Ein weiteres glänzendes Beispiel deutscher Friedenspolitik

Im Grunde hat der Kalte Krieg nie aufgehört. Ja, es gab mal eine Phase der Entspannung, als die Sowjetunion aufgehört hatte zu existieren und Russland als Kernstaat der früheren Supermacht die Freundschaft des Westens suchte, doch selbst in dieser Zeit rüsteten die USA auf bzw. um: In ihrer paranoiden Angst vor einem atomaren Erstschlag durch Staaten wie Iran und Nordkorea nahmen sie unter US-Präsident George W. Bush frühere Pläne für ein nationales Raketenabwehrsystem wieder auf, die zur Belastung des Verhältnisses zu Russland wurden. Während Bushs Vater noch 1993 zusammen mit dem russischen Präsidenten Boris Jelzin den START- II-Vertrat unterschrieben hatte (Bild unten), der unter anderem die Deaktivierung aller strategischen Trägersysteme (also der Raketen, nicht der Atombomben) forderte, kam es in Sachen START III schon gar nicht mehr zu Anschlussverhandlungen. Auch START II hat eine komplizierte Geschichte: Jelzin unterschrieb zwar, aber das russische Parlament ratifizierte den Vertrag nicht; START II trat nie in Kraft. Zwar gibt es seit dem Jahr 2002 das SORT-Abkommen, das die Zahl der einsatzbereiten Gefechtsköpfe auf 2200 pro Nation begrenzt, doch dieses Abkommen gibt sich mit der Deaktivierung und Einmottung von Gefechtsköpfen zufrieden und fordert nicht deren Vernichtung. Zudem wurden keine Kontrollmechanismen vereinbart.

BushJelzinWie man es dreht und wendet: Die USA und Russland hatten auch in dieser Zeit ein Atomwaffenpotenzial, das genügte, die Menschheit auszurotten. Inzwischen sind weitere Atommächte hinzugekommen, Indien etwa, so dass die Gefahr eines Atomkriegs gewachsen ist, denn wie die USA und Russland befindet sich auch Indien in Konflikten um Vorherrschaft, und zwar mit Pakistan und China, die ebenfalls Atomwaffen haben. Auch Nordkorea hat inzwischen Atombomben, ist allerdings wohl noch nicht in der Lage, damit die USA direkt anzugreifen. Doch eine echte Paranoia fragt nicht nach ihrer realen Berechtigung, sondern bezieht ihre Berechtigung aus sich selbst. Wie irrational groß das Sicherheitsbedürfnis der USA ist, zeigt sich unter anderem auch darin, dass viele US-Amerikaner bereit waren, die Einschränkung ihrer Bürgerrechte zu akzeptieren, die der „Patriot-Act“ mit sich brachte. Und — das muss an dieser Stelle festgehalten werden — sie waren bereit, für dieses überzogene Sicherheitsbedürfnis die Partnerschaft mit Russland zu riskieren, die sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zunächst sehr positiv angelassen hatte. Die USA konnten den Russen nicht glaubhaft machen, dass ihr National Missile Defense-Programm, das unter George W. Bush begonnen wurde, sich nicht gegen Russland richtete. Die Tatsache, dass sie Raketenabwehrstationen auf polnischem und tschechischem Territorium planten, also quasi direkt vor Moskaus Nase, kann nur als grobe und gefährliche Instinktlosigkeit bezeichnet werden. Doch das russische Befinden hat die USA vermutlich nie ernsthaft interessiert.

Inzwischen ist die historische Chance verstrichen, und Russland hat sich verändert. Es zeigt der Welt zunehmend ein aggressives Gesicht, es entwickelt sich wieder zum Gegenspieler der USA zurück. Die gegenwärtige Taktiererei mit den USA um Syrien und die Frage, ob Stabilität in der Region nur mit dem Despoten Assad möglich ist, zeigt das neue-alte Selbstbewusstsein des russischen Despoten Wladimir Putin. Doch gerade eben haben die USA der Welt auch mal wieder ihre Kehrseite gezeigt: Um Luftangriffe gegen die islamistischen Terroristen vom IS, die in Syrien hausen, von der Türkei aus fliegen zu können, drückten sie ein Auge zu, als die Türken kurdische Stellungen bombardieren ließen — dabei waren die Kurden die Verbündeten der Amerikaner und sind vermutlich die einzigen, die am Boden etwas gegen den IS ausrichten könnten. Die Politik des türkischen Staatspräsidenten Erdogan zielte aber darauf ab, den IS zu stärken, um den Erzrivalen Assad zu schwächen. Komplizierter könnte die Gemengelage kaum sein — doch die Amerikaner tun das Falsche. Resignierend möchte man hinzufügen: Wie immer.

Schon seit längerem kursieren Berichte, wonach die USA ihr Kernwaffenarsenal modernisieren wollen. Das betrifft vermutlich auch jene 20 Atombomben, die sich nach unbestätigten Berichten auf deutschem Territorium befinden — auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst der Bundeswehr in Büchel. Wenn es stimmt, was man so hört, sollen die alten Bomben umgebaut werden. Sie werden dann eine geringere Sprengkraft haben, aber da sie mit einem hochmodernen Lenksystem namens JDAM ausgerüstet werden, treffen sie ihr Ziel genauer. Sie sind nicht auf Raketen stationiert, sondern werden von Kampfjets Richtung Ziel transportiert. Die Versuche der Bundesregierung, diese Bomben loszuwerden, waren in der Vergangenheit eher halbherzig, denn diese Bomben, so irrwitzig sich das auch anhört, erlauben Deutschland eine Mitsprache in der Nato im Hinblick auf das, was dort „nukleare Optionen“ genannt wird. Mitsprache ist natürlich immer gut — wenn sie denn auch genutzt wird. Im Zweifelsfall aber tun die Amerikaner sowieso einfach, was sie wollen. Büchel ist ein gutes Beispiel dafür.

Die Russen sehen darin einen aggressiven Akt und wollen ebenfalls nachrüsten — und so kommt die altvertraute Rüstungsspirale wieder in Gang. Und wieder muss man den Amerikanern vorwerfen, dass sie sich für ausländische Befindlichkeiten schlicht nicht interessieren. Dabei ist die Umrüstung der Bomben wohl tatsächlich nicht als aggressiver Akt zu deuten, sondern nur als Maßnahme zur Erhaltung der nuklearen Kapazität, wie der SORT-Vertrag sie durchaus erlaubt. Ausländische Beobachter wiederum, auch viele Deutsche, verstehen mitunter die USA und ihre inneren Gesetzmäßigkeiten nicht oder nicht richtig. In den USA ist ein Gebilde namens militärisch-industrieller Komplex prägend für die Militärpolitik nicht nur des Pentagon. Nachkriegspräsident Eisenhower hatte in einer berühmten Rede vor diesem militärisch-industriellen Komplex gewarnt, dessen Entstehung und Machtzuwachs aber nicht verhindern können. Heute hängen gewaltige Industriezweige am Tropf des Pentagon, das im Jahr 2015 einen Etat von 577 Milliarden US-Dollar zur Verfügung hatte. Dieser militärisch-industrielle Komplex schreit nach Futter, also nach Geld. Einen Atomkrieg können die Manager kaum wollen, da dieser nicht nur ihre Chancen einschränken würde, noch mehr Geld zu verdienen — denn wen sollten die USA danach noch bombardieren? –, sondern auch ihre Möglichkeiten, den Reichtum zu genießen, denn sie wären selbst von der globalen Verstrahlung betroffen. So zielen die Modernisierungsbemühungen also, wie FR-Autor Thomas Kröter im oben verlinkten FR-Artikel formuliert, nicht (nur) auf Russland, sondern auf die „Erhaltung industrieller Kapazitäten sowie der Qualifikation von Atomwissenschaftlern“.

Der Protest der Friedensbewegung gegen die Atomwaffen in Büchel ist daher sympathisch, menschlich nachvollziehbar sowie moralisch und ethisch richtig. Diese Atomwaffen dürfen niemals eingesetzt werden. Am besten wäre es, es wären niemals Atomwaffen entwickelt worden. Das ist aber geschehen, und mit ihnen ist eine Industrie entstanden. Daher ist der Protest der Friedensbewegung auch naiv. Naiv vor allem deswegen, weil er selbst den Denkmustern des Kalten Kriegs unterliegt und von vornherein Russland als Adressat der Modernisierung unterstellt. Es sind aber mächtige Kapitalinteressen im Spiel, Interessen von Konzernen in den USA — den eigentlichen Adressaten der Atomwaffenmodernisierung, denn dorthin fließt das Geld. Eben deswegen werden die USA diese Waffen nicht für einen Erstschlag einsetzen. Die Gefahr für den Weltfrieden geht nicht von Büchel aus, sondern eher von Konflikten in der arabischen Welt, die Israel zum Atomwaffeneinsatz zwingen könnten, oder von der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Indien und Pakistan. Nicht zu vergessen den neuen Zaren in Moskau.

Roland Winkler aus Aue meint:

„Neue Atomwaffen werden in Büchel, Rheinland-Pfalz, erwartet. An der Existenz dieser Massenvernichtungswaffen wurde auch zur Zeit der Verkündung ewigen Friedens nach 1989 nichts geändert. Wie viele wissen das schon? Nach Entsendung voll bewaffneter, kampffähiger Bundeswehr-Jets an die russische Grenze, um damit auch die Moral der Truppe bei Laune zu halten,,wie ein General von sich gab, ein weiteres glänzendes Beispiel deutscher Friedenspolitik.
So sollen wir es bestimmt verstehen, und die Zustimmung dazu scheint zu wachsen, je mehr Sorgen und Ängste, Feindbilder dem Volke nahegebracht werden. Meine Ängste in hohem Alter halten sich in Grenzen, der ewige Wahnsinn militanter Politik offenbar nie.“

Otfried Schrot aus Ronnenberg:

„Diese Botschaft passt in keiner Weise zu dem Heilsbringer und Friedensnobelpreisträger Barack Hussein Obama: Die in Büchel stationierten Atomwaffen werden nicht ersatzlos abgezogen, sondern durch 20 modernisierte Atombomben des Typs B 61–12 ersetzt, die ab 2020 in Büchel stationiert werden sollen. Kosten:10 Milliarden Dollar. Deutschland soll davon 20 Prozent tragen. Es macht über alle Maßen deutlich, dass im Pentagon noch die alte Garde aus der Zeit des Georg W. Bush tätig ist – lauter Paranoiker, die eigentlich alle in ein Sanatorium gehören, weil sie nicht ohne den „Kalten Krieg“ mit Russland leben können. Die Bundesregierung hat seit 2009 den Abzug der Atomwaffen gefordert. Der fand bis heute nicht statt. Stattdessen will die Bundesregierung sich jetzt auf einmal auch noch an den Kosten der Modernisierung beteiligen. Was wird die Bundesregierung noch alles mit sich machen lassen?
Deutschland ist zum willenlosen Hampelmann der Amerikaner verkommen, der selbst jenseits der eigenen Schmerzgrenze noch beflissen die unanständigen Wünsche der Amerikaner erfüllt. Russland hat bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht. Herr, schenke uns endlich einen Bundeskanzler, der den USA die Faust und die Zähne zeigt und Deutschland aus der Nato hinausführt, bevor die Amerikaner hinter dem Horizont einmal mehr einen Krieg für ihre nationalen Interessen vom Zaune brechen –zum Schutz von Freiheit und Demokratie, versteht sich – für den sie deutsche Soldaten als Kanonenfutter benötigen.
Heute müssen wir bei der Betrachtung der amerikanischen Weltpolitik ernüchtert zur Kenntnis nehmen, dass Obamas Wahlkampfformel zu kurz abgefasst war. Er hätte sagen müssen: „Yes we can … destroy the world!“
Der Bundeskanzlerin Angela Merkel sei die folgende Prophezeiung ins evangelische Kirchengesangbuch geschrieben: Sollte es auf europäischem Boden zu einem Atomkrieg zwischen den USA und Russland kommen, dann werden die Überlebenden alle Flüchtlinge sein, die aber keinen Zufluchtsort mehr finden, weil es keinen mehr gibt, und keine Regierung, die für einen Wiederaufbau ihrer zerstörten Staaten noch die erforderlichen Mittel besitzt – von der nuklearen Verstrahlung gar nicht erst zu reden. Wir Deutschen sind auf einem verhängnisvollen Weg, und niemand gebietet dem Einhalt!“

Prof. Andreas Buro aus Grävenwiesbach:

