen die zumeist linken Gegendemos als gegen die rechten Demos. Am deutlichsten zeigt sich dies in Sachsen, wo bekanntlich auch die meisten Ungeimpften ansässig sind.

  72. Jürgen Malyssek sagt:

    Jürgen H. winter & Peter Boettel

    Ich finde es schwierig, bei den Impfprotestlern jetzt die Links-Rechts-Frage durch zu deklinieren.
    Entscheidend bei der Impffrage ist doch, wie man dieser Gegenwehr irgendwie Herr wird. Und linke Gegendemos sind vielleicht auch nicht frei von Regelverstößen. Aber das ist nicht das Entscheidende. Wir haben inzwischen ein fundamentales Gesellschaftsproblem, das man Demokratiefeindlichkeit nennen kann. Der „Volksbauch gärt“ wie es der Soziologe Walter Hollstein ausdrückt. Das lässt nichts Gutes ahnen.
    Das, was am Wochenende sich wieder am Beispiel Hamburg v.a. die große Anzahl) abgespielt hat, das kann nur düster stimmen.
    Sicher erscheinen die Demos von AfD & Co. deutlicher in den Nachrichten. Ich meine, nicht zu unrecht. Es stimmt meines Erachtens auch nicht ganz, dass über die Linken und die SPD weniger in der Presse berichtet wird (etwa Parteitage) als über die AfD. Ich nehme das nicht so wahr. Die taz, der Freitag, die Süddeutsche etwa informieren. Ebenso die seriösen Politmagazine in den Öffentlich-Rechtlichen.
    Schließlich: Die Polizeikräfte, auch die beneide ich nicht in diesen Zeiten. Auch wenn sie für Sicherheit und Ordnung zuständig sind. Diese Dauereinsätze, die können mürbe machen, wenn nicht gute Ausbildung, Führung und Charakterstärke dazukommen.

  73. Hallo Herr Malyssek,
    Dass hier der Volksbauch gärt ist wohl leicht übertrieben. Es sind Promille der Bevölkerung, die da draussen rumlaufen, dazu noch verschiedenster Couleur, aber wohl überwiegend rechts. Sie haben alles andere als Recht in ihrem Tun,egal wie man es betrachtet. Dazu kommt, sie schaden sich vor allem selbst, vielleicht sollte das mal deutlicher herausgestellt werden. Im Regelfall sind solche Schreihälse doch feige und daher doch angreifbar. Na, wie auch immer, mal sehen wie sie mit omicron umgehen werden, Wenn die Krankenhäuser voll sind von ungimpften, die sich auf den Demos angesteckt haben. Es bleibt abzuwarten, aber die eigentliche Prüfung steht uns ja noch bevor, wenn man der Vorausschau der Experten folgt und die Entwicklung in UK verfolgt. Also, achten sie auf ihre Gesundheit !! Es heißt, es käme keine Welle sondern eine Wand auf uns zu, da müssen die Alten auf sich selbst aufpassen.

  74. G. Schmidt sagt:

    Wo bleibt der Aufschrei und der Hinweis auf den Treppenwitz der Geschichte? Da wird über eine Impfpflicht diskutiert und vor Ort ist für diejenigen, die geimpft oder geboostert werden wollen, kein Impfstoff da. Oder es gibt keine ausreichenden Kapazitäten fürs Impfen.
    In Frankfurt müssen Impfaktionen abgesagt werden, weil nicht ausreichend Impfstoff geliefert werden kann. Geht es noch? Da schallt es uns von allen Politikern und Wissenschaftlern entgegen: Lasst euch impfen, lasst euch boostern! Anstatt dafür zu sorgen, dass all diejenigen, die jetzt bereit sind, sich impfen zu lassen, umgehend und ohne endloses Anstehen auch schnell geimpft oder geboostert werden, wird über eine Impfpflicht diskutiert. Jetzt sollen auch noch die Kinder vor Weihnachten geimpft werden, dann ist das Chaos endgültig perfekt. So wird die Vierte Welle nicht gestoppt. Brauchen wir erst einen Bundeswehr-General, damit die Impfstoffbeschaffung und -verteilung klappt?
    Von wem lässt sich die Stadt Frankfurt in Sachen Logistik beim Organisieren der Impfungangebote beraten? Offensichtlich von niemanden, der dieser Aufgabe gerecht wird. An der Haupt-Impfstation an der Messe müssen Menschen – Alt und Jung – stundenlang bei Wind und Wetter draußen anstehen, um geimpft oder geboostert zu werden, alle anderen Aktionen sind abgesagt. Wer bis dahin noch gesund ist, holt sich mindestens eine Erkältung oder Grippe. Gleichzeitig stehen die Messehallen leer. Kann man nicht mehr Impfstrassen einrichten und die Menschen im Trockenen warten lassen. Kann man nicht Erstimpfungen und Auffrischungsimpfungen organisatorisch trennen und in einer Halle Auffrischungsimpfungen für alle anbieten, die bereit sind, sich mit Moderna boostern zu lassen. Ich bin über 70 Jahre alt und kann nicht stundenlang im Freien für eine Auffrischungsimpfung anstehen. Ich nehme gerne Moderna und brauche auch keine lange Beratung!! Sollen wir „Alten“ auf der Strecke bleiben? Warum werden die Aktionen in den Stadtteilen mit kurzen Wegen nicht fortgesetzt und ausgebaut? Damit wenigstens – wenn der Impfstoff wieder geliefert wird, vor Ort den Menschen ein niederschwefliges Angebot gemacht wird. Der Hinweis, wir Alten könnten doch beim Hausarzt vorstellig werden, dann müßten wir uns nicht anstellen, läuft ins Leere. Ein Anruf dort endet in der Regel schon bei den Arzthelfer*innen. Rufen Sie Anfang Januar wieder an, wir haben keinen Impfstoff, Termine gibt es erst im Januar oder Februar (wenn denn dann Impfstoff da ist) oder es werden erst gar keine Termine vergeben. Das ist die Realität in Frankfurt.
    Übrigens ärgert mich auch, dass im Rundschau-Artikel gestern die Probleme der langen Wartezeiten heruntergespielt werden. Wenn man zu zweit sei, könne ja eine/r einen Kaffee holen und eine ältere Dame konnte sich nett mit jüngeren Wartenden unterhalten. Wo bleibt der Aufschrei und die Kritik an den Verantwortlichen über eine solche unzumutbare Organisation hier in Frankfurt.
    Wenn ich den hessischen Gesundheitsminister zur Corona-Situation im Fernsehen dazu sehe und höre, habe ich auch nicht den Eindruck, dass er mit Power dabei ist, für Hessen etwas zu ändern. Und vom Landesvater Bouffier hört man auch nichts Hilfreiches. Wahrscheinlich erst wieder mit Kritik, wenn nicht mehr sein Parteifreund Spahn sondern die Ampelkoalition zuständig ist!
    Sollen wir jetzt Demonstrationen der Impf- und Booster-Willigen organisieren, damit wir ernst genommen werden?

