Eine Insektenoase in der Innenstadtwüste (9)

Was tun für Insekten? FR-Blogger Bronski baut seinen Garten um und berichtet darüber hier im FR-Blog. Kräuter, heimische Blühpflanzen, Totholz – man braucht nicht viel Platz. Heute Teil 9 der Serie: Kirschlorbeer als Insektenweide.

Balken 4Im Garten geht jetzt alles seinen Weg. Die meisten Pflanzen sind gesetzt. Jetzt fehlt nur noch der Ackerrittersporn und ein zweiter Schwung Wicken. Jetzt brauchen die Pflanzen ein bisschen Zeit, um sich zu entwickeln. Derweil zeigt sich erneut, wer um diese Jahreszeit der Star in unserem Offenbacher Innenstadtgarten ist: der Kirschlorbeer. Er wächst direkt an der Aussichtsterrasse, auf der wir den Blick auf unseren Garten genießen, duftet zum Himmel und zieht Massen von Insekten an. Daher steht er heute im Mittelpunkt meiner kleinen Gartenreportage:

Kirschlorbeer als Insektenweide

Ich frage mich ja, wo diese Summer und Brummer alle herkommen. Nicht dass unser Garten der einzige im Viertel hier in der Offenbacher Innenstadt wäre, aber die meisten Innenhöfe sind hier asphaltiert oder gepflastert und bieten blühenden Pflanzen und damit Insekten keinen Lebensraum. Aber heißt es nicht, dass Bienen teilweise erstaunlich große Distanzen zurücklegen, um an Nektar zu kommen?

Also erst einmal: Das ist unser Kirschlorbeer, der gerade in voller Blüte steht. Das kann man nicht nur nicht übersehen, man kann es auch nicht überriechen. Eine Pracht in Weiß und Gelb mit dunkelgrünen Blättern, die aber – Vorsicht! – sehr giftig sind. Ebenso die Samen, die man nicht zerkauen sollte. Das Fruchtfleisch hingegen wird in der Türkei, woher der Kirschlorbeer stammt, als Trockenfrüchte, Marmelade oder Gelee gegessen. * (Siehe „Update“ unterhalb des letzten Bildes.)

Die Blüten dieses immergrünen und winterharte Strauch gefällt den Insekten. In einer kurzen Beobachtungs-Session von etwa einer halben Stunde habe ich ein Dutzend verschiedener Insektenspezies gezählt. Hier labt sich eine Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta?) am Nektar.

Die Bestimmung von Bienenarten ist eine Wissenschaft für sich. Um völlig sicher zu sein, zu welcher Art ein Tier gehört, muss man es töten, um in Ruhe die Details seines Körperbaus studieren zu können. Form der Fühler und der Augen, Behaarung – wo und wie viel? -, Farbe der Ringe des Hinterleibs – das sind nur wenige von vielen Kriterien. Ein schlichter Schnappschuss wie dieser reicht den Fachleuten ganz gewiss nicht. Und dann auch noch die Unterschiede zwischen Weibchen und Männchen! Doch keine Sorge: Niemand wird den Bienen hier was antun! Niemand wird hier getötet!

Ich finde es einerseits natürlich spannend herauszufinden, wie viele Arten von Wildbienen in unserer Offenbacher Innenstadtwüste unterwegs sind. Andererseits: Reicht es nicht, dass sie überhaupt da sind? Je länger ich mich in die Artenkunde vertiefe, desto größer wird mein Wunsch, einfach damit zufrieden zu sein, dass diese Tiere hier herumfliegen und ihr Leben leben. Reicht doch, oder? Okay, machen wir einen Kompromiss: Auch wenn ich nicht alle Arten exakt bestimmen kann – wie denn auch! Es gibt in Mitteleuropa 570 verschiedene Wildbienenarten (oder es gab sie jedenfalls mal) -, ist folgende Info doch vielleicht was wert: Es handelt sich um verschiedene Arten! Selbst in einer Wüste wie dieser, im Zentrum einer deutschen Großstadt. Vielleicht ist es also möglich, wieder zu größerer Artenvielfalt zu finden, auch in den Naturräumen, die heutzutage landwirtschaftliche Einöden sind. Wofür es natürlich größere und andere Anstrengungen braucht, als ein paar Pflanzen in einen Minigarten zu setzen, so wie wir es hier machen.

