Im mechanistischen Zeitalter

Alle Jahre wieder soll es der Homöopathie an den Kragen gehen. Das Urteil lautet auf Scharlatanerie und Voodoo-Medizin, die Heilerfolge der Homöopathie werden mit dem Placebo-Effekt erklärt, Krankenkassen sollen die Alternativmedizin aus ihrem Angebot nehmen. Tatsächlich ist ja auch schwer vorstellbar, dass Zuckerpillchen, in denen nur geringste oder gar keine Wirkstoffspuren nachweisbar sind, heilende Wirkung entfalten sollen. Auch in der FR-Redaktion ist die Skepsis groß: „Ich glaube nicht dran“, antwortet der Kollege. Auch ein guter Freund sagte mir gern: „Man muss halt dran glauben.“ Ich antworte dann immer: „Wie wäre es mal mit einem Selbstversuch?“ Kopfschütteln. Man mag es nicht testen. Könnte ja sein, dass die zauberhaften Globuli wirken. Dann stünde man vor dem Problem, diese Wirkung erklären zu müssen; schließlich lebt man im mechanistischen Zeitalter.

Ich möchte die Geschichte erzählen, die mich von der Homöopathie überzeugte. Es ist meine eigene Geschichte. Vorab: Ich habe Biologe studiert, bin also Naturwissenschaftler, was in Sachen „Glauben an die Homöopathie“ eher hinderlich ist. Ich litt seit meiner Jugend unter regelmäßig wiederkehrenden schweren Schüben von Migräne. Stechender, bohrender Kopfschmerz, Übelkeit, Blitze vor den Augen. Selbst im abgedunkelten Zimmer nicht zu ertragen. Migräne-Medikamente schlugen nur teilweise an und hatten dann unangenehme Nebenwirkungen, aber immerhin, sie linderten. Allerdings behoben sie das Problem nicht, sie schalteten nur die Schmerz-Wahrnehmung ab (oder versuchten das).

Eine gute Freundin riet mir, einen Homöopathen aufzusuchen, der ihr seinerzeit empfohlen worden war und der ihr bei einem Kreislaufproblem geholfen hatte. Ich lehnte zunächst ab: Daran glaube ich nicht. „Das musst du auch nicht“, erwiderte sie. „Du siehst aber, dass die schulmedizinischen Medikamente dir nicht helfen, geschweige denn dass sie das Problem beseitigen.“ Das bestritt ich nicht. „Versuch es einfach. Es ist nicht teurer als die Migränemittel, und falls Siggi (der Homöopath) das Problem in den Griff kriegt, wirst du die paar Mark nicht bereuen.“

Also ging ich zu Siggi. Er machte eine Anamnese, die zwei Stunden dauerte – mehr Zeit, als bis dahin jeder Arzt mit mir verbracht hatte – und die 200 Mark kostete. Sie machte mich allerdings auch skeptisch, denn Siggi fragte zwar meine Familiengeschichte ab, befrug mich nach meinen Essgewohnheiten („Lieber salzig, lieber süß?“), aber er horchte mein Herz nicht ab, maß nicht meinen Blutdruck und diese Dinge, die Ärzte eigentlich bei einer Erstanamnese machen sollten. Zudem leitete er schwache elektrische Ströme durch meinen Körper und vermaß mit kleinen Ampullen, die mit durchsichtigen Flüssigkeiten gefüllt waren und die er in den Stromkreis steckte, mein Allergiepotenzial. Immerhin stellte er auf diese Weise fest, dass ich allergisch auf Katzenhaare und empfindlich gegen Gluten bin. Was man mir wohl nicht ansehen kann. Es war ziemlich mysteriös.

Dann ging es an das Auffinden eines Medikaments. Siggi erklärte mir, dass es in der Homöopathie nicht ein Medikament für eine Erkrankung gebe, sondern dass ein- und dasselbe Medikament bei verschiedenen Krankheiten bei verschiedenen Personen wirken könne, so dass es immer darum gehe, den Zusammenhang zu erkennen, in dem es wirken könne. Ich verstand das nicht so richtig, es klang sehr esoterisch, aber ich blieb sitzen und ließ es über mich ergehen. Siggi gab mir schließlich zu verstehen, dass er bei mir an seine Grenzen stoße. Er brauchte dringend Auskunft über meine Träume, aber ich kann mich an meine Träume in der Regel – so auch hier – nicht erinnern. Siggi gewann also keine endgültige Sicherheit. Er entschied sich aber schließlich für ein Medikament, dass er für das wahrscheinlichste hielt. Er holte ein Fläschchen, schüttete mir zwei Kügelchen in die Hand und ließ sie mich einnehmen. Ich habe vergessen, was das für ein Mittel war, die Geschichte ist schon ein paar Jährchen her. Ich weiß noch, dass es sich um ein Mittel der Potenz C 120 handelte, und Siggi sagte warnend: Das sei bereits eine recht hohe Potenz; wenn das Mittel wirke, werde es schnell zu einer gehörigen Erstverschlimmerung kommen; dann solle ich mich sofort melden.

