Bronskis Homeoffice-Tagebuch – Tag 28

Leben und Arbeiten in Zeiten der Pandemie

Heute nur in aller Kürze, weil ich mal ein bisschen Freizeit brauche und nach Tunis will.

Bronskis Homeoffice-Tagebuch – Tag 28
Montag, 13. April 2020

Diskussionen über Lockerung der Kontaktsperre. Ich finde, das käme zu früh. Die Kurve der Infektionszahlen steigt bei uns in Deutschland nicht mehr so stark an, wie es anfangs zu befürchten war. Das heißt, die Maßnahmen greifen. Dies allerdings noch nicht lang genug. Wir sollten noch zwei, drei Wochen warten, ehe wir es mit Lockerungen der Kontaktsperre versuchen. Wenn die dann allerdings nur mit der Auflage kämen, dass alle, die rausgehen, Mundschutz tragen müssen, dann soll es mir recht sein. Ich komme zwar weiterhin gut klar mit dem Homeoffice, aber inzwischen ist wohl allen recht deutlich geworden, dass telefonische Kontakte oder solche über Konferenzschaltungen im Netz die physische zwischenmenschliche Begegnung nur unzureichend ersetzen.

Bisher haben sich die Deutschen vorbildlich verhalten, sehr diszipliniert und einsichtig in die Notwendigkeit der Maßnahmen. Diese Disziplin könnte leiden, wenn die Kontaktsperre über das unbedingt nötige Maß hinaus ausgedehnt würde. Die Frage ist nun: Was ist das unbedingt nötige Maß? Um das zu erfahren, müssen wir wohl wieder die Experten aus der Virologie befragen. Um dann zwei Tage später Interviews in der FR zu lesen, in denen von einer „Virologendiktatur“ geredet wird. Ja, die Fachleute.

Und jetzt ab nach Tunis, danach ist Kairo an der Reihe und dann London.

Naoned!

Worldometer  +++ SafetyDetectives

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6 Kommentare

  1. Peter Boettel sagt:

    Ich habe mich einige Zeit zurück gehalten, weil mir das Thema oben steht.

    Leider muss Ihrer Aussage, die Deutschen hätten sich vorbildlich verhalten, widersprechen. Wenn ich im Fernsehen leere Straßen sehe, frage ich mich, wo die aufgenommen wurden. In Göppingen sehe ich keinen Unterschied zu „normalen“ Zeiten, insbesondere kam es mir heute morgen beim Einkauf noch fast dichter vor als sonst üblich.

    Was das Verhalten der Leute anbetrifft, trifft es zwar zu, dass manche Abstand halten, aber sehr viele scheren sich einen Sch… darum und werden sogar pampig, wenn man sie um Abstand bittet. Auch darf ich auf die Print-Ausgabe der FR von heute mit dem Bericht über einen Polizei-Einsatz verweisen.

    Ich gehe zwar davon aus, dass Sie als Radfahrer auf andere Rücksicht nehmen. Aber bei den Spaziergängen mit meiner Frau an den vielen sonnigen Tagen der vergangenen Wochen, vor allem an den Wochenenden, haben die Radfahrer am wenigsten auf Abstand geachtet und sind sogar teilweise aggressiv ohne Rücksicht auf Verbote nahezu auf die Fußgänger losgefahren mit einem Blick,als hätten sie alleine das Recht, irgendwelche Verkehrswege zu nutzen.

    Wenn es in den Medien heißt, die Menschen würden sich weitgehend an die Regeln halten, merke ich hier kaum etwas davon. So nimmt es m.E. auch nicht Wunder, dass Ba.-Wü. nach Bayern die meisten Infizierten hat.

    Und wenn sich die Leute ohnhin nicht an die Vorschriften halten, kann man auch die Verbote vergessen und diese aufheben.

  2. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Bronski

    Tunis, Kairo, London?

    Stehe ich auf irgendeiner Leitung?

  3. Bronski sagt:

    @ Jürgen Malyssek

    Das sind die Orte der Handlung in „Drovettis Tagebuch“, dem Roman, an dem ich gerade nebenbei zu arbeiten versuche.

  4. Jürgen Malyssek sagt:

    @ Bronski

    So stand ich also wirklich auf der Leitung.

    Dann gutes Fortkommen!

  5. hans sagt:

    Ich denke ich melde mich wahrscheinlich zum letzten mal aus der ehemaligen Quarantäne. Aus der ich versucht habe zu schildern wie das mit dem Virus ablaufen kann in einer Familie. Ganz durch sind wir noch nicht. Die letzten Quarantänen laufen diese Woche aus und meine Mutter hat es in die regionale Presse geschafft als über 90 jährige Frau die einen schweren Verlauf der Corona Infektion jetzt weitgehend überstanden hat. Sie ist zwar noch positiv und deshalb im Krankenhaus. Es soll ihr aber den Umständen entsprechend gut gehen was immer das heißen mag. Sie ist heute seit 4 Wochen in einer Isolierstadion, darf das Bett nicht verlassen, hat niemanden aus ihrer Familie gesehen oder gesprochen, Pflegestufe 4 und 94 Jahre alt. Was da den Umständen entsprechend gut bedeutet übersteigt meine Fantasie ist aber halt um Längen besser als das was wir vor einigen Tagen gesagt bekamen. Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Kurzzeitpflegeplatz für sie. Dort kann auch Leuten nach langem Krankenhausaufenthalt geholfen werden wieder auf die Beine zu kommen. Mit dem Befund Positiv ist das allerdings völlig aussichtslos. Ihr Zustand würde aber laut dem Krankenhaus es eigentlich her geben da raus zu kommen. Zu Hause gibt es zwar einige die in Quarantäne waren aber nur eine die getestet wurde. Damit ist positiv auch da keine Option. Jetzt warten wir alle auf den negativ Test mit dem wir auch schon eine Zusage für einen Kurzzeitpflegeplatz haben.

  6. Bronski sagt:

    Lieber hans,
    das klingt weiterhin kompliziert, aber die positive Nachricht, dass Ihre Mutter den schwersten Teil offenbar überstanden hat, nehme ich mit großer Erleichterung zur Kenntnis. Möge Ihre Genesung schnell vorangehen! Über die „Zeit danach“ wird derzeit viel geredet. Wir brauchen vielleicht noch ein bisschen mehr Geduld, ehe es Klarheit darüber gibt. Wir waren noch nie in einer Situation wie dieser. Ich hoffe, dass es Lösungen geben wird.