  75. hans sagt:

    zu @ G. Schmidt
    Ich habe die Info bekommen das zumindest am letzten Wochenende in Dreieich im Impfzentrum noch Termine frei waren. Da kann man sich unter folgender Internetadresse anmelden.
    https://www.terminland.eu/dreieich-impft/

    Ich hoffe das hilft ihnen

  76. hans sagt:

    Ich habe mal nachgesehen. Da sind auch heute Termine frei

  77. Jürgen Malyssek sagt:

    Moin Herr Winter,
    mag übertrieben klingen. Ob Promille oder Prozente im unteren Bereichen.
    Wir dürfen bei Corona nicht nur an Corona denken. Die Ursachen für die Widerstände und dieses „Gären im Volksbauch“ liegen bekannterweise tiefer.
    Die zunehmende Komplexität und Unübersichtlichkeit der Gesellschaft, die schon lange stattfindenden Zerstörungen von vertrauten Lebenswelten, soziale Spaltungen überfordern schon lange und was liegt näher, als sich eine eigene reduzierte Realität zusammenzubasteln.
    Promille und Prozente interessieren mich bei solchen Entwicklungen nicht so sehr, sondern die Erscheinungen.

  78. Moin Herr Malyssek,
    wenn man heute die Fernsehverlautbarungen von Herrn Scholz und den Landesfürsten verfolgt hat, zumindest teilweise, kann man nur noch auf abwarten schalten, mehr kam nicht rüber. Auch kein Plan, wenn sich Omikron so entwickelt wie erwartet. Man kann dann zwar weiter impfen, aber bei der Verbreitung kann man sich nur noch um die schwer Erkrankten kümmern, alle anderen werden dann ignoriert. Das gibt dann eine allgemeine Durchseuchung denn was will man mit 7stelligen Infektzahlen anfangen, das ist nicht mehr beherrschbar.
    Wie zu erwarten war werden auch die Landesfürsten immer unruhiger und übertreffen sich in wohlfeilen Vorschlägen.
    Mal gespannt wie es weiter geht. Die Alten müssen sich impfen lassen, soweit noch nicht geschehen, und auf sich aufpassen, das Risiko wächst. Es weiß ja auch niemand, wie weit Omikron schon verbreitet ist, wenn es leichte Verläufe sind merkt man es eventuell gar nicht und 3 mal geimpft lässt man sich ja auch nicht pausenlos testen. Mir scheint die Dunkelziffer da sehr hoch. Alles Spekulation. Achten sie auf ihre Gesundheit !

  79. Werner Engelmann sagt:

    @ all

    Ich möchte allen die Dokumentation auf arte sehr empfehlen:
    „Impfgegner – Wer profitiert von der Angst?“
    Zu finden unter der Kategorie „Dokus und Reportagen“.

    Die Brutalität, mit der die Impfverweigerungs-Kampagne als Geschäftsmodell systematisch aufgebaut wurde, hat mich schlicht vom Hocker gehauen.

  80. Jürgen Malyssek sagt:

    Ja, Herr Winter, es ist im Moment schwer auszumachen, wie’s weitergeht. Politik und Experten versuchen es wohl, so gut es geht zu managen und zu bewerten. Dennoch bleibt es bei den bekannten Grundregeln im Privaten wie im Öffentlichen. Da ist jeder gefragt.
    Ich nehme wahr, dass die Landesherren und auch die kommunal Verantwortlichen – je nach Brennpunkt-Region – sich auch am Limit fühlen, was die Dauerbelastung durch die Krise betrifft.
    Auf uns Bürger lastet sie nicht in diesem Maße. Wir müssen „nur“ auf uns aufpassen.
    Wir werden nicht vom Pöbel beschimpft, bedroht und attackiert. Wir haben alle eine schwere Zeit, aber es ist machbar.
    Bei Omikron bleibt nichts anderes übrig, als auf die Fakten und Prognosen der Wissenschaft zu achten.
    Bleiben Sie gesund und tapfer!