Und dann geschah ein Vierteljahr lang – nichts. Das Mittel wirkte nicht. Es gab auch keinerlei Nebenwirkungen. Einfach nichts. Ich hatte Zuckerpillen eingenommen. Ich fühlte mich in meiner Skepsis bestätigt, ich hatte eh nicht dran geglaubt. Siggi war enttäuscht, aber: „Versuchen wir es in einem Vierteljahr noch mal. So lange brauchen 120er Potenzen zum Abklingen.“ So geschah es. Beim zweiten Anlauf brauchte Siggi immerhin noch eine halbe Stunde, um ein anderes Medikament zu finden, das passen könnte. Wieder konnte ich mich nicht an Träume erinnern. Wieder gab es eine hohe Potenz, da die Krankheit tief sitze, wie Siggi sagte. „Und wir wollen ihr doch an die Wurzel gehen, oder?“

Wäre schön gewesen, aber wieder geschah nichts. Auch das zweite Mittel wirkte nicht. 40 Mark hatte die halbe Stunde bei Siggi gekostet. Ein halbes Jahr nach dem ersten Versuch gab ich Siggi die dritte und, wie ich mir vorgenommen hatte, letzte Chance. Diesmal konnte ich ihm einen Traum erzählen. Ich erhielt Mercurius solubilis C 120, zwei Kügelchen, die ich brav einnahm. Dann fuhr ich zur Arbeit. Eine Stunde später explodierte mein Kopf. Der schlimmste Migräne-Anfall, an den ich mich erinnern kann. Qualvoll rief ich Siggi an, der sofort in Jubel ausbrach: Erstverschlimmerung! Er hatte das richtige Medikament gefunden.

Mit dem Taxi – anders ging nicht, ich war fix und fertig – fuhr ich sofort zu ihm und holte mir ein paar Globuli ab, die ich in einem Glas Wasser auflösen sollte, das ich dann über eine Stunde hinweg langsam trinken sollte. Ich ließ mich nach Hause fahren, legte mich mit dröhnendem Kopf ins verdunkelte Schlafzimmer und tat, was er gesagt hatte. Irgendwann schlief ich ein. Am nächsten Morgen wachte ich schmerzfrei auf. Seit diesem Tag habe ich nie wieder Migräne gehabt. Das ist gut 14 Jahre her.

Wer kann verstehen, dass ich seitdem an die Homöopathie glaube? Jedoch nicht, weil ich daran glauben will, sondern weil ich überzeugt wurde. Nach diesem einschneidenden Erlebnis hat Siggi mir noch in weiteren Fällen geholfen. Die Globuli haben nicht immer gewirkt, aber die Wirkerfolge waren überzeugender als die der Schulmedizin. Einmal hatte ich eine Achillessehnenreizung. Immerhin bin ich krankenversichert, also gehe ich zum Hausarzt; Siggi muss ich ja aus der eigenen Tasche bezahlen. Der Hausarzt gibt mir Voltaren. Nach zehn Tagen ist die Achillessehnenreizung kein Stück besser geworden, aber ich kriege Herzstechen. Der Beipackzettel von Voltaren weist das als eine mögliche Nebenwirkung aus. Ich setze das Zeug ab und gehe zu Siggi. Siggi gibt mir Arnika in niedriger Potenz, ich löse die Globuli in Wasser auf und trinke es über eine Stunde hinweg. Zwei Tage später ist die Achillessehnenreizung weg.

Placebo-Effekt? Ich weiß es nicht. Mein Verdacht ist eher, dass die Schulmedizin und ihre Anhänger nach dem Motto argumentieren: Was ich nicht verstehe, darf nicht existieren. Tatsächlich versteht niemand den Mechanismus, mit dem die Homöopathie wirkt. Man muss schon mit tatsächlich esoterisch angehauchten Begriffen hantieren, um das „Wie“ zu verstehen. Damit habe ich mich nicht beschäftigt. Für mich steht außer Frage, dass Homöopathie wirkt und dass sie mit relativ einfachen Mitteln und wenig Geld vielen Menschen hilft. Aber selbst wenn die Sache mit dem Placebo-Effekt tatsächlich ausschlaggebend für den Wirkerfolg wäre, man also daran glauben muss – was ich ursprünglich nicht tat -, ist das eine Sache, wegen der man nicht so ein Sommertheater losschlagen muss wie der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach. Für homöopathische (nicht: naturheilkundliche) Therapien wenden die Krankenkasse pro Jahr etwa neun Millionen Euro auf. Peanuts! Meiner Meinung nach sollte die Homöopathie komplett in die Leistungen aller Krankenkassen aufgenommen werden. Man würde staunen, wie viel Geld im Gesundheitssystem plötzlich übrig wäre. Schulmedizin macht natürlich trotzdem Sinn – da, wo es um mechanistische Heilerfolge geht. Zum Beispiel bei chirurgischen Eingriffen.

Übrigens: Homöopathische Medizin wirkt auch bei Tieren. Können Tiere glauben?

++++++++++++

Potenzierung bedeutet in der Homöopathie Reinigung und dabei Verdünnung. In der C-Potenzierung (Centesimalpotenzierung) wird ein Anteil der Wirksubstanz auf 99 Anteile Milchzucker verrieben und dies dreimal wiederholt. Je nach gewünschtem Potenzierungsgrad wird dann ein Teil der Mischung mit 99 Teilen Flüssigkeit entsprechend oft verschüttelt. C 1 bedeutet: einmal verdünnt und verschüttelt. C 120 bedeutet: 120mal verdünnt (jeweils 1 Teil Substanz auf 99 Teile Flüssigkeit) und verschüttelt. Jede/-r mag sich selbst ausrechnen, was für ein Verhältnis von Wirkstoff zu Trägermedium (Globulus) das ergibt.