Wie sieht es aber bei diesem Tier rechts aus? Ist das eine Honigbiene? Also keine Wildbiene, sondern eine vom Menschen domestizierte Bienen-„Art“? Sie scheint einen Pelz rund um ihre Augen zu haben. Das wäre ein Kennzeichen. Ein bisschen irritierend sind die breiten gelb-orangefarbenen Segmentringe ihres vorderen Hinterleibs. Das kann darauf hindeuten, dass es sich um eine andere Art handelt. Andererseits sieht nicht jede Honigbiene jeder anderen zum Verwechseln ähnlich. Es gibt eine gewisse Variablität, die die Bestimmung noch spannender macht. Oder noch aussichtsloser.

Das hier links sind jedenfalls (relativ zweifelsfrei) Honigbienen. Dafür spricht nicht nur, dass Bienen dieses Erscheinungsbildes die weitaus häufigsten Besucher unseres Lorbeers sind. Sondern an der Biene links oben kann man auch deutlich sehen, dass sie keinen Sporn am Hinterbein hat. Das unterscheidet Honigbienen angeblich von allen Wildbienenarten. (Deutlich sehen? Wo denn? Kleiner Tipp: Aufs Bild klicken, die Strg-Taste festhalten und das Bild mit dem Mausrad vergrößern.)

Manche Menschen bekommen beim Anblick dieser Summer und Krabbler ein ungutes Gefühl. Wir alle wissen, wie wichtig diese Tiere für den Kreislauf des Lebens sind, aber die Viecher können gemein pieksen, und das tut ziemlich weh. Bienengift ist eine komplexe Mischung von Proteinen und kleineren Molekülen. Richtig gefährlich wird es aber nur, wenn man im Mund-Rachenraum gestochen wird – was eher mit Wespen passiert, denn Wespen gehen gern an menschliche Nahrung oder Getränke und können dann versehentlich verschluckt werden. Dann kann es zu starken Schwellungen des Gewebes im Mund-Rachenraum kommen. Gefährlich wird es aber natürlich auch dann, wenn man allergisch gegen einen der Bestandteile des Giftes ist. Das gilt für Bienen- wie Wespengift gleichermaßen. Doch Bienen stechen nur, wenn sie sich nicht mehr anders zu helfen wissen. Sie sterben danach. Wenn man sie nicht in Bedrängnis bringt, sie nicht reizt, nicht nach ihnen schlägt, kann man ihnen auch ohne Imkerschutz recht nahe kommen, wie meine Bilder zeigen.

Zum Schluss hab ich noch ein kleines Schmankerl: eine zufällig besonders geglückte Aufnahme von einem Besucher unseres Kirschlorbeers, der weder Biene noch Hummel noch Fliege ist, sondern ein kleiner Käfer, der hier kopfüber in einer Blüte steckt und ihr auf den Grund geht. Leider sind die meisten Besucherinnen unseres Kirschlorbeers zu schnell für mich und meine kleine Digitalkamera, aber hin und wieder klappt der Super-Nahaufnahme-Schnappschuss. Das ist eher Glück als Können. So was macht Freude, finden Sie nicht? Der Käfer ist eines dieser Details, von denen ich neulich schon gesprochen habe. Andere Details sind die der Blüten selbst: Staubblätter strecken sich lang und weiß in die Gegend aus, und auf den gelblichen Stempeln, die aus den Zentren der Blüten ragen, kann man sogar die Pollenpakete sehen. Das ist heute meine Panorama-Aufnahme für Sie. Klicken Sie drauf, vergrößern es nach Belieben mit der Taste Strg und dem Mausrad.

