Keine Mehrheit in der Politik für ein engagiertes Umsteuern

Die Demos für wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel gehen weiter. Nach dem globalen Schulstreik vom 20. September haben Aktivisten von „Extinction Rebellion“ – Rebellion gegen die Auslöschung – weltweit und auch in Berlin protestiert. Weitere Proteste sind geplant. Die Gruppe ruft zu zivilem Ungehorsam auf, radikal und gewaltfrei. FR-Autor Joachim Wille begrüßt das in seinem Kommentar „So nötig wie radikal“ und fragt: „Was ist da folgerichtiger als ein ‚Aufstand gegen das Aussterben‘?“ Die Frage polarisiert. Als Gegenbewegung zu „Fridays for Future“ hat sich nun eine Gruppe namens „Fridays for Hubraum“ gegründet. Greta Thunberg wird – keineswegs unverschuldet – zur Projektionsfläche für die Widersprüche unserer Zeit, wenn ein Satiriker wie Dieter Nuhr für die Bemerkung, man dürfe keine Witze über Greta Thunberg machen, einen Shitstorm erntet. Das ist natürlich auch ein Indiz dafür, dass die junge Schwedin mit ihrer UNO-Wutrede einen Nerv getroffen hat. Und natürlich gibt es auch wieder solche, die offenbar bei jeder ihrer Aktion ins Klo greifen: Unbekannte haben in Rom eine Thunberg nachempfundene Puppe an einer Brücke aufgehängt – wohl im Sinne einer symbolischen Hinrichtung. Wahrlich, der Diskurs ist auf den Hund gekommen.

Zur gleichen Zeit, in der die Proteste auf dem Höhepunkt sind, speckt unsere große Koalition ihr Klimapaketchen noch einmal ab, vielleicht in der Erwartung, dass die Demonstrationen jetzt, nach der großen Entladung, abflauen? Immerhin sprach der kommissarische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel im FR-Interview noch von einem Paradigmenwechsel. Das ist zwar grundsätzlich nicht falsch, da CO2 nun erstmals einen Preis bekommt. Angesichts der Tatsache, dass jedoch viel größere Summen nötig wären als die angekündigten zehn Euro pro Tonne CO2, muss man aber wohl eher von einem Paradigmenwechselchen sprechen.

Mont BlancWohin geht die Reise? Droht uns wirklich die Auslöschung? Wohl kaum. Der Mensch ist eine der anpassungsfähigsten Spezies, die es auf diesem Planeten gibt. Seine Fähigkeiten reichen inzwischen bis zu den Planeten und bis zur künstlichen Intelligenz, und angesichts des weltweiten Ausbaus erneuerbarer Energien soll man die Flinte nicht zu früh ins Korn werfen. Doch man darf mit Fug und Recht annehmen, dass die technischen Lösungen keineswegs allen Bedürftigen zugute kommen werden. Die Lebensbedingungen auf diesem Planeten werden sich voraussichtlich gründlich verändern. Der Meeresspiegel steigt höher, die Permafrost-Böden schmelzen schneller, die Stürme werden massiver, warnte kürzlich der Weltklimarat. Davon werden viele Millionen Menschen betroffen sein, auch bei uns in Deutschland – zum Beispiel in Hamburg. Bis zum Jahr 2100 dürfte der Meeresspiegel um einen Meter höher liegen als in vorindustrieller Zeit, wenn beim CO2-Ausstoß nichts passiert. Wetterextreme werden zunehmen, Missernten werden sich häufen und Flächen, die sich für die landwirtschaftliche Nutzung eignen, werden weltweit erodieren. Unzählige Menschen werden Not leiden – vielleicht weniger hier bei uns, aber das macht die Sache eigentlich nicht besser, oder?

Daher ist es gut, dass es Greta Thunberg gibt, auch wenn Dieter Nuhr jetzt das Zimmer seiner Tochter nicht mehr heizen will, weil sie zu den Klimademos geht – ein selten dämlicher „Witz“. Es ist auch gut, dass es „Fridays for Future“ gibt und „Extinction Rebellion“. Sie alle machen uns schonungslos klar: Es kann nicht weitergehen wie bisher. Die Zeit für Taten ist gekommen. Auch wenn die Politik das noch nicht gemerkt hat.

Balken 4Schadstoffhandel soll legitimiert werden

Emissionen, der sogenannte Schadstoffhandel, soll das Herzstück des Klimaschutzprogramms der deutschen Bundesregierung sein. Was geht nur in den Köpfen der Politiker vor? Mit Recht wurde der illegale, gesundheitsschädigende Drogenhandel strafrechtlich sanktioniert. Und nun soll der gesundheitsschädigende Schadstoffhandel staatlich legitimiert werden. Das ist rational nicht mehr zu verstehen. Fällt den Damen und Herren nichts anderes mehr dazu ein?

Harald Nolte, Frankfurt

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Das SPD-Bashing ist eher kontraproduktiv

Alle Leserbriefe zur drohenden Klimakatastrophe, zum so genannten Klimapaket der Bundesregierung, zur Notwendigkeit des Klimaschutzes haben recht: Ja, es ist nicht fünf Minuten vor zwölf, sondern eher zwei Minuten danach. Das Klimaschutzpaket ist bestenfalls ein Päckchen, es braucht Verbote für klimaschädliches und nicht nur Anreize für klimafreundliches Verhalten, wir brauchen eine Verkehrswende, der Kohleausstieg muss schneller gehen, erneuerbare Energien müssen gefördert und nicht behindert werden, Geld wäre jedenfalls mit einer Vermögenssteuer genug vorhanden und die schwarze Null darf kein Selbstzweck sein, usw. usw.
Nur: Warum laden die meisten Leserbriefschreiben in der FR ihren – berechtigten – Zorn bei der SPD und jetzt insbesondere bei Thorsten Schäfer-Gümbel ab? Seine Aussage, es habe ein Paradigmenwechsel stattgefunden, ist sicherlich etwas geschönt. Aber was hätte die SPD in der großen Koalition mehr erreichen können? Die Forderungen lagen auf dem Tisch und die CDU hat sich hartleibig gezeigt, wenn immer Maßnahmen zulasten der Wirtschaft und insbesondere der Autoindustrie von der SPD gefordert wurden.
Und außerhalb der ungeliebten Koalition? Es gibt zwei Fraktionen im Bundestag, die ein ernsthaftes Umsteuern in der Klimapolitik verhindern: Die AfD, weil sie die Gefahr leugnet, und die CDU, weil ihr die Interessen der Wirtschaft mehr am Herzen liegen als der Kampf gegen die Klimakatastrophe. Eine Mehrheit für ein engagierteres Vorgehen ist also im Bundestag nicht vorhanden. Und wenn man die Umfragen ansieht, ist eine solche Mehrheit im Augenblick auch bei Neuwahlen nicht zu erwarten.
Auch die Aussicht auf Schwarz-Grün nach der nächsten Bundestagswahl stimmt nicht unbedingt hoffnungsfroh. So ist es den Grünen zwar in Hessen gelungen, in der Koalition mit der CDU gelungen, einige grüne Farbtupfer in der Koalitionsvereinbarung unterzubringen. Aber der große Wurf ist auch hier nicht erkennbar, wie z.B. das Verhalten der Landesregierung zum Flughafenausbau oder der Kampf gegen Fahrverbote in den Innenstädten zeigt.
Was in einer Demokratie bleibt, ist also für Mehrheiten jenseits der CDU und der AfD zu werben. Das SPD-Bashing ist dabei eher kontraproduktiv.