27 Kommentare

  1. FRettchen sagt:

    Lustig, obwohl ich selber keine Globuli nehme, war die Sache mit der Potenzierung für mich immer total gut verständlich. Ich erkläre mir das mit „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“: Wenn man den Körper mit einem Mittel „zuschüttet“, dann reagiert er nicht oder wenig. Dafür reagiert er aber umso mehr, wenn das Mittel „ganz weit weg“ und kaum zu sehen/fühlen/hören ist. Eben weil das Mittel so klein/weit weg ist, muß der Körper diese enorme Anstrengung unternehmen, um zu reagieren. Und deswegen wirkt’s.
    So wie einen ein Geräusch, das man fast nicht, aber eben doch gerade so hören kann, viel mehr aufmerksam macht als ein lauteres.
    Glaubt zumindest
    FRettchen

  2. Katja Wolf sagt:

    Ähnlich wie Lutz Büge ist es auch mir ergangen. Mit Lachesis wurde ich vom immer wieder auftretenden Bronchialkatarrh befreit und Lycopodium sorgte dafür, dass ich keine schuppigen Augenlider mehr bekomme.
    Allerdings: die Homöopathie steht und fällt mit dem behandelnden Arzt.

    Der Hinweis auf die guten Erfolge der Homöopathie im Bereich der Veterinärmedizin kann gar nicht genug betont werden; sie sind kein Beweis gegen den Placebo-Effekt in der Homöopathie (auch Tiere merken bestimmt, wenn man es gut mit ihnen meint)aber ein starkes Indiz.

    Der Kommentar von FRettchen beeindruckt mich auch. Die Erklärung könnte nah an der Wahrheit liegen.

  3. I. Werner sagt:

    Da ich keine Beschwerden habe, kann ich kaum mitreden. Aber gut ist, was hilft. Die Schulmedizin hat sicher ihre Grenzen. Und manchmal hilft ja wirklich eine „heilende Hand“ wenn sie angenommen wird. Das sind keine Zauberkünste, sondern nur menschliche Zuwendungen, die Wunder bewirken können. Und manchmal hilft sogar Schokolade, wie ich aus meiner Arbeit mit einem autoaggressiven Jugendlichen weiß. Und genau, @ Katja Wolf, Mensch und Tier sind sich ähnlich, wenn sie merken, dass man es wirklich gut mit ihnen meint, geht es ihnen gleich besser. Und manchmal hilft auch das homöopathische Mittel. Und wenn es heilt und hilft? Ist doch gut so. Oder?

  4. KyRa Golden sagt:

    Gesunde werden zu chronisch Kranken gemacht, weils den Ärzten und der Pharmalobby so gefällt – zu Lasten der Krankenkassen und der Patienten!

    Seit dem sog. Gesundheitsfond raffen Krankenkassen so viele „chronisch Kranke“ zusammen, wie sie nur kriegen können – zu Lasten der Versicherten!

    Die Pharmalobby darf sich mit unnützen bis hin zu tödlichen Medikamenten austoben – zu Lasten der Versicherten und der Krankenkassen …

    Und was macht Rösler dagegen? NIX! Spricht sich sogar öffentlich gegen’s Rauchverbot aus, obwohl das ziemlich schnell Milliarden Euronen sparen würde (googeln mit „kalifornien rauchverbote sparen milliarden“, da geht’s auch um Deutschland).

    Statt vernünftiger Kürzungen müssen die Versicherten mehr berappen, Rösler setzt seine „kleine“ Kopfpauschale – die zu einem Wasserkopf zu werden droht – durch zu Lasten der Geringverdiener und Arbeitslosen …

    Und Lauterbach!?! – der will der Homöopathie an den Kragen, weil er nix davon versteht! Lieber will er, dass chemische Keulen mit Nebenwirkungen verschrieben werden!

    In der VERANTWORTUNG DER ÄRZTE ist es zu entscheiden, WANN Homöopathie das Mittel der Wahl ist! Dass ein verantwortungsvoller Arzt keine Homöopathie bei akutem Blinddarm, Herzinfarkt oder Knochenbruch verschreibt, ist doch selbstredend!

    Mir half Homöopathie z.B. bei Mittelentzündung mit Durchbruch des Trommelfells. Wegen meiner Multi-Medikamenten-Allergie verschrieb mir meine Ärztin ein homöopathisches Mittel für Kleinkinder bei Mittelohrentzündung. – Eine Woche später beim Kontrollbesuch sagte sie: „Wunderbar! Mit Antibiotika wäre es nicht besser geworden!“

  5. Markus Dehnerle sagt:

    Das hat mit Homeopathie wohl nichts zu tun, aber in meiner Kindheit gab es in unserem Dorf eine Frau, die Warzen besprechen konnte. Sie war sehr geachtet, also keine Außenseiterin und dass sie Warzen besprechen konnte, war einfach nur merkwürdig. Alle fanden das merkwürdig und es verpasste ihr eine Art von Ansehen, die ich von heute her als Respekt und Faszination verstehe und dem Versuch nicht zu viel damit zu tun zu haben. Mein Vater schickte mich einmal zu ihr. Da war ich vielleicht zehn. Mein Vater ist Ingenieur und hatte mit sowas nichts am Hut, aber ich kriegte eine Flasche Wein, die ich als Honorar geben sollte, und dafür besprach die Frau meine Warze. Ich habe das damals sehr lustig gefunden, weil sie so ernst dabei war. Inzwischen ist sie leider tot. Die Warze verschwand in zwei Wochen. Sie wurde immer kleiner und kleiner und juckte auch nicht mehr und dann war sie eben weg. Darüber habe ich mir damals keine Gedanken weiter gemacht, aber ist das nicht irgendwie Hexenwerk das keiner erklären kann? Die Geschichte fiel mir ein als ich die Geschichte über die Migräne hier las. Ich habe nie wieder Warzen bekommen. Dabei sollen die doch so ansteckend sein

  6. ths sagt:

    ein sehr schöner Link ist mir gerade auch heute untergekommen:

    http://evildaystar.de/2010/07/vor-gebrauch-schutteln-nach-schutteln-nicht-mehr-zu-gebrauchen/

    wer will denn ernsthaft behaupten, dass eine Verdünnung von 100 hoch 120 noch irgend etwas vom Wirkstoff übrig lässt?
    Und dann auch noch behaupten, dass „C120“ eine „starke“ Potenzierung ist? Es ist eine Verdünnung. Irgendwann behauptet auch nochmal jemand, dass „D8“ zu stark ist und deshalb „D4“ verwendet werden muss. Wenn man nicht mal die Bedeutung der Nomenklatur kennt und dementsprechend verwenden kann, sollte man nicht auf die Menschheit losgelassen werden.