Update 16. Mai: Ich bin im Nachhinein erschrocken, weil ich auf die Veröffentlichung eines Bildes im FR-Forum Zuschriften bekommen habe, die mir vom Kirschlorbeer (eigentlich: Lorbeerkirsche) abraten. Hab ich was Falsches geschrieben? Also habe ich noch mal recherchiert, um mich zu vergewissern, dass mein Wissensstand über diesen Blühstrauch aktuell ist. Es gibt Stellungnahmen im Netz, etwa von Seiten des Nabu, der diese Pflanze sogar als schädlich für Insekten hinstellt, als Modepflanze und als „Thuja des 21. Jahrhunderts“. Thuja („Lebensbaum“) wurde früher gern als blickdichte Hecke gesetzt. Jetzt hat die Lorbeerkirsche vielfach diesen Platz eingenommen. Aber weder Thuja noch Lorbeerkirsche sind ökologisch irrelevant, auch wenn sie nicht einheimisch sind – denn ich will ja keinen naturnahen Garten, sondern einen, der gut ist für Insekten und Kleinvögel. Ich habe eine zwei Meter hohe Thujahecke im hinteren Teil des Gartens und kann bezeugen: Spatzen und andere kleine Vögel schlüpfen gern in das dichte Blatt- und Zweigwerk, da es Verstecke bietet. Ökologisch nicht relevant?

Zurück zu Lorbeerkirsche/Kirschlorbeer. Alles daran sei giftig, ist im Netz zu lesen. So einfach ist es nicht! Nachweislich enthalten Blätter und Samenkerne des Kirschlorbeer Alkaloide bzw. Glycoside. Auch das Fruchtfleisch, jedoch in wesentlich geringerer Konzentration. Wie bei allen Giften kommt es auf die Dosis an. Die Früchte des Mandelstrauchs beispielsweise, der eng mit der Lorbeerkirsche verwandt ist, enthalten Blausäure. Trotzdem essen wir Mandeln. Niemand käme hingegen auf die Idee, die Blätter der Lorbeerkirsche zu essen. Täte man dies und/oder zerbeißt die Steine der Früchte, käme es im Magen-Darm-Trakt zu chemischen Reaktionen, bei denen Blausäure entsteht, die tendenziell lebensgefährlich ist. Die Alkaloide sind ein Schutzmechanismus der Pflanze gegen Freßfeinde und kommen auch in zahlreichen anderen Pflanzen vor, die aus unseren Gärten nicht wegzudenken sind: Maiglöckchen, Hahnenfuß, Blutweiderich, Eisenhut, Fingerhut und vielen Nutzpflanzen wie z.B. Pflaume und sogar Apfel (in den Kernen). Wenn man sich mal genau damit befasst, was wir an Giftigkeiten so alles in unseren Gärten haben, und nähme die Forderung ernst, solche Pflanzen zu verbannen, sähen diese Gärten sehr ungewohnt aus.

Aber taugt die Lorbeerkirsche als Insektenweide? Dazu müssen wir wissen, ob ihr Nektar ebenfalls Gift enthält. Darüber ist mir nichts Belastbares bekannt. Es kommt mir aber unsinnig vor. Warum sollte die Pflanze jene Tiere vergiften, auf deren Werk (Bestäubung) sie angewiesen ist? Wir reden hier übrigens nicht nur von Honigbienen, die dieses Gift dann in unseren Honig tragen würden, sondern von sehr vielen Insektenarten bis hin zu Ameisen, die den Zuckersaft mögen, den die Lorbeerkirsche absondert. Tatsächlich finden sich in Proben von Honig immer wieder Spuren von Alkaloiden bzw. Glycosiden, dies aber meist in geringen, ungefährlichen Mengen, deren Herkunft sich nicht erkunden lässt. Sie können sonstwoher kommen. Für Insekten ist Kirschlorbeer also eher nicht gefährlich. Und auch für Vögel nicht. Jedenfalls nicht für Amseln und Drosseln. Denn dies wird bei der Bewertung dieser Pflanze gern vergessen: Der Strauch nährt nicht nur Insekten, sondern im Herbst auch Vögel (und in der Türkei, wie oben schon erwähnt, auch Menschen). Amseln und Drosseln bedienen sich gern bei den „Kirschen“ des Strauchs (und helfen bei seiner Verbreitung, indem sie die harten Samenkerne unverdaut wieder ausscheiden, übrigens ohne an Vergiftung zu sterben).