Walter Unger, Maintal

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Die Überbevölkerung wird nicht thematisiert

Allein die umweltschädliche weltweite Produktion der Lithium-Ionen-Akkus für Handys stößt weit mehr CO2 aus als der globale Flugverkehr. Wenn die jungen Leute von „Fridays for Future“ halbwegs glaubwürdig wären, würden sie sich als erstes ein eigenes Handy-Verzicht für alle Kids unter 15 Jahren auferlegen. Also, ich bin noch ganz gut ohne die ständige Daddelei groß geworden. Wenn man mal in Mülltonnen von Schulen und Hochschulen schaut, wird einem nur noch schlecht. Die Menge an achtlos weggeworfenem Essen und Lebensmitteln macht einen fassungslos. Mir haben meine Eltern noch beigebracht, sich nur so viel auf den Teller zu füllen, wie man nachher dann auch tatsächlich verzehren will. Die Liste ließe sich mit Marken-Kleidung, überflüssigem Spielzeug und Mama-Taxis bis zum Schultor beliebig fortsetzen. Mir kommt es so vor, dass die Greta-Bewegung links-grün ideologisch gesteuert ist. Denn weder ist von einem eigenen substantiellen Beitrag zur CO2-Reduzierung die Rede, noch wird das größte Menschheitsproblem, die Überbevölkerung überhaupt nur einmal erwähnt. Dabei wäre ein Bevölkerungs- bzw. Wachstumsgipfel mindestens ebenso wichtig wie ein Klimagipfel. Es kann gar nicht so viel CO2 eingespart werden, wie jährlich 86 Millionen neue Menschen erzeugen.

Roland Berens, Verl

32 Kommentare

  1. Robert Maxeiner sagt:

    Auch Herr Geyer vermeidet es, bei den Lösungen zum Klimaschutz über den Verzicht zu sprechen. Es gibt nicht nur Wählerinnen und Wähler, die eine Partei nicht wählen, die sie mit Realitäten konfrontiert, sondern auch diejenigen, die eine Partei nicht (mehr) wählen, welche es an Aufklärung vermissen läßt. Deshalb wird es darum gehen, wer in welcher Weise für den Klimaschutz bezahlen wird. Ohne Verbote wird es nicht gehen. Aber was nicht sein kann, ist, dass Bürgerinnen und Bürger Verbote akzeptieren, während die größten Verursacher der Klimakatastrophe, die Großkonzerne, mit Anreizen gelockt werden und sich über Emissionshandel und Steuern heraus kaufen können. Helfen bei der Bewältigung dieser Mammutaufgabe kann eine neue Definition von Wohlstand. Wohlstand ist, zukünftig kein Plastik mehr essen zu müssen, saubere Luft in Großstädten zu atmen, weniger Lärm ausgesetzt zu sein, mehr Demokratie zu wagen, bei friedlichen Demonstrationen nicht mehr von der Polizei eingekesselt oder verprügelt zu werden, wenn die EU keine Flüchtlinge mehr im Mittelmeer ertrinken läßt, wenn die eigene Nation damit beginnt, auf Waffenimporte
    in Kriegsgebiete zu verzichten. Das ließe ich mir als Bürger etwas kosten, wenn es sein muss, auch den geliebten Individualverkehr.

  2. Jürgen Hempel sagt:

    Nun in Folge erlebte Deutschland einen zweiten Sommer der Superlative – Wärme ohne Ende, schön für Urlauber ! Für Landwirte hingegen bedeutet Trockenheit schließlich Ernteverluste. Viele Äcker werden beregnet um die Verluste zu schmälern. Doch das kann keine Zukunft sein. Auch Spaniens Tomatenbauern müssen sich umstellen. Es gibt zu wenig Wasser dort, so wurde im Mai 2019 den Bauern in der Region Andalusien das Wasser abgedreht, das Trinkwasser wurde für die Hotels und den Touristen benötigt. Insgesamt droht eine Fläche von 40 Prozent in Spanien zu Versteppen – Wüste ! Und auch in Deutschland „verdursten“ die Wälder. Es kann nicht sein, dass Bauern in Deutschland mit ihrer Feldberegnung maßgeblich dazu beitragen, dass der Grundwasserspiegel um etliche Meter absinkt. Der Anbau von Feldfrüchten muss dem Klima angepasst werden. Insbesondere wäre es erforderlich, dass der Anbau von Mais auch ohne Beregnung auskommt. Auf Geestflächen könnte als Ersatzpflanze die Durchwachsende Sylphie Anwendung finden. Eine Pflanze, die sich für Biogasanlagen bewährt hat.