    Wahrscheinlich ist das nur deshalb erlaubt, weil in der extremen Verdünnung auch nix Giftiges übrig bleiben kann ;)))

  7. Sigmar sagt:

    Schöner Link, der aber leider wie alle diese skeptischen Veröffentlichungen die Antwort auf die Frage vermissen lässt, wieso Homöopathie trotzdem wirkt. Auch ich habe gute Erfahrungen mit der sanften Medizin gemacht, obwohl ich es nicht verstehe. Die Geschichte ist ähnlich wie die von Lutz Büge. Ein Bekannter empfahl mir, es einmal zu versuchen. Da ich nichts zu verlieren hatte, habe ich es getan. Eine Heilpraktikerin hat mir ganz wesentlich geholfen, meine Neurodermitis in den Griff zu bekommen. Über Jahre hinweg habe ich cortisonhaltige Salben verwenden müssen, die teuer waren und lediglich lindern konnten. Auch die neuen Salben, die kein Cortison enthalten, aber das Immunsystem lokal unterdrücken, haben das Problem nicht beseitigt. Neurodermitis ist ja eine Autoimmun-Krankheit. Das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper, ähnlich wie bei einer Allergie. Antihistaminika helfen daher, Neurodermitis zu unterdrücken.

    Ich bekam eine ziemlich krasse Erstverschlimmerung schon beim ersten Anlauf. Meine Nagelbetten entzündeten sich massiv. Die Heilpraktikerin hat aber nicht gejubelt, sondern war ziemlich besorgt, weil ihr die Reaktion zu krass erschien. Jedenfalls hatte das Medikament, das dazu geführt hat, ebenfalls eine hohe Potenz, so wie bei Lutz Büge. Kein Wirkstoff nachweisbar, heißt das wohl. Der Zusammenhang zwischen der Einnahme und der Nagelbettentzündung scheint mir aber offensichtlich.

    Das Grundproblem mit dem Placebo-Effekt ist ja wohl, dass nach der Einnahme des Placebos eine Besserung eintreten sollte. Wie kann der Placebo-Effekt die schlimme Erstverschlimmerung erklären, die ich erlebt habe?

  8. Müller Karl sagt:

    Wieder mal das alte Problem. Es kann nciht oft genug gesagt werden: Korrelationen sagen nichts über Kausalitäten aus.
    Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist die Applikation von wirkstofffreien Lösungen natürlich Humbug.

    Weder polare noch unpolare Lösungsmittel können über Mischreihen mit „Informationen“ versehen werden.

    Einen Kausalzusammenhang von irgendeiner Applikation kann man gerne vermuten, nur muß dann auch eine zweckdienliche Nachweismethode für die behauptete Wirkung vorhanden sein; das ist hier generell nicht der Fall.
    Daher ist eine befriedigende Antwort nach dem Stand von Forschung und Technik nur sehr begrenzt möglich.

    Diese Kritik richtet sich aber auch an die Wirksamkeit „konventioneller“ Pharmaka. Hier wird leider auch nicht immer streng wissenschaftlich geprüft i.d.S dass gerne eine ergebnisorientierte Datenerfassung bevorzugt wird…….

    MfG Karl Müller

  9. […] http://www.frblog.de/homoeopathie/ aber er horchte mein Herz nicht ab, maß nicht meinen Blutdruck und diese Dinge, die Ärzte eigentlich bei einer Erstanamnese machen sollten. Zudem leitete er schwache elektrische Ströme durch meinen Körper und vermaß mit kleinen Ampullen, … Ich habe vergessen, was das für ein Mittel war, die Geschichte ist schon ein paar Jährchen her. Ich weiß noch, dass es sich um ein Mittel der Potenz C 120 handelte, und Siggi sagte warnend: Das sei bereits eine recht hohe Potenz; … […]

  10. BvG sagt:

    @karl
    Zumal man ja auch nicht weiss, ob die Leute wegen oder trotz der Medikamente gesund werden.
    __

    Eine Sache, die mich verwundert ist, dass fast alle Menschen, die in Deutschland zur Schule gegangen sind, mit unterschiedlichsten Konzentrationen von Graphites in Kontakt gekommen sind.
    Bedeutet das nun, dass die Krankheiten, die durch Graphites hervorgerufen werden, nicht mehr vorkommen oder kommen sie deswegen besonders häufig vor und werden durch weitere Gaben von Graphites behandelt?

    Bis zu welcher Konzentration ist Graphites eigentlich heilend, ab welcher krankmachend?

  11. Katja Wolf sagt:

    @ ths:
    Sie fühlen sich wohl besonders schlau …
    Auch eine Verdünnung kann potenziert werden – Beispiel:
    (1/x) hoch y (x und y jeweils > 0).

  12. Katja Wolf sagt:

    @ Karl Müller #8:
    Ihre ersten zwei Sätze in einem Absatz lassen zunächst vermuten,
    sie hätten etwas miteinander zu tun. Das ist nicht der Fall.