„‚Abrüsten, jetzt!‘ Nur Beifall, Herr Kröter! Doch hat nicht die so genannte Modernisierung der Büchel- Bomben eine ganz andere Dimension, als das harmlose Wort der Moderniserung suggeriert? Hier handelt es sich um die Neu-Installierung der modernsten Atomwaffen, die es überhaupt gibt. In Büchel soll ein neues höchst bedrohliches, nukleares Abschreckungsszenario ähnlich dem Nato-Doppelbeschluß in den Achtzigerjahren errichtet werden.
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, sollen in Büchel und anderswo in Europa diese modernsten Atomwaffen installiert werden. Dann wird ein nuklearer Krieg in Europa auch ohne Beteiligung der USA möglich.
Noch 2010 hatte der Deutsche Bundestag mit breiter Mehrheit beschlossen, „einen wirksamen Beitrag zu einer Welt ohne Atomwaffen leisten“ zu wollen (BT-Drs. 17/1159) und sich für den Abzug der in Deutschland verbliebenen Atomwaffen einzusetzen. Inzwischen hat die Bundesregierung klammheimlich eine totale Kehrtwende vollzogen und befürwortet die von den USA geplante „Modernisierung“. Die USA wollen  die bisherigen B-61-4 Atombomben, durch den Typ B-61-12 ersetzen. Diese Bomben sind zielgenauer und hinsichtlich der Sprengladung verschieden ausrüstbar. Der Unterschied zwischen taktischen und strategischen Bomben wird durch die B-61-12 aufgehoben.
Im Zusammenhang mit dem US-Raketenabwehrsystem gegen russische Zweitschlagkapazitäten, das die USA nach Aufkündigung des ABM-Vertrages aufbauen, kommt es zu einer ähnlichen Situation wie in den 1980er Jahren: ein neuer Atomwaffenaufrüstungswettlauf wird eingeleitet. Moskau hält mit eigenen Aufrüstungsschritten dagegen.
Die Bundesregierung will sich nach ihren Totalschwenk durch eine Modernisierung ihrer Atomwaffen-Trägerflugzeuge (Nukleare Teilhabe), die ebenfalls in Büchel stationierten 42 Tornado-Jagdbomber (JaboG 33), an der neuen Aufrüstungsrunde beteiligen.
Thomas Kröter schreibt: ‚Was aber diese Waffen auf sechs Standorten in Europa verstreut sollen, bleibt das Geheimnis der US-Regierung.‘ Dem kann ich nicht zustimmen. Das Geheimnis heißt, der militärische West-Ost-Konflikt soll aus der Sicht des Westens fortgesetzt werden, statt endlich eine Politik der friedenspolitischen Kooperation mit Russland aufzubauen.“

Malies Ortmeyer aus Frankfurt:

„Ist es nicht toll, wie sich Politiker und Großunternehmer gegenseitig übertrumpfen wollen, so schnell wie möglich die Erde kaputt zu kriegen? Ich bin stolz auf Merkel und Konsorten. Atomwaffen! Her damit, um Deutschland eine wichtige Rolle zuzuordnen. Zum Beispiel die einer guten Angriffsfläche, denn die USA möchten ja keinen Schaden nehmen, ganz davon abgesehen, dass zu weit weg und zu groß das Land. Wer sahnt hier eigentlich wo ab und – vor allen Dingen – wie lange? Das Spiel ist überhaupt nicht witzig … oder ist jemand einer anderen Meinung?“

103 Kommentare

  1. Günter Rudolphi sagt:

    Paranoia ist da vorhanden bei großen Mächten und kleineren Mächten, auch bei den USA natürlich, verehrter Bronski, woher die aber im Einzelnen kommt, da hat die Paranoia-Analyse noch eine größere Aufgabe vor sich.

  2. Peter Boettel sagt:

    Das Ganze, was sich hier abspielt, ist ein ungeheures Trauerspiel und zeigt die Verlogenheit vieler Politiker.

    Nach dem „Kalten Krieg“ wurde im Jahre 1997 die Grundakte über Gegenseitige Beziehungen, Zusammenarbeit und Sicherheit zwischen der NATO und der Russischen Föderation abgeschlossen, nach der sich die Vertragspartner “ einander nicht als Gegner betrachten“ und u.a. sich zu einem „Verzicht auf die Androhung oder Anwendung von Gewalt gegeneinander“ sowie zur gemeinsamen Konsultation in politischen und militärischen Angelegenheiten sowie in Krisensituationen verpflichtet haben. Der Inhalt und Zweck dieser Grundakte haben sich ins Gegenteil verkehrt.

    Des Weiteren hat der Deutsche Bundestag am 26.03.2010 einen interfraktionellen Antrag beschlossen, in dem die Bundesregierung u.a. aufgefordert wird, „sich auch bei der Ausarbeitung eines neuen strategischen Konzepts der NATO im Bündnis sowie gegenüber den amerikanischen Verbündeten mit Nachdruck für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland einzusetzen“. Das Gegenteil wird praktiziert: anstatt diesen Bundestagsbeschluss im Sinne von Art. 20 Abs. 3 GG auszuführen, gestattet die Bundesregierung den USA unter Kriegsführung des „Friedensnobelpreisträgers“ Obama die Lagerung 20 neuer Atombomben mit der 80-fachen Sprenghaft der Atombombe von Hiroshima auf einem Flugplatz der Bundeswehr in Büchel und bildet die Piloten zum Transport und Abwurf solcher Bomben entgegen dem Verbot durch den Atomwaffensperrvertrag unter dem sybillinischen Begriff „Teilhabe“ aus.

    Auch wurden auf dem Militärflugplatz Spangdahlem, wie Büchel in der Eifel gelegen, kürzlich neuartige Kampfflugzeuge stationiert, womit die Kriegsdrohung ebenfalls weiter verstärkt wird.

    Durch das Medienübergewicht „Flüchtlingsproblematik“ werden diese Kriegsvorbereitungen ebenso wie die fortdauernden NATO-Manöver in Osteuropa leicht überspielt und daher von der Bevölkerung nicht wahrgenommen. In den achtziger Jahren gab es Menschenketten, Sitzblockaden und Großdemonstrationen, während heute die wesentlich erweiterte NATO gegenüber einem stark durch den Wegbruch der Unionsrepubliken wie auch einem Seitenwechsel der früheren Bündnispartner geschwächten Russland nahezu ohne jeglichen Protest und unter aktiver Beteiligung der Bundesrepublik entgegen der Verpflichtung zur Friedenssicherung nach Art. 26 Abs.1 GG den Frieden stärker bedroht als je zuvor.

    Daher sollte die Presse ihr verstärktes Augenmerk auf diese akute Gefährdung des Friedens richten!

  3. Wolfgang Fladung sagt:

    (nicht nur) zu Malies Ortmeyer aus Frankfurt: Der Mensch wird dumm geboren, und lernt nichts dazu. Keiner hinterfragt seine Überheblichkeit, und es scheint ein verborgener, vielen nicht bewußter, Zerstörungsglaube den Meisten inne zu wohnen. Macht kaputt, was Euch kaputt macht, und damit dann auch uns/Euch selbst. Es sind nicht die Anderen, es sind wir, die nicht begreifen – wollen. Vielleicht auch nur ein gigantisches Ratten-Rennen. Der Sieger am Ende darf einen Plutonium-Drops lutschen. Warum sind wir so blöd, und lernen nicht dazu???

    Und waruzm setzen wir uns nie, wie im Falle Putin-Assad, damit auseinander, wem was nützt, oder schadet? (…) Das soll aber keine Relativierung sein, sondern nur ein, vielleicht stark hinkendes Beispiel, über die Unmöglichkeit unserer Art, mal über den eigenen Gartenzaun rüber zu schauen.

    Vielleicht ein eigenes Thema, für Dich, Bronski???

    (…): Passage gelöscht, Anm. Bronski.
    Bitte schau nachher in Deine Mail.

  4. manfred petersmark sagt:

    Ja, da siehste mal, mein lieber Bronski, wie das Thema Vorhaut, bei dem es um ganz wichtige Tastkörperchen geht, das Thema atomare Bewaffnung, wo’s ja nur um das Fortbestehen der Menschheit geht, locker aussticht. Und wer setzt die Schwerpunkte? Guck mal in den Spiegel!

  5. Bronski sagt:

    Tja, Manfred Petersmark,

    was soll ich machen? Das Thema „atomare Bewaffnung“ ist da, es ist zur Diskussion angeboten, es ist online, ich habe in der Diskussion über Beschneidung darauf aufmerksam gemacht — offensichtlich hat das Beschneidungsthema die Leute mehr interessiert als die Zerstörung der Welt. Du selbst bist übrigens in der Debatte über die Atomwaffen nicht gerade als leuchtendes Beispiel vorangegangen, wenn ich mir die bisherigen Kommentare so anschaue …

    Und nun bitte zurück zum Thema.

  6. Peter Boettel sagt:

    Nachtrag zu #2:

    In der Bundestagsdebatte am 30.09.2015 hat die Abgeordnete der Linken, Katrin Werner detailliert die Stationierung der Kampfflugzeuge in Spangdahlem mit den entsprechenden Folgen für die Umgebung sowie die Bedrohung durch den geplanten Austausch der Atombomben in Büchel geschildert.

    Darauf hat der SPD-Abgeordnete Niels Annen (ehemals Juso-Bundesvorsitzender) hingewiesen, dass die USA bereits 2010 den Austausch derneuen Atombomben beschlossen hätten. Und der CDU-Abgeordnete Kiesewetter setzte noch eins drauf, indem er darauf hinwies die Lagerung der Atombomben sei wegen der „Bedrohung“ durch Russland notwendig.

    Also, wenn die Amerikaner husten, sind Bundestagsbeschlüsse hinfällig, und die Bundesregierung steckt sogleich den Kopf in den Sand.

  7. DH sagt:

    Es gibt eine militärische Theorie , wonach die aktuellen Generale und militärischen Führungskräfte meist mit einem Welt-und Waffenbild herumlaufen , daß etwa 20 Jahre alt ist , also aus der Zeit ihres beginnenden Aufstiegs stammt.
    Vielleicht gibt es so etwas auch bei politischen Führungskräften , die Zeit des Kalten Krieges war die Zeit ihres Aufstiegs und ihrer politischen Sozialisation , und vor allem ihres beginnenden Erfolgs .
    Mit diesem Milieu kennen sie sich aus und wissen in diesem Milieu ihre Macht zu erhalten. Mit den neuen und unaufhaltsamen Themen der Zukunft hingegen nicht so sehr , wie Ökologie , soziale Schieflage , Migration usw.

    Sie spüren instinktiv , daß mit diesen neuen Themen auch ihre persönliche Machtposition infrage steht , also ist es sowohl für Politiker als auch für Militärs hochgradig attraktiv , das Milieu von gestern noch solange wie möglich am Kochen zu halten , dieses Bestreben könnte die Hauptursache sein für diese so künstlich wirkende Neuauflage des Ost-West-Konflikts.

  8. Wolfgang Fladung sagt:

    „Nicht zu vergessen den neuen Zaren in Moskau.“ Da möchte ich hinzufügen: „und den Friedensnobelpreisträger in Washington“. Wer agiert und wer reagiert? Und wer steuert aus dem Hintergrund, weil Geld immer noch gleichzeitig Macht bedeutet und demnach viel Geld viel Macht: wohl der militärisch-industrielle Komplex.

    Was ließe sich nicht alles mit 577 Milliarden Dollar anfangen, in Punkto Hunger, Krankheiten, Umweltzerstörung, regionale Konflikte etc. pp.? Und das derzeit D. am meisten beschäftigende Thema „Flüchtlinge/Asylsuchende“. Wer bleibt nicht lieber zuhause, wenn er einigermaßen Auskommen hat und friedlich leben kann? Und bei stabilen Verhältnissen und ausreichendem Einkommen wäre auch das Thema Bevölkerungsexplosion, welche ja mit eine Ursache für Konflikte und damit Migration ist, weniger bedrohlich. Weil man da niemanden mehr etwas wegnehmen muß.

  9. Georg Siebert sagt:

    Wer sich heute abend „Jauch“ angeschaut hat, weiß, welche Heuchler bzw. die Realität ausblendenden in unserer Regierung sind. Beispiel Altmeier, blauäugig: „Wir liefern Waffen nur an Demokratien und Rechtsstaaten“. Damit hat er dann Saudi-Arabien quasi nebenbei zu einer funktionierenden Demokratie erklärt, wo die Menschenrechte immer ge- und beachtet werden. (Und wenn die Saudis Waffen an den IS liefern, dann schauen wir einfach weg – könnte ja Probleme mit unserer Ölversorgung geben.)

  10. BvG sagt:

    „…offensichtlich hat das Beschneidungsthema die Leute mehr interessiert als die Zerstörung der Welt.“

    Ein ganz und gar unzulässiger Schluß!
    Man sucht sich halt auch die Themen aus, bei denen das diskutieren noch Sinn macht.

  11. manfred petersmark sagt:

    @ 10, BvG

    Wahrscheinlich gehen unsere Ansichten darüber, welchen Sinn die Diskussion über bestimmte Themen ergibt, grundlegend auseinander. Als fröhlicher Pessimist bin ich zur Einsicht gelangt, daß ich mein begrenztes Potential nicht zwecks Verbesserung der Welt verschleißen sollte. Für mich sind ernste Debatten in diesem Kreis und auch im engeren privaten Umfeld L’art pour l’art, weshalb meine Teilnahme vielen Mitdiskutanten oft nicht ernsthaft genug erscheint. Wenn dennoch Denkanstöße hiervon ausgehen, so habe ich nichts dagegen.

    Ob hinter der Erneuerung der taktischen Atomwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel die Überlegung der Amerikaner steckt, einen Atomkrieg führbar zu machen, weit weg von den USA, begrenzt auf Europa? Für einen Überraschungsangriff wären wendige Jagdbomber, die das gegnerische Radar unterfliegen könnten, wohl weit besser geeignet als ballistische Interkontinentalraketen, die schnell von der gegnerischen Abwehr erfaßt werden. Bei einem russischen Erstschlag allerdings, dem „Verteidigungsfall“, wäre von Büchel nicht mehr allzuviel übrig. Aber da die atomare Partie nicht zu gewinnen ist, bleibt zu hoffen, daß keiner den ersten Schachzug tut. Nur um die Abschreckung aufrecht zu erhalten, wäre es nicht nötig gewesen, die alten Bömbchen durch neue zu ersetzen. Da man jedoch die Atomwaffenindustrie nicht mit der Lieferung neuer Produkte so lange hinhalten will, bis die alten verbraucht sind, muß man halt auf Modernisierung setzen.