  3. Karl Hahn sagt:

    Klimawandel und Artensterben sind in den letzten Jahren ein wichtiges Wahlkampfthema geworden. Die Erfolge der Grünen zeigen, dass man damit Wähler gewinnen kann. Insbesondere die Jugend können sie begeistern. CDU/CSU, SPD und Linke sind inzwischen auf den fahrenden Zug aufgesprungen und versuchen, die Grünen einzuholen. Mit dem Lob der Bundeskanzlerin für „Fridays for Future“ hat sie den Organisatoren der Demos grünes Licht gegeben, den Lehrern allerdings ein Kuckucksei ins Nest gelegt.
    Ursache für Klimawandel und Artensterben ist das Bevölkerungswachstum auf der Erde. Um 1900 lebten etwa 1,6 Milliarden Menschen auf unserem Planeten. Schon 2100 erwarten die Vereinten Nationen 11 Milliarden Bewohner. Mehr Menschen bedeuten mehr Industrie, mehr Kraftfahrzeuge, weniger Lebensraum für Tiere etc.
    Anderseits wird auch die Anhebung des Lebensstandards in den Entwicklungsländern die Probleme des Klimawandels und Artensterbens verschärfen. Es bedeutet ebenfalls mehr Industrie, mehr Kraftfahrzeuge, weniger Lebensraum für Tiere etc.
    Unsere Klima-Aktivisten suggerieren den Menschen, wir in Deutschland können den Klimawandel und das Artensterben entscheidend stoppen. Dies ist fern jeder Realität. Mit unseren 80 Millionen Einwohnern, also etwa 1% der Weltbevölkerung, vermögen wir nur einen kleinen Beitrag zu leisten.
    All‘ die Maßnahmen, welche die grünen Politiker präsentieren, wie weniger fliegen, keine Kohlekraftwerke, Schutzgebiete für Pflanzen und Tiere etc., können nur flankierende Maßnahmen sein. Sie vermögen nicht die Folgen, die das Bevölkerungswachstum und die Erhöhung des Lebensstandards in der Dritten Welt nach sich ziehen, abzufangen. Letztlich wird nur eine Geburtenkontrolle den Klima-Kollaps verhindern können.
    Trotzdem müssen auch wir einen Beitrag zum Klima-und Artenschutz leisten. Unausgegorene Schnellschüsse sind aber nicht angebracht. Sie schädigen die Wirtschaft und gefährden den Wohlstand.

  4. Barbara Loer sagt:

    Die Initiative der FR, Ideen zu Klimaschutz-Aktivitäten zu sammeln, begrüße ich sehr; aber vom Ergebnis bin ich ziemlich enttäuscht. Warum zum Teufel traut sich denn niemand, einigermaßen konkret zu werden? Ansatzpunkte gibt es doch wirklich genug: Tempo 130 auf Autobahnen, bei Verstoß drei Monate Führerscheinentzug (ganz einfaches Gesetz!); Verbot von Inlandsflügen (Ausnahmen für Behinderte und unbegleitete kleine Kinder); Umwidmung der 57 Milliarden Euro, die der Staat derzeit als Subventionen an fossile Energieträger vergibt, in Subventionen für erneuerbare Energien; Ausbau und kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs, auch in ländlichen Regionen; Einstiegspreis für CO2: 60 Euro; sofortiges Verbot völlig unnützer Plastikverpackungen (Beispiel: Plastikfolie um Bücher); Kohleausstieg jetzt beginnen und bis 2030 abschließen; jedes zweie private Auto in Großstädten wird stillgelegt (begründete Ausnahmen möglich); Umstellung der Auto-Elektrifizierung (die wegen der benötigten Materialien für Batterien die Entwicklungsländer zusätzlich schädigt) auf die Entwicklung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik; Verbot von Mietpreiserhöhungen bei der Wärmedämmung von Gebäuden; Umsteuerung der konventionellen Landwirtschaft in biologische Anbauverfahren, auch durch entsprechende Umwidmung des EU-Agrarhaushalts; Solarpanels auf jedem Hausdach.
    Na undsoweiter undsoweiter. Manches davon geht sofort, manches braucht etwas länger, aber wann, wenn nicht jetzt? Und wer, wenn nicht wir?
    Natürlich brauchen wir auch einen ökonomischen Systemwechsel, weg von der kapitalistisch geprägten Wirtschaftsweise und dem Glauben an das allein seligmachende Wachstum. Aber man soll Politikerinnen und Politiker auch nicht überfordern, sie können kein multitasking, und den meisten von ihnen treibt die Erwähnung des Wortes „System“ bereits die Schweißperlen auf die Stirn.
    Wie Kästner so richtig sagte: Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es. Das gilt auch für Politiker und Politikerinnen.

  5. hans sagt:

    zu @ Barbara Loer
    Ihre Forderungen sind bis auf eine Nachvollziehbar. Bei dem Thema Verkehr anstatt Batterien Wasserstoff sollten sie sich mal mit dem Thema Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Wasserstoff beschäftigen. Wasserstoff wird da eine Rolle spielen wo keine andere Lösung möglich ist aber nicht bei PKW.

  6. hans sagt:

    Die Tage war wieder einmal das Thema Klima in einer Phönix Runde dran. Wie eigentlich immer bei solchen Sendungen kam wieder das Argument das es nichts nützt wenn D. mit seinen 2 % Anteil am CO2 Ausstoß alleine Klimaschutz betreibt. Ich frage mich immer wer solche Menschen bezahlt die sich dann da hin setzen und ich denke wissentlich die Unwahrheit sagen. Claudia Kämpfert hat diesem Mann zwar klar widersprochen aber das Argument war in der Runde wieder in der Welt. Da hilft wie meist ein Blick auf die Wirklichkeit

    https://www.eia.gov/coal/production/quarterly/

    Donald Trump wird der erste grüne Präsident der USA ob er will oder nicht.

  7. An alle.
    Das eigentliche Problem ist unsere Regierung.Sie sagt, sie will das Klima retten, tut aber nichts, das wirklich zu tun, sondern tut genau das Gegenteil. Es geht darum der Kohle- und Autoindustrie die Gewinne zu retten, um nichts anderes.Die Stromautos, die geförderten, fahren mit Kohlestrom, sind also doppelt dreckig. Die Landwirtschaft vergiftet weite Teile des Landes und wird immer weiter durchgewinkt Solar und Windkraft wären vonnöten, müssten mit aller Kraft ausgebaut werden – kommt im Klimaprogramm praktisch nicht vor. Speicher für Wasserstoff, die mit Windrädern zu betreiben wären – Fehlanzeige.Man kann so weiterschreiben, aber was solls, mit der Regierung, die die Bürger belügt hinsichtlich ihrer Absichten . hoffnungslos.