    Dass Korrelationen nicht zwingend etwas über Kausalitäten aussagen ist hingegen richtig. Insbesondere sagen Korrelationen im Allgemeinen nichts darüber aus, was die Ursache und was die Wirkung ist.

  13. Sigmar sagt:

    Mir ist heute abend noch ein Gedanke gekommen. Es geht in dieser Diskussion ja einerseits um die Homöopathie an sich, andererseits aber auch um die paar Millionen, die die Krankenkassen in homöopathische Leistungen stecken. Die haben Herrn Lauterbachs Empörung ja erst ausgelöst.

    Ich frage mich jetzt, warum Krankenkassen, die scharf rechnen müssen, sowas überhaupt bezahlen, wenn es doch angeblich nicht wirkt. Marketing? Oder haben sie gute Erfahrungen damit gemacht, die ihnen helfen, so manche teute schulmedizinische Behandlung nicht bezahlen zu müssen? So ein paar Globuli kosten ja nur wenige Euro.

    @ ths # 6

    Es war übrigens nirgends die Rede von „starker“ Potenzierung. Sondern von hoher Potenzierung.

  14. BvG sagt:

    @sigmar

    Die Krankenkassen haben nackte Angst, dass sich das Prinzip der Wirkung durch extreme Verdünnung auch auf dem finanziellen Sektor durchsetzen könnte.

    Jedenfalls hat mir das Angebot, meinen KK-Beitrag dreimal 1/99 zu verdünnen keine Freunde gemacht.

    🙂

  15. Abraham sagt:

    Lauterbachs Debatte um Homöopatie auf Krankenkassenkosten lenkt von dem Hauptproblem ab, dass in Deutschland eine „Kultur“ herrscht, für jedes Wewehchen ein Medikament zu brauchen. Das ist auch bei Menschen, die an Homöopatie glauben, nicht anders. Ich kenne Familien, in denen Kinder irgend ein Globuli eingeworfen bekommen haben, so bald sie sich das Knie gestoßen oder Schnupfen bekommen haben. Als ob Trösten („Heile, heile, Segen …“) oder Honigmich oder andere Hausmittelchen nicht genauso gut helfen (oder nicht helfen – ein Schnupfen dauert drei Tage mit oder ohne Behandlung) würden.

    In Deutschland sind nicht nur die Medikamentenpreise die höchsten in Europa, sondern auch der Medikamentenverbrauch übersteigt den der anderen.

  16. Abraham sagt:

    @ Karl Müller

    Es stimmt schon, in der Medizin weiß man über Ursache und Folgen wenig. Die „Wirksamkeit“ von Therapien wird meist nur statistisch in „Doppelblindstudien“ ermittelt.

    @ Bronski

    Ich will nicht gegen die Homöopatie polemisieren, möglicherweise steckt dahinter ein Wirkungsmechanismus, den wir heute noch nicht verstehen. Ihr Bericht weckt aber bei mir einige Zweifel.

    Die Erfolgsgeschichten der Homöopatie, die von Menschen geschildert werden, die wie Sie an das „drum herum“ nicht „glauben“, haben oft das gleiche Grundmuster: Es handelt sich um Leiden, die das Leben der Betroffenen erheblich belasten, die sehr schwer zu behandeln sind und bei denen eine psychosomatische Komponente vermutet werden kann.

    Die Behandlung bei einem Homöopaten wird oft fast aus „Verzweiflung“ ausprobiert. Die rationell begründete Skepsis sagt nichts über die (vielleich unbewusste) Hoffnung. Warum sonst würden die Betroffenen (wie Sie) auch nach einer ersten erfolglosen Behandlung es immer wieder versuchen? Hinzu kommt, dass die Homöopaten mit ihrem gesamten Vorgehen alles dafür tun, ein besonderes Vertrauensverhältnis aufzubauen: Die sorgfältige und überraschend „unmedizinische“ Aufnahme der Anamnese, die Aura des „Geheimnisvollen“, die (vorab gegebene) Erklärung möglicher Mißerfolge, die positive Belegung der Verschlechterung des Leidens sind sehr wirksame psychologische Elemente einer möglichen Placebo-Wirkung.

    Ich will nicht behaupten, dass das oben beschriebene eine bewußte Strategie ist, aber auf dieser Weise werden der Homöopatie die (überraschenden) Erfolge gutgeschrieben. Hingegen sind Mißerfolge nicht ein Fehler „des Systems“, weil sich der Patient noch nicht genügend „geöffnet“ hat (oder sich nicht an seine Träume erinnert), so dass das richtige Mittel noch nicht gefunden werden konnte. Bei der Schulmedizin zählen hingegen nicht die (wahrscheinlich nicht weniger zahlreichen) Behandlungserfolge, sondern die Mißerfolge.

    Die Homöopatie profitiert außerdem vom Unvermögen mancher Schulmediziner. Die Behandlung ihrer Achillessehnenreizung durch den Hausarzt ist ein Beispiel dafür. Mein auf Schmerztherapie spezialisierter Sportarzt und Internist (der auch alle möglichen „naturkundlichen“ Heilmethoden nutzt) hat mir erklärt, dass bei Verletzungen oder „orthopädischen“ Leiden Schmerzmittel sinnvoll sind, weil so die von Schmerzen verursachte Muskelverkrampfungen vermieden werden und die dann mögliche Bewegung die Durchblutung und damit den Heilungsprozess fördert. Schmerzmittel wirken gut den ersten und den zweiten Tag, dann schaltet der Körper (zum Eigenschutz) deren Wirkung almählich ab. Auch ohne Nebenwirkungen hätte also Voltaren abgesetzt werden müssen. Zur Behandlung der Reizung wären vermutlich physiotheraputische Maßnahmen angebracht. Es könnte sein, dass nach einer Woche die Reizung ohnehin abgeklungen ist und die Befreiung von der Nebenwirkung des Schmerzmittels einen weiteren Genesungsbeitrag geleistet hat. Man wird also die Wirkung des homöopatischen Mittels kaum objektivieren können.

