Bronskis Homeoffice-Tagebuch – Tag 18

Leben und Arbeiten in Zeiten der Pandemie

Freitag ist eigentlich einer von meinen „Großkampftagen“, was das Leserforum betrifft, denn ich produziere freitags auch immer gleich noch das Leserforum für die Montagsausgabe mit. Und oft genug auch eine Extraseite mit regionalem Bezug für den Regionalteil. Die Produktion für Montag habe ich mir heute gespart. Wenn ohnehin fast jeder Tag wie der andere íst, spielt es keine Rolle, wenn ich die vielleicht am Samstagnachmittag nach unserer (geplanten) Radtour nachhole.

Bronskis Homeoffice-Tagebuch – Tag 18
Freitag, 3. April 2020

Was aber ein bisschen ärgerlich ist: Ich hätte mir heute die regionale Seite sparen können. Nachdem ich damit fertig war, mailte ich die Kollegin an und gab ihr durch, wo sie die Leserbriefe findet. Kurz darauf kommt Mail zurück, die Lage im Regionalteil habe sich geändert, es seien Anzeigen hereingekommen, so dass die Seite für den Montag wohl nicht gebraucht werde. Na gut, über so was darf man sich nicht lange ärgern, wenn man Tageszeitung macht, denn da kann sich die Blattplanung jede Sekunde ändern. Und ich freue mich natürlich, dass Anzeigen hereinkommen – selten genug in diesen Tagen.

Okay, anderes Thema. Was sagte unsere Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Julia Klöckner (CDU) noch gleich in Sachen Versorgungssicherheit? „Es wird sicherlich bei den ein oder anderen Waren mal Engpässe geben, aber bei den Grundnahrungsmitteln sind wir wirklich sehr gut aufgestellt“ (zitiert nach fr.de).

Foto: Lutz „Bronski“ Büge

So so. Mehl ist also kein Grundnahrungsmittel. Frischhefe oder regionale Milch auch nicht. Was bin ich froh, dass ich meinen Mann vor gut einem Monat, als wir für unseren Notvorrat eingekauft haben, davon überzeugen konnte, dass wir doch lieber ein 16er Pack Klopapier mitnehmen sollten statt des üblichen Achterpacks. Seit Tagen gibt es Artikel wie diese im Supermarkt hier bei mir um die Ecke nicht mehr. Es handelt sich vielleicht nicht um Grundnahrungsmittel, aber doch um Artikel der Grundversorgung – auch wenn es zweifellos andere Methode als die Benutzung von Klopapier gibt, um sich nach dem Geschäft zu reinigen. Vielleicht sollten wir die vorsichtshalber schon mal lernen? In Indien nimmt man die Hand. Das hat – speziell unter epidemiologischen Gesichtspunkten – den Vorteil, dass eine Bevölkerung wesentlich schneller durchseucht ist, zum Beispiel mit Ehec und Noroviren. Überhaupt, dieses ständige Händewaschen! Sie ist schon ganz trocken, die Haut meiner Hände.

Oder muss ich künftig früher aufstehen, um beim Rewe morgens in einer lungernden Meute auf den Lieferwagen zu warten, um mich dann um das Kilo Mehl zu prügeln? Wie gesagt: Man weiß ja nie, wann man wieder was bekommt …

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