Eine Insektenoase in der Innenstadtwüste (22)

Was tun für Insekten? FR-Blogger Bronski baut seinen Garten um und berichtet darüber hier im FR-Blog. Kräuter, heimische Blühpflanzen, Totholz – man braucht nicht viel Platz. Aber es gibt auch darüber hinaus noch viele Möglichkeiten, wie man sich für Insekten engagieren kann, auch wenn man keinen eigenen Garten und keinen Balkon hat. Daher machen wir heute einen kleinen Exkurs in widmen uns in Teil 22 der Serie zur Insektenoase kurz dem Urban Gardening.

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Urban Gardening

Harraschain Jörg„Die ehemalige Tram-Haltestelle am Matthias-Beltz-Platz, Friedberger Landstraße, haben wir vor zwölf Jahren entsiegeln lassen“, schreibt mir Jörg Harraschain aus Frankfurt. „Seitdem pflegen und hegen wir, die Gruppe ‚Kunst im Nordend‘, ehrenamtlich die kleine Oase inmitten des tosenden Verkehrs. Wir suchen noch Mitarbeiter*innen.“ Wer sich dafür interessiert, der/die maile bitte an Bronski. Ich leite Ihre Mail gern weiter.

Foto: Jörg Harraschain

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man die Stadt, in der man lebt, nicht nur verschönern, sondern auch zu einem besseren Ort für Insekten machen kann. Beim Urban Gardening wird auf öffentlichen Flächen angepflanzt, wonach einem der Sinn steht. Das können Nutzpflanzen sein, deren Früchte man ernten möchte, es können Blumen sein, die einfach optisch was hermachen, es können aber auch Flächen mit Pflanzen sein, die Insekten nähren.

Unter dem Stichwort „Stadtbiotop Offenbach“ engagieren sich Menschen, die vor allem Letzteres wollen und im Nebeneffekt die Stadt verschönern. Auf der von ihnen angelegten Fläche an der Straßenkreuzung Hermannstraße/Schäferstraße findet sich der Beweis, dass das funktioniert: Hummeln umschwirren den Sonnenhut, der hier üppig blüht. Daneben habe ich auch viele Bienen und verschiedene Schwebfliegenarten beobachtet, die sich in den verschiedensten Pflanzen tummeln. Die Stadt Offenbach informiert über die Initiative auf ihrer Webseite. Die Initiative ist auch auf Facebook aktiv. Einen Überblick über das Blumenbeet kann ich nicht liefern; dazu ist es zu langgestreckt. Aber hier habe ich noch einen Ausschnitt für Sie:

Auch auf dem ehemaligen Gelände der MAN-Roland-Maschinenfabrik bei mir um die Ecke versucht man sich in Urban Gardening. Hier ist der Erfolg ein wenig bescheidener, was Insekten betrifft.

Immerhin gibt es Lavendel, der einen im Vorbeigehen, wie es sich für Lavendel gehört, in atemberaubende Duftwolken hüllt. Natürlich können die Hummeln da nicht widerstehen. Aber heute ist nicht viel los zwischen den Blüten. Vielleicht liegt es auch daran, dass gerade ein Gewitter heraufzieht.

Unter Urban Gardening versteht man aber nicht nur das Werkeln auf solchen öffentlichen Flächen. Auch wenn man auf der Dachterrasse oder im Innenhof etwas anpflanzt, ist das Urban Gardening: Gärtnern in der Stadt auf kleinen Räumen. Man will was für die Umwelt tun. Der einzelne engagierte Mensch wird mit seinem Tun dabei nicht mal ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, aber wenn viele sich in dieser Weise sich engagieren, dann kann daraus etwas Größeres werden.

Eine solche Graswurzelbewegung kann einiges bewirken – wenn auch vielleicht kaum in messbaren Ergebnissen beim Einfluss aufs Klima oder auf die Größe der Insektenpopulationen (die ist ohnehin praktisch nicht messbar), dann doch immerhin in puncto Bewusstseinswandel: Wir Menschen stehen nicht über der Natur, auch wenn immer wieder behauptet wird, wir seien die Krone der Schöpfung. Sondern wir sind Teil der Natur. Im Schönen wie im Schrecklichen. Wir verändern unseren Planeten allein dadurch, dass wir auf ihm leben. Es wäre vermessen zu behaupten, dass wir im Einklang mit der Natur leben würden. Da muss noch viel, viel mehr passieren.

Auch das ist Urban Gardening: die Lavendelhecke von Elisabeth und Klaus Wedel aus Frankfurt – mit Hummeln drin. Das gibt’s hier und heute zum Schlus auf Ihr Auge.

Wedel Elisabeth Lavendelhecke 2Foto: Elisabeth und Klaus Wedel

Weiter geht’s in einer Woche an dieser Stelle.

Naoned!

Ihr Bronski

Teil 21 / Teil 23

Rechte an den Bildern, wenn nicht anders angegeben: Lutz „Bronski“ Büge
Startseite des Gartenprojekts

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