    P.S.: Bei meinem vor 20 Jahren aufgetretenen Asthma hat die Homöopatie (einschließlich Eigenblutbehandlung) nicht geholfen, dank Schulmedizin bin ich weitgehend beschwerdefrei.

  17. ths sagt:

    @10:
    schade, dass der Kommentar so unsachlich und persönlich wird.
    ich fühle mich nicht besonders schlau, aber ich denke, als studierter Mathematiker und Informatiker kann ich zum Thema Potenzieren und Verdünnen tatsächlich ‚was Substantielles sagen. Offensichtlich zumindest mehr als Sie.

    Und bevor Sie Ihren Kommentar geschrieben haben, hätten Sie tatsächlich mal in einer Formelsammlung die Potenzgesetze nachlesen sollen, bevor Sie mich angreifen.

    Sie schrieben: man kann einen Bruch potenzieren: (1/x) hoch y (x und y jeweils > 0)
    Natürlich kann man das, aber es beschreibt nicht den Verdünnungsvorgang. Rechnerisch bestimmt man den Verdünnungsgrad bei „D“ mit der Basis 10 und bei „C“ mit der Basis 100.
    „D8“ ist eine Verdünnung 10 hoch -8, „C12“ eine Verdünnung 10 hoch -12. Die Betonung liegt hier auf dem negativen Exponenten!

    Eine Potenzierung im Nenner verkleinert den Bruch, mir ist also nicht ganz klar, was Sie wirklich in Ihrem Kommentar ausdrücken wollen.

    (1/x) hoch y ist dasselbe wie ( 1/ ( x hoch y) ), und offensichtlich ein kleinerer Bruch als (1/x), sofern x und y größer 1 sind (ihre schwächere Einschränkung größer 0 ist hier sinnlos).

  18. Norbert Guggenbichler sagt:

    Es ist Unfug, Homöopathie mit Magie gleichzusetzen, nur weil man nicht verstanden hat, was die vorhandenen Erklärungen besagen. Es ist Unfug, zu behaupten, Homöopathie wirke nur als Placebo, als Scheinmedikament. Hrobjartsson und Götzsche vom Nordic Cochrane Center in Kopenhagen haben festgestellt; Die Kraft der Placebos wird seit Jahrzehnten massiv überschätzt. (New England Journal of Medicine getroffen (2001; 344:1594) Fast fünf Jahrzehnte hatte niemand wirklich systematisch die Effekte von Placebos untersucht. Ihr Ergebnis aus 114 überprüften Studien: Placebos hatten bei einer Reihe von Krankheiten keine messbaren Effekte auf den Verlauf. (Koch, Klaus: Placebo: Ein Mythos wird entzaubert. Aus: Deutsches Ärzteblatt 98, Ausgabe 34-35 vom 27.08.2001, Seite A-2156 / B-1866 / C-1742) .
    Dazu sind weltweit bisher ca. 240 placebokontrollierte Studien zur Homöopathie erschienen. Der Entwurf eines neueren Berichts der Weltgesundheitsorganisation (WHO)fasst zusammen: „Die Mehrzahl der wissenschaftlichen Studien in den letzten 40 Jahren haben gezeigt, dass die Homöopathie gegenüber Placebo überlegen ist und der konventionellen Medizin in der Behandlung von Menschen und Tieren gleichgestellt werden kann.“ (Übersetzt aus: WHO-Draft: Homeopathy: Review and analysis of reports on controlled clinical trials. Zit. Nach: The Lancet 2005; Vol. 366: p. 705;).
    Prof. Dieter Köhler als Ärztlicher Direktor des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft in Schmallenberg (Sauerland) und als Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gibt darüber hinaus für die Schulmedizin zu: „Es werden zahlreiche Therapien bezahlt, für die es ebenfalls keine Beweise nach den derzeit benutzten EbM-Kriterien gibt. Viele OPS-Prozeduren, die zur Anhebung der DRG-Erlöse im Krankenhausbereich geführt haben, sind in ihrer Wirkung überhaupt nicht bewiesen; manche sind sogar ziemlich offensichtlich wirkungslos oder unverhältnismäßig. Der Gesetzgeber geht hier voran, um die Innovation nicht zu bremsen. Auf der anderen Seite sollte man nach einigen Jahren Praxis fordern, vor allem teure Behandlungen auf den Prüfstand zu stellen und dann ggf. die Indikation einzuschränken oder sogar zu streichen, wenn entsprechende Daten für die Wirksamkeit nicht vorliegen oder nicht ermittelt wurden, was häufiger der Fall ist.” (Lisa Braun: Die scheinbare Objektivität der Evidenzbasierten Medizin. Interview mit dem Mediziner Prof. Dieter Köhler. In: Gerechte Gesundheit, Der Newsletter zur Verteilungsdebatte, Ausgabe 9 Februar 2010, S. 8-10).
    Es wäre Aufgabe der Politik, zumindest für eine Gleichbehandlung unterschiedlicher Therapiemethoden einzutreten, statt auf tendenziöse Studien reinzufallen. Wann gibt es einen Volksentscheid über die Anwendung von Homöopathie und Naturheilkunde wie in der Schweiz? Die SPD könnte mit einer diesbezüglichen Initiative ihre „Volksnähe“ beweisen.