  8. hans sagt:

    Inzwischen denke ich das die Medien eine Mitschuld haben das es in D. nicht voran geht. Meine Meinung über die Berichterstattung von dem Wirtschaftswunder von Portugal habe ich letzte Woche schon geschrieben. Das in Talkshows mause tode Argumente immer wieder gebracht werden auch. Letzten Sonntag brachte der Weltspiegel einen Bericht über Schweden in dem AKW, man kann schon sagen, bejubelt worden sind. Kein Wort zu dem was ich unten als Link einstelle. Man könnte meinen an dem Wort Lügenpresse ist doch etwas dran. Ist es wirklich so viel verlangt das solche Berichte einigermaßen sauber recherchiert werden? So kommt weder eine saubere Information der Politiker noch der Bürger zustande.

    https://www.iwr.de/news.php?id=36355

  9. Dieter Murmann sagt:

    Ich überlege gerade, ob ich, nachdem es eine Initiative für „Fridays for Hubraum“ (FfH) gibt, eine Initiative für „Fridays for Verstand“ ins Leben rufen soll. Die Hubrauminitiative zeigt, dass es den Kritikern der Klimabewegung nicht um die Mobilität geht, sondern nur um das Statussymbol „fettes Auto“. Die Mobilität ist auch mit kleineren, leichteren und nicht übermotorisierten Fahrzeugen zu erreichen. Aber darum geht es den FfH-Anhängern nicht. Hubraum ist die Messgröße, mit der man seinen Status untermauern will. Diese Größe wünscht man sich für die Gehirne der Akteure. Leider gehen unsere Politiker aber auch nicht mit gutem Beispiel voran. Aktuell hat sich die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Anke Rehlinger (SPD) gegen Tempo 130 ausgesprochen. Meines Wissens haben die letzten Umfragen ergeben, dass sich eine Mehrheit der Bundesbürger für die Einführung eines Tempolimits auf Autobahnen ausgesprochen hat, auch wenn sich die Befragten, frei nach Herrn Scheuer, damit als „jedem Menschenverstand beraubt“ outen. Ich kann die verlogenen Diskussion langsam nicht mehr hören. Ständig wird uns vorgegaukelt, dass wir den ärmeren Teil der Bevölkerung ausgrenzen, wenn eine CO2-Bepreisung erfolgt. Außerdem ist ständig die Rede davon, dass wir keine Verbote wollen, sondern dass die Bevölkerung „mitgenommen“ werden muss. Wir akzeptieren, dass große Teile der Bevölkerung sich überhaupt kein Auto leisten können, wollen den gut verdienenden aber keinerlei Grenzen auferlegen. Wir diskutieren doch auch nicht, ob Diebstahl, Tierquälerei oder Fahren bei roter Ampel verboten sein soll. Warum ist es denn in Deutschland so schwierig, sinnvolle Verbote auszusprechen? Und dass Klimaschutz nicht nur sinnvoll, sondern überlebensnotwendig ist, ist in der Wissenschaft längst Konsens und wird wohl außer von der AfD und FfH von niemanden bestritten.

  10. Uli Partheil sagt:

    Ein Kind steht mit seiner Mutter an einer Ampel. Es hat gelernt zu warten, bis es grün ist. Ein anderer kommt dazu und sagt zu dem Kind: „Du kannst ruhig bei rot gehen, die Autofahrer werden aufpassen, sie werden dich nicht überfahren. Das weiß doch jeder.“ Das Kind glaubt aber lieber seiner Mutter und tritt dafür ein, dass sie Recht hat.
    Es heißt nun, das Kind polarisiert, weil es die Meinung des anderen nicht gelten lässt. Außerdem sei es fremdgesteuert.

  11. Hans-Christoph Otto sagt:

    Es ist schon erschreckend zu sehen, mit welcher Naivität und tendenzieller Rechtsstaatsfeindlichkeit die Klimaschützer die Welt retten wollen. Frau Loers Brief bietet dazu besten Anschauungsunterricht: So will sie – durchaus vernünftig – das Tempo auf Autobahnen auf 130 senken, fordert aber zugleich bei Verstößen ein dreimonatiges Fahrverbot! Bei geringfügigen Überschreitungen verstößt eine solche drastische Sanktion eklatant gegen das verfassungsrechtliche Verhältnismäßigkeitsgebot.
    Weiter verlangt sie das Verbot von Inlandsflügen, will aber Ausnahmen für Behinderte und unbegleitete Kinder! Ja wie soll denn das funktionieren? Ein Bereitschaftsdienst für diese Gruppen? Oder weiter Linienflüge für ein paar Menschen? Dann wird’s ganz abstrus: Sie will jedes zweite private Auto in Großstädten stilllegen, wobei sie immerhin großzügig begründete Ausnahmen zulassen will. Wer bitte entscheidet darüber, welche Menschen auf ihr Auto und damit auf ihre Bewegungsfreiheit verzichten müssen! Das Los? Die Kinderzahl? Das Alter?
    Frau Loer scheint zu glauben, dass Menschen in Goßstädten kein Auto benötigen. Wer sein Leben ausschließlich in der Großstadt verbringen will, kann dies so sehen. Aber schon ein Ausflug etwa aus Frankfurt in den Taunus oder in den Rheingau ist mit dem öffentlichen Nahverkehr schlicht unmöglich. Hier zeigt sich eine Verbindung von erschreckender Naivität mit rechtsstaatsfeindlichen Tendenzen, wie man sie auch bei Bewegungen wie Extinction Rebellion beobachten kann. Aber das Ziel der Weltrettung rechtfertigt offensichtlich alles.