Die Frage ist natürlich: Muss man einen Strauch aus Kleinasien in deutsche Gärten setzen? Ich wasche meine Hände in Unschuld: Als mein Mann und ich das Haus kauften, war der Kirschlorbeer schon da. In eingehegter Form, so dass seiner Ausbreitung Grenzen gesetzt sind. Wussten Sie übrigens, dass Hortensien vor allem aus Südostasien stammen? Die Kolkwitzie aus China? Azaleen aus China und Japan? Der Trompetenstrauch (ebenfalls giftig) aus den Tropen? Oleander (komplett giftig) aus Regionen von Südeuropa bis China? Das sind heutzutage alles Pflanzen, die in unseren Gärten stehen, wenn auch teils in Kübeln, da nicht alle winterhart sind. Aber sie leisten einen Beitrag zum Garten, den man nicht wegdiskutieren kann.

Für die Lorbeerkirsche gilt das ebenfalls. Man muss sie natürlich domestizieren, um ihre unerwünschten Eigenschaften im Zaum zu halten. Aber das ist nicht schwer. Etwa die Sache mit der Verbreitungsstrategie. Wenn man gutheißt, dass Vögel sich an dieser Pflanze nähren, dann heißt man auch gut, dass dieselben Vögel die Pflanze verbreiten. Das eine geht nicht ohne das andere, und das gilt übrigens ganz genauso etwa für die Schlehe und viele andere. Aber das ist kein Beinbruch. Der Kirschlorbeer hat schon als Keimling ab dem zweiten Blattpaar das wachsartig glänzende, charakteristische Aussehen, so dass man Keimlinge im Garten schon früh erkennen kann. Man sollte sie dann schnell ausrupfen, um ihnen keine Zeit zu geben, tief zu wurzeln. Je länger man wartet, desto mehr Arbeit hat man. Die ausgewachsene Lorbeerkirsche kann unterarmdicke, meterlange Wurzeln entwickeln! Hab ich schon erlebt!

Nach dieser kleinen Beschau der Argumente urteile ich: Ein Busch Kirschlorbeer im Garten schadet nicht. Eine Hecke davon erinnert hingegen schon an eine Monokultur – und Monokulturen sind tatsächlich ein Frevel an der Natur! Will man Hecken setzen, dann gibt es genügend Büsche und Sträucher, die man nebeneinander pflanzen kann und die mit der Zeit ebenfalls blickdicht werden. Das fängt bei der Schlehe nicht an und hört beim Geißblatt nicht auf. Zwischenrein eine Wildrose, dann auch Clematis (möglichst eine heimische Wildform, z.B. Cl. vitalba), Holunder passt ebenfalls und wilder Wein – und dann dürfen auch Heckeneibisch und Lorbeerkirsche ihren Platz finden. Die Vielfalt der Blüten eines solchen Gemenges wird viele Insekten anziehen. Nur eines wird man von einer solchen „Hecke“ nicht erwarten: dass sie als „grüne Mauer“ einheitlich wirkt.

Ach ja, eines nicht zu vergessen, für alle unsere Kompostierer: Laub des Kirschlorbeer gehört wegen der Alkaloide nicht in den Kompost, sondern am besten wohl in den Biomüll. Aber selbst in dieser Hinsicht hat die Lorbeerkirsche kein Alleinstellungsmerkmal. Auch Eichen- und Buchenlaub zersetzt sich im Kompost nur sehr schlecht, gar nicht zu reden von den Blättern des Walnussbaums. Aber übers Kompostieren reden wir am Jahresende noch mal gründlicher.

Keine Pflanze ist für sich genommen des Teufels, nur weil wir Menschen sie falsch behandeln oder einsetzen. Vielfalt statt Einfalt!