  19. Katja Wolf sagt:

    zu Katja Wolf #11 und ths #17:
    ich war gestern abend schon müde und eigentlich bettreif – konnte mir nur den Kommentar nicht verkneifen.
    Richtig muss es heißen:
    (1/x) hoch y (x und y jeweils > 1), dann stimmts.

  20. Katja Wolf sagt:

    zu ths #17:
    Wir sind uns hoffentlich dahingehend einig, dass 10 hoch (-8) identlisch mit
    (1/10) hoch 8 ist.
    Eine Verkleinerung ist somit auch mit einem positiven Exponenten möglich.

    Damit haben wir mit einer Potenzierung eine Verkleinerung erreicht (bzw. eine Verdünnung) und somit mit einer HOHEN Potezierung einer HOHE Verdünnung.
    Und Sie haben geschrieben, eine Verdünnung sei eben KEINE keine Potenzierung.

  21. Treulieb sagt:

    Es ist an der Zeit, dass sich ein Politiker wie Karl Lauterbach mit Mut und Sachkenntnis den pseudowissenschaftlichen Methoden der sogenannten Alternativ-Medizin annimmt.

    Vor einigen Monaten hat die FR ein sehr gutes Interview mit dem britischen Psychiater und Medizinjournalisten Ben Goldacre veröffentlicht. Goldacre schreibt in seinem Buch „Die Wissenschaftslüge“: Eine homöopathische Aufbreitung 30 C ist eine Verdünnung des Wirkstoffes von eins zu 100hoch30 , d.h. eine Verdünnung von eins zu 1.000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000.

    Somit müsste eigentlich jedem klar sein, dass wir es hier nicht mit Naturheilmedizin zu tun haben und dass es bei der Kritik an der Homöopathie keinesfalls um eine Missachtung der Heilkraft von pflanzlichen Wirkstoffen geht.

    Worum es geht, hat der Blogger excanwahn in seiner „Mail an Lauterbach“ fundiert und klar geschrieben:

    „Letztlich ist aber die Infragestellung der Homöopathie sicher nur ein – wenn auch geeignetes – Startsignal für eine längst überfällige gesellschaftliche Auseinandersetzung, bei der es nicht nur darum geht, den Quacksalbern, Scharlatanen und Abzockern, deren Begehrlichkeiten den Futtertrögen des solidarfinanzierten Gesundheitssystem gelten, eine eindeutige Absage zu erteilen.“

    „Wesentlich ist, dass unsere Ärzte die Gelegenheit bekommen, das zu tun, was ihre eigentliche Aufgabe ist, den Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen und zu heilen, sei es nun mit Medikamenten, dem Skalpell oder eben mit Worten. Damit dürften sich die Regentänze um die „sanften Alternativen“ zur „kalten Schulmedizin“ schneller als Selbst- und Fremdbetrug entpuppen, als durch jede Diskussion um die Aussagekraft randomisierter Doppelblindstudien.“

    Die Titel der beiden FR-Artikel von gestern und heute: „Angriff auf die sanfte Medizin“ und „Widerstand gegen Lauterbachs Attacke“ zeigt, dass auch in der FR-Redaktion noch viel Aufklärung nötig ist, manchmal tut es aber auch eine schnelle Internet-Recherche.

  22. Heiko Wächter sagt:

    Auch gesetzlich versicherte Patienten sollten die Möglichkeit zur Wahl der Behandlungsmsthode ihres Vertrauens haben. Alle Behandler sollten, über eine integrative Medizin nachdenken. Darunter verstehe ich eine Medizin, in der das Wohl des Patienten oberste Priorität hat und die Behandler der verschiedenen Richtungen in Absprache mit den Patienten die Behandlungsmethode individuell festlegen.
    Interessante Pressemitteilungen zur aktuellen Debatte, haben der Zentralverein der homöopathischen Ärzte und die Karl und Veronika Carstens-Stiftung herausgegeben.
    http://www.dzvhae.com/portal/pics/abschnitte/140710035341_pm_homoeopathie_im_spiegel.pdf?PHPSESSID=c1f15f0c5528261b940f1b6f9c0e6504

    http://www.carstens-stiftung.de/SPIEGEL_Stellungnahme_KVC.pdf

  23. Andre sagt:

    Sehr lesenswert ist der folgende Homöopatie-kritische Artikel:
    http://www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet/77-cam/333-homeopathie-erfolge-nur-placeboeffekt

    Ich finde es erstaunlich, wie stark demnach der Placebo-Effekt Menschen helfen kann. Die Behandlung selbst ist es wohl, die dem Autor geholfen hat, weniger das stark verdünnte Homöopatie-Mittel.

    Zu Ihrem Zweifel daran, dass es sich um den Placebo-Effekt handelt: denken Sie, dass die wissenschaftlichen Studien fehlerhaft waren, die keinen Unterschied zwischen Homöopatie-Mitteln und Placebos ausmachen konnten?