  12. Roswitha Hoyer sagt:

    Antwort auf Roland Berens

    Greenpeace hat vor über 30 Jahren den Begriff der Ökobilanz entwickelt. Heute will man uns weismachen, Elektroautos würden das Klimaproblem lösen – getreu dem alten Motto: bei uns kommt der Strom aus der Steckdose – und verkauft gewisse Wegwerfroller als alternatives Verkehrsmittel. Und die Batterien nimmt ja schließlich der Händler zurück.
    Die Ökobilanz der Freitagsdemonstrationen wäre sicher nicht uninteressant. Ich bin da schon 2 ½ Stunden im innerstädtischen Stau gestanden. Anders als ich, wenn ich es geahnt hätte, konnte die Pflegedienstmitarbeiterin neben mir nicht auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Und zu den Demonstrationen kann auch nicht jede mit einer Milliardärsjacht angesegelt kommen.
    Die persönliche Ökobilanz derjenigen, die heute ihre Großväter als die Klimaverbrecher darstellen, sollte man auch mal mit der der Altvorderen vergleichen. Die hatten Radios, die 70 Jahre lang funktionierten (ich selbst besitze ein solches Erbstück, es klingt schöner als die heutigen) und Fernseher, die auch 30 Jahre hielten. Die waren aber auch von Grundig und wurden nicht sozial- und klimaverträglich wie die heutigen Tablets, Smartphones, Computer etc. von China hierher transportiert.
    Anders als der Club of Rome vor nunmehr fast 50 Jahren redet heute niemand mehr über die Überbevölkerung. Das ist natürlich auch schwierig in einem Land, in dem man der Bevölkerung einzureden versucht, wenn sie fruchtbar seien und sich mehrten, könne man damit die Sozialversicherungen retten – Niedriglöhne hin oder her.
    Wenn sich während einer Generation die Weltbevölkerung von 3 auf 10 Milliarden vermehrt, dann kann man weder mit ökologisch fragwürdigen Energiesparlampen noch mit leistungsreduzierten Staubsaugern dagegen anstinken.
    Die Verlogenheit schreibt sich nicht nur, aber doch ziemlich grün. Wie wäre es künftig mit ernsthaften Öko-, aber auch Sozialbilanzen?

  13. Brigitta Kliem sagt:

    Antwort auf Roland Berens

    Ich bin das Getröte der Klimawandelignoranten mittlerweile bis zur Oberkante leid. Insgesamt ist es bemerkenswert, mit wie wenig sachlicher Argumentation sie versuchen, ihren bisherigen desaströsen Lebensstil zu erhalten und ungestört fortsetzen zu können: Mein Plastik, mein SUV, meine Bratwurst! Da wird gehetzt, diffamiert, gelogen, mit kontaminiertem Dreck geschmissen und gern auch mal unter dem Gejohle anstandsbefreiter Gewaltphantasten eine 16-Jährige symbolisch aufgehängt.
    Die Alten sind beleidigt! Sie haben Deutschland wieder aufgebaut (nachdem es durch deutsche Schuld zerstört wurde) und ihren Nachkommen eine wahre Wunderwelt geschenkt, in der sich jede/r alles leisten kann: Urlaub, teure Markenklamotten, Wegwerfware, jedes denkbare Lebensmittel, Bankkonto, Internet, Smartphone, die Überzeugung, der Nabel der Welt zu sein… Schließlich sollten sie es mal „besser“ haben als die Alten. Wirtschaftlich gesehen. Und jetzt fordert die undankbare Brut von der Geber-Generation auch noch die Erhaltung ihrer Lebensgrundlage ein! Das geht zu weit!
    „Wenn es den Jugendlichen ernst wäre, würden sie sich zuallererst selbst ein Handy-Verbot auferlegen, nie wieder den elterlichen SUV besteigen, vegan leben, jeglichen Müll vermeiden, eigene substantielle Beiträge zur Co2-Reduzierunge abliefern, auf Urlaubsreisen verzichten und vor allem: der SchulPFLICHT nachkommen.“ Und dem Alten Bier aus dem Kühlschrank holen? Wie billig ist das? Alles, was jetzt für ihre „Glaubwürdigkeit“ gefordert wird, haben die Erwachsenen den Kindern doch beigebracht!
    Nein, die Jungen müssen gar nichts! Schon gar nicht den verschlafenen Alten, die seit fast 50 Jahren über die Klimabedrohung informiert sein sollten und diese ebenso lange konsequent ignorieren, mit gutem Beispiel vorangehen! Die Jungen haben alles Recht dieser Welt, von den Alten die Erhaltung ihrer Lebensgrundlage zu fordern! Eine andere Welt kann ihnen nämlich niemand zur Verfügung stellen!
    Ich setze meine Hoffnung auf die Jungen. Die verknöcherten Alten meiner eigenen Generation habe ich abgeschrieben. Sollen sie ihr Plastik, ihren SUV und ihre verkohlte Bratwurst behalten. Die Anderen – WIR anderen – machen das schon!

  14. Eduard Belotti sagt:

    Leser Berens lässt kein gutes Haar an der Jugend und wirft alle in einen Topf. Ihr angebliches Sündenregister reicht von der Handy-Nutzung über das Wegwerfen von Lebensmitteln bis zu unnötigen Autofahrten aus Bequemlichkeit („Mama-Taxis“). Zumindest den Klima-Aktivistinnen (sie sind anscheinend wirklich überwiegend weiblich) tut er damit unrecht. Sie beginnen mit der Überzeugungsarbeit in der Familie: Urlaubsreisen mit dem Flugzeug oder die Anschaffung eines SUV sind verpönt. Bleiben Handy und Smartphone. Da kann man natürlich fragen, ob sie nötig sind. Aber für die Organisation ihrer einflussreichen Demonstrationen und Aktionen sind sie schon einmal gut eingesetzt.
    Die Unterstellung, sie würden von außen „ideologisch gesteuert“, entpuppt sich als absurd, wenn man diese selbstbewussten und gut informierten jungen Menschen erlebt.
    Der Verweis auf das Bevölkerungswachstum ist absolut fehl am Platz. Es ist sicher nicht „das größte Menschheitsproblem“. Schließlich kommen die Menschen nicht mit einem dicken Auto oder einem beheizten Swimming-Pool zur Welt. Und in den Weltregionen mit der höchsten Geburtenrate wird sich die Mehrheit der Menschen ihr Leben lang solchen Luxus nicht leisten könne. In vielen Ländern in Afrika und Asien liegt der CO2-Ausstoß pro Kopf weit unter einer Tonne pro Jahr. In Indien sind es 1,5 Tonnen, bei uns 9 Tonnen, die USA und Saudi-Arabien kommen auf das Doppelte unseres Ausstoßes. Das bei der Atmung ausgestoßene CO2 ist mengenmäßig gering und heizt natürlich nicht das Klima an, da es nicht aus fossilen Quellen stammt, sondern Teil des natürlichen Kreislaufs ist.
    Und was sollten die Schülerinnen auch gegen das Bevölkerungswachstum ausrichten? Ihr Umfeld und unsere Politiker im Sinne eines zukunftsverträglichen Verhaltens bzw. einer solchen Politik zu beeinflussen, ist der vernünftige Weg. Leider ist unsere Regierung von so einer Politik noch weit entfernt – aus Rücksicht auf unterschiedlichste Interessen.