  12. BvG sagt:

    @petersmark

    „..bei einem Duelle also erscheint als eine großzügige Geste, die Wahl der Waffen dem Gegner überlassen, wobei es als generös zu gelten hat, diesen die Waffe wählen zu lassen, derer er sich am besten zu bedienen weiß, es jedoch wiederum als generös gilt, diejenige, derer man sich geübt wähnt, nicht zu wählen.

    Bei der Wahl der Vernunft als Waffe verhält es sich aber anders, da diese weder dem Anderen zugestanden, noch auf diese verzichtet, noch diese als überhaupt teilbar angesehen wird, also von dieser Waffe nur je ein Exemplar vorhanden zu sein scheint, wobei die Durchführung, ja auch nur der Plan, sich zu duellieren, an und für sich und von Beginn als unvernünftig angesehen werden muss…“

    (aus: „Von dem Gebrauche der Vernunft als einer Waffe im Duell“,BvG, 1887)

  13. Wolfgang Fladung sagt:

    Mir wird das hier zu sophistisch. Vielleicht interessiert das Thema ja wirklich ernsthaft keine Sau. Die Fragen sind gestellt, vom lateinischen „qui bonum“ bis zum platitüdenhaft-naiven „wozu sind Kriege da“. Der Mensch ist, wie er ist, und wird aufgrund biologistischer Unfähigkeit, gepaart mit Bequemlichkeit, nicht dazu lernen, bis alles in Trümmern liegt.

    Das alles hat ja Darwin schon vorausgesehen, und dieses am Beispiel von wachsenden Schimpansenhorden (oder anderen Populationen) beschrieben: wenn die eigene Nutzfläche nicht mehr ausreicht, muß man diese vergrößern, irgendwie, und dabei auch Kampf, incl. Sieg oder Niederlage, mit Anderen in Kauf nehmen. Vergessen wird dabei heutzutage nur, das es keine Sieger mehr geben kann, sondern nur noch Verlierer.

    Na gut, darauf einen Dujardin. G. Siebert hat übrigens Recht, weil auch die Heuchelei inzwischen grenzenlos geworden ist. Drückt sich auch in der Sprache aus, weil das Orwell’sche Neusprech inzwischen überall Einzug gehalten hat. Bin mal gespannt, wann aus „Flüchtlingen“ „Schmarotzer“ geworden sind. Und irgendwann dann, sorry Bronski, „Schädlinge“.

  14. Wolfgang Fladung sagt:

    Noch eine klitzekleine Ergänzung: Die meisten männlichen Flüchtlinge, soweit aus dem vorderen und mittleren orientalischen Kulturkreis stammend, dürften beschnitten sein.

  15. manfred petersmark sagt:

    @ 12, BvG

    Die Generosität sollten wir mal beiseite lassen. Ich würde der Vernunft einen kleinen Vorsprung gönnen.

  16. BvG sagt:

    @fladung

    Nun mal ernsthaft. Die militärische Nutzung der Atomkraft ist wider alle Vernunft. Aber sogar der weit überschätzte A.Einstein hat sich überreden lassen, diese zu befürworten, durch einen Physiker, der sie verhindern wollte….

    Heisenberg und Mitstreiter, die nicht geflohen sind und keinen politischen Widerstand geleistet haben, sondern vor Ort die Verwirklichung der Atombombe verhindert haben, sind vorher und nachher verdächtigt worden und sind sogar noch als postapokalyptische Mahner, verhöhnt und verdächtigt worden. (Heisenberg, Jaspers, v. Weizäcker, usw.)

    Meinen Sie wirklich, Sie könnten solche Dinge beurteilen? Ich kann es nicht.

  17. BvG sagt:

    @petersmark

    Der Vorsprung der Vernunft:

    Die beide Duellanten sagen einander vorher:
    „Ach, übrigens, ich habe Ihnen noch was wichtiges mitzuteilen…aber das sage ich Ihnen nachher.“

  18. Wolfgang Fladung sagt:

    @ 16 BvG: Beurteilen sicherlich nicht, aber eine Meinung dazu haben. Um zu beurteilen, muß mensch über Wissen verfügen, welches keiner von uns haben kann (und sicher auch nicht wissen will, weil es unbequem wäre, vor allem für ihn selbst). Aber meine Meinung ist, das wir dumm geboren werden, und nichts dazu lernen. Wie hieß es zu meiner Jugendzeit mal so schön: „Als Gott den Menschen erschuf, übte er nur“.

    Aber vielleicht sind ja solche Blog-Themen sowieso müßig, weil eben…, die Antwort ist geblasen in die Wind (Peter, Paul & Mary, und nicht Dylan).

  19. manfred petersmark sagt:

    @ 17, BvG

    Und was lernen wir daraus?

  20. Wolfgang Fladung sagt:

    @ 16, BvG: ein wenig überlesen, aber beim zweiten Lesen trotzdem nicht verstanden: Wo ging es mir um die militärische Nutzung der Atomkraft? Wenn, dann geht es mir um den Unverstand dahinter, abgesehen davon, das bereits die nicht-militärische Nutzung von absoluter Unvernunft und Unverstand zeugt.

  21. BvG sagt:

    @petersmark

    Was lernen wir daraus? „Du sollst nicht töten!“ Das genügt doch.

  22. BvG sagt:

    @fladung

    Mal etwas naiv: Wir wünschen uns unerschöpfliche Energiequellen. Nun, wir haben sie bereits: Tschernobyl, Fukushima, La Haque etc. Die Energie war auch vordem vorhanden, in Form natürllcher Radioaktivität, es hat lediglich ein Prozeß der Konzentration stattgefunden. Es fehlt nun am Prozeß der örtlichen und zeitlichen Verteilung. Radioaktivität ist ggf die Lösung, auch in Form von Plutonium, nur halt klug verwertet und nicht blöd endgelagert.

  23. manfred petersmark sagt:

    @ 21, BvG

    Nur dumm, wenn einer der beiden Duellanten so langsam von Begriff gewesen wäre wie ich!

  24. Bronski sagt:

    Sehr witzig, Manfred Petersmark. Aber jetzt kommen wir doch bitte zu einer Erörterung des Themas zurück, die seinem Charakter eher entspricht. Denn wer hatte da kürzlich noch gespottet, die Vorhautbeschneidung werde von Blog-Usern wichtiger genommen als die Zerstörung der Welt, und spottet nun weiter über Dummheit, sei es auch seine eigene? Es soll sich niemand zu weit erheben.

    Außer Wolfgang Fladung ist bisher niemand auf meine Argumente eingegangen, warum es keinen Dritten Weltkrieg geben wird und warum die Aufregung über die Modernisierung der Atomwaffen in Büchel ein Popanz ist. Die Reflexe der Friedensbewegung kenne ich wohl, die Reflexe der Putin-Fans von der „Querfront“ lerne ich noch. Echte Argumente bleiben sie alle schuldig. Warum sollen Atomwaffen, die seit so vielen Jahren in Deutschland lagern, ohne Schaden angerichtet zu haben, nach einer technischen Modernisierung, die sie auf die Höhe der Zeit bringt, plötzlich schädlich sein? Mehr schädlich als früher? Wie geht das bei Atomwaffen?

  25. manfred petersmark sagt:

    @ Mitdiskutanten, soweit sie noch dabei sind:

    Die effektive militärische Nutzung der Atomkraft in Hiroshima und Nagasaki ist ein ungesühntes Kriegsverbrechen. Als „Segen“ der effizienten militärischen Nutzung der Atomkraft auf beiden Seiten der prospektiven Kriegsgegner USA und UdSSR, jetzt Rußland, wäre das Gleichgewicht des Schreckens zu bezeichnen, dessen Verdienst, wie es aussieht, ist, einen dritten Weltkrieg bis jetzt unmöglich gemacht zu haben. Als Beleg für diese These mag zudem gelten, daß auch einige der hinzugekommenen Atommächte trotz mancher konventionell ausgetragener Scharmützel bislang auf das Ausspielen der Trumpfkarte Atombombe verzichteten.

    Die zivile Nutzung der Atomkraft ist einer der größten Irrtümer, wenn nicht gar die größte Idiotie der Menschheit oder sogar das größte Verbrechen an der Menschheit. Ich gehe davon aus, daß die Kernenergie maximal zwei Jahrhunderte lang genutzt werden kann. Auch wenn die Brennstoffvorräte noch länger reichen sollten, wird die sichere Verwahrung des Atommülls die Grenzen des technisch möglichen und der Kosten sprengen, die jetzt schon utopisch sind. Gehen wir mal davon aus, daß die atomaren Hinterlassenschaften über 100.000 Jahre in „sicheren“ Endlagern be- und überwacht werden müssen. Die deutsche Atomindustrie hat für die Entsorgung der Atomkraftwerke und des Atommülls und die Endlagerung angeblich eine Rückstellung von 38.000.000.000 Euro in ihren Büchern eingeplant. Die Rückstellung ist allerdings keine Rücklage, also kein Geld, das für den vorgesehenen Verwendungszweck vorhanden ist, sondern eine Verbindlichkeit, also Geld, das man eventuell schuldet, auch, wenn man keines mehr hat. Klingt nach Milchmädchenrechnung, ist auch eine. Darum scheue ich mich auch nicht, eine weitere aufzumachen: 38 Milliarden Euro geteilt durch einhunderttausend Jahre macht 380.000 Euro pro Jahr. Ist doch günstig, oder? Wenn man’s mit dem vergleicht, was die Flüchtlinge uns jetzt kosten!

    Verzeiht mir,daß ich einen Schlenker gemacht habe zu einer Situation, die unausweichlich auf uns zukommt. Den Atomdreck unterirdisch zu lagern, wird mit Rücksicht auf künftige Generationen nicht zu verantworten sein, da er der Kontrolle entzogen würde. Asse ist das beste (oder schlechteste) Beispiel. Wohin mit dem Zeug? Nach einem Atomkrieg wären wir dieses Problems ledig.

  26. Peter Boettel sagt:

    24 #, Bronski, ich bin nun sehr enttäuscht, die Aufregung um die Modernisierung der Atomwaffen als Popanz zu bezeichnen, halte ich für gefährlich und unangebracht.

    Natürlich hat es zum Glück keinen dritten Weltkrieg gegeben, weil bisher noch alle zu besonnen waren. Aber wie schnell kann es zu einer Fehlmeldung über einen angeblichen Erstschlag der Russen und einer entsprechenden Gegenreaktion der NATO kommen.

    Nicht nur von Büchel wäre nichts mehr übrig, sondern ganz Mitteleuropa wäre zerstört und noch weitere Teile der Erde wären verseucht.

    Und das Traurige in dieser Diskussion: eine Kanzlerin, die den Bundestagsbeschluss vom 26.03.2010 (s.o.) ignoriert (neben ihren sonstigen Vergehungen wie der Mitschuld an vielen Suiziden in Griechenland etc.), soll den Friedensnobelpreis erhalten, dann kann der Friedensnobelpreis auch an Putin, Assad, Orban, Erdogan etc. verliehen werden. Seit der Verleihung an Obama und die EU hat er ohnehin seinen Sinn verloren.

  27. BvG sagt:

    Was kann uns besseres passieren, als daß die Waffenverkäufer ihre Milliarden an Waffen verdienen, die nicht eingesetzt werden?

    Ich befürchte allerdings auch, verschwörungstheoretisch, daß in den Bunkern mittlerweile ein Haufen gefährlicher Schrott liegt, an dem dringend ein paar Schrauben nachgezogen werden müssen, bevor der Dreck von selber losgeht.

    Und auch der Aspekt, die beiden Weltmachtschauspieler wieder i ein Gleichgewicht des Schreckens zu bringen, hat was. Sie sind momentan wohl eher auf dem Weg, in echte Auseinandersetzungen zu geraten.

    Leider kann man bei denen keine Schrauben nachziehen.

  28. Der militärisch-industrielle Komplex hat sich seit den 50er Jahren, als Dwight D. Eisenhower vor ihm und seinen Auswirkungen warnte, eine noch größere Basis verschaffen können. Denn die großen Waffenschmieden, nicht nur in den USA, investierten ihr Kapital auch in anderen Großunternehmen und umgekehrt, sodass Wechselwirkungen und vor allem gemeinsame Interessen entstanden. Seit Ronald Reagans Plänen für ein Anti-Raketen-System im Weltraum ist vor allem eine Kapitalverschmelzung mit der IT-Branche zu beobachten. In deren weltweiten Netzen sind die persönlichen Daten von Normalbürgern, soweit diese sich darauf eingelassen haben bzw. weiter einlassen, längst eingebettet.

    In den späten 60er Jahren (die Anti-Atomtod-Bewegung der 50er wuchs zur „Kampagne für Demokratie und Abrüstung“, die Anträge auf Kriegsdienstverweigerung schnellten in Höhe, als Antwort auf die Große Koalition formierte sich eine außerparlamentarische Opposition, die APO) und dann in der ersten Hälfte der 80er (Neuerstarken der Friedensbewegung, hervorgerufen durch den NATO-Doppelbeschluss) war es noch möglich, zumindest in Ansätzen eine Gegenöffentlichkeit zu mobilisieren, die durch ein kritisches Bewusstseins geprägt war.
    Doch bereits parallel dazu kündigte sich Ende der 70er Jahre an, dass ein wesentlicher Teil der aus den Protesten hervorgegangenen Opposition, nämlich die Umweltschutzaktivisten, sich mehrheitlich nicht als antikapitalistisch verstanden. Obwohl der ehemalige Studentenführer Rudi Dutschke („Versuch, Lenin auf die Füße zu stellen“) und der DDR-Dissident Rudolf Bahro („Die Alternative“) energisch für eine linke Positionierung der Grünen bzw. ihrer Vorläufergruppen plädierten.