  24. laura monte sagt:

    menschen, tiere, pflanzen habe ich schon mit homöopathischen mitteln behandelt, mit außerordentlichem erfolg, selbst beim pseudokruppanfall haben drei kügelchen- die nicht wirken- zu sofortiger besserung geführt, wie auch immer. homöopathische behandlung führt dazu, daß die/der patient/in angehört wird, sich gesehen fühlt und selbst aufmerksam ihre/ seine befindlichkeit erforscht, daraus kann eine wendung erfolgen ob mit oder ohne kügelchen.kurze begrüßung und austellen eines rezeptes hat nicht die qualität von begegnung, die für uns menschen so wichtig ist.homöopathische behandlung führt ganz oft zum erfolg, da zumindestens der körper in seinen selbstheilungsbestrebungen nicht auch noch mit chemie belastet wird, die die im krankheitsfall meist stark beanspruchte leber noch dazu verstoffwechseln muß. dazu kommt ein immens wichtiger fakt, der einfach immer unter den tisch fällt: medikamente werden verstoffwechselt und wieder ausgeschieden und dann….lösen sie sich in luft auf????!!!!ganz falsch, sie belasten die umwelt, die tiere und menschen nehmen die in rauhen mengen ausgeschiedenen chemikalien mit dem trinkwasser wieder auf, wasser in berlin enthielt vor einiger zeit cholesterinmedikamente in ausreichend wirksamer menge, die pillenhormone machen männlichen ungeborenen probleme und im meerwasser verändern zum beispiel antidepressiva das verhalten in der tierwelt und führt zu aussterben von arten. es ist klar, daß der pharmaindustrie nicht daran gelegen ist, menschen wieder eigenverantwortlich mit ihren zipperlein umgehen zu lassen. unsere omas haben so vieles ganz selbstverständlich und nebenbei in den griff gekriegt und sicher nicht mehr falsch gemacht, als so manch ein/e fachmann/frau, heute traut sich keine mutter mehr zu einen ganz normalen durchfall mit karottensuppe in ordnung zu bringen- meist weiß sie garnicht, was sie anfangen soll. viele eltern wissen noch nicht einmal, warum fieber entsteht, und wofür es nötig ist, geschweige welches vorgehen sinnvoll ist. im medizinbereich ist grundlegendes faul, darüber kann die gnadenlose herumstöpselei der „reformen“ in den letzten 15 jahren keinesfalls wegtäuschen, eine offene diskussion über den längst stattfindenden verteilungskampf findet einfach nicht statt.

  25. Lisa Alt sagt:

    Bereits vor 2 Wochen mailte mir meine Homöopathin den Link zur Pressemitteilung der Uni Bochum, die über die beruhigende Wirkung von Jasmin gearbeitet hat. Geplagt von föhnbedingten Schlafstörungen (die Föhntage haben im Zug der globalen Erwärmung drastisch zugenommen), besorgte ich mir auf Anraten meiner Homoöpathin Jasminöl (Jasmin absolue, 1 ml ca. 13 Euro) und löste je 1 (!) Tropfen in warmem Wasser in 2 kleinen Schalen auf, eine im Schlafzimmer, 1 neben dem Bett in Kopfhöhe oder nach nächtlichem Erwachen je 1 Tropfen mit dem Finger in die Nase. Meine Erfahrung: phantastische Wirkung, nur in 2 Nächten/Woche stundenlang wach gelegen, sonst erholsamer Schlaf!! Bin gespannt, ob die Erfahrung anhält.

  26. Kerstin sagt:

    Kurz was zum Thema Placebo.

    Wie erklärt Ihr einen Placebo-Effekt bei einem Tier? Oder bei einem Menschen, der so gar keine Ahnung hat, was er da nimmt, dessen Hausärztin aber vor Verwunderung staunt, als sie das neue Blutbild sieht und es absolut normal ist, im Gegensatz zu vorher.

    Die Homöopathie ist nicht nur sehr schwer zu erklären, es ist ihr auch total egal, ob jemand an sie glaubt oder nicht. Ich spreche da aus eigener Erfahrung als Patientin und Therapeutin.

    Auch hier haben Doppelblindstudien die Wirksamkeit beweisen. Dieselbe Art der Studien, durch die ein klassisches, chemisches Mittel muss, um Anerkannt zu werden.

    Faszinierend finde ich auch den Aspekt, dass die größten Zweifler nicht nur keine Ahnung haben, sondern sich vehement weiger, es zu versuchen. Die Grundangst, sein Weltbild ändern zu müssen scheint immens zu sein.

    # Lisa: Jasmin dafür ist klasse. Ich bin ein eher ruhiger Mensch, der selten an Schlafstörungen leidet. Vor zwei Jahren habe ich an einer Prüfung teilgenommen. Man bekommt ein Globuli, nimmt es und notiert alles was einem auffällt. So enstehen die Symptome, die das Mittel bei einem „kranken“ heilen kann. Ich war noch nie so griffig und habe noch nie so schlecht geschlafen wie in dieser Prüfung. Lach.

  27. hans sagt:

    Also ich habe das Ganze jetzt gelesen und möchte dazu sagen das ich meine besten Erfolge mit Homöopathie erzielt habe, durch das lesen von Büchern zu diesem Thema. Zum Thema bin ich durch Zufall gekommen. Das möchte ich jetzt hier nicht alles erzählen. Das letzte mal das wir Globulis mit Erfolg eingesetzt haben war, als mein damals 17 jähriger Sohn auf einmal alle Weißheitszähne gezogen bekommen hat. Er hat damals gesagt so einen Unsinn nehme ich nicht. Meine Frau und ich haben ihn dann genötigt es doch zu tun. Am Abend des Tages an dem die Zähne entfernt wurden konnte er ohne Probleme alles essen. Ein Teil dessen was er genommen hat wurde weiter oben schon als entzündungshemmend benannt. Ich könnte jetzt ca 10 Beispiele aufzählen bei denen Globulis geholfen haben. Oft auch bei unseren Kindern die früher immer Wiederstand geleistet haben.(heute nicht mehr) Ob das Ganze auf Grund von Einbildung hilft oder weil die Mittel helfen ist mir eigendlich egal. Da ich aber weiß wie ich(und mit welcher Einstellung dazu) das Ganze kennen gelernt habe glaube ich nicht an Einbildung.