  15. Gerd-Rüdiger Erdmann sagt:

    Die schlechte Nachricht zuerst: Die Mitglieder des sogenannten „Klimakabinetts“ lesen die Frankfurter Rundschau nicht. Woran kann man das erkennen? Vor einiger Zeit stand in der FR ein Artikel, dass etwa 300 Millionen Bäume in Deutschland fehlen würden, wobei aber entsprechende Flächen für deren Pflanzung vorhanden seien. Eine Woche später stand dann wieder in der FR ein Artikel, dass Äthiopien innerhalb von 12 Stunden 320 Millionen Bäume gesetzt hätte. Äthiopien, glaube ich, ist kein hochindustrialisiertes Land. Da wird monatelang über die verderbliche Bodenversiegelung und über die Notwendigkeit der Anpflanzung von schattengebenden Bäumen, die zudem CO2 speichern, lamentiert und was kommt beim Klimapaket heraus: Co2-Steuer, Strompreis-Senkung, Verbilligung von Bahnfahrten etc. Das übliche „Lösungsgebaren“ also, dass von Frau Graichen zu Recht als „Ankündigungspolitik“ kritisiert wird. Und Äthiopien pflanzt 320 Millionen Bäume. Hätten die Mitglieder des Klimakabinetts die FR gelesen, wäre wenigsten ein richtig guter Vorschlag in dem Paket gewesen. In Anlehnung an Karl Marx gilt „die Philosophen (Politiker) haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an sie zu verändern“.

  16. hans sagt:

    Sehr interessantes und aufschlussreiches Gespräch mit Jeremy Rifkin heute in der FR. Er hat die Energiewende mit recht man kann schon sagen rein ökonomisch begründet. Das zeigt auf wie völlig falsch die Diskussion nicht nur in der Politik in D. läuft. Länder die auf EE setzen werden ökonomisch die Gewinner sein. Wie z.B derzeit Portugal im Vergleich zu Griechenland. Aber das hatten wir ja schon. Besonders ist mir aufgefallen das er in dem Gespräch nur 2 mal das Wort Klima benutzt hat, weil die Klimarettung ein Abfallprodukt der ökonomisch wichtigen Energiewende ist.

  17. Peter Boettel sagt:

    Am 16.10.2019 hat der Bundestag mehrheitlich einen Antrag der Grünen abgelehnt, auf Autobahnen Tempo 130 als Höchstgeschwindigkeit einzuführen. Nur die Linke sowie je zwei Abgeordnete der SPD, der Union sowie der fraktionslose Marco Bülow haben dem Antrag zugestimmt.

    Dabei hat, wie der Abg. Marco Bülow am 26.09.2019 im Bundestag berichtete, die SPD auf einem Bundesparteitag das Tempollimit beschlossen. Aber dies ist, wie Bülow erwaähnt hat, „im Bundestag nie angekommen, weil die Bundestagsfraktion einen entsprechenden Vorschlag in die Koalitionsverhandlungen überhaupt nicht eingebracht hat.“

    Ein Tempolimit würde zwischen 3 Millionen und 5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Bei einem Tempolimit würde es weniger Verkehrstote und weniger Stickoxide geben; es hätte nur Vorteile, auch weil dadurch Sprit gespart und Staus vermieden würden.

    Aber aus Koalitionsgründen, wie es in den Meldungen hieß, hat die SPD ihren eigenen Vorschlag abgelehnt. Wer kann ihr dann noch glauben, dass sie für eine bessere Klimapolitik eintritt? Und so darf sie sich nicht über weiteren Wählerschwund wundern.

  18. Karl Höhn sagt:

    Kein Zweifel: wir brauchen einen schnellen, tiefgreifenden, solidarischen Umbau unserer Treibhausgas basierten Wirtschaft, verbindliche Regeln. Die Regierungen unterliegen aber dem Einfluss der ökonomisch Mächtigen, praktizieren Business-as-usual. Wir Vielen müssen sie ermächtigen, indem wir unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, aufklären, Verantwortung übernehmen, Widerstand leisten, gewaltfrei, demokratisch. Danke F4F.

  19. Karl Albert Hahn sagt:

    Der Jenaer Professor Andreas Freytag bewertet die in Deutschland unternommenen Anstrengungen zur Senkung des CO 2 –Ausstoßes für kaum merkbar mit Blick auf das Weltklima. Denn während in Deutschland enorme Anstrengungen unternommen würden, den Ausstoß zu reduzieren, wachse der Verbrauch beispielsweise in Indien sehr stark. Sein Fazit, dem ich mich anschließe, „Wenn wir die globalen Lösungen nicht hinbekommen, dann sind alle lokale (deutsche) Lösungen umsonst.“

  20. hans sagt:

    zu @ Karl Albert Hahn
    Ich würde ihnen ja uneingeschränkt recht geben wenn das was sie schreiben irgendetwas mit der Realität zu tun hätte . Dem ist aber nicht so. Eher ist es umgekehrt. D. macht bei den EE derzeit so wenig und ruht sich so auf der Vergangenheit aus das man Angst haben muss dass das Land den Anschluss verliert.

    https://www.en-former.com/bilanz-des-weltweiten-ausbaus-der-erneuerbaren-energien/

  21. hans sagt:

    https://www.photovoltaikforum.com/thread/105084-darf-man-atom-abschreiben/?postID=1843630#post1843630

    Ich habe einen interessanten Link gefunden der in verschiedenen Grafiken aufzeigt was auf der Welt gerade am passieren ist. Das trägt hoffentlich dazu bei zu erkennen dass das Argument das ja nur D. alleine die Welt nicht retten kann nichts mit der Realität zu tun hat.

  22. Gerd-Rüdiger Erdmann sagt:

    Die schlechte Nachricht zuerst: Die Mitglieder des sogenannten „Klimakabinetts“ lesen die Frankfurter Rundschau nicht. Woran kann man das erkennen? Vor einiger Zeit stand in der FR ein Artikel, dass etwa 300 Millionen Bäume in Deutschland fehlen würden, wobei aber entsprechende Flächen für deren Pflanzung vorhanden seien. Eine Woche später stand dann wieder in der FR ein Artikel, dass Äthiopien innerhalb von 12 Stunden 320 Millionen Bäume gesetzt hätte. Äthiopien, glaube ich, ist kein hochindustrialisiertes Land. Da wird monatelang über die verderbliche Bodenversiegelung und über die Notwendigkeit der Anpflanzung von schattengebenden Bäumen, die zudem CO2 speichern, lamentiert und was kommt beim Klimapaket heraus: Co2-Steuer, Strompreis-Senkung, Verbilligung von Bahnfahrten etc. Das übliche „Lösungsgebaren“ also, dass von Frau Graichen zu Recht als „Ankündigungspolitik“ kritisiert wird. Und Äthiopien pflanzt 320 Millionen Bäume. Hätten die Mitglieder des Klimakabinetts die FR gelesen, wäre wenigsten ein richtig guter Vorschlag in dem Paket gewesen. In Anlehnung an Karl Marx gilt „die Philosophen (Politiker) haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an sie zu verändern“.