    Für den amerikanischen Soziologen C. Wright Mills, der etwa zeitgleich wie Eisenhower vor dem militärisch-industriellen Komplex warnte, war die Aufspaltung der Gesellschaft in eine selten klassenbewusste Arbeiterschaft, eine Mittelschicht, die sich für etwas Besseres hielt sowie in wissenschaftliche und wirtschaftliche Machteliten das Fundament, auf dem der militärisch-industrielle Komplex gedeihen konnte. Denn von diesen Seiten her würde keine ernst zu nehmende Infragestellung des Systems erfolgen.

    Einerseits versprach Mills sich von einer Gesellschaft, in der das Wissen zunehmend den höchsten Stellenwert einnimmt, eine nachhaltige Lösung. Andererseits übersah er nicht, dass gerade die Wissenden das Verbreiten des Wissens verhinderten. Letzteres ginge Hand in Hand mit dem ständig zunehmenden Einfluss nivellierender Massenmedien. Und hätte Mills die Entwicklung des Internets mit verfolgen können (er starb bereits 1962), würde er dieses vermutlich gleichermaßen als Hoffnung und als Katastrophe wahrgenommen haben.

    Die derzeitigen Versuche der Großmächte USA und Russland, ihre Hegemonialansprüche wieder mit militärischen Aktionen zu unterstreichen (Afghanistan, Irak, Naher Osten, Ukraine etc.), werden von der Europäischen Union mehr oder weniger aus der Position eines Zuschauers verfolgt. Obwohl dieses Staatengebilde wegen seiner wirtschaftlichen und technologischen Bedeutung derzeit die einzige Gegenmacht bilden könnte, um die alten Mächtigen in ihre Schranken zu verweisen. Doch der Zusammenhalt dieser Gemeinschaft ist bedroht durch einen reaktionären Nationalismus im Baltikum, in Polen, Ungarn und der Slowakei. Und durch die Unterwanderung der westlichen Länder durch globale Wirtschaftsinteressen (siehe TTIP).

    Eine Veränderung dieses Zustands erscheint mir nur möglich durch den Protest demokratisch-bewusster Bürger. Das Volk muss seine Volksvertreter in die Pflicht nehmen. Die Abgeordneten in Kommunen, Landkreisen, Ländern und dem Bund müssen zur Kenntnis nehmen, dass der Souverän eine qualitative Leistung erwartet. Wer vor den dumpfen Sprüchen von PEGIDA zurückweicht (siehe die diversen Positionswechsel in der aktuellen Flüchtlingskrise), sollte erst Recht die begründeten Argumente von Bürgern gegen Neoliberalismus, NATO-Aufrüstung und Beteiligung der Bundeswehr an Globalisierungseinsätzen zur Kenntnis nehmen und seine Haltung ändern.

    Vielleicht hilft tatsächlich eine Rückbesinnung auf C. Wright Mills, Rudi Dutschke, Rudolf Bahro und nicht zuletzt auf Karl Marx: Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen Anpassung im Land.

  29. Bronski sagt:

    Sorry, Peter Boettel, ich wollte lediglich ein bisschen provozieren, damit hier mal eine Debatte in Gang kommt. Ich finde aber durchaus, dass man darüber streiten kann, ob die 20 Atomwaffen in Büchel angesichts von offiziell rund 4300 einsatzbereiten Atomwaffen weltweit die Aufregung wert sind. Die Gefahr einer Fehlmeldung von einem russischen A-Angriff besteht nicht erst heute, aber sie ist natürlich gegeben. Ob sie geringer wäre, wenn in Büchel keine Atomwaffen lagern würden?

  30. Henning Flessner sagt:

    @25 Herr Petersmark
    38.000.000.000 für den Rückbau sieht natürlich viel aus, vor allem wenn man die Zahl ausschreibt. Schade, das wir keine Lire haben, dann wär die Zahl noch viel länger. Aber diese 38 Mrd. Euro sind gerade doppelt soviel wie uns die Erneuerbaren jedes Jahr kosten und das wollen und können wir noch viele Jahre bezahlen.
    Statt die Bomben zu modernisieren, würde ich das Uran eher in Brennstäbe stecken.
    Die Bomben beunruhigen mich nach einigen Jahrzehnten aber auch nicht mehr.

  31. Wolfgang Fladung sagt:

    Was ist eine Bedrohung? Für uns biologistische geprägte Homo sapiense wohl nur eine, welche man riechen,schmecken,fühlen; eben mit unseren steinzeitlich geprägten Sinnen wahrnehmen kann. Und Abstraktes kann man, oder will man nicht, wahr nehmen. Ein Beispiel für mich ist die Fake-Sache bei VW. Da wurde „wahr genommen“, und aus dem „wahren“ mit Hilfe der PC-Technik dann Unwahres. Hat mit Geld/Gewinn/Kosten, Image, aber auch natürlich mit ganz viel Hybris zu tun. Dem deutschen Ingenieur ist eben nix zu schwör, dafür ist ja die moderne Technik da. Und wenn sich die Physik nicht der G + V-Rechnung anpassen läßt, wird eben betrogen.

    So wird es auch mit der friedlich- oder vielleicht auch mal wieder kriegerisch genutzten Atomtechnik sein (ich mag den Begriff „Kerntechnik“ nicht). Irgendwann wird irgendwo was schief gehen, weil das eben das Gesetz ist. Und dann wird vielleicht keiner mehr da sein, der sagen kann: „Hoppla“.

    Ein wohl blöder und unpassender Vergleich: Nach einer feucht-fröhlichen Party machen sich die Gäste auf den Heimweg, kommen an einer Getränkehandlung vorbei, und es brennt noch Licht, und wird ab- oder aufgeladen. Personal ist beschäftigt oder abgelenkt, aber da stehen Kästen und Kisten auf dem Gehweg. Könnte man ja mal was bei Seite schaffen, hmhh? Wer glaubt, die von Bronski aufgeführten 4300 einsatzbereiten A-Waffen, einschl. des weltweit in irgendwie gesicherten, oder ungesicherten Depots und Deponien lagernden Atommülls, würde nicht das Interesse irgendwelcher verrückter und verblendeter Idioten – so Richtung Paradies mit Jungfrauen – wecken, glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    Einsprüche erbeten.

  32. BvG sagt:

    Es dürfte doch wohl klar sein, daß die atomare Abrüstung nicht zur totalen atomaren Abrüstung führen kann und darf. Die Möglichkeit, sich Atomwaffen zu beschaffen ist real gegeben, besonders auch durch die Hersteller, die bislang geliefert haben.
    Da wäre man recht blöd, wenn man sich als atomwaffenfrei präsentieren würde und den Herstellern und Verkäufern keinen Markt mehr böte. Sie würden sich den Markt dann selbst schaffen.

    Atomwaffen zu kontrollieren heißt halt, sie zu kaufen, sonst würden uns die Hersteller schon zeigen, wen sie noch alles beliefern können.

    Wenn die Staaten Waffen kaufen, dann nehmen sie diese ja auch vom Markt , oder ?

    „Frieden schaffen mit immer weniger Waffen..“
    Ach, so hat er das gemeint…:-)

  33. manfred petersmark sagt:

    @ 30, Henning Flessner

    Die 38 mit neun Nullen sieht wirklich nach viel aus. Was ich aber zum Ausdruck bringen will – hoffe, daß es jetzt gelingt – ist, daß dieser veranschlagte Betrag einfach lächerlich niedrig ist in Anbetracht der anstehenden Vorkehrungen, den Müll aus der „friedlichen“ Atomkraftnutzung über Jahrzehntausende sicher zu deponieren und unter Kontrolle zu behalten. Die reale Gefahr durch diese strahlenden und hochgiftigen Hinterlassenschaften ist viel höher als jene, die von ein paar friedlich vor sich hinschlummernden Atombomben in deutschen Bunkern ausgeht. Wenn wir uns schon aufregen wollen, dann doch über Fakten, die es verdienen, daß man sich über sie aufregt.

  34. Henning Flessner sagt:

    @33, manfred petersmark
    Nicht gelungen. Die sogenannte Endlagerung wird doch niemals kommen. Die Befürworter der Kerntechnik (auch wenn Herrn Fladung das Wort nicht gefällt, ist es physikalisch richtig) sind der Meinung, dass sie nicht notwendig ist und die Gegner werden sie verhindern, weil ihnen sonst ihr liebstes Argument abhanden kommt. Was nicht kommt, braucht man auch nicht bezahlen.

  35. BvG sagt:

    „Endlagerung“ ist ein Quatschbegriff von unfähigen Physikern. Man sollte eher den Biologen vertrauen.

  36. Wolfgang Fladung sagt:

    @ 34, Henning Flessner: der Begriff „Kerntechnik“ gefällt mir doch nicht wg. der physikalischen Aussage, sondern wegen der schon seit Jahrzehnten diskutierten Verniedlichung und gnadenlosen Verharmlosung Richtung Apfel- oder Pflaumenkern. Wirklich ein „kerniges“ Thema, aus echtem Schrot und Kern.

    Und wenn die Endlagerung nicht kommt, ist die Frage immer noch offen, wohin mit dem Schmonzes – zur Omma unters Vertiko? Es gibt ja Überlegungen, die Reste interstellar zu entsorgen, also durch eine Art Milky Way Cruise Missile. Kommt allerdings vielleicht irgendwo an, und vielleicht dann auch, in anderer Form, wieder zurück.

    Und @ 32, BvG, verstehe ich auch nach einigen Riesling – immer – noch nicht: atomwaffenfrei ist Scheiße? Trifft auch für vieles andere zu, z.B. Stickoxydfrei (Diesel-Motoren) ist Scheiße, könnten ja die Chinesen bauen, oder Bio-Produkte sind Scheiße, weil sich diese Ärmere sowieso nicht leisten können, oder Vermeidung von Quecksilber im Abwasser ist Scheiße, weil so schwer heraus zu filtern, etc. pp.

    Wie naiv sind Sie eigentlich? Werden Waren durch Kauf vom Markt genommen? Nee, dann wird einfach nachproduziert.

    Aber ich werde mich, so wie es aussieht, aus dieser Debatte, verabschieden. Mir fehlt da eine gewisse Ernsthaftigkeit, siehe Bronski #29.

  37. BvG sagt:

    @fladung

    Der Rufer in der Wüste nervt die Bewohner der Wüste, sonst niemanden.

  38. Günter Rudolphi sagt:

    „Der Rufer in der Wüste nervt die Bewohner der Wüste, sonst niemanden.“

    Auf dem Level bleibt er halt nicht immer. Erst holt der Rufer in der Wüste sich Lautsprecher zur Verstärkung, dann geht er evtl. zu Sprengstoff usw.usf.etc.pp.über, wenn ihn so ohne alles keiner richtig hören will.

    Dann schließt sich der Kreis wieder ….

  39. Günter Rudolphi sagt:

    Aber jetzt auch noch eine kleine Anmerkung zu „Paranoia“.
    Die medizinische Bedeutung / Defintion bezieht sich auf einzelne Individuen, beinhaltet auch eine „Normalität“ als ein Kriterium, was immer auch im Lauf der Jahrtausende darunter zu verstehen ist / war.

    Heute wissen wir aber, die Erde ist keine Scheibe mehr mit „Randlagen“, topographisch leben wir auf der Oberfläche eines relativ runden Planeten.

    Da ist jeder Staat, jedes Land von anderen umgeben (umzingelt / eingekesselt), das kann aber auch Ängste auslösen und aus diesen Ängsten entstehen dann auch Phantasien. Die Phantasie einer Verfolgung ist aber nicht immer irreal, ob sie „normal“ ist, das kann auch nicht immer sicher und defintiv bestimmt werden, sondern liegt auch im Auge des Betrachters. „Verfolgungswahn“ ist ein sehr schillernder und auch schwammiger Begriff.

  40. Günter Rudolphi sagt:

    Von Feinden umzingelt zu sein, das löst natürliche Ängste und Abwehrmechanismen aus, die auch zu Flucht und Flüchtlingen führen, andere stellen sich diesen Feinden (egal ob reale oder eingebildete), schmieden vorsorglich Allianzen und Bündnisse dagegen, werden also präventiv tätig, im Extremfall bis zu einem Präventivschlag oder Entwaffnungsschlag.
    Das gibt es doch alles, seitdem die Menschen die Bäume verlassen haben.
    Die geostrategischen Kernwaffen sind aber doch unter der geostrategischen Lage zu sehen.

    Zahlen dazu aus WP:
    USA Fläche rund 10 Mio. km², 320 Mio. Einwohner
    VR China Fläche rund 10 Mio. km², 1.350 Mio. Einwohner
    Russische Föderation Fläche rund 17 Mio. km², 146 Mio. Einwohner
    (alte SU Fläche rund 22 Mio. km², 290 Mio. Einwohner bis 1991)

    Da die alte SU und die VR China, beide ja stramm kommunistische Diktaturen und Atommächte mit weltrevolutionärem Anspruch, den demokratischen USA feindlich gegenüberstanden mit einem Vielfachen jeweils an Fläche und Einwohnern zusammen im sog. „Kalten Krieg“, waren die USA doch hier klar und jahrzehntelang in der Zwickmühle gewesen.

    Die USA haben dagegen ihre Kernwaffen gesetzt, das muß doch niemanden wirklich verwundern, wenn er eins und eins zusammenzählen kann und sich die Zahlen und dazugehörigen Landkarten anschaut.