Zum Kirschlorbeer hier noch ein ausgewogener Artikel in „Mein schöner Garten“, der mir bei der Recherche hilfreich war.

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Weiter geht’s in einer Woche an dieser Stelle.

Naoned!

Ihr Bronski

Teil 8 / Teil 10

Rechte an allen Bildern: Lutz „Bronski“ Büge
Startseite des Gartenprojekts

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Balken 4

2 Kommentare

  1. Krista Schulte sagt:

    Absolute Zustimmung! Kirschlorbeer in Maßen bietet Nahrung und Schutz für viele Insekten und Vögel.
    Mit dem Feuerdorn übrigens ist es fast noch besser: Insektenweide für unglaublich Viele zur Blütezeit, Nahrung für Amseln im Winter, Schutz für Spatzengruppen ganzjährig, Brutplatz, wenn denn nicht zu viele Katzen herum laufen, wie bei uns. Entgegen aller Buchweisheit springen diese in und auf den Feuerdorn, wenn sie darin lebendes Spielzeug vermuten. An mehreren Katzenindividuen beobachtet! Die Kunst beim Feuerdorn besteht darin, den Rückschnitt so zu arrangieren, dass Blütenfülle garantiert ist; das erfordert ein bisschen Erfahrung.
    Ein sehr schöner Strauch ist die Kornelkirsche, die eine sehr frühe Insektenweide bietet und wunderschöne zarte Blüten hat. Sie ist auch gut schnittverträglich, der sparrige Wuchs gleicht alles wieder aus; sie kann auch klein gehalten werden. Aus den kleinen Kirschen lässt sich unter anderem Hochprozentiges herstellen, wenn man will. (Ich habe nicht alle Beiträge gelesen und weiß nicht, ob sie bereits empfohlen wurde.)
    Eine meiner derzeitigen Lieblingspflanzen ist der Natternkopf, eine Ruderalpflanze, die sich auch selbst aussamt, aber immer offenen Boden braucht. Die Sommerblüte streckt sich über Wochen, und man kann die Blütenbesucher circa auf Brusthöhe bestaunen, denn sie wird recht hoch. Komplett anspruchslose Pflanze.

  2. Roland Prinzinger sagt:

    Lieber Bronski!
    Zum Thema Kirschlorbeer und Ihre Stellungnahme in der heutigen FR (22.05.):
    Lassen Sie sich nicht durch mangelndes bzw. eingeschränktes Detailwissen (sorry für die Arroganz) beeindrucken. Ich habe selbst Kirschlorbeer im Garten:
    ► Er ist immergrün, was vielen Vögel gefällt, weil sie hier (nicht nur im Winter) vielfältigen Schutz finden.
    ► Die Blüten werden von vielen Insekten geschätzt.
    ► Es gibt keine Insekten, die später Beute von Vögeln werden, die Kirschlorbeer-Blätter fressen und dadurch die Vögel indirekt vergiften könnten.
    ► Die Früchte des Lorbeers werden von Vögeln sehr gerne gefressen (schmecken süß). Das muss auch so sein, denn der Baum will ja, dass seine Samen via Früchte weiterverbreitet werden. Das Fruchtfleisch ist so gut wie cyanogenfrei; nur die Kerne sind es nicht. Aber das ist auch bei Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen (alle Prunus-Arten) und bei vielen anderen Gartenpflanzen der Fall (z.B. Aronstab, Blauregen, Buchsbaum, Engelstrompete, Maiglöckchen, Efeu, Eibe, Goldregen, Liguster, Kartoffeln und selbst die rohe Gartenbohne). Niemand verbannt sie deshalb aus dem Garten!
    ► Und es gibt viele Tierarten, die cyanogene Stoffe und andere Gifte abbauen können (z.B. Kirschkernbeißer,). So können z.B. giftige Raupen des Buchsbaumzünslers (Schmetterling) von vielen Vogelarten problemlos gefressen werden. Der „giftige“ Kartoffelkäfer z.B. von Hühnern.
    ► Zudem gilt: Die Dosis macht das Gift.