  23. Peter Boettel sagt:

    @ Gerd-Rüdiger Erdmann:

    Ich glaube auch nicht, dass die Mitglieder des „Klimakabinetts“, das sich eher Kuriositätenkabinett nennen sollte, die FR lesen.

    Vor allen Dingen gibt es in der Klimafrage von Deutschland ohnehin keine guten Nachrichten, wenn man bedenkt, dass die SPD letzte Woche den Antrag auf Tempolimit auf Autobahnen, bei dem zwischen 3 und 5 Millionen CO² eingespart, viele Verkehrstote vermieden und kostspielige Staus erspart würden, aus Koaltionsgründen abgelehnt hat.

    Damit wird diese ohnehin aktionsunfähige Koalition höher eingestuft als das derzeit ina llen Schlagzeilen stehende Klima. Auch hat die SPD damit ihren eigenen Parteitagsbeschluss ignoriert. Dies wird ihr wieder etliche Stimmen kosten, aber das ist ihr wohl egal, Hauptsache: die Koalition ist gerettet.

    Und im Ausland ist man weiter, wie das von Ihnen erwähnte Beispiel zeigt, oder das Verbot von Plastiktüten in einigen afrikanischen Ländern.

  24. hans sagt:

    zu @ Peter Boettel
    Ihnen ist schon bekannt, aber keine Erwähnung wert, das nicht nur die SPD gegen ein Tempolimit gestimmt hat?

  25. Stefan Briem sagt:

    Ich kann dieses ständige SPD-Bashing durch unsere – hochachtungsvoll – Altlinken ebenfalls nicht leiden.

    Peter Boettel, wenn es Ihnen um politische Durchsetzung geht, warum erhöhen Sie den Druck auf die SPD und nicht auf den politischen Gegner CDU/CSU und SPD?

  26. Rüdiger Laube sagt:

    Ob mich jemand für seine Sache gewinnen kann, wenn er mich vorher nervt, behindert, schädigt oder mir ähnlich Unangenehmes antut? Kurz: nein. Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, aber nicht alle Synapsen scheinen perfekt zugeordnet. Wie erklärt sich sonst der Irrglaube an bessere Zustände durch Zerstörung? In Kriegen alles dem Erdboden gleich gemacht und viele tote Menschen sind ein Erfolg versprechender Start in ein feines Leben? Streikende Airport-Mitarbeiter verursachen Millionenschäden, kippen zehntausende Urlaube und noch mehr Geschäftstermine für persönliche Anliegen? Das turnusmäßige, vermeintlich politisch motivierte Zerlegen von Innenstädten ist der Nachweis dafür, dass radikale Randalierer die klügeren Köpfe sind? Immer noch: nein. Aktuell reihe ich auch den Extinction-Rebellion-Protest in diese geistige Verwirrung ein. Ich kenne niemanden, der nicht gegen Klimakatastrophen und das Aussterben von Menschen, Tieren und Pflanzen ist. Ich kenne allerdings auch niemanden, der dafür permanent an die Allgemeinheit adressierte Schikanen bejubelt, die nichts mit dem Thema zu tun haben und eben nicht die – mitunter recht großzügig dazu bestimmten – Verantwortlichen berührt. Endlose Staus (vorteilhaft fürs Klima! – Ironie Ende), zu spät zur Arbeit kommen, Kranken- und Einsatzwagen, die Notfälle kaum mehr erreichen, Handwerker und Lieferanten, die neben ihrer Geduld auch Umsatz verlieren, Polizisten, die ebenso pro Umwelt eingestellt sind und sich dennoch von Gleichgesinnten bespucken lassen müssen. Dazu summieren sich ungeheure Kosten als Konsequenz solcher Aufstände, die wir alle bezahlen und die an anderer zweckgebundener Stelle nützlich gewesen wären. Erschwerend sei vermutet, dass nicht wenige der wochenlang Rebellierenden eher zu den Nehmern als zu den Gebern staatlicher Mittel gehören. Eine ganze Woche lang Großstädte lahmlegen – ich kenne die Zielgruppendefinition von Extinction Rebellion nicht, ich hätte deren löbliche Absichten bereits mit einer guten Aktion verstanden. Liebe Rebellen (unglücklicherweise ist bereits dieses Wort mit einer gewissen Gewaltbereitschaft verbunden), seid kreativ: Macht Aktionen, die wirklich mit Umwelt zu tun haben, die positiv Aufmerksamkeit und damit auch Zustimmung generieren, engagiert euch in den Gremien, die ihr sonst bepöbelt und bringt die Bevölkerung auf eure Seite, nicht gegen euch auf. Erfolg ist größer, wenn alle mitmachen. Das könnte eure neue Aufgabe sein. Meine Meinung.

  27. Peter Boettel sagt:

    zu den Vorrednern:

    1. Es ist mir klar, dass weder CDU/CSU noch FDP und schon überhaupt nicht die AfD für ein Tempolimit stimmen würden.

    2. Ich habe die SPD deshalb erwähnt, weil es einen Parteitagsbeschluss für ein Tempolimit gibt, an das sie sich aus Koalitionsgründen nicht gehalten hat. Wenn die Union in diesem Fall die Koalitionsfrage gestellt hätte, hätte sie deshalb in der Öffentlichkeit schlechter gestanden als die SPD, die sich nicht an die eigenen Beschlüsse hält und eine wesentlich kritischere Mitgliedschaft und Wählerschaft hat als die Union.

    3. Als Mitglied der SPD seit über 47 Jahren ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, diese Position innerhalb der SPD gegenüber meinen Abgeordneten und Vorständen zu vertreten.

    4. Wenn Sie mich als Altlinken bezeichnen, betrachte ich dies nicht als Diffamierung oder Kränkung, sondern ich freue mich, lieber ein Altlinker als ein Neoliberaler zu sein.