  41. Henning Flessner sagt:

    @36 Wolfgang Fladung
    Die Abfälle in der Asse liegen unter ca. 750 m Salz, das zum Teil aus Kaliumchlorid besteht. Kalium enthält immer einen gewissen Anteil an Kalium 40 und dieses ist radioaktiv (Betastrahler). Wenn man die gesamte Radioaktivität im Salz addiert, stellt man fest, dass im Salz mehr Radioaktivität ist als in den Abfällen. Wohin mit dem radioaktiven Salz? Zum Glück ist das Kalium sehr gut im Salz verteilt bzw. verdünnt. Verdünnung scheint also eine gute Lösung zu sein. Wo könnte man auf der Erde eine gute Verdünnung erreichen. Vielleicht dort, wo schon 3 000 000 000 000 kg Uran verdünnt herum schw…….

  42. Bronski sagt:

    @ all

    Das hier ist keine Debatte über die friedliche Nutzung der Atomkraft.

    Machen Sie sich bitte bewusst:

    Über Syrien operieren derzeit russische und US-amerikanische Luftstreitkräfte. Erstere dringen nach allem, was man so hört, provozierend gern in den Luftraum der Türkei ein, eines Nato-Landes. Nur in diesem Zusammenhang bekommen die Bomben in Büchel möglicherweise irgendeinen Sinn. Aktion — Reaktion — Henne –Ei — Nein, das hatten wir alles schon mal …

  43. BvG sagt:

    @bronski

    Ehrlich, Bronski, was soll das alles noch?

    Die sogenannten Mächtigen machen was sie wollen, in ihrer Umnachtung und Ohnmacht, was soll ein vernünftiger Geist dazu noch sagen?

    Die Mächtigen bringen es dahin, daß Zerlumpte die Paläste stürmen, um sich wieder und wieder in die gleichen Kleider zu hüllen und wieder und wieder das gleiche Unrecht zu verüben.

    Man redet und redet und letztlich bleibt nur ein resignierter Bürger, der zur Gewalt als Ultima Ratio greift…

    Die Mächtigen erzwingen Gewalt, als Widerstand, als Verteidigung, als Schutz… und immer wieder verdienen dieselben und hüllen sich in die opportunen Kleider.

    Was soll man denn noch tun, wenn die Unklugen stets klüger sind?

  44. manfred petersmark sagt:

    Ich könnte jetzt bedauern, die Debatte um die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie angefacht und damit vom eigentlichen Thema abgelenkt zu haben, tu es aber nicht.

    Daß die Bundesregierung nicht lautstark Einspruch erhebt gegen die Erneuerung der amerikanischen Atomwaffen, die eigentlich schon längst abgezogen sein müßten, dürfte wirklich keinen wundern. Welche Konsequenzen aus dem erwachsen, was „unter Freunden nicht geht“, haben wir inzwischen mitbekommen. Ich denke auch nicht, daß es sich um „ein weiteres glänzendes Beispiel deutscher Friedenspolitik“ handelt, wie das Thema dieses Threads ironischerweise lautet. Mein Eindruck ist, daß es sich unsere Regierung zu Recht schenkt, hier Politik zu machen. Politik bedeutet nicht, bei jeder Verletzung der deutschen „Souveränität“ durch die Amerikaner vernehmbar aufzujaulen.

    Die Befürchtung, daß sich die Russen und die Amerikaner wegen einiger russischer Kampfjets, die von der türkischen Luftwaffe abgedrängt werden, gegenseitig mit Atombomben bewerfen, halte ich für übertrieben. Aber es ist zu befürchten, daß die Chance, deutsche Jagdbomber dürften mit amerikanischer Erlaubnis und amerikanischen Atombomben irgendwann von Büchel aus den freien Westen verteidigen, nahe null liegt.

    Darum ist es realistischer, sich über die realen Gefahren, die aus der Nutzung der Nukleartechnik erwachsen, Gedanken zu machen.

  45. Günter Rudolphi sagt:

    Wer hatte zuletzt einen atomaren Präventivschlag wieder ins Gespräch gebracht?
    Sie werden doch nichts gegen die Kasseler AG Friedensforschung hier in der FR als Quelle haben?

    Zitat:
    „Atomarer Präventivschlag: Keine Angst mehr vor Apokalypse?
    Von Ilja Kramnik, RIA Novosti *

    Russlands neue Militärdoktrin wird die Möglichkeit von atomaren Präventivschlägen vorsehen. Diese Mitteilung ist eine der größten Sensationen dieser Tage.“
    Quelle: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Russland/atomwaffen.html

    Auch Nordkorea drohte mit einem atomaren Präventivschlag / Erstschlag / Vergeltungsschlag, je nach Interpretation und Wortakrobatik:

    Zitat:
    „Am Montag beginnen Südkorea und die USA ein gemeinsames Militärmanöver – im Falle eines Angriffs hat Nordkorea den beiden Ländern nun mit einem Atomschlag gedroht: Sollten die beiden Staaten Nordkorea mit Atomwaffen bedrohen, so werde Pjöngjang mit Atomwaffen Vergeltung üben, sagte ein Militärsprecher in einer am Sonntag von Staatsmedien verbreiteten Erklärung. Die USA und die südkoreanische Regierung um Präsident Lee Myung Bak sollten erkennen, dass die nordkoreanische Armee fest entschlossen sei, Aggressoren gnadenlos auszuradieren.“
    Quellen: http://www.iknews.de/2013/03/07/atomarer-praeventivschlag-nordkorea-laesst-die-muskeln-spielen/
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/angst-vor-militaermanoever-nordkorea-droht-usa-und-suedkorea-mit-atomschlag-a-643054.html

    Haben Sie (die Kommentatoren) hier in der FR weiter etwas gegen die Fakten?
    Mir scheint, Bronski nimmt die Fakten zur Kenntnis.

  46. Wolfgang Fladung sagt:

    ebenfalls @ all: Ich habe einen Zusammenhang gesehen wegen des bedenkenlosen Umgangs bzw. der Verharmlosung dieser ganzen radioaktiven Gefahren. Eben Zauberlehrlinge mit Flaschengeistern, die aber nicht zurück kommen, wenn sie aus der Flasche gelassen wurden.

    Scheint aber dem Mensch inne zu wohnen, er ruht nicht eher, als bis aus GAU’s SUPERGAU’s geworden sind.

    Oder wie wir Hessen sagen: Na dann gut Nacht, Sann’che!

    Aber ich poste eh‘ nicht mehr mit, wenn sich die Debatte nicht ändert. Wenn hier vorwiegend Verdünnungsmärchen erzählt werden – bei Märchen mag ich die der Grimms und die von Andersen lieber, ganz zu schweigen von 1001 Nacht.

  47. Günter Rudolphi sagt:

    Da komme ich noch einmal auf SPON zurück mit diesem Zitat:

    „Konflikt in Syrien Assads Krieg wird Putins Krieg
    Russland kämpft an Assads Seite – damit ist auch die Hoffnung dahin, das Atomabkommen mit Iran könne die Region entspannen. Putin schafft militärisch Fakten. Aber das kann sich auch für ihn rächen.
    Ein Kommentar. 07.10.2015, von Klaus-Dieter Frankenberger “
    Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/konflikt-in-syrien-assads-krieg-wird-putins-krieg-13844403.html

    Tja, auch (Friedens-) Träume können platzen ……

  48. Günter Rudolphi sagt:

    Sorry, das war die FAZ ….
    (Nobody is perfect)

  49. Peter Boettel sagt:

    44#: Manfred Petersmark, stimme voll zu, geredet und geschrieben wird nur von russischen Flugzeugen in Syrien, dabei waren die amerikanischen, britischen und französischen schon vorher da.

    Merkel will den Friedensnobelpreis,gestattet aber die Lieferung von Waffen u.a. an die Saudis, mit denen die IS unterstützt werden; diese verursachen wiederum Flüchtlinge, die Merkel willkommen heißt, aber nichts dazu leistet, damit sie wirklich willkommen sind.

  50. Wolfgang Fladung sagt:

    # 49, Peter Boettel: Genau das zeigt die grenzenlose Heuchelei unserer Oberen und Anderer: Frieden schaffen mit deutschen Waffen, aber wenn die Menschen in Syrien und anderswo dann die Schnauze von diesem „Frieden“ voll haben und hierher kommen, will man dies auch wieder nicht und sucht nach „Stop & Go“-Lösungen. Wenn Merkel & Vorgänger einen Preis verdienten, dann den Nobelpreis für Heuchelei.

    Professor Sinn setzt dem noch die Krone auf, indem er Heraufsetzung des Rentenalters und Streichen des Mindestlohns fordert – wegen der Kosten für die Flüchtlinge. Allerdings scheint sich hier eine perverse Gesamtrechnung abzuzeichnen – Flüchtlinge und das ganze Drumherum steigern derzeit das Bruttosozialprodukt. Kapitalismus kennt eben kein Gut + Böse, sondern nur Gewinn und Verlust sowie Gläubiger/Empfänger und Schuldner/Zahler.

  51. Günter Rudolphi sagt:

    Bevor sich einige Kommentatoren weiter echauffieren, Kleinwaffen vagabundieren doch weltweit, selbst alte Mauser-Karabiner aus dem 1.Weltkrieg werden noch eingesetzt.

    Was, frage ich die Herren Boettel und Fladung, wäre in Syrien denn anders ohne ein paar deutsche Kleinwaffen, auch Milan-Raketen gehören dazu, die aber auch noch genauer zu verifizieren und auch zu quantifizieren wären?
    Dann hätte sich was eigentlich geändert Zahlen- und Kräfte-mäßig, oder reicht das Waschen der Hände in demonstrativer Unschuld eines Waffenexportverbots bereits aus, um ein gutes Gewissen vor sich her zutragen?
    Was benützen denn die Kämpfer dort in der Masse und wer würde dann auch sicher gerne einspringen nach einem Wegfall einiger Klein-Waffen aus der BRD?

  52. Henning Flessner sagt:

    Ich biete mal einen ganz simplen, aber wie ich meine, realistischen Grund an, warum die Bomben modernisiert werden sollen.
    Die USA wollen aus der entsprechenden Technik nicht aussteigen. Technisches Know-how aufzubauen, dauert Jahre. Es zu zerstören, geht erheblich schneller. Wenn es den Mitarbeitern in den Firmen zu langweilig wird, weil sie nichts zu tun haben, kündigen sie und suchen sich etwas anderes und sie kommen nicht zurück. Oder die Firmen steigen aus dem Geschäft aus wegen mangelnder Aufträge.
    Um die Mitarbeiter zu halten und den Firmen Einkünfte zu verschaffen, werden sie mit Ersatzteil- und Modernisierungsaufträgen über Wasser gehalten.
    Etwas derartiges passierte in der Vergangenheit im Nuklearsektor in Frankreich. Frankreich will das Know-how für nukleare Kraftwerke nicht verlieren. Da aber für lange Zeit keine neuen Kraftwerke in Frankreich gebaut wurden, gingen den Firmen die Aufträge aus und wären aus der Technik ausgestiegen. Also hat der Energieversorger EDF jedes Jahr Aufträge an die entsprechenden Firmen vergeben für Ersatzteile (die nie benötigt wurden), Studien und Modernisierungen.
    Es tut mir leid, dass in meiner Erklärung kein richtiger Bösewicht vorkommt.

  53. Bronski sagt:

    Da sind wir wieder am Anfang der Geschichte, denn im Grunde habe ich das, was Henning Flessner hier anmerkt, schon in meinem Einleitungstext geschrieben.

  54. Gerhard Sturm sagt:

    Wer in Deutschland lebt kann A- Bomben in unseren Landesgrenzen nicht gutheißen, egal ob in Büchel oder an einem anderen Standort (vor einigen Jahren lagerten sie noch bei Schöneck). Ein aufgewärmter „kalter Krieg“ macht unser Land als A- Bomben Lager zum Erstschlagziel und somit im Kriegsfall zur Todeszone. Ein Erstschlag oder die Antwort darauf hat wohl immer das Ziel Waffen zu vernichten die am Schnellsten ihr Ziel erreichen können. Deutschland liegt verdächtig nahe an Russland.
    2010 habe ich im Caricatura Museum ein Poster mitgenommen: POTH FÜR DIE WELT, Thema think big! Dargestellt ein alter Mann, Sprechblase mit folgendem Inhalt: Sofort nach meinem Tod gehört die ganze Menschheit ausgerottet!
    Nächstes Jahr wird in den USA gewählt. Vielleicht übersteht ein 69 jähriger Unternehmer, Wohnhaft in New York, die Vorwahlen der Republikaner. Über sein Vermögen ist man sich nicht ganz einig, die Schätzungen gehen von höheren 3- Stelligen Millionenbeträgen bis 12 Milliarden Dollar. Der Mann hat sicherlich jetzt schon Macht und Einfluss auf Menschen und Politik. Was ihm noch fehlt ist Macht über Leben und Tod. Der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten hat diese Macht!
    Um mein Leben muss ich in meinem Alter nicht fürchten, aber meine Kinder und Enkel haben auch ein langes erfülltes Leben verdient. Ich hoffe die amerikanischen bzw. russischen Präsidenten sehen das genauso. Auf unsere eigenen Politiker können wir uns wohl nicht verlassen!

  55. BvG sagt:

    Flüchtende sind längst schon zum politischen Druckmittel und zum Objekt einer Industrie geworden.

    Ich weiß wirklich nicht, warum wir hier noch so rumjammern.

    Konflikte sind ein Wirtschaftszweig. Ist ja nichts Neues, oder?

    Aber die Konflikte bringen nicht mehr genug ein, so wird nun der Frieden und die Flucht zum Wirtschaftszweig.

    Lieber Wolfgang Fladung, und alle anderen , man regt sich vergeblich auf. Wir leben von den Brosamen der Herrschenden und unsere Ideen sind längst von Utopien zu Produkten geworden.

    Wenn wir die Geschäfte nicht machen, macht sie ein anderer, da beißt die Maus keinen Faden ab.

    Der Kapitalismus hat nunmal gesiegt. Man kann ihm nur die Opfer in Rechnung stellen.

    Wie schon oben oder anderswo gesagt: Der Kapitalismus wird sich selbst zum Frieden zwingen, nur Geduld. Er schraubt schon daran.

    Aber wenn der Frieden zum einträglichen Produkt wird, haben wir doch gewonnen, oder?

  56. Günter Rudolphi sagt:

    Zum Zitat von Klaus Philipp Mertens vom 6. Oktober 2015 11:21:

    „Vielleicht hilft tatsächlich eine Rückbesinnung auf C. Wright Mills, Rudi Dutschke, Rudolf Bahro und nicht zuletzt auf Karl Marx: Wehrt euch, leistet Widerstand, gegen Anpassung im Land.“
    Wie Sie jetzt beim Thema der Kernwaffen gerade auf Karl Marx kommen, das hat sich mir nicht erschlossen. Bitte hier im Thread nach dem Zitat von K.P. Mertens auch einmal darauf eingehen zu dürfen.

    Denn Karl Marx hatte weder von Kernwaffen etwas verstanden, noch von der Ökologie, noch von der Begrenztheit aller materiellen Ressourcen. Seine Theorien, wie sein alleiniger Gegensatz von Kapital und Arbeit und seine Theorie von den ständigen Klassenkämpfen haben sich doch als ein Widerspruch in sich selbst herausgestellt, denn auch seine verelendeten Arbeitermassen ohne jeden Besitz können nicht die massenhaft hergestellten Waren der Monopolkapitalisten abnehmen.
    Viel jedoch verstand Karl Marx vom Rassismus, seine Auseinandersetzung mit Ferdinand Lasalle ist der Beleg:
    Zitat:
    „Der jüdische Nigger Lassalle, der glücklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat glücklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren… Es ist mir jetzt völlig klar, daß er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus Ägypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz müssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.“
    Quelle dafür ist: Marx an Engels, 1862 (MEW 30, 257)
    oder auch das Internet ist die Quelle für das Zitat.

    Aber jetzt wieder zum Thema der Kernwaffen.

  57. Günter Rudolphi sagt:

    @ Gerhard Sturm

    Ein Bündnis ohne ein gegenseitiges Einstehen, auch bei den Risiken, nicht nur bei den Dividenden, ist doch mit Ohnemichels ein reiner Papiertiger, den keiner noch ernstnehmen kann. Jedenfalls kein Putin.

  58. manfred petersmark sagt:

    @ 53, Bronski

    Schließt sich hier der Kreis oder beißt sich die Katze in den Schwanz? Ja dann: Aufhören! Oder lieber doch nicht?

    Wenn es jetzt schon möglich ist, das menschliche Leben auf unserem Erdball entgegen aller Logik gleich mehrfach auszulöschen, dann frage ich mich, ob ein aufrechterhaltenes oder gar fortentwickeltes atomwaffentechnisches Knowhow noch einen Fortschritt bringt.

    Um das hoffentlich bald nicht mehr benötigte Knowhow der Atomwaffentechniker würde ich mir keine Sorgen machen, was dessen Verbreitung anbelangt. Als Physikerin weiß sogar Angela Merkel, wie man eine Atombombe bastelt, von ihren handwerklichen Fähigkeiten mal abgesehen.

    Ich lasse ja nichts unversucht, um mein bevorzugtes Thema wieder aufzugreifen: Läge der Gedanke sehr fern, all die fähigen Köpfe, die sich bisher mit dem Aufbau und dem Fortbestand der Nuklearindustrie befaßt haben, mit einer Weiterentwicklung zu betrauen, die auf einen risikoarmen Umgang mit dem Material, das nach dem Abschied vom Atomzeitalter zurückbleibt, abzielt?

  59. BvG sagt:

    Mein Hinweis auf Heisenberg ist scheinbar untergegangen. Es herrscht ein pauschales Mißtrauen gegen die Techniker und Physiker, die Atomwaffen herstellen und warten.

    Man sollte für eine Augenblick darüber nachdenken, ob diese nicht auch den Frieden zum Ziel haben.

  60. Bronski sagt:

    @ Manfred Petersmark

    „Ich lasse ja nichts unversucht, um mein bevorzugtes Thema wieder aufzugreifen …“

    Hör doch bitte damit auf. Du hast Dich über Redudanzen bei anderen Themen beschwert — Atommüll und seine Endlagerung sind wahrlich oft genug Thema in diesem Blog gewesen. Dieser Thread möge sich bitte am aktuellen Geschehen orientieren.

  61. Günter Rudolphi sagt:

    Für die nostalgischen Bewunderer(?) von Karl Marx (da aktuelles Geschehen im Blog) noch eine Pflichtlektüre:

    „Karl Marx, der Visionär und Rassist
    Zum „Schwarzbuch des Kommunismus“ – ein Essay über die Quellen des großen Hasses
    Von Albert C. Sellner
    28. Mai 1998, 14:00 Uhr“

    Quelle: http://www.zeit.de/1998/23/Karl_Marx_der_Visionaer_und_Rassist

  62. Peter Boettel sagt:

    zu 61#, natürlich wird von den Neoliberalen u.ä. über Karl Marx geschimpft, insbesondere fühlen sich viele deshalb auf den Schlips getreten, weil er schon vor über 160 Jahren die Wahrheit gesagt hat, die sich zurzeit immer mehr bestätigt.

  63. Günter Rudolphi sagt:

    Verehrter Hr. Boettel, wenn einer sich selbst mehrfach widerspricht, wie Karl Marx, und auch solche absurde rassistische Einschätzungen von Menschen und Völker abgegeben hatte, dann ist das für Sie also, daß er (Zitat) „die Wahrheit gesagt hat“?

    Sein „Paradies der Werktätigen“ nach seiner „Diktatur des Proletariats“ war doch nur ein Schlaraffenland für Dilettanten, wie er es selber war.

    Zitat:
    „Sowie nämlich die Arbeit verteilt zu werden anfängt, hat Jeder einen bestimmten ausschließlichen Kreis der Tätigkeit, der ihm aufgedrängt wird, aus dem er nicht heraus kann; er ist Jäger, Fischer oder Hirt oder kritischer Kritiker und muß es bleiben, wenn er nicht die Mittel zum Leben verlieren will – während in der kommunistischen Gesellschaft, wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“
    Quelle: http://mlwerke.de/me/me03/me03_017.htm

    Lassen Sie sich, Herr Boettel, von einem vollberuflichen Chirurgen operieren oder doch lieber von einem solchen Dilettanten wie diesem Rassisten Karl Marx, dessen Ziel es ja war “ heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.“
    Da hat er doch glatt vergessen, die Chirurgen, Elektriker, Statiker, Ingenieure usw.usf.etc.pp. zu erwähnen, dieser auch als Theoretiker dilettantische Karl Marx, der es ja besonders gerne liebte „nach dem Essen zu kritisieren, wie (er) gerade Lust“ hatte.

    Für mich ist die Antwort übrigens klar, von wem ich mich operieren lassen würde, Ihnen wünsche ich dann gute Erholung …….

  64. Georg Siebert sagt:

    Prima, das hier das Orwell’sche Neusprech ein Forum gefunden hat. Da wird Frieden geschaffen mit modernisierten Waffen, wozu der Kapitalismus ja eigentlich da ist. Da wird nicht nachgefragt, wozu eigentlich diese ganzen A-Waffen in Büchel dienen, bzw. wem? Da wird auch nicht gefragt, wer betroffen wäre bzw. sich bedroht fühlen könnte. Und es wird nicht gefragt, wer es abbekäme, wenn irgendwelche Idioten auf die vermeintliche Bedrohung reagieren würden.

    Warum nicht A-Waffen an den IS liefern, die 99 Jungfrauen warten doch schon im Paradies.

    Und, # 59 @ BvG: natürlich haben die Techniker
    „Man sollte für eine Augenblick darüber nachdenken, ob diese nicht auch den Frieden zum Ziel haben.“ nicht als den Frieden im Ziel. Nicht umsonst herrscht nach einem schönen Atomkrieg Frieden, nämlich Grabesfrieden, weil niemand mehr da ist, der noch Krieg führen könnte.

    Und was unsere „Friedenswaffen“, in alle Welt als 2014 3. größter Waffenexporteur und 2015 2. größter, so anrichten? Wohl kaum etwas, weil die G-36 um die Ecke schießen, und damit eher Unbeteiligte treffen, und ansonsten ja nur Wasserpistolen geliefert werden. Da ärgern sich dann die vom IS, weil sie so ’nen Mist von den Saudis erhalten haben.

    Und nochmals zu BvG: richtig erkannt, weiß auch die Prostituierte an der Ecke; wenn ich mich nicht hinstelle und mich anbiete, macht dies eine andere. Gibt ja auch sonst keine vernünftigen Jobs.

  65. BvG sagt:

    @Georg siebert

    Nun, wenn Sie mich so munter von der Seite ansprechen: Ich schätze, wir haben das ganze Dilemma deshalb, weil es sich viel zu viele so leicht machen wie Sie.

    Gehen Sie hin und gründen eine Firma, die alle Waffenhersteller mit friedlichen Produkten in Vollbeschäftigung hält , und sündigen Sie fortan nicht mehr…

  66. BvG sagt:

    Tja, das steht man nun wieder vor dem bekannten Dilemma:

    Was gebietet Mördern Einhalt? Gesetze, die mit Gewalt durchgesetzt werden oder Opferbereitschaft?
    Ich favorisiere da durchaus die Bildung und Herzensbildung, aber dem Philosophen wird halt im Zweifelsfall einfach der Kopf abgeschlagen.

    Da mag er dann reden, was er will.

    Humanismus in allen Ehren, da gehe ich auch an die Grenze der Selbstopferung. Aber wenn man Recht und Rechtsstaat will, dann kommt man um Gewalt nicht umhin.

    Es ist ein eigentümliches Mißverständnis, daß man Gewalt mit Friedlichkeit begegnen könne.

    Gewalt kann man nur mit Rechtsstaatlichkeit begegnen, und diese benötigt unabweisbar Gewalt. Nur eben keine willkürliche.

  67. Günter Rudolphi sagt:

    @ Verehrte MitdiskutantInnen, über verschüttete Milch zu diskutieren, kann (sollte!) nur eine begrenzte Zeit vom konkreten Handeln abhalten.
    Auch das Thema der „Endlagerung“ gehört dazu, wobei die „Alternativen“ das gleiche Problem haben, immer ist der Planet Erde – ohne Raketen mit Ziel Weltall / Sonne – das „Endlager“. Wer von den „Alternativen“ kann denn wirklich Garantien für Millionen von Jahren abgeben, was doch immer von den Befürwortern der Stromerzeugung mittels Kerntechnik verlangt wird?

    Zweierlei Maß also, und das ist von Übel meiner unmaßgeblichen Meinung nach.

    Aber auch sonst, bei der „Paranoia“ und den Kern- und Klein-Waffen, und überhaupt in der ganzen Politik usw.usf.etc.pp., bei allen Parteien und den Bürgern m/w scheint das Anwenden von zweierlei Maß nicht nur hier im Blog doch immer noch fröhliche Urstände zu feiern.

    An die eigene Nase fassen und in den Spiegel schauen, morgens beim Rasieren oder der Wimperntusche ……

  68. Günter Rudolphi sagt:

    Nachtrag:
    Das mit dem „zweierlei Maß anwenden“ ist offiziell nur den Modelltischlern in der Gießerei erlaubt, aber „quod licet Jovi, non licet (tibi) bovi“, wie „der Lateiner“ schon wußte …… 😉

  69. Günter Rudolphi sagt:

    Zum Zitat von BvG:
    „Ich favorisiere da durchaus die Bildung und Herzensbildung, aber dem Philosophen wird halt im Zweifelsfall einfach der Kopf abgeschlagen.“

    Es gab sie doch bereits, im antiken Griechenland zum Beispiel, die Koexistenz des Philosophen und des Kriegsherren.

    Alexander der Große soll zu Diogenes gesagt haben, der ihn gebeten hatte, nur ein wenig aus der Sonne zu gehen:
    „Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein.“

    Unterschätzen Sie also auch die (ehemaligen) Soldaten nicht!

  70. Georg Siebert sagt:

    (nicht nur) @ BvG, 65: Warum wird eigentlich für die Vorbereitung und (vermeintliche) Abwehr von Kriegen viel mehr Geld ausgegeben, als für die Sicherung des Friedens, indem man alle die Dinge nicht versucht zu verbessern, verhindern oder zumindest zu erleichtern, die zu Kämpfen und Kriegen führen, z.B. Überbevölkerung, Migrationsbewegungen, Handelsbarrieren (die z.B. bei Europa-Afrika Einbahnstraßen sind), religiösem Fanatismus und und und. Da steckt natürlich auch massiv Korruption dahinter, denn nirgends und mit nichts läßt sich so schnell und viel Geld verdienen wie mit Waffenproduktion und -exporten. Und in der „Nachsorge“ wird dann wieder Geld mit Hilfsleistungen und Reparaturen verdient – haben sich ja auch ganze Industrien drum herum aufgebaut.