  28. hans sagt:

    Heute brachte die FR die Information das Bergwerke die Rohstoffe für E-Autos fördern zunehmend mit EE betrieben werden. Damit würde die CO 2 Bilanz von E-Autos verbessert und viel Geld gespart. Das gilt auch für den Kohleabbau. Um unsere Kohlekraftwerke weiter laufen zu lassen setzt man auch immer mehr EE ein im Kohlebergbau. Das verbessert auch die CO2 Bilanz der Kohle( Vorsicht Ironie), aber wir meinen nicht vor 2038 aus dem Wasserkochen zur Stromerzeugung aussteigen zu können. Das erinnert mich an den Heizer auf der E-Look.

    https://www.pv-magazine.com/2019/10/09/another-polish-coal-mine-powered-by-solar/

  29. hans sagt:

    Wer die Energiewende in D. verstehen will sollte sich den Link unten anschauen. Man weiß nicht ob man Lachen oder Weinen soll. Weinen weil es genau so ist, besonders was über die EEG Umlage gesagt wird und Lachen weil es gut gemacht ist.

    https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-1-oktober-2019-100.html

  30. Karl Höhn sagt:

    Eine Regierung wie die unsrige, die nach vielen Jahren Umverteilungspolitik zum Vorteil der Reichen und der Profite, eine extreme Ungleichverteilung produziert hat, sich nun vom Druck der Straße zu Klimaschutzmaßnahmen gezwungen sieht, die die Lobbyisten der Konzerne gar nicht möchten und die gleichzeitig an der Bewegung der Gelbwesten in Frankreich vorgeführt bekommt, dass unsoziale Klimaschutzmaßnahmen in dieser Situation vielleicht schwierig durchzusetzen sein könnten, ist in einer doppelten Zwickmühle: es scheint, als müsse man Klimaschutz gegen die kurzfristigen Profitinteressen der Konzerne und soziale Maßnahmen gegen die bisher begünstigten Reichen betreiben.
    Eine clevere, machiavellistische Politik weiß sich jedoch zu helfen:
    Zuerst entsorgt man den naheliegenden Vorschlag einer Kopfpauschale, mit der die Einnahmen aus einer effektiven CO2-Bepreisung gleichmäßig an die Bevölkerung zurück verteilt würden, womit mittlere und ärmere Haushalte, die unterdurchschnittlich Treibhausgase produzieren, ökonomisch von der CO2-Steuer profitieren, stillschweigend im Papierkorb.
    Dann verfasst man ein völlig unzureichendes und noch dazu unsoziales Klimagesetz. Gegenüber der zwangsläufig aufkommenden Kritik an den unzureichenden Maßnahmen kann man in allen Medien verkünden, dass man die Menschen mitnehmen müsse und den Bürgern aus sozialen Gründen nicht noch mehr Klimaschutz zumuten könne. (Was nebenbei bemerkt, dokumentiert, dass man die Klimakrise nicht verstanden hat oder nicht verstehen will)
    Damit schürt man natürlich die berechtigten Ängste der vielen Verlierer des Neoliberalismus, die befürchten, dass auch die Klimakrise, wie schon zuvor die Finanzkrise, auf ihre Kosten ausgetragen wird. Und man inszeniert sich selbst als Beschützer der Armen und Betrogenen, der nicht zulässt, dass die extremen Forderungen der Klimaschützer ihre Existenz bedrohen.
    Also werden die verängstigten Menschen die Klimaschützer als ihre Feinde betrachten und die Regierung, als ihre Beschützer vor deren existenzbedrohenden Forderungen. Die mit den Klimaschützern verbündeten Parteien verlieren an Einfluss. Das Kapital bleibt von echten Klimaschutzmaßnahmen verschont. Die Reichen bleiben unbehelligt.
    Ein genialer und perfider Plan. Er hat nur 2 Haken: die Einen werden in die Hände der Klimaleugner der AfD getrieben und die Anderen durchschauen den Trick, eine willentlich unsozial gestaltete Klimapolitik als grundsätzlichen Widerspruch zwischen den berechtigten Interessen der Ärmeren an Entlastung und den klimapolitischen Erfordernissen zu verkaufen.

  31. Zum besseren Verständnis dessen, was in dieser Republik vorgeht, muss man ein Stück weit zurückgehen, in die späten 40er Jahre. Da gab es einen Herrn Globke, von Adenauer geholt ( wenn es kein sauberes Wasser gibt, dann muss ich eben schmutziges nehmen)Dieser Herr Globke sorgte dafür, dass in Justiz, Verwaltung und anderen wichtigen Schaltstellen die alten, vorherigen Kräfte an die Schaltstellen kamen, finanziell bestens versorgt und weisungsbefugt.Diese „Kräfte“ sorgten dafür. dass die alten Strippenzieher, das Kapital, weiter schalten und walten konnten.Auf diesem Boden hat sich die weitere Entwicklung vollzogen.Es bleibt jedem selbst überlassen, sich die Abläufe heute auf allen Gebieten anzuschauen und seine Schlüsse daraus zu ziehen.Für mich ist es jedenfalls die Erklärung für das Verhalten staatlicher Organe auf vielen Gebieten, besonders deutlich auf dem Klimasektor, geht es doch um Erhaltung der Pfründen der besitzenden Klasse, egal wie hirnlos das sein mag, denn immerhin sagt ein Herr Schellnhuber, Präsident des Klimaforschungsinstituts Potsdam, dass unsere Kinder und Enkel mit 98%iger Sicherheit in den Tod gehen, wenn es so weitergeht. Und das wird es, leider. Wer nun genau die Strippenzieher sind, schwer zu sagen, sie wirken im Verborgenen, die Regierung ist es nicht, das sind nur die nützlichen Idioten.Das erklärt auch die Zerschlagung von Solarindustrie, Windkraft und Vernachlässigung der Arbeitsplätze auf diesen Gebieten. Die Kohle aber wird geschützt, Steinkohle und Braunkohle, das müsste eigentlich jedem klar sein. Der Grundstein, auch zur Rechtslastigkeit auf allen Gebieten, liegt in den späten 40ern, das muss man sich klar machen. Die Folgen sieht man heute.

  32. hans sagt:

    Es kann sein das sie recht haben. Seit dem kollektivem Schreddern der NSU Akten ist eigentlich klar das es eine unbekannte Struktur geben muss die das veranlasst hat.