    Warum werden Menschen zu Mördern – weil sie nix Besseres zu tun haben? Wäre es nicht eine wunderbare Aufgabe, im Sinne von Gandhi oder auch Christus dafür zu sorgen und das Umfeld zu bereiten, das sie es gar nicht erst werden? Aber lieber wird da ein falscher Pragmatismus gepflegt, der schulterzuckend sagt: Gibt eben Mörder, kleine oder große als Staatenlenker (Friedensnobelpreisträger Obama gehört auch dazu), müssen wir uns eben gegen wehren.

    Es gibt und wird natürlich immer wieder welche geben, die mit einem Hirnschaden auf die Welt kommen. Aber der Mensch hat doch seinen Geist auch dafür erhalten und sollte ihn nützen, die Zahl derer möglichst klein zu halten und nicht noch sich immer fiesere und tödlichere Methoden waffentechnischer Bekämpfung auszudenken, denn dann begibt er sich auf die gleiche Ebene.

    Aber da scheint mir auch ein Gesamtdefekt im Homo Sapiens angelegt zu sein, mit Freude am Zerstören und nicht am Aufbauen bzw. Heilen.

    Eine lebenswerte Umwelt in jedweder Hinsicht zu schaffen wäre eine solche, sicherlich sehr schwere Aufgabe. Leichter ist natürlich die Entwicklung eines neuen Schnellfeuergewehres.

    So, und jetzt warte ich auf die Kommentare, die mir grenzenlose Naivität und Weltferne unterstellen. Damit lebe ich seit Jahrzehnten.

  71. hans sagt:

    zu @ 52 Henning Flessner
    Das was sie im Beitrag 52 geschrieben haben halte ich auch für plausibel. Ein Bösewicht kann ich auch nicht entdecken, aber wenn es so ist wie von ihnen beschrieben kann man klar sehen was für ein Unsinn es immer war zu denken man könnte mit AKW wirtschaftlich sinnvoll Strom erzeugen. Der Modernisierung der Raketen messe ich aus den von ihnen beschriebenen Gründen nicht die Bedeutung bei wie einige die sich hier dazu geäußert haben. Es wäre sicher besser die Teile würden verschwinden, aber das sie modernisiert werden ist dann mal einfach so. Wir haben andere Probleme im Moment.

  72. Peter Boettel sagt:

    63#: Herr Rudolphi, danke für die guten Ratschläge, mich operieren zu lassen, diese Empfehlung ist doch der von Ihnen erwähnte Rassismus.

  73. BvG sagt:

    @Georg Siebert
    Wir sind uns nicht uneinig.
    Aber anscheinend haben Sie nicht alle meiner Beiträge gelesen. Auch ich fordere, Geld und Arbeit in Friedensbemühung und Friedenssicherung zu stecken.

    Derzeit sind Konflikte aber lohnender, deshalb geschieht das nicht.

  74. Günter Rudolphi sagt:

    Ist das denn wirklich die alles entscheidende Frage, ob „man könnte mit AKW wirtschaftlich sinnvoll Strom erzeugen“?
    Kann ein Land „wirtschaftlich sinnvoll“ den Pluto erforschen oder auf dem Mond landen wollen?
    Stiegen Bergsteiger „wirtschaftlich sinnvoll“ auf die Achttausender im Himalaja?
    Ist die Weltraumfahrt zum Beispiel überhaupt „wirtschaftlich sinnvoll“?
    Oder eine ganz einfache und naheliegende Frage:
    Ist dieser Bronski-Blog und das Kommentieren darin denn „wirtschaftlich sinnvoll“?

    Wahrscheinlich nein, es gibt ihn aber trotzdem und wir tun es immer noch.
    Offensichtlich ……

  75. Günter Rudolphi sagt:

    Das Schöne am Marxismus ist es ja, die Analysetechnik als einen Werkzeugkasten zu benutzen.
    Und mit diesem Werkzeugkasten in der Hand und im Kopf muß man auch an Karl Marx und den nach ihm benannten Marxismus herangehen.

    Was der überaus „feinsinnige“ Karl der große Marx da doch als seine Zukunftsvision entwickelt hatte, ohne jede – auch hochspezialisierte – Arbeitsteilung, wie ich es ja zitiert habe, das taugt höchstens für ein Witzblatt, in seiner Aufzählung des Tagesablaufs im Kommunismus hatte er sowieso einiges vergessen, auch das Kloputzen zum Beispiel noch, für das er sicher auch so große Lust empfand, wie für das „morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe“.
    Als Witzbold war er also garnicht so schlecht, wie als Gesellschaftstheoretiker, aber er war doch unter anderem ein überheblicher, rassistischer, aggressiver und eigentlich auch größenwahnsinniger Mensch.

  76. Günter Rudolphi sagt:

    Das sollte übrigens keine Ferndiagnose im medizinischen Sinn sein, sondern lediglich meine Meinungsäußerung nach Art. 5 GG.
    Noch Fragen dazu?

    Kernwaffen aber in der Hand von Menschen wie Marx sehe ich weiter sehr kritisch, gut, daß er noch keine hatte.

  77. Günter Rudolphi sagt:

    Zu # 72 (Peter Boettel 10. Oktober 2015 18:36)
    Sein Vollzitat:
    „Herr Rudolphi, danke für die guten Ratschläge, mich operieren zu lassen, diese Empfehlung ist doch der von Ihnen erwähnte Rassismus.“

    Ach, lieber Herr Boettel, jetzt verdrehen Sie eine Frage von mir zu einer Empfehlung.
    Geht es noch etwas rabulistischer?
    Also bitte solche dialektischen Tricks bei mir nicht mehr versuchen, die sind allzu durchsichtig.
    Aber jetzt auch noch eine andere Frage: Wäre es so gewesen, wie Sie es unterstellten, was wäre daran „Rassismus“, so wie bei Marx?

  78. Günter Rudolphi sagt:

    Nachtrag: Ein Fragezeichen fehlte am Ende meiner Frage zu einer Operation, lieber Herr Boettel, das ist wahr, aber dann stand im letzten Satz vom Bezugs-Kommentar doch das Wort Antwort!
    Darum nun eine dritte Frage, lieber Hr. Boettel: Kennen Sie auch noch den russischen Forscher Iwan Petrowitsch Pawlow?

  79. Henning Flessner sagt:

    Auch wenn ich allen Pessimisten den Sonntag verderbe: es gibt Indizien (siehe Webseite: Ourworldindata.org), dass die Welt noch nie so friedlich war wie heute.
    Auch wenn wir seit mindestens 2500 Jahren immer wieder hören, dass die Zukunft fürchterlich sein wird.
    Es ist noch nicht gut, aber es wird besser.

  80. Günter Rudolphi sagt:

    Der Marxsche Denkfehler kommt auch hier noch zum Ausdruck (Zitat von Wolfgang Fladung 7. Oktober 2015 0:22):

    „Werden Waren durch Kauf vom Markt genommen? Nee, dann wird einfach nachproduziert.“
    Auch das hat eben Grenzen (das Nachproduzieren von Waren nämlich), durch die Ökologie (Umweltbelastung dabei), und auch durch die Begrenztheit aller Ressourcen, neben den materiellen (über die begrenzten Rohstoffe dieser Erde) auch durch die personellen und energetischen und zeitlichen Ressourcen, auch wenn es eines Tages technisch gelingen könnte, die Kernfusion hier auf der Erde mit positivem und hohen Wirkungsgrad nutzbar machen zu können, soweit ist die Kernforschung aber noch nicht. Nur wenn Menschen aber eines fernen Tages die Erde dauerhaft verlassen könnten und neu sich ansiedeln dann außerhalb der Erde und unabhängig von ihr, wäre eine neue Perspektive für die Menschheit gegeben.
    Das ist doch klar, und darauf hätte auch schon ein Karl Marx nach intensivem Nachdenken eigentlich prinzipiell kommen können.

    Können wir das Neben-Thema „Karl Marx“ nun ganz langsam wieder abschließen (vierte Frage dazu)?

  81. hans sagt:

    zu @ 74 Günter Rudolphi
    Die Beispiele die sie genannt haben, von Tätigkeiten bei denen man auch nicht die Frage stellt ob sie wirtschaftlich sinnvoll sind, unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt von AKW. Bei den AKW haben Lobbyisten jahrzehntelang ganzen Völkern versucht zu erklären das die Nutzung der Atomenergie wirtschaftlich sinnvoll ist. Dazu gab es hier im Bloog die letzten ca 8 Jahre einige Diskussionen. Es ist schon ein großer Schritt das diese Frage wohl inzwischen entschieden ist.

  82. Günter Rudolphi sagt:

    @ hans
    Retrospektive Betrachtungen, auch zu „wirtschaftlich sinnvoll“, sind problematisch, aber auch solche für die Zukunft.
    Aber konkret:
    Wenn durch eine bessere Beherrschung der Kernkraftwerke, die ja weltweit auch nicht alle so abgeschaltet werden, wie in Deutschland (auch vermutlich wegen des „dual-use“), die Gefahren global verringert würden, dann ist das auch jetzt immer noch wirtschaftlich sinnvoll. Dazu darf man aber nicht völlig aus dieser Technik aussteigen, wenn andere das nicht genau so tun. Darum soll auch diese Technik unter wirksamer Kontrolle der IAEO stehen, die muß gestärkt werden und auch die UNO. Warum geht das aber noch nicht?
    Meiner Meinung nach wegen machtpolitischer und religiöser Gegensätze , siehe die sog. „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“.
    Die machtpolitischen Gegensätze wären aber m.E. leichter überwindbar, da geht es ja mehr um die irdischen Dinge, nicht um ewige Verdammnis, Hölle und Fegefeuer, Paradies usw.
    Außerdem sind die gewonnenen – und weiter noch zu gewinnenden – Erfahrungen und Erkenntnisse in dieser Hochtechnologie ausstrahlend im wahrsten Sinn des Wortes auf alle Bereiche.

    Ich rede zum Beispiel jetzt nur mal über die Lebenserwartung im Schnitt heute und zur Steinzeit oder vor 100 Jahren.

    Ich rede nicht über subjektives Glück oder Zukunftsangst.
    Manche Bundesbürger hatten keine Angst vor einem Kernkraftwerk, aber andere schon.
    Die vergleichende Schadens-Statistik in Deutschland war doch kein Grund, alle KKWs in Deutschland abzuschalten, diese noch neue Art der Stromerzeugung damit abrupt zu beenden, einige KKWs also sofort nach Fukushima, andere bis 2022, aber weiter Auto zu fahren und weiter mit z.T. uralter Feuertechnik zu arbeiten. Auch Wasserkraft beim Drei-Schluchten-Staudamm in China usw., ist das etwa ohne Probleme? Auch das andere „Alternative“ hat erhebliche Auswirkungen auf alle Ökosysteme, kennen Sie die schon alle?
    Auch global ist das so m.E. rational nicht nachvollziehbar.
    Oder glauben Sie, nur die Deutschen wissen über alles jetzt schon Bescheid?

  83. Peter Boettel sagt:

    zu Herrn Rudolphi: habe Sinnvolleres zu tun, als mich mit Ihren Fragen an mich zu beschäftigen. Wenn Sie das Thema „Marx“ abschließen wollen, warum haben Sie es überhaupt angeschnitten?

  84. hans sagt:

    zu @ 82
    Ich denke das in den USA z.B., Akw, wenn überhaupt, nicht viel länger laufen werden als in D. Der Grund ist ganz einfach. Die Teile produzieren wenn auch nur zu Teilkosten zu teuer. Das ist wie ich vor ein paar Tagen an anderer Stelle schon geschriebenen habe der falschen Kostenzuordnung geschuldet. Gigaliner bekommen, wie alle LKW, von den PKW Fahrern die Straßen bezahlt und sie oder auch ich zahlen den AKW Betreibern die Haftpflichtversicherung die sie bei ihrem Auto selber bezahlen müssen. Über Asse und ähnliches müssen wir denke ich erst gar nicht anfangen zu reden. Spätestens nach dem die Zahlen von dem Neubau in Hinkley Point bekannt geworden sind ist doch wohl klar das die private Nutzung der Kernenergie die größte Fehlentwicklung der Industriegeschichte ist. Das muss man dann halt auch mal einsehen. Damit haben wohl einige ein Problem. Wobei diese Fehlentwicklung wohl so nicht möglich gewesen wäre wenn es nicht auch die militärische Nutzung gegeben hätte. Die kann man dann natürlich nicht mehr mit wirtschaftlichen Gründen rechtfertigen oder auch nicht. Deshalb bin ich auch der Meinung das man das in einer Diskussion nicht trennen darf. Ich kann mir z.B. beim dem AKW Neubau in GB keinen anderen Grund vorstellen als einen militärischen. Wirtschaftlich ist das nicht zu begründen.

  85. Günter Rudolphi sagt:

    Nun, Hr. Boettel, K.P. Mertens meinte doch oben:“Vielleicht hilft tatsächlich eine Rückbesinnung auf C. Wright Mills, Rudi Dutschke, Rudolf Bahro und nicht zuletzt auf Karl Marx.“
    Dem Hr. Mertens wollte ich dabei nur ein klein wenig helfen, denn ich helfe doch immer gerne bei einer Rückbesinnung auf Karl Marx.
    Hoffe auch Ihnen damit geholfen zu haben ……

  86. hans sagt:

    Ich weiß nicht was die andauernde Diskussion um Karl Marx soll. Die Wirtschaft soll als Ergebnis das Wohl des gesamten Volkes mehren und die Rahmenbedingungen dafür gibt das Grundgesetz vor. In diese Rahmenbedingungen sind sicher die Überlegungen vieler Ökonomen eingeflossen. Möglicherweise auch Überlegungen von Karl Marx. Das war es dann aber auch. Ich bin der Meinung das wir mit einer hochproduktiven Wirtschaft eine möglichst hohe Wertschöpfung erreichen sollten. Dann muss man festlegen die diese Wertschöpfung verteilt wird auch unter dem Gesichtspunkt die Produktivität zu erhalten und da liegt in D. einiges im Argen, weil einige zu viel vom Kuchen meinen bekommen zu müssen. Möglicherweise hat da auch Karl Marx den einen oder anderen richtigen Satz dazu gesagt.

  87. Wolfgang Fladung sagt:

    @ Günter Rudolphi, #80: Der Marxsche Denkfehler kommt auch hier noch zum Ausdruck (Zitat von Wolfgang Fladung 7. Oktober 2015 0:22):

    Wo, bitte schön, hatte ich es in meinen Posts jemals mit Marx??? Träumen Sie? Aber auch egal, diese Debatte ist mir sowieso zuweit vom Schuß und geht mir, mit Verlaub, am Allerwertesten vorbei. Weil sie nämlich sich um den Kern weiterhin herum drückt. Oder nicht? Vielleicht bin auch ich derjenige mit verschobener Sicht.

    Mir ist es schnurz, was irgendwelche Denker irgendwann zum Besten gegeben haben. Für mich ist wichtig, in welcher Situation wir hier und heute stehen. Und dazu möchte ich Ihre Meinung hören, und nicht die von Mills, Dutschke etc. pp.

    Geben wir doch endlich einmal zu, das wir alle keine Lösungen parat haben, für die Kernfragen der Zeit, und permanent versuchen, diese Ratlosigkeit, Sprachlosigkeit, Verzweiflung ob fehlender Antworten irgendwie zu kaschieren.

    Kann man ja zumindest einen Ouzo trinken – jamaz!

  88. Günter Rudolphi sagt:

    @ hans, auch die Wirtschaftlichkeit wurde ja durch immer neue Auflagen hier verschlechtert auf Betreiben der Gegner dieser Technik.
    Wenn Sie einmal die Kraftwerke in der VR China nachschlagen, dort werden auch noch neue KKWs gebaut, verschiedene Typen außerdem, wie den HTR.
    Wenn Sie „Kernenergie China“ suchen, dann finden Sie auch einen Artikel der FR dazu, neben vielen anderen aktuellen Quellen, wie auch diese: http://www.ingenieur.de/Fachbereiche/Kernenergie/China-Weltmarktfuehrer-Bau-Atomkraftwerken
    Auch in der Wikipedia können Sie nachsehen.

    Unsere Nachkommen werden in 50 Jahren mehr darüber wissen und diese Sache sicher auch noch weiter kontrovers diskutieren.

  89. Wolfgang Fladung sagt:

    O.k., G.Rudolphi, das Zitat von mir kam erst anschließend. Wieweit dieses Zitat mit dem „nachproduziert“ etwas mit Marx zu tun hat, weiß ich nicht, ist mir auch wurscht. Zu meinem Zitat stehe ich jedenfalls. Inzwischen wird ja alles „nachproduziert“, sogar die Blödheit. Weil mensch eben dumm geboren wird und nix dazu lernt.

  90. BvG sagt:

    Na, da spring ich doch mal wieder rückwärts in die Nesseln:

    Radioaktivität ist die natürlichste, langlebigste, biologisch verträglichste Energiequelle, die es überhaupt gibt…
    ..sofern sie nicht von Deppen gehandhabt wird.

  91. Günter Rudolphi sagt:

    Der Geist ist aus der Flasche bzw. der Senf aus der Tube, damit muß man nun leben.
    Was in alten Schriften steht, muß ständig auch neu überdacht werden, vor selbstgemachten / selbsternannten Göttern, wie auch vor dem Rauschebart aus Trier, muß man keinen Kotau machen, die kochten auch alle nur mit Wasser, manche mit einer sehr schmutzigen Brühe sogar.
    Das wäre meine Botschaft, auch wenn keine Völker diese Signale hören ……

  92. Peter Boettel sagt:

    In den SWR-Nachrichten von heute erscheint folgender Text:

    „Auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel trainieren ab heute atomwaffenfähige Jagdbomber der NATO. Das hat ein Sprecher des militärischen NATO-Hauptquartiers in Belgien bestätigt. Die Übung, so der NATO-Sprecher, werde bis Freitag dauern. Zeitweise werde der Luftraum über dem Fliegerhorst Büchel für die zivile Luftfahrt gesperrt. Weitere Einzelheiten nannte der Sprecher nicht. Bei der jährlichen Übung der NATO- Länder kommen üblicherweise Flugzeuge zum Einsatz, die im Kriegsfall mit Atomwaffen bestückt werden könnten. Immer wieder gibt es Berichte, nach denen auf dem Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel bis zu 20 US- amerikanische Atomraketen gelagert sind.“

    Wie Wolfgang Fladung richtig geschrieben hat, ist es wichtig, darüber zu diskutieren, in welcher Situation wir heute leben, und wegen der andauernden, alles überlagernden Flüchtlingsfrage kommen diese Probleme, wie hier mit Atomwaffen gezündelt wird, zu kurz.

  93. Georg Siebert sagt:

    Es gibt wohl niemanden, der Interesse hat, meine unter # 70 gestellten Fragen zu beantworten. Auch gut, dann sage ich mal tschüß.

  94. manfred petersmark sagt:

    @ 94, Georg Siebert

    Wenn Ihnen damit geholfen sein sollte, unterstelle ich Ihnen gerne „grenzenlose Naivität und Weltferne“. Auf weitere Jahrzehnte und tschüß!

  95. Günter Rudolphi sagt:

    Rußland mit Putin zeigte der Nato seit etlichen Jahren wieder, daß es einsetzbare Kernwaffen und Träger hat, auch mit den uralten TU-95 Bear (Moskaus Bomber aus dem Altenheim http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tu-95-baer-moskaus-bomber-aus-dem-altenheim-a-509367.html), und die Nato zeigt es nun auch wieder Rußland.

    So funktioniert die Abschreckung eben, nichts Neues unter der Sonne. Was soll die plötzliche Aufregung?

  96. manfred petersmark sagt:

    @ 96, Günter Rudophi

    „So funktioniert die Abschreckung eben, nichts Neues unter der Sonne. Was soll die plötzliche Aufregung?“

    Ihrem Resümee kann ich nur beipflichten; deshalb war ich mit der Menge meiner Äußerungen zum Kernthema etwas zurückhaltender.

  97. hans sagt:

    zu @ 88 Günter Rudolphi
    Ausgerechnet die KP in China oder Putin und seine Männer sollen als Kronzeugen herhalten das AKW wirtschaftlich sinnvoll sind. Das mit Staatsgeld AKW gebaut werden können ist eine so neue Erkenntnis nicht und wird letztlich auch durch das Neubauprojet in GB bewiesen Sagen sie mir ein Beispiel in dem ein privater Energieversorger ohne Staatsknete so ein Projekt noch aufsetzt.

  98. Günter Rudolphi sagt:

    @ hans
    Es geht ja nicht nur um Ihr Lieblingsthema, das imaginäre „wirtschaftlich sinnvolle“ Handeln für den momentanen Augenblick, sondern auch das notwendige Handeln ist nicht zu vergessen, denn wenn gleichzeitig kein Wind weht und keine Sonne scheint, dann wird auch noch Strom gebraucht. Kraftwerke zu bauen und die Strom-Versorgung sicherzustellen ist aber Daseinsvorsorge, ohne „Staatsknete“ geht das auch in anderen Sektoren nicht, oder wollen Sie jetzt alles an Daseinsvorsorge privatisieren? Dann müssen Sie das aber auch sagen.
    Außerdem ist GB nicht Deutschland mit seinem Zick-Zack-Kurs in der Energiepolitik, der doch die deutschen Stromverbraucher hier nun viele Milliarden kostet als Wechsel auf eine CO2-Emissionsarme Zukunft, während in China die Kohle mit hohen CO2-Emissionen doch weiter verbrannt wird. Energie-Mix mit allem, wie viele andere Länder außer Deutschland es weiter machen, bleibt eben auch insgesamt und längerfristig wirtschaftlich sinnvoll.

    So drehen wir uns aber nur im Kreis, mit Verlaub, diese Frage bzw. Debatte wird in der Zukunft entschieden.

  99. Bronski sagt:

    @ Günter Rudolphi, hans

    Bitte zurück zum Thema. Das Thema ist nicht Energiepolitik, sondern Sicherheitspolitik. Der Ansatz, dorthin zurückzukehren, ist der „dual use“-Gedanke.

  100. BvG sagt:

    Letztlich geht es doch darum, daß nicht „der Krieg der Grund aller Dinge“ sein darf, sondern der Friede der Grund aller Dinge werden muß.

    Daß dem Erfolg der Kapitalismus zugrunde liegt, zumindest derzeit und auf längere Sicht, dürfte doch mittlerweile Konsens sein, auch wenn es nicht gefällt. Andere wirtschaftliche Konzepte haben versagt. Dies bedeutet nicht, daß der Kapitalismus die bessere Wirtschaftsform ist, er ist nur einfach die erfolgreiche und einzige.
    Es würde also darum gehen, dem Kapitalismus den Frieden beizubringen.
    „Sicherheit“ kommt nicht aus dem potentiellen Sieg, sondern aus dem langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.
    Ich unterstelle, daß Kapitalismus nicht per se kriegerisch ist, als ein „Krieg des Menschen gegen den Menschen“, sondern dem Sicherheitsbedürfnis von Menschen dient, die nur eine unbegrenzte wirtschaftliche Sicherheit als Sicherheit empfinden.
    Dazu gehörte, auch den Sozialismus nicht mehr als „Krieg des Menschen gegen den Menschen“ zu definieren.
    Es liegt nicht sehr viel daran, den Reichen den Reichtum zu gönnen, sofern die reichtumsbildende Armut keine Opfer erfordert.
    Es fehlt nur an der Einsicht, daß nicht Ärmere die Reichen reicher machen, sondern immer Reichere die Reichen noch reicher machen.
    Nach oben gibt es keine Grenze, diese ist auch nicht relevant. Einzig relevant ist die untere Grenze, nämlich die lebensbedrohende Armut, die es zu verhindern gilt.
    Kurzum: Wenn der Krieg dem Kapitalismus dient, dann wird es Krieg geben, wenn der Frieden dem Kapitalismus dient, wird es Frieden geben. Dies wird solange so sein, bis jemand eine funktionierende Alternative zum Kapitalismus gefunden hat.

    Bedrohungsszenarien, wie die Aufrüstung oder auch nur scheinbare Aufrüstung, wird es solange geben, wie der Krieg dienlich ist, sie werde aufhören, wenn der Frieden dienlich ist.

    Solange, bis jemand eine funktionierende Alternative zum Kapitalismus gefunden hat…

  101. Günter Rudolphi sagt:

    Den Ausführungen von BvG schließe ich mich gerne an, muß aber als ein „notorischer Bedenkenträger“ hier auf die menschliche Natur verweisen seit „Adam und Eva“ bzw. seit „Lucy“.
    Globale Ziele lassen sich auch nur global erreichen, da müssen alle am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen, auch noch im gleichen Tempo.
    Kleinere Abweichungen pendeln sich aus, aber soweit sind wir global doch noch lange nicht.

    Der Wille zur Macht – und seine Umsetzung in der Politik – und die Religionen und unsere menschliche Natur hindern uns noch daran.
    Darum wird es auch vermutlich keinen ewigen Frieden geben, der wäre auch unnatürlich, sorry, die Historie ist der empirische Beleg dafür, solange die Evolution nicht andere Menschen hervorbringt.

    Sollte ich aber einmal – wider Erwarten – auf einer himmlischen Wolke sitzend dem irdischen Treiben von oben zuschauen dürfen, und es wäre tatsächlich zu einem dauerhaften Weltfrieden gekommen, dann hätte ich mich doch getäuscht und müßte vermutlich lange Zeit frohlocken und „Hosianna“ rufen zur Strafe, oder müßte gar zum Heizer in die Hölle absteigen, für ein längeres Praktikum …….

  102. Günter Rudolphi sagt:

    Als kleines Exempel zum letzten Kommentar sei auch hier auf den Kampf um das „Heilige Land“ – oder „das Land Kanaan“ – verwiesen.

    Mahmud (Mahmond) Abbas hat den „Friedensprozeß von Oslo“ („Oslo II ist tot“) gerade vor der UNO angedroht aufzukündigen, mit allen Folgen für die globalen Sicherheitsinteressen und die vorhandenen und zukünftigen Kernwaffen in der Region und darüber hinaus.
    Eine Quelle für Abbas und die UNO:
    http://www.palaestina-portal.eu/Stimmen_Palaestina/Rede_Praesident_Mahmond_Abbas%20-%20UNO_2015_30_9.htm

    Eine andere Quelle dazu:
    http://www.israelnetz.com/aussenpolitik/detailansicht/aktuell/ausblick-abbas-und-netanjahu-bei-der-uno-93512/
    http://www.israelnetz.com/aussenpolitik/detailansicht/aktuell/helfen-sie-uns-fanatismus-zu-bekaempfen-93532/

    Sehen Sie da ein friedliches Ende schon in Sicht, mit einem friedlichen Ausgleich der Interessen, und der vorbehaltlosen Anerkennung der Erklärung der universalen Menschenrechte und auch noch der Charta der UNO?